Chat-Interview mit der Künstlerin Evi Schartner

Ich lernte Evi Schartner auf einer Vernissage in Salzburg kennen und wir diskutierten schon viel miteinander. Das letzte Mal, wo wir uns trafen, war in Filzmoos beim Bergfestival, wo Du auch daran beteiligt gewesen bist und ich beschloss, mit Dir ein Chat-Interview zu führen.

Zur Künstlerin: Evi Schartner

Künstlerin Evi Schartner / Foto: Nicole Moser

Linossiartstory: Deine Arbeiten befassen sich immer wieder mit der Natur und im Speziellem mit dem Baum. Was ist der Reiz darin?

Evi Schartner: Der Baum symbolisiert für mich den Ursprung des Lebens.

Linossiartstory:  Erzähl uns ein paar Worte über Dich und was bewog dich Künstlerin zu werden.

Evi Schartner: Ich war schon immer anders. Ein normaler Job wäre für mich nie in Frage gekommen. Erstens komm ich nicht mit Routine klar und Zweitens brauch ich meine Freiheit und Unabhängigkeit.

Linossiartstory: Was beeinflusst Dich und deine künstlerische Arbeit?

Evi Schartner: Die Natur, das Leben, das spirituelle Dasein

Evi Schartner / Arbeit: Achimedes / Foto: Max Pachernigg

Linossiartstory:  Deine Arbeiten sind ausdrucksstark. Wie würdest Du denken, wenn man dir anbietet, deine Arbeiten im öffentlichen Raum in den City-Light-Säulen zu präsentieren oder doch lieber nur in einer Galerie? Mit welchen Materialien arbeitest Du?

Evi Schartner: Ich würde mich freuen J Außerdem denke ich, dass meine Arbeiten den Menschen viel positive Energie schenken, denn auch Wälder beruhigen und geben uns positive Energie und Kraft. Stichwort: Waldbaden.

Ich arbeite mit 30 Jahre altem handgeschöpften Papier aus dem Himalaya und wasserlöslichem Farbpigment. Manche meiner Bögen sind Einzelstücke und somit ist jedes meiner Bilder ein Unikat.

Evi Schartner / Arbeit:Comic Tweety / Foto: Max Pachernigg

Linossiartstory: Ein Werk – welches du bei Montain-Art ausgestellt hattest, gefiel mir sehr gut. Es geht um die Arbeit „Comic Tweety“. Bei genauer Betrachtung verwandeln sich Äste in ein Spinnennetz, die Farben sind ausdrucksstark und als Gag, befindet sich im Bild die berühmte Comic Figur „Tweety Bird“. Was war der Auslöser, diese Figur in die künstlerische Arbeit einfließen zu lassen?

Evi Schartner: Der Auslöser war Liebeskummer. Das Bild habe ich dem Herrn via Mail geschickt. Man muss den Titel lesen, um zu verstehen!

Linossiartstory: In welchem Genre und Material fühlst Du dich mehr zuhause?

Evi Schartner: Malerei, Landschaftsmalerei

Linossiartstory: Gibt es Materialien, mit denen Du besonders gerne arbeitest oder mit denen du zurzeit viel herumexperimentierst?

Evi Schartner: Papier und Aquarell. Aquarell wurde lange Zeit als Hausfrauenkunst abgetan. Zu Unrecht; Man kann es auch experimentell nutzen und großartige Werke damit kreieren.

Linossiartstory:  Nimmst Du auch an Künstler-Symposien teil. Was bringt dies dem Künstler (Austausch, Erfahrung) 

Evi Schartner: Ich habe an 2 Artist in Residenz Programmen teilgenommen. Einmal vom Bundesministerium für Kunst und Kultur finanziert. Das war eine großartige Erfahrung. Austausch mit Künstlern und andere Kulturen bringen einen immer weiter. Man entwickelt einen anderen „point of view“

Linossiartstory:  Inwiefern ist die Vernetzung über Social Media heute für den Künstler wichtig?

Evi Schartner: sehr wichtig! Fast jeder ist heutzutage auf Social Media Plattformen, das ist das neue Fernsehen bzw. die neue Zeitung. Allein meine Artshirts habe ich ausschließlich über Social-Media-Kanäle erfolgreich verkauft und promotet.

Linossiartstory:Welches deiner Projekte ist Dir am meisten in Erinnerung geblieben und weshalb?

Evi Schartner: Die Vier Jahreszeiten. Weil eine Menge Arbeit dahintersteckte und sie allein schon durch ihre Größe imposant wirken.

Linossiartstory: Was bedeutet für Dich Erfolg?

Evi Schartner:  Das zu tun was man liebt

Linossiartstory: Der Virus COVID 19 hat auch die Kunstszene lahmgelegt, wie ist es Dir ergangen und wie sieht die Zukunft aus.

