
When the pain reaches the soul and the
pain becomes unbearable. The soul is reflected
in the water and hopes to drown the pain in the water



Zhang Huan „My Temple“
bis 29. September 2015
Die Salzburg Foundation präsentiert das zweite Kunstprojekt Krauthügel in Salzburg. Das Kunstprojekt Krauthügel ist eine auf fünf Jahre angelegte Kooperation zwischen der Salzburg Foundation, der Erzabtei St. Peter und der Stiftung für Kunst und Kultur e.V. 2014 war Tony Cragg der erste Künstler der seine drei einzigartigen Bronzeskulpturen „Points of View“, „Runner“ und „Mixed Feelings“ auf dem Krauthügel präsentierte. Weiterlesen

Oben am Berg, zwischen Licht, Schatten und einem stillen Atemzug, kam ein altes Thema zurück: das Herz. Zwei frühere Fotoarbeiten und ein neuer Blick auf die Natur haben diesen Essay möglich gemacht — eine kleine Reise zu einem Motor, der nie Pause macht.
Nach vielen journalistischen Projekten endlich wieder frei atmen. Der Berg hat gerufen, und ich bin gegangen — und es hat mir verdammt gut getan. Auf 1.700 Metern auf irgendeinem Stein zu sitzen, in die Landschaft zu schauen, umgeben von Fels, Alm und Weite: Das ist ein Moment, in dem einem wortwörtlich das Herz aufgeht.
Die Sonne streicht über die Bergflanken, Wolkenschatten wandern über die Wände, ein Windhauch streift an mir vorbei, als würde er sagen: Du hast es wieder geschafft. Atme. Füll deinen Akku auf. Und während ich so verklärt in die Landschaft starre, taucht ein alter Gedanke wieder auf: das Herz. Ein Thema, das ich schon lange als Essay fassen wollte.
Ich finde eine unbewirtschaftete Almhütte, kühl im Schatten, ein Tisch davor, perfekt für eine Schreibpause. Ich packe meine Utensilien aus — man weiß ja nie, wann einem unterwegs ein Gedanke anspringt.

Schon einige Tage zuvor hatte ich mein digitales Archiv durchstöbert und zwei Herz‑Arbeiten aus 2022 hervorgeholt. Die Herzarbeiten waren frühe Versuche, innere Extreme sichtbar zu machen — ohne konkrete Personen, nur Emotion als Material. Erst dort oben, im Wind und in der Weite, merkte ich, dass diese beiden Stücke wieder Bedeutung bekamen. Erst Jahre später merkte ich, dass diese beiden Arbeiten ein Vorläufer des Essays waren — zwei frühe Herz‑Notizen, die jetzt in einem größeren Zusammenhang stehen.
Und da stellt sich mir die Frage: Sollten wir nicht öfter an unseren Herz‑Arbeiter denken?
Das Herz ist der einzige Arbeiter, der niemals streikt. Kein Betriebsrat, keine Pause, kein „Mir reicht’s“. Es arbeitet, während wir schlafen, lachen, weinen, rennen, zweifeln. Es arbeitet im Stress, im Übermut, im Schmerz, im Tempo, im Stillstand. Es arbeitet, wenn wir nicht an es denken — und wir denken selten an es.
Wir merken unser Herz erst, wenn es stolpert. Wenn es brennt vor Liebeskummer. Wenn es rast vor Angst. Wenn es schwer wird vor Erschöpfung. Wenn wir es überlasten, falsch ernähren, ignorieren. Aber es schlägt weiter. Ein Muskel, ein Arbeiter, der gepflegt, trainiert, geachtet werden will. Ein Muskel, der uns trägt, auch wenn wir ihn ständig vergessen.
Vielleicht sollten wir uns öfter bewusst machen, was dieser Motor leistet. Vielleicht sollten wir ihm zuhören, bevor er schreit.
Nun zu meinen Arbeiten. Beide erzählen eine Wahrheit: Unser Herz kennt Extreme. Es brennt. Es ruht. Es stolpert. Es trägt. Und in allen Zuständen arbeitet es weiter.
Arbeit 1: „ZERSTÖRUNG“ Ein brennendes Herz. Kein romantisches Feuer, sondern ein zerstörerisches. Ein Herz, das weiß, wie Gefühle schmerzen, wie sie reißen, wie sie sich in die Brust fressen, wenn etwas verloren geht. Aggressives Rot, als würde das Organ selbst schreien. Es ist nicht nur Symbol — es ist Erfahrung. Das, was bleibt, wenn man zu viel gefühlt hat.

Arbeit 2: „VERNETZT“ Das Gegenteil: ein ruhendes Herz, verschlungen wie ein Labyrinth. Umgeben von verschwommenen Bewegungsstreifen, als würde die Welt im Speed vorbeiziehen, während das Herz stillsteht. Ein Arbeiter, der kurz innehält, obwohl alles um ihn herum rast. Das Herz im Zentrum — unbeirrbar vom Tempo der Außenwelt.

