KUNST schreit auf!!!

KUNST zeigte schon immer, was in Politik und Gesellschaft schiefläuft oder gelaufen ist.

Zurzeit geht es um die KLIMASITUATION und die Gruppe „Letzte Generation“ will mit ihren Aktionen in Museen aufmerksam machen. Ein berühmtes Klimt Gemälde „Tod und Leben“ wurde mit einer schwarzen Flüssigkeit auf das Gemälde geschüttet. Diese Aktionen sind nicht unbedingt der richtige Weg, um ein Umdenken in der breiten Öffentlichkeit zu erreichen. 

Anders sehen Aktionen aus, wo Künstler ihre eigenen Werke zerstören und somit auch AUFMERKSAMKEIT erzielen. Beispiel wie Banksy, einer der berühmtesten Graffiti Maler, der bei einer Versteigerung sein Bild „Girl with Balloon“ schredderte. Er ist der Künstler, der immer wieder auf Politische und Gesellschaftliche Probleme hinweist. Oder der Künstler Gustav Metzger – Vertreter der Aktionskunst, der seinerzeit gegen nukleare Waffen demonstrierte – der in den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg die so genannte „autodestruktive Kunst“ schuf und in seinen Gemälden Säure versteckte, die dann langsam die Leinwand zerfraß.

Video über die Übermalung des Kunstwerkes „5 vor 12“ von Hermann Präg. Filmaufnahme von Ulrike Schmid und dem Künstlerkollektiv „RatAess“

Eine interessante Aktion fand bei der Vernissage der Mitgliederausstellung „ALLE“ – wo 149 Künstler: innen das gesamte Künstlerhaus Palais Thurn & Taxis in Bregenz bespielen und ihre Werke präsentieren – statt.

Der Künstler Hermann Präg zerstörte mit einem Spray während der Vernissage sein Kunstwerk „5 vor 12“. Der Titel des Werkes von Präg weist schon daraufhin, dass es schon zu spät ist und Politik und Gesellschaft alles daransetzen müssten, um endlich etwas zu bewegen, um das Ruder noch herumzureißen.

Der Künstler Hermann Präg der sein Werk „5 vor 12“ bei der Vernissage übermalte. Foto: © Ulrike Schmid

Die Zerstörung seines Bildes sei Ausdruck von Ohnmacht, sagt der Künstler zu seiner Aktion. Diese Aktion reiht sich zwar thematisch in die Proteste der Aktivisten der vergangenen Wochen ein, ist aber doch ganz anders, denn der Künstler zerstörte sein eigenes Kunstwerk.

Auf alle Fälle hat Hermann Präg mit seiner Aktion während der Vernissage großes Aufsehen erregt. Sogar der ORF Vorarlberg-heute übertrug diese Aktion (nachzusehen in der ORF TVThek) Der Direktor Thomas Trummer vom Kunsthaus Bregenz nahm ebenso Stellung zu dieser Aktion und erwähnte in seinem Statement: „Das die Museen nun zum Schauplatz werden, ist zwar eigenartig und man hat das Gefühl, man schlägt den Sack und nicht den Esel, aber trotzdem spürt man auch, wie bedeutend und wichtig Kunstwerke sind und dass sie großes Aufregen erzeugen können und auch wollen“.    

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Wer SUCHET, der FINDET!

Wenn, werden Sie fragen? Gefunden wurde der neue JEDERMANN und die neue BUHLSCHAFT für die Salzburger Festspiele 2023

Nachdem Lars Eidinger und Verena Altenberger sich von den Salzburger Festspielen verabschiedet haben und 2023 nicht mehr zur Verfügung stehen, musste man sich auf die Suche machen, um die Titelrollen des JEDERMANN wieder neu zu besetzen.

Heute wurde es bei der Pressekonferenz im Künstlerhaus in Wien bekanntgegeben, wer den Jedermann und die Buhlschaft spielen wird.

Den JEDERMANN 2023 wird der Schauspieler Michael Maertens verkörpern. 1963 in Hamburg geboren, studierte er an der Otto Falckenberg Schule in München und 1989 ans Hamburger Thalia Theater. 2014 wurde er auf der Berlinale mit dem Deutschen Schauspielerpreis ausgezeichnet. Maertens wurde zudem 2016 mit dem Gordana Kosanović-Schauspielerpreis für besondere schauspielerische Leistungen und dem Deutschen Comedypreis in der Kategorie „Beste TV-Komödie“ (Vorsicht vor Leuten) ausgezeichnet. Zuletzt spielte er in Salzburg 2017 den „Narr“ in Aribert Reimanns Lear (Regie: Simon Stone) in der Felsenreitschule.

Die BUHLSCHAFT 2023 wird die junge Schauspielerin Valerie Pachner spielen. Sie wurde 1987 in Wels, Oberösterreich, geboren. Sie lebte nach ihrem Schulabschluss ein Jahr in Honduras und belegte danach in Wien das Studium der Internationalen Entwicklung. Parallel dazu studierte sie Germanistik und die Leidenschaft zur Schauspielerei wurde immer stärker und so absolvierte sie von 2009 bis 2013 das Max Reinhardt Seminar. Sie wurde 2016 für ihre Darstellung der Wally Neuzil in Egon Schiele: Tod und Mädchen 2016 mit dem österreichischen Filmpreis und den Romy als beste Nachwuchsdarstellerin ausgezeichnet. Erstmals bei den Salzburger Festspielen war Valerie Pachner 2018 im Rahmen einer Lesung mit Prosa von David Grossman zu Gast.

