Dieses Buch informiert, wie Erste Hilfe im alpinen Raum funktioniert. Wir Klettern, Wandern, im Sommer in den Bergen, im Winter betreiben wir Skisport usw. Das ganze Jahr lockt die beeindruckende Naturkulisse die Menschen ins Gebirge. Jedoch was passiert, wenn am alpinen Outdoor-Spielplatz ein Bergunfall passiert?
Die meisten Fehltritte passieren oberhalb der Baumgrenze und dann hoffen wir, dass rechtzeitig der Notarzthubschrauber daher schwebt. Der Autor gibt in diesem Buch die komplexe Choreografie des Helfens und beantwortet spannende Fragen: Wie wird per Funk und Computer der Notfalleinsatz organisiert? Wer ist im Hintergrund aktiv, wer managt die Rettungshubschrauber, dass sie immer einsatzbereit sind? Wie funktioniert Retten in unzulänglichen Höhen und steilen Abgründen, wie bei stockfinsterer Nacht? Welche Techniken sind heute im Einsatz der Flugretter? Die ersten Gehversuche der Flugrettung waren vor 70-80 Jahren.
Des Weiteren machte der Autor auch Interviews mit Helikopterpiloten, Notärzten und Rettungssanitätern, Reportagen aus den Cockpits und Einsatzzentralen. Es gibt fundierte Hintergrundinformationen in die alpine Flugrettung in all ihren Facetten.
Dieses Buch ist es wert zu lesen?
Dieser Band ist heuer zur rechten Zeit erschienen, denn wandern, Bergsteigen und Tourengehen, sowie Wintersport ist seit der Pandemie zum Nonplusultra aufgestiegen. Aber wir sollten uns im Vorfeld vielleicht auch mal Gedanken darüber machen, was ist, wenn was passiert?
Wer gerne in der Natur und in den Bergen unterwegs ist, sollte dieses Buch lesen, um sich auch mal mit den Flugrettern auseinanderzusetzen.
DER AUTOR
Robert Sperl blickt jedes Mal in den Himmel, wenn sich ein Flugrettungshelikopter hörbar ankündigt, und hofft, alles möge gut ausgehen. Der Journalist wohnt in Niederösterreich und arbeitet überall. Von 2008 bis 2021 war er Chefredakteur und Editorial Director für The Red Bulletin und das Terra Mater Magazin
Maurice Lenhard (Dramaturgie) im Gespräch mit Joana Mallwitz (Musikalische Leitung) und Lydia Steier (Regie)
von li nach re: Maurice Lenhard (Dramaturgie) Joana Mallwitz (Musikalische Leitung) und Lydia Steier (Regie) Foto: Christa Linossi
Fangen wir gleich mal mit einer Frage an: „Was ist der Unterschied zwischen Dramaturgen und Regisseur? Während der Regisseur also die künstlerische Leitung innehat, ist der Dramaturg Vermittler zwischen der Bühnenkunst und den weiteren organisatorischen Aufgaben am Theater.
So diese Frage ist einmal geklärt und nun zu dem interessanten Terrassentalk zur Neueinstudierung DIE ZAUBERFLÖTE.
Maurice Lenhard (Dramaturgie): Die Zauberflöte wurde 2018 zu den Salzburger Festspielen aufgeführt und nach ein paar Jahren können wir nochmal auf eine Produktion schauen. Das Genre, damit auch lebendig zu halten und das Stück neu zu inszenieren und zu hinterfragen, was erwartet uns hier im Gegensatz zu 2018?
Lydia Steier (Regie): Es ist eine Neueinstudierung zu Inszenierung von 2018. Es ist alles andere als das Gleiche. Die Grundkonstellation bleibt und es ist auch der Ausgangspunkt die vom Großvater erzählte Familiengeschichte, an seine 3 Enkelkinder. Das Haus für Mozart ist die neue Spielstätte und ist eine andere Version als im Zirkuszelt und hier ist auch die Überlegung zu einem komplett anderen Raumkonzept. Das geniale Bühnenbild von Katharina Schlip ermöglicht es auch, zwei Drehscheiben auf der Bühne ineinander zu drehen und es entsteht so eine Art Labyrinth aus diesem bürgerlichen Haus und so können wir immer tiefer in die Erzählung eintauchen – vergleichbar mit Alice im Wunderland, die durch verschiedene Türen immer neue Welten und Perspektiven entdeckt. Wir sind Markus Hinterhäuser für die Möglichkeit, die Oper unter neuen Bedingungen inszenieren zu können, sehr dankbar.