Und dann wieder die Liebe. Das einzige Gefühl, das direkt ins Herz greift, ohne zu fragen. Sie kommt wie ein warmer Windhauch und geht wie ein Sturm. Wenn sie geht, hinterlässt sie Spuren — nicht auf der Haut, sondern im Inneren. Dort, wo es brennt, wo es reißt, wo es still wird.
Wir sagen „Herzschmerz“, weil kein anderes Organ so unmittelbar reagiert. Die Niere protestiert nicht. Die Lunge schweigt. Aber das Herz stolpert, zieht sich zusammen, schlägt zu schnell oder zu langsam, als würde es versuchen, die Welt neu zu ordnen.
Vielleicht gehört die Liebe deshalb dem Herzen: Weil es das einzige Organ ist, das Schmerz nicht nur registriert, sondern wahrnimmt. Liebe ist vielleicht Illusion, vielleicht Existenz, vielleicht beides: Spur, Narbe, Licht, Schatten — und manchmal Kraft, die uns weiterträgt.
Das Herz ist mehr als ein Organ. Es ist Symbol, Speicher, Mythos.
Rufen wir es öfter ins Bewusstsein. Der Motor arbeitet jeden Tag für uns. Behandeln wir ihn wie unsere Lieblingsstücke — und seien wir dankbar für das, was er leistet.
Für mich war die Bergwanderung ein wichtiger Moment, ein Gedanke an den Motor HERZ, der es verdient, erwähnt zu werden. Ruhe, Sonne, Berglandschaft — dafür sind Seele und Herz dankbar. Man nennt es schlicht Regeneration.

Natur gibt so viel. Man muss nur hingehen. Es kostet nur die Faulheit zu überwinden.

TERRASSEN TALK – OPER CARMEN
Neuinszenierung von Gabriela Carrizo für die Salzburger Festspiele 2026
Es ist noch Vormittag, 11 Uhr, und über der mit Schirmen überdachten Terrasse liegt dieses typische Salzburg‑Wetter, das sich wie ein vielstimmiger Chor bemerkbar macht — ein bisschen Regen, ein bisschen Licht, ein ständiges Hin und Her, als würde die Natur selbst die Ouvertüre übernehmen.
Die Intendantin Bergmann eröffnet den Talk mit dieser Mischung aus Festspiel‑Fieber und Routine, die man in Salzburg kennt: überall Proben, überall Stimmen, überall letzte Handgriffe. Nächste Woche beginnen die Festspiele, und Carmen wird die erste große Opernpremiere sein. Doch heute richtet sich der Blick auf jene Frau, die diese Carmen in ein neues Licht rücken will: Gabriela Carrizo, Regisseurin, Choreografin, Mitbegründerin von Peeping Tom.
Carrizo spricht nicht wie jemand, der eine Oper erklärt. Sie spricht wie jemand, der Bilder baut.

Der Zoom, sagt sie, sei ihr Werkzeug. Nicht nur optisch — psychologisch. Sie will näher an die Figuren, näher an die inneren Räume, näher an das, was man sonst übersieht. Im Theater sei vieles zu weit weg, zu flach, zu distanziert. Sie aber will die Augen sehen, die Widersprüche, die feinen Risse im Inneren. Zeit verlangsamen, Bewegungen isolieren, Licht wie eine Frage einsetzen.
Neben ihr sitzt Charlie Skuy, Tänzer, Performer, choreografischer Mitarbeiter. Er spricht über Körper, über Zustände, über Transformationen. Über Tänzer, die zu inneren Stimmen werden, zu Schatten, zu psychologischen Räumen. Ich sehe beim Zuhören schon die Bühne vor mir: ein Raum, der sich bewegt, auch wenn niemand geht.

Dann Jonathan Tetelman, Don José. Er öffnet die Figur wie eine Schachtel, in der etwas liegt, das man lange nicht angeschaut hat.

