FEST ZUR SALZBURGER FESTSPIELERÖFFNUNG 2021

Helga Rabl-Stadler Präsidentin der Salzburger Festspiele und Renate Stelzl, Organisatorin Foto:_by_SF_Anne Zeuner

2021 gibt es kein „zittern“ mehr, das Fest zur Festspieleröffnung kann über die Bühne gehen. 2020 musste dieses ja leider wie so manch anderer Programmpunkt wegen der Pandemie entfallen.

Auch das 100-Jahr-Jubiläum, welches im Vorjahr stattfinden hätte sollen, wurde einfach um 1 Jahr verlängert und so konnte das „Virus“ machen was es will, es wurde umgangen und findet heuer statt.  

„Kunst wäscht den Staub des Alltags von der Seele“ – So poetisch hat Pablo Picasso die tiefe Wahrheit in Worte gefasst. Mit dem Fest zur Festspieleröffnung will der Veranstalter Salzburger Festspiele Sie aus dem Alltag entheben und die kulturelle Durststrecke der letzten Monate vergessen machen.

Classic Rocks Foto: © MI7

Mit Vor- und Rücksicht auf alle maßgeblichen Sicherheitsbestimmungen, ist ein opulentes Programm mit einer Vielfalt geplant. Diesmal wird an einem Sonntag, (dem 18. Juli 2021) gefeiert, was den festlichen Charakter der Auftaktveranstaltung zu den Jubiläumsfestspielen ganz besonders betonen wird.

Was wird geboten? Musik, Schauspiel, Lesungen, Ausstellungen und Tanz zum Nulltarif an 24 Spielstätten: einen Tag lang sollen Salzburger und Festspielbesucher beim Fest der Festspieleröffnung auf den Festspielsommer eingestimmt werden.

Plattform K+K Foto: © Lukas Beck

Ein besonderes Highlight und eine besonders seltene Gelegenheit gibt es um 12 Uhr im Großen Festspielhaus: Dort gewähren Dirigent Teodor Currentzis und Regisseur Romeo Castellucci bei einer Bühnenorchesterprobe Einblicke in ihre Arbeit an der Neuproduktion von Mozarts Don Giovanni.

Des Weiteren bietet das Fest zur Festspieleröffnung besondere Möglichkeiten: So können Besucher*innen die verschiedensten Musikstile und Ensembles in der Altstadt erleben.

Wie jedes Jahr, wird es auch wieder das beliebte Salzburger Straßentheater stattfinden, diesmal in der Sigmund-Haffner-Gasse. Übrigens feiert das Salzburger Straßentheater feiert heuer sein 50. Jubiläum.

Salzburger Straßentheater Wagen © SKV Marco Riebler

Für Kinder und Jugendliche gibt es beim Fest zur Festspieleröffnung ebenfalls einiges zu entdecken: wie etwa mit der Produktion „Hau drauf!“ aus dem Kinder- und Jugendprogramm de Salzburger Festspiele jung & jede*r erleben. Im Salzburg Museum gibt es eine Kreativwerkstatt und im Salzburg Museum können die Kinder beim Schattentheater mitmachen.

Hau drauf Foto: © SF/Erika Mayer

Auch der volkskulturelle Höhepunkt des Festes wird heuer wieder stattfinden: der Salzburger Fackeltanz, bei dem etwa 70 Paare der verschiedenen Brauchtumsgruppen aus Salzburg und dem Umland 13 Figuren zeichnen. Dabei erhellen sie mit ihren Fackeln das Dunkel der Nacht auf dem Residenzplatz.

Fackeltanz © SF/wildbild

Zählkarten und COVID-Informationen finden Sie auch unter www.salzburgerfestspiele.at . Die Zählkarten können dieses Jahr ausschließlich nur online bestellt werden.

