wurden am 8. März 2023 wieder weltweit erhoben. Weltweit erhoben sie ihre Stimme für mehr Gerechtigkeit, für ein Miteinander usw.
Es war WELTFRAUENTAG! An diesem Tag bekamen sie wieder große mediale Unterstützungen, leider nur für diesen einen Tag!
Weltweit wurde über diesen Weltfrauentag über TV-Kanäle, Social Media und vieles mehr berichtet. Die Themen sind vielfältig und in jedem Land auf der Erde unterschiedlich. Aber im Allgemeinen geht es darum, die STIMME DER FRAUEN wahr zu nehmen. Wäre es nicht längst an der Zeit, dass Frau und Mann sich endlich auf Augenhöhe begegnen und gemeinsame Teamplayer werden?
Es wurde diskutiert, protestiert, sie setzten sich in Szene, um alle Aufmerksamkeit auf sich zu lenken. Die Frauen traten weltweit als Einheit auf, nur was passiert danach, wenn der Tag wieder vorbei ist? Dann gibt es wieder das Welt-Männer-Jahr, welches wieder planmäßig fortgesetzt wird! Alles bleibt wieder wie gehabt, hin und wieder nimmt man die Frauen wahr, aber die Ideen, die Vorsätze können wieder nur schleppend umgesetzt werden.
Am Weltfrauentag informierte ich mich, wie sieht die Situation im ländlichen Raum aus. So besuchte ich eine Veranstaltung in einem kleinen Ort in Stangaß/Oberbayern bei Berchtesgaden.
Der Kulturhof Stanggass – ein Ort der Begegnung KULTUR trifft HOF – hat sich entschlossen, auch einen Weltfrauentag zu organisieren. Für den Kulturhof ist es ein wesentlicher Bestandteil der Philosophie des Miteinanders und Beieinander und das noch vor einer eindrucksvollen Bergkulisse des Watzmann-Massivs gemeinsam das Leben – bei Konzerten und Kulturveranstaltungen bei Live-Musik – zu zelebrieren und zu feiern.
Am Weltfrauentag wurden viele verschiedene Workshops für Frauen angeboten. Wie zum Beispiel Yoga, Mikro-Workshops & Netzwerken: Fünf Frauen – fünf Themen – fünf Mikro-Workshops fürs Business, Photo-Walk, Frauen in Kunst- und Kultur und viele andere Workshops.
Es war ein Weltfrauentag, wo Kooperation mit vielen Akteurinnen die Stärke, Vielfalt und Besonderheit von Frauen vereint wurde. Höhepunkt des Tages war dann das große Frauenfest am Abend, wo Musikerinnen Hanni und Lena von „Honeylane“ noch durch den Abend mit einem vielfältigen Programm aus Musik, Tanz, Wort und Kunst führten.
Seine Skulptur, welche 2004 im österreichischen Skulpturenpark aufgestellt wurde „DER GLOBUS“ als Koffer ist eine Arbeit eines überdimensionalen Koffergriffes mitten in der Landschaft, der die Assoziation auslösen soll, den Erdball als Koffer zu sehen, der mit Daten, Informationen, Organismen und Gegenständen gefüllt, die ihrerseits selbst Informationsträger sind.
Mit dieser Arbeit führt uns Weibel an die Grenzen der Wahrnehmung. Auch wir Menschen funktionieren so ähnlich, die wir alles, was wir haben und womit wir uns beschäftigen und mit uns herumtragen. Kant der die Verbindung zwischen sinnlicher Erfahrung und Verstand zur wirklichen Erkenntnis sah, wird hier verdeutlicht.
Geboren wurde Peter Weibel 1944 in Odessa, hat gelebt und gearbeitet in Karlsruhe, Frankfurt und Wien. Weibel studierte Medizin, Literatur, Film, Philosophie und Mathematik in Wien und Paris. 1965 Begegnung mit dem „Wiener Aktionismus“ den er auch prägte. In den 60er-Jahren radikale, körperbezogene und sozialkritische Aktionen. 1968 nahm Peter Weibel an der Aktion „Kunst und Revolution“ in einem Hörsaal der Universität Wien teil, bei der er eine Rede mit einem brennenden Handschuh gegen die damalige Regierung hielt.
