
When the pain reaches the soul and the
pain becomes unbearable. The soul is reflected
in the water and hopes to drown the pain in the water



Zhang Huan „My Temple“
bis 29. September 2015
Die Salzburg Foundation präsentiert das zweite Kunstprojekt Krauthügel in Salzburg. Das Kunstprojekt Krauthügel ist eine auf fünf Jahre angelegte Kooperation zwischen der Salzburg Foundation, der Erzabtei St. Peter und der Stiftung für Kunst und Kultur e.V. 2014 war Tony Cragg der erste Künstler der seine drei einzigartigen Bronzeskulpturen „Points of View“, „Runner“ und „Mixed Feelings“ auf dem Krauthügel präsentierte. Weiterlesen

Der 6. Juni 2026 war einer dieser Tage, an denen der Himmel über Salzburg so weit wirkt, als hätte jemand die Grenzen der Welt ein Stück nach außen geschoben. Ich entschloss mich, auf den Untersberg, den Hausberg der Salzburger, zu fahren — nicht nur, weil er mich immer wieder ruft, sondern weil dort oben eine Buchpräsentation stattfinden sollte: Siegfried Siller stellte sein neues Werk „Der Untersberg“ vor.
Die Idee, ein Buch am Berg selbst zu präsentieren, war mehr als charmant. Sie war stimmig. Fast selbstverständlich. Ein Buch über den Untersberg gehört nicht in eine Buchhandlung — es gehört in den Wind, in die Höhenluft, in die Steinadern dieses Bergstocks.
Doch bevor ich zur Lesung komme, wollte ich den Leserinnen und Lesern zeigen, was dieser Berg wirklich ist — abseits der Touristenpfade.
Der Berg, der alles zeigt – und nichts preisgibt
Ich nahm nicht den üblichen Weg. Die Gondel spuckt täglich Scharen von Menschen aus, die in sieben Minuten auf 1.900 Meter schweben und dort oben staunend stehen bleiben, als hätten sie gerade eine neue Welt entdeckt. Und ja — der Blick ist überwältigend:

Ein Panorama, das niemand vergisst. Und in unserer digitalen Zeit wird es festgehalten, geteilt, vervielfältigt — ein Berg, der tausendfach in die Welt hinausgeschickt wird und doch immer derselbe bleibt.

Der Untersberg ist schön, ja. Aber er ist auch zerklüftet, steinig, durchzogen von Latschenfeldern, die ihre eigenen Gefahren bergen. Er ist ein Berg voller Mythen, voller Geschichten, voller Echos. Doch heute wollte ich nicht über Sagen sprechen — sondern über das, was ich sah.
Die Buchpräsentation – schlicht, ehrlich, bergnah

Beim Zeppezauerhaus, auf etwa 1.600 Metern, fand die Lesung statt. Ein Ort, an dem Wanderer und Bergsteiger Rast machen, bevor sie weiterziehen. Ein Ort, der passt.
Siegfried Siller, Bergsteiger, Musiker, Untersberg‑Kenner, las Passagen aus seinem Buch. Zwischen Windböen und Sonnenflecken auf der Terrasse entstand eine Präsentation, die nichts brauchte außer sich selbst: schlicht, authentisch, bergnah.

Mit dabei: Wolfgang Greiner, Musiker und Maler, der Blues spielte und einen selbst komponierten Song über den Untersberg und die Kaiser‑Karl‑Legende. Es war ein Moment, in dem Musik und Berg sich gegenseitig verstärkten.
Ein Gespräch am Rande – die Social‑Media‑Welt am Berg
Zwischendurch kam ich mit einer jungen Social‑Media‑Dame ins Gespräch. Sie filmte eifrig, erzählte mir, sie kenne meinen Blog — „diese anderen Texte“, wie sie sagte. Ihr Kompliment war ehrlich, ihre Offenheit erfrischend.
Sie berichtete stolz von 80.000 Klicks auf ihrem Video zur Buchpräsentation. Ich musste schmunzeln. In der digitalen Welt gilt ein Klick schon als Interesse. Der Untersberg zieht viele Blicke an — aber nicht alle bleiben hängen.
Ein leiser Moment des Irritierens
Etwas irritiert war ich, als der Autor darauf hinwies, dass sein Projekt ohne freiwillige Unterstützung kaum realisierbar sei. Ein Zeichen der Zeit. Viele Kunstschaffende sind inzwischen zu Bittstellern geworden — nicht aus Mangel an Talent, sondern aus Mangel an Strukturen.
Beobachtungen am Berg – und ein stiller Appell
Der Untersberg ist ein hochalpines Gebiet. Und doch sieht man Menschen mit Flipflops, mit Kinderwagen, mit einer Sorglosigkeit, die fast rührend ist — und gleichzeitig gefährlich. Viele wissen nicht, was ein Berg ist. Dass er nicht nur Aussicht bedeutet, sondern auch Verantwortung.
Salzburg ist weltbekannt. Die Touristen kommen aus Ländern ohne Berge, ohne alpine Erfahrung. Sie sehen die Gondel und glauben, oben sei es wie unten. Doch hier gilt: Fehlalarm.
Zum Glück wird inzwischen besser informiert — durch Tourismusstellen, durch die Seilbahn selbst.

