When the soul is burning

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experimental photo work by © Christa Linossi 2021 – From the series Illusions .. When the pain reaches the soul
When the pain reaches the soul and the
pain becomes unbearable.  The soul is reflected
in the water and hopes to drown the pain in the water
 
experimental photo work by © Christa Linossi 2021 – From the series Illusions .. When the pain reaches the soul Teil 2

Ars Electronica Festival 2015 Der Zukunft wieder einen Schritt voraus!

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Ars Electronica blickt wieder in die Zukunft! Weiterlesen

Ein chinesischer Tempel zu Besuch in Salzburg

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Zhang Huan „My Temple“

bis 29. September 2015

Die Salzburg Foundation präsentiert das zweite Kunstprojekt Krauthügel in Salzburg. Das Kunstprojekt Krauthügel ist eine auf fünf Jahre angelegte Kooperation zwischen der Salzburg Foundation, der Erzabtei St. Peter und der Stiftung für Kunst und Kultur e.V. 2014 war Tony Cragg der erste Künstler der seine drei einzigartigen Bronzeskulpturen „Points of View“, „Runner“ und „Mixed Feelings“  auf dem Krauthügel präsentierte. Weiterlesen

Salzburg Museum 2026: Zwischen Baustelle, Welterbe und neuen Räumen der Erinnerung

„Baustellenführung im Salzburg Museum – ein Blick hinter die Kulissen des größten Kulturprojekts der Stadt.“ Foto: © Christa Linossi 2026

Die Jahreskonferenz 2026 des Salzburg Museum stand ganz im Zeichen eines Rückblicks – und eines Aufbruchs. 2025 war ein außergewöhnliches Jahr: Aufgrund umfassender Umbauarbeiten und der Erweiterung durch das Belvedere Wien blieb das Museum geschlossen und präsentierte stattdessen ein vielfältiges Gastspielprogramm in Kooperation mit Museen und Galerien im ganzen Land.

Den Auftakt bildete eine Vorschau auf das 60‑Jahr‑Jubiläum von The Sound of Music im Schloss Leopoldskron. Weitere Gastspiel‑Ausstellungen folgten in unterschiedlichen Häusern und wurden vom Publikum sehr gut angenommen. Das Finale dieser Reihe bildet die Ausstellung „Meisterwerke der Möbelkunst – Salzburg 1450–1500“ im Bergbau‑ und Gotikmuseum Leogang.

2026: Ein Jahr des Neubeginns

Nach langen Planungs‑ und Bauphasen eröffnet das Salzburg Museum heuer gleich zwei neue Standorte:

• Welterbezentrum Salzburg – Rückkehr des Salzburg Panoramas

Das historische Panorama von Johann Michael Sattler kehrt zurück in die Öffentlichkeit. Gemeinsam mit dem Ars Electronica Futurelab entstehen digitale Vermittlungsangebote, die Besucher:innen die Altstadt neu erleben lassen.

• Museum Sound of Music Salzburg – Hellbrunn

Am authentischen Schauplatz des ikonischen Gazebo widmet sich das Museum erstmals umfassend dem weltweiten Kulturerbe The Sound of Music. Neben dem Film wird auch die reale Geschichte der Familie von Trapp beleuchtet.

Orangerie Salzburg – Eröffnung im Juni 2026

Zum Jubiläum „30 Jahre UNESCO‑Welterbe Salzburg“ eröffnet das Salzburg Museum die Orangerie im Mirabellgarten. Die erste Sonderausstellung trägt den Titel „Weltkulturerbe Salzburg: Wer kümmert sich um die Stadt?!“ Medieninstallationen sollen künftig eine filmische, atmosphärische und wissenschaftlich fundierte Auseinandersetzung mit dem Welterbe ermöglichen.

Großprojekt Salzburg Museum NEU & Belvedere Salzburg

Die Arbeiten in der Neuen Residenz schreiten voran. Der Rohbau soll bis Sommer 2026 fertiggestellt sein – ein wichtiger Schritt Richtung Eröffnung im zweiten Halbjahr 2027.

Stella Rollig, Generaldirektorin des Belvedere, betont die Bedeutung des Projekts: Die Architektur öffne neue Räume, verankere das Museum im Stadtraum und ermögliche eine Präsentation der Belvedere‑Sammlung, die Salzburg als „aktiven Resonanzraum“ einbezieht.

Ein Museum an den schönsten Orten Salzburgs – die neuen Standorte

  • Orangerie Salzburg – Welterbezentrum Eröffnung Juni 2026
  • Museum Sound of Music – Hellbrunn Eröffnung Herbst 2026
  • Salzburg Museum NEU & Belvedere Salzburg – Neue Residenz Eröffnung 2027
  • Juvavum Archäologie Museum Salzburg – Residenzplatz Eröffnung 2028

Inklusive Zukunft: „Ein Objekt – viele Perspektiven!“

Mit dem Projekt Work in Progress entwickelt das Salzburg Museum eine inklusive Online‑Sammlung. Objekte werden so aufbereitet, dass sie für möglichst viele Menschen zugänglich sind – mit:

  • Texten in Leichter Sprache
  • Videos in Gebärdensprache
  • Bild‑ und Audiobeschreibungen
  • 3D‑Modellen zum Download

Ziel ist ein barrierefreier Zugang zur Kunst‑ und Kulturgeschichte Salzburgs.

