
When the pain reaches the soul and the
pain becomes unbearable. The soul is reflected
in the water and hopes to drown the pain in the water



Zhang Huan „My Temple“
bis 29. September 2015
Die Salzburg Foundation präsentiert das zweite Kunstprojekt Krauthügel in Salzburg. Das Kunstprojekt Krauthügel ist eine auf fünf Jahre angelegte Kooperation zwischen der Salzburg Foundation, der Erzabtei St. Peter und der Stiftung für Kunst und Kultur e.V. 2014 war Tony Cragg der erste Künstler der seine drei einzigartigen Bronzeskulpturen „Points of View“, „Runner“ und „Mixed Feelings“ auf dem Krauthügel präsentierte. Weiterlesen

Während die Kunstwelt oft laut, grell und selbstinszeniert auftritt, existiert seit Jahrzehnten ein Gegenpol: ein Phantom, das mit Stille lauter spricht als andere mit Bühnenlicht. Banksy.
Sein berühmter Satz „Unsichtbarkeit ist eine Superkraft“ bekommt für mich eine neue Tiefe. Wahre Relevanz entsteht nicht durch permanente Präsenz, sondern durch den Fokus auf das Wesentliche – auf die Botschaft, nicht auf das Gesicht dahinter.
Wer ist Banksy? Eine Spur verdichtet sich
Seit Jahren wurde spekuliert, wer hinter den ikonischen Schablonenbildern steckt, die weltweit an politisch brisanten Orten auftauchen. Nun berichtet die Nachrichtenagentur Reuters nach umfangreichen Recherchen, dass vieles auf Robin Gunningham hindeutet – ein Name, der bereits früher im Raum stand. Zwischendurch soll Banksy auch unter dem Alias David Jones agiert haben, um seine Identität weiter zu verschleiern.
Ob endgültig bewiesen oder nicht: Die Spur ist so konkret wie nie.
Warum die Marke Banksy funktionierte
Banksy verstand etwas, das viele Künstler unterschätzen: Anonymität ist kein Mangel – sie ist ein Konzept.
Er setzte seine Werke nicht in Galerien, sondern in den öffentlichen Raum. Nicht dort, wo Kunst erwartet wird, sondern dort, wo sie stört, irritiert, aufrüttelt.
Seine Sammler waren keine klassischen Kunstmarktakteure. Sie investierten nicht nur in ein Bild, sondern in ein Narrativ: das Mysterium, die Rebellion, die Unverfügbarkeit.
Der Marktwert stieg rasant – nicht trotz, sondern wegen der Unsichtbarkeit. Das Bild war nicht der Preis. Der Mythos war der Preis.
Was passiert, wenn das Phantom einen Namen bekommt?
Nun stellt sich die entscheidende Frage: Was geschieht mit einer Marke, deren Kern die Unsichtbarkeit war, wenn plötzlich ein Name im Raum steht?
Kunstökonom Magnus Resch formuliert es treffend: „Banksy hat die Kunstwelt revolutioniert. Jeder kennt seine Werke, aber niemand kannte sein Gesicht – bis jetzt. Und genau das macht die Zukunft seines Marktwertes so spannend.“
Zwei Wege tun sich auf:
England liebt seine Phantome. Nach Jack the Ripper hat das Land nun ein zweites – nur dass dieses Phantom Kunst statt Angst verbreitet.
Ein Buch, das Banksys Welt öffnet – ohne sie zu entzaubern
Es gibt mehrere Publikationen über Banksy, darunter ein besonders spannender Band aus dem Prestel Verlag. Er führt zu über 170 Orten weltweit, an denen Banksys Werke entstanden – oder verschwunden sind. Der Guide zeigt nicht nur die berühmten Motive, sondern auch die Leerstellen: zerstörte, übermalte, entfernte Arbeiten. Ein stiller Hinweis darauf, wie vergänglich Street Art ist – und wie lebendig.
Was ich als Künstlerin daraus ziehe

Banksy erinnert mich daran, dass Kunst nicht durch Institutionen definiert wird, sondern durch Haltung. Es geht nicht um die Worte von Kuratoren, Galeristen oder Museen. Es geht darum, wie unabhängig ich arbeite, welche Stimme ich erhebe, welchen Spiegel ich der Welt hinhalte.
Kunst ist kein Dekor. Kunst ist ein Kommentar. Banksy beherrschte diese Sprache meisterhaft.