Die aktuellen Präventionsmaßnahmen finden Sie hier: www.salzburgerfestspiele.at/coronavirus

Ihre Festspielkarte ist gleichzeitig auch ein Busticket (sie gelten in der Stadt Salzburg für O-Bus, Bus und S-Bahn im Salzburger Verkehrsverbund) so können Sie kostenlos, bequem und umweltfreundlich zu dem Fest zur Festspieleröffnung anreisen.

Contemporary Arts – KUNSTFESTIVAL PERSPEKTIVEN ATTERSEE

Dem Ort Attersee sowie der gesamten Region in Oberösterreich werden wieder inspirierende Impulse eingehaucht. Im Sommer 1900 entdeckte auch Gustav Klimt den Attersee als Refugium für die Sommerfrische, wo einige seiner berühmten Werke zustande kamen.

An diesem schönen See und der schönen Landschaft findet heuer zum 11. Mal das Kunstfestival Attersee dem gleichnamigen Ort Attersee statt.

© MONOCOLOR
Fotocredits: MONOCOLOR

2020 war ein kulturelles Tief. Aufgrund der Pandemie konnten keine Veranstaltungen stattfinden. 2021 entstehen neue Perspektiven und somit kann heuer das Festival zum 11. Mal über die Bühne gehen. Für den Ort Attersee und der gesamten Region sind es inspirierende Impulse aus der Welt der zeitgenössischen Kunst.

Eröffnet wird das Kunstfestival am 10. Juli 2021 mit der Vernissage MONOCOLOR Ausstellung und Performance. Der Künstler MONOCOLOR alias Marian Essl stellt zu seiner Arbeit eine Wechselbeziehung zwischen Klang, Bild und Raum mit dem Ziel, höchst immersive audiovisuelle Universen zu schaffen. MONOCOLOR bespielte mit seiner Videoarbeit Isomorph im Juni 2018, bereits die Fassade des „ALIEN“ KUNSTHAUS GRAZ.

© MONOCOLOR
Fotocredits: MONOCOLOR

Des Weiteren bietet das Kunstfestival, welches vom 10.07.2021 – 07.08.2021 bespielt wird, eine Vielfalt an zeitgenössischer Kunst. Zum Beispiel wird in dem einstigen Verkaufsraum der alten Dorffleischerei (Kaufhaus Baresch) mit einem Mode-Atelier Leben eingehaucht und in den Schaufenstern gibt es zeitgenössische Kunst zu sehen.

© moto djali
Fotocredits: Elsa Okazaki

Zur Eröffnung wird es auch zwei Konzerte in der Pfarrkirche Maria Attersee geben. Das eine ist ein Bajan Solokonzert mit Michael Wiesinger der sein Studium bei Prof. Grzegorz Stopa an der Hochschule für Musik in Detmold, Deutschland studierte und Dino Spiluttini zeitgenössisches Elektronikkonzert zum Besten geben wird. Dino Spiluttini ist Komponist und Produzent in Wien. Seine ausdrucksstarke Herangehensweise an zeitgenössischer Elektronik reagiert auf eine prekäre emotionale Dynamik und elegante Harmonie.

Fotocredits: Stephan Wiesinger
Fotocredits: Tine Marie Spiluttini

Leon Höllhummer wird eine Performance mit dem Titel „feat.Puke Puddle“ in der Atterseehalle zeigen. Er war Heilmasseur und hat in Form von visionsartigen „Bildern“ aus seiner Therapiesessions seine künstlerische Praxis entwickelt.

Weitere Veranstaltungen im Laufe des Festivals finden im Haus Bauer, sowie Gegner.Haus (das GEGNER.HAUS ist ein Leerstand in Abtsdorf am Attersee. Ein ehemaliger Gasthof und wird seit 2019 vom Künstler Thomas Gegner bewohnt. Seit 2020 finden hier regelmäßig Ausstellungen von Künstlern und Künstlerinnen aus Oberösterreich statt.) statt und im öffentlichen Freibad Sprinzensteinpark wird ein Freilichtkino eingerichtet, wo jeweils zwei Kurzfilme zu sehen sind. „A Proposal to project in Scope“ ein Film von Viktoria Schmid und “Die rote Schildkröte” von Michael Dudok.