Im Laufe seines Lebens hatte Weibel unter anderem in Wien, Kanada und New York gelehrt. Von 1989 bis 1994 leitete er das von ihm gegründete Institut für Neue Medien an der Städelschule Frankfurt am Main, war von 1993 bis 1999 Österreich-Kommissär der Biennale von Venedig und künstlerischer Leiter der Neuen Galerie am Landesmuseum Joanneum in Graz. Für seine Arbeit wurde er vielfach ausgezeichnet.
Seit 1999 leitete er das ZKM (Zentrum für Kunst und Medien) und verhalf dem Haus zu internationalem Renommee. 24 Jahre lang entwickelte er das ZKM zu einer international renommierten Kunstinstitution mit einem weltweit einzigartigen Profil. Bis zuletzt arbeitete er intensiv an den kommenden Ausstellungen, Veranstaltungen und Publikationen des ZKM.
Peter Weibel war seiner Zeit immer etwas voraus und gab viele grundlegende künstlerische und wissenschaftliche Impulse.
Das Künstlerduo Hedda Roman (Hedda Schattanik und Roman Szczesny) arbeiten mit neuen Bildgenerierungswerkzeugen und KI-Technologie. Eigens für den Salzburger Kunstverein haben sie ein neues Set an Arbeiten produziert.
Es handelt sich um eine sehr interessante Ausstellung, die sich zusehend mit künstlicher Intelligenz beschäftigt. Was ist künstliche Intelligenz und was wissen wir eigentlich über die menschliche Intelligenz? Künstliche Intelligenz bietet reichlich Raum für Spekulationen über die Zukunft und es ist sicher, dass diese Technologie unseren Alltag tiefgreifend verändert hat und weiter verändern wird. Längst ist die Künstliche Intelligenz oder KI auch bei der Kunst angekommen.
Betritt man den Großen Saal des Salzburger Kunstverein, taucht man in einen verdunkelten Raum ein. Vier rot beleuchtete Elemente weisen darauf hin, hier findet Technologie statt. An den Wänden hängen Videoinstallationen, die den Betrachter darauf hinweisen, sich die 3D-Videos mit Ruhe anzusehen und sie sind faszinierend, den sie verändern sich während des Betrachtens in andere Gestalten oder wie das Künstlerduo ihre Hand nach einer „fremden Hand“ ausstrecken, um das, was vom menschlichen Geist initiiert wurde, durch die algorithmische Mimesis eines solchen „Geistes“ zu verbessern. Die Herausforderung, etwas zu schaffen, das dem Lärm der endlosen Informationen der Welt entgegentritt, ohne in Fatalismus zu verfallen. Der menschliche Geist ist immer noch der Initiator und die humanoide Mimesis (menschenähnlich nachahmende Darstellung der Natur im Bereich der Kunst) des Geistes ist das Material. Das Künstlerduo haben somit auch eine fiktive Persona und einen Online-Avatar, „Oldboy“ geschaffen. Diese Figur wird während der Ausstellung hin und wieder in seltsamen Gedichten sprechen.
Das pikante am Rande dieser Ausstellung ist, dass das Künstlerduo Hedda Roman die KI-Technologie als „Alien Artifact“ oder „Savant“ bezeichnen, anstatt den Begriff „Künstliche Intelligenz“ zu verwenden. Diese Modelle basieren auf einer gelernten Darstellung von Bild-Text-Beziehungen, nicht auf einem wahren Verständnis der zugrunde liegenden Konzepte von Wörtern und Bildern. Diese Prozesse sind abhängig von den Datensätzen und Intentionen und mit Hilfe ihrer eigenen Bildsammlung haben Hedda Roman außerdem neue KI-Modelle trainiert.
Das Künstlerduo Hedda Roman (Hedda Schattanik und Roman Szczesny) leben in Düsseldorf und präsentieren eine eindringliche und energiegeladene Zusammenarbeit in Form von medienbasierter Kunst. Durch den Einsatz von Algorithmen, Avataren, künstlicher Intelligenz und Fotografie, Video und Skulptur überträgt und erweitert das Künstlerduo die unmittelbare, aber zerebrale Qualität des filmischen Geschichtenerzählens. Ihre Arbeit verkörpert bereits heute die Auswirkungen von Zukunftstechnologien.