Evi Schartner: Ich fand Covid für mich als eine sehr positive Zeit, ich konnte zu mir kommen und an neuen Projekten feilen… Wir werden sehen, welche Werke daraus entstehen, derzeit bin ich so mit Malkursen eingeteilt, dass das Malen leider zu kurz kommt

Linossiartstory: Wo würdest Du am liebsten in Europa für immer Stationiert sein?

Evi Schartner: Irgendwo in den Bergen, wo ich meine Ruhe habe

Linossiartstory:  Danke für das nette Chat-Gespräch und alles Gute für die Zukunft.

Jazz & THE CITY 2021 in Salzburg

Jazz & The City ist schon wieder Vergangenheit.

Jazz & The City ist schon wieder Vergangenheit / Foto: © Christa Linossi 2021

OH WHAT A NIGHT! Vergangenen Donnerstag, 14. Oktober 2021 wurde in der SZENE Salzburg wieder das Jazz & The City-Festival mit einem fulminanten Konzertreigen eröffnet.

 Die SZENE Salzburg war auch wieder einer der zentralen Spielorte des Festivals und so fand auch hier die Eröffnung mit dem Residenzorchester der Elbphilharmonie mit Schauspieler Charly Hübner statt. Des Weiteren mit dem Ensemble Resonanz mit Schubert und Nick Cave, interpretiert von Schauspieler Charly Hübner, als bewährtem Rezitator und unkonventionellem Gesangsinterpreten. Zwei der Jazzmusiker, die beim Haus-Ensemble der Hamburger Elbphilharmonie Gäste waren, spielten auch an den anderen Tagen eine zentrale Rolle.

Residenzorchester der Elbphilharmonie mit Schauspieler Charly Hübner / Foto: Manfred Siebinger

Die Festival-BesucherInnen wurden mit einer Vielfalt an Konzerten überrascht.

 Mit dem Motto „Let’s Do It“ machte ich mich auf den Weg und besuchte einige Konzerte, obwohl das Programm chaotisch war. Man brauchte eine APP, den das Folder-Programm war teilweise unbrauchbar, die Konzerte fanden entweder gar nicht statt oder es gab Änderungen, die man wiederum nur in der APP abfragen konnte.

Für das Chaos wurde ich trotzdem belohnt, ich besuchte das Konzert in der Christus Kirche mit der aus Chiago stammenden Sängerin Chanda Rule und der Sweet Emma Band. Mit ihrem wunderbaren Set zwischen Soul und Spiritual Jazz brachte sie eine großartige Stimmung in die Christus Kirche. Man konnte sich nicht satthören, die Kirche war sehr gut besucht und die Leute lebten mit der Musik mit. Eine exzellente Sängerin inclusive der Band, die sie musikalisch begleitete.

Sängerin Chanda Rule Foto: © Christa Linossi 2021
Sängerin Chanda Rule und der Sweet Emma Band / Foto: © Christa Linossi 2021

Auf der Open-Air Bühne am Residenzplatz gab ich mir das Konzert von dem heftig losrockenden Groove des Trios TMT exlosive mit der Gitarristin Monika Roscher, dem intensiven Jazz des so noch nie dagewesenen Trios; Drummer Gard Nilssen, Saxofonist Kjetil Traavik Moster und Organist Kit Downes. Sie heizten dem Publikum mit einem mitreißenden Auftritt ein.

TMT exlosive mit der Gitarristin Monika Roscher / Foto: © Christa Linossi 2021
Trios TMT exlosive / Foto: © Christa Linossi 2021

Ein weiteres Highlight war die Gruppe Shake Stew die eigentlich am Residenzplatz auftreten hätte sollen. Hier wurde dann umdisponiert und das Konzert fand im Stiegl-Keller statt. Beginn wäre 21:00 Uhr gewesen, doch aufgrund einer Vorband, die zu lange spielte, verzögerte sich das Ganze um eine ½ Stunde. Der Auftakt der Band war fulminant, der Stiegl-Keller vibrierte und war komplett voll. Das Negative daran: es wurde geraucht, schlechte Luft und die Besucher trugen zum Großteil keine FFP2 Masken und vor dem Stiegl-Keller wartete ein großer Besucheransturm, die alle die Band Shake Stew sehen wollten.

Gruppe Shake Stew im Stieglkeller / Foto: © Christa Linossi 2021
Shake Stew im Stieglkeller / Foto: © Christa Linossi 2021

Das Wetter sorgte diesmal auch für angenehmen Sonnenschein und am Abend verträgliche Temperaturen. Die NachtschwärmerInnen kamen sicher auf ihre Rechnung und im Großen und Ganzen war Jazz & The City okay, obwohl es in der Vergangenheit schon viel besser gewesen ist. Die Corona 3G-Regeln wurde überall überprüft.