Don José sei ein suchender Mensch, sagt er. Einer, der wissen will, wo sein Platz ist. Einer, der seine Mutter stolz machen möchte. Einer, der nicht nur liebt, sondern sich selbst verliert, weil er nicht weiß, wer er ist.
Carrizo hat bei ihm etwas herausgearbeitet, das man selten sieht: den menschlichen Kern, die Verletzlichkeit, die Sehnsucht nach Zugehörigkeit. Nicht den Mann, der zerstört — sondern den Mann, der sich nicht versteht.
Und dann kommt meine Frage. Die Frage, die mich immer verfolgt:
Warum geht Carmen sehenden Auges ihrem Schicksal entgegen?
Carrizo antwortet nicht mit Theorie. Sie antwortet mit Freiheit. Mit Bewegung. Mit dem Unstillbaren.
Carmen bleibt nicht stehen, weil Stillstand Verrat wäre. Sie liebt, aber nicht fest. Sie lebt, aber nicht gebunden. Und wenn Freiheit bedeutet, zu sterben — dann ist das ihr Weg.
Der Regen hat sich verzogen, aber die Terrasse trägt ihn noch wie eine Erinnerung auf den Schirmen. Tetelman und Skuy haben etwas hinterlassen — nicht Lautstärke, sondern eine Art Schwingung. Ein Nachklang, der sich zwischen den Schirmen und dem feuchten Vormittagslicht festsetzt.
Ich sitze da und spüre, wie sich dieser Vormittag langsam in etwas verwandelt, das größer ist als ein Talk.
Vielleicht, denke ich, ist Carmen nicht nur eine Figur, die man neu inszeniert. Vielleicht ist sie ein Zustand. Eine Möglichkeit, wie man leben könnte, wenn man sich nicht festhalten lässt — weder von Liebe noch von Angst.
Carrizo hat es zwischen ihren Worten angedeutet: Carmen bewegt sich, weil Stillstand Verrat wäre. Sie liebt, aber nicht fest. Sie lebt, aber nicht gebunden. Und wenn Freiheit bedeutet, zu sterben, dann ist das kein Drama, sondern Konsequenz. Ein letzter Schritt, der zu ihr gehört wie ihr erster.
Die Terrasse wird heller. Das Licht tastet sich über die Tische, als würde es prüfen, ob der Regen wirklich vorbei ist. Die Stimmen der Menschen lösen sich langsam auf, aber die Gedanken bleiben — diese Mischung aus Nähe, Psychologie, Körper, Freiheit.

Am 26. Juli wird Carmen im Großen Festspielhaus Premiere haben. Und ich glaube, diese Inszenierung wird uns nicht nur eine Geschichte erzählen. Sie wird uns herausfordern. Sie wird uns näher ziehen, näher, noch näher — bis wir selbst spüren, wie es ist, wenn ein Leben nicht stillstehen kann.

wurde am 2. Juli 2026 im ARTE Hotel über den Dächern der Stadt präsentiert. Das Festival, das 2026 bereits zum zwölften Mal stattfindet, ist aus einem kleinen Stadtteilprojekt in der Elisabeth‑Vorstadt entstanden. Ursprünglich wollte man das jazzit „von innen nach außen“ öffnen — heute zählt TAKE THE A‑TRAIN zu den spannendsten genreübergreifenden Musikformaten Österreichs.
Ein Festival im Stadtteil, der nicht immer einfach ist
Die Elisabeth‑Vorstadt ist ein Stadtteil in unmittelbarer Nähe des Hauptbahnhofs. Ein Gebiet, das viele Salzburger kennen — und das nicht den Ruf eines klassischen Kulturviertels hat. Die große Freifläche vor dem Bahnhof, die Bushaltestellen, die Durchzugswege: Es ist ein Ort, an dem Alltag, Ankunft, soziale Herausforderungen und urbanes Leben aufeinandertreffen.
Genau hier setzt TAKE THE A‑TRAIN an. Nicht, um den Stadtteil schönzureden, sondern um kulturelle Impulse dorthin zu bringen, wo sie nicht selbstverständlich sind. Das Festival versteht sich als offener Begegnungsraum, der zeitgenössische Musik und Kunst für alle zugänglich machen will — unabhängig von Herkunft, Alter oder kultureller Vorbildung.
Vielfalt im Programm
2026 präsentiert das Festival 23 Acts, darunter internationale Künstler wie Alphorit, Tuamo Jones und Messie Herbert sowie zahlreiche lokale Musikerinnen und Musiker. 55 % der Acts sind weiblich oder weiblich besetzt, zudem sind viele People of Color vertreten.
Das Programm reicht von Modern Jazz über Elektronik, Clubkultur und Indie‑Rock bis hin zu interdisziplinären Formaten. Highlights sind das Konzert von Craig Ignaz im Haus Elisabeth, die Filmpremiere „Austausch Schwarz“ von Mieter Mataro sowie das neue Austauschprojekt „Orit Loop“ zwischen Portugal und der Salzburger Musikszene.
Ein Festival, das sich weiterentwickelt
Die Veranstalter sprechen offen darüber, dass TAKE THE A‑TRAIN ein ressourcenintensives Projekt ist — und dass die Arbeit im Stadtteil herausfordernd bleibt. Um das Festival langfristig zu sichern, wird der Termin ab 2027 vom Herbst in den Frühling verlegt.
Neuer Termin 2027: 15.–18. April Der Zeitraum rund zwei Wochen nach Ostern soll künftig fixer Bestandteil des Veranstaltungskalenders werden. Gründe dafür sind unter anderem:
Warum dieser Stadtteil trotzdem wichtig ist
TAKE THE A‑TRAIN ist eng mit dem jazzit verbunden, das seit Jahren als Kulturdienstleister im Stadtteil Elisabeth‑Vorstadt verankert ist. Aus dieser lokalen Verwurzelung heraus entstand das Festival ursprünglich als Versuch, Musik und Kunst aus dem Haus hinaus in den Stadtteil zu tragen.
Die Elisabeth‑Vorstadt ist kein Lendviertel mit Kunsthaus‑Strahlkraft und kein Griesviertel wie in Graz, das sich durch Kunstprojekte sichtbar erneuert hat — sie ist ein Stadtteil, der noch am Anfang solcher Entwicklungen steht. Gerade deshalb ist TAKE THE A‑TRAIN relevant: Es bringt Kultur dorthin, wo sie nicht automatisch entsteht. Es schafft Begegnungen an einem Ort, der sonst oft nur Transit ist. Es zeigt, dass Kunst auch dort wirken kann, wo die Stadt rauer, direkter und weniger poliert ist.
Das Festival bleibt damit ein bewusstes Statement: Kultur gehört nicht nur in die Altstadt — sie gehört in die ganze Stadt.