While the art world often thrives on noise, spectacle, and self‑promotion, one figure has spent decades proving the opposite: a phantom whose silence spoke louder than any spotlight. Banksy.
His famous line “Invisibility is a superpower” takes on a new resonance today. True relevance does not arise from constant visibility, but from the ability to focus on what matters – the message, not the face behind it.
Who is Banksy? A trail that grows sharper
For years, speculation circled around the identity of the world’s most influential street‑art artist. Now, after extensive research, the news agency Reuters reports that much points to Robin Gunningham – a name long whispered in the background. At times, Banksy is said to have used the alias David Jones to further protect his anonymity.
Whether definitively proven or not, the clues have never been this concrete.
Why the Banksy brand worked
Banksy understood something many artists overlook: Anonymity is not a limitation – it is a concept.
He placed his works not in galleries, but in the public sphere. Not where art is expected, but where it disrupts, irritates, provokes.
His collectors were not the traditional art‑market elite. They invested not only in an artwork, but in a narrative: the mystery, the rebellion, the refusal to be owned.
His market value soared – not despite his invisibility, but because of it. The artwork was not the price. The myth was the price.
What happens when a phantom gains a name?
Now the crucial question arises: What becomes of a brand built on invisibility when a name suddenly enters the room?
Art economist Magnus Resch puts it succinctly: “Banksy revolutionized the art world. Everyone knows his works, but no one knew his face – until now. And that makes the future of his market value fascinating.”
Two paths lie ahead:
England has always loved its phantoms. After Jack the Ripper, the country now has another – only this one spread art instead of fear.
A book that opens Banksy’s world without demystifying it
Among the publications about Banksy, one particularly compelling volume from Prestel stands out. It guides readers to more than 170 locations worldwide where Banksy’s works have appeared – or disappeared. The book highlights not only the iconic pieces but also the empty spaces: destroyed, removed, or vanished works. A quiet reminder of the fragility and transience of street art.
What I take from this as an artist
Banksy reminds me that art is not defined by institutions, but by integrity. It is not about the words of curators, galleries, or museums. It is about how independently I work, what voice I raise, what mirror I hold up to the world.

Art is not decoration. Art is commentary. Banksy mastered this language with precision and courage.

Durch Zufall geriet ich am 7. März 2026 in eine Vernissage der Galerie MAM (Mario Mauroner Contemporary Art) in den Gewölben der Salzburger Residenz. Ich wusste nur, dass ein steirischer Künstler ausstellt – der Name sagte mir zunächst wenig. Sicher war mir jedoch: Die Galerie MAM präsentiert seit Jahrzehnten junge, aufstrebende und spannende Positionen, um dem dynamischen Kunstmarkt gerecht zu werden. Seit 52 Jahren führen Mario und Waltraud Mauroner diesen Ort, der längst zu einer festen Größe der zeitgenössischen Kunstszene geworden ist.
Der österreichische Grafik- und Installationskünstler Constantin Luser nimmt spätestens seit seinem performativen Zeichenauftritt auf der Art Basel 2005 eine zentrale Position in der Gegenwartskunst ein. Mit seinen Wand- und Raumzeichnungen überschreitet er konsequent die Grenzen der klassischen Zeichnung.
Als ich die Galerie betrat, war mein erster Impuls ein spontanes „Wow“. Wer war dieser Künstler – und warum kannte ich ihn nicht? Eine Frage, die mich sofort beschäftigte, zumal Luser aus der Steiermark stammt.

Vor mir schwebten feingliedrige, fragile Drahtobjekte im Raum – zart, abstrakt, poetisch. Das Faszinierende an diesen Objekten ist ihr doppelter Ausgangspunkt: Sie erzeugen ein Schattenspiel, das sich wie eine zweite Zeichnung an die Wand legt. Die Schatten der frei hängenden Skulpturen bilden Linien, die sich verändern, je nachdem, wie man sich im Raum bewegt.
Was sehe ich im Objekt – und was sehe ich an der Wand? Diese Frage öffnete einen Denkraum.
Luser zeigt, wie fragil Denken ist – und wie präzise es werden kann, wenn es sich in Linien verwandelt, die in den Raum hineinwachsen. Seine Drahtskulpturen reagieren auf Bewegung und Perspektivwechsel. Die Linie wird zur Denkspur, der Strich zum Werkzeug, das Muster, Formeln und Bilder hervorbringt. Fragilität wird bei ihm zum ästhetischen Prinzip.
Der Künstler arbeitet zudem mit Musikinstrumenten, verwandelt Klangkörper in Skulpturen und verbindet Räume zu mentalen Karten. Während ich die Objekte betrachtete, übernahm ich seine Denkspur – und die Linien zeichneten für mich Erzählstränge an die Wand.