Dank der Sponsoren konnten die Konzerte wieder bei freiem Eintritt besucht werden.

ALPIN CARD Startklar in den drei Premium-Skiregionen

Pressekonferenz am 13.10.2021 der drei Premium-Skiregionen Skicircus Saalbach Hinterglemm Leogang Fieberbrunn, Schmittenhöhe in Zell am See und Kitzsteinhorn Kaprun.

(v.l). Norbert Karlsböck, Isabella Dschulnigg-Geissler, Alexandra Meissnitzer und Erich Egger präsentierten die Neuigkeiten der Alpin Card im Hangar7.
Copyright: ProMedia Kommunikation
Der Skicircus Saalbach Hinterglemm Leogang Fieberbrunn zählt mit seinen 270 Pistenkilometern zu den größten Skigebieten Österreichs.
Copyright: Sebastian Marko

Was hat dies auf meinem Blog verloren? Werden Sie sich fragen? Eigentlich gar nichts, aber ich kam zum Entschluss doch darüber zu schreiben. Warum? Weil es in den Skigebieten nicht nur Après-Ski im Winter und im Sommer auf den Almhütten gibt, sondern auch die Kunst im ländlichen Raum Präsent ist. Abgesehen davon, machen auch Künstler*innen Sport in freier Natur.

Es gibt aber auch unter den Kreativen viele, die sich mit dem Sommer- und Wintersport auseinandersetzen. Also warum auch nicht einmal mit den Skiregionen. Die Schmittenhöhe in Zell am See ist schon einmal ein Beispiel dafür. Kunst am Berg – was recht einfach klingt, ist in Wahrheit sehr viel mehr, als der schlichte Name vermuten lässt. Auf der Schmitten in Zell am See erwarten sie LandART Objekte, die bei Symposien entstanden sind, es ist somit auch der größte europäische Freiluftkunstraum. Die raumgreifenden Kunst-Installationen auf dem Berg, legen den Schwerpunkt auf der harmonischen Integration in die vorhandene Landschaft. Die unterschiedlichen LandART Skulpturen, wobei jedes die Absicht hat den Blick auf die Natur zu schärfen, sind speziell für die jeweiligen Plätze konzipiert und wurden direkt vor Ort realisiert. Die LandART kann man im Sommer erwandern und im Winter mit den Skiern erfahren. https://www.schmitten.at/de/Sommer-Bergerlebnis/Wandergebiet-Schmittenhoehe/Speicherseen-Kunstwanderung

web_Kommunikation 2000 Foto: Schmittenhöhebahn AG
web_Zelle am See (Isola Felix) quer Foto: Schmittenhöhebahn AG

Nicht nur die Schmittenhöhe in Zell am See hat ihre Kunst, nein, auch in Saalbach Hinterglemm setzt man sich mit Kunst im ländlichen Raum auseinander. Vier Künstler schufen hier in Saalbach eine Holzmanufaktur. Diese vielseitigen Arbeiten und der Kraft von heimischen Hölzern, entfalten in Massivholzmöbeln ihre Schönheit. Glemmart Kollektiv steht für kreatives, handwerksübergreifendes Schaffen für Holz. https://www.glemmart.com/

Glemmart_Holzkunst_Skulptur_Holz_1 Durch die Hand Foto: Glemmart Kollektiv
Glemmart_Holzkunst_Skulptur_Holz_1 Torso Foto: Glemmart Kollektiv

Dann gibt es jährlich das HOLZSYMPOSIUM Streetart-Festival rund ums Holz. Viele Holzkünstler aus dem gesamten Alpenraum nehmen daran teil, sägen, hobeln, schnitzen und es fallen definitiv auch Späne und sie lassen die unterschiedlichsten Kunstwerke entstehen. https://www.saalbach.com/de/service/stories/holzsymposium_m_2417

Als Ausgleich dann auf das Gletscherskigebiet Kitzsteinhorn. Direkt an der Grenze zum Nationalpark Hohe Tauern lässt sich am Kitzsteinhorn die ganze Vielfalt eines alpinen Sommers oder Winter erleben, Wandern und Mountainbiken, Skifahren und dies bei einer traumhaften Aussicht hoch oben in der Gipfelwelt der 3000er. https://www.kitzsteinhorn.at/de

Freerider schätzen unter anderem die fünf ausgeschilderten Routen am Kitzsteinhorn.
Copyright: Kitzsteinhorn Kaprun

Nun ist es auch möglich Digital durch alle drei Skigebiete: Neue App „ALPIN-CARD Navigator“ sich durch die drei Premium-Skiregionen zu navigieren. Ob diese App im Sommer beim Wandern auch funktionieren wird, ist noch eine andere Geschichte.