Ein Blick in die Baustelle

Prof. Martin Hochleitner führt durch die Baustelle des Salzburg Museum – ein Blick hinter die Kulissen des Großprojekts. Foto: © Christa Linossi 2026

Gemeinsam mit Museumsdirektor Prof. Martin Hochleitner erhielten wir einen eindrucksvollen Einblick in die laufenden Bauarbeiten. Die Dimensionen des Projekts sind beeindruckend: Unter dem bestehenden Museum wurde tief gegraben, archäologische Funde kamen ans Licht, und die Baustelle zeigt sich als eines der ambitioniertesten Kulturvorhaben Österreichs.

„Das Salzburg Museum zeigt 2026, dass Wandel nicht nur Umbau bedeutet, sondern neue Räume für Geschichte, Erinnerung und Zukunft eröffnet.“

„Zwischen Bergen und Worten: Rauris widmet sich 2026 dem Lieben“

Das Frühjahr naht – und mit ihm die 55. Rauriser Literaturtage, die von 25. bis 29. März 2026 erneut das Raurisertal in einen Ort der Sprache, der Begegnung und der literarischen Reflexion verwandeln. Nach dem letztjährigen Thema „Konfliktfelder“ widmet sich das Festival heuer einem Begriff, der ebenso alltäglich wie unerschöpflich ist: LIEBEN.

Was bedeutet „Lieben“ im Jahr 2026?

Lieben ist ein Wort, das jeder kennt – und doch versteht es jede und jeder anders. Es kann Nähe bedeuten, Verantwortung, Erinnerung, Verlust, Mut oder Widerstand. Und es stellt sich die Frage: Wie verändert sich Lieben in einer Welt, die zunehmend digital, beschleunigt und politisch angespannt ist?

Wir leben im 21. Jahrhundert zwischen globalen Machtverschiebungen, technologischen Umbrüchen und einer digitalen Kultur, die Nähe oft simuliert, aber selten ersetzt. Gerade deshalb lädt das Festival dazu ein, das Menschliche neu zu erkunden – aufmerksam, kritisch und mit literarischer Tiefe.

Literatur als Raum für Dialog

Wie jedes Jahr bieten die Rauriser Literaturtage einen Rahmen für Austausch und Reflexion über gesellschaftliche Herausforderungen. Literatur wird hier zum Medium, das komplexe Themen beleuchtet, Brücken baut und Räume öffnet, in denen Sprache, Geschichte und Gegenwart miteinander in Dialog treten.

Rauriser Literaturpreis 2026

Der Rauriser Literaturpreis 2026 geht an Sophie Hunger für ihren Roman „Walzer für Niemand“ (Kiepenheuer & Witsch, 2025). Der Roman erzählt von einer besonderen Freundschaft zwischen einem Mädchen und ihrem Freund Niemand – getragen vom Rhythmus der Musik, zwischen Magie, Erschütterungen und dem Aufwachsen in einer Welt voller Klang. Die Jury würdigt das Werk als literarisches Debüt, das sich mit Empathie und formaler Klarheit gängigen Erzählmustern entzieht.

Sophie Hunger, international bekannt als Musikerin und Songwriterin, studierte Anglistik und Germanistik und lebt heute in Berlin. „Walzer für Niemand“ ist ihr erster Roman.

Rauriser Förderungspreis 2026

Der Förderungspreis geht an Andreas Neuhauser für seinen Text „Linz–Wegscheid“ zum Thema „Nähe“.

Autor:innen 2026 – ein breites Spektrum

Insgesamt 15 weitere Autorinnen und Autoren präsentieren ihre aktuellen Werke. Unter ihnen:

  • Marlene Streeruwitz, eine der wichtigsten Stimmen der Gegenwartsliteratur, mit ihrem Roman „Auflösungen“ (2025), der die politische Weltlage aus der Perspektive einer österreichischen Lyrikerin im New York vor der US‑Wahl reflektiert. In „Prinzessionenkunde“ (2025) setzt sie ihre kritische Auseinandersetzung mit Weiblichkeitsbildern fort.
  • Silke Scheuermann, die nach längerer Pause mit dem Lyrikband „Der Unruhe“ (2025) zurückkehrt. Ihre Gedichte spannen den Bogen von Mythen bis zur Frage, was Liebe im Zeitalter der Roboter bedeutet.
  • Norbert Gstrein, Rauriser‑Preisträger von 1989, stellt seinen neuen Roman „Im ersten Licht“ (2026) vor – die Geschichte von Adrian, dessen Lebensweg durch die Wirren des 20. Jahrhunderts führt, bis hin zu einer späten, kaum mehr erwarteten Liebe.

Gespräch über Literatur – Ingeborg Bachmann

Anlässlich des 100. Geburtstags von Ingeborg Bachmann findet ein Gespräch mit Heinz Bachmann, Ulrike Draesner und Irene Fußl statt. Im Zentrum steht die Rolle der Liebe im Werk der Autorin – in all ihrer Ambivalenz.

Ausstellung – 25 Jahre David Sailer

Dem Fotografen David Sailer, der die Literaturtage seit 25 Jahren begleitet, ist eine Ausstellung gewidmet. Die schönsten Fotografien der Jahre 2014 bis 2025 sind als Dauerausstellung im Gemeindeamt sowie online zu sehen.

