Ein halbes Jahrhundert Rauriser Literaturtage Innergebirg von 1971–2021.

Mesnerhaus Haus für Kultur & Literatur Foto: lichtfarben.at

Die Rauriser Literaturtage 2020 mussten aufgrund der sich rasend ausbreitenden Covid-19-Pandemie abgesagt werden und somit konnte man 50 Jahre Rauriser Literaturtage nicht gebührend feiern.

Wie sieht es nun ein Jahr später aus? Die Pandemie hält Europa nach wie vor noch in Atem. Die Veranstalter nehmen einen zweiten Anlauf von 7. April bis 11.April 2021, dann soll es wieder heißen „Rauriser Literaturtage“ egal in welcher Form sie auch stattfinden werden. Sollte das Festival aufgrund von COVID 19 Verordnungen nicht physisch stattfinden können, wird man sich mit Aufzeichnungen im „Mesnerhaus“, dem renovierten „Haus für Kultur & Literatur“ in Rauris, mit Livestreaming, online Lesungen (da die Autorinnen und Autoren nicht anreisen können) in Szene setzen und via Internet ausstrahlen. Was eigentlich eine gute Sache ist, denn da kann sich die ganze Welt, die an Literatur und an Rauris interessiert ist, zuschalten.

2021 gibt auch einen Überblick über die ersten 50 Jahre dieser Literaturtage, eine reich illustrierte Publikation zum Jubiläumsjahr wird ebenfalls erscheinen, sowie gibt es eine Ausstellung im „Mesnerhaus“, wo die Besucher_innen einen Querschnitt über 50 Jahre Rauriser Literaturtage sehen können.

Seit 1971 haben über 450 Autorinnen und Autoren aus zahlreichen Ländern bei den Literaturtagen gelesen. Dieses Festival ist auch mit dem Rauriser Literaturpreis fest verbunden. Viele Autorinnen und Autoren, die den Preis erhielten, haben in der Folge ihre Karriere gemacht – darunter mit Herta Müller die sogar Nobelpreisträgerin 2009 wurde. Herta Müller und eine Reihe anderer Rauriser Literaturpreisträgerinnen und -träger wurde für heuer zur Jubiläumssaison eingeladen, um einen Eindruck zu vermitteln, wie sie sich weiterentwickelt haben und was sie heute bewegt, worüber sie schreiben. Weitere Autorinnen und Autoren stellen aktuelle Werke aus den Bereichen Kinder- und Jugendliteratur, Lyrik und – erstmals – Spoken Word vor.

Die Rauriser Literaturtage, egal in welcher Form sie auch stattfinden werden, werden einen zeitkritischen Blick auf wichtige Themen und Formen werfen, mit denen sich eine repräsentative Auswahl an herausragender Schriftstellerinnen und Schriftsteller der Gegenwart sich damit beschäftigt.

Der Rauriser Literaturpreis 2021 geht dieses Jahr an Benjamin Quaderer. Wer ist Benjamin Quaderer? Er ist Europäer, geboren wurde er 1989 in Feldkirch/Vorarlberg, wuchs in Lichtenstein auf, studierte Literarisches Schreiben in Hildesheim und Wien und lebt in Berlin.  Er war Mitherausgeber der Literaturzeitschrift BELLA triste und in der künstlerischen Leitung von PROSANOVA 2014 – Festival für junge Literatur. „Für immer die Alpen“ ist sein erster Roman. Für einen Auszug daraus erhielt er den 2. Preis beim „Open Mike 2016“ und ein Arbeitsstipendium des Berliner Senats und 2021 den Rauriser Literaturpreis.

Nähere Informationen über die Rauriser Literaturtage finden Sie unter der Homepage: www.rauriser-literaturtage.at

Herr Wondrak von Janosch Exkurs #6

Janosch_ Museum, o.D. (c) Janosch film und medien AG

im KarikaturMuseum Krems Ausstellung vom 21.02.2021 – 30.01.2022

Das Karikaturmuseum Krems startet mit einem Best-Of an Karikaturen der Landessammlungen Niederösterreich. Gestartet wird mit dem Kinderbuchautor, Illustrator und Schriftsteller Horst Eckert alias Janosch (*11.März 1931 in Hindenburg, Oberschlesien) mit dem kultigen Exkurs „Herrn Wondrak“ ins Ausstellungsjahr 2021.

Das Karikaturmuseum Krems widmet Horst Eckert alias Janosch eine Ausstellung und würdigt ihn zum 90. Geburtstag.   

Janosch _ Welchen Fisch kann man heute noch bedenkenlos angeln, o.D. (c) Janosch film und medien AG

Auszug aus dem Pressetext:

In seinen Publikationen verhandelt der Illustrator und Schriftsteller Themen wie Religion, die Frage nach dem Sinn des Lebens und wahrer Lebenskunst. Auf die Kunst des Lebens weiß sich auch Janosch berühmter Herr Wondrak zu verstehen. Wondrak – der Janosch für Erwachsene ist so, wie sein Schöpfer Janosch es gerne wäre: Ein Antiheld, der offenbar alles falsch macht und dank seiner Auffassung vom Leben doch immer richtig liegt. Im ZEIT-Magazin stellte er sich einmal wöchentlich die Fragen des Lebens. „Wondrak sieht einem gewissen Janosch ähnlich. Ist das ein Zufall? Kennen sie sich“, steht dort etwa einmal geschrieben. „Herr Janosch hat ein ganz, ganz anderes Jackett“, fällt die Antwort gewohnt absurd aus und gibt zugleich Einblicke in die eigene Lebensphilosophie. Denn der deutsche Künstler nahm sich selbst von den gekonnt ironischen Darstellungen nicht aus. Mit dem Humor von Janosch, der bis in die Untiefen der Absurdität führt, lässt sich die Welt neu entdecken.“

Ich werde weiterhin über die Ausstellung berichten und wer sich für „Herrn Wondrak“ von Janosch interessiert, der sollte sich die Ausstellung unbedingt ansehen.

