Khalil Rabah

RELOCATION, AMONG OTHER THINGS

Die etwas andere Ausstellung im Künstlerhaus Salzburg

Khalil Rabah RELOCATION, AMONG OTHER THINGS / Foto: © Christa Linossi

Khalil Rabah präsentiert im Großen Saal des Künstlerhaus Salzburg eine neue große Installation mit vielfältigen Formen performativer Aktionen, um die Geschichte von Auslöschung, Vertreibung und Marginalisierung zu hinterfragen.

Vorsicht, wenn Sie den Großen Saal betreten, Sie könnten enttäuscht sein! Ich war es am Anfang!

Als ich den Großen Saal betrat, sah ich, zwar ordentlich arrangierte alte Utensilien, wie alte Bilder, Koffer, Spielzeug, Brillengläser, Kochtöpfe, Plastiken, Kinderdreiräder und alte Rollschuhe, Lampen und Kronleuchter usw. okay dachte ich, sieht aus wie auf einem Flohmarkt, wo man das „Gerümpel“ vielleicht aus Verlassenschaften, oder aus seinem eigenen Keller wieder loswerden wollte und dies auf einen Flohmarkt – es gibt viele Flohmarkt-Liebhaber – abgab.

Khalil Rabah RELOCATION, AMONG OTHER THINGS / Foto: © Christa Linossi
Khalil Rabah RELOCATION, AMONG OTHER THINGS / Foto: © Christa Linossi

Fehlanzeige! Hier handelt es sich um Kunst, Kunst die allerdings einen tiefem Hintergrund hat und diesen Hintergrund muss man im Begleittext lesen, um sich Klarheit zu verschaffen. Ohne Hintergrund Wissen kein Verständnis für diese Ausstellung. Diese Ausstellung ist tiefgründig, betrifft das Land Palästina und ist ein bahnbrechendes Projekt es fördert das Staunen, das Wissen und letztlich ein Gefühl der Wiederherstellung für und von Palästina. Rabahs Praxis zielt darauf ab, die vorherrschenden Narrative unserer Zeit in Frage zu stellen, insbesondere westliche Konzepte der Museologie und Ethnografie, und die unterschiedliche Poetik menschlicher Beziehungen innerhalb dieser Sphären zu erforschen.

Khalil Rabah RELOCATION, AMONG OTHER THINGS / Foto: © Christa Linossi

Rabahs The Palestinian Museum of Natural History and Humankind ist seit 2003 eine fortlaufende Arbeit. Es handelt sich hier um ein Projekt, das einem Gesamtkunstwerk am nächsten kommt. Aus verlassenen Geschäften, Häusern und Industrieräumen wurden die verschiedenen gesammelten Objekte zusammengetragen und verändern somit ständig die Choreografie, wenn sie ausgestellt werden. Die Besucher_innen haben die Möglichkeit, sich mit dem, was sie sehen, eng zu verflechten, wobei jedes Objekt in einer anderen Sprache spricht.

Khalil Rabah RELOCATION, AMONG OTHER THINGS / Foto: © Christa Linossi

Die inhärent unvernünftige Aufgabe enzyklopädischer Museen, den Anspruch zu erheben, über Geschichte universell sprechen zu wollen, das Scheitern eines solchen Aktes ist eine der durchlässigen Offenbarungen der Ausstellung. Das Projekt ist eine Struktur des Gefühls, der verstreuten Geschichte, und eine Einladung, ständig hin- und herzupendeln – zwischen dem Hier und Jetzt und der Ewigkeit.

Rabahs konzeptionelle Kunstpraktiken umfassen Multimedia-Installationen und Performances und erforschen häufig weitreichende philosophische Fragen der Zugehörigkeit, Vertreibung und Hybridität sowie dringende, konkrete Themen wie Asyl und Einbürgerung.

Künstler Khalil Rabah imSalzburger Kunstverein, Künstlerhaus / Foto: © Christa Linossi
Omer Fast, Dir Seamus Kealy, Khalil Rabah, Palestinian Museum of Natural History and Humankind, Presseführung, Salzburger Kunstverein, Künstlerhaus, © Manfred Siebinger

Khalil Rabah ist ein palästinensischer Konzeptkünstler, der 1961 in Jerusalem, Palästina, in einer Familie aus Ramallah geboren wurde. Er studierte Architektur und Bildende Kunst an der University of Texas in Arlington und lebte mehr als ein Jahrzehnt in den Vereinigten Staaten. Als Palästinenser, der in den 1980er Jahren in den Vereinigten Staaten lebte, musste sich der Künstler mit der Komplexität von Immigration und Vertreibung auseinandersetzen und mit einer neuen Kultur zurechtkommen, während seine eigene belagert wurde.

Es handelt sich hier um eine Ausstellung, die viele Fragen aufwirft.

EINE HOMAGE AN

akte31friedrike mayröcker

Friedricke Mayröcker als Marionettenpuppe Foto: © Christa Linossi

Der 1. – 31. Mai 2022 gehörte Friederike Mayröcker. Jeden Tag eine Premiere und dies an verschiedensten Orten in Stadt und Land Salzburg. Mit jeweils einem Akt würdigten zahlreiche Künstlerinnen und Künstler quer durch alle Sparten die eigenwillige „Grande Dame“.

Es war ein sehr interessantes Projekt mit eigenwilligen Aktionen, eben wie die „Grande Dame“ Friederike Mayröcker. Entstanden ist dieses Projekt von „ohnetitel“ – ein Netzwerk für Theater & Kunstprojekte, koproduziert von SZENE Salzburg.