„Die Literaturtage erinnern daran, dass Lieben viele Sprachen hat – und jede davon eine Geschichte erzählt.“

WinterVarieté Bad Ischl 2026 – ein Blick hinter den Vorhang

Chris Cross in seiner spektakulären Lasershow „Flausen“ – ein Moment, in dem Licht, Bewegung und Illusion zu einer eigenen Kunstform verschmelzen. Foto: Rudi Gigler (2026)

Vom 5. bis 8. Februar 2026 verwandelt sich das Kongress- & Theaterhaus Bad Ischl wieder in eine Bühne voller Artistik, Magie und moderner Varietékunst. Und diesmal durfte ich etwas erleben, das man als Journalistin selten bekommt: einen Blick hinter die Kulissen.

Ich war zufällig in Bad Ischl — eigentlich wegen eines Zaunerstollens — und landete mitten in den Proben. Freimuth Teufel, der Intendant des WinterVarietés, empfing mich freundlich und lud mich ein, bei den technischen Abläufen und ersten Szenen dabei zu sein. Für mich ein Geschenk: Denn erst hinter dem Vorhang sieht man, wie viel Arbeit, Präzision und Timing in einer Show stecken, die für das Publikum später mühelos wirkt.

Jeder Satz des Moderators muss sitzen. Jeder Szenenwechsel muss fließen. Licht, Musik, Technik, Regie — alles greift ineinander wie ein Uhrwerk.

Und mittendrin die Künstler:innen, die mit unglaublicher Konzentration und Energie arbeiten.

Einige Eindrücke aus den Proben – Momente, in denen Licht, Bewegung und Präzision zu einer eigenen Sprache werden.

Mein persönliches Highlight: Chris Cross und seine Lasershow „Flausen“

Chris Cross, ein junger Choreograph, der bereits bei Die große Chance und Supertalent im Semifinale stand, hat sich auf Laser-Choreografien spezialisiert. Was bei den Proben entstand, waren sensationelle Bilder — eine Mischung aus Tanz, Licht und Illusion, die man so schnell nicht vergisst.

Seine neue Show „Flausen“ ist modern, überraschend und technisch beeindruckend. Für mich: ein klarer Höhepunkt des Programms.

Varietéträume – eine artistische Weltreise

Die neue Produktion des WinterVarietés trägt den Titel „VARIETÉTRÄUME – Eine artistische Weltreise“ und hält, was sie verspricht:

  • internationale Varietékünste
  • zauberhafte Luftakrobatik
  • innovative Jonglage
  • hochwertige Akrobatik
  • magische Momente
  • mitreißende Comedy

Moderiert wird die Show von Manuel Horeth, dem ORF‑Mentalexperten. Dazu kommen stimmungsvolle Projektionen, ein erstklassiges Lichtdesign von Mike Heid und eine Klangwelt, die das Publikum mitnimmt.

Ein weiterer Höhepunkt: The Magic Man – Willi Auerbach

Wenn Präzision zur Illusion wird: Der Magier hebt die Schwerkraft auf. Foto: Rudi Gigler (2026)

Besonders beeindruckt hat mich der „fliegende“ Magier Willi Auerbach, Deutscher Vizemeister der Magie. Für das Publikum scheint er tatsächlich schwerelos über die Bühne zu gleiten — eine Illusion, die weltweit nur wenige Künstler zeigen. Ein Moment, der Staunen garantiert.

Für alle, die Varieté lieben

Das WinterVarieté Bad Ischl ist längst ein Fixpunkt im Februar. Wer Varieté mag, wird hier auf seine Kosten kommen — und wer es noch nicht kennt, wird überrascht sein, wie vielfältig, modern und poetisch diese Kunstform sein kann.

Weitere Eindrücke und aktuelle Informationen finden Sie auf der Website des WinterVarieté Bad Ischl – dort, wo die Magie ihren Ursprung hat. https://wintervariete.at/

Kunst, die bewegt. Kunst, die überrascht. Kunst, die Spuren hinterlässt. Das Museum der Moderne Salzburg zeigt 2026 neue Blickwinkel

© Museum der Moderne Salzburg, Foto: Wildbild

Das Museum der Moderne Salzburg präsentierte sein Jahresprogramm 2026 – und es verspricht ein dynamisches, vielfältiges Ausstellungsjahr, das den aktuellen künstlerischen Zeitgeist präzise einfängt. Die Saison startet am 1. April 2026 mit einem der bedeutendsten Künstler unserer Zeit: Georg Baselitz, Wahl-Salzburger und international gefeierter Maler.

Georg Baselitz – Zwei Ausstellungen, zwei Blickwinkel

MdM Mönchsberg: 1.4.–18.10.2026 Rupertinum: 3.7.–4.10.2026

Anlässlich seines 88. Geburtstags widmet das Museum der Moderne dem Künstler gleich zwei Ausstellungen an beiden Standorten.

  • Am Mönchsberg stehen die späten, großformatigen Gemälde der letzten zehn Jahre im Mittelpunkt – darunter auch ganz neue Arbeiten. Besonders die eindrucksvollen Doppelporträts reflektieren Themen wie Alter, Verletzlichkeit, Vergänglichkeit und die Biografie des Künstlers sowie seiner Frau Elke.
  • Im Rupertinum liegt der Fokus auf frühen grafischen Arbeiten, in denen Baselitz sich mit deutscher Geschichte, Identität und dem Künstler‑Ich im geteilten Deutschland auseinandersetzt. Die Präsentation folgt erstmals der Struktur seiner vier Manifeste aus den 1960er‑Jahren.
  • Ein kraftvoller Auftakt in das Ausstellungsjahr.

Stano Filko – Eine umfassende Retrospektive

MdM Mönchsberg: 3.4.2026–7.2.2027

Zeitgleich eröffnet das Museum eine große Retrospektive des slowakischen Künstlers Stano Filko, einer der visionärsten Figuren der mitteleuropäischen Neo‑Avantgarde.