2023 wird die Medienwelt wieder genau hinsehen, wenn es am Domplatz / Großes Festspielhaus wieder heißt:

Jedermann. Das Spiel vom Sterben des reichen Mannes

Premiere: 21. Juli 2023, 21.00 Uhr

13 weitere Vorstellungen bis 29. August 2023 https://www.salzburgerfestspiele.at/

Kathrin Grün verlässt die Frankfurter Buchmesse

Personelle Veränderungen bei der Frankfurter Buchmesse

Das PR-Team der Frankfurter Buchmesse stellt sich neu auf!

Kathrin Grün war seit 2009 im PR-Team der Frankfurter Buchmesse und leitete danach 2017 die Kommunikationsabteilung. Sie verlässt das Unternehmen zum 30. November 2022, um sich einer neuen beruflichen Aufgabe zu widmen.

Kathrin Grün: „Ich bin sehr dankbar für 13 ereignisreiche Jahre bei der Frankfurter Buchmesse. Am Erfolg der Buchmesse sind viele Akteur*innen beteiligt. Mein großer Dank gilt meinem Team für die motivierte Zusammenarbeit, Juergen Boos und allen Kolleg*innen“.

Juergen Boos, Direktor der Frankfurter Buchmesse: „Ich danke Kathrin Grün für die vertrauensvolle Zusammenarbeit in den letzten Jahren. Sie hat mit ihrer Expertise, ihrem außerordentlich hohen Einsatz und ihrem großen, internationalen Netzwerk einen entscheidenden Beitrag zum Gelingen der Frankfurter Buchmesse geleistet. Wir bedauern sehr, dass wir sie als Mitarbeiterin und Kollegin verlieren und wünschen ihr alles Gute. Wir führen zurzeit finale Gespräche zur Nachfolgeregelung, die wir zeitnah bekannt geben werden.“
Interimistisch übernimmt Ines Bachor zum 1. Dezember die Koordination des Kommunikationsteams. Bereits zum 1. August hat Svenja Pütz das Team als Social Media Managerin verstärkt. Weitere Ansprechpartner*innen im Kommunikationsteam sind Kathrin Ankermüller, Katrin Hage und Frank Krings. Im Januar 2023 kehrt Tina Pfeifer aus ihrer Elternzeit zurück.

HERMANN PRÄG – Selbstreflexion

Ich lernte Hermann Präg den Maler, Licht- und Objektkünstler, Fotograf in Anif 2022 bei seiner Ausstellung kennen.

Künstler Hermann Präg / Foto: © Alexander Präg

Seine Bilder, die er in Anif ausstellte, gaben einen tiefen Einblick in das Innere, aber reflektierten auch wieder einen Blick nach außen. Es waren Arbeiten, wo das SCHWARZ dominierte und wo sich immer wieder helle Flächen und Formen in den Vordergrund schieben.

„Plan“ Hermann Präg

Für mich Grund genug, mit dem Künstler ein Interview zu starten!

Linossiartstory: Hermann du bist Vorarlberger und du hast am Mozarteum in Salzburg bei Prof. Peter Prandstetter Malerei studiert. Meine Frage was war der Impuls, überhaupt einen Pinsel in die Hand zu nehmen und als Vorarlberger in Salzburg zu studieren?

Hermann Präg: Ich kann mich in meinem Leben kaum an eine längere Phase erinnern, in der ich mich nicht mit Pinsel oder Farbe beschäftigt habe. Schon in meiner frühen Kindheit habe ich damit begonnen. Es waren nicht immer die üblichen Zeichnungen, die man sich von einem Kind erwartet. Ich habe gekleckst, aber manches einfach nur kopiert – auch Comics. Trotz meinem intensiven Hang zum Bildermachen habe ich die Handelsakademie besucht. Damals habe ich viele meiner Klassenmitglieder porträtiert. Ahnungslos habe ich die Aufnahme im Mozarteum versucht und bin gescheitert. Beim zweiten Versuch wurde ich dann in der Malereiklasse von Prof. Peter Prandstetter aufgenommen. Bei Prof. Matthias Herbst schrieb ich die Diplomarbeit über die Kunst der Hopi und Navajo. Ich war begeistert von der Spiritualität ihrer Plastiken und Malereien.

Linossiartstory: Wann begann das Interesse für die Bildende Kunst und gab es jemanden, der den entscheidenden Input gab?

Hermann Präg: Erst durch die Begegnung mit dem großartigen Vorarlberger Künstler Armin Pramstaller kam ich auf gute Bahnen. Ohne ihn wäre auch mein zweiter Versuch am Mozarteum gescheitert. Er war ein außerordentlicher Druckgrafiker, der mir mit wenigen aber guten Hinweisen weiterhalf. Durch ihn habe ich mit Schwarz-Weiß-Arbeiten begonnen. Es waren Kohlezeichnungen, die aber eine stark malerische Wirkung hatten.

Linossiartstory: Du hast Malerei studiert und bist bei der Licht-Kunst und Fotografie gelandet. Ich bin auf eine einzige Malerei bei Recherchieren im Netz gestoßen. Wenn man das Bild betrachtet, deutet es schon in die Richtung Licht – Schatten. Was war die Faszination, sich mit Lichtkunst auseinanderzusetzen?  