Ich besuchte einige Aktionen – jeden Tag eine Premiere zu besuchen, ein Ding der Unmöglichkeit, da man ja auch noch was anderes zu tun hat. Die Premieren, die ich besuchte, waren gut und ich stelle sie hier kurz vor:

Auftakt und Eröffnung für das Projekt akte31mayröcker war der

01. MAI 11:00 AKTE 1: INTERVIEWS MARIONETTENTHEATER

AKTE 1: INTERVIEWS MARIONETTENTHEATER v.l.n.r. Dorit Ehlers, Michaela Obermayr Foto: © Christa Linossi

Der Besucher tauchte hier in die Sprach- und Gedankenwelt der Autorin Friederike Mayröcker – im Gespräch mit ihren eigenen Texten – und dazu einem behutsamen Fadenspiel zwischen Bühne und Backstage ein. Ihre eindrückliche Erscheinung machte dabei eine gute Figur …

Von und mit: Michaela Obermayr, Dorit Ehlers, Arthur Zgubic
Gast: Yoko Yagihara

08. MAI 15:30 AKTE 8: STÖR- UND NEBENGERÄUSCHE GALERIE SOPHIA VONIER

AKTE 8: STÖR- UND NEBENGERÄUSCHE GALERIE SOPHIA VONIER v.l.n.r.Anna Hauf, Renald Deppe, Tobias Leibetseder, Foto: © Christa Linossi

In der Galerie Sophia Vonier inszenierte man eine Musik Performance. Der Klarinettist, Komponist und Zeichner Renald Deppe – er hatte jahrelang mit Friedrike Mayröcker zusammengearbeitet – hat zu Textfragmenten Mayröckers kalligraphische Partituren angefertigt, die einmalig live vertont wurden. Die Nebengeräusche waren auf alle Fälle gewöhnungsdürftig, die mit der Klarinette und dem Gesang wieder auf eine hörbare Welle gebracht wurde.

Mitwirkende: Renald Deppe, Anna Hauf, Tobias Leibetseder

11. MAI 16:00-18:00 AKTE 11: IN UND UM GETREIDEGASSE

AKTE 11: IN UND UM GETREIDEGASSE Cornelia Fischberger Foto: © Christa Linossi


Viele Personen in der Getreidegasse – Touristen wie Einheimische – wussten im ersten Moment nicht was hier geschah. Eine durchsichtige Kugel, in dem ein Schreibtisch und eine Person befand, die aus Büchern von Mayröcker las und die Texte auch für Passanten hörbar machte. Eine stille – oder doch nicht – Installation für Gehende, Stehenbleibende und Zuhörende, wobei Gehende mehr waren als Stehenbleibende und Zuhörende.

Mitwirkende: Dominik Jellen, Cornelia Fischberger

14. MAI 16:00 AKTE 14: ICH NEHME ÜBERHAND! BUSHALTESTELLE KÜNSTLERHAUS

AKTE 14: ICH NEHME ÜBERHAND! BUSHALTESTELLE KÜNSTLERHAUS Foto: © Christa Linossi
AKTE 14: ICH NEHME ÜBERHAND! BUSHALTESTELLE KÜNSTLERHAUS Mitwirkende: Bernhard Müller / Annette Rollny Foto: © Christa Linossi

Diese Performance und Installation erfolgte an der Bushaltestelle vorm Künstlerhaus mit fragmentarischen Texten (gestaltet von Annette Rollny und Bernhard Müller), die persönlich geklebt und sukzessive weiterwuchern sollten oder auch nicht? So mancher Fahrgast, der an der Haltestelle wartete, konnte nicht viel damit anfangen oder registrierte die Installation gar nicht. Ich interviewte einen Jugendlichen an der Bushaltestelle und dieser meinte: wir Menschen sind träge geworden, wir schauen nur mehr auf unser Handy. Eine starke Aussage, soviel zur Registrierung einer Performance und Installation.

Mitwirkende: Bernhard Müller / Annette Rollny und CieLAROQUE
Choreografie: Helene Weinzierl
in Kooperation mit dem Performer*innen: Azahara Sanz Jara, Alberto Cissello, Luan de Lima

28. MAI  10:00-18:00 AKTE 28: MAYRÖCKERS KATZE ATELIER III, HALLEIN

AKTE 28: MAYRÖCKERS KATZE ATELIER III, HALLEIN Foto: © Christa Linossi

Diese Performance im atelier III ist auch eine eigenartige Geschichte. Zuerst musste man das Haus, in dem sich die Atelierräumlichkeiten befanden, finden. Dort angekommen, stand man zwar in einem schönen hellen Atelierraum und kam sich etwas verloren vor. Aber man stand doch nicht lange im Raum, ein junger Mann begann das Gespräch und erklärte, worum es ging. Im Zuge einer Performance wurden mit handelsüblichen Tätowier Nadeln ausgewählte Katzenmotive, welche von der Autorin Friederike Mayröcker in ihrem Buch Blaue Erleuchtung gezeichnet hatte, per Hand auf die Haut fixiert. Jede*r konnte sich an diesem Tag das kostenfrei diese Katzen tätowieren lassen.

29. MAI 16:00 AKTE 29: CAFÉ MAYRÖCKER im PAN CAFÉ, HALLEIN

Das Publikum bekam, bevor die Lesung begann eine Speisekarte zur Verfügung gestellt, hier heraus ergab sich das Erzählmenü und folgendes wurde angeboten:

AKTE 29: CAFÉ MAYRÖCKER im PAN CAFÉ, HALLEIN Erzählmenü Foto: © Christa Linossi

Diese Lesung im Pan Café war ein gelungener Beitrag zu Friederike Mayröcker. Die Theatermacherin Christa Hassfurther fängt mit Mareike Tiede die laute Zeit der 60er-Jahre ein, in der die Stille der F. Mayröcker hörbar wurde.