Maurice Lenhard: Die Zauberflöte wird eine große Herausforderung auf beiden Seiten Regie wie musikalisch. Frage an Joana wie geht man an ein Stück heran, das so bekannt und so viel gespielt wurde wie dieses und nun zu einer Neuneinstudierung kommt? Was hast du in einem Interview einmal gesagt? Für dich ist die Musik von Mozart wie ein Papierflieger, mit dem man fliegen lernen muss.
Joana Mallwitz (Musikalische Leitung): Das Prinzip einer völligen Neubefragung trifft auch auf musikalischer Ebene zu. Die Zauberflöte ist wohl die meistinterpretierte und meisthinterfragte Oper und auch ich muss gestehen, dass ich mich erst einmal vom Blick auf bestimmte Traditionen freimachen musste.
Beispiel Papierflieger: hier muss auch das Format stimmen, jede Faltung muss exakt geglättet sein, damit er abheben kann und so ähnlich ist es bei Mozart Partituren, es reicht nicht, einfach auf die Noten zu schauen. Die allerhöchste Kunst besteht darin, zu sehen, wie beispielsweise Akzente und Tempoübergänge geformt sind, dass es wie ein perfekter Papierflieger ist, der einfach fliegt. Das ist für mich die Musik von Mozart.
Maurice Lenhard: 2018 passierte schon sehr viel auf der Welt. Mittlerweile wurde die unruhige Situation auf der Welt zu einem Aufruhr. Lydia in deiner Inszenierung geht es nie explizit um ein politisches Tagesgeschehen und doch setzt du dich ganz klar damit auseinander. Was unsere großen Fragen und Ängste zurzeit sind und wie setzt du diese in deiner Arbeit um?
Lydia Steier: Auf szenischer Ebene hatten sich natürlich auch die weltweiten Veränderungen seit 2018 ausgewirkt. Wir leben in einer Zeit, wo eigentlich das Wort „Frieden“ irgendwie am Ast schon am „faulen“ ist. Schon damals hatten wir den Blick auf eine Welt gerichtet, in der Kriege und anderes Elend vorgekommen sind. Die Jahreswende 1912/1913 war der Punkt, am dem wir standen, seitdem haben wir alle einen anderen Blickwinkel, wir haben alle etwas verloren – im günstigsten Fall nur Zeit und Geld, im schlimmsten Fall einen Menschen oder Gesundheit. Unsere Augen und auch die Augen der Sänger sehen es anders. Was vorher prognostiziert wurde, ist Wahrheit geworden.
Wir haben das Glück, ein junges Team zu haben, das sich engagiert und sich mit aktuellen Themen auseinandersetzt, nicht nur mit dem Thema Krieg, sondern beispielweise auch mit der Frage: ist die Rolle der Pamina frauenfeindlich? Man muss der neuen Generation erklären, was die Welt für sie bereithält – nicht nur im Hauptkonflikt des Stücks zwischen Sarastro und der Königin der Nacht, sondern auch mit Blick auf externe Konflikte.
Maurice Lenhard: Die Zauberflöte nimmt immer wieder einen besonderen Platz in unserem Schaffen ein und wir stellen uns wieder die Frage, wenn sich Mozart mit etwas neuem auseinandergesetzt hat, ist er wirklich bis auf den Grund gegangen? Wie geht man mit so einer offenen Form von Singspiel um? Wie ist die Funktion der hinzu erfundenen, von Roland Koch verkörperten Erzählerfigur des Großvaters?
Joana Mallwitz: Aspekt, es muss intensiv an der fließenden Grenze zwischen gesprochenem und gesungenem Text gearbeitet werden. Die Zauberflöte ist voller Rätsel, auf die es keine Antworten gibt. Dennoch ist es wichtig, die Reichweite der Themen aus der Perspektive dazustellen. Die Rolle von Roland Koch ist spannend – genau im Hinblick auf das, worauf wir hinarbeiten. Die Geschichte wird erzählt, der Zuhörer wird in sie hineingezogen.
Lydia Steier: Der Großvater ist nicht nur irgendeine Figur, er ist vielleicht sogar die zentrale Figur, er sieht Tamino als junges Abbild von sich selbst. Im Esszimmer hängt ein großes Porträt von Pamina als verstorbene Großmutter, die Kinder sehen in ihr die Prinzessin, gleichzeitig blickt der Großvater mit leidenschaftlicher Nostalgie auf die Frau, die er geliebt hat.