Ein Tag, der bleibt
Es war ein Tag voller Eindrücke: Berg, Buch, Menschen, Musik, Gespräche, Beobachtungen. Ein Tag, der zeigt, wie vielschichtig der Untersberg ist — und wie sehr er uns spiegelt.
Ein Berg, der nie nur Kulisse ist. Ein Berg, der immer antwortet, wenn man ihn besucht.

Es gibt Orte, an denen Geschichte nicht nur sichtbar ist, sondern hörbar. Die Goldene Stube der Festung Hohensalzburg ist so ein Ort — ein Raum, der seit über 500 Jahren atmet, knarrt, flüstert. Und manchmal auch schweigt, wenn ihm etwas fehlt.
Zwei kleine Fehlstellen in der spätgotischen Holzvertäfelung — kaum größer als eine Hand — öffneten ein Tor in die Zukunft. Denn um diese Lücken zu schließen, brauchte es nicht nur Handwerk, sondern Mut zur Innovation.
Digitalisierung: Ein Lichttaststift für die Vergangenheit
Ein mobiler 3D‑Scanner fuhr über die jahrhundertealten Holzflächen wie ein Chirurg mit Licht. Er erfasste jede Rille, jede Unebenheit, jeden Schatten millimetergenau. Aus diesen Daten entstand ein digitaler Zwilling — ein virtuelles Echo der Fehlstellen, so präzise, als hätte die Festung selbst ihr Gedächtnis geöffnet.
3D‑Druck: Holz, das neu geboren wird
Auf Basis dieses digitalen Abbilds wurden passgenaue Inlays gedruckt — nicht aus Plastik, sondern aus einem biobasierten Holz‑Filament, das nach Fichte und Tanne klingt, wenn man es in der Hand hält.

Die Restauratorin Florentina Woschitz nahm diese gedruckten Stücke entgegen wie Rohdiamanten. Sie strukturierte sie thermisch, färbte sie in Azurit‑Blau, ließ sie mit den alten Vergoldungen sprechen. Am Ende sah man nicht mehr, wo das Alte endet und das Neue beginnt.



Warum das wegweisend ist
Dieses Verfahren ist mehr als Technik. Es ist ein Versprechen: Dass Restaurierung künftig präziser, sanfter, nachhaltiger wird. Dass historische Substanz nicht geopfert werden muss, um sie zu retten. Dass Handwerk und Hightech keine Gegensätze sind, sondern Partner.
Forschung, die weitergeht
Mit dem Projekt SCSM 2.0 wird die Materialforschung vertieft. Die FH Salzburg, BAUKULTUR2 und die Salzburg Burgen & Schlösser arbeiten daran, Holz, Naturfasern und digitale Fertigung so zu verbinden, dass Restaurierung im 21. Jahrhundert neue Wege gehen kann.
KI in der Restaurierung: Die unsichtbare Maske
Im Gespräch mit Florentina Woschitz öffnete sich ein zweites Fenster in die Zukunft: Die revolutionäre KI‑Folientechnik des MIT.
Ein beschädigtes Gemälde wird hochauflösend gescannt. Die KI analysiert Risse, Farbverluste, Pinselstriche — sie lernt den Stil des Künstlers wie eine zweite Handschrift. Dann druckt ein Spezialgerät eine hauchdünne Polymerfolie, die exakt jene Stellen ergänzt, die fehlen.
Diese Folie wird auf das Original gelegt. Sie berührt es nicht. Sie kann jederzeit rückstandslos entfernt werden. Eine Ergänzung, die da ist — und doch unsichtbar bleibt.
Für Museen bedeutet das: Rettung für Werke, die sonst im Depot verstauben würden. Stunden statt Monate. Reversibilität statt Risiko.
Vom Holz‑Inlay zur KI‑Maske: Ein neues Kapitel der Denkmalpflege
Was in der Goldenen Stube begann, führt weiter in die Welt der Gemälde. Beide Methoden zeigen: Die Restaurierung der Zukunft ist präzise, digital, reversibel — und dennoch zutiefst respektvoll gegenüber dem Original.
Die Festung Hohensalzburg hat damit nicht nur zwei Fehlstellen geschlossen. Sie hat ein Fenster geöffnet: In eine Zukunft, in der Geschichte und Technologie nicht gegeneinander arbeiten, sondern miteinander.

