Die Kollegienkirche – zeitlose Schönheit

MARTINA STOCK

„100 FEMALE VOICES Portraits bedeutender Künstlerinnen aus 100 Jahren Salzburger Festspiele“ zum Jubiläumsjahr der Salzburger Festspiele

DIE KOLLEGIENKIRCHE – ORT MIT FESTSPIELTRADITIONließ einst ein selbstbewusster Landesfürst, Erzbischof Johann Ernst von Thun und der modernste Architekt seiner Zeit, Johann Fischer von Erlach in der kurzen Bauzeit von 1696 – 1707 die Kollegienkirche aus dem Boden wachsen– die Kollegienkirche gegenüber den Festspielhäusern ist somit seit der Gründung der Salzburger Festspiele ebenfalls zentrale Spielstätte geworden.

100 FEMALE VOICES Portraits bedeutender Künstlerinnen aus 100 Jahren_Martina Stock /
Foto: © Christa Linossi 2021

In dieser Kirche mit Festspieltradition, stellt die gebürtige Salzburgerin Martina Stock, die als bildende Künstlerin und Harfenistin in Berlin lebt und arbeitet, eine begehbare audiovisuelle Installation „100 FEMALE VOICES – Portraits bedeutender Künstlerinnen aus 100 Jahren Salzburger Festspiele“ aus.

100 FEMALE VOICES Portraits bedeutender Künstlerinnen aus 100 Jahren_Martina Stock /
Foto: © Christa Linossi 2021

Martina Stock hat 100 ausgewählte Protagonistinnen die in den Mittelpunkt der Wahrnehmung gerückt. Es stehen Künstlerinnen, die von 1920 bis 2020 in verschiedenen Bereichen, wie Oper, Schauspiel, Tanz, Bühnenbild und Kostüm, Regie, Komposition, Musikalische Leitung, Instrumental, Video und Sounddesign, Literatur und Theaterfotografie durch ihre Persönlichkeit und ihr Wirken prägend waren/sind, im Blickfeld.

100 FEMALE VOICES Portraits bedeutender Künstlerinnen aus 100 Jahren_Martina Stock /
Foto: © Christa Linossi 2021

Es handelt sich um 100 freistehende Serigrafien auf Leinwand und da es sich um eine audiovisuelle Installation handelt, hat Martina Stock eine Eigenkomposition für Harfe komponiert und für die Ausstellung in Form einer Toninstallation installiert. Die Harfe unterstreicht die Wirkung der Motive der 100 Kunstwerke, welche die Künstlerinnen der Salzburger Festspiele zeigen. Die Besucher*Innen werden beim Durchschreiten der Kollegienkirche von der Musik getragen und sind somit ein Teil einer besonderen Klang- und Bildwelt.

100 FEMALE VOICES Portraits bedeutender Künstlerinnen aus 100 Jahren_Martina Stock /
Video: © Daniel Goede

Die Kirche bietet mit ihrem römischen Stil gehaltenen barocken Architektur und ohne Kirchenbänke die ideale räumliche, akustische und historische Beschaffenheit zu dieser Ausstellung. Die Kirche wurde von Johann Fischer von Erlach auch als ein „Tempel der Weisheit“ genannt. Mit Maria als Sitz der Weisheit und Beschützerin der Künste befindet sich in der Mitte des Hochaltars.

BIOGRAFIE Martina Stock ist Harfenistin und bildende Künstlerin im Bereich der Serigrafie. Studien an der Kunstuniversität Mozarteum Salzburg, Klasse Grafik und Neue Medien mit einem Erasmusaufenthalt in Krakau, an der Universität der Künste Berlin, Geografie an der naturwissenschaftlichen Fakultät Salzburg. 2009 Magisterabschlüsse. Seitdem künstlerisch tätig mit eigenem Atelier, zwischenzeitlich auch als Dozentin https://www.martinastock.at/

DAUER 22. August – 12. September 2021 ORT Kollegienkirche | Universitätsplatz 1 | 5020 Salzburg ÖFFNUNGSZEITEN Mo – So | 10 – 19 Uhr EINTRITT FREI

LOVE AN ILLUSION?

experimental photo work by © Christa Linossi 2021 – From the series Illusions

Seit geraumer Zeit beschäftige ich mich mit dem Thema „Liebe und ihre Illusionen“ es betrifft alle Menschen auf der Welt.