Auch neue kreative Anwendungsmöglichkeiten, die durch künstliche Intelligenz entstehen, werden gezeigt und für BesucherInnen erfahrbar gemacht. Allgemeingültige Antworten über den Nutzen oder die Gefahren der künstlichen Intelligenz gibt es nicht.
Die Ausstellung ist sehenswert und läuft noch 23. April 2023 im Salzburger Kunstverein.
Sie finden wieder ohne Beschränkungen statt die Rauriser Literaturtage und „Aus dem Rahmen“, trifft den Nerv der Zeit. 2020/21 war es die Pandemie, dann 2022 der Angriffskrieg in unmittelbarer Nähe und danach die damit verbundene Energiekrise die alles aus „dem Rahmen“ fallen ließ, und an uns nicht spurlos vorbeigegangen ist.
Das war auch die Kernaussage für „Aus dem Rahmen“ und das Thema für die 52. Rauriser Literaturtage. In vielen Lebensbereichen wurden uns die Grenzen deutlich aufgezeigt. Die Kultur kann jedoch in diesen fordernden Zeiten eine Stütze sein, mitunter auch die Rauriser Literaturtage. Sie sind eine der wichtigsten Literaturveranstaltungen im deutschsprachigen Raum und lassen uns einige Tage lang in die Tiefe, die Kraft, die Zartheit und auch Widerspenstigkeit unterschiedlicher Texte eintauchen und den Alltag etwas vergessen.
Vieles befindet sich in Auflösung und Mentale und technologische Veränderungen unseres Zusammenleben welche bereits seit längerem im Gange sind, haben die Rahmenbedingungen für unsere Existenz erkennbar verschoben.
Das Phänomen der Globalisierung existiert schon seit längerer Zeit, hinzu ist verstärkt die Digitalisierung gekommen, wo sich hier auch die Frage stellt, nach Abgrenzbarkeit individueller Identität. Die Pandemie hat alles über den Haufen geworfen und der Ausbruch des Krieges gegen die Ukraine hat sämtliche Konzepte von Solidarität, Toleranz und der Sicherung des friedlichen Zusammenlebens auf die Probe gestellt oder uns die Augen geöffnet, es findet ein Aufbruch in ein neues Zeitalter statt.
Es stellt sich die Frage: „Was tun wenn einzelne Personen und Lebensmuster „aus dem Rahmen“ fallen? Wie gehen wir damit um? Ist es nicht Motivation genug, darüber nachzudenken, nicht nur auf weltpolitischer Ebene, sondern auch im Bereich des persönlichen Alltags? Viele Fragen werden aufgeworfen; wie lässt sich das Verhältnis zwischen gesellschaftlichen Normen und individueller Abweichung aushandeln? Wie können im Kontext der aktuellen Migrationsbewegungen die friedliche Verschmelzung unterschiedlicher kultureller Wertvorstellungen organisiert werden? Fragen über Fragen und der Fragenkatalog nimmt kein Ende. Jedoch bei den Rauriser Literaturtagen 2023 präsentieren Texte, verhandeln Fragen von Zugehörigkeit und Ausgrenzung, von Anpassung und Abweichung. Mit unterschiedlichsten literarischen Mitteln machte man sich auf die Suche nach neuen „Rahmen“-Modellen, in denen auch Platz hat, was nach dem überkommenen Verständnis als „anders“ empfunden wird.
Der Rauriser Literaturpreis 2023(vergeben vom Land Salzburg), welcher im Rahmen der Eröffnungsfeier am 29. März 2023 in Rauris, übergeben wird, geht an:
Marcus_Fischer_FOTO: ®_Minitta_Kandlbauer
MARCUS FISCHER, 1965 in Wien geboren, lebt als selbstständiger Texter und Autor in Wien. Er studierte Germanistik in Berlin und arbeitete einige Jahre als Lehrer für Deutsch als Fremdsprache, außerdem als Texter in Berlin und Wien.
Mit seinem ersten Roman DIE ROTTE (Leykam Verlag 2022) erhielt er seinen ersten Literaturpreis.