AFROPÄISCH

CONGARILLA (Österreich) & MAMADOU DIABATE (Burkina Faso)

Im Oktober 2021 fand – man glaubt es kaum – in der kleinen Gemeinde Gampern (Gampern ist eine Gemeinde in Oberösterreich mit 2961 Einwohnern) ein Drummer Konzert mit afrikanischer Rhythmik im 4kanter Veranstaltungsraum statt.

Afropäisch Congarilla und Mamadou Diabate 2021 in Gampern/ Foto: © Christa Linossi

Dieses Konzert entstand daraus, weil es eine musikalische Freundschaft zwischen Congarilla Bandleader Pepi Kramer und Mamadou Diabate besteht. 2007 gab es bereits ein Konzert dieser beiden Bandleader im Jazzit in Salzburg. Diese Kombination kam beim Publikum auf mehreren Konzerten immer gut an und es bildete sich zu einer Einheit. Es ist eine groovig-rhythmische Mischung mit einem stark afrikanischen Einfluss.

Afropäisch Congarilla und Mamadou Diabate 2021 in Gampern/ Foto: © Christa Linossi

Mamadou stammt aus einem Musikerclan in Burkina Faso (Afrika) und durch Andre Heller kam er nach Österreich. Heute spielt er mit dem Balafon und der Ngoni mit den verschiedensten Musikern aus aller Welt. Während das rhythmische Konzept von Congarilla eine erdige Mischung aus afro-brasilianisch-kubanischer Rhythmik mit einer oberösterreichischen Seele ist, harmoniert es zu dem afrikanischen Rhythmus ganz gut dazu.

Afropäisch Congarilla und Mamadou Diabate 2021 in Gampern/ Foto: © Christa Linossi

Als Einführung vor dem Konzert gab es einen Dok-Film die „Die Reise nach Kalankasso“. Die Musiker der Congarilla Band mit Mamadou Diabate traten 2011 eine gemeinsame Reise in seine Heimat nach Westafrika an. Dies ist jetzt 10 Jahre her und man traf sich nun im 4kanter in Gampern wieder zum Konzert.

Musik-Doku-Video von der Konzertreise nach Burkina Faso des Percussion-Ensembles Congarilla im Jänner 2011.

Die Dokumentation dieser Reise zeigte uns wieder, wie arm dieses Land ist und wie fröhlich die Bevölkerung trotz aller Armut sein kann. Wo Musik ist, bewegen sich die Menschen im Rhythmus und strahlen eine Lebensfreude aus. Ständig improvisieren war an der Tagesordnung, denn diesen Luxus, den wir führen – wie zum Beispiel Strom – was für uns selbstverständlich ist, das gibt es in Westafrika nicht und so wurde man immer wieder aufs Neue überrascht, wenn die Technik nicht so oder gar nicht funktionierte. Aber es war kein Problem, man improvisierte und im Improvisieren ist der Afrikaner wahrscheinlich Weltmeister.  Horchen Sie in das Video hinein und lassen Sie sich inspirieren von den rhythmischen Trommelschlägen.

Afropäisch Congarilla und Mamadou Diabate 2021 in Gampern/ Foto: © Christa Linossi

Es war ein Konzert der Extraklasse, der Saal bebte mit den heißen Trommelrhythmen. Man spürte das afrikanische Lebensgefühl, ein Gefühl, dass uns Europäern schon lange verloren gegangen ist.

https://www.congarilla.com/

MOUNTAIN-ART project 2021

wo: in Filzmoos

Bergdorf Filzmoos mit der Bischofsmütze / Foto: Christa Linossi

Im kleinen Bergdorf Filzmoos am Fuße der Bischofsmütze im Salzburger Land wurde erstmals ein Bergfestival für zeitgenössische Kunst von dem Künstler John Wieser und Peter Donabauer (Tourismuschef von Filzmoos) ins Leben gerufen.

21 Tage lang arbeiteten 21 Künstler*innen an ihren Kunstwerken, die sie dann auch an den schönsten 21 Plätzen (Hotels und Almhütten) präsentierten.

Kuratiert wurde das MOUNTAIN-ART project 2021 von John Wieser (ebenfalls Künstler).

Eine Themenvorgabe gab es nicht, es ging eher darum, dass sich die Künstler*innen von der faszinierenden Landschaft, der märchenhaften Naturlandschaft von Filzmoos inspirieren ließen. Diese malerische Landschaft eingebettet zwischen majestätischen Bergen, sanften Almwiesen, rauschenden Wildbächen waren der Impulsgeber für die künstlerischen Arbeiten, die hier entstanden sind.