Noam Chomsky „REBELLION ODER UNTERGANG!“

Zitat von Noam Chomsky: „Ich war mir nie einer anderen Möglichkeit bewusst, als die, alles in Frage zu stellen.“

Quelle: https://beruhmte-zitate.de/autoren/noam-chomsky)

Foto: Christa Linossi

Worum geht es in diesem Buch?

In diesem Buch liegt der Schwerpunkt auf den existentiellen Bedrohungen durch Atomwaffen und Klimawandel. Die Gefahr der atomaren Katastrophe ist im 21. Jahrhundert wieder so hoch wie zu Anfang der 1980er Jahre. Zu diesem Zeitpunkt herrschte eine enorme Kriegshysterie und die Welt rüstete ihre Waffen auf. Es geht auch um den Klimawandel und die Erderwärmung schreitet unerbittlich voran. Die Erde braucht uns nicht, aber wir brauchen die Erde. Michael Schiffmann führte mit Noam Chomsky auch das Interview „Was kommt nach Trump? Trump der Amerika mit einem Kahlschlag ruinierte. Eine weitere Gefahr ist auch die Aushöhlung der Demokratie. Hier gilt wiederum die berühmte Formulierung Mark Twains: „Die Geschichte wiederholt sich nicht, aber sie reimt sich“. Der Herausgeber spricht mit Noam auch über die „Aktuellen Gedanken über Bewegungen und ihre Zukunft“. Ein Aufruf zu globalem Ungehorsam zur Rettung unserer Zivilisation.

Dieses Buch ist es wert zu lesen?

Noam Chomsky ist auch mit 92 Jahren einer der großen Intellektuellen unserer Zeit und wer sich für existentielle Bedrohungen durch Atomwaffen und den Klimawandel interessiert, sollte dieses Buch lesen. Es geht auch um die globale Macht der Konzerne, die mittlerweile die führende Rolle bei der Gestaltung unserer Zukunft übernommen haben und die Demokratie mehr und mehr aushöhlen. Fakt ist: „Noam Chomsky ist es immer wert, ihn zu lesen“.

DER AUTOR

Noam Chomsky, (* am 7.Dezember 1928 in Philadelphia, Pennsylvania, USA) Er ist Professor Emeritus für Sprachwissenschaft und Philosophie am M.I.T.              (Massachusetts Institute of Technology) Er hat die moderne Linguistik revolutioniert und zahlreiche Bestseller verfasst. Chomsky ist einer der weltweit bekanntesten linken Intellektuellen und seit jeher ein prominenter Kritiker der amerikanischen Politik wie auch des globalen Kapitalismus. Zuletzt erschien von ihm „Kampf oder Untergang“. Warum wir gegen die Herren der Menschheit aufstehen müssen.

Erschienen ist das Buch als deutsche Ausgabe (2021)

im Westend Verlag, ISBN 978-3-86489-314-8 erschienen.

Die Originalausgabe des Buches ist im Jahr 2020 bei Routledge erschienen: INTERNATIONALISM OR EXTINCTION by Noam Chomsky (Author) edited by Charles Derber, Suren Moodliar, Paul Shannon Copyright © 2020 Noam Chomsky, Valeria Wasserman Chomsky and the Prospects for Survival with Justice Project

KUNST UND NATUR IM EINKLANG!

DER ÖSTERREICHISCHE SKULPTURENPARK IN DER NÄHE VON GRAZ

Skulpturenpark_Foto: N._Lackner © Österreichischer Skulpturenpark

Lange wird es nicht mehr dauern und der Frühling zeigt sich wieder von seiner schönsten Seite und dies bedeutet für den ÖSTERREICHISCHEN SKULPTURENPARK Öffnung am 27. März 2021.

ÖSP_PeterWeibel_Die Erdkugel als Koffer_Foto: NLackner © Österreichischer Skulpturenpark
Flugzeugteile und Hügelskulptur von Nancy Rubins im Österreichischen Skulpturenpark Foto: Alamy © Österreichischer Skulpturenpark

Für mich ist dieser Park ein besonderes Juwel, verbindet sich hier Kunst und Natur im Einklang. Allein beim Betreten des Parkes wird die Landschaft erfüllt mit einem einzigartigen Blütenduft. Diese Szenerie bildet einen inspirierenden Schauplatz für die Kunst und lädt zum Verweilen ein. Man taucht ein in das herrliche Ambiente dieses Skulpturenparks und genießt Landschaft und Kunst gleichermaßen.

Ein Garten von Menschenhand gestaltet und die natürlich wachsende Struktur geht mit Skulpturen, die unter freiem Himmel der Witterung ausgesetzt sind, eine einzigartige Beziehung ein. Ein Dialog zwischen Standort und Skulptur, wo Träume sichtbar und poetische Begegnungsräume sich treffen.