Maurice Lenhard: Wie ist die gemeinsame klare Zielsetzung zwischen Musikalischer Leitung und Regie zu einer guten Oper?
Lydia Steier: Joana und ich haben starke Ideen mit einem klaren Blick auf das Ganze. Die Inszenierung muss das Rückgrat der Musik sein. Im Hinblick auf das künstlerische Miteinander macht die Zusammenarbeit sehr viel Spaß. Als Wirkung der Inszenierung wünsche ich mir, dass sie nachhallt, dass der Zuschauer sich daran erinnert, dass er die Reise mit uns machte und mit der Zeit durch eine neue Perspektive sieht.
Joana Mallwitz: Beides muss Hand in Hand gehen, bei Mozart noch mehr: in dem Moment, in dem man eine Phrase singt, muss alles stimmen. Da merkt jeder Zuhörer sofort: stimmt der Impuls oder nicht. Worum gehe es, es ist ein frischer Blick, der vom Notenbild weggeht und am Ende jeder Note mit der Zielrichtung befragt „Warum stehst du da“?
Es geht um das Wandern, Entdecken und Genießen und dies in der „grünen Mark“ im Joglland, Hartbergerland, Thermenland, Apfelland, Almenland, Graz/Umgebung, Schilcherland und Lipizzaner Heimat. Die steirische Landeshymne preist in den ersten Textzeilen die attraktive Gebirgslandschaft im Norden („Hoch vom Dachstein an…“) und die idyllischen Weinberge im Süden (…bis ins Rebenland…) der grünen Mark. Es ist ein Gehmütliches Wandern im Norden oder einfach durch das Grenzland im Süden oder in der Mitte der Steiermark wandern. Es ist wandern, flanieren einfach gehmütlich
Dieses Buch ist es wert zu lesen?
Wer die Steiermark kennt oder kennenlernen will, dort seinen Urlaub verbringen möchte, der sollte das Buch „Gehmütliche Steiermark“ auf alle Fälle lesen. Es werden 40 Genusswanderungen zu kulturellen Schätzen vorgestellt. Naturschönheiten und kulinarische Schmankerln fehlen ebenfalls nicht.
DIE AUTOREN
Anni Pötz: Ihre Liebe zur Natur, zum Wandern und zum Reisen hat sie zur Fotografie gebracht. Sie war Lehrerin für Sopran- und Altflöte.
Alois Pötz: Mag.geb.1953, Studium der Theologie und Geografie. Ehemaliger AHS-Lehrer und Lehrbeauftragter am Institut für Geografie und Raumforschung in Graz.
Johann Dormann: Mag.phil.geb. 1952, aufgewachsen in Allerheiligen im Mürztal. Studium der Germanistik und Geografie in Graz.
Oliver Schulz, Autor und Journalist schreibt seit 2003 regelmäßig über den Tourismus am Mount Everest. Sein neues Buch 8849 gibt Einblick in den Massentourismus am höchsten Berg der Erde. Bevor er über den Massentourismus schreibt, recherchiert Schulz unter anderem wie kam der Berg zu seinem Namen, wie entstand die Mythologie? So beschreibt er „vergleiche hinken immer – aber in Hinblick auf seine Heiligkeit, seine mythologische Bedeutung, kann der Everest es wohl kaum mit dem Berg Kailash in Zentral Tibet aufnehmen.“ Er beschreibt die Einheimischen, die Sherpas, ohne die kein Bergsteiger vorbeikommt. Die Extremisten, die Erfolgreichen, die Rebellen und dann kommen natürlich in der Vergangenheit die Millionäre hinzu. Diese brauchen weder besondere Kenntnisse noch eine herausragende Kondition. Ein voller Geldbeutel und die Bereitschaft, „über Leichen zu gehen“, genügen. Der für die Einheimischen heilige Berg ist zu einem Ort für einen pervertierten Massentourismus der Luxusklasse geworden. Mit fatalen Folgen für die Bewohner, die Bergsteiger und die Natur. Dieser Berg wurde ein Traum und ein Alptraum zugleich. Ein Geschäft mit dem Höhenwahn, der beispielhaft für den Irrsinn des gesamten internationalen Alpinismus steht, obendrein noch zur höchstgelegensten Müllhalde der Welt wurde.