Hermann Präg: In meinen frühen Kohlezeichnungen interessierte mich immer mehr die Restfläche, das weiße Papier. Ich versuchte sie durch den schwarzen Kontrast zum Leuchten zu bringen. Das setzte sich nach meinem Studium in den Malereien mit schwarzer Tinte fort. Das war eine intensive Zeit. Ich versuchte bis an die Grenze des Möglichen zu gehen. Es entstanden sehr kosmische Bilder. Ich war fasziniert vom unendlichen Raum. Leider endete diese Phase in einer Erschöpfung. Eine längere Pause des künstlerischen Schaffens war die Folge. Irgendwann suchte ich nach einer umgekehrten Arbeitsweise. Warum nicht gleich mit Licht arbeiten und das Dunkle ist einfach dann der Schatten? Es entstanden Lichtobjekte aus Leuchtstoffröhren, LEDs und Acrylglas. Ein schöner Erfolg war 2011 eine Lichtsäule, die im ZKM in Karlsruhe zu sehen war. 2008 entstand auch eine 20 Meter lange Lichtinstallation an der Herz-Jesu-Kirche in Bregenz. Über ein Jahr lang blitzte eine Lichtröhre in unregelmäßigen Abständen über Bregenz.

Linossiartstory: Zurück zu deinen Arbeiten in Anif. Immer wieder dieser Schwarzweiß Kontrast und man konnte an den Arbeiten nicht so vorbeimarschieren, man muss sich darauf einlassen. Es ist nie erkenntlich gewesen, was es war, schwarz: dominant und dann tauchen Formen auf, die sich in Licht tauchten. Was willst du mit diesen Kontrastformen aussagen?

Hermann Präg: Die Formen grenzen sich häufig von einem dunklen Hintergrund ab. Es geht also um eine Schwelle zwischen einem Hier und Dort, um eine Beziehung zu etwas anderem, zum ganz Anderen, dem nicht Bekannten, nicht Greifbaren. Der Philosoph Ernst Bloch würde sagen, es sei der Schritt vom Tatsächlichen zum Wirklichen. Für Ihn ist dort das „Noch-Nicht“, das „Noch-nie-Gewesen“. Es handelt sich um eine Selbstüberschreitung. Sie ist heute wichtiger denn je. In einer Zeit, in der die Welt immer mehr subjektiviert wird, brauchen wir wieder das Gegenüber, die Beziehung, die Anziehung.

Linossiartstory: Was bedeutet für dich der Begriff „Kunst“?

Hermann Präg: Das ist selbst – wenn ich sie nur auf meine Kunst beziehe – eine schwierige Frage. Für mich ist es die Arbeit mit Bildern. Ich brauche sie, weil ich mit der Sprache mich nicht gleichwertig ausdrücken kann. Vielleicht befinde ich mich gar in einem vorsprachlichen Bereich. Wörter werden sehr stark durch Konventionen bestimmt. In einem Bild kann ich mich davon befreien. Bilder können Entzugsstrukturen erzeugen. Sie haben keine vordergründige Mitteilung und es entsteht dadurch ein Vakuum. Ein Vakuum kann sehr anziehend wirken, ohne dem Betrachter gleich belehren zu wollen. Es wäre wichtig, dass wir uns diesem Vakuum immer wieder öffnen.

Linossiartstory: Fühlst du dich mit deiner Kunst verstanden?

Hermann Präg: Eigentlich selten. Meine Kunst schreit nicht, provoziert nicht und will nicht ständig auf sich aufmerksam machen. Ich arbeite autonom. Doch die autonome Kunst befindet sich in der Krise. Viele Künstler: innen stehen im Dienst einer bestimmten Haltung, um Teil einer sich abgrenzenden Peergroup zu sein. Andere verfolgen Strategien wie Irritation, Ironie und Subversion. Ihre Kunst bezieht sich immer auf Bestehendes. Sie schafft nicht mehr aus sich selbst heraus etwas Neues. Sie zirkuliert im großen Strom des Kunstbetriebes. Da nehme ich eine Außenseiterrolle ein.

Linossiartstory: Welche Erwartungen stellst du an eine Galerie, die deine neuen künstlerischen Ideen präsentieren soll?

Hermann Präg: Ich glaube, dass es Galerien nicht besonders leicht haben. Von einer Galerie würde ich gerne erwarten können, dass sie aus eigener Überzeugung Künstler: innen entdecken und ausstellen, dass sie sich für meine Ideen interessieren. Ich verstehe, wenn sie dieses Ideal nicht erfüllen können. Der Kunstbetrieb hat eben seine Gesetzmäßigkeiten. Problematischer sind Kuratoren, die ihre Konzepte mit den Werken verschiedener Künstler: innen dekorieren. Das erinnert mich an die Schulzeit, als der Lehrer ein Thema vorgab. Da stehen die Kuratorinnen und nicht die Kunstschaffenden im Vordergrund.

Mit mir würde eine Galerie sicher ein Wagnis eingehen, da mein künstlerischer Ansatz nicht dem allgemeinen Trend entspricht. Er ist vielmehr eine Reaktion darauf. Angesichts der heutigen Krisen wären Selbstüberschreitung, Anteilnahme und Sorge für das andere außerordentlich wichtig. Stattdessen begegnen wir selbstbezüglichen Systemen wie der Wirtschaft, des Kunstbetriebes, der Spaltungen, Polarisierungen, der Selbstgenügsamkeit und Selbstgefälligkeit.

