HUNGRY SHARKS „BÉTON BRUT“ im SZENE Theater Salzburg

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Die Tanzkompanie Hungry Sharks wurde 2011 vom Choreographen Valentin Alfery und der Produzentin und Fotografin Dušana Baltic gegründet. Zweimal gastierte die Gruppe mit ihrem Nachwuchsensemble Young Sharks bereits in der Szene Salzburg, so war es naheliegend, dass man sie auch heuer wieder einlud, zur Sommerszene 2022.

Die Tanzkompanie trat mit dem Titel „BÈTON BRUT“ auf. Es geht um die revolutionäre Strömung Brutalismus der Architektur aus den 1950er Jahren. Mit Breaking – eine Säule der Hip-Hop-Kultur – decken der Choreograph Valentin Alfery und das Ensemble ein breites Spektrum an Gemeinsamkeiten ab. Auch dem Breaking, das durch seine ausdrucksstarke Ästhetik unterschiedliche Gesellschaftsschichten anspricht, liegt – ähnlich der brutalistischen Baukultur – ein sozialer Gedanke zugrunde.

Zur Performance in der SZENE, 4 Tänzer*innen und als weiterer Hauptdarsteller eine Mischmaschine. 2 Tänzer mischen auf der Bühne als Einstieg einen Zement an, den sie dann in zwei viereckigen Formen gießen und darin Schuhe mit einzementieren. Was dies zu bedeuten hatte, keine Ahnung, am Ende der Aufführung kamen die einzementierten Schuhe wieder ins Spiel.

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Verschiedene Bewegungsabläufe der Tanzkompanie wurden in einem zirkulären, von einer laut dröhnenden Musik, die einem das Gefühl gab, man befindet sich im Weltraum, begleitet. Die Bewegungssprache verschiedener Tanzstile ordneten sich leitfadenartig um das maßgebende Element des rohen Betons an. Es stellte auch einen physischen Untergrund für die Entwicklung und Ausübung von Breaking dar.

60 Minuten künstlerische Tanzperformance, mit zwischendurch eingesprochenen Elementen in englischer Sprache, die der Performance wieder neue Perspektiven gab, die die Tanzkompanie in der Performance-Sprache umsetzte.

Machen Sie sich selbst ein Bild, der eingefügte Trailer gibt einen Querschnitt von „BÉTON BRUT“.

Hungry Sharks BÉTON BRUT | Trailer 2022
https://www.hungrysharks.at/beton-bru…

Schlussszene: die besagten einzementierten Schuhe wurden von einem Tänzer schwerfällig über die Bühne geschleift, in verschiedenen Bewegungsabläufen und dann kam der Hauptdarsteller „die Mischmaschine“ wieder zum Einsatz. Diese wurde an zwei Seilen befestigt und wie eine Schaukel installiert, die durch den Raum sich schwang. Eine Tänzerin bediente diese eigenartige Schaukel und schwebte mit ihr über die Bühne.

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Tänzerisch wurde „BÉTON BRUT“ sehr gut umgesetzt, aber wieviel der Besucher und die Besucherin von der Aufführung verstanden, um was es genau es gegangen ist, sei dahingestellt. Ging es um Beton, um Gesellschaft?