Warum der Titel „Love an Illusion“? Illusionen sind optische Täuschungen, wenn das Gehirn durch den Scheindruck etwas wahrnimmt, das nicht mit der Realität übereinstimmt. Die Illusion existiert, jedoch sie existiert nicht so, wie der Verstand denkt. Illusion eine Sinnestäuschung oder doch Realität?

Albert Einstein sagte schon: „Realität ist eine Illusion, allerdings eine sehr hartnäckige“. Sind Illusion und Realität ident? Im Klartext: eine Illusion ist eine falsche Wahrnehmung der Wirklichkeit!

Meine Arbeiten zum Thema „Liebe“ entstanden aus einer reinen Illusion heraus. Wissenschaftlich wurde auch erwiesen, dass zum Beispiel ein Partner nur einen Reiz auslöst und daher die „Liebe nur eine Illusion“ sein kann.

experimental photo work by © Christa Linossi 2021 – From the series Illusions .. Illusion and dream
experimental photo work by © Christa Linossi 2021 – From the series Illusions ..
A love that doesn’t exist!
Music to dream and it’s just an illusion again?
experimental photo work by © Christa Linossi 2021 – From the series Illusions .. If love is the longing

2021 – SALZBURG INTERNATIONAL SUMMER ACADEMY OF FINE ARTS

SALZBURG INTERNATIONAL SUMMER ACADEMY OF FINE ARTS 2021/ Blick von der Festung zum Untersberg Foto: © Christa Linossi

2021 ist für die Sommerakademie für Bildende Kunst Salzburg auch wieder Geschichte. Natürlich konnte sie nur unter speziellen Auflagen – aufgrund von Corona – mit Maskenpflicht und den 3G Regeln stattfinden.

In diesem Jahr waren 306 Studierende angemeldet und 240 Studierende nahmen aus 60 verschiedenen Nationen teil. 16 ein- bis vierwöchige Kurse auf der Festung Hohensalzburg, im Steinbruch Fürstenbrunn. Erstmalig bestand auch die Möglichkeit online teilzunehmen. Das heißt die Sommerakademie ist auch hier im 21. Jahrhundert angekommen.

SALZBURG INTERNATIONAL SUMMER ACADEMY OF FINE ARTS 2021/ Foto: © Christa Linossi

Somit ist auch in der Kunst eine neue Landkarte der Globalisierung entstanden. Die Medienkunst, von der Fotografie bis zum Videofilm, jagt verstärkt durch das globale Netz und verändert so Museen, Kunsthochschulen. Neue Kontinente und Länder, quer über den Globus finden Eintritt in die Welt der Kunst. 2020 das Corona Jahr, hatte auch hier einen großen Anteil dazu beigetragen.

Die Frage Kunst in einer globalisierten Welt zu hinterfragen, hier bieten sich viele Möglichkeiten an, um das ganze Spektrum aller Medienformen in ein universales Medium zu bringen. Die Vermischung der Medien hat zu bedeutenden Entwicklungen in den einzelnen Medien und in der Kunst geführt. Kein einzelnes Medium hat noch die Vorherrschaft; vielmehr beeinflussen und bestimmen alle verschiedenen Medien einander.

210825_KU_RossellaBiscotti_Foto: Anna Aicher

Der Sommer neigt sich wieder dem Ende zu und die Internationale Sommerakademie für Bildende Kunst in Salzburg, blickt erstmals auf ihre Kurse in Poetik/Performance, VR/AR Programming zurück. Ein Schwerpunkt dieses Jahr war die Veranstaltung DOCUMENTA AS A COMMON, die einen Ausblick auf die DOCUMENTA 15 gab.