AKTE 29: CAFÉ MAYRÖCKER im PAN CAFÉ, HALLEIN Christa Hassfurther erzählte aus ihrer Studentenzeit Foto: © Christa Linossi

Die Theatermacherin Christa Hassfurther erzählte aus ihrer Studentenzeit in den 60iger Jahren und Mareike Tiede (Sprecherin und Sprachtrainerin) las aus Friederike Mayröckers Werken. Hassfurther und Tiede brachten aufgrund ihrer Sprachgewalt, die Erzählungen so gut rüber, sodaß es im Café absolute Stille herrschte und das Publikum den beiden mit Begeisterung zuhörten.

AKTE 29: CAFÉ MAYRÖCKER im PAN CAFÉ, HALLEIN Christa Hassfurther, Mareike Tiede Foto: © Christa Linossi

Mitwirkende: Christa Hassfurther, Mareike Tiede

31. MAI 19:00 AKTE 31: DER KATALOG – REVIEW SZENE SAAL

AKTE 31: DER KATALOG – REVIEW SZENE SAAL Dorit Ehlers Foto: © Christa Linossi

Am 31. Mai 2022 fand in der SZENE Salzburg eine lebendige Rückschau auf großer Leinwand zu den im Mai stattfindenden 31 Premieren. Zahlreiche Künstler*innen widmeten sich dem Werk und der Person Friederike Mayröcker, eine eigenwillige Grande Dame zeitgenössischer Literatur. Im letzten Akt hebt sich noch einmal der Vorhang für Mayröcker: es war ein Spaziergang durch die Projekte der letzten 30 Tage. Geblättert wurde in einem multimedialen Katalog, in dem die überraschenden Premieren an ungewöhnlichen Orten dokumentarisch festgehalten wurden. Es war ein Kaleidoskop an unterschiedlichen Zugängen zu dieser außergewöhnlichen Schriftstellerin.

In einem kurzen Gespräch mit den Kuratoren DORIT EHLERS und ARTHUR ZGUBIC erfuhr ich, was das Ziel dieser Veranstaltung war. 31 Tage Mayröcker, hier wollte man erreichen, dass das Publikum nicht gezwungen wurde sich die eine oder andere Premiere anzusehen (nicht kostenfrei), es sollte freiwillig passieren,(deshalb freier Eintritt) so wollte man Mayröcker der Bevölkerung etwas näherbringen. So eine Art Streuung und daher ist man mit der einen oder anderen Premiere auch aufs Land gegangen, um nicht nur in der Stadt zu agieren. Die Kuratoren sind zufrieden und haben ihr Ziel erreicht.

Es waren interessante 31 Tagespremieren und Friederike Mayröcker ist mit Sicherheit dem einen oder anderem im Ohr hängengeblieben. Die Veranstaltungen waren sehr gut ausgerichtet und man konnte sich, musste aber nicht sich mit Mayröcker auseinandersetzen. Ich fand die Veranstaltung für Prädikat wertvoll, leider konnte ich aus Termingründen nicht alle 31 Premieren miterleben.

The punch in the face

experimental photo work by © Christa Linossi 2022 – From the series…“Hope dies last“

Do you know that too…always a slap in the face, but hope dies last,

Again and again, you work on yourself, then again, an obstacle is thrown at your feet, you put it away and then the next obstacle flies back in front of your feet and again and again you fight, and you fight. The question is: how long do you want to fight? Throw the thought overboard, where it is not worth fighting. 

STIFTUNG MOZARTEUM und Mozarts faszinierende Werke 2022/2023

Wenn ROLANDO VILLAZÓN

Opernsänger Rolando Villazón Intendant, künstlerischer Leiter und Mozart-Botschafter /
Foto: © Christa Linossi

zur Pressekonferenz ruft, folgen diesem Ruf alle Journalisten und Journalistinnen aus dem deutschsprachigen Raum.

Er stellte uns das umfangreiche Programm der Stiftung Mozarteum vor:  Beginnen wird es mit dem MOZART + FEST vom 20. bis 23. Oktober 2022

Das Mozart+Fest im Oktober markiert einen Meilenstein in der 140-jährigen Geschichte der Stiftung Mozarteum Salzburg: Nach zwei Jahren Bauzeit wird das neue Foyer eröffnet und gleichzeitig ist die erste Etappe der Renovierung des Großen Saales abgeschlossen. Das neue Foyer wird zeitgemäß, filigran, luftig, hell und elegant die Besucher begrüßen und trotzdem ist das Moderne mit dem denkmalgeschützten Gebäude verbunden. Eine moderne, einzigartige Glas-Stahl-Konstruktion entstand mit einem großen offenen Konzerttrakt mit zwei neuen Foyers. Auch der erste Stock erstrahlt in neuem Glanz und dieses Große Foyer mit 170m² bietet ausreichend Platz für eine angenehme Pausensituation rund um die Veranstaltungen und erschließt das Konzertgebäude über eine breite Glasbrücke zum Bastionsgarten. Im Erdgeschoss entsteht auf 200m² das Stadtfoyer mit Zugang zur Bastionsmauer. Rundum erneuert so wird sich das Mozarteum sich im Herbst 2022 präsentieren.

Auch der große Saal, der seit über 100 Jahren mit seiner Akustik zu den besten und beeindruckendsten Konzertsälen Europas zählt, wird rund um erneuert.