Terzic__Mario_Arche_aus_lebenden_Baeumen_Foto: Lackner © Österreichischer Skulpturenpark

Der Garten als vom Menschen gestaltete und doch natürlich wachsende Struktur geht mit Skulpturen, die unter freiem Himmel der Witterung ausgesetzt sind, eine einzigartige Beziehung ein. Dieser Dialog zwischen Standort und Skulptur macht ein besonderes künstlerisches Vokabular sichtbar – es werden Träume sichtbar und poetische Begegnungsräume geschaffen.

Yoko-Ono-Painting_to_hammer_a_nail_in_Cross_Version-01 © Österreichischer Skulpturenpark

Wo genau befindet sich dieser wunderbare Skulpturenpark? Er liegt sieben Kilometer südlich von Graz (Steiermark) und wurde im Jahr 2003 als Zentrum für zeitgenössische Skulptur etabliert. Der Landschaftsarchitekt Dieter Kienast hat diese faszinierende Parkanlage geplant. Es handelt sich hier um ein Areal von rund sieben Hektar und ist ein Entfaltungsraum für mehr als 75 Skulpturen.  Werke renommierter Künstler/innen aus Österreich – von Fritz Wotruba über Franz West bis hin zu Erwin Wurm, Heimo Zobernig und Michael Kienzer – kommunizieren hier mit Beispielen internationaler Bildhauerei, zum Beispiel von Jeppe Hein, Nancy Rubins, Tobias Rehberger, Bruno Gironcolioder Susana Solano. Jedoch nicht nur österreichische Künstler/innen sind hier vertreten. Auch international anerkannte Künstler/innen haben hier ihre Skulpturen plaziert. Zum Beispiel Yoko Ono (Ex-Beatles John Lennons Frau) oder das Künstlerehepaar Eva & Adele aus Deutschland, nur um ein paar Beispiele zu bringen. Des Weiteren wurde der Skulpturenpark vom Guardian einer der besten Skulpturenparks Europas ausgezeichnet!

Ernst_Schwarz_Luftansicht © Österreichischer Skulpturenpark

https://www.museum-joanneum.at/skulpturenpark/skulpturen/plan-uebersicht

DAS BERGWERK ZU FALUN von Hugo von Hofmannsthal bei den Salzburger Festspielen Sommer 2021

Eine echte Rarität des Festspielgründers Hugo von Hofmannsthal ist heuer im Festspielsommer 2021 zu sehen. Jossi Wieler wird das Werk heuer in Szene setzen. Der Schweizer Regisseur ist bei den Salzburger Festspielen seit 1998 wiederholt in Erscheinung getreten: als Schauspielregisseur (Uraufführungen von Jelinek, Handke, Zweig) sowie mit Sergio Morabito als Opernregisseur (Ariadne auf Naxos, Rusalka).  Mit Ariadne auf Naxos – von der Zeitschrift Opernwelt zur Aufführung des Jahres 2001 gekürt – inszenierte Wieler bereits ein Werk auf Basis eines Librettos von Hofmannsthal.

Die Salzburger Festspiele führten ein Interview mit dem Schweizer Regisseur Jossi Wieler über das Werk von Hugo von Hofmannsthal

Jossi Wieler führt in Hugo von Hofmannsthals Das Bergwerk zu Falun Regie. Foto: Bernd Uhlig

 Handlung Hugo von Hofmannsthal Das Bergwerk zu Falun

Von einer seiner Seefahrten heimgekehrt, wird der Seemann Elis Fröbom von einer tiefen Teilnahmslosigkeit befallen. Im Zustand eines Lebensekels, der sich bis zur Todessehnsucht steigert, wird er von einem düsteren Unbekannten aufgesucht. Der alte Torbern weist ihm den Weg in das tief unter der Erde liegende Reich der Bergkönigin – eine prachtvolle, Welt, die Elis ebenso beängstigt wie anzieht. Als Herrscherin über ein zeitloses Reich, welches „das Menschliche mit Füßen stößt“ und seine Besucher gleichzeitig mit ihren verborgensten Wünschen konfrontiert, stellt die Bergkönigin Elis in Aussicht, für immer bei ihr zu bleiben. Zuvor soll er jedoch als Bergmann leben, um sich in der Tiefe des Berges von allen menschlichen Sehnsüchten zu befreien. Diesem Befehl folgend begibt sich Elis nach Falun, wo er in den Dienst des Bergwerkbesitzers Dahljöh tritt. Als Bergmann lebt er bei Dahljöh, dessen Tochter Anna und ihrer blinden Großmutter und findet ein neues Zuhause. Als sich Elis in die fröhliche, lebenszugewandte Anna verliebt und diese seine Liebe erwidert, soll die Hochzeit geplant werden. Doch das Reich der Bergkönigin hat seine Faszination nicht verloren..

Herr Wieler, Das Bergwerk zu Falun zählt zu Hofmannsthals Frühwerken und wird nur selten gespielt. Warum bringen Sie es nun auf die Bühne?