Als Renate Wurm heute zur Pressekonferenz ins Salzburger Filmkulturzentrum DAS KINO lud, lag etwas in der Luft. Kein gewöhnlicher Termin, sondern ein Moment des Übergangs: Nach 35 Jahren verabschiedet sich eine Frau, die dieses Haus geprägt hat wie kaum eine andere.
Seit 2017 leitete sie DAS KINO als Geschäftsführerin – mit ruhiger Hand, klarem Blick und einem Lächeln, das selbst in herausfordernden Zeiten nicht verschwand. Für ihre Verdienste erhielt sie heute das Verdienstzeichen des Landes Salzburg. Landeshauptfrau-Stellvertreter Stefan Schnöll würdigte sie als Persönlichkeit, die das Kino „mit großem Engagement, fachlicher Kompetenz und viel Leidenschaft“ durch Pandemie, Sanierung und Wandel geführt hat.
Ein Haus, das sie mitgestaltet hat
DAS KINO ist Salzburgs einziges Programmkino – ein Ort für Filme abseits des Mainstreams, für künstlerische Qualität, Vielfalt und Originalfassungen. Unter Renate Wurm wurde es zu einem kulturellen Fixpunkt, der Diskussionen anstößt und Geschichten Raum gibt.
Legendär bleibt der Erfolg von „Die beste aller Welten“ (Adrian Goiginger), der im DAS KINO über 23.400 Besucherinnen* erreichte und zahlreiche Preise gewann. Auch Filme wie „Indien“, „Der Fuchs“, „Bowling for Columbine“ oder „Wie im Himmel“ fanden hier ihr Publikum.
2018 brachte DAS KINO das Mobile Kino auf die Reise – ein Open-Air-Projekt, das heute Stadt und Land Salzburg bespielt und mit zwei Projektoren noch mehr Menschen erreicht.
2023 folgte die große Generalsanierung: neue Elektrik, LED-Beleuchtung, Kühlung, Lift – ein Haus im neuen Kleid, bereit für die Zukunft.
Renate Wurm – eine Powerfrau, die nicht stillsteht
„Nach 35 Jahren passionierter Tätigkeit ist es Zeit, das Zepter abzugeben“, sagte sie heute. Doch wer Renate Wurm kennt, weiß: Pension ist für sie ein Wort auf Papier, kein Lebenskonzept. Sie denkt nach vorne, bleibt wach, bleibt neugierig. Eine, die nicht im Wartezimmer sitzt, sondern im Leben.
Ein neuer Kapitän übernimmt
Ab Juli übernimmt Josef Kirchner, seit 2010 im Haus und zuletzt Leiter des Mobilen Kinos. Er bringt Erfahrung, Ideen und Kontinuität – und richtet den Blick bereits auf 2028, wenn DAS KINO seinen 50. Geburtstag feiert: „Ich möchte zeigen, dass dieser Vorreiter der Freien Kulturszene Salzburgs nichts an Bedeutung verloren hat.“

Ein Haus mit Geschichte
DAS KINO wurde 1978 im ehemaligen Lifka-Kino eröffnet – ein Gebäude, das bis ins 15. Jahrhundert zurückreicht. Seitdem wurde es mehrfach erneuert, erweitert und weitergedacht. Ein Ort, der Filmgeschichte atmet und Zukunft schreibt.

Ein Wahnsinn, wie die Zeit vergeht. Kaum sind wir in Saalfelden und Umgebung noch über verschneite Pisten ins Tal gerauscht, steht plötzlich der Sommer vor der Tür – und mit ihm das legendäre Jazzfestival Saalfelden 2026.
Am 27. Mai 2026 wurde das Programm der Medien präsentiert. Die 46. Edition (20.–23. August 2026) zeigt einmal mehr, wie konsequent das Festival neue Wege geht und sein Profil schärft: mehr öffentlicher Raum, mehr Miteinander, mehr Grenzbereiche zwischen Klang, Bild und Bewegung.

Zwei Sonderprojekte im Fokus
MMM – „WAS…“: Eine Partitur als lebender Organismus
Das Trio MMM (Maja Osojnik, Mathias Lenu, Maja Schellander) eröffnet in der Kunsthalle Saalfelden eine auf zehn Jahre angelegte Raum‑ und Klangreise. Ich habe kurz auf YouTube hineingehört: experimenteller Jazz, gewöhnungsbedürftig, aber spannend – sicher nicht jedermanns Geschmack, aber eine konsequente Erweiterung des Jazzbegriffs.
THE BIG SHAKE – Jubiläum für SHAKE STEW
Ganz anders, aber ebenso gemeinschaftlich gedacht: SHAKE STEW kehrt zum zehnjährigen Bestehen mit einem eigens für Saalfelden entwickelten Großprojekt zurück. 2016 spielten sie das Eröffnungskonzert – der Beginn einer außergewöhnlichen Erfolgsgeschichte. Heute zählt das Septett zu den prägenden Formationen der europäischen Jazzszene, ausgezeichnet u. a. mit dem Deutschen Jazzpreis 2021 und dem Amadeus Austria Music Award 2023.
Lukas Kranzelbinder formuliert es treffend: „Es geht einfach darum, ein Medium zu finden, mit dem man das, was man als Musiker in sich hat, gut transportieren kann.“
Starke Pianistinnen, alpine Resonanzen
Das Festival setzt heuer auch klare Akzente für Musikerinnen: Mit Marta Sanchez, Marina Dzukljev, Tamara Stefanovich und Eva Risser stehen gleich mehrere international gefeierte Pianistinnen auf der Bühne.
Die beliebten „We Hike Jazz“-Wanderungen verbinden erneut Naturerlebnis und Konzertformat. Zwei Almkonzerte erweitern den Jazzkontext hinaus in die alpine Landschaft.
Ein besonderer Höhepunkt: Das Konzert auf der historischen Einsiedelei über Schloss Lichtenberg, bei dem Chris Speed (Saxophon) und Cuong Vu (Trompete) einen kontemplativen Gegenpol zum Trubel im Tal setzen. (Ein persönlicher Tipp: unbedingt hörenswert.)
Jazz als soziale, räumliche und künstlerische Praxis
Das Jazzfestival Saalfelden zeigt auch 2026, dass Jazz hier nicht nur präsentiert wird – sondern gelebt, erforscht und in neue Räume getragen wird.
Wenn Jazz für Sie ein Favorit ist, dann tauchen Sie ein in dieses Festival, umgeben von einer wunderbaren Bergwelt, getragen von alter und neuer Jazztradition und immer offen für neue Wege. Wie Landschaften, die bei jedem Schritt etwas Neues entdecken lassen.
Doch der Ursprung jeder Linie bleibt menschlich. Fortschritt ist nur dort gefährlich, wo wir das Denken aus der Hand geben.