Die Ausstellung zeigt Arbeiten aus allen Schaffensphasen:

  • frühe Malereien
  • konzeptuelle Experimente
  • begehbare Environments
  • materialreiche Assemblagen
  • großformatige Skulpturen

Filko entwickelte ab den 1960er‑Jahren in Bratislava eine progressive künstlerische Praxis, die ihm internationale Anerkennung einbrachte. 1982 floh er vor dem totalitären Regime in die USA und lebte mehrere Jahre in New York. Die Retrospektive würdigt sein vielschichtiges, radikales Werk in seiner ganzen Breite.

© Museum der Moderne Salzburg, Rupertinum/ Foto: Rainer Iglar

Charlotte Perriand – Moderne leben Rupertinum: 1.5.–19.9.2026

Im Mai widmet das Museum der Moderne der französischen Architektin und Designerin Charlotte Perriand die erste große Retrospektive in Österreich.

Unter dem Titel „Moderne leben: Design, Fotografie, Architektur“ zeigt die Ausstellung:

  • Möbel‑ und Designobjekte
  • architektonische Konzepte
  • fotografische Arbeiten

Perriands Denken war von Anfang an ganzheitlich: Architektur, Design und Fotografie verschmolzen bei ihr zu einem umfassenden Lebens‑ und Gestaltungskonzept. Die Ausstellung entsteht in Kooperation mit den Kunstmuseen Krefeld und der Fundació Joan Miró in Barcelona.

Weitere Ausstellungen 2026

GENERATOR #5 – Georgia Gardner Gray Rupertinum: 3.7.–4.10.2026

Die in New York geborene Künstlerin gehört zu den spannendsten jungen Malerinnen unserer Zeit. Ihr Werk umfasst figurative Malerei und performative Elemente. Die Reihe GENERATOR präsentiert jährlich junge Positionen – 2026 steht Gardner Gray im Mittelpunkt.

Neugier im Fluss – Salzburger Kunst zwischen Aufbruch und Erinnerung

MdM Mönchsberg: 2.10.2026–4.4.2027

Diese Ausstellung versammelt Künstler:innen mit Salzburg‑Bezug und untersucht Themen wie Landschaft, Berge, Wasser, Aufbruch und Erinnerung. Erwartet werden überraschende Brüche, neue Blickwinkel und Perspektiven, die über gewohnte Grenzen hinausgehen.

Workshops, Vermittlung & Programme für Kinder und Jugendliche

Auch 2026 setzt das Museum der Moderne auf ein breites Vermittlungsangebot:

  • Miniatelier (3–5 Jahre)
  • Atelier 6+ (6–10 Jahre)
  • Workshops in allen Schulferien
  • CRASHKURS für Jugendliche – nach dem erfolgreichen Start 2025 wieder mit zwei Kursblöcken im Frühjahr und Herbst

Die jungen Teilnehmer:innen tauchen in die Themenwelten verschiedener Künstler:innen ein und können im Atelier frei experimentieren.

Ausblick

2026 wird ein spannendes, vielschichtiges Jahr im Museum der Moderne Salzburg. Ein Jahr, das dazu einlädt, sich einzulassen, zu entdecken, zu staunen — oder wie das Museum selbst sagt:

Lassen wir uns einfach hineinfallen.

Weibliche Linien im Feld des Unausgesprochenen

Drei Frauen. Drei Linien. Drei Positionen.

FRAU — nicht das schwache Geschlecht, sondern das übersehene. Sie bringt Leben, hält Systeme zusammen, denkt in Kreisen, nicht in Hierarchien.

Und doch: Sie soll schön sein. Nicht zu laut. Nicht zu klug. Nicht zu viel.

Modezeitschriften, Schminke, Frisuren — ein ästhetisches Korsett.

FRAU ist nicht das Ornament der Welt. Sie ist ihr Ursprung.

Sie arbeitet, erzieht, pflegt, denkt, fühlt — und wird dennoch an den Rand gestellt.

Warum? Warum wird sie beschämt, übersehen, ermordet?

Und trotzdem steht sie da. Nicht hinter dem Mann. Sondern neben ihm. Vor ihm. In sich selbst.

FRAU ist nicht das Echo. Sie ist die Stimme.

Kosmos Zauberflöte – Eine Reise in Mozarts Weltwerk

Wo Märchen, Ritual und Musik zu einem eigenen Universum verschmelzen

Ausstellungsansicht im Mozart-Wohnhaus: Mozarts Hammerklavier und historische Porträts im Zentrum der Sonderausstellung „Kosmos Zauberflöte“. Foto: Rudi Gigler, 2026

Sonderausstellung im Mozart-Wohnhaus zu Mozarts 270. Geburtstag

Wenn man das Mozart‑Wohnhaus betritt, verändert sich etwas. Die Schritte werden leiser, die Luft dichter, und plötzlich steht man in einem Raum, der weniger Ausstellung ist als ein Übergang: ein Schimmer zwischen Märchen und Ritual, zwischen Bühne und Wirklichkeit. „Kosmos Zauberflöte“ öffnet sich nicht wie eine Schau, sondern wie ein Tor — hinein in die Entstehungsgeschichte eines Werkes, das seit 1791 die Welt begleitet.