Beim heutigen Rundgang der Kurse, fielen mir zwei Studierende – die die Klasse von Rossella Biscotti (Skulptur, Installation) besuchten – besonders mit ihren Werken auf.

Dies ist zum einen der Schweizer DOMENIC LANG *1984, lives and works in St. Gallen CH auf und sein Zitat: „Kunst soll zeitlos und die Essenz des menschlichen Daseins widerspiegeln“

Singulartiy 2021, plastic model, cardboard > DOMENIC LANG / Foto: © Christa Linossi

Seine Arbeit auf der Sommerakademie trägt den Titel: Singulartiy 2021, plastic model, cardboard

Statement dazu: „Das Fundament ist eine Musterkirchemit den typischen Dachformen österreichischer Kirchen. Diese Plastikschablone wurde in mehrere Fragmente geteilt und mit Hilfe von. rekonstruiert architektonischer Karton. Die neu geschaffene Struktur stellt die Verbindung zum Universum. In einem Bereich befindet sich das Schwarze Loch und im anderen Bereich ist in Polarität das Weiße Loch, die noch nicht erforscht ist und oft mit dem Urknall in Verbindung gebracht wird. Diese Skulptur soll unsere selbst auferlegten Ideen und Einstellungen repräsentieren, was oft gilt als unser Zentrum. Um die Skulptur herum ist das schwarz-weiße Loch – das große Geheimnis“.

Siehe auch die Homepage des Künstlers:  http://domeniclang.ch/

Der zweite Studierende: Krzysztof Bill

Säulen der Erde, 2021 Beton > Krzysztof Bill Foto: © Christa Linossi

Säulen der Erde, 2021 Beton

Statement dazu: Beton- und Infrastrukturinvestitionen sind zum Symbol des Fortschritts geworden. In der Tat Beton ist das Fundament der modernen Zivilisation, er trennt uns von Zeit, Natur und Entropie und ermöglicht es uns, entfernte Orte näher zu bringen, dank seiner Haltbarkeit fühlen wir uns, dass wir sich darauf verlassen können. Nach dem Zweiten Weltkrieg baute Beton seine Position als billige und einfache Möglichkeit des Wiederaufbaus auf für zerstörte Städte. Konkreter Wahnsinn hatte einen harmlosen Anfang – definiert als Mittel der gesellschaftlichen Entwicklung, in eine wirtschaftliche Notwendigkeit verwandelt, dann die Grundlage des gewünschten Modells der schnellen Entwicklung, schließlich degeneriert, in die Trägheit der Wesen fallend um die Idee von Wachstum und Bereicherung zementiert – Politiker, Bürokraten und Baufirmen. Für politische Führer ist das Bruttoinlandsprodukt der wichtigste Indikator – behandelt als Determinante der Wirtschaftskraft. Dynamischer Positionsaufbau in der Welt mit Hilfe von Infrastrukturinvestitionen gelten für alle Länder in einem bestimmten Entwicklungsstadium. Den konkreten Supermachttitel hält nun China, dass eine beeindruckende Erfahrung gemacht hat Metamorphose – vom Entwicklungsland zur Weltsupermacht. China macht fast die Hälfte der weltweiten Betonproduktion und der Immobiliensektor – Straßen, Brücken, die städtische Expansion usw. hat in den letzten Jahren ein Drittel des chinesischen Wirtschaftswachstums ausgemacht. Wie andere Länder, die sich früher entwickelt haben, erreicht China den Punkt.“ Die Säule ist eine Aufzeichnung des mittleren, leeren Teils des Turms aus Betonsäcken charakteristisch abwechselnd wie auf Paletten des Herstellers angeordnet.“

Blicken wir mit Zuversicht in die Zukunft, welche neue Wege werden sich im 21. Jahrhundert in der Kunst auftun? Digital oder wieder zurück zum Handwerk? Es wird auf alle Fälle spannend sein.