Das Bergwerk zu Falun ist ein Drama, das in ganz eigenen Bildern und Motiven nach dem Sinn des Lebens fragt. Hofmannsthal entführt uns in eine morsche Welt, die dem Tod geweiht ist. Elis, dieser junge Bergmann, sucht nach seiner Identität, nach seiner Heimat und seiner Zugehörigkeit. Möglicherweise hat Hofmannsthal sich sogar mit dieser Figur identifiziert, die auch ein Künstler sein könnte. Die Geschichte wird noch dazu in einer gebundenen Sprache – als Versdrama – erzählt, die für unsere Ohren gar nicht mehr so vertraut ist. Es reizt mich, das für heute zum Klingen zu bringen. Ich suche in meiner Arbeit immer den Klang eines Werks, in die Partitur hineinzuhören und das für heute Relevante hervor zu bringen.

Können auch Sie sich mit Elis identifizieren? Oder fühlen sich einer der anderen Figuren sehr nahe?

Wenn man ein Stück inszeniert, ist es immer gut, wenn einem alle Figuren nahekommen. Um die Figuren erzählen und in ihre Tiefen hineingehen zu können, sollte man sie alle lieben. Hofmannsthal hat aber einige in diesem Stück reicher ausgestattet. Und so kann ich sagen: Ja, die Figur des Elis ist mir nahe. Er ist ein Sinnsucher; einer, der versucht seinen Weg in dieser sich verändernden Welt zu finden. Er ist jemand, der sich mit Fragen des Lebens, mit Fragen des Todes philosophisch auseinandersetzt. Die anderen Figuren sehe ich mitunter als seine Verlängerungen oder auch Spiegelungen von ihm. Der alte Tobern beispielsweise – er ist eine merkwürdige Figur – ein Untoter, der aus einer früheren Zeit wieder ins Leben zurückkommt und Elis verführt. Das ist unheimlich, auf eine depressive Art und Weise, aber auch auf eine sehr lebendige.

Reflektiert das Stück auch etwas aus unserer Gegenwart, aus dem Jetzt?

Ja, und das nicht nur an der Oberfläche. Das Stück erzählt über einen Zeitfluss, über die Dekadenz einer Zeit. Es geht darum, dass etwas in Bewegung ist, was nicht mehr aufzuhalten ist – eine Bewegung, bei der alle Menschen, nicht nur die Hauptfigur Elis, nach dem Sinn des Lebens suchen. Es gibt Verführungen in dieser Welt – etwa eine Bergkönigin, die versucht Elis in ihre Welt zu verführen. Das hat geradezu etwas Demagogisches, etwas politisch Gefährliches – wenn man das so deuten möchte. Aber wie alle Märchen, wie alle Mythen ist es nicht so eindimensional. Es gibt nicht nur eine einzige Antwort auf die jeweiligen Fragen, die da gestellt werden.

Wie arbeiten Sie mit dem Ensemble zusammen?

In diesem Werk folgt Szene auf Szene und manche Figuren begegnen sich nie. Wir werden jedoch einen Rahmen finden, in dem das vielleicht ein bisschen anders ist, in dem wir etwas kollektiver im Prozess arbeiten. Dennoch wird jede Figur natürlich sehr deutlich sichtbar sein. Gerade ein solches Stück sollte wie ein Kammerspiel oder vielleicht wie eine Klang-Improvisation wirken, in der man miteinander die Sprache Hofmannsthals und die Geschichte sinnlich erfahrbar macht.

Wir haben ein extra für diese Produktion besonders ausgewogenes Ensemble ausgewählt. Elis wird von Marcel Kohler gespielt, ein junger Protagonist am Deutschen Theater in Berlin. Anna wird von Lea Ruckpaul gespielt, die in Düsseldorf im Ensemble ist. André Jung spielt mit, er ist mir als Schauspieler sehr vertraut und ein guter Freund. Er hat mehrfach in Salzburg gespielt und ist auch Nestroypreisträger. Und die große Hildegard Schmahl wird ebenfalls dabei sein neben anderen besonderen Künstlerinnen und Künstlern.

Können Sie uns noch mehr zum inszenatorischen Ansatz verraten?

Die Welten, die Hofmannsthal entwirft, sind sehr illusionistische Welten, die fast filmischen Charakter haben. Sie auf der Bühne zu illustrieren wäre eher langweilig. Wir werden andere Umsetzungen finden. Ich möchte gerne einen Rahmen finden, damit die Geschichte, diese Identitätssuche, die im Werk eingeschrieben ist, Relevanz bekommt. Hofmannsthal hat mit dem Werk 1899 begonnen und es erst 1911 zu Ende geschrieben. Das Stück wurde nicht zu seiner Lebzeit aufgeführt, es kam erst posthum – nach dem zweiten Weltkrieg – zur Uraufführung. Mit dem Werk ist kurioserweise etwas Ähnliches passiert, was auch mit dem Leichnam, des Bergmanns passiert ist: Dass es erst nach Jahrzehnten ans Licht der Bühnenwelt geborgen wurde.

Ich denke, die Art und Weise wie die Figuren miteinander umgehen und wie deren Sprache klingt, entstand auch aus dem Gefühl heraus, dass sie in keiner sicheren Zeit leben. Der Erste Weltkrieg dräute. Dieses Unbehagen ist im Werk zu finden. Es geht andererseits aber auch tief in die Psyche von Figuren. Nicht von ungefähr arbeitete zeitgleich Sigmund Freud in Wien, als Hofmannsthal dies schrieb – ein Einfluss, der in diesem Werk sehr spürbar ist.

Was verbindet Sie mit dem Autor Hugo von Hofmannsthal?