Linossiartstory: Wir leben in einer virtuellen und zunehmend technisierten Welt. Wie ist dein Verhältnis zur virtuellen und technisierten Welt? Gibt es Vorbilder?

Hermann Präg: Da ich selbst die virtuelle Welt benutze bin ich vorsichtig mit einer Pauschalkritik. Sie bietet viele Chancen. Man sollte aber auch daran denken, dass sie zu Gesinnungsblasen führt. Man kann sich dort bekanntlich je nach Bedarf die „Fakten“ auswählen. Viele folgen wie Alice dem weißen Kaninchen und verlieren sich im Wunderland, weit abseits der realen Welt. Sie finden oft nicht mehr zurück. Der Film „Matrix“ zeigt, dass für viele Menschen die Traumwelt einfach schöner ist als die Wahrheit. Für letztere muss man kämpfen. Man muss die angenehmere Matrix verlassen. Matrix ist das lateinische Wort für Gebärmutter. Verlässt man sie nicht, verharrt man in einem embryonalen Zustand. Man wird von einem System bestens versorgt, ohne es zu kennen. Viele sehnen sich – wie im Film die Person Cypher – zurück in eine solche glückliche Bewusstlosigkeit. Diese beiden Geschichten stehen symbolisch für die heutige Anti-Aufklärung, dem reinen Subjektivismus.

Linossiartstory:  Was macht für dich einen Künstler aus? Welche Eigenschaften und Fähigkeiten sollte er mitbringen? Oder ist für dich, um es mit einem Ausspruch Joseph Beuys zu sagen, jeder Mensch ein Künstler?

Hermann Präg: Vielleicht hat jeder eine gewisse künstlerische Veranlagung. Um aber Künstler zu sein, braucht es mehr Intensität in der Auseinandersetzung mit künstlerischen Ausdrucksmöglichkeiten und mehr Reflexion über unser Dasein.

LinossiartstoryWelches sind deine nächsten künstlerischen Ziele? Wann und wo sind neue Ausstellungen geplant?

Hermann Präg: Derzeit bin ich gerade noch bei einer Mitgliederausstellung im Künstlerhaus in Bregenz beteiligt. In der Auseinandersetzung mit unserem Dasein macht mir auch das ewige Versagen der Klimakonferenzen großes Kopfzerbrechen. Aus dem Gefühl der Verzweiflung und Ohnmacht habe ich während der Vernissage vor Publikum eines meiner Bilder übersprüht. Das ist jetzt noch keine Aktionskunst, vielleicht auch – angesichts der jüngsten Aktionen der Last Generation – nicht besonders originell. Wenn eine iranische Frau auf die Straße geht, ist das auch nicht mehr originell, aber unglaublich wichtig. Vorerst sind von mir keine Ausstellungen geplant. Das versuche ich demnächst aber zu ändern.

Linossiartstory:  Danke für das wunderbare Interview und die Einblicke in deinen Werdegang. Ich wünsche Dir für die Zukunft alles Gute und viel Erfolg mit deinen interessanten Arbeiten.

Hermann Präg: Ich danke für das Interesse und deine Aufmerksamkeit!

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„SCHNEE IN BETHLEHEM!“

Salzburger Adventsingen im Großen Festspielhaus zu Salzburg 2022

Salzburger Adventsingen 2022 „Schnee in Bethlehem!“ Foto: © Rudi Gigler 2022

Wie die Zeit vergeht, gerade noch war ein schöner Herbst und abrupt sind wir schon wieder in der Adventzeit. Nach zweijähriger Pandemie geht es heuer         – zwar geprägt durch eine Wirtschafts- und Energiekrise – wieder etwas lockerer zu. Die Christkindlmärkte haben ihre Pforten geöffnet und laden zum gemütlichen Beisammensein bei den diversen Glühwein Ständeln ein, um die Krisenzeiten etwas zu vergessen.

Salzburger Christkindlmarkt 2022 Foto: © Christa Linossi

In der von Kirche, Macht und Glaube geistig wie architektonischen Stadt Salzburg finden alljährlich zwei Mysterienspiele beachtliche Erfolge. Zum einen seit 100 Jahren der sommerliche Salzburger „Jedermann“ als Highlight der Salzburger Festspiele mit Mysterium des Todes und zum anderen seit nunmehr 75 Jahren sein winterliches Pendant, das „Salzburger Adventsingen“ im Großen Festspielhaus mit dem Mysterium vom Wunder der Geburt.

Heuer kann endlich wieder unter „Normalbedingungen“ (nach zwei Jahre Pandemie) das Traditionsbewusste und berühmte „Salzburger Adventsingen“ ohne Beschränkungen aufgeführt werden.

Ein kurzer Rückblick zur Entstehung des Salzburger Adventsingen. Es hat alles klein und bescheiden mit einer schlichten Gedenkfeier unter schwierigen Bedingungen begonnen. Nach dem Zweiten Weltkrieg 1945 – die Welt lag wieder einmal in Trümmern – und allerorts ertönte „Nie wieder Krieg“! In diesem unermesslich großen Wunsch nach Frieden, gründete Tobi Reiser 1946 das Salzburger Adventsingen. Die Botschaft vom „Frieden den Menschen auf Erden, die guten Willens sind“ (LK 2,14) was bis heute Gültigkeit besitzt.

Regisseurin Gerda Gratzer und Hans Köhl (Gesamtleitung) Foto: © Christa Linossi 2022

Gerda Gratzer, die neue Regisseurin übernahm die Schauspiel-Inszenierung und inszenierte ein wunderschönes Adventsingen, mit viel Musik und Gesang und so wurde es zu einem harmonischen Ganzen.                              