Fragilität kann als Form der Gegenwart gelesen werden: als Ausdruck unserer Unsicherheiten, unserer Herausforderungen, unserer Lebenswelten. Sie zeigt, wie wir leiden, wie wir uns anpassen, wie wir Stabilität suchen – und wie brüchig sie oft ist. Lusers Arbeiten spiegeln diese Ambivalenz auf poetische Weise.
Zur Person: Constantin Luser wurde 1976 in Graz geboren. Nach seinem Studium der Konzeptuellen Kunst und Visuellen Medien in Wien wandte er sich der Zeichnung zu – für ihn das ursprünglichste Medium der Kunst. Mit präziser Linienführung überträgt er Bildwelten aus seinen Skizzenbüchern in komplexe, oft bizarre und fantastische Gefüge.
Seine Ausstellungen führten ihn zwischen die USA und Europa; zuletzt war seine Arbeit in der Kunsthalle Mannheim zu sehen. Nun zeigt die Galerie MAM seine Werke in Salzburg – und macht damit einen Künstler sichtbar, dessen Linien weit über den Raum hinausdenken.

Wenn im Frühjahr 2026 die mobilen Produktionen der Salzburger Festspiele aufbrechen, verwandelt sich Salzburg erneut in eine große, lebendige Bühne. Jung & jeder* bringt das Theater zu den jungen Menschen – direkt in ihre Schulen, ihre Orte, ihre Welt.
Nicht die Kinder kommen zum Theater – das Theater kommt zu ihnen. Von März bis April rollt ein 33-Tonner durch Salzburg, vollgepackt mit Geschichten, Musik, Licht, Mut und der Einladung, die Welt für einen Moment anders zu sehen.
Seit sechs Jahren tragen diese mobilen Produktionen das Schauspiel dorthin, wo es sonst nicht hinkäme: in Turnsäle, Aulen, Kulturzentren, Klassenzimmer. Dorthin, wo Kinder und Jugendliche leben, lernen, träumen.
Dieses Jahr reisen zwei Stücke mit: KRI und HOLLE. Zwei Welten, zwei Sprachen, zwei Arten, die Wirklichkeit zu öffnen.
KRI – Ein Mädchen, das alles durcheinanderbringt

KRI ist ein Stück, das nicht laut schreit, sondern leise unter die Haut geht. Der Autor Stefan Wipplinger, ausgezeichnet mit dem Retzhofer-Dramapreis, erzählt eine Geschichte über Fremdsein und Freundschaft, über Angst und Neugier, über das fragile Gleichgewicht eines Dorfes, das plötzlich ins Wanken gerät.
Ich sah das Stück zweimal – einmal in der Probe, einmal bei der Premiere in der Bachschmiede – und jedes Mal blieb dieser Moment hängen: wie ein Mädchen in einem alten Wartehäuschen sitzt, als wäre es der selbstverständlichste Ort der Welt. Während draußen die Gerüchte kreisen, die Dorfbewohner tuscheln, urteilen, sich fürchten.

KRI aber hört zu. Sie stellt Fragen. Sie bringt Meinungen durcheinander. Und plötzlich beginnt etwas zu bröckeln – nicht bedrohlich, sondern befreiend.
Der Bühnenraum ist klein, fast intim: eine Haltestelle, die niemand mehr benutzt. Doch im Laufe des Stücks wächst daraus ein Zuhause. Eine Standuhr taucht auf, ein Lampenschirm, ein Vorhang, ein Fernseher, ein Blumenstock. Die Dorfbewohner bringen, was sie haben – vielleicht aus Neugier, vielleicht aus Mitgefühl, vielleicht aus einem unbewussten Wunsch nach Veränderung.
Da die Bühne zu klein ist für ein ganzes Dorf, tragen die Schauspieler kleine Häuser auf dem Kopf. Ein poetisches Bild: Menschen, die ihre Welt mit sich herumtragen.

HOLLE – Wenn das Wetter aus dem Ruder läuft !
Die zweite mobile Produktion ist die Oper HOLLE, frei nach dem Grimm’schen Märchen. Doch hier ist Frau Holle keine Märchenfigur, sondern eine überforderte Wetterchefin, die versucht, es allen recht zu machen – und daran scheitert.
Es ist zu heiß. Es regnet zu viel. Es schneit zu wenig. Es stürmt zu oft.
Irgendwann sagt sie: Genug. Das Wetter ist kein Wunschkonzert.
Gold-Andy und Pech-Andy sollen übernehmen – und natürlich geht alles schief. Mit Humor, Musik und einer großen Portion Fantasie führt die Oper durch alle Wetterlagen: vom Sonnenschein-Dur bis zur Hagel-Arie.
Eine Sängerin, zwei Instrumentalist*innen – und eine Geschichte, die Kinder sofort versteht.

Premieren und Spielorte
Das Schauspielhaus mit seinen drei Spielstätten – Saal, Studio, Säulenfoyer – ist längst ein Zuhause für jung & jeder* geworden.
Für mich bleibt KRI ein leuchtender Moment dieser Saison – ein Stück, das Türen öffnet. HOLLE konnte ich nicht sehen, doch schon der Gedanke an diese fantasievolle Oper lässt sie in meiner inneren Favoritenliste aufscheinen. Jung & jeder* zeigt, wie wichtig es ist, Kunst dorthin zu bringen, wo junge Menschen sie wirklich erleben können.