Es ist das erste Mal, dass ich ein Schauspiel von Hofmannsthal inszeniere. Aber ich habe mich viel mit Hofmannsthal beschäftigt. Er ist ein großer Schriftsteller, ein begnadeter Künstler. Die Tatsache, dass er mit Richard Strauss und Max Reinhardt zusammen die Festspiele gegründet hat – das hat etwas initiiert, was bekanntermaßen und wundersamerweise bis heute Bestand hat. Es gibt in Salzburg eine einzigartige Atmosphäre; es gibt nicht nur einen Genius loci, nicht nur Mozart, sondern viele Künstler, die hier gelebt, geschrieben, komponiert und gespielt haben. Das finde ich jedes Mal beflügelnd an diesem Ort – und nicht von ungefähr kehren auch so viele Künstlerinnen und Künstler immer wieder zurück. Auch ich arbeite immer wieder gerne in Salzburg.

Ist das Publikum der Salzburger Festspiele ein besonderes?

In Salzburg kann man als Künstler konzentriert und frei arbeiten. Unter besonderen künstlerischen Bedingungen. Man hat das Gefühl, dass auch das Publikum, das zu den Festspielen kommt, offen ist für den Festspielgedanken und für Preziosen, die da erfunden

werden. Ich habe 1998 eine Uraufführung von Elfriede Jelinek (Er nicht als er) in Salzburg gemacht und es war einzigartig, zu erleben, welch großes Interesse da zu spüren war. Oder auch bei unserer Ariadne auf Naxos: wie offen das Publikum darauf reagiert hat, vielleicht gerade deshalb, weil unsere Lesart des Werks eine neue war. Ich habe das Gefühl, dass das Publikum in Salzburg sich gerne verführen lassen möchte – in Welten, die nur das Theater erfinden kann.

Wie ist es Ihnen in der Corona-Krise ergangen? Haben die aktuellen Entwicklungen Einfluss auf Ihr künstlerisches Schaffen?

Das Bergwerk zu Falun liest sich auf der Folie der Corona-Krise anders als noch vor einem Jahr. Dieser düstere Märchenstoff gewinnt einen zusätzlichen, vielleicht relevanteren Assoziationsradius, der uns in der Arbeit unweigerlich begleiten wird. Natürlich hoffen wir alle, dass man im Sommer wieder so befreit wie vor Corona-Zeiten wird Theater machen können – frei in Kopf und Körper, wie die Kunst es zum Überleben braucht. Und wir erst recht!


DAS BERGWERK ZU FALUN

Hugo von Hofmannsthal (1874 – 1929) DAS BERGWERK ZU FALUN

Drama Neuinszenierung Premiere: 7. August im Landestheater

Salzburg und das Festspielhaus

Das Faistauer-Foyer im großen Festspielhaus erfährt eine Konservatorische und restauratorische Wartung der Wandbilder

Faistauer-Foyer © Foto Salzburger Festspiele

So kann man auch die Pandemie nutzen, wenn im Moment keine Aufführungen stattfinden können so der Kaufmännische Direktor Lukas Crepaz: „Wir nutzen die Zeit des pandemiebedingten Veranstaltungsverbotes auch dazu, unsere kunsthistorischen Schätze für die anstehende große Sanierung der Festspielhäuser zu befunden und wichtige Erhaltungsarbeiten durchzuführen. Es freut uns besonders, dass die berühmten Wandbilder des Faistauer-Foyers nach deren restauratorischer Wartung in neuem Glanz erstrahlen und die Besucher bei hoffentlich bald wieder stattfindenden Veranstaltungen willkommen heißen werden. Wir danken dem Bundesdenkmalamt für die Unterstützung dieser Maßnahmen.“

Aus dem Pressetext der Salzburger Festspiele:

Die berühmten Wandbilder des Faistauer-Foyers werden restauriert und konserviert. Dipl. Restauratorin Heike Fricke-Tinzl aus Salzburg verantwortet die notwendig gewordenen Stoßkaschierungen in den Leinwandoberflächen, die Retuschearbeiten sowie die Festigung von kleinen Fehlstellen durch mechanische Schäden.

Der Salzburger Maler Anton Faistauer stellte die Fresken 1926 in 40 Tagen fertig. Sein Team bestand unter anderen aus den Künstlern Robin Christian Andersen, Josef Dobrowsky, Ferdinand Kitt und Anton Kolig. Die Künstler gestalteten etwa 350 Quadratmeter Wandfläche mit 200 Figuren und erschufen damit ein beeindruckendes Dokument des österreichischen Expressionismus.

1926 

März/April: Landeshauptmann Rehrl bemüht sich um die Rettung der Salzburger Festspielhaus-Gemeinde. Das Festspielhaus geht in den Besitz der Stadt über und wird an die Festspielhaus-Gemeinde verpachtet. Architekt Clemens Holzmeister wird beauftragt, die Behebung der Mängel und einen Umbau des Festspielhauses zu übernehmen. Er verbessert die Akustik durch eine Holzabdeckung des offenen Dachstuhls und lässt Seitengalerien anbringen. Das Eingangsfoyer gestaltet Anton Faistauer mit Fresken aus; die Kleine Winterreitschule mit ihren Deckengemälden von Rottmayr und Lederwasch dient künftig als Pausenfoyer.