Elena Kraft Portrait / Foto: Christa Linossi

Ich habe mir vor Ort einige Arbeiten angesehen und es gab sehr interessante Arbeiten. Die Arbeit von Elena Kraft, eine ausdrucksstarke Malerei die zum -Portrait mutiert. Der Gesichtsausdruck, durch dieses gebrochene Blau und den zurückhaltenden Rot-Braun Tönen und der eigenartigen Technik ergibt im Gesamten einen Ausdruck, das mit dem Auge noch verstärkt zum Ausdruck kommt. Exzellente Arbeit stellte ich fest. Sie ist nicht nur eine gute Malerin, sondern fertigt auch Ausdrucksstarke Skulpturen. So begeistere mich die Skulptur von einer Büste, die mit Eisenstäben ringsherum eingekreist bzw. durchbrochen wurden. Spiegeln sich hier Schmerz und Sehnsucht wider?

Elena Kraft Skulptur / Foto: Christa Linossi

Der Fotograf Martin Wieland, der zu den bekanntesten und erfolgreichsten Aktfotografen Österreichs zählt, stellte eine Arbeit zur Verfügung, die ein Modell mit durchbrochenen Linien darstellt. Das Gesicht in zwei Hälften geteilt, eine Gesichtshälfte zeigt sich mit Linien und eine ohne. Was soll dieser Ausdruck darstellen? Das wir immer wieder mit Linien durchbrochen werden? Das Ästhetische wie das Normale?

Martin Wieland Fotoarbeit „Fruitbowl“ / Foto: Christa Linossi
Eva Schartner Malerei „Comic Twetty“ / Foto: Evi Schartner

Während Evi Schartner, eine ganz andere Richtung in der Malerei bzw. in der Grafik präsentierte. Ein besonders Werk ist die Arbeit, die sie Comic nennt. Hier drängen sich Äste wie ein Spinnennetz in den Vordergrund und mit ausdrucksstarker Farbe auf dem schwarzen Hintergrund wird der Besucher beim Betrachten der Arbeit in den Bann gezogen. Als Gag kommt dann noch die berühmte Comicfigur Tweety Bird, die aber exzellent ins Bild passt zum Vorschein. Diese Comicfigur sorgt auf alle Fälle für einen Schmunzler.  Eine andere Arbeit wiederum von Evi Schartner ist Archimedes – Eule der Weisheit, wo Archimedes die Eule in einem fliegenden Zustand dargestellt wird, diese grafische Arbeit ist sehr ausdrucksstark.

Eva Schartner Grafik „Archimedes-Eule der Weisheit“ / Foto: Evi Schartner

Filzmoos hatte nicht nur das Bergfestival, es hat auch einen Dauerbrenner von einem Unikat, den JOSCHI, der die Besucher*Innen mit seinem Fuhrwerk in die Oberhofalm und in die Unterhofalm kutschiert. Ein Individuum, dass man heute noch ganz selten vorfindet. Einfach ein Original!

Joschi das Unikat im Bergdorf Filzmoos / Foto: Christa Linossi

Museum Joanneum Graz widmet JOSEF PILLHOFER zum 100. Geburtstag eine Sonderausstellung

Die Neue Galerie Graz widmet im Universalmuseum Joanneum Josef Pillhofer zu seinem 100. Geburtstag eine Ausstellung. Es ist die Ausstellung eines der bedeutenden österreichischen Bildhauer, dessen Werk in einer neuen Perspektive gezeigt wird.

Skulptur am Eingang von Josef Pillhofer _Universalmuseum Joanneum Graz / Foto: Christa Linossi
Museum Joanneum Graz / Foto: Christa Linossi

Im Zentrum der Ausstellung steht das formale und inhaltliche Ineinandergreifen von Zeichnung und Skulptur.

Josef Pillhofer, 2021,
Video: Universalmuseum Joanneum

Pillhofer beschäftigte sich von Anfang an mit der Dreimenionalität als zentrale Frage der Bildhauerei. Josef Pillhofer fuhr 1950 nach Paris, wo er ein Stipendium erhielt. Er studierte bei Ossip Zadkine, traf Constantin Bråcusi und lernte Alberto Giacometti kennen. Die Gegenstandslosigkeit in der Skulptur zuzulassen, unterscheidet ihn von seinem Wiener Lehrer Fritz Wotruba. Pillhofer gehörte der legendären „Wotruba Klasse“ an der Akademie der bildenden Künste in Wien an (1946-1950).

Josef Pillhofer, „Blecharchitektur (Turm quadratisch)“, 1995,
Aluminiumblech auf Aluminiumsockel, 72 x 72 x 167 cm, Privatbesitz, Foto: UMJ/N. Lackner, © Bildrecht Wien, 2021

Die Bedeutung Josef Pillhofers als Bildhauer, Zeichner und Künstler im Allgemeinen ist unbestritten und reicht weit über die Grenzen des Landes hinaus. Es erschien nicht sinnvoll, einen chronologischen Ablauf bzw. die klassische Form der Retrospektive zu wählen.