Am 19. März 2026 eröffnet das Salzburger Freilichtmuseum sein neues Besucherzentrum – ein Projekt, das viele Jahre reifen musste. Als 2019 der Architekturwettbewerb mit einem einstimmigen Siegerprojekt abgeschlossen wurde, ahnte niemand, dass es bis zum ersten Spatenstich noch dauern würde.

Nicht nur die Corona-Pandemie brachte die Planungen zum Stillstand. Während der Projektphase wurden auch die naturschutzrechtlichen Rahmenbedingungen für das Natura2000-Gebiet neu bewertet. Dabei rückte ein unerwarteter Protagonist ins Zentrum: der Grubenlaufkäfer (Carabus variolosus) – eine streng geschützte Art, die feuchte Waldlebensräume benötigt und durch die Trockenlegung von Feuchtgebieten stark gefährdet ist. Sein Auftauchen machte eine Verlegung des Bauplatzes notwendig und führte zu einer Überarbeitung des Architektenentwurfs.
Nun, 2026, steht das neue Besucherzentrum in voller Pracht bereit. Ein Bau aus Holz, Glas und Beton, der sich an regionalen Hofstrukturen orientiert und sich als Ort des Ankommens versteht. Das großzügige, lichtdurchflutete Foyer mit Kassa und Museumsladen, klare Wegeführungen und barrierefreie Zugänge schaffen Orientierung und Offenheit.

Eine öffentlich zugängliche Bibliothek als Wissensdrehscheibe, flexibel nutzbare Seminarräume für 80 bis 120 Personen, zwei vollklimatisierte Archivräume sowie moderne Arbeitsplätze ermöglichen professionelle Museumsarbeit auf zeitgemäßem Niveau.

Das Besucherzentrum setzt ein starkes Zeichen für Kultur, Bildung und Nachhaltigkeit. Es verbindet Geschichte, Natur und Technik und fungiert als Kompetenzzentrum für traditionelle Handwerkstechniken. Besucherinnen und Besucher sind eingeladen zu entdecken, mitzudenken und weiterzudenken.
Für Familien wird Geschichte greifbar: Wie lebte man früher am Land? Wie waren die Häuser gebaut, wie sah das Innenleben aus? Welche Geräte nutzten die Bauern, um ihre Felder zu bestellen? Das Museum macht die Einfachheit – und oft auch die Armut – vergangener Zeiten sichtbar.


Bevor man sich auf den Rundgang begibt, fällt der Blick auf einen runden Holzbrunnen mit fließendem Wasser. Er ist in traditioneller Fassbauweise gefertigt und erinnert damit an jene Holzfässer, die früher unter den Dachrinnen der Bauernhäuser standen und Regenwasser sammelten. Ein Brunnen mit Geschichte – und ein Ort zum Rasten, Erfrischen und für Kinder zum Planschen. Das klare Wasser stammt direkt vom Untersberg.
Statement von Dir. Peter Fritz: „Das neue Besucherzentrum verbindet regionales Bauen, zukunftsfähige Technik und Offenheit – für Mitarbeitende ebenso wie für Gäste. Es schafft neue Zugänge in vielerlei Hinsicht, macht den Qualitätsanspruch des Museums vom ersten Schritt an spürbar und eröffnet neuen Raum für Austausch.“
Am Fuße des Untersbergs eingebettet, erzählt das Freilichtmuseum nicht nur Geschichten – es lädt auch zum Wandern ein. Auf seinen Wegen lassen sich die fünfen Salzburger Gaue mühelos zu Fuß durchschreiten und in ihrer historischen Vielfalt erleben.
Alle Besucherinformationen im Überblick – Salzburger Freilichtmuseum