Mit einer großen Ouvertüre wird das Mozarteum-Konzertgebäude eröffnet werden, mit Stars der Klassik wie Anne-Sophie Mutter, Leif Ove Andsnes, Lisa Batiashvili, Francois Leleux und natürlich darf Rolando Villazón nicht fehlen.

Das Mozart+Fest wird vom 20. bis 23. Oktober 2022 mit einem viertägigen hochkarätigen Musikfest gefeiert. Der glanzvolle Konzertreigen startet mit dem Ensemble L’Arpegiata unter der Leitung von Christina Pluhar. Mitglieder der Wiener Philharmoniker verbinden Beethoven mit seinem großen Vorbild Mozart und Hornistion Sarah Willis lässt zusammen mit dem Lyceum Mozartiano de La Habana das musikalische Eröffnungswochenende beschwingt ausklingen.

„Mozartsche Vielfalt“ Daniel-Ottensamer_c_Julia-Stix

Führungen ermöglichen einen spannenden Einblick in die Welt des großen Komponisten im aufgefrischten altehrwürdigen Mozarteum und in beiden Mozart-Museen, Mozarts Geburtshaus und Mozart-Wohnhaus und so findet am 26. Oktober 2022 für Interessierte ein Tag der offenen Tür statt.

Es tut sich noch viel mehr: So finden für die kommende Konzertsaison 2022/23 17 Konzerte in sechs spannenden, teils neuen Formaten mit Fixsternen der Klassik statt und auch die zeitgenössische Musik „Im Dialog“ wird zurückkehren.

Viel versprechend wird auch die Mozartwoche 2023 von 26. Jänner bis 5. Februar in Salzburg sein. Das bedeutendste Mozart-Festival feiert das Wunderkind Wolfgang Amadé Mozart und den Meister elf Tage lang mit den weltbesten Mozart-InterpretInnen. Nach fünfjähriger Reise durch den Mozartschen Kosmos erreicht Rolando Villazón seinen Höhepunkt bei der Mozartwoche 2023.

Imagefilm der Stiftung Mozarteum

Kurzer Einblick in die Biografie von Rolando Villazón: 1972 in Mexico City geboren, begann er seine musikalischen Studien am nationalen Konservatorium seines Heimatlandes. International machte er sich 1999 als mehrfacher Preisträger beim Oper Alia-Wettbewerb einen Namen. 2017 wurde er zum Mozart-Botschafter der Stiftung Mozarteum Salzburg. Seit 2019 ist Rolando Villazón Intendant der Mozartwoche und gestaltet das weltweit wichtigste Mozart-Festival für fünf Jahre, bis 2023. 2021 wurde Rolando Villazón auch noch zum Künstlerischen Leiter der Stiftung Mozarteum ernannt. Somit übernahm er die Gesamtverantwortung für den laufenden Konzertbetrieb und sämtliche künstlerische Aktivitäten der Stiftung Mozarteum.

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Wolfgang Amadé Mozart fasziniert die Menschen in aller Welt seit mehr als 250 Jahren durch seine Werke und seine Persönlichkeit. Bei Rolando Villazón könnte man sagen, er verkörpert Mozart und trägt viel dazu bei, dass diese Musik in seiner Gesamtheit weiterlebt.

ZAUBER

als es die Dichter und Denker auf die Schweizer Gipfel zog                 BERGE

Foto: Christa Linossi

Worum geht es in diesem Buch?

Der Schriftsteller und Journalist Andreas Lesti begab sich in die Schweiz und unternahm eine magische Reise als Gratwanderung auf den Spuren der Dichter und Denker, zwischen Krankheit, Alpinismus und Luxushotels. In die Schweizerbergen, St. Moritz, Sils Maria, Davos, Zermatt zog es schon seit fast 200 Jahren die wichtigsten Intellektuellen hin: von Friedrich Nietzsche (Biologe) über Richard Wagner und Thomas Mann bis Theodor W. Adorno (Philosoph). Aber warum und was machte diese Orte in den Schweizer Bergen so besonders? War es die gesunde Bergluft (In diesen Orten entstanden die Sanatorien für TBC-Patienten) oder die traumhaften Kulissen, die dem Besucher bzw. dem Kranken aus seiner Krise halfen?

Thomas Manns „Zauberberg“ lockte den Autor Lesti deshalb nach Davos, weil in dem Roman, dessen Hauptfigur vor 100 Jahren sieben Jahre lang nicht mehr aus den Schweizer Bergen wegkam. Der Grund dafür war damals wie heute der gleiche: eine Atemwegserkrankung. Damals hieß sie Tuberkulose, heute Covid-19.  Damals wie heute ist nicht viel Unterschied, eine seltsame Gleichzeitigkeit: auf der einen Seite die Lungenkrankheit und ihre Opfer, auf der anderen Seite der Skisport und seine Freuden. Das Geschehen von damals ist dem Geschehen von heute nicht unähnlich: Während Österreich, Deutschland und Italien Lehren aus Ischgl und jenem Freitag, dem 13./2020, alle Skigebiete geschlossen waren, ließen die Schweizer die Bergbahnen trotz Pandemie geöffnet. Es gibt einen Holzschnitt, worauf vor 100 Jahren Philipp Bauknecht die Situation auf den Punkt brachte: „Hochsaison in Davos, und zeigt Gleichzeitigkeit: ein Haus, in dessen Untergeschoss ein Arzt Patienten behandelt, während im Obergeschoss ausgelassen gefeiert wird“. Es könnte auch auf den März 2020 datiert sein und „Hochsaison in Ischgl“ heißen. Lesti landete bei seiner Spurensuche der Schweizerberge auch auf jener Berghütte am Fuße des Matterhorns, von deren Terrasse aus Adorno (Philosoph) zwei Tage vor seinem Tod ein letztes Mal auf diesen „Inbegriff des Naturschönen“ geblickt hat.