Salzburger Adventsingen 2022 im Großen Festspielhaus Salzburg Probenfoto Im Bild Julia Leckner als Erzählerin Foto: Franz Neumayr 18.11.2022

„Schnee in Bethlehem!“ entführt in eine märchenhafte Geschichte die nach dem musikalischen Prolog mit „Es war einmal…“ beginnt und es ist eine uralte, von Generation zu Generation mündlich überlieferte Adventsgeschichte, in die uns die Erzählerin in Erinnerung an ihre Oma mitnimmt. Unzählige Male hat sie diese Geschichte beim Schlafengehen gehört. Jedes Mal klang sie ein wenig anders und wurde aus Omas Gedankenwelt mit fantasievollen Details angereichert. So war es einmal, dass vor über 2000 Jahren in Bethlehem ausgerechnet in jener Nacht der Geburt Christi nach langer Zeit wieder einmal Schnee vom Himmel fiel. Alles erstarrte in frostiger Kälte. Nur eine strahlend weiße Schneerose, auch „Christrose“ genannt, verkündete fortan neue Hoffnung, neues Leben.

Salzburger Adventsingen 2022 „Schnee in Bethlehem!“ Foto: © Christa Linossi
Aufführung des Salzburger Adventsingens 2022, mit dem Thema „Schnee in Betlehem“, im Grossen Festspielhaus in Salzburg, am 23.11.22. Das Bild zeigt Edwin Hochmuth als Hirten Jaggerl mit Christrosen in den Händen Foto: © Rudi Gigler

Es ist eine großartige Inszenierung die Gerda Gratzer hier auf die Beine stellte. Mit großartigem Sänger*innen, Musikant*innen, Darstellern und Hirtenkinder, die ihr Bestes geben und das Publikum mit der Kraft der Stille und dem Mysterium der göttlichen Liebe im Innersten berühren werden.

Salzburger Adventsingen 2022 im Großen Festspielhaus Salzburg Probenfoto Im Bild die Hirtenkinder Foto: Franz Neumayr 18.11.2022
Salzburger Adventsingen 2022 im Großen Festspielhaus Salzburg Probenfoto Foto: Franz Neumayr 18.11.2022

Das Salzburger Adventsingen 2022 startet mit der Premiere am 25. November 2022 und läuft bis 11. Dezember 2022 im Großen Festspiel zu Salzburg.

Prädikat: Sehenswert

www.salzburgeradventsingen.at

DAS MAXIMALE MINIMUM

THE MAXIMUM MININUM

Gesehen im MUSEUM DER MODERNE SALZBURG

Künstlerin Wiebke Siem, Foto: © Christa Linossi 2022

Die Künstlerin Wiebke Siem, eine deutsche Künstlerin (*1954 Kiel) wurde in den 90iger Jahren mit ihren raumgreifenden Installationen bekannt.
Das Kunstmuseum Den Haag (NL) und das Museum der Moderne Salzburg zeigen mit dieser Präsentation die jeweils erste Einzelausstellung der Künstlerin in den Niederlanden und in Österreich. Auch das Kunstmuseum Bonn wird der Künstlerin eine Einzelausstellung widmen.

Das Maximale Minimum ist ein Überblick der plastischen Arbeiten der Künstlerin, von Beginn der 1980er Jahre bis heute. Es ist eine Inszenierung einer Raumfolge zwischen Installation und Bühnenbild. Eine Formsprache und präsentationsweise, die auf den Kontext ethologischer Sammlungen darauf hinweisen.

Betritt man den ersten Raum, ist man überrascht und erstaunt, welche Objekte

Hot Skillet Mama 2012/2013 Wiebke Siem Foto: © Christa Linossi 2022

einem hier begegnen. Im Hintergrund taumeln von der Decke Objekte, mit hängenden Armen, jedoch nicht nur mit Armen, sondern auch Spazierstöcke baumeln an den „Körpern“. Als Kopf dienen Vasen, Schneidbrett und sonstiges Utensil. Es ist eine interessante Installation und man könnte „Geschichten“ dazu erzählen. Eine Skulptur, die wie eine Trommelkabelrolle aussieht, jedoch befindet sich am Ende der Rolle, ein Fuß und am Anfang schleifen Hände sich durch den Raum. Ein geschlauchter „Zwerg“ chillt in einem Stuhl und wartet darauf, vom Museums-Besucher betrachtet zu werden.

Betritt man den nächsten Raum der Ausstellung, sticht einem eine Kücheneinrichtung aus den 60iger Jahren mit einem Riesenbildschirm als weibliche Skulptur umgewandelt entgegen. Es hat etwas Skurriles. Wollten Sie nicht auch schon immer einen Lampenschirm?? Beim Lunch oder Dinner etwas beengt, würden die Füße doch den Teller berühren.

Niema tego zlego coby na dobry nie wyslo 2017 (polinisch) „Jede Wolke hat einen Silberstreif am Horizont“ / Wiebke Siem Foto: © Christa Linossi 2022

Abgesehen davon, es ist eine interessante Installation, die sich sehen lassen kann und auch zum Nachdenken anregen sollte.