Ich zeichnete ein Gehirn. Ein menschliches. Mit Linien, die sich wanden wie Erinnerungen, mit Schatten, die flüsterten wie alte Gedanken. Und während die Linien sich formten, öffnete sich ein Spalt – ein Muster, ein Tunnel, ein Drängen. Die KI preschte hinein, nicht wie ein Feind, sondern wie ein Funke aus einer Zukunft, die längst in uns wohnt.
Wir leben in einer Zeit, in der KI zum Hype geworden ist. Zur Faszination. Zur Angst. Viele fürchten sie, manche ohne zu wissen, dass sie längst mit ihr arbeiten. Doch die Wahrheit ist schlicht: Die KI ist kein Naturphänomen. Sie ist kein Sturm, der vom Himmel fällt. Sie ist Menschenwerk, geboren aus Neugier, aus Erfindungskraft, aus dem uralten Wunsch, Werkzeuge zu schaffen, die weiter reichen als die eigene Hand.
Und dennoch vermenschlichen wir sie. Wir geben ihr Absichten, Gefühle, Machtfantasien. Dabei ist sie nichts anderes als das, was wir aus ihr machen.
KI ist der Bleistift der Zukunft – doch die Hand, die zeichnet, bleibt menschlich.
Die Angst, dass Millionen ihre Arbeit verlieren, ist verständlich. Aber war es nicht genauso, als das Internet die Welt betrat? Damals bebte die Menschheit vor Furcht. Heute ist es unvorstellbar, ohne zu leben. Die Zukunft lässt sich nicht zurückdrehen, und niemand sehnt sich wirklich nach der Steinzeit.
Meine Grafik entstand aus meiner Hand, aus meinem Blick, aus meinem Chaos, und erst danach aus Photoshop – ganz ohne KI. Und doch trägt sie den Abdruck dieser neuen Zeit: Ein menschliches Hirn, und ein Muster, das sich hineinbohrt, nicht zerstörerisch, sondern öffnend. Ein Portal. Ein Übergang. Ein Dialog zwischen Denken und Technologie.
Vielleicht fürchten wir den Fortschritt, weil er immer dort gefährlich wird, wo Macht beginnt, ihn zu missbrauchen. Drohnen, Kriege, politische Spiele – das sind keine Fehler der Technologie, sondern Spiegel des Menschen.
Denn nicht die KI führt Kriege. Nicht die KI hungert nach Einfluss. Nicht die KI entscheidet über Leben und Tod. Es ist der Mensch, der seine Werkzeuge formt – und manchmal vergisst, sich selbst zu formen.
Doch inmitten all dieser Schatten glimmt ein leiser Hoffnungsschimmer: Wenn der Mensch lernt, seine Macht zu zähmen, kann die KI zu dem werden, was sie immer hätte sein sollen – ein Werkzeug des Verstehens, ein Verstärker des Guten, ein Bleistift, der Frieden zeichnet, wo wir selbst nur Linien des Konflikts sahen.

Klimt Zentrum am Attersee, 22. Mai 2026
Poesie der Landschaft – Klimt, Teschner und ein zeitgenössischer Dialog

Diesmal besuchte ich ganz bewusst die Vernissage im Klimt Zentrum am Attersee. Warum? Weil ein zeitgenössischer Künstler eingeladen wurde, seine Werke als Gegenpol zu Gustav Klimt und Richard Teschner zu präsentieren. Sich neben einem Weltkünstler wie Klimt zeigen zu dürfen – das hat Gewicht.
Frau Evelyn Obermaier (Obfrau des Vereins Klimt am Attersee) führte mich vorab durch die Ausstellung und stellte mir den Künstler vor: Pablo Meier‑Schomburg. Ein spannender Mensch – Maler und zugleich Spitzenkoch. Bevor er in der Küche Karriere machte, studierte er Malerei an der Angewandten in Wien. Sein Weg zur Kunst führte ihn über Farben, Formen und Zutaten: Kräuter, Gemüse, Obst – alles Inspirationen, die er in seine Bildsprache überführt und als Hommage an Klimt weiterdenkt.
Meier‑Schomburgs Arbeiten bewegen sich zwischen Klimts Wiener Jugendstil und zeitgenössischer abstrakter Malerei. So entfaltet sich die Ausstellung Poesie der Landschaft – Klimt und Teschner am Attersee als Dialog zwischen Vergangenheit und Gegenwart. In Meier‑Schomburgs Werk „Golden Dialogue“ treffen Farbe, Wasser und Natur aufeinander – eingebettet in die malerische Landschaft des Attersees.

