SALZBURGER KUNSTVEREIN – KÜNSTLERHAUS 2016

Was erwartet die Besucher  2016 im Salzburger Kunstverein – ein Ausstellungsüberblick 2016

Bei der Pressekonferenz des Salzburger Kunstverein wurde in der 2. Jänner Woche 2016 von Séamus Kealy (Direktor) das Jahresprogramm 2016 vorgestellt.

2015 brachte Séamus Kealy interessante Künstler nach Salzburg und wertete somit den Salzburger Kunstverein auf. 2016 werden sich Künstler mit den Themen der jüngeren Vergangenheit auseinandersetzen um solchermaßen über eine nahe Zukunft reflektieren zu können.

1 Hans Schabus

Potatocity, 2015, © bildrecht gmbh

Startschuss ist ab 20. Februar mit dem Bildhauer Hans Schabus, der 1970 in Watschig, Kärnten geborene und in Wien lebende Künstler, präsentiert sich wieder einmal in Salzburg.

2005 war er der österreichische Vertreter der Biennale di Venezia2005, er transformierte den Hofmann Pavillon mit der Arbeit „Das letzte Land“. Die Großinstallation fand international größtes Echo in allen Fachmedien und war eine der eindrucksvollsten Arbeiten der Biennale.

2006 sorgte  Hans Schabus  in Salzburg bei der Kunstveranstaltung Kontrocom 06,  mit seiner Installation am Eingang zum Mirabellgarten, für Aufsehen und Aufregung. Schabus Bretter dienten als temporärer künstlerischer „Sichtschutz“ am Eingang zum Mirabellgarten. Der „Bauzaun“ symbolisierte das Überschreiten einer Türschwelle zwischen draußen und barocker Vergangenheit drinnen und setzte damit ein Zeichen der Modernisierung.

2016 wird Hans Schabus im Salzburger Kunstverein etwas Neues auf die Beine stellen. Letzten Sommer durchquerte Hans Schabus auf seinem Fahrrad die Vereinigten Staaten.

Hans Schabus The Long Road from Tall Trees to Tall Houses (July 25th, 2015), 2015, US 6 – Roosevelt Highway, Grand Army of the Republic Highway / N 41º 54’ 32.11’’ W 79º 48’ 26.32’’, © bildrecht gmbh

Hans Schabus
The Long Road from Tall Trees to Tall Houses (July 25th, 2015), 2015, US 6 – Roosevelt Highway, Grand Army of the Republic Highway / N 41º 54’ 32.11’’ W 79º 48’ 26.32’’, © bildrecht gmbh

Jeden Tag hielt er um 12 Uhr mittags an, um seine Umgebung zu dokumentieren und sendete eine Postkarte vom Übernachtungsort an seine Heimatadresse. Dieses tägliche Ritual bildet den Ausgangspunkt der Ausstellung. So reflektiert diese Ausstellung auf fast journalistische Art und Weise die Reise des Künstlers und ist im Gegensatz zu seinen vergangenen Installationen als komplett Konträr einzuordnen. Schabus hat in zwei Jahrzehnten Kunstwerke geschaffen, die mit seinen Erfahrungen des Kosmos spielen. Beginn der Ausstellung: 20. Februar – 24. April 2016

Vielversprechend dürfte auch die Ausstellung der in Pristina, Kosovo geborenen und in München lebenden Künstlerin Flaka Haliti sein.

Flaka Haliti Speculating on the Blue, 2015, Sand, Metall, Licht, Installationsansicht Pavillon der Republik Kosovo, 56. Venedig Biennale, Foto: © Marc Krause, courtesy of the artist und LambdaLambdaLambda

Flaka Haliti
Speculating on the Blue, 2015, Sand, Metall, Licht, Installationsansicht Pavillon der Republik Kosovo, 56. Venedig Biennale, Foto: © Marc Krause, courtesy of the artist und LambdaLambdaLambda

Dies wird allerdings keine Einzelstellung sein, sondern eine gemeinsam konzipierte Ausstellung mit der Wiener Künstlerin Anna-Sophie Berger und der amerikanischen Künstlerin Hayley Silverman. Ein Konzept dass sich mit der Auseinandersetzung der Natur und dem Wert der Schaffung sozialer Umfelder von Künstler_Innen befasst. Eine Ausstellung als eine Art Testfeld, die künstlerische Ausdrucksformen sichtbar macht, die durch offenes Teilen und eine nicht-dualistische, nicht-individualistische Praxis zwischen drei Künstlerinnnen entsteht. Beginn der Ausstellung: 24. September – 27.November 2016

Erwähnenswert ist auch noch die Ausstellung der Künstlerin Ella Littwitz, geboren in Israel. Sie lebt in Berlin, Gent und Israel.

Ella Littwitz Tomograma, 2015, courtesy the artist

Ella Littwitz
Tomograma, 2015, courtesy the artist

Ella Littwitz befasst sich in ihrer Arbeit mit der Territorialisierung und Konstruktion von historischen und psychologischen Grenzen, sowie mit den oft instabilen Regeln, die Grenzbeziehungen verursachen. Sie präsentiert eine Installation, die u.a. von Fußbällen inspiriert wurde, die sich im Laufe von neunzehn Jahren in das verminte Niemandsland Jerusalems verirrt haben. Beginn der Ausstellung: 20. Februar – 24. April 2016

Weitere KünstlerInnen die im Jahr 2016 noch im Salzburger Kunstverein ausstellen werden sind: Leyla Aydoslu, Angelika Loderer, Anja Ronacher, Carsten Fock, Stan Douglas, People’s Cinema(Salzburg Contemporary)

Lassen wir uns überraschen, ob die Ausstellungen dann auch tatsächlich das sind, was sie versprechen.