MARIA STUART von Friedrich Schiller

100 Jahre Salzburger Festspiele 2021 / auf der Perner Insel in Hallein

England in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts. Der Thron von England ist durch einen Bastard entweiht, der Briten edelherzig Volk durch eine listige Gauklerin betrogen. „Regierte Recht, so läget Ihr vor mir /
Im Staube jetzt, denn ich bin Euer König.“ (“MARIA STUART – Schleswig-Holsteinisches Landestheater”)

Maria Stuart 2021: Ensemble
© SF / Matthias Horn

Bei der Inszenierung von Schillers Spätwerk MARIA STUART führte der Burgtheaterdirektor Martin Kušej Regie. Hauptdarstellerinnen sind Bibianna Beglau als Elisabeth und Birgit Minichmayr als Maria Stuart.

Regisseur und Burgtheaterdirektor Martin Kušej
© SF/Anne Zeuner

Maria Stuart 2021: Birgit Minichmayr (Maria Stuart, Königin von Schottland), Ensemble
© SF / Matthias Horn
Maria Stuart 2021: Bibiana Beglau (Elisabeth, Königin von England), Ensemble
© SF / Matthias Horn

Es ist eine unerwartete Inszenierung von Maria Stuart. Kušej: „Dieses Stück hat sich seit über 200 Jahren bewiesen. Wenn bei Schiller alles richtig gesprochen und betont wird, übt der Text eine Faszination aus, auf die man sich blind verlassen kann“.

Schwieriger wird es schon bei der Erzählung der Moral von Schiller als Philosoph und Mensch aus heutiger Sicht. Maria Stuart wurde anders auf die Bühne gebracht, nicht so wie man es sich vorstellt. Eine Übersetzung der historischen Orte in die heutige Welt kam nicht in Frage.

Kušej arbeitete zuerst allein mit dem Stück. Lesen, Nachdenken, der Fantasie freien Lauf lassen, das sei für ihn das Tollste an seiner Arbeit gewesen. Danach setzte er den Kostümbildner und Bühnenbilder mit ein, erstellte eine Strichfassung – ungestrichen hätte das Stück eine Länge von sechs Stunden. Seine Idee präsentierte er bei der ersten Leseprobe dem Ensemble. Nach 30 Jahren Berufserfahrung, sieht er kein Problem, und kann mittlerweile alle ins selbe Boot holen. „Wir arbeiteten dann in den ersten Proben sehr frei und offen, aber das gemeinsame Ziel vor Augen“, sagt Martin Kušej.

Martin Kušej erzeugte eine Bühne aus Menschen, die aus dreißig splitternackten Mannsbildern (Statisten) in Reih und Glied dargestellt wurden. Darin befinden sich acht Individuen, die „auf Teufel komm raus Schiller spielen“. Es entstand ein großes Bild und durch diese Umgebung wird aufgezeigt, wie eine Gesellschaft sein kann, in der die Männer dominierend sind. Gleichzeitig geht es aber auch um Macht und Manipulation, um zwei verfeindete Systeme, an deren Spitze zwei Frauen stehen. Die Schauspielerinnen Bibiana Beglau als ELISABETH und Birgit Minichmayr als MARIA STUART setzen dies exzellent um.

Maria Stuart 2021: Bibiana Beglau (Elisabeth, Königin von England), Ensemble © SF / Matthias Horn

Martin Kušej: MARIA STUART ist ein Politthriller, eine historische Überhöhung und eine leidenschaftlich geführte Auseinandersetzung mit jenen Fragen, die Schiller sein Leben lang umtrieben: Was ist Freiheit des Einzelnen? Was ist politische Macht, und wo endet sie? Was ist Gerechtigkeit? In welchem Staat wollen wir eigentlich leben?