Eine weitere interessante Installation ist die Nähmaschine. Eine Nähmaschine aus der Vergangenheit (50iger, 60iger Jahren) steht im Raum und wird

Weibliche Skulptur 2008 / Wiebke Siem Foto: © Christa Linossi 2022

von einer Skulptur umschlungen? Nein nicht umschlungen, bei genauer Betrachtung trägt sie auch Schuhe und sie liegt fix und fertig von der getanen Näharbeit über der Maschine. Hier ist die Symbolik wiederum den Frauen zugeschrieben.

Der letzte Raum dieser Ausstellung verbirgt interessante Installationen, wo auch der Besucher, die Besucherin selbst Hand an den Kunstwerken anlegen kann.

Der schwarze Raum Installationen / Wiebke Siem Foto: © Christa Linossi 2022

Es liegen Teile von Gegenständen, wie Arme, Spazierstöcke, Beine mit Schuhen usw. am Boden und warten darauf, dass der Besucher, die Besucherin sie in die Hand nimmt und ihre eigene Installation kreiert, in dem sie die Gegenstände an die vorgesehenen Ketten einhackt. Die Gegenstände sind aus Holz. Es ist ein kreativer Ansatz wo Besucher: innen interaktiv mitwirken können.

Der schwarze Raum Installationen / Wiebke Siem Foto: © Christa Linossi 2022Wiebke Siem Foto: © Christa Linossi 2022

So betrachtet, wurden aus Alltagsdingen wie Kleiderstücke, Schuhe, Möbelstücke, häuslich konnotierten Gegenständen und Materialien usw. So entstanden marionettenartigen Figuren als psychologisch aufgeladene wie beklemmende oder humorvolle Installationen, die jedoch auch Fragen nach gesellschaftlichen Rollenbildern aufwerfen.

Die Ausstellung ist sehenswert. Die Ausstellung läuft bis 12. März 2023

https://www.museumdermoderne.at/

SALZBURG MUSEUM    / NEUE RESIDENZ

„Mit Geschichte spielen“

Ausstellung „Mit Geschichte spielen“ Foto: © Christa Linossi

Eine interessante und schöne Ausstellung ist im Salzburg Museum in der neuen Residenz zu sehen.

„Mit Geschichte spielen“ so lautet der Thementitel. Beginnend mit der Spielwelt der 1950/60er Jahre, bis hinein ins digitale 21. Jahrhundert, greift diese Ausstellung verschiedene Erfahrungen unterschiedlicher Generationen eines Spielens mit Geschichte auf.

Ausstellung „Mit Geschichte spielen“ Foto: © Christa Linossi
Ausstellung „Mit Geschichte spielen“ Foto: © Christa Linossi

Es handelt sich bei dieser Ausstellung um eine doppelt ausgeführte Ausstellung. Die Sonderausstellung „Mit Geschichte spielen“ in der Neuen Residenz beleuchtet den Einfluss von Spielzeug auf die Vorstellung von Vergangenheit. Während im Spielzeug Museum die „Geschichte erleben – Zeitreise in fünf Stationen“ gezeigt wird, wo Kinder Schlösser und Burgen erkunden können, mit Wikingern in See stechen oder Steinzeitmenschen zu treffen und somit spielerisch in verschiedene Rollen schlüpfen können.

Ausstellung „Mit Geschichte spielen“ Foto: © Christa Linossi

Mit den beiden Ausstellungen zum Thema Spielzeug will das Salzburg Museum die historischen Aspekte von Spielzeug zeigen und gleichzeitig dazu anregen, die gezeigten Objekte neu zu überdenken. Die Ausstellung ‚Mit Geschichte spielen‘ greift dabei auch Erfahrungen unterschiedlicher Generationen auf – von den Großeltern in den 1950er und 1960er Jahren über die Elterngeneration der 1970er und 1980er Jahre bis zu den Kindern des 21. Jahrhunderts.

Christoph Kühberger, Ausstellungskurator und Professor an der Universität Salzburg Foto: © Christa Linossi

Christoph Kühberger, Ausstellungskurator und Professor an der Universität Salzburg zum Thema: „Spielzeug gehört zu unserer Geschichtskultur, also jenen Vorstellungen von Vergangenheit, die in der jeweiligen Gegenwart vorherrschen. Es beeinflusst damit geschichtliche Vorstellung, die wir übernehmen, weiterdenken oder kritisieren können.“

Die Fantasien dazu versprachen Abenteuer, Natur und Fremdheitserfahrung. Jedoch das Spielen mit Geschichte treibt auch manchmal seltsame Blüten. Fachliche Fehler wie ein Hinkelstein aus der Steinzeit als Teil der keltischen Kultur, sind da eine Kleinigkeit. Immer öfter erregt Spielzeug mit Vergangenheitsbezügen Aufsehen, weil es unseren heutigen Wertvorstellungen entgegensteht.