Der Eintritt ist bei allen Veranstaltungen frei. Besuchen Sie die Region Attersee und genießen Sie gleichzeitig zeitgenössische Kunst.

Über.morgen Salzburg

Projekt des Kollektivs theaternyx* im Zusammenhang Sommerszene Salzburg Performing Arts Festival

SommerSzene2021-theaternyx@SommerSzene_BernhardMueller_
SommerSzene2021-theaternyx@SommerSzene_BernhardMueller_

„wir können nie genau wissen, was als nächstes passieren wird. Das liegt an uns. Die Zukunft ist nie ganz festgelegt, es gibt immer einen Spielraum, den kannst du gestalten“. (Claudia Seigmann theaternyx*)

SommerSzene2021-theaternyx@ Christa Linossi

Claudia Seigmann ist künstlerische Leiterin von theaternyx* und produziert seit knapp zwanzig Jahren zeitgenössisches Theater in Wien, Linz und Salzburg. Sie arbeitet multi-disziplinär im Schnittfeld von Theater, Performance und sozialer Praxis. Schauplatz für ihre Arbeiten sind primär der Stadtraum. So auch das Projekt für die Sommerszene Salzburg.

SommerSzene2021-theaternyx@ Foto: Christa Linossi

Als Stadtspiel nennt man die Performance „über. morgen Salzburg“, welches extra für Salzburg konzeptioniert wurde. Hier begegnen die Besucher*innen auf einem Audio Walk einem utopischen Salzburg im Jahr 2050 samt deren Einwohner*innen. Via Kopfhörer von einer Erzählstimme geleitet, hören und sehen sie den urbanen Raum, wie sie ihn noch nicht erlebt haben. Man muss sich auf Fälle öffnen für den Soundtrack der zukünftigen Stadt und sie befinden sich tatsächlich im Jahr 2050, es gibt Rückblicke wie war es vor 30 Jahren und wie es jetzt im Jahr 2050. Vieles wird sich ändern, wir werden eine andere Mobilität haben, die Städte werden grüner werden, die Gesellschaft an sich wird sich ändern. Ein Stadtspiel das auch zum Nachdenken anregt. Die „Zeitzeug*innen der Zukunft“ greifen entlang der Strecke – sie führt über vereinzelte Stadtteile, incl. einer Busfahrt – ortsspezifisch verankerte Themen auf, wie zum Beispiel: die Post-Arbeitsgesellschaft, ihre sozial-ökologische Absicherung, das bedingungslose Grundeinkommen, das zukünftige städtische Mobilitätsnetzwerk, Möglichkeiten lokaler demokratischer Teilhabe usw.

SommerSzene2021-theaternyx@ Foto: Christa Linossi

Interessant bei diesem Walk-city game war zu beobachten, wie verhalten sich die Menschen, die nicht an dem Walk-city game teilnahmen? Sehr interessant, vielen Personen konnten damit nichts anfangen, sie dachten eher an eine Reisegruppe (zurzeit sehr ungewöhnlich aufgrund der Pandemie) die durch die Stadt marschiert. Bei manchen rief es ein Schmunzeln hervor, als die Gruppe am Straßenrand aufgefädelt stand oder vor einer großen Auslagenscheibe ebenfalls in einer Reihe. Rätsel über Rätsel, aber es wagte keine Person sich zu fragen, was hier vorging.

SommerSzene2021-theaternyx@ Foto: Christa Linossi

„Um die Zukunft zu denken, brauchen wir Bilder, wie sie gelingen könnte. Der Audio Walk ist dafür ein Utopie Training.“ Theaternyx* und wird auch weiterentwickelt werden und in anderen Städten präsentiert, so Claudia Seigmann.

SommerSzene2021-theaternyx@ Foto: Christa Linossi

Ich empfehle, lassen Sie sich auf dieses Stadtspiel ein. Es besteht noch die Möglichkeit zu folgenden Terminen: 22., 23. & 24. Juni 2021

https://www.szene-salzburg.net/programm/theaternyx/210622-1800

„JEDERMANN“ in Neubesetzung!