Kurze Inhaltsangabe zum Roman:
„Elfi Reisinger, eine junge Bäuerin, lebt Anfang der 1970er Jahre mit ihren Eltern auf einem kleinen Hof in der Rotte Ferchkogel, einer abgelegenen Siedlung im Voralpenland. Ihr Vater verschwindet eines Nachts, die Gendarmerie geht von Selbstmord aus. Durch den Tod des Bauern verschiebt sich das Gefüge in der Rotte. Als mit Elfis Hochzeit endlich wieder ein Mann an den Hof kommt, spitzt sich die Lage weiter zu und Elfi muss einen Weg finden, um sich aus diesem Machtgefüge zu befreien.“
Was ist nun dieser Roman „Die Rotte“ ein Landkrimi oder ein Thriller? Schwer zu zuordnen, Fischer konzentriert sich bei seinem Roman mehr auf sprachliche Mittel, die den Symbolgehalt von alltäglichen Verhaltensweisen deutlich machen und unsere Gesellschaft im ländlichen Raum widerspiegeln?
Felicia_Schätzer_Foto: ®_Monika_Ertl
Der Rauriser Förderungspreis 2023 (vergeben von Land Salzburg und Marktgemeinde Rauris) geht an die junge Autorin Felicia Schätzer für ihren Text „Sonnenuntergang der Girls“.„Handlungsort ist ein Gewerbepark im trostlosen Niemandsland der Provinz: Zwischen Shoppingcenter, Social Media und Drogenküche versucht eine Gruppe von Jugendlichen, über die Runden zu kommen und sich selbst und einander ihre Individualität zu beweisen.“ In der Sprache seiner Figuren zeige der Text, „wie stark deren Leben und Erleben von der Konsum- und Markenwelt des Spätkapitalismus durchdrungen ist“.Laudatio: Johann Georg Lughofer.
Felicia Schätzer: 1995 in Hallein geboren, Studium der Biologie und Germanistik an der Universität Wien sowie der Sprachkunst und seit 2021 der Kunst und kommunikativen Praxis an der Universität für Angewandte Kunst Wien. Veröffentlichung literarischer Texte in Anthologien und Zeitschriften, 2022 nominiert für die Shortlist des FM4-Wettbewerbs „Wortlaut“.
Bei den Rauriser Literaturtagen können die unterschiedlichsten Veranstaltungsformate wie Lesungen und Gespräche öffentlich besucht werden. Es gibt Exklusivveranstaltungen auch für Schulen, wo man den Nachwuchs für Literatur begeistern will. Auch Studierende haben die Möglichkeit, mit den Literaten in Kontakt und in (öffentliche) Diskussion zu treten. Mit den Störlesungen kommen die Literaten, die Hauptakteure der Rauriser Literaturtage, ihrem Publikum besonders nah. Denn es wird in Privathäusern gelesen.
Das Kulinarik-Festival eat & meet wurde am Donnerstag, dem 2.3.2023 unter den Geweihen im Restaurant M32 Museum der Moderne am Mönchsberg eröffnet. Nicht nur Kunst-Liebhaber, sondern auch Kulinarik-Fans erfreuten sich im M32 zu tafeln. M32 ist ein Szenetreff für Freigeister, wo der Geist freier wird und die Gedanken tiefer und anspruchsvolle Gespräche stattfinden.
Im wahrsten Sinne des Wortes wurde hier auch über den Tellerrand geblickt, den hier traf Kunst und Literatur auf Kulinarik. Die preisgekrönte Salzburger Autorin Helena Adler las unterhaltsames aus ihrem Buch „Fretten“, sowie Gastgeber Sepp Schellhorn und sein Küchenchef Toni Fritzenwallner verwöhnten die Gäste mit Speis und Trank.
Das trendige Kulinarik Festival eat & meet bietet alljährlich ein Erlebnisreiches „Fest der Geschmäcker“, dass heuer vom 1.März bis 31. März 2023 alle Gäste aus dem In- und Ausland mit gemüsereichen, vegetarischen und veganen Genusskreationen überraschen wird. Dazu werden ebenfalls spannende Geschichten informatives und Philosophisches auf dem Tablett serviert.
Es ist das vierzehnte eat & meet Kulinarik Festival in der Altstadt Salzburg und verspricht ein Erlebnis und abwechslungsreiches Programm.
70 Veranstaltungen werden heuer in Salzburg durchgeführt und so wird Salzburg sich wieder einmal von seiner schmackhaften Seite zeigen. Als Impulsgeberin für das diesjährige Festivalmotto „Eine Stadt isst grün“, war die österreichische Food-Trendforscherin Hanni Rützler.