„Mit Geschichte spielen“ Spielzeug Museum Foto: Salzburg Museum_Christa Gaigg

Die Ausstellung in der Neuen Residenz ist sehr gut gegliedert und beginnt mit dem Thema „Indianer Spielen“ also „ERSTE AMERIKANER*INNEN“, geht dann über ins Rittertum, wo mit Rittern und Burgen schon sehr lange gespielt wurde und so zum Thema „RITTER“. Von den Rittern schreiten wir weiter zu den „PIRATEN“. Auch die gängigen Vorstellungen von Piraten basieren zumeist auf Vorbildern aus dem 17. Jahrhundert. Die Grenzen zwischen Krieg, Piraterie und Handel schwimmen stark. Das Bild der Piraten wurde stark durch Bücher, Filme und auch Spielzeug-Piraten geprägt. Von den „Piraten“ wandeln wir zu den „PRINZESSINNEN“, die heute noch stark bewundert werden und in schön anmutenden Inszenierungen in Filmen, Kostümen, Puppen und anderen Spielsachen geprägt wurden und noch immer sind. Von der Vergangenheit stürzen wir uns ins 20./21. Jahrhundert dort wo die digitalisieren ihren Fortschritt hat. Digitale Spiele haben die Spielwelt sehr stark verändert. Digitale Formate dominieren immer stärker das Spielverhalten von Kindern und Jugendlichen. Durch die digitalen Spiele können Spieler*innen auch in geschichtlichen Räumen agieren und haben oft das Gefühl, unmittelbar in der Vergangenheit zu sein oder sich im Spiel zu verlieren.

„Mit Geschichte spielen“ Spielzeug Museum Foto: Salzburg Museum_Christa Gaigg

Die Ausstellung ist in beiden Häusern sehenswert, in der Neuen Residenz können Erwachsene einen Rückblick in ihre Kindheit unternehmen und im Spielzeugmuseum sind Kinder angehalten, in die Vergangenheit der Geschichte einzutauchen.

https://www.salzburgmuseum.at/ausstellungen/aktuelle-sonderausstellungen/mit-geschichte-spielen/

https://www.spielzeugmuseum.at/sonderausstellungen/geschichte-erleben-zeitreise-in-5-stationen/

OPEN MIND FESTIVAL 2022

ARGEkultur Salzburg      vom 16. – 19.11.2022

Die ARGEkultur führt als größtes unabhängiges Kulturzentrum Salzburgs zeitgenössische Kunst und Kultur in einzigartiger Weise zusammen. Sie tritt als Veranstalterin und Produzentin für zeitgenössische, innovative und gesellschaftskritische Kultur auf.

ARGEkultur | Digitales Foyer | Tutorial (2022)
OPEN MIND Kurator_innen_Theresa Seraphin_Sebastian Linz Foto: © Wolfgang Lienbacher

Auch mit dem Festival „Open Mind digital body 2022“ geht die ARGEkultur wieder neue Wege. Es geht um Hybride Reiche / In Zwischenräumen und über reale Dystopien (Eine Dystopie ist das Gegenteil der Utopie, die auf eine gute, schöne und friedfertige Zukunft verweist.) und hybride Wirklichkeiten. Um die Jahrhundertwende hatte sich das Internet bereits als entscheidendes Kommunikationsmedium etabliert, jedoch galten digitale Räume noch weiterhin als künstliche und daher als unechte Gegenpole zur echten und also analogen Wirklichkeit. In den Pandemie-Jahren wurde es augenscheinlich, wie sehr die Digitalisierung und mit ihr die Räume, die sie hervorbringt, Teil unseres Alltags geworden sind. Krisenmanagement und globale Politik, aber auch private Beziehungen wären ohne digitale Medien wie Social Media, Video-Konferenzen oder Live-Streams nicht aufrecht zu halten gewesen. Wir leben in einer hybriden Welt!

OPEN MIND Festival_OPEN MIND_DIGITAL BODY_2022_SHOWCASE_UNTOUCHABLE ART_Felix Ludwig Foto: © Felix Ludwig_2

Interessant ist auch, dass in diese Zeit gerade die Ankündigung aus dem Silicon Valley, mit dem Meteverse unseren Begriff von Wirklichkeit von Grund auf zu verändern, fällt. Ist eine Welt nicht genug? Nein, Tech-Konzerne wollen mit „Metaverse“ unsere reale Welt von Grund auf verändern. Ist es eine Utopie, vor der man sich fürchten muss? Vielleicht? Vielleicht auch nicht. Denn die Entwicklung ist nicht aufzuhalten, es ist bereits ein jahrzehntelanger andauernder und auch vom Konsumverhalten von Milliarden Menschen angetriebener Prozess.

OPEN MIND Festival_OPEN MIND_DIGITAL BODY_2022_SHOWCASE_UNTOUCHABLE ART_Felix Ludwig Foto: © Felix Ludwig_1

Die ARGEkultur sieht darin einen Handlungsspielraum und mit entstehen der neuen digitalen Spielstätte, dem Digitalen Foyer, starten sie den Versuch, einen Begegnungsort und Erfahrungsraum virtueller Gegenöffentlichkeit innerhalb einer demokratisch legitimierten Struktur, einer Kulturinstitution, zu erschaffen und zugänglich zu machen.  

Dieses Festival bietet zwei Möglichkeiten an, am diesjährigen OPEN MIND teilzunehmen, analog oder digital. https://www.argekultur.at/projekte/2022/openmindfestival/

BRUCHLANDUNGEN

Ich reagiere mit einer künstlerischen Arbeit!

experimental photo work by © Christa Linossi 2022 – From the series „view in the future“
Career is possible, step by step up the ladder rungs!!

Crash landings are used to collect yourself and continue to pursue the goal with full force. Working on yourself and staying authentic are the prerequisites for a career.

Bruchlandungen dienen dazu, sich zu sammeln und mit voller Kraft das Ziel weiterverfolgen. An sich zu arbeiten und authentisch zu bleiben sind die Voraussetzungen für eine Karriere.

„Köpferl im Sand“

ist der legendäre Song von Arik Brauer, der heute genauso gültig ist wie in den 70iger Jahren, wo er den Song ins Leben rief.