Salzburger Festspiele vom 17.Juli 2021 – 31.August 2021

Salzburger Festspiele Altenberger_Eidinger_Foto: by_sf_anne-zeuner

Tobias Moretti, verließ nach vier Saisonen, die Titelrolle von Hugo von Hofmannsthals Spiel vom Sterben des reichen Mannes. Insgesamt stand Tobias Moretti 94-mal im „Jedermann“ der Salzburger Festspiele auf der Bühne.

Zeit aufzubrechen und die Rolle des „Jedermanns“ einem anderen Schauspieler zu überlassen. Lange wurde gerätselt wer dies übernehmen könnte. Für lange Zeit war auch Philipp Hochmair im Gespräch, 2018 sprang er doch bei den Salzburger Festspielen fünfmal für den erkrankten „Jedermann“ Tobias Moretti ein.

Dann wurde das Geheimnis gelüftet und mit Lars Eidinger als „Jedermann“ beginnt nun eine neue Zeitrechnung von Hugo von Hofmannsthals gleichnamigen Drama auf dem Salzburger Domplatz. Neu ist auch die Buhlschaft, es ist Verena Altenberger, bekannt geworden im Film „Die beste aller Welten“ von Adrian Goigingers Film, in dem sie vielfach ausgezeichnet wurde.

Salzburger Festspiele Lars Eidinger_Foto: by_sf_anne-zeuner

Mit einem Blitzlichtgewitter wurden am Montag, 14.06.2021 „Jedermann“ Lars Eidinger und die „Buhlschaft“ Verena Altenberger in Salzburg empfangen und von Regisseur Michael Sturminger und Schauspielleiterin Bettiny Hering zusammen mit dem Direktorium der Salzburger Festspiele, Helga Rabl-Stadler, Markus Hinterhäuser und Lukas Crepaz, als das neue Traumpaar auf der Presseterrasse präsentiert.

Verena Altenberger, die für ein Filmprojekt ihre Haarpracht fallen lassen musste, hat zurzeit ganz kurze Haare. Warum sollte man in unserer modernen Gesellschaft nicht auch einmal eine Buhlschaft mit kurzen Haaren darstellen. Muss es immer blond und wallend sein?

Salzburger Festspiele Verena Altenberger Foto: by_sf_anne-zeuner _

Mit Spannung blicken wir in Richtung „Jedermann“ 2021.

JANET CARDIFF – The Forty Part Motet

SommerSzene2021-JanetCardiff@SommerSzene_BernhardMueller

Die Sommerszene Salzburg ist in Bewegung und mit einem weiteren interessanten Projekt, nämlich mit der Installation „The Forty Part Motet“ in der Kollegienkirche – einer der schönsten Kirchen in Salzburg – kann die Szene damit punkten.

SommerSzene2021-JanetCardiff@SommerSzene_BernhardMueller

Die kanadische Künstlerin Janet Cardiff hat mit ihrem international gefeierten Projekt „The Forty Part Motet“ eine poetische Klanginstallation geschaffen.

Die Sommerszene präsentiert dieses Hörerlebnis im sakralen Raum der Kollegienkirche. Die Grundlage der Installation bildet ein vierzigstimmiges Chorstück, das aus vierzig Lautsprechern, die kreisförmig angeordnet sind, abgespielt wird.

Janet Cardiff hat die Stimmen der Motette Spem in Alium des englischen Renaissance-Komponisten Thomas Tallis einzeln aufgenommen und die Lautsprecher in der Kirche wurden so im Raum platziert, dass die Besucher*innen sich zwischen den einzelnen Stimmen bewegen können oder man sich auch in der Mitte der Lautsprecher setzen und so den Chorgesang als gesamtes Wahrnehmen.