Ausstellungsansicht mit Theaterzettel und Spazierstock: Geschichte und Symbolik nebeneinander. Der Blick auf Mozarts Weltwerk verdichtet sich hier in Text und Objekt. Foto: Wolfgang Lienbacher, ISM_Kosmos-Zauberfloete_Klumpner-Spazierstock_Gatewood-Theaterzettel_1_c_Wolfgang-Lienbacher_437

Die Ausstellung zeigt nicht nur Objekte – sie zeigt die Geburt eines Weltwerks. Schikaneders Libretto, Mozarts Clavichord, historische Bühnenbilder: Alles fügt sich zu einem Bild, das weit über die Oper hinausweist. Es öffnet sich ein Kosmos, der weder Märchen noch Mythos sein will – und doch beides ist. Die Zauberflöte, geboren aus Schikaneders Feder und beflügelt von Mozarts Musik, entfaltet sich hier als Werk, das die Menschheit seit Jahrhunderten begleitet.

Zwischenfrage? Wer war Schikaneder? Emanuel Schikaneder (1751–1812) war Schauspieler, Sänger, Dichter – und der Mann, der das Libretto zur Zauberflöte schrieb. Ein Freund und Weggefährte Mozarts, mit dem er dieses Werk aus dem Nichts erschuf.

Das Libretto und der Theaterzettel von 1791 – die Geburt auf Papier

Original-Theaterzettel zur Uraufführung der „Zauberflöte“ am 30. September 1791 im Theater auf der Wieden. Emanuel Schikaneder als Librettist und Papageno, Wolfgang Amadé Mozart als Dirigent – ein historisches Dokument, das den ersten Atemzug eines Weltwerks festhält. Foto: Rudi Gigler, 2026

Zwei Blätter, die die Welt veränderten. Das Libretto – Schikaneders Handschrift der Fantasie. Der Theaterzettel – nüchtern, fast bürokratisch, und doch der erste Atemzug eines Weltwerks.

Man begreift beim Hinsehen: Bevor Musik erklingt, bevor Bühnenbilder entstehen, bevor ein Publikum atmet, braucht es ein Blatt Papier, das den Mut hat, zu beginnen.

Das Clavichord – Mozarts leises Labor

Mozarts Clavichord – das leise Labor der Zauberflöte. Auf diesem Instrument entstanden die ersten Töne der Oper, im Flüsterton, fern von großen Sälen. Ein stilles Zeugnis dafür, dass Weltwerke oft im Kleinen beginnen. Foto: Rudi Gigler, 2026

Es steht da, unscheinbar, fast schüchtern. Ein Instrument für die Stille, nicht für den großen Saal. Auf diesem Clavichord hat Mozart die Zauberflöte komponiert – Töne, die heute die Welt füllen, entstanden hier im Flüsterton. Ein stiller Hinweis darauf, dass große Werke oft im Kleinen beginnen.

Mozarts Gehstock – ein Symbol zwischen zwei Welten

Ausstellungsobjekt im Mozart-Wohnhaus: Mozarts Spazierstock mit Sphinxkopf, übergeben an den ersten Sarastro der Uraufführung. Ein stilles Symbol für den Übergang vom realen Komponisten zur rituellen Figur. Der Griff wirkt wie ein Wächter zwischen zwei Welten. Foto: Wolfgang Lienbacher, ISM_Kosmos-Zauberfloete_Spazierstock_c_Wolfgang-Lienbacher_635

Ein einfacher Stock, und doch ein Stück Mythos. Der Sphinxkopf am Griff wirkt wie ein Wächter zwischen der realen Welt des Komponisten und der symbolischen des Sarastro.

Mozart schenkte diesen Stock dem ersten Sarastro der Uraufführung – ein stiller Übergang von Mensch zu Rolle, von Alltag zu Ritual.

Bühnen- und Kostümentwürfe – die wandelnden Gesichter der Zauberflöte

Über zwei Jahrhunderte hinweg haben Künstler versucht, die Zauberflöte zu fassen: als Märchen, als Traum, als Ritual, als politisches Gleichnis.

Jeder Entwurf ist ein Versuch, das Unfassbare zu greifen. Federn, Sterne, Tempel, Lichtkegel – und die Erkenntnis: Die Zauberflöte ist kein Werk, das man besitzt. Sie ist ein Werk, das man immer wieder neu erfindet.

Die Kostüme der Salzburger Festspiele – Körper gewordene Musik

Kostüme der Salzburger Festspiele: Farben, Stoffe und Formen, die Musik sichtbar machen – als Haut der Oper. Foto: Christa Linossi, 2026

Stoffe, die Geschichten tragen. Farben, die Charaktere formen. Ein Papageno, der in Federn lacht. Eine Königin der Nacht, die in Dunkelheit glitzert.

Diese Kostüme sind nicht nur Kleidung – sie sind die Haut der Oper, das sichtbare Echo der Musik.

Die Freimaurer-Symbolik – das unsichtbare Gerüst

Nicht als Objekt ausgestellt, aber überall spürbar: Dreiklänge, Lichtachsen, Prüfungswege.

Die Zauberflöte ist ein Ritual, das sich als Märchen tarnt. Und die Ausstellung zeigt genau dieses Doppelspiel: die kindliche Oberfläche und die philosophische Tiefe.