Dieses Buch ist es wert zu lesen?

Es ist eine Spurensuche, die vor 100 Jahren sich in den Schweizerbergen abspielte. Man erfährt, wie Davos zu einem berühmten Kurort wurde. Wie damals die Lungenkrankheit behandelt wurde. Ursache und Wirkung? Dieses Buch liest sich leicht und gibt einen Einblick wie es seinerzeit war.

DER AUTOR

Andreas Lesti, geboren 1975 in Augsburg, ist Journalist und Germanist und lebt seit einigen Jahren im bergfernen Berlin. Doch seine Recherchereisen, etwa für die »Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung«, die »Neue Zürcher Zeitung« oder »GEO Saison«, führen ihn regelmäßig in die Alpen.

Erschienen ist das Buch

2022 in Bergwelten Verlag bei Benevento Publishing Salzburg – München erschienen. ISBN 978-3-7112-0029-7

NEUERSCHEINUNG 2022: „DER CODEBREAKER“

von Walter Isaacson

Foto: Christa Linossi

Worum geht es in diesem Buch?

Der Starbiograph Walter Isaacson ist wieder am Puls der Zeit und schrieb eine hochspannende Wissenschaftsgeschichte „DER CODEBREAKER“, die brisanten moralischen Fragen dieser bahnbrechenden Erfindung nichts außer Acht lässt.

Was macht die Natur, wenn ein neuer Feind auftaucht? Sie findet eine neue Strategie. Die beiden Forscherinnen, die Amerikanerin Jennifer Doudna und die Französin Emmanuelle Charpentier, entdeckten im Bereich der Biochemie eine bahnbrechende Erkenntnis und konnten durch die Verteidigungsstrategien der Natur auf grundlegendster Ebene, eine Zelle entdecken und nachbauen Das Ergebnis heißt „CRISPR“. Diese Genschere kann den genetischen Bauplan punktgenau ändern. Was bedeutet CRISPR? (Clustered Regularly Interspaced Short Palindromic Repats) CRISPR/CAS9 wird als Gen-Schere bezeichnet. Es stammt ursprünglich aus Bakterien, denen es zur Immunabwehr gegen Viren dient. Die Bakterie wird von einem Virus attackiert und verteidigt sich, indem sie ihre genetische Struktur ändert. Diesen Mechanismus nachzuweisen und beschreiben zu können, treibt seit Jahrzehnten viele Wissenschaftler zu Feldrecherche in der Natur und in die Labore.  In diesem Buch erzählt Walter Isaacson ihre Geschichten, ihre Erfolge und begibt sich auch persönlich in Labor, um ein solches Experiment durchzuführen. Jennifer Doudna, stellte sich immer wieder die Frage aller Fragen „Was ist die Natur und wie funktioniert sie“ eine Antwort darauf zu finden, steht im Zentrum des Interesses. Dafür bekam sie zusammen mit Emmanuelle Charpentier 2020 den Chemie-Nobelpreis. Die beiden sind die Entdeckerinnen der Genschere CRISPR/CAS9 und revolutionierten damit das Bearbeiten von Genen.

Dieses Buch ist es wert zu lesen?

Wer sich für eine Erfolgsgeschichte im Bereich der Wissenschaft interessiert, sollte unbedingt dieses Buch lesen. Man taucht ein in die Wissenschaft und Anfängen wie funktioniert die Technologie des Gen-Editierens. Es sind die Moralische und ethische Fragen, die bei der Genforschung bedacht werde, müssen, aber so kann die Genschere auch in der Virus-Bekämpfung eingesetzt werden. Es handelt sich von der Sternstunde der Forschung und so blicken sie den berühmten Wissenschaftlerinnen über die Schulter!

DER AUTOR

Walter Isaacson, geboren 1952 in New Orleans, Journalist (CNN, Time Magazine), Vorsitzender des Broadcasting Board of Governors in der Ära Obama, wurde als Biograf von Apple-Gründer Steve Jobs zum international gefeierten Bestsellerautor. Sein Interesse gilt der Innovation und dem genialen Funken, der Erfinder und Geistesgrößen seit jeher befeuerte.

Erschienen ist das Buch

im ECOWIN Verlag 2022, ISBN-13 9783711003065

DAS LITERATURFEST Salzburg 2022 Anfang und Ende!

Eröffnung Literaturfest, Salzburg Foto: © Christa Linossi

Die Eröffnung des 14. Literaturfest Salzburg wurde in der SZENE Salzburg mit viel Publikum am 18. Mai 2022 eröffnet und endete am 22. Mai 2022 mit viel Applaus.  

Eröffnung Literaturfest, Salzburg „Feiern wir die Vielfalt der Literatur“, Josef Kirchner und Teresa Präauer / Foto: © Erika Mayer

Das Literaturfest wurde heuer von drei Autor*innen und drei Musiker*innen eröffnet und es folgten viele Veranstaltungen rund um die SPRACHE / LITERATUR.