SommerSzene2021-JanetCardiff@SommerSzene_BernhardMueller

Die Kollegienkirche ist ein absoluter Klangraum und somit entsteht für das Publikum wieder ein virtueller archektonischer Klangraum, der die Besucher*innen emotional überwältigt und sich gehen lässt.

Lassen Sie sich dieses Erlebnis nicht entgehen.

Der Eintritt ist frei und kann bis zum 25. Juni 2021 von 10:00 – 19:00 besucht werden.

https://www.szene-salzburg.net/programm

CieLAROQUE/helene weinzierl

Rhythmus und Rausch

SommerSzene2021-CielLaroque@SommerSzene_Foto: BernhardMueller

SommerSzene2021-CielLaroque@SommerSzene_Foto: Christa Linossi

Die Sommerszene 2021 wurde am 8. Juni 2021 in Salzburg eröffnet und bietet heuer neben hochkarätigen Produktionen der zeitgenössischen Tanz- und Performance-Szene eine Reihe von spannenden interaktiven und virtuellen Projekten an.

Ich besuchte am 9.6.2021 auf der Skulpturenterrasse des Museums der Moderne Mönchsberg die Sommerszene 2021 Arts Festival mit der Aufführung CieLAROQUE. RHYTHMUS UND RAUSCH.  Als choreographischer Schauplatz wurde erstmalig die Skulpturenterrasse verwendet und hat somit das Ganze bereichert. Für die neue Inszenierung zeichnet sich die Salzburgerin Helene Weinzierl und ihr 11-köpfiges Ensemble CieLAROQUE. RHYTHMUS UND RAUSCH. Für die elektronische Musik ist Oliver Storz zuständig, der schon seit Jahren die Musik für die Company komponiert und sich dafür verantwortlich zeichnet. CieLAROQUE. RHYTHMUS UND RAUSCH ist ein Stück in mehreren Blöcken, welches in 3 Jahren entstanden ist.

SommerSzene2021-CielLaroque@SommerSzene_Foto: Christa Linossi

Worum geht es hier in dieser Tanzszene? Helene Weinzierl untersucht die Frage in Rhythmus und Rausch, inwieweit zwischenmenschliche Nähe beziehungsweise die Reproduktion körperlicher Distanz, in einem performativen Setting Intimität schafft oder ob sich dadurch der Abstand zwischen Darsteller*innen und Publikum vergrößert?Diese Frage drängte sich gerade in der Pandemie auf, welche Formen zwischenmenschlicher Nähe in unserer Gesellschaft überhaupt möglich ist.

SommerSzene2021-CielLaroque@SommerSzene_Foto: Christa Linossi

Die Tänzer*innen bewegten sich nach „Electro-Music“ und versuchten eine Annäherung zwischen dem Publikum und ihnen. Teilweise war man als Besucher*in überfordert. Die Tänzer*innen kamen direkt auf einem zu und sprachen zu dir und wie reagierte man darauf? Man ist plötzlich überrascht und versucht die Frage zu beantworten. Somit näherten sich die Tänzer*innen sehr wohl dem Publikum, sie saßen auch teilweise unter dem Publikum, wo man nicht genau wusste, Performer oder Besucher?

Auf alle Fälle schafften die Performer*innen eine interaktive, partizipative Puzzlelandschaft, die sich im Laufe der Aufführung zu einem Chaos, einem energetischen Sog in ununterbrochener Bewegung voller körperlicher Intensität entwickelte.

SommerSzene2021-CielLaroque@SommerSzene_Foto: Christa Linossi

Interessant an dieser Performance ist, die Aussage der Körpersprache. Zeitgenössischer Tanz und Electro-Music ist sicherlich nicht jedermanns Sache, diese Aufführung jedoch war spannend, chaotisch und explosiv durch die Musik und ihren Bewegungen. Für diese Performance Art hätte es kein schöneres Ambiente wie die Skulpturenterrasse geben können.