Mozarts letzter Weg – ein stiller Abschied

Historische Konzertgeige aus Mozarts musikalischem Umfeld. Ein Instrument, das nicht nur Klang, sondern auch Nähe zum Komponisten trägt – als Teil seines gelebten Kosmos. Foto: Rudi Gigler, 2026

Am 5. Dezember 1791 verstarb Wolfgang Amadé Mozart überraschend im Alter von nur 35 Jahren. Wenige Monate zuvor hatte er persönlich die Premiere der Zauberflöte dirigiert – ohne dass jemand im Publikum ahnte, dass dies einer seiner letzten großen Auftritte sein würde. In diesem Wissen wirkt die Oper heute, wie ein Vermächtnis: ein Werk, das Licht, Prüfung und Menschlichkeit feiert, während sein Schöpfer bereits am Rand des Abschieds stand.

Tauchen Sie ein in die Welt der Zauberflöte — diesmal nicht als Oper auf der Bühne, sondern als Ausstellungsraum, in dem ihre Entstehung sichtbar wird. Ein Besuch, der den Blick auf Mozarts Meisterwerk erweitert und den Weg dorthin mehr als lohnt.

Mozart Wohnhaus in Salzburg | Museum | Wolfgang Amadé Mozart | Internationale Stiftung Mozarteum | Jetzt Tickets sichern!

Papier lebt. Auch im 21. Jahrhundert.

FASZINATION PAPIER – Rembrandt bis Kiefer

Anselm Kiefer: Der gestirnte Himmel über mir und das moralische Gesetz in mir, 1997 © Albertina, Wien

Ein Mensch liegt im Wasser, der Blick geht nach oben, dorthin, wo der Himmel nicht antwortet, aber leuchtet. Anselm Kiefers Werk ist mehr als ein Bild — es ist ein Denkraum zwischen Kosmos und Gewissen. Als Titelbild dieser Ausstellung öffnet es den Raum für alles, was Papier tragen kann: Sehnsucht, Erinnerung, Widerstand.

Albertina Wien | 11. Dezember 2025 – 22. März 2026

Mein persönlicher Blick:

Papier begleitet mich seit meiner Kindheit: als Fläche, als Geheimnis, als stiller Raum, in dem Linien entstehen wie Wanderwege in einer Landschaft. Wenn ich Papier berühre, denke ich an das Rascheln von Blättern, an die Stille der Berge, an die Spur, die eine Hand hinterlässt, wenn sie wirklich etwas ausdrücken will.

In unserer digitalen Welt, in der vieles laut, schnell und flüchtig geworden ist, berührt mich dieses einfache Material heute mehr denn je. Vielleicht, weil es uns zwingt, langsamer zu werden. Vielleicht, weil es uns erinnert, dass jede Spur eine Berührung braucht.

Die Ausstellung Faszination Papier in der Albertina hat genau dieses Gefühl in mir wachgerufen: eine Rückkehr zum Ursprung des Gestaltens — dorthin, wo die Hand das Material berührt und die Idee ihren ersten Atemzug bekommt.

Angela Glajcar: 2014-061 Terforation, 2014 © Albertina, Wien | Foto: Max Brucker

Papier wird Raum. Angela Glajcar verwandelt das fragile Material in eine geologische Skulptur — Schicht für Schicht, Schnitt für Schnitt. Was leicht wirkt, trägt Tiefe. Was hängt, hält Gedanken. Diese Arbeit ist nicht nur Objekt, sondern eine Einladung, Papier als Körper zu begreifen.

Ein Material im Zentrum

„Faszination Papier“ lautet der Titel der außergewöhnlichen Ausstellung in der Basteihalle der Albertina. In einer Zeit, in der Papier im Alltag fast ins Abseits geraten ist, richtet diese Schau den Blick wieder auf das Wesentliche: auf das Material selbst. Auf das Zeichnen, Schreiben, Schneiden, Prägen, Falten — auf das unmittelbare Gestalten ohne digitale Vermittlung.

Papier wird hier nicht als bloßer Träger verstanden, sondern als Akteur. Als etwas, das Widerstand leistet, sich formen lässt, sich entfaltet, sich verwandelt.

Ein Schatz aus 600 Jahren Kunstgeschichte

Die Albertina beherbergt — neben dem Louvre und dem British Museum — eine der größten Sammlungen von Kunst auf Papier weltweit. Zeichnungen, Druckgrafiken, Aquarelle, Skizzen, Experimente.

Zum 250‑jährigen Jubiläum widmet das Haus diesem reichen Bestand eine große Ausstellung. Rund 140 Werke zeigen die Vielfalt dessen, was Papier sein kann: Träger, Objekt, Körper, Raum.

Kapitel einer Materialbiografie

Die Ausstellung ist in thematische Räume gegliedert — fast wie Kapitel eines Buches, das die Geschichte des Papiers erzählt:

AUS SCHNITT Der Schnitt öffnet das Material, macht es durchlässig, plastisch, neu.

EINDRÜCKLICH UND EINPRÄGSAM Prägungen verwandeln Papier in Relief — Spuren von Werkzeugen, Druckplatten, Berührungen.

DIE WELT IM ÜBERBLICK Karten, Vermessungen, Versuche, die Welt zu fassen und zu verkleinern.

DIE FERNE GANZ NAH Papier als Fenster zum Kosmos — als Ort der Sehnsucht und Orientierung.

VIELE TEILE – EIN GANZES Fragmente, die erst im Zusammenspiel Bedeutung entfalten.

ICH BIN PAPIER Papier als Bühne des Selbst: Identität, Spur, Beobachtung.

ENTFALTUNG IM RAUM Wenn Papier über sich hinauswächst und den Raum erobert.