im Leopold Museum Wien
Gustave Courbet (1819–1877) gilt als einer der bedeutendsten Vertreter des Realismus. Er veränderte die Kunst des 19. Jahrhunderts radikal, indem er:
Dem unbequemen Erneuerer widmet das Leopold Museum nun die erste umfassende Courbet-Einzelausstellung in Österreich.
Rund 130 Exponate – darunter 90 Gemälde, 20 Grafiken sowie zahlreiche Archivalien – bieten einen eindrucksvollen Überblick über das malerische und grafische Œuvre des Begründers des Realismus. Courbet war selbstbewusst, provokant, eigensinnig – und genau diese Haltung machte ihn berühmt. Seine Porträts, Akte, Landschaften und Stillleben brechen konsequent mit den idealisierenden Konventionen seiner Zeit. Die Retrospektive präsentiert ihn daher treffend als „Realist und Rebell“.
„Der Ursprung der Welt“ – ein Skandal, der Kunstgeschichte schrieb
mit Hinweis: „Das Bild kann aus Gründen der Plattformrichtlinien nicht gezeigt werden“
Eines der provokantesten Werke der Kunstgeschichte ist ebenfalls zu sehen: „Der Ursprung der Welt“. Das Gemälde zeigt den weiblichen Körper frontal und ungeschönt – ein direkter Angriff auf die Moralvorstellungen des 19. Jahrhunderts.
Courbet, der sich der Wahrheit verpflichtet fühlte, wählte den Titel bewusst. Das Werk verweist auf eine Doppelnatur: einerseits Objekt sexueller Begierde, andererseits Ursprung des Lebens – jener Ort, an dem jedes Kind zum ersten Mal das Licht der Welt erblickt.
Damit wird der weibliche Unterleib zum Ursprungsort menschlicher Existenz und Erfahrung. In diesem übertragenen Sinn zeigt das Bild den Anfang allen Wahrnehmens und Gestaltens.
Ursprünglich war das Gemälde eine private Auftragsarbeit für den Sammler Halil Şerif Paşa (Khalil Bey) und nicht für die Öffentlichkeit bestimmt. Es wanderte ab 1889 durch zahlreiche Sammlungen, blieb lange unsichtbar und gelangte erst 1995 ins Musée d’Orsay, wo es erstmals öffentlich gezeigt wurde. Heute gilt es als Ikone des Realismus und als Symbol künstlerischer Freiheit.
Ein Selbstporträt am Abgrund

Besonders eindrucksvoll ist Courbets Selbstporträt, in dem er sich dramatisch am Rand einer Klippe zeigt – kurz davor, in einen Abgrund zu stürzen. Sein Gesichtsausdruck ist verzweifelt, die linke Hand umfasst gequält seinen Kopf, während die rechte ins Leere greift, ohne Halt zu finden.
Was sehen wir hier? Einen Mann am Rand des Todes? Oder einen Albtraum, eine innere Vision?
Das Bild wirft Fragen auf und lässt Raum für Deutung. Biografisch betrachtet entstand es in einer schwierigen Phase seines Lebens. Courbets Jugend war geprägt von Zweifeln und mangelndem Selbstvertrauen, auch wenn er sich in Briefen als ehrgeizig beschrieb. Sein Leben war von Ambivalenz durchzogen: äußere Selbstsicherheit, innere Unsicherheit.
Vor diesem Hintergrund kann das Gemälde als Allegorie seines damaligen Geisteszustands gelesen werden – eine visuelle Verdichtung existenzieller Krisen.
Die Ausstellung zeigt Courbet in all seinen Facetten
Es ist eine eindrucksvolle Ausstellung, die man als historisches Ereignis für die österreichische Museumslandschaft einordnen kann.
Die Ausstellung ist bis 21. Juni 2026 im Leopold Museum zu sehen.GUSTAVE COURBET | Aktuell | AUSSTELLUNGEN | Leopold-Museum

Seit Jahrtausenden wandern Lebensmittel, Gewürze und Pflanzen über Kontinente – damals durch Handel, heute durch Menschen, die um die Welt reisen. Kulinarik verbindet Kulturen und macht die Welt kleiner.
Die Salzburger Altstadt zelebriert auch 2026 wieder das Kulinarikfestival eat&meet. Unter dem Motto GRENZEN_LOS lädt das Festival zu einer Entdeckungsreise ein, die weit über den Tellerrand hinausführt. In einer Zeit zunehmender Polarisierung setzt eat&meet bewusst ein Zeichen für Offenheit, Neugier und Gemeinschaft.
Bis zum 28. März 2026 warten 119 Genusserlebnisse darauf, entdeckt zu werden. Kulinarik wird hier als verbindende Kraft verstanden: exotische Zutaten, fremde Aromen und unterschiedliche Traditionen verschmelzen zu neuen Geschmackserlebnissen. Essen wird zum kulturellen Dialog – ein Gegenentwurf zu einer Welt, die vielerorts von Konflikten geprägt ist.
GRENZEN_LOS bedeutet dabei nicht Überfluss oder Aneignung fremder Esskulturen, sondern eine genussvolle Annäherung an Ungewohntes. Es zeigt, wie sich Zutaten und Traditionen gegenseitig bereichern können. Die Welt als Schmelztiegel – eine Metapher für Diversität und Interkultur – wird hier kulinarisch erlebbar.
Frühlingsgefühle im Café Sacher: Fruit Sandos