Die Salzburger Altstadt ist reich an kulinarischen Genüssen und gilt weit über die Grenzen hinaus als Hochburg vielfältiger Gastronomie. Allerdings ist die Salzburger Gastronomie Traditionell sehr fleischorientiert, jedoch werden die lokalen Speisekarten zusehend mit speziellen vegetarischen und veganen Gerichten komplettiert, um den vielfältigen Bedürfnissen der Gäste gerecht zu werden.
Es ist ein Event mit wohlschmeckenden Erlebnissen und bereichernden Begegnungen bei eat & meet 2023
Am 1. März 2023 präsentierte man der Presse in Bad Goisern ein Projekt „Bodenschutz und Leerstand als Chance“, welches man in die Europäische Kulturhauptstadt Salzkammergut 2024 einfließen lassen will. Zugpferd und Ideengeber war Hubert von Goisern.
Es ist nichts neues, aber immer mehr springen auf den Zug auf, was das Thema Bodenschutz und Versiegelung darstellt. Kleine Gemeinden, wo verlassene Gebäude den Ort zieren, keine Infrastruktur mehr stattfindet, die grünen Wiesen zubetoniert werden, kleine Landwirtschaften dem Tod geweiht sind und junge Menschen abwanderten, keine Aussichten auf einen Job etc. Die ältere Generation jedoch noch im Ort lebt, aber nicht mehr die Kraft hat, was Neues entstehen zu lassen.
Dafür entstanden in Stadtnähe oder am Land, wo noch viele Grünflächen vorhanden waren, an der Peripherie neue Siedlungen, Supermärkte in Form von grässlichen Betonklötzen, alles mit der modernen Mobilität, dem Auto, leicht zu erreichen.
Das Leben im Dorf war somit dem Aussterben geweiht und nun in den letzten fünf Jahren ist man draufgekommen, wir müssen dieser Entwicklung entgegensteuern. Auch Kunst und Kultur kann am Land und im Dorf genauso stattfinden wie in der Stadt. Es liegt nur daran, an einer gut durchdachten Planung. Mittlerweile gibt es in Österreich schon einige Gemeinden, die das Leben in das Dorf zurückgeholt haben.
Aber was hat dies nun mit der Europäischen Kulturhauptstadt Salzkammergut 2024 zu tun? Sehr viel! Den auch hier gibt es viele Gemeinden, die auf Vordermann gebracht werden sollten. Dies ist ein Grund dieses Projekt einfließen zu lassen, Kunst und Kultur in den Ortschaften wieder zu beleben. Für die Sanierung von alten Gebäuden, stellt die EU Fördergelder zur Verfügung, somit wird die Versiegelung von Böden gebremst und das Bauland kann wieder in Grünland umgewidmet werden. In den 70iger Jahren hatten wir unter den Studenten in Graz schon den Spruch „Wenn die Kuh keine Milch mehr gibt, dann betonieren wir die Wiese“. Erschreckend, dies ist zwischen dem 20. Und 21. Jahrhundert bereits zur Realität geworden.
Die Europäische Kulturhauptstadt Salzkammergut 2024 hat nun gemeinsam mit dem Institut für Raumplanung der TU Wien und dem Kollektiv „Curating Spaces“ unter dem Titel „Bodenschutz und Leerstand als Chance“ zwei Rechercheprojekte angestoßen – mit dem Ziel, die Leerstände für kulturelle, in weiterer Folge aber durchaus auch für andere Zwecke zu nutzen in Auftrag gegeben.
Meine Frage? Wird dieses Projekt bei einigen der 23 Gemeinden im ländlich geprägten inneralpinen Raum gelingen?
Das Salzkammergut war immer schon reich an spannenden Geschichten, Orten und Menschen. Eine vielschichtige Gegend, deren eindrucksvolle Historie bereits vor 7.000 Jahren mit dem Salzabbau begann und im 19. Jahrhundert durch den Wiener Hof und sein Gefolge zum Synonym für Sommerfrische avancierte.
In der Albertina Modern in Wien läuft zurzeit eine sehr interessante Ausstellung.