Dieses Buch ist es wert zu lesen?
Jeder der die Berge liebt, sie genießt und achtet, sollte dieses Buch lesen. Es ist auch gleichzeitig ein Erfahrungswert, wenn der Tourismus die Berge bis zum Letzten ausschlachten will, um hier große Gewinne einzufahren. Dies ergibt keinen Sinn, sondern endet in einem Zerstören der Natur- und Berglandschaften.
DER AUTOR
Oliver Schulz, geboren 1968 in Hannover, studierte Indologie, Tibetologie und Soziologie an der Universität Hamburg. Er ist Autor und Journalist sowie freier Redakteur bei den Lübecker Nachrichten. 2011 erschien sein Buch „Indien zu Fuß“ (DVA)
Erschienen ist das Buch
Im Westend Verlag GmbH, Frankfurt/Main 2022 ISBN 978-386489-365-0
Der Titel „Kulturhauptstadt Europas“ wird seit 1985 an Städte und Regionen in Europa verliehen.
2024 wird Österreich zum dritten Mal eine Kulturhauptstadt Europas stellen. (2003 war Graz und 2009 war Linz jeweils die Kulturhauptstadt Europas)
Hubert von Goisern (c) OnMediaART Veronika Scharinger Ein starker Vertreter des Salzkammergutes und Mitwirkender = Hubert von Goisern, (geboren in Bad Goisern) eigentlich Hubert Achleitner, ist Liedermacher und Weltmusiker.
Jedoch erstmals in der Geschichte findet sie 2024 in einer inneralpinen, ländlich geprägten Region statt. Die Bannerstadt Bad Ischl plus 22 weitere Gemeinden in Oberösterreich und der Steiermark entwickeln eine Kulturregion, die sich durch das Zusammenwirken von Kunst, Kultur, Wirtschaft und Tourismus neu erfindet.
2019 ist nach einem mehrstufigen Bewerbungsprozess die Entscheidung gefallen, gemeinsam mit Bad Ischl-Salzkammergut werden Tartu (Estland) und Bodø (Norwegen) die Kulturhauptstadt Europas 2024 ausrichten.
SALZ war in Vergangenheit der Reichtum dieser Region, es ist aus dem Salz entstanden, durch das Salz reich geworden und mit dem Salz geht es in die Zukunft. KULTUR IST DAS NEUE SALZ. Das Salzkammergut eingebettet in eine eindrucksvolle Landschaft, spannende Geschichten von Orten und Menschen und geprägt durch die Elemente Salz und Wasser. In Hallstadt begann man schon vor 7000 mit dem Salzabbau. Eine Region, die durch die Sommerfrische ein Sehnsuchtsort für viele ist und die als historische Kulturlandschaft im inneren Salzkammergut zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt wurde. Als Kulturhauptstadt Europas werden wichtige Themen dieser Regionen aufgreifen und für die Zukunft neue Impulse setzen müssen.
Pressekonferenz Kulturhauptstadt Europas Salzkammergut 2024 I 27. 04. 2022 / Salzkammergut 2024 Kulturhauptstadt Europas
Fakten: Die Kulturhauptstadt-Region bilden 23 Gemeinden in den Bundesländern Oberösterreich und Steiermark: Oberösterreich: Bannerstadt Bad Ischl, Altmünster, Bad Goisern, Ebensee am Traunsee, Gmunden, Gosau, Grünau im Almtal, Hallstatt, Kirchham, Laakirchen, Obertraun, Pettenbach im Almtal, Roitham am Traunfall, St. Konrad, Scharnstein, Steinbach am Attersee, Traunkirchen, Unterach am Attersee, Vorchdorf Steiermark: Altaussee, Bad Aussee, Bad Mitterndorf, Grundlsee
Team Salzkammergut 2024 3 (c)PK (c) OnMediaART Veronika Scharinger Das Team Salzkammergut 2024 wird neue Impulse setzen
Die Vorbereitungen sind schon voll im Gange.
Das Salzkammergut von Salz und Wasser geprägt wird durch den Motor KULTUR neue Impulse setzen.
Am 18. Juni 2022 wurde die documenta – diese galt bis dato als eine der weltweit bedeutendsten Ausstellungen zeitgenössischer Kunst – kaum eröffnet, steht sie schon vor einem großen Scherbenhaufen.