Josef Pillhofer, „Stehender, rechts Wiederholung derselben Figur in Silhouettenform“, 1961,
Tusche und Kohle auf Papier, 44 x 31 cm, Privatbesitz, Foto: UMJ/N. Lackner, © Bildrecht Wien, 2021

Pillhofer experimentierte mit gegenstandsloser Skulptur und „negativem Raum“ und verwendete Formen aus der Natur, die er isoliert und zu völlig neuen Inhalten wieder zusammenführt. Der „negative Raum“ hat die Bedeutung von Leer-, Zwischen- und Umräumen betont den Raum als Kategorie innerhalb der Skulptur. Seine Fragestellungen reichen bis zur Bewegung seiner entwickelten Skulpturen, die er auf der Bühne wieder neu arrangierte.

Ausstellungsansicht, „von 2 auf 3“, 2021,
Foto: Universalmuseum Joanneum/J.J. Kucek

Interessant ist auch sein Portraitkopf JASMIN (Es ist Pendant zum ägyptischen Ersatzkopf im Kunsthistorischen Museum. Die Funktion Ersatzkopf ist bis heute ungeklärt. Sie sind nicht Teil einem Statute, sondern stellen unabhängige Rundbilder dar, die am unteren Ende des Halses waagrecht abgearbeitet sind)

Die Ausstellung ist sehenswert und man sollte sich bei der Betrachtung auf das Wesentliche konzentrieren und in die Tiefe eines Details gehen.

Die Ausstellung läuft noch bis 24.10.2021

„WASH AWAY THE PAIN“

ROCKHAUS Salzburg

Rockhouse Bühne / Foto: Christa Linossi

Konzepterstellung und Gründer des Rockhouse waren Wolfgang Descho (seit 28 Jahren Geschäftsführer) und Michl Matschedolnig (Tontechniker † 06. Juli 2017, Salzburg ). Das Ziel war klar: Das Rockhouse sollte als Haus der Musik und der MusikerInnen ohne stilistische Grenzen werden. Ein ganzjähriges Angebot eines Konzertbetriebes, der die internationale wie auch die nationale Musikszene am „Puls der Zeit“ präsentiert.

Wolfgang Descho Geschäftsführer Rockhouse / Foto: Christa Linossi

Mittlerweile sind 28 Jahre vergangen und das Rockhouse hat mittlerweile einen sehr guten internationalen, wie nationalen Ruf und von hier aus begann schon der eine oder andere junge Musiker seine Karriere.

Seit der Pandemie mit Beginn des Frühjahrs 2020, stand auch das Rockhouse vor der Aufgabe, zwischen den wechselnden Auflagen für Veranstaltungen und dem allgemeinen Kulturauftrag zu balancieren. Es wurden Konzepte umgesetzt, die es ermöglichten, trotz der ungewöhnlichen Situation, das Publikum mit Programm zu versorgen. Man wich mit Hilfe der Produktionsfirma ATTIC, Livekonzerte per Streaming über Facebook und YouTube aus und belieferte so die Musik dem Zuschauer nach Hause. Des Weiteren wurden auch Konzerte der Local Heroes Reihe in Zusammenarbeit mit dem Sender FS1 als Streams übertragen.

Mit Herbst 2021 startet nun das Rockhous mit einem drei Monaten ausgerichteten Programm in die neue Saison.

Der Titel lautet: „WASH AWAY THE PAIN” und wird so interpretiert: „Der Kopf frei, das Herz voll – ein Gefühl wie neu geboren. Wer oft auf Live-Konzerte geht, kennt das. Viel zu lange mussten wir auf dieses Gefühl verzichten. Jetzt ist es an der Zeit die Säle wieder zu füllen, um den Schmerz aller abgesagten Konzerte weg zu waschen.“

Der Auftritt von LEMO wurde bereits 2x verschoben und findet jetzt am 07.09.2021 statt. Den Auftakt im Rockhouse macht LEMO der Sänger und Songwriter, geboren als Clemens Kinigadner und aufgewachsen in Graz. LEMO blickt auf eine Vielfalt an Bandprojekten und Live-Erfahrungen, die nun seit rund fünf Jahren in sein Projekt fließen.