Franz Kaiser Zwei Mädchen in einer Blumenwiese, um 1910 Autochrom ALBERTINA, Wien. Dauerleihgabe der Höheren Graphischen Bundes-Lehr- und Versuchsanstalt
Piktorialismus, was genau ist das? Der Piktorialismus ist eine kunstfotografische Stilrichtung, die um 1900 sich auftat. Ziel des Stiles war es, nicht lediglich ein bloßes, einen Augenblick in der Realität festhaltendes Abbild des Motivs herzustellen, sondern eine symbolische Darstellung von Gemütszuständen zu erzielen. Des Weiteren war es Ziel des Piktorialismus, die Fotografie als vollwertiges künstlerisches Ausdrucksmittel zu etablieren. Anfangs orientierte man sich am Natualismus in der Malerei, danach auch am Impressionismus.
Mit dieser Ausstellung beleuchtet die ALBERTINA erstmals ein bedeutendes Kapitel in der Geschichte der österreichischen Fotografie. Es entwickelte sich kurz vor 1900 eine Bewegung, deren Hauptanliegen die Gleichstellung der Fotografie mit der bildenden Kunst gleichgestellt werden sollte.
Anton Josef Trčka Baumgesäumter Bachlauf, ca. 1913 Öldruck ALBERTINA, Wien, Dauerleihgabe der Höheren Graphischen Bundes-Lehr- und Versuchsanstalt
Rund um die Jahrhundertwende bildet sich im Habsburgerreich eine Schule der Fotografie von weltweiter Strahlkraft. Es entstand ein lebendiges, vor allem von wohlhabenden Amateuren wie Heinrich Kühn (er war ein deutsch-österreichischer Fotograf und Fotopionier. Er gehörte der Künstlergruppe Wiener Kleeblatt an), getragenes, international tätiges Netzwerk und im Rahmen des exklusiven „Camera-Club“, in dem die fünf reichsten Männer der Monarchie ihrem Hobby, der Fotografie nachgingen.
Rudolf Koppitz Bewegungsstudie, 1926 Gummidruck ALBERTINA, Wien, Dauerleihgabe der Höheren Graphischen Bundes-Lehr- und Versuchsanstalt
Es waren enge Beziehungen zur progressiven Kunstszene der Wiener Secession und brachten mit Hilfe aufwändiger Drucktechniken bildgewaltige, an der Malerei geschulte Kompositionen hervor. Maßgeblich durch den Piktorialismus wurde auch die gewerbliche Porträtfotografie beeinflusst.
Die Kunstfotografie erlangte ihren späten Höhepunkt in den 1920er Jahren durch Rudolf Koppitz (er war ein österreichischer Fotograf, der vor allem mit Aktbildern, die in ihrer Formgebung und Ausgestaltung teils dem Jugendstil, teils dem Konstruktivismus nahestanden) und andere berühmte Studentinnen und Studenten der ehemaligen k.u.k. Graphischen Lehr- und Versuchsanstalt Wien.
Die Ausstellung ist deshalb sehenswert, weil es ein Rückblick in die Fotografie vor 123 Jahren ist. Diese Art von Fotografie war damals zeitgenössisch und heute befinden wir uns im digitalen Zeitalter, dass ein ganz anderes Bild erzeugt, inzwischen werden Bilder auch mit Künstlicher Intelligenz erzeugt.
Seit 2014 war er Direktor des Salzburger Kunstvereins und nun kehrt er Salzburg den Rücken zu und geht in seine Heimat nach Kanada zurück. Genauer gesagt er wandert nach Oakville aus (dies ist eine kanadische Stadt mit ca. 200.000 Einwohner, und liegt 30 km westlich von Toronto). Dort wird er die Position als Executive Direktor bei den Oakville Galleries ab 1. April 2023 übernehmen.
Für Séamus Kealy ist der Job in den Oakville Galleries eine neue Herausforderung. Denn die Oakville Galleries sind ein gemeinnütziges Museum für zeitgenössische Kunst, das in ganz Oakville ein breiteres Publikum auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene anspricht. Wird Kealy genauso zielstrebig wie im Salzburger Kunstverein vorgehen? Die Oakville Galleries in die Zukunft steuern? In Vergangenheit sahen sich die Galleries als Institution an und es war wichtig für sie, sinnvolle und respektvolle Beziehungen zu den ursprünglichen Bewohnern und Hütern des Landes aufzubauen und auch aufrechtzuerhalten!
