
2026 wird die Erfolgsgeschichte von 2025 fortgeschrieben: Nach Jaume Plensas „Secret Garden“ folgt nun der international renommierte Bildhauer Stephan Balkenhol, der den Residenzplatz in Salzburg erneut in einen Ort zeitgenössischer Begegnung verwandeln wird. Die Eröffnung der Installation findet am 25. Juli 2026 um 11 Uhr am Residenzplatz statt. Damit wird der zentrale Platz der Altstadt erneut zur Bühne für zeitgenössische Kunst im öffentlichen Raum.
2025 wurde mit der Kunstinstallation „Secret Garden“ von Jaume Plensa und seinen monumentalen Köpfen ein Highlight geschaffen, das bei den Menschen großen Anklang fand und deutlich machte: Öffentlicher Raum, Kunst und Begegnung sind keine getrennten Bereiche, sondern greifen ineinander. Kunst im Stadtraum fordert heraus, prägt Beziehungen, öffnet Perspektiven – und zwischen Zustimmung und Zweifel entsteht Bewegung.
Auch 2026 dürfte Stephan Balkenhol mit seinen Bronzefiguren das Publikum begeistern. Wie viele Figuren geplant sind, steht noch nicht fest. Sicher ist jedoch: Sie werden rund zwei Meter hoch sein – nicht so monumental wie Plensa, aber in direktem Dialog mit der Stadt, auf Augenhöhe.

Opernhelden im Alltag
Stephan Balkenhol – ein Bildhauer von Weltrang – wird ikonische Opernfiguren wie Carmen, Turandot, Otello, Elektra, Figaro und Don Giovanni in Bronze gießen und rund um den Residenzbrunnen positionieren. Dort, am schönsten Brunnen Salzburgs, entfalten sie ihre eigene Opernszene: Bronze trifft Stein, Alltag trifft Bühne. Vielleicht wird sogar klassische Musik den Platz erfüllen – ein Echo der Oper, das in den Stadtraum hineinwirkt.
Das Projekt: „Là ci darem la mano“
Der Titel – ein berühmtes Duett aus Mozarts Don Giovanni – bedeutet: „Dort werden wir uns die Hand reichen.“ Er ist programmatisch: Begegnung, Berührung, Übergang.
Die Figuren erklären nicht – sie laden ein. Zum Innehalten. Zum Nachdenken über Alltag, Zusammenleben und Frieden.
Im Zentrum steht das Miteinander: Zuhören, Aushandeln, bewusstes Handeln im Jetzt. Die Oper kommt zu den Menschen – nicht umgekehrt.
Oper trifft Alltag
Die Opernfiguren verlassen die geschlossene Bühne und treten in den Residenzplatz hinaus. Manche Schritte sind klar, anderes bleibt offen. Passanten werden zu Mitspielern, oft ohne es zu bemerken. Kunst kann Emotionen auslösen, Bedeutungen öffnen, die sich nicht in Worte fassen lassen. Sie schafft eine kulturelle Verbindung zwischen Künstler und Betrachter.
Die Doppelpräsenz im DomQuartier
Während am Residenzplatz die Bronzefiguren den öffentlichen Raum bespielen, entfalten im Weißen Saal des DomQuartiers Balkenhols Holzskulpturen ihre stille Präsenz. Ein „Material mit Atem“.
Es entsteht ein Brückenschlag zwischen zeitgenössischer Kunst in barocken Prunkräumen und dem barocken Brunnen draußen. Epochen begegnen einander.
Statement von Direktorin Stockhammer
„Wir freuen uns, dass mit Skulpturen von Stephan Balkenhol aus dem Themenkreis der Opernwelt wieder zeitgenössische Kunst in die Prunkräume der Residenz einziehen wird, zumal im Carabinierisaal die erste Oper nördlich der Alpen aufgeführt wurde und Mozart hier seinen Arbeitsplatz hatte. Der Brückenschlag zu Balkenhols Figurenreigen auf dem Residenzplatz ist dabei besonders reizvoll, zumal der Platz zur Zeit der Fürsterzbischöfe Ort großer künstlerischer Inszenierungen war, in denen auch die breite Öffentlichkeit ihren Platz gefunden hat.“
Walter Smerling und die Stiftung Kunst und Kultur Bonn
Ich kenne Walter Smerling seit dem Walk of Modern Art, der zwischen 2002 und 2011 in Salzburg realisiert wurde. Er brachte internationale zeitgenössische Kunst in den öffentlichen Raum und eröffnete damit einen lebendigen Dialog mit dem historischen Stadtzentrum.
Sein Ansatz ist klar: Er bringt Kunst nicht, um sie „abzustellen“, sondern um Räume zu öffnen. Sein Statement: „Kunst, die jedem gehört – mitten im Leben, im Herzen Salzburgs.“
Meine persönliche Einschätzung
Ich schätze Walter Smerling sehr. Er hat es geschafft, die Menschen in Salzburg dafür zu sensibilisieren, zeitgenössische Kunst nicht als Gegensatz zum Barock zu sehen, sondern als Weiterführung. Auch der Barock war einmal zeitgenössisch – und Kunst entwickelt sich weiter. Sie ist Teil unseres globalen kulturellen Atems.
Stephan Balkenhol ist mit seiner Skulptur „Sphaera“ am Kapitelplatz seit 2007 längst ein ikonisches Motiv und ein beliebtes Fotoobjekt für Besucher aus aller Welt.
Ausblick
Wir dürfen gespannt sein: Der Residenzplatz wird 2026 erneut zur Bühne. Der Barockbrunnen tritt in Dialog mit Balkenhols Bronzefiguren. Und die Besucher werden eingeladen, sich einzulassen, mitzudenken, mitzuschwingen – und diesen Dialog weiterzutragen, hinaus in den öffentlichen Raum.






