Bei der Eröffnungsfeier trat der Schauspieler und Sänger Gerald Votava (Gitarre) mit Walther Soyka (Knopfharmonika) und Maria Petrova (Schlagzeug) auf. Gerald Votava vertonte einige der letzten Gedichte von Christine Nöstlinger, die sie in ihrem Leben geschrieben hat. Mit Hingabe und feiner Melancholie sang Gerald Votava diese vertonten Gedichte und wurde von Walther Soyka und Maria Petrova begleitet.

v.l.n.r. Schlagzeugerin Maria Petrova, Sänger Gerald Votava, Walther Soyka mit Knopfharmonika/ Foto: © Erika Mayer

Aus ihren Büchern lasen folgende Autoren bei der Eröffnung:

Franz Hohler, der Schweizer Schriftsteller und auch sehr bekannt als Kabarettist. 2008 wurde für sein Lebenswerk mit dem Salzburger Stier ausgezeichnet. Franz Hohler las aus seinem Buch „Der Enkeltrick“. Franz Hohlers Erzählungen handeln oft von merkwürdigen Begebenheiten. Es war eine Lesung wo viel heiteres und viele zum schmunzeln veranlasste und sich so mancher dachte, dieses Buch „Der Enkeltrick“ muss ich haben. Das Publikum bedankte sich mit einem großen Applaus.

Franz Hohler, Foto: © Manfred Siebinger

Dana Grigorcea, ist eine schweizerisch-rumänische Schriftstellerin. Sie las aus ihrem Roman »Die nicht sterben« Schaurig, tiefgründig, archaisch: Ein atemberaubend atmosphärischer Roman über Rache und Extremismus und die Sehnsucht nach der starken Hand, nach einem gestrengen, grausamen Richter – wie Dracula. Dana Grigorcea wurde 2021 für den Deutschen Buchpreis nominiert und 2022 mit dem Schweizer Literaturpreis ausgezeichnet.

Dana Grigorcea / Foto:Foto: © Erika Mayer

Norbert Gstrein, ist ein österreichischer Schriftsteller, geboren in Tirol. Für seinen Roman „Der zweite Jakob“ erhielt er sogar drei Literaturpreise: 2021 den Düsseldorfer Literaturpreis, den Thomas-Mann-Preis und den Deutschen Buchpreis. Er las aus seinem jüngst erschienenen, trickreichen Roman „Der zweite Jakob“ Norbert Gstrein schreibt einen Roman, der mitreißende, große Kunst ist und es handelt von dem Schauspieler Jakob „Natürlich will niemand sechzig werden.“ Damit beginnt Jakobs Lebensgeständnis.

Norbert Gstrein / Foto:Foto: © Erika Mayer

v.l.n.r. Maria Petrova, Gerald Votava, Walther Soyka, Norbert Gstrein, Dana Grigorcea, Teresa Präauer, Franz Hohler und Josef Kirchner Foto: © Erika Mayer

Die eine oder andere Veranstaltung des Literaturfestes lockte, so begab ich mich auf die Suche, was noch interessant sein könnte und wurde fündig:

„ENDLICH VERGESSEN“ ist jetzt nicht mein Motto, sondern dies ist ein Ausspruch eines Buches von Yvonne Zitzmann, die im Gespräch mit Teresa Präauer, Passagen aus ihrem Buch las und einen Einblick in ihrem Roman im Dialog mit Präauer führte und so sichtbar machte, was der Hintergrund dieses Titels auf sich hatte. Dieser außergewöhnliche Debütroman „TAGE DES VERGESSENS“ beruht auf Berichten über Forschungen in der DDR und wirft medizinische, ethische und letztlich auch gesellschaftliche Fragen auf.

Schriftstellerinnen Yvonne Zitzmann und Teresa Präauer, Lesung in der Rupertus Buchhandlung / Foto: © Christa Linossi

Ein kurzer Auszug: „Eine außereheliche Affäre, die Last frühen Ruhms, die Schuldgefühle eines KZ-Überlebenden – glücklich ist, wer vergisst! Sieben Personen melden sich als Probanden für ein neues Medikament, das das gezielte Vergessen der eigenen Vergangenheit ermöglichen soll. Doch bereits nach wenigen Tagen läuft die Studie aus dem Ruder…“

Bei diesem Roman (es ist eine fiktive Geschichte) stellt sich auch die Frage, würden wir so eine Pille wirklich benötigen? Würden wir gerne alles „Vergessen wollen“? Ich denke, nein, den Erinnerungen haben auch was Positives und dienen der Weiterentwicklung. Es war eine Lesung, die auch zum Nachdenken anregte.

Mein Drang nach Literatur führte mich auch in DAS KINO, wo zurzeit die Stefan-Zweig-Filmreihe präsentiert wird. Ich suchte mir den Film GRAND BUDAPEST HOTEL aus. Worin geht es um diesen Film? Ging es um Stefan Zweig? Es ergibt keine Verfilmung eines bestimmten Textes von Stefan Zweig, sondern es entstand ein kunstvolles Erzählgeflecht aus dem Geiste seiner Literatur, die sich der US-amerikanische Wes Anderson (*1969, Filmproduzent, Drehbuchautor und Regisseur) zu Nutze machte und daraus den Film „Grand Budapest Hotel“ (2014 erschien der Film) drehte. Wes Andersons Werke sind Kult. „Grand Budapest Hotel“ ein faszinierender Film mit vielen überraschenden Wendungen und raffinierten Anspielungen.


20th Century Studios DE

Man könnte den Film auch als Teil einer Satire sein mit schrillen Farben, exzentrischen Kostümen und majestätischen Gebäuden.

Das Literaturfest Salzburg endete mit einem Lyrikmatinee im Marionettentheater Salzburg und wurde von den Flöten-Improvisationen von Norbert Trawöger (= künstlerischer Direktor des Bruckner Orchesters Linz) getragen, die er als „Luftikusse“ betitelte.