Denn Salzburger Kunstverein hat Kealy ins 21. Jahrhundert geführt und ihn auch gleichzeitig zu einem zentralen Dreh- und Angelpunkt für zeitgenössische Kunst internationaler und nationaler Künstler: innen gemacht. Er schaffte es, den Salzburger Kunstverein zu einem besonderen Nährboden für Kunstproduktionen, für neue Ideen zu machen, die am Puls der Zeit sind. Sein kuratorischer Ansatz beziehet sich auf alle Formen zeitgenössischer Kunst, mit Schwerpunkt auf neue Medien, Film- und Video-Installationen, Konzeptkunst und Fotografie. Auch traditionelle Praktiken wie z.B. Skulptur und Malerei fanden hier ihre innovativsten Formen. Seine Meinung war, die beste zeitgenössische Kunst in allen Genres der Kunstproduktion zu finden war, das Programm in seiner Vielfältigkeit wieder zu spiegeln.
Neben vielen Einzelausstellungen zeitgenössischer Künstler: innen fanden immer wieder themenspezifische und multidisziplinäre Ausstellungen statt. Auch die Zusammenarbeit mit lokalem und nationalem Partner: innen wie z.B. Universitäten und Kulturinstitutionen wurden sehr forciert.
Das Programm für 2023 hat Séamus Kealy ebenfalls noch programmiert. Die erste Ausstellung läuft bereits „Wet Closet“ von Hedda Roman, eine Ausstellung die sich mit Künstlicher Intelligenz auseinandersetzt. Über diese Ausstellung werde ich noch genauer berichten. Auch sein noch gestaltetes Programm für 2023 bietet einen interessanten Ausblick auf zeitgenössische Kunst.
Séamus Kealy hatte einen exzellenten Job gemacht und seine Nachfolger oder Nachfolgerin wurde bis dato noch nicht bekanntgegeben. Eines ist sicher, es wird nicht so einfach sein, in seine Fußstapfen zu treten.
Ich jedenfalls wünsche Séamus Kealy alles Gute und weiterhin viel Erfolg in der neuen Heimat Kanada.
Damit Sie als Leser:in sich über die Ausstellungen ebenfalls rückwirkend ein Bild machen können, die Séamus Kealy während seiner Position als Direktor im Salzburger Kunstverein auf die Beine stellte, klicken Sie einfach in die angeführten Links. Da es sich hier immer um sehr interessante Ausstellungen handelte, hatte ich sie auch auf meinem Blog veröffentlicht
Im Jahr 2022 wurde die Ausstellung AUFTRITT DER FRAUEN als Künstlerinnen in Linz im Nordico Stadtmuseum Linz gezeigt und zu dieser Ausstellung ist im Verlag Anton Pustet das Buch AUFTRITT DER FRAUEN als Ergänzung zur Ausstellung erschienen.
Es ist kaum bekannt, dass Frauen bereits seit 1851 in der Linzer Kunstszene präsent waren. Sie waren nicht nur von Anbeginn in den Ausstellungen des Oberösterreichischen Kunstvereins sowie von Ring und März involviert, sondern beteiligten sich an der Ausstattung von Prestigeprojekten wie dem Palais Stoclet in Brüssel und gründeten erfolgreich eigene Werkstätten. Die Künstlerinnen pflegten Austausch mit der weiblichen Kunstszene in Wien, Salzburg, München, Dachau und Berlin und präsentierten ihre Werke 1950 auf der XXV. Biennale von Venedig.
Für Frauen, die Mitte des 19. Jahrhunderts Künstlerinnen werden wollten, war es nicht einfach, sie waren aufgrund der Gesellschaftskonvention und der Benachteiligung in der Ausbildung auch in Oberösterreich sehr schlecht. Die erste Frau die wesentlichen Anteil daran hatte, dass Künstlerinnen jenseits des Dilettantismus eine erfolgreiche Karriere aufbauen konnten, hatte die Malerin Agathe Schwabenau (1857-1950), die sich im Oberösterreichischen Kunstverein maßgeblich engagierte und 1896 die erste Malschule in Linz gründete.