Mein erster Besuch führte mich am 6. März ins renommierte Café Sacher Salzburg. Dort präsentierte Chef-Pâtissier David Wanderer eine japanische Spezialität: das Fruit Sando, ein fruchtig-cremiges Obstsandwich, das in Japan längst Kultstatus hat.
Wanderer erzählte mir, dass die Idee spontan entstand – beim Stöbern in internationalen Kochbüchern. Serviert wird das Sandwich mit eingelegten weißen Erdbeeren und einer leichten Erdbeersauce. Gefüllt ist es mit frischen Erdbeeren und einer zarten Vanille-Obers-Creme.
Das Ergebnis: leicht, köstlich, optisch ein Blickfang – und ein direkter Sprung in den Frühling.
Das Café Sacher begeistert mit feinster Patisserie und einem Ambiente, das seinesgleichen sucht. Direkt an der Salzach gelegen, lässt sich hier das Leben genießen – ob man nun Süßes oder Herzhaftes bevorzugt.
Buchteln neu gedacht: MUS Café Museum

Mein zweiter Halt war das MUS Café Museum am Residenzplatz – ein charmantes kleines Café mit Blick auf die Mozartstatue. Man könnte fast meinen, Mozart würde lieber hier einen Cappuccino trinken, als starr auf seinem Sockel zu stehen.
Für eat&meet interpretiert das Team rund um Geschäftsführer Thomas Genser die klassische Buchtel neu:

Ich verkostete die süße Variante – köstlich, überraschend und sehr ausgiebig.
Die Buchteln werden während des Festivals samstags und sonntags frisch zubereitet. Ob sie danach im Programm bleiben, hängt davon ab, wie gut sie angenommen werden.
Der Geschmack der Ferne: Stadtspaziergang mit Johannes Hofmann
Zum Abschluss begleitete ich Johannes Hofmann auf seinem Spaziergang Der Geschmack der Ferne. Dabei ging es um die Frage, wie Exotisches früher nach Salzburg kam und welche Rolle es in der Ernährung spielte.
Die Route führte zu Orten, die noch heute an alte Märkte, Bäckereien, Brauereien und Handelsplätze erinnern. Die historische Palette reichte von:
Währenddessen ernährte sich der Großteil der Bevölkerung überwiegend regional, saisonal und vegetarisch. Selbst die Kartoffel hatte eine lange Reise aus Südamerika hinter sich und diente zunächst als Schweinefutter, bevor sie auf unseren Tellern landete.
Diese Führung zeigte eat&meet aus einer völlig anderen Perspektive – historisch, kulturell und überraschend aktuell.
Fazit
eat&meet 2026 ist mehr als ein Kulinarikfestival. Es ist ein Statement für Offenheit, Vielfalt und Genuss. Ein Fest, das zeigt, wie Essen Menschen verbindet – über Grenzen, Kulturen und Zeiten hinweg.

Intendantin und Chefdirigentin Elisabeth Fuchs präsentierte der Presse das Programm der Saison 2026/27 der Philharmonie Salzburg und der Kinderfestspiele – und einmal mehr zeigte sie sich als das, was sie ist: eine Powerfrau, deren fröhliche, ansteckende Art jede Präsentation zu einem Erlebnis macht. Man hat das Gefühl, selbst Teil dieser musikalischen Reise zu sein.
Ihr zentrales Statement bleibt kraftvoll und klar: „Musik ist mehr als Klang und Rhythmus – sie schafft Begegnung, Begeisterung und Bildung.“
Ein neues Zuhause – ein Meilenstein für Salzburgs Musiklandschaft

Bevor das Programm vorgestellt wurde, führte uns Elisabeth Fuchs durch die neuen Räumlichkeiten der Philharmonie Salzburg. 2025 war hier noch Baustelle – heute betritt man einen Probesaal, der ein echtes WOW auslöst. Der Raum ist mit warmem Naturholz gestaltet, duftet nach frischem Holz und vermittelt sofort ein Gefühl von Wohlbefinden.