Salzburg im Juli: Eine Stadt im Einatmen
Wer Salzburg im Juli betritt, spürt dieses feine Zittern in der Luft — ein kollektives Atemholen, als würde die Stadt selbst die Schultern heben, bevor der Vorhang aufgeht. Die offiziellen Zählkarten für die Eröffnungssäle mögen vergriffen sein, die Türen für den Moment geschlossen. Doch hinter den Kulissen der PR‑Pläne zeigt sich: Das ist kein Verlust, sondern eine Einladung, näher heranzutreten.
Seit zwei Jahrzehnten formt eine konstante kreative Handschrift diesen Auftakt: Dr. Renate Stelzl. Zwanzig Jahre, in denen aus einem klassischen Eröffnungstag ein zweigeteiltes, atmendes Gesamtkunstwerk geworden ist — ein Fest, das sich nicht nur entfaltet, sondern weiterwächst.
18.–19. Juli 2026: Die wilde Welle
Am ersten Wochenende bricht ein moderner, fast übermütiger Klangclash über die Pflastersteine herein. Die Stadt klingt, vibriert, wirbelt — und gleich darauf, am 24. Juli, folgt die archaische Erdung des Fackeltanzes. Zwei Atemzüge, zwei Herzschläge. Vergessen wir für einen Moment die reservierten Plätze: Wenn die Stadt selbst zur Bühne wird, braucht es keine Eintrittskarte. Sie hat längst für uns gedeckt.
BARFUSS IM EPIZENTRUM — Wenn aus Zuschauern Jedermänner werden
Im Furtwänglerpark, dort wo die Bäume im Sommerwind flüstern, löst sich die Grenze zwischen Zuschauen und Erleben endgültig auf. Kein starres Bühnenbild, keine Distanz — nur eine Einladung an den eigenen Körper: Jedermann tanzt.
Hier verliert die berühmte Allegorie von Leben und Tod ihre Schwere und wird zu kollektivem Rhythmus. Keine Vorkenntnisse, keine Maske. Nur der Mut, barfuß auf den Rasen zu treten und Teil einer Choreografie zu werden, die im Vorbeigehen entsteht. Wir verharren nicht in Ehrfurcht vor der Tradition — wir bewegen sie.
DAS ECHO DES SCHWEIGENS — Ulrich Drechslers offene Klangräume
Während die Stadt vom Trubel des ersten Festwochenendes pulsiert, öffnet sich am Sonntag in der Großen Halle des Schloss Leopoldskron, ein Raum von vollkommener Offenheit. Die Türen stehen weit offen, als würden sie sagen: Komm einfach herein.
Ulrich Drechsler lädt mit seinem Soloprogramm Beyond Noise zu einer radikalen Entschleunigung ein. Für ihn ist Stille keine Leere, sondern eine unberührte Leinwand, auf der Töne erst zu atmen beginnen. Gleich viermal bricht er an diesem Tag die klassische Distanz zwischen Bühne und Auditorium auf — ein Zufluchtsort für die Sinne, an dem man sich einfach niederlassen und dem Echo der eigenen Gedanken lauschen darf.
FLAMMEN AUF DEM RESIDENZPLATZ — Das glühende Finale
Wenn die wilde Welle des ersten Wochenendes verebbt, fordert die Tradition am Freitag, dem 24. Juli, ihren eigenen, ungestörten Moment. Dass der Fackeltanz heuer zeitlich entzerrt stattfindet, ist ein poetisches Zugeständnis an die Stadt: Die Jedermann‑Generalprobe und die Premiere beanspruchen den Domplatz ganz für sich — ein harmonisches Nebeneinander wäre unmöglich.
Doch gerade diese Trennung ist ein Geschenk. So gehört der Abend ganz dem Zauber der Volkskultur. Rund 100 Tanzpaare ziehen in Tracht vom Glockenspiel her ein, und 13 flammende Figuren zeichnen ihre Muster in das nächtliche Dunkel rund um den Residenzbrunnen. Geschichte wird sichtbar — ohne Einlasskontrollen, ohne Schwellen. Ein glühendes Finale für alle, die Salzburg im Herzen tragen.
Ein Fest, das die Stadt zum Klingen bringt
Tauchen Sie ein in das Fest zur Festspieleröffnung — ob mit oder ohne Zählkarte. Die beiden Wochenenden gehören Ihnen, der Stadt, dem Klang, der Stille, dem Feuer.
Das vollständige, detaillierte Programm mit allen Programmpunkten und genauen Ortsangaben finden Sie direkt im Programm zum Fest zur Festspieleröffnung auf der offiziellen Website der Salzburger Festspiele.