„Intellektuelle von der Peripherie“ machten sich bereit, „im Zentrum Macht zu übernehmen“.
documenta fifteen: Dan Perjovshi, Generosity, Regeneration, Transparency, Independence, Sufficiency, Local Anchor and most of all Humor, 2022, Fridericianum, Kassel, 10. Mai 2022
Der Wimmelbild-Banner ist als Bildmaterial nicht mehr verfügbar, es wurde von der documenta fifteen aus dem Pressebereich entfernt.
Das Künstlerkollektiv Taring Padi zeigte am Kasseler Friedrichplatz ein Wimmelbild-Banner die auf antisemitische Motive hinweist. Anstoß des Wimmelbild-Banners sind Zeichnungen, wo ein Mann in Anzug und Krawatte mit haifischartigen Reißzähnen zu sehen ist, die Augen rot unterlaufen. An den Seiten hängen Schläfenlocken, das Jackenrevers ist gelb, die Signalfarbe der Juden im Mittelalter und am Hut prangen die SS-Runen.
Nach öffentlichen Protesten wurde es zunächst verdeckt und dann doch endgültig abgebaut. Antisemitismus hat auch in der Kunst nichts verloren, selbst wenn es um künstlerische Freiheit geht. Das Thema Antisemitismus und die Nähe zur Israel-Boykott-Bewegung BDS (Boykott, Divestment and Sacnctions) ist somit noch lange nicht abgehakt. Das Problem der documenta reicht aber nach wie vor tiefer, es berührt das Projekt documenta insgesamt – und offenbart, dass die documenta vom eigenen Anspruch überlastet ist. Auch über personelle Konsequenzen müsste nachgedacht werden.
Der Soziologe Heinz Bude bezeichnete die Vorgänge bei einer Veranstaltung der Universität Kassel als „die größte Beschädigung der Marke documenta seit ihrem Bestehen“.
Was auch interessant ist; die Generaldirektorin Schorman entschuldigte sich mit der Bemerkung: „es sei ihr versichert worden, dass auf der documenta fitfteen keine antisemitischen Inhalte zu sehen sein würden“. Es stellt sich die Frage, setzte sie sich mit der documenta fifteen überhaupt auseinander? Oder reichte ihr einfach eine verbale Information? Hier beginnt schon die Verfehlung. Immerhin geht es auch um sehr viel Steuergelder.
Des Weiteren sorgten auch unkommentierte pro-palästinensische Propagandafilme im Programm der Kasseler Kunstschau. Es sind Filme die in Verbindung mit der linksterroristischen und antisemitischen Gruppe Japanische Rote Armee – Anfang der 70er Jahre Anschläge in Israel – gebracht werden.
Die documenta wurde diesmal von einem Künstlerkollektiv aus Asien kuratiert, es handelt sich um die Gruppe Ruangrupa aus Indonesien. Die setzten ihre Vorstellungen natürlich verstärkt auf die Menschen in Asien, Afrika und Lateinamerika, um ihre Probleme ins Zentrum zu rücken. Des Weiteren vielleicht auch ein fehlendes Problembewusstsein für Antisemitismus in Indonesien.
Antisemitismus ist ein gesamtgesellschaftliches, in Deutschland und global verbreitetes Problem. Das zeigt sich nun in Kassel: Antisemitische Bildsprache auf der globalen documenta fifteen. Wie konnte es dazu kommen? Was braucht es jetzt, damit die polarisierte Situation nicht noch weiter eskaliert? Wie denken wir das Vermeiden von Zensur und das Vermeiden antisemitischer Kunst zusammen?
One of my latest works and it was again about love. You fight, after a lost battle you concluded that Love is just an illusion and you have lost the battle. Even the last spark of „hope“ was doomed. I throw the feelings after hope has also died, into the concrete mixer and destroy them.
Die Tanzkompanie Hungry Sharks wurde 2011 vom Choreographen Valentin Alfery und der Produzentin und Fotografin Dušana Baltic gegründet. Zweimal gastierte die Gruppe mit ihrem Nachwuchsensemble Young Sharks bereits in der Szene Salzburg, so war es naheliegend, dass man sie auch heuer wieder einlud, zur Sommerszene 2022.