Das Team um Faistauer stellte die Fresken im Festspielhaus – der von Clemens Holzmeister umgebauten ehemaligen Großen Reitschule in der Hofstall-Kaserne – in 40 Tagen fertig. Faistauer leitete das Team mit „R. Chr. Andersen, Josef Dobrowsky, Sturm-Serla, Ferdinand Kitt und Kolig sowie den jüngeren Malern Kern, Kaufmann, Wojtek und Elsner“, das rund 350 m2 Wandfläche mit 200 Figuren gestaltete – ein beeindruckendes Dokument des österreichischen Expressionismus.

1937 

Ein letztes Mal ist Salzburg ein „künstlerischer Pilgerort Europas“ (Zweig) und versammeln sich hier die international bedeutendsten Künstler und die prominentesten Besucher. 

In der Vorhalle zum Faistauer-Foyer werden Gedenktafeln für Hugo von Hofmannsthal und Anton Faistauer enthüllt. Beide sollen indes nur ein Jahr hier verbleiben.

1939 

25. März: Erlass über die Städtebaulichen Maßnahmen in Salzburg; Gauleiter Rainer wird zur Durchführung der baulichen Gestaltung ermächtigt.

April: Beginn des Umbaus des Festspielhauses nach Plänen von Reichsbühnenbildner Benno von Arent, bei dem u.a. die Holzverkleidungen durch Gipsstuck ersetzt, Reichsadler, Hakenkreuz und Führerbüste sowie eine Führerloge angebracht werden. Zugleich werden die Fresken von Anton Faistauer aus dem Foyer entfernt, die dem Regime zu düster und nicht zeitgemäß gelten.

Faistauer entsprach als Vertreter der österreichischen Moderne nicht der nationalsozialistischen Kunstästhetik, 1939 wurden seine Fresken im Salzburger Festspielhaus abgetragen. Diese Fresken galten jedoch in der NS-Presse nicht offiziell als „entartet“, wie dies immer wieder in der Literatur behauptet wird, sondern die Abnahme wurde mit Baumaßnahmen getarnt, wie selbst der Völkische Beobachter [Nr. 77, 18. März 1939, S. 7] in einem Artikel über den Umbau des Salzburger Festspielhauses schrieb: „In der Vorhalle des Salzburger Festspielhauses befinden sich die Fresken des Salzburger Malers Anton Faistauer. Diese Fresken werden, wie nun feststeht, beim Umbau ebenfalls entfernt. Sie sollen jedoch erhalten bleiben und später, wenigstens zum Teil, an einem anderen Ort, vielleicht in Wien zugänglich gemacht werden.“ Seither wurde Faistauer in der NS-Presse meist einfach verschwiegen. Der Expressionismus Faistauers passte letztlich nicht in die NS-Kunstvorstellungen. (Oliver Rathkolb)

1948 

18. Juli: Im Künstlerhaus wird eine Ausstellung zum Gedenken an Anton Faistauer eröffnet. Zu sehen sind auch die während der NS-Zeit abgenommenen Fresken aus dem Festspielhaus. Holzmeister plädiert für ihre Wiederanbringung und dankt Alberto Susat für deren Rettung. Mit der Wiederanbringung wird kurz darauf begonnen.

1949 

März: Die probeweise im Foyer des Festspielhauses wieder angebrachten Faistauer-Fresken müssen wegen Mauerfeuchtigkeit abgenommen werden.

1956

26. Januar: In einer Kuratoriumssitzung der Salzburger Festspiele wird die Wiederherstellung des Vestibüls mit den Faistauer-Fresken beschlossen. Holzmeister übernimmt ehrenhalber die künstlerische Leitung der Arbeiten, für die Wiederanbringung der Fresken ist der Maler Alberto Susat heranzuziehen. Die Rückgestaltung des Foyers wird bis Festspielbeginn fertiggestellt.

2006 

Restaurierung des Faistauer-Foyers anlässlich der Neugestaltung des Kleinen Festspielhauses als Haus für Mozart. Eine großzügige Spende des Kunstliebhabers Herbert Batliner ermöglichte u.a. die Restaurierung der Fresken des Faistauer Foyers

20 Jahre KarikaturMuseum Krems

Österreichs einziges Museum für Satire feiert runden Geburtstag

20 Jahre Karikaturmuseum Krems_Foto Christian Redtenbacher ©Kunstmeile Krems

2021 startet hoffentlich besser in die Saison als 2020!? Im Karikaturmuseum Krems gibt es auf alle Fälle was zu feiern, es feiert sein 20-jähriges Bestehen!

Erbaut wurde das Museum Krems 2001 nach den Plänen des Architekten und Karikaturisten Gustav Peichl alias IRONIMUS, ein exzellenter Karikaturist. (https://de.wikipedia.org/wiki/Gustav_Peichl) Das Karikaturmuseum ist nicht nur für seine markante Außenfassade bekannt sondern es wurde auch mit einem freundlichen Gesicht ausgestattet und hat nebenbei eine Narrenkappe als Dach. Es ist das einzige österreichische Museum für satirische Kunst und ein Meilenstein im österreichischen Humor. Am 29. September 2001 wurde es mit der Schau „ALLES KARIKATUR“ eröffnet und galt von Beginn an als lebendiger Ort des Austauschs.

Manfred Deix und IRONIMUS, die Gründungsväter des Museums, Karikaturisten wie Erich Sokol, Gerhard Haderer sowie Bruno Haberzettl und prominente Gäste, etwa Thomas Gottschalk, Otto Waalkes oder Ursula Strauss, sorgten für bleibende Momente.