Die erstmals präsentierten biografischen Notizen und Erinnerungen in der Ausstellung gaben einen lebhaften Einblick in die Herausforderungen, die ein Frauen- und Künstlerinnenleben in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts bereithielt.
Dieses Buch ist es wert zu lesen?
Ein längst überfälliger Blick auf 100 Jahre Kunstschaffen emanzipierter, zu Unrecht in Vergessenheit geratener Frauen, der die lokale Kunstgeschichtsschreibung korrigiert. Es ist aber im 21. Jahrhundert trotz vieler Errungenschaften, nach wie vor schwierig, sich als Künstlerin zu behaupten. Man muss auch heute dreifach so gut sein wie der männliche Künstler. Aber vieles ist leichter geworden und die Frauen selbstbewusster.
Die Autorinnen dieses Kunstbandes:
Andrea Bina, Sabine Fellner, Gabriella Hauch, Michaela Nagl
26. Februar – 25. Juni 2023 Die Kunstgalerie von Westaustralien Perth
Es ist ein digitaler Blick mit einer Entfernung von 13.355 km in die Art Gallery of Western Australia in Perth.
Die Art Gallery of Western Australia (AGWA) widmet die erste große australische Einzelausstellung des gefeierten japanischen Künstlers Yoshitomo Nara. Auch in Europa ist Yoshitomo Nara sehr bekannt.
Yoshitomo Nara wurde 1959 in der Präfektur Aomori (Präfekturen sind Gebietskörperschaften in Japan. Präfektur Aomori befindet sich im Norder der Region Töhoku auf der Insel Honshü und Aomori ist die Stadt) geboren. Nach Abschluss des Masterstudiums 1987 an der Aichi University oft he Arts, übersiedelte er 1988 nach Deutschland und Immatrikulierte an der Kunstakademie Düsseldorf. Nach den Aufenthalten in Köln im Jahr 2000 übersiedelte er wieder nach Japan.
Seit den späten 1990er Jahren stellte er an verschiedenen Orten in Europa, den Vereinigten Staaten, Japan und Asien aus. Yoshitomo Nara erlangte internationale Bekanntheit für seine exquisit wiedergegebenen, sofort erkennbaren Porträts von abwechselnd süßen und bösartigen großköpfigen Figuren und melancholischen figurativen Skulpturen.
Seine Inspirationen sind auch aus Erinnerungen an das Aufwachsen im ländlichen Norden Japans inmitten der anhaltenden Präsenz des Zweiten Weltkriegs, politischen Ereignissen der 1960er und 1970er Jahre, der Klang und die Grafik von Pop-, Rock- und Volksmusik, Literatur, Kunst aus dem japanischen Edo und der Moderne sowie der neue Expressionismus, dem er während seines Studiums und Lebens in Deutschland in den späten 1980er und 1990er Jahren begegnete. Seine Werke neigen zu Intimität als auch wieder weltlich und sind voller rebellischem Protest und doch wieder Ausdruck einer kraftvollen Gelassenheit.
Von 2011 bis 2022 wird Yoshitomo Nara: Reach Out to The Moon, Even If We Can’t dem australischen Publikum Zugang zu Schlüsselwerken aus Naras jüngster Produktion ermöglichen. Dies ist eine Zeit, in der Nara die verheerenden Auswirkungen der Katastrophe von Fukushima vom 11. März 2011 verarbeitet, bei der seine Heimatstadt von den kombinierten Auswirkungen eines Erdbebens, eines Tsunamis und eines Kernreaktorausfalls betroffen war.
AGWA-Direktor Colin Walker sagte: „Yoshitomo Nara ist einer der wichtigsten und beliebtesten Künstler der Welt, und ich persönlich bin ein langjähriger Fan. Im Laufe seiner Karriere hat Nara die Fantasie von Millionen von Menschen beflügelt, und ich bin begeistert, dass AGWA jetzt das Privileg hat, seine Praxis direkt mit den Menschen hier zu verbinden. Ich bin auch unglaublich aufgeregt, dies mit einer so kraftvollen Auswahl seiner emotional aufgeladenen figurativen Werke zu tun“.
Die am 26. Februar 2023 eröffnete AusstellungYoshitomo Nara: REACH OUT TO The Moon, Even If We Can’tvereint große skulpturale Werke neben Gemälden, Zeichnungen, Keramiken und Fotografien.
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