Überblick für das Programm im Rockhouse ab Oktober 2021

https://www.rockhouse.at/Veranstaltungen

Schlusswort von WOLF ARRER Programmleiter / Bookingäftsführer

WOLF ARRER Programmleiter Rockhouse / Foto: Christa Linossi

Wir sind Optimisten und Pragmatiker. Wir nehmen die Dinge so, wie sie kommen, irgendwas was wir nicht ändern können, mit dem halten wir uns nicht lange auf. Unsere Energie lenken wir lieber auf die Musik und unsere größtmögliche Sicherheit für unser Publikum während einer Pandemie, um auch hier ein offenes Haus zu treiben. Somit soll sich am ABEND FÜR UNSER PUBLIKUM – einfach den Alltag mal vergessen – DIE BÜHNE WIEDER ÖFFNEN.

SCHMIEDE 21 „WAR“ „WE ARE RIGHT“ in Hallein

Alte Saline, Perner-Insel Hallein Schmiede 2021/ Foto: Christa Linossi

Die Schmiede 21 ist heuer wieder positiv über die Bühne gegangen. Diesmal mit dem Thema „WAR“. Klingt nach Krieg, hat aber mit Krieg nach Auskunft des Initiator Rüdiger Wasserbauer nichts zu tun, sondern versteht darunter „WAR“ als Akronym für „We Are Right“. Es geht um das Phänomen des „Recht-haben-Wollens um jeden Preis“. Diese Aussage beherrscht leider zunehmend das aktuelle Weltgeschehen.

Viele werden sich fragen? Was ist eigentlich die SCHMIEDE 2021? Um was handelt es sich hier?

Die Schmiede 21 wurde als Partnerbörse für kreativ Arbeitende von den beiden Oberalmer Rüdiger und Philipp Wassibauer am 1. Juni 2003 gegründet. Das Arbeitsfestival entwickelte sich auf einer soliden regionalen Basis und einem internationalen Netzwerk für Projekte und Ideen über alle Grenzen von Kunstgenres hinweg. Seit 2003 findet das Festival jährlich in der Alten Saline auf der Perner-Insel in Hallein (Salzburg) statt.

Bei der Schmiede 21 handelt es sich um eine kooperative Prototyping-Umgebung, die sich auf Kunst, Hacking und Entrepreneurship (Unternehmerschaft) konzentriert. Es ist ein Ort, an dem Ideen zum Tragen kommen, ein Kleinformat von Ars Electronica. Es ging hier um ein gemeinsames Suchen und Finden in der Medienkunst und -Kultur in Form von Skulpturen, Rauminstallationen, Video- und Audio-Installationen.

Heuer trafen sich rund 90 Teilnehmer*innen in der Alten Saline Hallein, um zusammen zu erleben, was in den zurückliegenden zehn Tagen im inspirierenden Ambiente der Alten Saline entstanden ist. Es gab am Ende des Projektes wieder eine Werkschau voller Erlebnisse für Augen, Ohren und Geist. Unterstützung kam von der Stadtgemeinde Hallein, das Land Salzburg und die Republik Österreich, so dass auch 2021 die Schmiede 21 wieder stattfinden konnte.

Interessant war das Projekt von Johannes Knop, der seinen ORCA Suitcase weiterentwickelte und praxistauglich machte. Worum ging es hier? Es ist ein Koffer, in denen fünf Korg Volcas via MIDI durch einen Computer – basierend auf der Programmiersprache ORC? – gesteuert wird. Als einzige Energiequelle dient eine handelsübliche Powerbank.

Johannes Knop ORCA Suitcase Schmiede 2021 / Foto: Christa Linossi
Johannes Knop ORCA Suitcase Schmiede 2021 / Foto: Christa Linossi

Das Projekt von Martina Fröschl die ein systematisches Konzept für ein Würfelspiel entwickelte. „Virus Dice“ oder „Leben ist ein Spiel von Wahrscheinlichkeiten und Zufällen. Ein Spiel, wo es um den Virus Corona und andere Infektionen und um unsere Gesundheit geht. Ein Aufklärungsspiel? Für viele Interessant und Lehrreich. Martina Fröschl ist vom Science Visualization Lab der Universität für angewandte Kunst Wien. Mit diesem Spiel will sie Überzeugungsarbeit für den wissenschaftlichen Zugang zu Covid-19: Visualisierung von SARS-Cov-2 zeigen.

Martina Fröschl „Virus Dice“ Schmiede 2021 / Foto: Christa Linossi
Martina Fröschl „Virus Dice“ Schmiede 2021 / Foto: Christa Linossi

Der aus den USA stammende intermedia Artist Matthew Mosher inszenierte eine Work-in-Progress Installation „inveiglement“ mit zerschnittenen Schockdecken, wie sie bei Unfällen verwendet werden, eine provokante Aussage, die sowohl auch Fragen aufwirft. Er hinterfragt unsere Prioritäten und unsere Rolle in den zugrunde liegenden materiellen Fragen.