Was bedeutet der Titel ECHT JETZT? Für die künstlerische Leitung des Schauspielhaus Salzburg, Sophia Aurich & Alexander Kratzer, ist es kein Motto, sondern ein Anspruch – eine Einladung und ein Versprechen:
„Wir wollen Theater schaffen, das unmittelbar ist, das greifbar bleibt, das im Hier und Jetzt stattfindet – von uns, für Sie, mit Ihnen. In einer Zeit, in der sich die Welt rasant verändert, Wahrheiten hinterfragt und Gewissheiten brüchig werden, sich Identitäten verschieben und politische wie gesellschaftliche Entwicklungen uns täglich fordern, erscheint uns eines besonders wichtig: innezuhalten und hinzusehen. Was ist echt?“

Diese neue Spielzeit ist nicht nur ein Auftakt, sondern auch ein Rückblick und ein Geburtstag: Vor 30 Jahren zog die damalige Elisabethbühne in den Petersbrunnhof ein – und wurde zum Schauspielhaus Salzburg. Eröffnet wurde damals mit William Shakespeares „Was ihr wollt“, einem Stück über Liebe, Identität und Rollenbilder. Ein Werk, das sich dem Publikum öffnete – und ein Theater, das seinem Publikum begegnete.
Ein Blick zurück in die Geschichte zeigt die Bedeutung dieses Ortes: „Fest steht, dass die E‑Bühne demnächst aus einem engen Hinterhofkeller in diesen geschichtsträchtigen Ort, einst Symbol des künstlerischen Widerstands, zieht.“ Was im Kunstfehler im Mai 1996 als Zäsur angekündigt wurde, hat sich über drei Jahrzehnte hinweg theatral entwickelt und gefestigt. Am 12. September 2026 wird dieses Jubiläum in einem Festakt gefeiert – ein Haus, das seine Heimstätte gefunden hat.
Shakespeare als Auftakt – eine Hommage
Die kommende Spielzeit beginnt erneut mit „Was ihr wollt“ – als bewusste Reminiszenz an den Start vor 30 Jahren. Shakespeares Verwechslungskomödie trifft heute wie damals ins Zentrum: Es geht um die immer gleichen Fragen – wen wir lieben und wer wir wirklich sind.
Identität, Rollenbilder und gesellschaftliche Masken
Auch andere Stücke richten den Blick auf Identität und Selbstbilder:
Zeitgenössische Stoffe – mitten in der Gegenwart
Die neue Spielzeit greift auch aktuelle Themen auf:
Zum Abschluss – eine pointierte Komödie
Mit „Keiner hat gesagt, dass du ausziehen sollst“ endet die Spielzeit auf der Studiobühne – leicht, pointiert und nah am Alltag.
Mehr als Schauspiel
Das Schauspielhaus Salzburg bietet auch:
Das gesamte Programm finden Sie online unter: www.schauspielhaus-salzburg.at
Aus meiner Sicht
Die Spielzeit 2026/27 öffnet Räume für Identität, Veränderung, Brüche und Aufbrüche. Ich lade Sie ein, einzutauchen und das herauszuholen, was Sie persönlich am meisten anspricht.

Sattlers Panorama-Blick erwacht neu
Das berühmte Sattler Panorama hat eine neue Heimat gefunden – und sie könnte kaum würdiger sein: die Orangerie im Mirabellgarten, ein Ort, der Geschichte atmet und Zukunft denkt. Wer durch den Garten spaziert, die Blumeninseln betrachtet und sich auf einer Bank niederlässt, spürt sofort: Hier beginnt ein neues Kapitel Salzburger Kultur.

Das Panorama, ein Werk aus dem frühen 19. Jahrhundert, zeigt Salzburgs Alltag vor 200 Jahren. Mit seinen 25 Metern Umfang und 130 m² Fläche ist es ein Monument der Stadtgeschichte – und seit 1996 UNESCO‑Weltkulturerbe. Nun wurde es in einem aufwendig sanierten, denkmalgeschützten Gebäude neu inszeniert.
Doch diesmal ist alles anders: Das Panorama ist nicht nur zurückgekehrt, es wurde neu erfahrbar gemacht.
Vergangenheit trifft Zukunft – Ars Electronica bringt Salzburg zum Leuchten

In Zusammenarbeit mit dem Ars Electronica Futurelab wurde das Rundgemälde digitalisiert, animiert und in die Gegenwart katapultiert. Besucher*innen können nun:

Ein Mitarbeiter der Ars Electronica erzählte mir, wie das Projekt entstand: „Es war uns wichtig, nicht nur Informationen zu liefern, sondern ein Erlebnis zu schaffen.“ Die Projektleiterin Weiss bestätigte: „Das Gemälde muss das Gefühl geben, als wäre man selbst drinnen.“