Mit 1. Mai 2025 wurde ein lang gehegter Traum Wirklichkeit: Die Philharmonie Salzburg hat ihr eigenes Zuhause bezogen. Der Impact auf die tägliche Arbeit ist enorm:
Mit dem Haus der Philharmonie Salzburg ist ein nachhaltiges kulturelles Zentrum entstanden, das weit über den Probenbetrieb hinaus wirkt. Es stärkt die künstlerische Infrastruktur des Landes, fördert Nachwuchsarbeit auf höchstem Niveau und schafft langfristige Perspektiven – für Musikschaffende wie für das Publikum.
Die Saison 2026/27 – drei Abos, drei Klangwelten
Elisabeth Fuchs präsentierte anschließend die neue Konzertsaison. Ich gehe nicht auf jedes Detail ein, sondern hebe einige Schwerpunkte hervor.
1. Das 3er‑Abo im Großen Festspielhaus
Ein monumentaler Rahmen für große Klangkörper.
2. Das 4er‑Abo im Großen Saal des Mozarteums
Hier widmet sich die Philharmonie dem Herzstück des klassischen Repertoires.
Werke von Brahms, Bach, Beethoven und Fauré werden gemeinsam mit renommierten Solist:innen wie Ariane Haering, Verena Altenberger und Matthias Bartolomey interpretiert.
3. Das 4er‑Abo in der Großen Universitätsaula
Ein facettenreiches Programm zwischen Oper, Chanson, Symphonik und spanischem Temperament.
Gastspiele und besondere Formate
Musikvermittlung & Nachwuchsarbeit – „Zeig dein Talent 2026“
Der beliebte Contest geht in die vierte Runde. Unter der Leitung von Elisabeth Fuchs können Kinder und Jugendliche zwischen 6 und 18 Jahren aus ganz Österreich und Bayern zeigen, was in ihnen steckt – in den Kategorien:
Infos und Einreichung: http://www.zeigdeintalent.at Einsendeschluss der Videos: 1. Mai 2026
Meine Highlights:
Die Alpensinfonie mit Reinhold Messner ist für mich ein besonderes Highlight. Messner ist weit mehr als ein Bergsteiger – er ist ein Philosoph der Berge, ein Mensch, der über Grenzerfahrungen, Verantwortung und Natur mit einer Klarheit spricht, die berührt. Wenn Reinhold Messner als Sprecher auf Richard Strauss‘ epische Tondichtung trifft, gibt diesem Werk eine Präsenz und eine zusätzliche Dimension: Sie verbindet musikalische Erzählkraft mit gelebter Bergsteigerphilosophie. Eine Begegnung zweier Welten, die sich gegenseitig stärken.
Maria Bill die Edith Piaf nicht kopiert, sondern verkörpert, ist ein weiteres Highlight für mich. Ihr Programm „Noël à Paris“. Ich liebe Edith Piaf – ihre Stimme, ihre Brüche, ihre Intensität. Maria Bill gelingt es, mit Respekt Edith Piaf zu interpretieren, ihre Welt nicht zu imitieren, sondern neu zu öffnen. Hier handelt es sich um Tiefe und auch einer eigenen künstlerischen Handschrift. Ein Abend, der nicht nur musikalisch, sondern auch emotional nachklingen wird.
Meine Highlights – Reinhold Messner in der Alpensinfonie und Maria Bill als Edith Piaf – sind dramaturgisch perfekt, weil sie zwei völlig unterschiedliche emotionale Räume öffnen.
Mein persönliches Highlight war Elisabeth Fuchs selbst. Sie führt die Philharmonie Salzburg mit einer Mischung aus Energie, Bodenständigkeit und echter Menschlichkeit, die in der Kulturszene selten geworden ist. Während manche sie dafür kritisieren, dass sie Klassik und Pop verbindet, sehe ich darin ihre größte Stärke: Sie öffnet Türen. Sie macht Musik verständlich, zugänglich und lebendig – für alle, nicht nur für ein elitäres Publikum.
Sie baut Brücken zwischen Klassik und Pop. Zwischen Profis und Publikum. Zwischen Tradition und Gegenwart. Zwischen Anspruch und Zugänglichkeit.