Statement von Helene Weinzierl: „Ich denke, dass es Aufgabe der Kunst ist, Zusammenhänge sichtbar zu machen, Ursachen aufzuspüren und den Status quo darzustellen. Wobei ich es vorziehe, den Zuseher*innen zu zeigen, was aus meiner Sicht ist. Über das Warum? Und Was dann? Und die anderen Fragen, die sich dann hoffentlich aufdrängen, nachzudenken, überlasse ich den Zuseher*innen.“ 

Lost Money/Handful KÜNSTLERGRUPPE –– SUPERFLEX 

Kunsthaus Graz 23.08.2020–20.03.2022

SUPERFLEX, Lost Money / Handful, 2020 Foto: Kunsthaus Graz/Martin Grabner

SUPERFLEX wurde 1993 von Rasmus Nielsen, Jakob Fenger und Bjørnstjerne Christiansen in Kopenhagen gegründet. Ihre Projekte haben einen starken Bezug zu sozialem Engagement, alternativen Ökonomien und Selbstorganisation

Die dänische Künstlergruppe SUPERFLEX setzte in Graz und am Kunsthaus Graz in insgesamt fünf Jahren mehrere Projekte um. Den Auftakt machte „C.R.E.A.M.“ 2017, der Fetisch-Bankomat im Herzen des Kunsthaus-Foyers. 2018 realisierte SUPERFLEX in Graz „Free Shop “und 2019 „Number of Visitors”. „Lost Money/Handful“ wurde bereits 2020 eröffnet, jedoch kam es 2021 zu einem Vandalismus Schaden.

Das Kunstprojekt LOST MONEY/HANDFUL von SUPERFLEX ist Teil des Fünfjahresplans, den die Künstlergruppe für das Kunsthaus Graz entworfen hat. Die Installation wurde am Boden des Kunsthaus-Vorplatzes und im Inneren des Foyers Euro-Münzen verteilt und befestigt. Für Lost Money/Handful werden Münzen jeweils entsprechend der lokalen Währung ausgewählt und am Boden angebracht. Die Münzen verlocken dazu, stehenzubleiben und das vermeintlich verlorene Geld mitzunehmen. Sie sind allerdings fest in den Boden geschraubt und lassen sich nicht aufheben. So die Theorie.

SUPERFLEX, Lost Money / kunsthausgrazFoto: martingrabner_

Jedoch in der Praxis bewiesen Unbekannte bereits kurz nach der Montage das Gegenteil. Gewaltsam entfernten sie über Nacht drei der vier Münzen, die vor dem Kunsthaus installiert waren. Nur eine ließen sie deutlich beschädigt zurück. Nicht nur die Täter*innen, auch die Motive sind unbekannt. Da es sich um einen sehr niedrigen Geldbetrag (Münzen im Wert von 2 €, 1 €, 50 c und 5 c) handelt und die Münzen nach der Entfernung unbrauchbar gewesen sein müssen, vermutet SUPERFLEX, dass es sich dabei eher Vandalismus als um Diebstahl handelte.

Die jetzt wieder vollständige Installation LOST MONEY/HANDFUL ist Teil des Fünfjahresplans, den die Künstlergruppe für das Kunsthaus Graz entworfen hat und der ab 26.11.2021 mit der Ausstellung Sometimes As A Fog, Sometimes As A Tsunami seinen Abschluss findet.

Die Künstler nehmen den Konflikt als eine Form der Interaktion an und begrüßen diese Gelegenheit, um einige Fragen aufzuwerfen: Ist dieser Akt eine Kritik an Symbolen des Kapitalismus und der ökonomischen Ungleichheit? Ist es eine Kritik an der EU, die auf den Prinzipien des freien Marktes basiert? Oder ist es eine Kritik an der Kunst als Eventfaktor?

Auf jeden Fall zeigt die Aktion die beeindruckende Wirkung des Werkes. „Der Akt kann als Gesprächsanbahnung zu einer Reihe von Themen über Ökonomie, Kunst und natürlich SUPERFLEX selbst dienen“, finden die Künstler.

www.kunsthausgraz.at