Marionettentheater Salzburg, Norbert Trawöger / Foto: © Christa Linossi

Wenn Ulrike Almut Sandig ihre Gedichte liest, schwingt Poesie mit, begleitet  wurde sie von Trawögers Flöten-Improvisationen. Schlicht, fantastisch und liedhaft erzählend so brachte sie ihre Lesung an das Publikum. Auch als Prosa-Autorin machte sie sich einen Namen. Mit ihrem sicheren Sprechrhythmus gewann sie den internationalen Lyrikpreis Meran sowie den Roswitha-Literaturpreis 2021. Ulrike Almut Sandig ist die wandlungsfähigste und vielfältigste Schriftstellerin, die die deutschsprachige Gegenwartsliteratur derzeit hat.

Marionettentheater Salzburg, Autorin Ulrike Almut Sandig und Norbert Trawöger / Foto: © Christa Linossi

Sarah Berger eine deutsch-rumänische Schriftstellerin, Fotografin und Performancekünstlerin las Alltagsnotizen aus Match Deleted Tinder Shorts. Tinder Shorts sind ein von der Autorin erfundenes Genre sehr kurzer Texte über die Liebe in Zeiten des Datings, alte und neue Probleme mit Sprache, Nähe, Erwartungen und Projektionen.

Marionettentheater Salzburg, Schriftstellerin Sara Berger Foto: © Christa Linossi
v.l.n.r. Ulrike Almut Sandig, Frieda Paris, Sarah Berger und Norbert Trawöger / Foto: © Christa Linossi

Das Literaturfest mit seinen spannenden Lesungen, Filmen, literarischen Spaziergängen ist wieder Geschichte. Es war eine interessante Zeitreise des 21. Jahrhunderts durch die Literatur und dessen Sprache.

Irgendwann haben alle wieder ihr Ziel erreicht, selbst die, die keins hatten. (Zitat von Jovana Reisinger. Spitzenreiterin)

CURTAIN WALLS & RAUTEN SYMPHONIE

Thomas Hörl

Künstler Thomas Hörl / Foto: © Christa Linossi

Ausstellung im Kunstraum pro arte Hallein

Künstler Thomas Hörl CURTAIN WALLS / Foto: © Christa Linossi

Ich verfolge Thomas Hörl schon eine lange Zeit. Aufgefallen ist er mir das erste Mal im VOLKSKUNDE MUSEUM | MONATSSCHLÖSSL HELLBRUNN Salzburg, wo er eine bühnenartige Installation des Bedeutungswandels des „Tresterertanzes“ inszenierte. Dann verfolgte ich ihn beim steirischen herbst in Graz „Dämonische Leinwände II – Arrival (2018) und im Vorjahr (2021) am Großglockner mit der Installation und dem Film „Serpentine a touch of heaven (and Hell)“.

Thomas Hörl frühere Arbeiten / Foto: © Christa Linossi

2022 findet nun eine neuerliche interessante Ausstellung im Kunstraum pro arte in Hallein statt. Hier präsentiert er einen seiner aktuellen Filmarbeit mit dem vielversprechenden Titel „F.W.M. Symphonie“. Worüber geht es hier? Es geht über das Verschwinden und die Wiederherstellung des gestohlenen Schädels von Friedrich Wilhelm Murnau – dies war einer der einflussreichsten und innovativsten Regisseure in der Frühphase des Films.

Thomas Hörl konzipierte den kunstraum pro arte als Einzelausstellung mit zahlreichen Versatzstücken seiner vielfältigen Arbeitsweise.

So werden aus der im „Caligaristil“ gebauten Filmkulisse im Wiener Prateratelier des Künstlers neue Bühnenbilder für den Galerieraum geschaffen, indem er das Set fotografisch abtastet und ins Zweidimensionale rückübersetzt. Die Kulisse wird als Wandarbeit mit vielen perspektivischen Verzerrungen zum Hintergrund für Modellierstudien von Murnaus Kopf für den Film verwendet. Die Tonmodelle wurden von dem Bildhauer*innen Fabian Fink, Michèle Pagel, Maruska Sagadin und Toni Schmale während der Dreharbeiten hergestellt, von Thomas Hörl abgegossen, in Papiermaché ausgeformt und bearbeitet.

Thomas Hörl „F.W.M. Symphonie“ Foto: © Christa Linossi

Vorlage für seinen Film war von Friedrich Wilhelm Murnau der deutsche Stummfilm „Nosferatu – Eine Symphonie des Grauens“ aus dem Jahr 1922. Hörl greift immer wieder Themen aus der Vergangenheit auf, die er, versucht ins 21.Jahrhundert umzusetzen.

Thomas Hörl „F.W.M. Symphonie“ Foto: © Christa Linossi

Kurzer Hintergrund zu dieser Geschichte: Fakt ist, der Schädel des Filmregisseur Friedrich Wilhelm Murnau wurde 2015 tatsächlich aus der Grabkammer der Familie in Berlin entwendet. Die Tat wurde seinerzeit auch von der Verwaltung des Friedhofs in Stahnsdorf bei Berlin bestätigt. In der Ruhestätte der Familie blieben die Särge der Brüder des berühmten Filmemachers, der mit „Nosferatu“ einen der bedeutendsten Klassiker des Stummkinos geschaffen hatte, unberührt. Es stellte sich immer wieder die Frage: Waren Satanisten am Werk? Oder hat die Tat einen okkulten Hintergrund? Es wurde sogar ein Kopfgeld von € 1.000 für denjenigen ausgelobt, der den entscheidenden Hinweis bei der Suche nach dem Kopf gibt. Okkulter Hintergrund? Im Stummfilmklassiker „Nosferatu – Eine Symphonie des Grauens“ aus dem Jahr 1922 erzählte der Regisseur die Geschichte des Vampirs Graf Orlok. Ermittler fanden in der Gruft Wachsreste, die die Täter hinterlassen haben könnten. Daher werde ein okkulter Hintergrund nicht ausgeschlossen, hieß es in einem Zeitungsbericht.