Am 2. März 2026 wurde im Ars Electronica Center das diesjährige Festival für Kunst, Technologie und Gesellschaft (9.–13. September 2026) präsentiert. Ich war analog – parallel zum Livestream – vor Ort und konnte die besondere Atmosphäre dieser Auftaktveranstaltung unmittelbar erleben. Schon jetzt ist spürbar: Dieses Festival wird wieder ein außergewöhnliches werden.
30 Jahre Ars Electronica Center – ein Jubiläum mit Bedeutung
Das heurige Jahresthema „ZUKUNFT BEGINNT“ knüpft direkt an die Geschichte des Hauses an. Seit über 30 Jahren ist das Ars Electronica Center ein Ort, an dem Zukunft nicht nur gedacht, sondern gestaltet wird. 1996 nahmen das Center und das Ars Futurelab ihren Betrieb auf und verwandelten Ars Electronica – bis dahin Festival (seit 1979) und Wettbewerb für CyberArts (seit 1987) – in ein ganzjährig aktives Ökosystem an der Schnittstelle von Kunst, Technologie und Gesellschaft.
Zu diesem Jubiläum werde ich auf meinem Blog eine eigene Seite gestalten, um diesen Weg und seine Bedeutung ausführlich zu beleuchten. Denn all die künstlerischen Experimente, Forschungsprojekte und Kommunikationsformate kreisen um die Frage, wie technologische Entwicklungen unser Leben verändern – und wie sie zum gesellschaftlichen Fortschritt beitragen können.
2026: Ein Festival erfindet sich neu
Das Festival schlägt heuer ein neues Kapitel auf. Anstelle einer zentralen Location wird die Linzer Innenstadt selbst zur Bühne: Drei große Festival-Hubs und zahlreiche weitere Orte werden bespielt. Neue Formate entstehen, neue Räume öffnen sich – ein Festival, das sich in die Stadt einschreibt.
Der Titel „Zukunft beginnt“ wird ergänzt durch den Untertitel „Negotiating Humanity“ – ein Ausdruck, der die zentrale Frage unserer Zeit auf den Punkt bringt: Wie verhandeln wir Menschlichkeit in einer Welt, die sich rasant verändert?
Ein Jahrhundert im Umbruch
Wir stehen an der Schwelle zu einer neuen Epoche – politisch, technologisch, kulturell und ökologisch. Die globale Ordnung, die nach dem Zweiten Weltkrieg aufgebaut wurde, gerät ins Wanken. Gesellschaften polarisieren sich. Gleichzeitig investieren Tech-Konzerne Milliarden in KI-Modelle und Rechenzentren, deren Auswirkungen auf Arbeitsmarkt und Alltag kaum absehbar sind.
Wir spüren, dass das Alte endet – aber wir wissen noch nicht, was an seine Stelle treten wird.
Gerfried Stocker formuliert es treffend: „Zukunft ist kein Zeitraum, Zukunft ist ein Möglichkeitsraum.“ Und genau dieser Möglichkeitsraum wird 2026 zum zentralen Thema des Festivals.
Festival-Hubs in der Linzer Innenstadt
Weitere Locations
Konferenzen, Talks, Workshops, Screenings, Specials
Für mich beginnt Zukunft dort, wo Menschen den Mut haben, Fragen zu stellen, statt Antworten zu verwalten. Ars Electronica 2026 lädt genau dazu ein – und ich freue mich darauf, diesen Möglichkeitsraum im September zu betreten.
Festival-Programm // 2026 – Ars Electronica Festival 2026: Future Begins


Der Untersberg begleitet mich seit vielen Jahren, als Landschaft, als Mythos und als stiller Gesprächspartner. Wer ihn kennt, weiß: Er zeigt sich nie nur von einer Seite. Genau diese Vielschichtigkeit greift Siegfried Siller in seinem Buch auf – mit Erinnerungen, Fakten, Sagen und persönlichen Erlebnissen, die ein lebendiges Bild dieses außergewöhnlichen Berges entstehen lassen.
Worum geht es in diesem Buch?
Der Untersberg. Erlebnisse – Steige – kraftvolle Plätze ist das erste Buch von Siegfried Siller, Musiker, Autor und leidenschaftlicher Kenner des Untersbergs. Er nähert sich dem Berg quer durch alle Ebenen: biografisch, geografisch, historisch, mystisch und praktisch.
Das Buch verbindet:
Siller beschreibt den Untersberg als Emmentaler aus Dolinen, als Mutterberg der Kelten, als Herzchakra Europas (Dalai Lama) und als einen Ort, der Menschen entweder magisch anzieht – oder völlig kalt lässt.
Das Buch ist weder ein nüchterner Wanderführer noch eine reine Chronik. Es ist ein Mosaik aus Erinnerungen, Fakten, Mythen und persönlichen Erlebnissen, das den Berg in seiner ganzen Widersprüchlichkeit zeigt: schön, gefährlich, geheimnisvoll, lebendig.
Ist dieses Buch lesenswert?
Ja – für bestimmte Leserinnen sehr.
Das Buch ist besonders geeignet für:
Weniger geeignet ist es für:
Sillers Stil ist sprunghaft, aber ehrlich: Er wechselt zwischen Kindheit, Aufstieg, Sage, Gefahr, Geschichte und persönlicher Faszination. Als Kennerin des Untersbergs war mir vieles vertraut, doch einzelne Beobachtungen und Erlebnisse des Autors erweitern den Blick – und genau darin liegt die Stärke dieses Buches.
Es ist ein Buch für jene, die den Untersberg nicht nur sehen, sondern spüren wollen.
Autor: Siegfried Siller, geboren 1964 in Salzburg, lebt seit jeher in der Region rund um den Untersberg. Beruflich war er in der Finanzbranche tätig, zugleich aber auch als Schlagzeuger in verschiedenen Orchestern und Bands aktiv. Als ausgewiesener Kenner des Untersbergs verbindet er persönliche Erlebnisse mit historischen Hintergründen und macht so die Vielfalt, die Geheimnisse und die Faszination dieses besonderen Berges für seine Leserinnen und Leser erlebbar.
Das Buch ist im Weishaupt Verlag erschienen, ISBN 978-3-7059-4 http://www.weishaupt.at