Es ist eine Koproduktion mit dem Burgtheater Wien, Premiere in Salzburg war am 14.08.2021 und ist noch bis 26. August 2021 auf der Perner Insel in Hallein zu sehen. https://www.salzburgerfestspiele.at/

Die zweite Premiere findet am 05.09.2021 im Burgtheater statt und ist am 05.09.2021 und 12.09.2021 noch zu sehen. https://www.burgtheater.at/veranstaltungen/maria-stuart/2021-09-11

When the soul is burning

Hervorgehoben

experimental photo work by © Christa Linossi 2021 – From the series Illusions .. When the pain reaches the soul
When the pain reaches the soul and the
pain becomes unbearable.  The soul is reflected
in the water and hopes to drown the pain in the water
 
experimental photo work by © Christa Linossi 2021 – From the series Illusions .. When the pain reaches the soul Teil 2

INTOLLERANZA 1960 Oper von Luigi Nono (1924-1990) Aufführung bei den Salzburger Festspielen 2021

TerrassenTalk mit Dirigent Ingo Metzmacher und Regisseur Jan Lauwers

Ingo Metzmacher Musikalische Leitung und Jan Lauwers Regie, Bühne und Video
© SF/Anne Zeuner

Der italienische Komponist Luigi Nono (1924-1990) ist einer der zentralen und prägenden Figuren der Musik der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts. Er war Kommunist, Intellektueller und außerordentlich charismatisch.

Dieses Jahr wird die Oper Intolleranza 1960 zu den Salzburger Festspielen aufgeführt. Premiere war am 15. August 2021. Dieses groß besetzte Stück ist über 60 Jahre alt und stellt gesellschaftliche Themen ins Zentrum.

Intolleranza 1960 | 2021: Antonio Yang (Un algerino), Sean Panikkar (Un emigrante), Musa Ngqungwana (Un torturato), Ensemble © SF / Maarten Vanden Abeele

Der Dirigent Ingo Metzmacher und Jan Lauwers, gaben Einblicke in die Inszenierung dieser Oper.

Warum die azione scenica von Luigi Nono ein Meisterwerk ist? „Intolleranza ist zeitlos und noch immer Gültigkeit hat. Sie wurde zwar 1960 geschrieben und aufgeführt – verbunden mit einem großen Skandal – ist aber für 2021 genauso relevant wie damals. Einiges fühle sich an wie ein Faustschlag ins Gesicht, dabei gebe es ebenso viele zarte, sensible Elemente in der Musik. Natürlich sei die 20-minütige Folterszene schockierend, aber die Form in Verbindung mit der Musik mache die Szene akzeptabel, so die Aussage von Jan Lauwers.

Intolleranza 1960 | 2021: Ensemble
© SF / Maarten Vanden Abeele

Auf der Bühne werden neben Tänzern, Sängern und Chor sind auch Musikerinnen und Musiker zu sehen. Die Felsenreitschule sei ein besonderer Ort, mit dem er wunderbar arbeiten könne, sagt Ingo Metzmacher. Er verteilt sein Orchester im Bühnenraum, so ist etwa der Orchestergraben ziemlich hochgefahren. „Es gehört ja bei dieser Oper alles zusammen.“ Die Bläser sitzen auf der linken Seite, die Streicher rechts, die Pauker spielen auf der Galerie, und im linken Eck der Bühne sitzen 12 Drummer. Dies ergibt im Gesamten einen irrsinnig schönen Klang und das macht mich glücklich, so Ingo Metzmacher. Interessant ist auch, dass am Anfang der Oper der Einleitungschor steht, dessen Klang die Zuschauer von hinten, von vorne von links und von rechts erreicht, auch teilweise durch Zuspielung und dann erst beginnt das Orchester zu spielen.