20 Jahre Karikaturmuseum Krems_Gustav Peichl-Manfred Deix © Kunstmeile Krems

Statement von Johanna Mikl-Leitner, Landeshauptfrau von Niederösterreich zum 20-jährigen Jubiläum: „Das Karikaturmuseum Krems ist ein Kulturjuwel Niederösterreichs. Als Oase des Humors verfügt es seit nunmehr 20 Jahren über die Kraft, den Alltag unserer Landsleute und internationalen Gäste aufzuheitern. Mit seinen Satire- und Karikatur Ausstellungen liefert das Museum immer wieder einen wichtigen Beitrag zum gesellschaftlichen Diskurs“.

Krems – Karikaturmuseum – Otto Waalkes – Manfred Deix: Deix und Otto lernten sich vor 10 Jahren bei einer Gottschalk Late Night Talkshow in Köln kennen (Deix spielte dort mit seiner „Good Vibrations“ Band, in der Gardarobe veranstalteten die beiden Beatles und Beach Boys-Fans eine Jam-Session – sie versäumten beinahe ihren Auftritt). Otto: „danach entdeckten wir immer mehr gemeinsame Hobbies – wahrscheinlich werden wir nächste Woche heiraten“ Ins Karikaturmuseum kam Otto mit einer 9m langen Cadillac-Limousine, während der Führung durchs Museum zeichneten Deix und Otto Bilder für die Aktion Licht ins Dunkel (Otto a la Deix und umgekehrt), Otto verewigte seinen Handabdruck in Ton für die „Wall of Fun“ im Karikaturmuseum. 20 Jahre Karikaturmuseum Krems_Otto Waalkes-Manfred Deix_Foto Günter S Kargl ©Kunstmeile Krems

Immer wieder bewies dieses Museum, dass es selbst in der Kunstform der Satire neue Wege ging und geht mit den Ausstellungen „Alles klar Herr Kommissar mit Comics von Nick Knatterton und „Kottan2 von Peter Patzak sowie von Helmut Zenker. Gerhard Haderers großformatige Ölbilder wurden erstmalig in Krems einem Publikum zugänglich gemacht. Einen Ausflug in die japanische Manga-Kultur unternahm das Museum mit Österreichs bester Manga-Zeichnerin Melanie Schober ebenfalls.

Auch der Weltstar Mordillo war 2015 mit seiner ersten Ausstellung in Österreich vertreten. Auch Janosch reiste eigens aus Teneriffa an und auch der französische Künstler Achdé ritt zum Start seiner Lucky Luke-Schau 2013 nach Krems. So gesehen ist das Karikaturmuseum auch international ein geachteter Partner und ein europäisches Kompetenzzentrum für satirische Kunst.

Gottfried Gusenbauer, künstlerischer Leiter des Karikaturmuseum Krems richtet den Blick auch auf die digitale Gegenwart „In unseren Ausstellungen zeigten wir internationale Größen wie Mordillo, Achdé oder den bekannten Disney-Zeichner Carl Barks. Genauso durften wir heimische Meister/innen wie Manfred Deix, Erich Sokol oder Marie Marcs bei uns willkommen heißen. Jedoch sind wir auch für NEUES offen, willkommen auch in der digitalen Welt“.

20 Jahre Karikaturmuseum Krems_Gottfried Gusenbauer_Foto Lukas Beck © Kunstmeile Krems

https://www.karikaturmuseum.at/de

think positive

WAS BLEIBT IST DAS ICH / aktuelle Arbeit © Christa Linossi 2021
Ciò che rimane è ME

ICH die aussagende Person, die auf sich selbst verweist. Auch als aktiver Träger des Denkens oder Handelns. ICH bin SELBSTBEWUSST, ICH bin STARK, ICH….

WAS GIBT ES NEUES…

im MUSEUM DER MODERNE SALZBURG

Museum der Moderne Salzburg Mönchsberg, Frontansicht / Foto: Marc Haader

2021 im Februar wird auch das Museum der Moderne Salzburg wieder seine Pforten öffnen. Es werden auch wieder interessante Ausstellungen präsentiert. Vorgestellt wurde das Jahresprogramm bei der Pressekonferenz Ende Jänner 2021.

Thorsten Sadwosky Direktor des Museums / Foto: Land Salzburg / Neumayr-Leopold

Zwei Highlights, die ich für Interessant empfinde, stelle hier schon vorab einmal kurz vor:

Für den Sommer 2020 wäre die Ausstellung „End of Empire“ des britischen Künstlers Yinka Shonibare schon geplant gewesen. Corona hat es nicht zugelassen und so findet, so können wir nur hoffen, die Ausstellung dieses Jahr statt. Shonibare ist einer der bedeutendsten zeitgenössischen Künstler Großbritanniens und eine zentrale Stimme der postkolonialen Diskussion.