Im Gespräch mit Pablo Meier‑Schomburg
1. Brückenschlag zu Klimt
Meine Frage: Ihre Arbeiten werden als zeitgenössischer Dialog mit Gustav Klimt präsentiert. Was verbindet Sie persönlich mit Klimts Werk – und welche Aspekte haben Ihre eigene Malerei besonders inspiriert?
Antwort von Pablo Meier‑Schomburg:
„Es sind verschiedene Techniken, die Klimt eingesetzt hat, die mich mit ihm verbinden. Besonders der Pointillismus: Klimt hat seine Landschaftsbilder mit kleinen, kurzen Strichen gemalt. Ich arbeite hingegen gerne im Stil des Action Paintings und male am Boden liegend mit Spritztechnik. Am Ende ähneln sich die Ergebnisse dennoch.“
2. Zwei Werke im Fokus
Meine Frage: Zwei Ihrer Arbeiten haben mich besonders angesprochen: der Baum und Ihr abstrakt interpretierter „Kuss“ als Hommage. Welche Gedanken oder Emotionen stehen hinter diesen beiden Werken?
Antwort von Pablo Meier‑Schomburg:
„Neben Klimts Pointillismus berühren mich seine ornamentalen Bilder und die häufige Verwendung von Gold. Ich liebe Der Kuss und habe ihn in meiner abstrakten Welt in Einzelteile zerlegt und neu zusammengesetzt – daher der Titel Zerstörter Kuss. Klimt hat mehrere Lebensbäume gemalt, und es hat mir Freude gemacht, mit meinen eigenen Techniken Ornamentik, Gold und Pointillismus zu vereinen.“
3. Kochen & Kunst
Meine Frage: Sie sind sowohl Koch als auch Maler – zwei kreative Felder, die viel mit Intuition und Komposition zu tun haben. Entstehen beim Kochen manchmal Ideen, die später in Ihre Malerei einfließen?
Antwort von Pablo Meier‑Schomburg:
„Ich bin leidenschaftlicher Koch – und ganz trennen kann man die Dinge nicht. Kochen wie Malen regt alle Sinne an. Es hat mit Leidenschaft, Präzision, Kreativität und einem eigenen Stil zu tun. Je ausgeprägter diese Eigenschaften sind, desto mehr hebt man sich von der Masse ab – als Koch, Restaurantleiter oder Maler.“
Klimt am Attersee: Ein Meisterwerk kehrt heim

Die Ausstellung feiert zugleich die Rückkehr einer besonderen Arbeit: Gustav Klimts Zeichnung „Gertrude Flöge“ (1912), die nach vielen Jahren erstmals wieder am Attersee zu sehen ist.
Klimt und Teschner – zwei Künstler, die unterschiedlicher kaum sein könnten und doch denselben Ort liebten. Der eine arbeitete in der Villa Paulick, der andere in einem Bauernhaus. Der eine malte in zarten, vielfarbigen Nuancen, der andere setzte kräftige Akzente. Beide schufen Landschaften, die bis heute nachwirken.
Pablo Meier‑Schomburg bringt nun einen frischen Blick auf Erinnerung, Natur und Klimts Erbe. Seine pointillistische Technik löst Motive in vibrierende Gefüge aus kleinen Elementen auf. Es geht nicht um Abbild, sondern um Wahrnehmung – um Nähe, Distanz und das bewusste Hinschauen.
Ergänzt wird die Ausstellung durch eine junge Videokünstlerin, Christina Bernhard, die mittels KI ein Video entwickelte, in dem Klimts Bilder in Bewegung geraten.
Eine weitere Brücke führt zur ALBERTINA, die mit dem weltweit ersten digitalen Werkverzeichnis der Zeichnungen Gustav Klimts ein internationales Signal setzt. Was hier am Attersee als poetischer Dialog zwischen Vergangenheit und Gegenwart sichtbar wird, entfaltet sich in Wien als digitale Zukunft der Kunst: dynamisch, interaktiv und wissenschaftlich fundiert. Die ALBERTINA macht Klimts zeichnerisches Erbe nicht nur zugänglich, sondern neu erfahrbar – ein lebendiges Archiv, das Forschung, Öffentlichkeit und Kunstvermittlung miteinander verbindet.
So entsteht ein Spannungsbogen vom historischen Attersee bis zur digitalen Gegenwart: Klimt in der Landschaft – Klimt im Netz – Klimt im kulturellen Gedächtnis.
Die Ausstellung ist bis 25. Oktober 2026 zu sehen. Öffnungszeiten: Mi–Fr 11–17 Uhr | Sa & So 10–17 Uhr.