Ein Beispiel: Rembrandt ganz nah

Rembrandt Harmensz. van Rijn: Selbstbildnis mit aufgerissenen Augen, 1630 © Albertina, Wien

Unter den ausgestellten Werken findet sich auch Rembrandts kleines, aber intensives „Selbstbildnis mit aufgerissenen Augen“ (1630). Nur wenige Zentimeter groß — und doch ein ganzes Universum an Ausdruck.

Die Technik dahinter:

  • Radierung: Metallplatte mit Ätzgrund, Linien werden eingeritzt, Säure frisst Vertiefungen. Ergebnis: feine, weiche Linien.
  • Kaltnadel: Die Nadel ritzt direkt in das Metall. Ergebnis: kräftige Linien, Grate, samtige Schatten.

In diesem winzigen Gesichtsausdruck liegt eine ganze Epoche — und die Erinnerung daran, wie unmittelbar Kunst auf Papier wirken kann.

„Faszination Papier“ ist mehr als eine Ausstellung. Es ist eine Einladung, das Material neu zu betrachten — als Spur, als Körper, als Denkraum.

Denn vielleicht erinnert uns Papier gerade deshalb an etwas Wesentliches: dass jede Spur eine Berührung braucht und dort jede Geschichte beginnt.

Ausstellung: 11. Dezember 2025 bis 22. März 2026, Albertina Wien Weitere Informationen: http://www.albertina.at

Spuren eines Menschbildes in der Geometrie des Unsichtbaren

Drei Körper. Drei Haltungen. Drei Versuche, Stärke zu zeigen. Doch unter jeder Linie liegt etwas anderes: Nicht Härte, sondern Suche. Nicht Dominanz, sondern Orientierung. Nicht Unverwundbarkeit, sondern ein leiser Riss.

Die Muster in den Körpern erzählen von inneren Räumen: Spiralen, die sich verlieren. Geometrien, die Ordnung versprechen. Kreise, die mehr verbergen als zeigen. Sie sind keine Ornamente, sondern Spuren eines Menschbildes, das viele Männer in sich tragen mussten.

Diese Arbeiten sprechen nicht über Männer, sondern über ein Bild, das viele von ihnen tragen mussten: Stärke zeigen, funktionieren, stillhalten. Ein altes Bild, das noch immer Schatten wirft.

Vom Alpenrand zum Eismeer: Meine Reise zu Oulu 2026

Ein Blick auf Europas neue Kulturhauptstadt, wo Stille zu Präsenz wird und Licht eine eigene Sprache spricht.

Promenade‑Installation „OULU ❄ 2026“ mit Sonnenblumen am Seeufer. Foto: Linnea Laatikainen, Family Meeting 2025

Wieder einmal ist es so weit: Zwei Städte aus den EU-Mitgliedstaaten teilen sich 2026 den Titel Europäische Kulturhauptstadt. Ein kurzer Blick zurück: 1985 wurde diese Erfolgsgeschichte auf Initiative der damaligen griechischen Kulturministerin Melina Mercouri ins Leben gerufen. Seitdem hat sich die Kulturhauptstadt zu einem der ehrgeizigsten Kulturprojekte Europas und zur bekanntesten Kulturinitiative der EU entwickelt.

Ihr Ziel ist klar: Den Reichtum und die Vielfalt europäischer Kulturen sichtbar machen und als Botschafter eines offenen, toleranten Europas wirken.

Die Auswahl erfolgt durch eine EU-Jury, unterstützt von zwei nationalen Expertinnen. Das Verfahren ist zweistufig und beginnt bereits sechs Jahre vor dem Veranstaltungsjahr mit einer nationalen Ausschreibung.

2026 wird ein spannendes Jahr: Oulu in Finnland und Trenčín in der Slowakei tragen den Titel und werden zu kulturellen Aushängeschildern Europas. Was hinter dem Konzept der Kulturhauptstädte steckt – und wie es Städte nachhaltig verändert – zeigt sich besonders eindrucksvoll im hohen Norden.

Oulu 2026 – Wo Europa leise wird

Vom Alpenrand bis an die Küste des Eismeers: Oulu wird 2026 zur europäischen Kulturhauptstadt – und zeigt, wie Kultur aus Stille, Weite und Gemeinschaft entsteht. Eine Reise in den hohen Norden, dorthin, wo Licht eine eigene Sprache spricht und eine Stadt leise, aber klar Europa überrascht.
Stadtansicht von Oulu mit Fluss und Brücke. Foto: Rosa Ruuskanen, Oulun Matkailu – Visit Oulu

Ich beginne mit Oulu, das seine Kulturhauptstadt am 16. Jänner 2026 eröffnet.

Und dort, wo Europa leise wird, liegt Oulu – fast am Ende des Kontinents. Wo das Licht im Winter nur ein schmaler Atemzug ist und der Sommer die Nacht vergisst. Eine Stadt, die gelernt hat, mit Stille zu sprechen und mit Kälte zu denken. 2026 wird sie laut – aber nicht schrill, sondern klar.

Oulu trägt die Kulturhauptstadt wie ein Nordwind: nicht als Dekoration, sondern als Bewegung. Die Stadt will nicht glänzen, sie will berühren. Sie will zeigen, wie Kultur entsteht, wenn Menschen mit Wetter, Dunkelheit und Weite leben.

Oulu ist kein klassisches Kulturzentrum. Die Stadt ist rau, ehrlich, ungeschönt. Ein Ort, an dem man Kultur nicht konsumiert, sondern mitträgt.