„Fast 200 Menschen sind auf der Bühne zu sehen: Tänzer, Sänger, Chor, Schlagwerker.“ (“SALZBURGER FESTSPIELE Auszug Pressetext zum TerrassenTalk …”) Das ist ein politisches Statement, dass auf dieser 48 Meter breiten Bühne all diese Menschen zusammenarbeiten nach der Corona-Pause“, sagt Jan Lauwers.“ Es gehe um Migration, um Bewegung, um Menschen, die auf dem Weg sind.

Wie emotional die Reise mit dieser Oper werden würde, habe er sich gar nicht ausmalen können, sagt der Regisseur. Er habe einen sehr multikulturellen Ansatz verfolgt, habe Künstler aus Sri Lanka, Südafrika und vielen weiteren Ländern auf die Bühne geholt. Gerade nach Bewegungen wie #blacklivesmatter und #metoo habe er als weißer Regisseur diese Ansätze aufnehmen müssen in seine Arbeit, wie er sagt.

Von seinem Sänger-Ensemble zeigt sich Dirigent Ingo Metzmacher sehr begeistert: Sean Panikkar (Un emigrante) habe den musikalisch schwierigsten Part, er habe einige hohe C’s zu singen und habe diese selbst bei den Proben immer mit Bravour ausgesungen. Sarah Maria Sun habe in ihrer Rolle als La sua compagna hingegen die schönste Musik von allen. „Sehr hohe Soprane haben bei Nono Tradition“, sagt er. „Ich liebe auch die Farbe des Chors. Es ist äußerst schwierig, diese Partie auswendig zu singen.“ Wer Teil des Chores und wer Teil der Tänzer ist, sei oft nicht so leicht auszumachen. Chorsängerinnen und –sänger seien es ja nicht unbedingt gewöhnt, zu tanzen, ergänzt Jan Lauwers. (“Aufwärmen für Nono zu Disco-Musik”) Doch sein Choreograph Paul Blackman habe eine sehr gute Idee gehabt: Aufwärmen zu Disco-Musik. „Das öffnet den Körper und hat dem Chor die Angst vor dem eigenen Körper genommen“, sagt er.

Jan Lauwers setzt im zweiten Teil der Inszenierung einen blinden Poeten ein. Warum? „Ich hoffe, dass man in dieser Figur Hoffnung findet“, sagt Lauwers. Ich wollte diese Figur bewusst einführen. Wir leben in einem Zeitalter der sozialen Medien, wo viel Vulgarität herrscht. Wir haben schlicht und einfach die Poesie im Leben verloren“. Die Zeiten haben sich zwar geändert aber im Grunde ist es nicht viel anders, wie damals. Was passiert in diesem Stück? Menschen sterben, Menschen werden gefoltert und ich wollte aber auch in all dem, die Hoffnung finden, denn es handelt sich um ein komplexes Stück.

Die Musik wurde mit viel Herzblut geschrieben und die Zeitlosigkeit und die Emotionen wurden bewahrt.

Intolleranza 1960 ist auf jeden Fall eine direkte Verbindung zur Gesellschaft. Es ist ein Meisterwerk und es ist zeitlos. Liebe, Hoffnung, Vertrauen, Liebe zu Kindern all das ist gültig für jede Rasse auf diesem Planeten, für jeden Menschen. Wenn wir auch Intolleranza 1960wie einen Faustschlag ins Gesicht empfinden, hat diese Oper ein sehr sensibles, zartes Element in sich, wenn wir der Musik zu hören. Die Lautstärke der Trommel und darauf antwortet ganz zart eine Flöte, das ist eine wichtige Dynamik, die ich hier einfangen will, so der Dirigent Metzenbacher.

Intolleranza 1960 | 2021 · Schlussapplaus: Ensemble
© SF / Marco Borrelli

Luigi Nono der Komponist dieser Oper, meinte damals: „Mit offenen Ohren hören und es verändert das Denken“.

Die Oper dauert nur 1 Stunde und 25 Minuten, sie gibt sehr viele Informationen sowohl musikalische wie visueller Art, lassen Sie sich auf diese wunderbare Oper und Aufführung ein.