Yinka Shonibare wurde am 9. August 1962 in London geboren und ist ein britisch-nigerianischer Künstler. Bekannt wurde er vor allem durch die Arbeit mit Dutch Way bedruckten, farbenprächtigen Baumwollstoffen. (Dutch Wax sind in den Niederlanden bedruckte Baumwollstoffe, die beidseitig farbenprächtig gemustert sind und in vielen Teilen Westafrika und anderen Teilen des afrikanischen Kontinents sind die gemusterten Stoffe ein unverwechselbarer Bestandteil der afrikanischen Kultur und Identität geworden). Shonibare setzt somit für seine Künstlerischen Arbeiten Dutch Wax als Material ein. Seine Analyse des viktorianischen Lebensstils ist von ironischen Brechungen und politisch aufgeladenen Selbstinszenierungen gekennzeichnet. Er beschäftigt sich intensiv mit kulturellen Identitäten, den kolonialen Verstrickungen des britischen Empire mit dem „Rest der Welt“ und der Frage nach dem „Bild des Anderen“. Die retrospektive Ausstellung wird rund 60 Arbeiten der letzten 30 Jahre zeigen. Ausstellungsbeginn voraussichtlich: 22. Mai bis 12. September 2021

„TELL ME WHAT YOU SEE“ Skrein Photo Collection

Wer ist Christian Skrein? Er wurde 1945 in Wien geboren. Michelangelo Antonionis Film BLOW UP kam in den 1966 Jahren ins Kino und mit ihm der Mythos des Starfotografen, des Shooting-Stars nach dem Vorbild des Chronisten des Swinging London der 60er Jahre, David Bailey und des kamerabewerten Jet-Playboys Gunther Sachs. In jeder größeren Stadt des Westens gab es einen Szenestar des Lichts und in Wien war es Christian Skrein, der im FORMAT vom 22.02.2008 behauptete, das jüngste Mitglied der Wiener Gruppe gewesen zu sein. Er begann in den 1960er Jahren als Bildreporter und fotografierte für die Zeitschrift Vogue und hatte so Zugang zu heute international renommierten Künstlern, lichtete die Rolling Stones in der Wiener Stadthalle, die Beatles in Obertauern und Sean Bond Connery irgendwo in Österreich ab. Für Skrein setzte sich virtual GI Commander und Pritzker Preisträger Hans Hollein einen US-Stahlhelm auf und zog sich eine Airforce Lederjacke an. Den Uebermalungsartisten Arnulf Rainer fotografierte er in Walter Pichlers Galaxy 1 Stuhl. Skrein selbst zeigte sich im Chicago Style der frühen 30er Jahre oder oft auch hüllenlos. Skrein war ein Fotoprofi und kein Aufreisser, der die Kamera nur zum Anbandeln vorgeschoben hat.

Die Sammlung Skrein nimmt eine Vorreiterrolle bei der Rezeption von Amateurfotografie ein, umfasst aber zugleich hochkarätige künstlerische und dokumentarische Aufnahmen. Themen wie die Reportage Fotografie, begründet auch in Christian Skreins eigener fotografischer Praxis, kennzeichnen den Blick des Sammlers ebenso wie ein Faible für Kuriosa. Diesem Materialschatz nähern sich Ausstellung und Publikation auf erzählerische Weise, denn nur so machen die heterogenen Bilder, die alle einen hohen Qualitätsanspruch haben, die Herangehensweise des Sammlers nachvollziehbar. Geordnet werden die Bilder mit assoziativen Begriffen. Ausstellungsbeginn voraussichtlich: 12. Juni bis 17. Oktober 2021

Des Weiteren werden dann noch folgende Künstler*innen im Museum der Moderne und Rupertinum präsentiert:

„Teasing Chaos“ David Tudor / Mönchsberg 3. Juli 2021 – 9. Jänner 2022 David Tudor (1926 Philadelphia, PA, US – 1996 Tomkins Cove, NY, US) war in den 1950er-Jahren einer der führenden Pianisten und Interpreten zeitgenössischer Musik.

„The Disappointed Tourist“ Ellen Harvey / Mönchsberg 2. Oktober 2021 – 13. Februar 2022 Ellen Harvey (1967 Farnborough, GB) erforscht im Medium der Malerei u. a. das Phänomen der ästhetischen Nostalgie (warum ist das Vergangene das Schöne?), das unsere Wahrnehmung von und unseren Umgang mit Natur und Landschaft beeinflusst.

„Deep Time“ Marion Kalter / Rupertinum 23. Oktober 2021 – 27. Februar 2022 Wenn Marion Kalter (1951 Salzburg, AT) von Fotografie spricht, dann spricht sie eigentlich von Menschen.

„Das grafische Werk“ Heimo Zobernig/ Rupertinum 23. Oktober 2021 – 27. Februar 2022 Generali Foundation Studienzentrum Presented by Künstlerbücher, Kataloggestaltung und Grafikdesign sind ein zentraler Teil der künstlerischen Praxis von Heimo Zobernig (1958 Mauthen, AT).

„Gordon Matta-Clark“ 6. November 2021 – 27. März 2022 / Mönchsberg Presented by In Kooperation mit CCA – Canadian Centre for Architecture, Montréal Gordon Matta-Clark (1943 – 1978, New York, NY, US) zählt mit seinem radikalen gesellschaftskritischen und innovativen Werk zu den wichtigsten Künstlerpersönlichkeiten des 20. Jahrhunderts.

Kunst im Lift MönchsbergAufzug

Peter Land, The Staircase (1998)  bis 1. Februar 2021

Carola Dertnig, Strangers (2003) 2. Februar – 3. Mai 2021

Ferhat Özgür, The Will or The Ten Commandments (2009) 4. Mai – 2. August 2021

Robert F. Hammerstiel, I want you to want me I (2006) 3. August – 2. November 2021

Kurt Kren, 31/75 Asyl (1975) 3. November 2021 – 31. Jänner 2022

https://www.museumdermoderne.at/