Skulptur „Köpferl im Sand“ Arbeit von Christine A Eichinger / Foto: (c) Christine Eichinger

Dieser Song wurde – von der Berufsvereinigung der Bildenden Künstler – für eine Hommage an ihr verstorbenes Ehrenmitglied Arik Brauer gewählt und so entstand diese Ausstellung.

Die Sängerin (Tochter von Arik Brauer) Timna Brauer eröffnete gemeinsam mit Mag. Gottfried Riegler-Cech (Otto-Mauer-Zentrum Wien) die Ausstellung.

Arik (Bild) und Timna Brauer Foto: (c) Maria Santner

Kurze Information, bevor ich auf die Künstler: innen der Ausstellung eingehe, zum Song von Arik Brauer.

Der Song „Sein Köpferl im Sand“ https://youtu.be/hDeFYKmgePQ war der Hit in den 70iger Jahren und war aber auch gleichzeitig ein beinhartes Protestlied, welches sich nicht gegen eine bestimmte Gruppe richtete, sondern gegen Jedermann der sich betroffen fühlte. Arik Brauer war ein großer Humanist und als Frauenaktivist bekannt und widmete sich in seinen Werken sowohl historischen als auch aktuellen Themen. Ein Zitat von Brauer: „In der Malerei ist der Mensch, wie ja auch bei der Handschrift, nicht im Stande, den Leuten etwas vorzumachen. […] Deshalb ist Malerei die Stunde der Wahrheit“.

Somit widmeten die Mitglieder der Berufsvereinigung (BV) der bildenden Künstler Österreichs eine Hommage an Arik Brauer dem Universalkünstler, der im Vorjahr verstorben ist.  Man würdigte ihn auch als erzählenden Maler der Schule des Wiener Phantastischen Realismus. Auch er war seit den 50er Jahren Mitglied der Berufsvereinigung (BV) der bildenden Künstler Österreichs. Arik Brauer gestaltete neben Bildern auch Bühnenbilder, Hausfassaden, Mosaike, Plastiken, war aber auch Autor, Komponist, Musiker, Tänzer.

Ausgestellt wurden Arbeiten von 18 Mitgliedern, die sich mit sehr unterschiedlichen Darstellungsmitteln und- techniken zu den aktuellen Themen Stellung bezogen, vor denen viele ihren Kopf auch in den Sand steckten: Klimakrise, Verlust an Artenvielfalt, Vogelstraußpolitik, Tussi-Urlaub, Steinköpfe, Pandemie, Krieg und Elend.

Ausstellende Künstler: innen:

Irene Bergner-Oberndorfer, Gabriele Bina, Annemarie Bock, Christian Eichinger, Christine A Eichinger, Parizad Farzaneh, Vihar Georgiew, Marianne Hirschbichler, Walter Kanov, Gerhard Knolmayer, Beatrix Kutschera, Yoly Maurer, Christiane Molan, Panto Trivkovic, Petra Traxler-Pilgram, Natascha Walker, Leszek Wisniewski, Berthild Zierl.

Es waren interessante Ansätze und Aspekte zum Thema „Köpferl im Sand“ wo ich mir ein paar Arbeiten herauspikte:

Die Arbeit von Christine A Eichinger zum Beispiel, ist eine gelungene Skulptur, die sich kopfüber in den Sand stürzt, um von den ganzen Problemen, die zurzeit im 21. Jahrhundert herrschen, nichts mitzubekommen. Es ist mehr oder minder eine Flucht in den Sand, um auch keinen Beitrag leisten zu müssen. Wenn ich nichts höre, nichts sehe, dann bin ich aus dem Spiel heraus.

Skulptur „Köpferl im Sand“ Arbeit von Christine A Eichinger / Foto: (c) Christine Eichinger

Christian Eichingers Porträt des Künstler Arik Brauer, treffend realistisch gemalt. Er stellt Arik Brauer, eben den Universalkünstler, der nicht nur seine Bilder zum Ausdruck bringen konnte, sondern auch seine Songs eine Herausforderung sind oder waren, so dar, wie er war.

Portrait ArikBrauer_ von Christian Eichinger Foto: (c) Christian Eichinger

Eine weitere Arbeit die mir auch gut gefiel, ist die Arbeit von Petra Traxler-Pilgram. Mit wenigen Strichen drückt sie das Thema „Köpferl im Sand“ perfekt aus. Die Figuren wie ein Hampelmann zusammengesetzt. Hampelmann deshalb, weil es immer wieder einen anderen Blickwinkel ergeben kann.

Traxler-Pilgram Petra Vogelstrausspolitik Collage und Tinte auf Papier 50x50cm 2020 (003) Foto: (c) Petra Traxler-Pilgram

Interessant ist auch die Arbeit von Gerhard Knolmayer. Seine Arbeit mit dem Titel „Blue Pacific – Rising High!“ ist die Thematisierung des Anstieges der Meere und die damit verbundene Überflutungsgefahr von niedrig gelegenen Landmassen, die sich in den Fluten verlierenden Sands verwischen. 

Gerhard Knolmayer „Blue Pacific – High Rising“ Foto: Gerhard Knolmayer

Die Ausstellung läuft noch bis zum 2. Februar 2023 im Otto-Mauer-Zentrum. Aus organisatorischen Gründen bittet das Otto-Mauer-Zentrum um telefonische Vereinbarung eines Besuchstermins unter der Telefonnummer: 0043 664 8859 3864