Inveiglement Schmiede 2021 Hallein
Interactive Installation / Video von Matthew Mosher

Des Weiteren fand dann noch eine Show statt mit „Bühne frei für die Nachhaltigkeits-Talkshow der anderen Art „Hero Match – We Play Change“. Chris Schratt lud Publikum ein, die Fahrräder seiner Nachhaltigkeitstalkshow „Hero Match“ zum Spielen des Vintage Pixel Games zu nützen. Sechs Jahre lang durfte der Medienkünstler Chris seine Nachhaltigkeits-Talkshow auf der Schmiede Hallein weiterentwickeln. Begonnen hatte er mit einem Kaugummiautomaten und Jahr für Jahr kamen immer mehr Gegenstände hinzu und nun ist das Projekt vorläufig mal eine komplexe Installation, was sich aber jederzeit wieder ändern kann.  

„Hero Match – We Play Change“. Chris Schratt Schmiede 2021 / Foto: Christa Linossi
Chris Schratt Schmiede 2021 Multimedia Station / Foto: Christa Linossi

„Im Kern ist die Schmiede ein kreativer Austausch. Es geht darum, Dinge zu tun.“ Eric Wahlforss – CTO SoundCloud

„Festival University – Ideen für eine Universität der Zukunft“

Als neues Highlight wurde zum Ars Electronica Festival 2021 auch die FESTIVAL UNIVERSITY ins Leben gerufen. Es ist eine von der Johannes-Kepler-Universität Linz und Ars Electronica initiierte internationale hybride Sommeruniversität, die erstmals am Campus der JKU und online stattfand.

(c) ARS Electronica  Ideas for a university of the future

Ihr ambitioniertes Programm überwand fachliche Grenzen und vereinte neue Technologien, Wissenschaft und Kunst mit den großen gesellschaftlichen Fragen unserer Zeit. Hier wurde ein Prototyp installiert, die die Vorbotin einer „Universität der Zukunft“ präsentiert und ist somit die neue Technische Universität in Oberösterreich.

Eine wichtige Plattform ist die Festival University für die Ideen und Visionen von jungen Menschen – die in die Ausgestaltung und Entwicklung einer neuen Universität unbedingt miteinfließen müssen.

Auszug aus dem Pressetext: „Studierende präsentiert en ihre „Ideen für eine Universität der Zukunft“ im Rahmen der Festival University von JKU und Ars Electronica Wie sollen Lernen und Lehren an einer „Universität der Zukunft“ aussehen? Diese Frage wurde derzeit im Kontext der Gründung einer neuen Technischen Universität in Oberösterreich intensiv diskutiert. Studierende der ersten Festival University von Johannes-Kepler-Universität Linz und Ars Electronica präsentierten im Deep Space im Ars Electronica Center nun ihre Ideen und Visionen dazu. Es entstand ein authentischer, internationaler und unbefangener Blick, dessen Essenz in die Ausgestaltung und Entwicklung einer neuen Universität unbedingt einfließen wird.

Die erste internationale Festival University, das neue visionäre Gemeinschaftsprojekt der Johannes-Kepler-Universität Linz und Ars Electronica, zeigt als Feldversuch und Prototyp einer „Uni der Zukunft“ eindrucksvoll, welches Potenzial die Gründung einer neuen Universität in Oberösterreich im 21. Jahrhundert hat: „Es entsteht eine unglaubliche schöpferische Kraft, wenn Wissenschaft und Kunst gemeinsam auf Entdeckungsreise gehen. Daraus wurde von der JKU und Ars Electronica die erste internationale Festival University geboren. “

Es waren drei aufregende Wochen der Festival University am Campus. Es gab viele Themen, die bei dem Projekt sehr wichtig waren, wie man Kunst und Wissenschaft und Technologie in Einklang bringen kann. „Aus 230 Bewerber*innen wurden 100 Studierende aus 40 Ländern für die Festival University ausgewählt. Ihre fachlichen Hintergründe sind divers und reichten von Sozial- und Naturwissenschaften über Kunst bis zu Wirtschaft, Recht oder Technik.

Ein Resümee von Rektor Lukas JKU:

„Linz hat alle Voraussetzungen, um zu einem internationalen Zentrum der digitalen Renaissance zu werden – die neue TU OÖ kann dafür eine Trägerrakete sein. Dafür muss die Politik den Mut haben, mit Konventionen zu brechen. Interdisziplinarität und Internationalität müssen zu gelebten Eckpfeilern der neuen Universität werden. Nur so geben wir jungen Menschen die Werkzeuge und Fähigkeiten, mit denen sie unsere Welt in ihrer Komplexität erfassen und somit wirkungsvoll den Herausforderungen unserer Zeit begegnen können. Geschaffen aus dem Pioniergeist der JKU und Ars Electronica hat die Festival University als Feldversuch gezeigt, wie das gelingen kann.“

Wie heißt es so schön: „In Linz Beginnts“