Finnland: Glück, Technologie und Kultur

Oulu liegt im hohen Norden Finnlands – einem Land, das regelmäßig zu den glücklichsten der Welt zählt. Finnland ist bekannt für:

  • seine Eishockeyspieler
  • seine Saunen
  • seine düsteren Heavy-Metal-Bands
  • seine skurrilen Weltmeisterschaften (Gummistiefelweitwurf, Luftgitarre, Frauentragen)
  • und für technologische Innovationen

Mit dem Telekommunikationsriesen Nokia ist Finnland ein globaler Technologiestandort. Oulu selbst beherbergt einen großen Nokia-Campus, der sich auf 5G- und 6G-Technologien konzentriert. Forschung und Bildung sind hier tief verankert – ebenso wie eine lebendige Kunstszene, geprägt von der Nähe zur Natur.

Oulu2026 – Kultur als Bewegung

Kultur, Kunst und vielfältige Veranstaltungen erobern 2026 die gesamte nordfinnische Region. Das Programm Oulu2026 wird von Hunderten Künstlerinnen und Künstlern aus Oulu, Finnland und ganz Europa getragen.

Es ist ein Jahr, das zeigen will, wie Kultur aussieht, wenn sie aus einer Landschaft kommt, die von Licht, Wetter und Weite geprägt ist.

And the Flowers Are Melting – Fragile Räume von Isabell Rauchenbichler

Isabell Rauchenbichler und Mirela Baciak, MA im Künstlerhaus Salzburg – ein Moment zwischen Werk und kuratorischer Präsenz. Foto: Christa Linossi

Ein stiller Auftakt ins neue Jahr: Im Künstlerhaus zeigt Isabell Rauchenbichler eine Werkserie aus Wachs, Licht und Erinnerung. Fragil. Schwebend. Nachhallend.

Parallel zur Jahresausstellung öffnet sich im kleinen Kabinett des Künstlerhauses ein stillerer, konzentrierter Raum. Hier zeigt die Salzburger Künstlerin Isabell Rauchenbichler ihre neue Werkserie „And the Flowers Are Melting“ – Arbeiten, die das Zusammenspiel von Wachs, Licht, Oberfläche und Erinnerung ins Zentrum rücken.

Bienen dienen ihr dabei nicht als Motiv, sondern als Denkfigur: als Architektinnen des Ephemeren, als Meisterinnen jener Strukturen, die halten und zugleich nachgeben. Rauchenbichler, die im Vorjahr den Förderpreis der Stadt Salzburg erhielt, arbeitet mit Materialien, die Erinnerungen speichern wie Haut: Wachs, Stoff, Schichten, die Licht durchlassen und zugleich verbergen. Ihre Objekte wirken, als befänden sie sich im Moment des Betrachtens im Wandel – schmelzend, erstarrend, wieder auftauchend. Ein leises Vibrieren zwischen Naturmetapher und innerem Raum.

Schwebender Kokon aus Luftpolsterfolie – zwischen Schutzhaut und Nest, durchleuchtet wie ein innerer Raum. Foto: Christa Linossi – Arbeit von Isabell Rauchenbichler

Im Zentrum des Raumes steht ein großes Objekt aus Luftpolsterfolie, von der Künstlerin „Cluster“ genannt. Es erinnert an ein Nest – weder eindeutig Biene noch Wespe – und wird von einer LED-Lampe durchleuchtet. Ein hybrides Gebilde, das an die Architektur des Bienenstocks anknüpft, ohne sie zu imitieren.

Zur linken Seite befinden sich Arbeiten auf Bienenwachs, mit Pigment und Öl gezeichnet: Milky Way, Cirrous, Breeze und Peak. Filigrane, empfindliche Oberflächen, in denen Fragmente auftauchen – ein Stuhl, eine Tastatur, eine rote Treppe. Spuren, die wirken wie Erinnerungsreste, eingeschrieben in ein Material, das zugleich schützt und dem Verfall ausgesetzt ist.

Stuhl, Tastatur, rote Treppe – Spuren wie Erinnerungsreste, eingeschrieben in schützendes Wachs. Foto: Christa Linossi – Arbeit von Isabell Rauchenbichler

Neben diesen Wachsstrukturen zeigt Rauchenbichler auch Arbeitsanzüge, die an eine lange Tradition erinnern, in der Kleidung den arbeitenden Körper repräsentiert. Hier fungieren die Overalls sowohl als Überreste als auch als Bildträger. Drei bemalte Anzüge tragen die Titel Secret Garden, Soft Bones und Quasiterrestrial Dance. Letzterer verweist auf einen „fast irdischen“ Tanz – eine Bewegung zwischen Bodenhaftung und Transzendenz, die sich gut in Rauchenbichlers Natur‑ und Körpermetaphorik einfügt.

Schutzhaut mit Erinnerungsspuren – Arbeitsanzüge als textile Archive, bemalt, bewahrt, befragt. Foto: Christa Linossi – Arbeit von Isabell Rauchenbichler

Das Studio erweist sich als idealer Ort für diese fragile, poetische Werkserie. Die Installationen wirken leicht, fast schwebend, und öffnen einen Wahrnehmungsraum, der weniger zum Durchdringen als zum Beobachten einlädt – und dennoch nachhallt.

Isabell Rauchenbichler (1972, Salzburg) studierte Bildende Kunst an der Kunstuniversität Linz bei Ursula Hübner.  In ihren Arbeiten verbinden sich Malerei und Objekt zu fragilen, raumbezogenen Installationen, in denen die Wahrnehmung selbst Teil des Werkes wird.

Ein leiser Auftakt ins neue Jahr – und ein Werk, das noch lange nachklingt.