Die Tanzkompanie trat mit dem Titel „BÈTON BRUT“ auf. Es geht um die revolutionäre Strömung Brutalismus der Architektur aus den 1950er Jahren. Mit Breaking – eine Säule der Hip-Hop-Kultur – decken der Choreograph Valentin Alfery und das Ensemble ein breites Spektrum an Gemeinsamkeiten ab. Auch dem Breaking, das durch seine ausdrucksstarke Ästhetik unterschiedliche Gesellschaftsschichten anspricht, liegt – ähnlich der brutalistischen Baukultur – ein sozialer Gedanke zugrunde.
Zur Performance in der SZENE, 4 Tänzer*innen und als weiterer Hauptdarsteller eine Mischmaschine. 2 Tänzer mischen auf der Bühne als Einstieg einen Zement an, den sie dann in zwei viereckigen Formen gießen und darin Schuhe mit einzementieren. Was dies zu bedeuten hatte, keine Ahnung, am Ende der Aufführung kamen die einzementierten Schuhe wieder ins Spiel.
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Verschiedene Bewegungsabläufe der Tanzkompanie wurden in einem zirkulären, von einer laut dröhnenden Musik, die einem das Gefühl gab, man befindet sich im Weltraum, begleitet. Die Bewegungssprache verschiedener Tanzstile ordneten sich leitfadenartig um das maßgebende Element des rohen Betons an. Es stellte auch einen physischen Untergrund für die Entwicklung und Ausübung von Breaking dar.
60 Minuten künstlerische Tanzperformance, mit zwischendurch eingesprochenen Elementen in englischer Sprache, die der Performance wieder neue Perspektiven gab, die die Tanzkompanie in der Performance-Sprache umsetzte.
Machen Sie sich selbst ein Bild, der eingefügte Trailer gibt einen Querschnitt von „BÉTON BRUT“.
Schlussszene: die besagten einzementierten Schuhe wurden von einem Tänzer schwerfällig über die Bühne geschleift, in verschiedenen Bewegungsabläufen und dann kam der Hauptdarsteller „die Mischmaschine“ wieder zum Einsatz. Diese wurde an zwei Seilen befestigt und wie eine Schaukel installiert, die durch den Raum sich schwang. Eine Tänzerin bediente diese eigenartige Schaukel und schwebte mit ihr über die Bühne.
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Tänzerisch wurde „BÉTON BRUT“ sehr gut umgesetzt, aber wieviel der Besucher und die Besucherin von der Aufführung verstanden, um was es genau es gegangen ist, sei dahingestellt. Ging es um Beton, um Gesellschaft?
lud Eltern, Großeltern und auch Schüler von den anderen Klassen zu einer Mini Mittwoch-Mittag-Lesung ein.
Auch ich bekam eine Einladung und nahm diese gerne an und war begeistert von den jungen Autor*innen.
Kreatives Schreiben wurde von einer engagierten Lehrerin, Frau Tanja Penninger, ins Leben gerufen. Sie stellte sich die Frage wo sind meine persönlichen Stärken – sie selbst ist auch als Autorin tätig siehe https://www.tanjapenninger.at/ – und wie kann ich diese für die Kinder nützen. So kam ihr die Idee, für Schulkinder kreatives Schreiben ins Leben zu rufen. Sie besprach dies mit der Direktorin Frau Sandra Auer der Volksschule. Die Direktorin fand diese Idee wunderbar und war damit einverstanden. In Kindern steckt sehr viel Kreativität, die oft durch den strengen und straffen Lehrplan in den Hintergrund gedrängt wird.
Zeichnungen von den Kindern der Volksschule 4a Foto: Christa Linossi
Das kreative Schreiben ein Freigegenstand, die Kinder, die in der kreativ Schreibgruppe mitwirken, sind mit Begeisterung dabei und können so ihrer Fantasie freien Lauf lassen und Geschichten erfinden und nebenbei hat es auch eine positive Wirkung, sie befassen sich verstärkt mit der Sprache Deutsch.
Innenansicht VS Mattighofen / Foto: Christa Linossi
In dieser Stunde entstehen nicht nur Kurzgeschichten, sondern man wagt sich auch an andere Themen heran. Wie zum Beispiel Umwelt, Klima, und andere Themen. Kurze Berichte über ein aktuelles Thema Umwelt, Klima etc. wo kurze Zeitungsberichte entstehen, die dann in der „Mein Express“ Schülerzeitung veröffentlich werden.