Es gibt Feste, die man besucht – und es gibt Feste, die einen besuchen. Das Narzissenfest im Ausseerland gehört eindeutig zur zweiten Sorte. Kaum kündigt sich Ende Mai an, beginnt das Tal zu summen, zu duften, zu arbeiten, zu träumen. Und am 31. Mai 2026 ist es wieder so weit: Bad Aussee öffnet seine Arme, seine Plätze, seine Gassen – und lässt die Narzissen sprechen.
Ein Sonntag, der nach Tradition und Tannenduft riecht
Schon ab 9 Uhr morgens füllt sich Bad Aussee mit Musik, Stimmen, Kinderlachen und dem leisen Rascheln von Trachtenstoffen. Volksmusik und Blasmusik lassen das Tal aufblühen – nicht laut, sondern warm, erdig, vertraut. Es ist ein Klang, der nicht nur gehört, sondern gespürt wird.
Der Bootskorso findet immer nur am Altaussee oder Grundlsee statt, heuer findet die Veranstaltung in Bad Aussee statt. Das Fest bleibt dennoch ein Gesamtkunstwerk – nur eben an Land, konzentriert, verdichtet, fast wie ein Bühnenstück, das näher an die Menschen rückt.
Die Figuren – Kunstwerke aus 250 Stunden Liebe
Die Narzissenfiguren sind das Herz dieses Festes. Sie wirken leicht, fast schwebend – doch hinter jeder einzelnen steckt eine Arbeitsleistung, die man nur ehrfürchtig „Wahnsinn“ nennen kann.
Ein Beispiel: Die kleine Figur „Eule Hedwig“ (Startnummer 9) benötigt:
Und das ist nur eine Figur.
Eine Narzisse wiegt 3 Gramm. 15.000 Stück pro Quadratmeter ergeben ein Flächengewicht von 45 Kilogramm. Für Konturen und Effekte kommen Tannenreisig, Moos, Rinde, Flachs, Hobelspäne, Stroh, Heu, Schafwolle oder Federn zum Einsatz – ein Materialmix, der klingt wie ein Gedicht der Natur.
Die Hoheiten – Tradition mit Seidentuch und Krone
45 junge Frauen haben sich beworben, 34 kamen zur Vorauswahl – und am Ende repräsentieren die Narzissenhoheiten ein Jahr lang das Ausseerland. Ausgestattet mit:
Wert: rund 2.500 Euro pro Hoheit. Doch der wahre Wert liegt im Lächeln, das sie tragen – und in der Tradition, die sie weitergeben.
Ein Fest, das nur durch Hände entsteht
3.000 Helferinnen und Helfer. Unzählige Stunden. Ein Verein, der seit 1983 für Heimat- und Denkmalpflege steht. Ein Obmann, der ehrenamtlich führt. Ein Tal, das zusammenarbeitet.
Die Pflückerei beginnt am 28. und 29. Mai, das Stecken am 30. Mai – und am 31. Mai steht alles bereit, als wäre es mühelos entstanden. Doch wir wissen: Mühelos ist hier gar nichts. Es ist Leidenschaft, Tradition, Gemeinschaft.
Ein Fest, das die Welt sieht
Jedes Jahr reisen Tausende an. Sie fotografieren, filmen, posten – und schicken die Bilder hinaus in die Welt. So wird das Ausseerland zu einem globalen Postkartenmotiv: Berge, Seen, Tracht, Blüten, Musik – ein kulturelles Echo, das weit über Österreich hinaus klingt.
Ein persönlicher Moment
Heuer kann ich nicht dabei sein. Zu viele Termine, zu wenig Zeit – und das Beamen wurde leider noch nicht erfunden. Aber gerade deshalb möchte ich dieses Fest würdigen: Weil hinter jeder Figur, jedem Kübel, jedem Lächeln eine Geschichte steckt. Und weil das Narzissenfest zeigt, was passiert, wenn ein Tal gemeinsam atmet.

Am 30. April 2026 stellte das Museum der Moderne Salzburg seine große Retrospektive zu Charlotte Perriand vor. Ich konnte an der Pressekonferenz nicht teilnehmen – kein Drama, kein Abgrund. Manche Ausstellungen wollen nicht erklärt, sondern erlebt werden. Also betrat ich die Schau am 16. Mai, während des 11. Salzburger Museumswochenendes, und spürte sofort: Diese Frau dachte nicht in Möbeln. Sie dachte in Räumen, in Freiheit, in Bewegung.

Schon beim ersten Schritt wird klar, dass Perriands Entwürfe mehr sind als Designobjekte. Sie erzählen von einem Leben, das sich nicht einengen lässt. Und dann steht man plötzlich vor Arbeiten, die im Dialog mit Fernand Léger entstanden sind – und begreift, wie viel Humor, Mut und Modernität in dieser kreativen Partnerschaft steckte. Es ist eine Ausstellung, die nicht nur informiert, sondern innerlich aufrichtet.
Die Retrospektive am Mönchsberg
Zum ersten Mal in Österreich widmet das MdM der französischen Architektin und Designerin eine umfassende Schau. Und es sind nicht nur die Möbel, die faszinieren – es ist ihr Denken. Ihr Blick auf das Wohnen als soziale Aufgabe. Ihr Mut, Räume neu zu definieren.