„NEW DIGITAL DEALS“ ARS ELECTRONICA FESTIVAL 2021 – HIER BEGINNT IMMER DIE ZUKUNFT

Foto: Ars Electronica

Thematischer Ausgangspunkt dieser Reise um die Welt ist diesmal die Forderung eines „New Digital Deals“.

Gerfried Stocker von Ars Electronica/ © Foto Ars Electronica

Wir sind im 21. Jahrhundert angekommen und die Digitalisierung mit uns. Es ist eine Zeit, wo selbstfahrende Autos und Flugtaxis, bald Realität sind. Wir haben diese Technologie herbeigewünscht oder hatten auch Angst davor. Jedoch sind wir zu einem Zeitpunkt angelangt, wo es heißt, die Digitale Transformation und die Fundamente der digitalen Welt in Diskussionen neu zu denken.

Das Festival de Ars Electronica rückt näher, in 22 Tagen beginnt der Start. Es wird fasznierende Ausstellungen, inspirierende Talks und Konferenzen geben. Themenspezifische Führungen, Workshops und super Konzerte mit digitaler und/oder klassischer Musik. Diesmal findet die Ars Electronica nicht nur in Linz statt, sondern auch an 100 weiteren Locations rund um den Globus statt.

Puls of Earth/UAI Universidad Abierta Interamericana © LatBioLab-Laboratonrio_ Ars Electronica

Das Electronica Festival wird wieder ein hybrider Event sein und der thematische Ausgangspunkt ist diesmal die Forderung nach einem „New Digital Deal“ der die Reise rund um die Welt antritt.

Puls of Earth/UAI Universidad Abierta Interamericana © LatBioLab-Laboratonrio_ Ars Electronica

Auszug aus dem getakten Programm: „Bei Ars Electronica Home Delivery ist die Woche eng getaktet: Am Montag, 9.8. präsentieren Veronika Liebl und Kristina Maurer Teil 5 der Reihe „User Manual for Digital Humanists“, in dem sie die diesjährigen Programmhöhepunkte aus dem Bereich Europäischen Plattform für digitalen Humanismus vorstellen. Christl Baur und Hannes Franks widmen die sechste Ausgabe von „Inside Festival“ dem Thema „Sound Experiments“ und zwar am Dienstag, 10.8. um 16:00. Am Mittwoch, 11.8. gibt es wieder Spannendes rund um den Stephansdom, diesmal unter dem Titel „Geschichte & Geschichten: Episode 6: Zahnweh und Weinmörtel“. Unter dem Titel „Robotinity“ findet am Donnerstag, 12.8. ein weiterer Teil aus der Reihe „Inside Festival“ statt und am Freitag, 13.8. zeigt Emiko Ogawa mit Jurymitgliedern aus drei Kategorien die Inspirationen des Prix Ars Electronica“.


„Ars Electronica Home Delivery“ ist ein wöchentliches Programm, das Guided Tours durch die Ars Electronica Ausstellungen, Ausflüge in die Ars Electronica Labs, Besuche im Machine Learning Studio, Konzerte mit Echtzeitvisualisierungen, Deep Space LIVE-Sessions, Workshops mit Engineers und Talks mit Artists und Scientists aus aller Welt sowie Angebote für Schulen, Universitäten und Unternehmen umfasst. „Ars Electronica Home Delivery“ will die künstlerisch-wissenschaftliche Auseinandersetzung mit der Zukunft einem möglichst breiten Publikum zugänglich machen.

Ars Electronica wo immer die Zukunft stattfindet, kann sich heuer wieder life präsentieren und wir dürfen gespannt sein, was die weitere Zukunft uns bringen wird.

Kristall-Atelier: Tosca

Giacomo Puccini Oper TOSCA und das Kristall Atelier Salzburger Festspiele

Puccinis Oper Tosca ist ein in vielerlei Hinsicht herausragendes Werk, und die Präzision und Ökonomie, mit der der Komponist einen hochemotionalen Stoff in pure musikalische Spannung verwandelt, ist einzigartig.