Die KI‑Videos wurden von FreshFX Media GmbH geschaffen: Mit KI und 3D‑Animation ließen sie Fotografien aus den 1840er‑Jahren erneut atmen. „Wir recherchierten, restaurierten und animierten“, schreibt das Team in seinem Dokument. So entstand eine Zeitreise, die Salzburgs Vergangenheit nicht nur zeigt, sondern fühlbar macht – als würde sie einen Moment lang wieder lebendig werden.
Ein Gebäude mit Geschichte – und einer neuen Aufgabe
Die Orangerie war einst das Barockmuseum, später Teil des Salzburg Museums. Zwischen 2021 und 2026 wurde sie generalsaniert und für die neue Nutzung adaptiert. Die Kuratorin beschreibt den Prozess als „überwältigend“, denn ein 130‑m²‑Gemälde zu transportieren, lag „nicht im täglichen Aufgabenbereich“ – und doch gelang es dank eines erfahrenen Teams und sorgfältiger Dokumentation.
Das Panorama wurde zweieinhalb Jahre zwischengelagert, restauriert und schließlich im Herbst 2025 wieder eingebracht. Heute steht es dort, wo Sattler es vor 200 Jahren schuf – fast am selben Ort.
UNESCO‑Welterbe – Verpflichtung und Vision
Prof. Hochleitner betonte bei der Pressekonferenz: „Welterbe ist nicht nur Auszeichnung, sondern Verpflichtung.“ Es gehe darum, kulturelles Erbe sichtbar zu machen, zu bewahren und weiterzugeben. Die Orangerie erfüllt diesen Auftrag, indem sie das Panorama mit dem Thema UNESCO‑Welterbe Salzburg verbindet und neue Vermittlungsformen schafft.
Ein Museum als Begegnungsraum

Das neue Haus ist mehr als ein Ausstellungsort:
Ein Ort, der Kunst, Geschichte und Technologie verbindet – und Salzburgs kulturelles Erbe in die Zukunft trägt.

MANN – FRAU GEFÄLLE Ein Werk, geboren aus einer Woche, die sich wie ein schiefer Raum anfühlte.
Es war eine Zeit der leisen Enttäuschungen: Antworten blieben aus, Worte verpufften, Gedanken fanden kein Gegenüber. Eine Stille, die nicht beruhigte, sondern drückte.
Dann die Gespräche, die keine waren: Sätze, die zerlegt wurden, Fragen, die sich im Nichts verloren, Kommentare, die wie kleine Schnitte wirkten.
Aus dieser Spannung entstand das Bild.
Im Hintergrund: ein Mann, der denkt, analysiert, ordnet. Aus seinem Mund wächst eine Kante —
Und im Vordergrund: eine Frau, die sich aufrichtet. Stark. Unbeirrbar. Mit einer Haltung, die sagt:
Ich nehme meinen Raum zurück. Ich höre nicht mehr zu. Ich stehe.
Dieses Bild ist kein Gefälle. Es ist ein innerer Aufstand. Ein stiller, aber unübersehbarer.

Saint François d’Assise – Terrassen‑Talk im Sommerlicht
Es war einer dieser Salzburger Vormittage, an denen die Hitze schon früh über den Terrassen liegt und die Gespräche schwerer wirken als sonst. Die Stadt vibrierte leise, und über allem lag dieses besondere Festspiel‑Summen, das man nicht hört, sondern spürt.
Romeo Castellucci beginnt mit einer Ruhe, die den Raum sofort verändert. Er spricht von einem „Abenteuer“, das er mit diesem Werk teilt – und man merkt, dass es kein leichtes Wort ist. Es ist ein Abschied, ein Weitertragen, ein Dank an Markus Hinterhäuser, dessen Vision diese Produktion noch trägt. Karin Bergmann führt das Festival interimistisch, und Castellucci würdigt sie mit einer Wärme, die selten ist in solchen Gesprächsrunden.