Ein Satz aus einem ihrer Texte bleibt hängen wie ein architektonisches Mantra: „Offener Grundriss: Module mit festgelegten Funktionen – Ruhe, Ernährung, Hygiene –, die sich zu einem Gemeinschaftsraum hin öffnen – Freude, Arbeit, Raum.“

Diese Vision wird in der Ausstellung konkret: Die berühmte Modellwohnung ist als begehbare Rekonstruktion in Originalgröße erlebbar. Keine Wände, die trennen – stattdessen ein industriell gefertigtes Schranksystem, das zugleich Stauraum und Raumteiler ist. Zwei Funktionen in einem. Ein Denken, das seiner Zeit voraus war.
Der „Table manifeste“ – ein politisches Möbelstück

Ein Objekt hat mich besonders berührt: der Table manifeste, entworfen für den Schriftsteller Jean‑Richard Bloch. Ein Beistelltisch mit abnehmbarer Platte – darauf zwei Zeichnungen von Fernand Léger (Tire‑bouchon und Fragment de vitrage, 1933) sowie zwei Radierungen von Pablo Picasso aus Songe et mensonge de Franco (1937). Ein Tisch als Manifest. Ein Möbel als Haltung.
Perriands Welt: Architektur, Design, Kunst, Fotografie
Charlotte Perriand verband all diese Bereiche zu einem einzigen großen Gestaltungskonzept. Für sie war Design nie Dekoration, sondern Teil eines gesellschaftlichen Zusammenhangs. Sie wollte Lebensräume verbessern – für alle Menschen. Und genau deshalb wirkt ihr Werk heute aktueller denn je.
Wer war Charlotte Perriand?
Geboren 1903 in Paris, aufgewachsen zwischen Burgund, der Hauptstadt und dem Savoyer Maurienne‑Tal. Sie studierte an der École de l’Union centrale des arts décoratifs und entwickelte früh eine klare, minimalistische Formensprache. Perriand revolutionierte Möbel‑ und Raumgestaltung, verband Funktionalität mit sozialem Anspruch und glaubte zutiefst daran, dass gutes Design eine bessere Gesellschaft schafft.
Sie arbeitete eng mit Le Corbusier und Pierre Jeanneret zusammen – ikonische Möbel wie der LC2‑Sessel oder die LC4‑Liege tragen ihre Handschrift.
Die kreative Symbiose mit Fernand Léger
1930 begegneten sich Perriand und Léger in der deutschen Botschaft in Paris. Es war keine klassische Künstler‑Designer‑Beziehung, sondern ein fruchtbarer Austausch über Architektur, Farbe, Form und Moderne.
Beide liebten klare Linien, kräftige Farben und eine industrielle Ästhetik. Léger malte mit Flächen und Geometrien – Perriand übersetzte diese Prinzipien in Räume und Möbel.

Sie sagte einmal, sie hätten „in einem Fluss aus Farben und Humor“ gearbeitet. Man spürt es in jedem Objekt.
Die Ausstellung – Zahlen, Räume, Dimensionen
Mit 217 Werken, Fotografien, Studien und Dokumenten auf 990 Quadratmetern spannt die Schau einen Bogen über ihr gesamtes Schaffen. Eine Kooperation der Kunstmuseen Krefeld, des MdM Salzburg und der Fundació Joan Miró, Barcelona – entstanden in enger Zusammenarbeit mit den Archives Charlotte Perriand.
Perriand und die Berge
Ein Detail, das mich persönlich berührt: Perriand war nicht nur eine Frau der Großstadt. Sie hatte eine tiefe Verbindung zu den Alpen. Dort schöpfte sie Kraft, dort fand sie Klarheit. Vielleicht erklärt das ihre Entwürfe: Natur, Klarheit, Funktionalität – das ist Perriand.
Wer in den Bergen steht, weiß: Die Ideen kommen, wenn der Blick weit wird. Man steigt mit 100 % Akku wieder ins Tal.
Eine Frau mit Haltung
Perriand setzte sich in einer Männerwelt durch – mit Talent, Mut und einer klaren Vision. Ihre minimalistischen Kreationen erinnern daran, dass weniger oft mehr ist. Nicht als Mode, sondern als Haltung.
Publikation & Laufzeit
Begleitend zur Ausstellung erschien im März 2026 die Publikation „Charlotte Perriand – Die Kunst des Wohnens“, zugänglich für ein breites Publikum wie für Fachleute.
Die Ausstellung läuft noch bis 13. September 2026 im Museum der Moderne Salzburg.