Tosca-Kostümbildnerin Renate Martin, Festspielpräsidentin Helga Rabl-Stadler und Kostüm-Direktor Jan Meier /Foto: Christa Linossi

Einzigartig sind auch die Kostüme für die Hauptdarstellerin Anna Netrebko als Floria Tosca.

Tosca-Kostümbildnerin Renate Martin, Festspielpräsidentin Helga Rabl-Stadler und Kostüm-Direktor Jan Meier präsentieren das Kleid sowie Accessoires der Floria Tosca, verkörpert von Anna Netrebko. © SF/Anne Zeuner

Interessant wird es, wenn zwei weltbekannte Marken wie Swarovski und die Salzburger Festspiele zusammenarbeiten. Zum neunten Mal in Folge ist Swarovski stolzer Partner der renommierten Salzburger Festspiele und unterstreicht mit dieser Kooperation die große Bedeutung von Kunst und Musik.

Die Kostümbildnerin Renate Martin hat drei Kostüme für Anna Netrebko als Floria Tosca entworfen. Eines davon, das rote Konzertkleid, hat sie als „dezentes Feuerwerk“ erdacht. In der Mord-Szene an Barone Scarpia trägt Anna Netrebko das rote Kleid. Das Rot des Kleides findet sich auch im Bühnenbild wieder, sagt die Kostümbildnerin. Die Farbe habe mit Liebe zu tun, aber gleichzeitig mit der Tragik und Dramatik dieser Szene. Auf dem Satinkleid wurden 40.000 Swarovski-Kristalle in vier verschiedenen Rot-Tönen appliziert. Die Kristalle sind im Muster einer Spitze angeordnet. Über dem funkelnden Satin liegt eine schwarze Spitze, so dass der Rock viel Bewegung zulasse, erklärt Jan Meier, Kostümdirektor der Salzburger Festspiele. Er ist der Meinung „Dieses Kleid braucht gar nicht viele Kristalle, um zu leuchten und zu strahlen“ und trotzdem wurden 40.000 Swarovski-Kristalle verarbeitet.

Kristall-Atelier: Tosca
© SF/Anne Zeuner

Im Kleid wurden 30 Meter Stoff verarbeitet und dazu benötigten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ca. 100 Werkstattstunden. Extra angefertigt wurde auch eine Handtasche, die mit ca. 9.400 Kristallen in den Farbtönen: Creme, Silber, Gold, Bronze und Schwarz bestickt wurde und dazu kommt noch ein Kopftuch, welches aus 576 Kristallen in schimmernden Schwarztönen besteht. Ein eigener Collier und die passenden Ohrringe durften ebenfalls nicht fehlen und wurden aus 1.224 Swarovski-Kristallen angefertigt.

„„Funkelnd, aber zurückhaltend“ sollte der erste Auftritt der Floria Tosca in der Kirchen-Szene sein.“ Sie trägt ein schwarzes Spitzenkleid, einen weißen Mantel und dazu die glitzernde Handtasche und ein Kreuz um den Hals, welches ebenfalls mit geschliffenen Swarovski-Beads besetzt sei. Das dritte Kostüm ist modern, und taff, sagt Jan Meier. Eine Lederjacke, kombiniert mit Swarovski-Sonnenbrille und -Uhr.

Kristall-Atelier: Tosca
© SF/Anne Zeuner
Kristall-Atelier: Tosca
© SF/Anne Zeuner

Swarovski verwandelt Anna Netrebkos Kostüme in bezaubernde Kunstwerke, die Poesie, Leidenschaft, Liebe und Drama in all ihren Nuancen verkörpern. Erhaben und gleichzeitig verspielt als impulsive und herausragende Kristall-Lifestyle-Marke, die Grenzen neu definiert.

Premiere von Giacomo Puccini TOSCA ist am 21. August 2021 in der Felsenreitschule Salzburg.