Innenansicht VS Mattighofen / Foto: Christa Linossi
10 Kinder sind beim kreativen Schreiben beteiligt und diese hatten sich ganz schön ins Zeug gelegt und präsentierten somit ihre Kurzgeschichten. Es waren lustige Geschichten. Da schrieb ein Mädchen die Geschichte „Meine Großmutter und ihr verflixtes Gebiss“. Ich musste herzlichst lachen, oder zwei Jungen schrieben über einen Roboter und zeichneten dazu Comics.
Autorin Valerie von der Kreativschreibwerkstatt / Foto: Christa Linossi
Es gibt sie noch die Lehrkörper, die junge Talente fördern und sie unterstützen ihre Kreativität zu verwirklichen. Durch die digitale Welt ist ohnehin schon sehr viel zerstört worden und es ist wichtig das die SPRACHE und das geschriebene Wort wieder mehr und mehr in den Vordergrund rückt. In dieser Volksschule werden junge Autor*innen gefördert und bereichern, vielleicht in Zukunft wieder unsere Literatur.
engagierte Lehrerin und Autorin Tanja Penninger Foto: Christa Linossi
In der Volksschule Mattighofen sah ich mich auch ein bisschen um, es ist ein Neubau mit viel Lichteinwirkung, was die Schule freundlich macht. Was mir besonders aufgefallen ist, es sind in jedem Stockwerk Zeichnungen von Kindern aufgehängt. Auch der Stiegenaufgang ist mit Zeichnungen bestückt. Man hat gleich den Eindruck, hier wird sehr viel Wert auf Kreativität gelegt. Eine Schule mit Vorbild-Wirkung.
Vor kurzem stolperte ich in einen ART Workshop für Kinder, geleitet von der Künstlerin Evi Schartner in Altenmarkt/Salzburger Land und entschloss mich spontan, hier darüber zu berichten.
Meine Frage an die Künstlerin, was war die Idee einen Kinder Malkurs anzubieten?
Evi: „Eigentlich war es gar nicht geplant, da ich auch Kinderbücher illustriere, so ist man irgendwann – Volksschule bis zur Volkshochschule – auf mich zugekommen, ob ich auch Kinderkurse für Malen und Zeichnen anbieten würde. Ich dachte, einen Versuch ist es auf alle Fälle wert und so startete ich mit diesem Workshopprogramm für Kinder. Es wird sehr gut angenommen und die Anfragen werden immer mehr und mehr. So kam auch unlängst der Tourismusverband auf mich zu, ob ich in den Sommerferien auch Kurse für Kids für Urlauberkinder machen würde. Klar mache ich dies, meiner Meinung nach, gehören Kinder gefördert und speziell im kreativen Bereich. Kreativität ist für Kinder ein wichtiger Baustein in ihrem zukünftigen Leben. Kreativität ist in jedem Beruf gefragt und Kreativität Kunst ist nur ein Teil davon.“
Es ist beeindruckend, mit welcher Sichtweise und Behutsamkeit sie an die Kinder herangeht, ihnen nur das Grundzeug – wie Farben mischen, oder wie man sich eine Skizze vorbereitet usw. – in die Hand gibt. Jedoch den Kindern ihre Eigenständigkeit gibt, wie Fantasien und Ideen freien Lauf lassen. Die Kinder schätzen dies sehr, da sie das Zeichnen oder Malen können, was ihnen gefällt. Es ist eine lockere Atmosphäre, kein Zwang und Zeitdruck.
Ich führte auch kurze Gespräche mit den Kindern und es ist einfach lustig mit ihnen zu plaudern, man kann sehr wohl erkennen, wieviel Spaß es ihnen macht, ihre Ideen auf Papier zu bringen und so nebenbei plaudern sie aus dem Nähkästchen heraus, was sie gerne spielen, oder was sie in der Schule unternehmen und wie wichtig ihnen Tiere sind.
Evi erzählte mir auch, wie sehr die Kinder unter der Pandemie gelitten haben und es eine Zeit brauchte, sie wieder aus der Reserve herauszulocken und wieder Standhaftigkeit zu geben. Im Grunde brauchen Kinder nicht viel, Zuneigung, Liebe und ein Blatt Papier, Stifte und schon wird die Welt wieder bunt.
Evi Schartner eine Künstlerin mit Tiefgang, die die Kunst liebt und auch lebt. Ihre Arbeiten sind immer wieder beeindruckend, ich lernte sie bei einem Künstler-Event kennen und wenn wir uns treffen, diskutieren wir gerne und haben eine gute Gesprächskultur.
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