MOZART & MOZARTS – 21. bis 31. Jänner 2027
Es gibt Momente, da spürt man schon beim Betreten des Raumes, dass etwas Besonderes in der Luft liegt. So war es auch, als Rolando Villazón zur Präsentation der Mozartwoche 2027 lud. Medien aus Nah und Fern strömten herbei – und ich mittendrin, neugierig wie immer, bereit für diesen typischen Villazón‑Mix aus Leidenschaft, Humor und Mozart‑Magie.
Bevor er überhaupt zum Programm kam, erzählte er – natürlich – eine kleine Szene aus seinem Leben. Er war am Vorabend von New York nach München geflogen, setzte sich in den Flieger, blickte ein paar Reihen nach vorne und sah jemanden „Sound of Music“ schauen. „Okay“, sagte er lachend, „ich bin im richtigen Flugzeug.“ Und genau das ist Villazón: nie abgehoben, immer menschlich, immer mit einem kleinen Sketch im Gepäck. Er lebt Mozart. Manchmal wirkt er fast wie ein zweiter Mozart – nur mit Locken und Mikrofon.
Mozart & Mozarts – ein Motto voller Funken
Das Motto der Mozartwoche 2027 lautet „MOZART & MOZARTS“ – und es öffnet eine Tür zu einer Welt, in der Mozart nicht allein steht, sondern im Dialog mit jenen Komponisten, die man einst als „andere Mozarts“ bezeichnete. Der „französische Mozart“ François Devienne, der „karibische Mozart“ Joseph Bologne, der „spanische Mozart“ Juan Crisóstomo de Arriaga und der „schwedische Mozart“ Joseph Martin Kraus – sie alle treten aus dem Schatten und ins Licht.
Warum wurden sie mit Mozart verglichen? Vielleicht wegen ihrer Jugend. Vielleicht wegen ihrer frischen, einfallsreichen Melodien. Vielleicht, weil sie – wie Mozart – diese schwer zu fassende Mischung aus Leichtigkeit und Tiefe besaßen.
Die Mozartwoche 2027 lädt uns ein, diese musikalischen Geschwister neu zu entdecken.
Szenisches Programm – wo Musik zu Theater wird
COSÌ FAN TUTTE – Herzstück der Mozartwoche
Die Oper bildet den szenischen Mittelpunkt. Mit der Camerata Salzburg, die 2027 ihr 75‑jähriges Jubiläum feiert, und einem Starensemble rund um Thomas Hampson und Kathryn Lewek wird Mozarts Werk in einer frischen, lebendigen Interpretation auf die Bühne gebracht.
Die Schule der Liebenden – ein Dialog zwischen Zeiten
In Kooperation mit der Universität Mozarteum entsteht eine Neuinterpretation, in der Mozarts Musik auf die Lebenswelt heutiger Jugendlicher trifft. Was passiert, wenn man Liebe auf die Probe stellt? Mozarts Oper zeigt es uns – zeitlos, berührend, manchmal schmerzhaft ehrlich.
Marionettentheater: Die Gärtnerin aus Liebe
Eine Produktion, die schon 2025 begeisterte, kehrt zurück. Die historische Ausstattung von Günther Schneider‑Siemssen – über 50 Jahre alt – wurde liebevoll restauriert. Ein kleines Schmuckstück der Mozartwoche.
The Other Mozarts – Maria Anna im Rampenlicht
Dieses Schauspiel erzählt die Geschichte von Maria Anna Mozart, der Schwester Wolfgang Amadés. Ein Wunderkind, gefeierte Klaviervirtuosin, Komponistin – und doch verschwand ihr Werk im Dunkel der Geschichte. Das Stück gibt ihr zurück, was ihr zusteht: Sichtbarkeit.
Klangkultur in großer Besetzung
Die Wiener Philharmoniker – seit über 70 Jahren ein Fixstern der Mozartwoche – bringen ihre unverwechselbare Klangkultur mit. Adam Fischer und Igor Levit stehen erneut gemeinsam auf der Bühne. Neben Mozart und Haydn erklingt auch die Cassatio G‑Dur, vermutlich von Leopold Mozart, mit einigen kuriosen Instrumenten.
Beim Eröffnungskonzert treffen Mozart, Haydn und Beethoven auf den „karibischen Mozart“ Joseph Bologne – gespielt vom Mozarteumorchester Salzburg unter Lorenza Borrani.
Tradition mit Herz: Der Geburtstagsgruß
Am 27. Jänner 2027 wird Mozart gefeiert – mit einem Geburtstagsständchen von Rolando Villazón und Los Mariachis Negros auf dem Universitätsplatz. Ein Ritual, das jedes Jahr Menschen anzieht, die Mozart nicht nur hören, sondern fühlen wollen.
Sonderausstellung: MOZARTS & MOZARTS
16. Jänner bis 6. April 2027 – Mozart-Wohnhaus
Die Ausstellung führt durch die Welt der Mozart‑Ikonographie, deckt Fälschungskrimis auf und zeigt die Entwicklung der Porträtkunst vom Barock bis zum Historismus. Ein Blick hinter die Kulissen der Mozart‑Mythologie.
Weitere Informationen

Zwischen Körpern und Konturen entsteht ein Raum, in dem alte Muster sichtbar werden. Diese neue Arbeit verbindet Zeichnung, Fotografie und digitale Spurensuche – und legt ein Gefälle offen, das wir oft spüren, aber selten benennen. Ein Werk über Rollen, Erwartungen und die feinen Linien, die unser Zusammenleben prägen.
„Zwei Körper, zwei Welten. Er hebt die Arme, sie trägt die Last. Zwischen ihnen ein Gefälle, das älter ist als jede Biografie. Über beiden ziehen Wolkenlinien – Spuren eines Musters, das nie Natur war, sondern Gewohnheit. Das Schachbrettmuster erinnert daran, dass wir uns in vorgegebenen Rollen bewegen, in einem Raster aus Erwartungen und Regeln, das nicht von uns geschaffen wurde – aber von uns verändert werden kann. Vielleicht beginnt Veränderung genau hier: Im Sichtbarmachen dessen, was wir zu lange übersehen haben.“