Der Mensch Franziskus
Castellucci interessiert nicht der Heilige mit Nimbus. Er sucht den Menschen, der sich entkleidet, um frei zu werden. Der Körper als Zentrum des Glaubens – eine Idee, die damals wie heute radikal wirkt.
Franziskus, sagt er, habe das Evangelium nicht interpretiert, sondern gelebt. Die Berührung des Aussätzigen – für Castellucci der Moment, in dem Humanismus beginnt. Keine Geste der Frömmigkeit, sondern ein Bruch mit der Ordnung der Welt.
Klangfarben, Vogelrufe, Glaube
Maxime Pascal spricht mit der Gelassenheit eines Mannes, der weiß, wie groß dieses Werk ist. Messiaens Oper ist für ihn ein Universum aus Glauben, Vogelgesängen und Farben. Ein Drittel der vierstündigen Oper besteht aus Vogelstimmen – nicht als Effekt, sondern als spirituelle Sprache.
Die Felsenreitschule wird zum Resonanzkörper: rechts Schlagwerk, links Gamelan, oben Elektronik, im Graben die Philharmoniker. Ein Klangraum, der das Publikum umschließt wie ein Wald.
Der Chor bleibt unsichtbar – weil Christus nicht sichtbar sein soll. Ein Gedanke, der die Stille im Raum kurz dichter macht.
Philippe Sly – Die Rolle als Weg
Philippe Sly spricht nicht über eine Partie, sondern über eine Beziehung. Franziskus ist für ihn mit seinem verstorbenen Lehrer verbunden – ein stiller Faden, der durch seine Worte zieht.
Er beschreibt die Musik als sanft, ergonomisch, fast wie eine Stimme, die sich an die menschliche Sprache anschmiegt. Aber der Weg dorthin ist lang: „Man kann pro Tag nur eine Seite erarbeiten“, sagt er – und man glaubt es ihm sofort.
Mit Pascal verbindet ihn eine Zusammenarbeit, die weit über Proben hinausgeht. Ein ständiges Hinterfragen, ein gemeinsames Ringen um Wahrheit.
Die Szene mit dem Aussätzigen
Für Castellucci ist sie das Herz der Oper. Nicht, weil sie schockiert, sondern weil sie Menschlichkeit radikalisiert. Franziskus küsst keinen „Aussätzigen“, sondern einen Menschen. Ein fragiles Gegenüber. Ein Spiegel.
Die Felsenreitschule
Castellucci liebt diesen Ort. Er erinnert ihn an La Verna, den Berg, an dem Franziskus die Stigmata empfing. Stein, Körper, Klang – alles fügt sich zu einem Raum, der nicht Theater ist, sondern Landschaft.

Ein Jedermann, der uns näher kommt, als uns lieb ist

Am Obertrumer See beginnt die Sommersaison — und mit ihr öffnet die Seebühne Seeham wieder ihren Vorhang. Am 3. Juli feiert Felix Mitterers „Ein Jedermann“ Premiere, inszeniert von Gerhard Es, der diese Bühne seit vielen Jahren prägt.
Die Naturkulisse spielt wie immer eine Hauptrolle: das glitzernde Wasser, der dunkle Seegrund, der weite Horizont. Davor erhebt sich ein modernes, kühles Industriedesign — die sterile Chefetage eines globalen Stahl- und Waffenkonzerns. Ein Bühnenbild, das bewusst reibt: Natur gegen Profit, Wasser gegen Stahl, Stille gegen Macht.
Ein Jedermann, der mitten in unserer Gegenwart steht
Felix Mitterer transformiert Hofmannsthals Mysterienspiel in eine radikale Gesellschaftskritik. Sein Jedermann ist kein lebenslustiger Playboy, sondern ein Generaldirektor, dessen Entscheidungen über tausende Arbeitsplätze und über Leben und Tod bestimmen.
Er ist verheiratet — seine Frau verzweifelt an seiner Kälte und nimmt sich das Leben. Die Buhlschaft ist seine Sekretärin und Geliebte. Der Tod tritt als unscheinbarer Bürodiener auf, der Teufel als moderner Troubleshooter. Die Dreifaltigkeit erscheint direkt in der Konzernzentrale — humorvoll, streitend, philosophierend.
Die Kinder – das moralische Herz dieses Abends
Und dann sind da die Kinder. Nicht als Statisten, nicht als dekorative Randfiguren — sondern als jene Stimmen, die Mitterer am stärksten in die Gegenwart holt.

Sie verkörpern die Opfer von Kriegen, Waffenexporten und Umweltzerstörung: hungernd, verstümmelt, hustend. Sie sind die moralische Anklage, die Jedermann trifft wie ein Schlag.
Während der Probe standen sie konzentriert, mutig, klar in ihren Rollen. Und als ich später mit ihnen sprach, verwandelte sich diese Ernsthaftigkeit in ein Leuchten: Sie waren stolz, Teil dieses Stückes zu sein. Stolz, dass jemand ihre Arbeit sah. Stolz, dass eine Journalistin ihnen Fragen stellte — ihnen, den Jüngsten auf der Bühne, die doch die schwerste Last tragen.
Sie sind das Gewissen dieses Jedermann. Und sie spielen es mit einer Kraft, die man nicht vergisst.

Ein Blick in die Probe – ein Stück, das unter die Haut geht
Bei der Pressekonferenz am 16. Juni wurde ein 15‑minütiger Ausschnitt der „Happy Birthday“-Szene gezeigt. Die Laiendarsteller spielten präzise, die Kinder erschütternd klar. Das Licht schnitt durch die Bühne wie ein moralisches Skalpell, der See spiegelte die Visionen, die Musik spannte den Raum.
Dieser kurze Einblick zeigte, wie intensiv Mitterers Stoff in die heutige Zeit übersetzt wurde. Ein Stück, das nicht belehrt, sondern trifft.
Gerard Es – der Regisseur über seine Arbeit

Gerard Es beschreibt seine Inszenierung als Weiterführung einer Tradition: Jedermann immer wieder in die Zeit zu holen, in der wir leben.
Er betont, dass Mitterer die mittelalterlichen Mysterienspiele in die Gegenwart überträgt — und fragt: Was wären die heutigen Entsprechungen der alten Figuren?
Ein Generaldirektor statt eines reichen Lebemanns. Eine verzweifelte Ehefrau statt einer frommen Mutter. Ein Gewerkschaftsboss, eine Bundeskanzlerin, ein Jugendfreund, der über den Tisch gezogen wird. Und Kinder, die die Folgen globaler Entscheidungen tragen.
Der Geburtstag des Jedermann wird zum Totentag. Die Lebenden und die Toten treten gemeinsam auf. Und am Ende bleibt keine billige Absolution — nur ein offenes Ende, das nachhallt.
Die Seebühne Seeham – klein, aber mit großer Kraft
Seit 1997 steht die Seebühne Seeham für mutiges Theater abseits der großen Salzburger Bühnen. 18 Laiendarsteller stehen heuer auf der Bühne — und sie spielen ihre Rollen mit beeindruckender Präzision.

Der Blick über den See, die wechselnden Wolkenstimmungen, das Licht auf dem Wasser: All das macht diesen Ort zu einem besonderen Theaterraum. Ein Raum, der Geschichten trägt.
Mein Statement
Ein See. Eine Bühne. Ein Jedermann, der uns näher kommt, als uns lieb ist. Seeham zeigt: Große Kunst braucht keine großen Mauern — nur Menschen, die sie tragen. Ein Besuch lohnt sich — für die Kunst, für die Kinder, für die Kraft dieses Abends.

ONE.einssein – Kunst, Atem und Bewegung in der Krypta St. Erhard bis zum 14. Juni 2026 war die Krypta ein atmender Kunstort.

Ein Raum zwischen Erde und Atem Die Krypta der St.-Erhard-Kirche in Salzburg — einst als Hochwasserschutz gebaut, später stiller Rückzugsort — wurde im Juni 2026 zum Schauplatz des interdisziplinären Projekts ONE.einssein. Die kühlen Sandsteinmauern, erdig und archaisch, öffneten sich für ein Zusammenspiel aus Kunst, Musik und Bewegung.
Die Installation – ein wandelbares Gefüge Im Zentrum standen die monumentalen Keramikköpfe von Monika Hartl. Einige wachten auf den Stufen wie stille Grenzhüter, andere formten im Hauptraum eine ruhige, wachsame Parade. Seitlich ergänzten farbige Köpfe in Orange und Gelb die Formation — leuchtende Akzente im gedämpften Raum.
In den Seitenräumen präsentierte Louis Celia Zippo Fotografien und malerische Arbeiten: Obst als verletzliches Innenleben, offen, roh, im Dialog mit den rauen Wänden. Alle Werke veränderten sich im Laufe der Ausstellung — ein Raum, der am dritten Tag anders wirkte als am siebten.

Musik als Impuls – und als Herausforderung Täglich brachten Studierende des Mozarteums Gesang, Instrumentalstücke, Tanz und Lesungen in die Krypta. Doch zeigte sich ein Spannungsfeld: Die musikalischen Interventionen waren kraftvoll — manchmal so kraftvoll, dass die bildende Kunst zur Kulisse wurde. Für zukünftige Projekte braucht es hier eine feinere Balance, damit Kunst und Musik einander tragen.
Gespräch mit Monika Hartl Monika Hartl führte mich durch ihre Installation: Keramikköpfe, die sich in Emotion, Größe und Haltung unterscheiden und täglich neu positioniert werden — ein kleines soziales Theater aus Ton. Zwei Köpfe, die sich zuwenden: eine beginnende Liebe. Daneben eine Gruppe, die beobachtet. Ihr Anliegen: Verbundenheit, Umwelt, Zwischenmenschliches. Und die Frage: Wenn Kunst und Musik Brücken bauen können — warum gelingt es uns im Alltag so selten?

Kurzgespräch mit Marianne Ewaldt – Das Labyrinth als Atemraum Gegenüber der Kirche, auf einer kleinen Grünfläche, installierte Marianne Ewaldt ihr bewegliches Labyrinth aus leichten Fahnen. Ein Ort zwischen Vergangenheit und Gegenwart, offen und wach. „Die Fahnen stehen für das Element Luft“, sagte sie. „Sie reagieren auf jeden Schritt. Manchmal wirken sie wie Drohung, manchmal wie ein Segel.“ Ein Windstoß ließ sie einmal wie ein kleines Boot aufbrechen — ein Moment, der sie tief berührte. „Für mich ist das Labyrinth ein Heilungsraum. Ein Weg, der führt, nicht trennt.“
Schlussgedanke „ONE.einssein ist mehr als eine Ausstellung — es ist ein stiller Impuls, der uns ein Stück näher zueinander bringt.“