Thomas Hörl „F.W.M. Symphonie“ Foto: © Christa Linossi

In Thomas Hörls Video F.W.M. Symphonie“geht es um das Verschwinden von Friedrich Wilhelm Murnaus Kopf: Der 2015 gestohlene Schädel aus dem Grab des Filmregisseurs wird von Murnaus selbst geschaffenem Vampir in einem Kunstatelier in Wien wiederhergestellt und dem Friedhofswärter in Stahnsdorf bei Berlin gebracht.

Thomas Hörl „F.W.M. Symphonie“ Foto: © Christa Linossi

Für Hörl ist es ein spannendes Eintauchen in die Geschichte von Friedrich Wilhelm Murnaus gestohlenem Schädel. Genauso wie in F.W. Murnaus Filmen wird dabei die Spannung von gebauten Räumen und Naturaufnahmen dramaturgisch eingesetzt. Im expressionistisch anmutenden Erscheinungsbild des Films wird auf allerlei Zitate aus der Stummfilmära rückgegriffen und der Film schließlich mit gegenwärtigem Sound vertont.  Thomas Hörl hat diese Geschichte exzellent als Video umgesetzt.

Vampier Finger für den Film „F.W.M. Symphonie“ Foto: © Christa Linossi

Im Film selbst werden die Künstler*innen zu Performer*innen. Sie stellen sich selbst dar, wirken aber wegen ihres expressionistischen Erscheinungsbildes durch Maske und Kostüm künstlich und überhöht. Die Betrachter*innen entscheiden selbst, inwieweit ein Filmset ein Kunstwerk ist, ob es für sich alleinstehen kann oder nur gemeinsam mit dem Film, der auch in der Ausstellung läuft, lesbar ist.

In der Ausstellung werden die Werke dialogisch präsentiert und Zusammenhänge zwischen früheren Arbeiten und dem aktuellen künstlerischen Umgang Thomas Hörls mit dem Expressionismus im deutschen Stummfilm sichtbar gemacht.

Die Ausstellung und der Film sind sehenswert!

http://kunstraumproarte.com/

FRIEDERIKE MAYRÖCKER im Marionettentheater Salzburg

Foto: © Christa Linossi

AKTE 1: Interviews

Die Eröffnung der

fand am 1. Mai 2022 im Marionettentheater Salzburg statt. Es war eine sehr interessante Inszenierung der Aufführung über Friederike Mayröcker. Das Interview führte mit ihren eigenen Texten – dazu ein behutsames Fadenspiel – in die Sprach- und Gedankenwelt der Autorin zwischen Bühne und Backstage.

Im Foyer des Marionettentheaters mit Einblick in die Kassa, startete der 40 minutige Rundgang mit Lesungen und Antworten der Autorin. Die Schauspielerin Dorit Ehlers, las Texte von Mayröcker und dann wurde im Originalton die Antwort von Friederike Mayröcker zu den jeweiligen Texten zugespielt. Die Puppenspielerin Michaela Obermayr übernahm das Fadenspiel mit der Marionette Friederike Mayröcker den Raum.

Dorit Ehlers liest dazu noch den Text und der Rundgang ging weiter. Der Rundgang führte zur Bühne, noch war sie leer, jedoch bald traten die Leserin und die Marionette Mayröcker auf die Bühne.

Die Lesung, es sind Fragen aus der Kindheit und die Antworten darauf wurden wieder in einer Art Dialog geführt. Mayröcker nimmt Platz auf der Bank und gibt zur Antwort: „Es ist seltsam, je älter ich werde, je weniger wird die Erinnerung“.

Das Publikum verlies wieder die Bühne und begab sich in den Zuschauerraum. Jedoch saß das Publikum vor der Bühne und die Puppenspielerin Michaela Obermayr mit Friederike Mayröcker, befand sich direkt im Zuschauerraum.

Man begab sich in das Foyer und hier kam die Klavierspielerin Yoko Yagihara zum Einsatz. Mayröcker sah ihr mit Begeisterung zu, wie sie die Finger über die Klaviertasten gleiten ließ.

Mayröcker setzte sich zum Schluss noch einmal mit dem Thema Tod auseinander und wurde sehr nachdenklich.

Zitat von Friederike Mayröcker: „Ich lebe in Bildern. Ich sehe alles in Bildern, meine ganze Vergangenheit, Erinnerungen sind Bilder. Ich mache die Bilder zu Sprache, indem ich ganz hineinsteige in das Bild. Ich steige so lange hinein, bis es Sprache wird„.

Das Team Dorit Ehlers, Michaela Obermayr, Arthur Zgubic
Gast: Yoko Yagihara der AKTE 1: INTERVIEWS

Bis 31. Mai 2022 finden noch viele Veranstaltungen zu Friederike Mayröcker in Stadt und Land Salzburg statt. Siehe: https://akte-mayroecker.at/akte

Salzburger Festspiele 2022 für Kinder und Jugendliche

Georg Kampe WUT

Probebühne Ausschnitte – WUT / Foto: © Christa Linossi

MUSIKTHEATER FÜR KINDER Uraufführung Auftragswerk der Salzburger Festspiele

Die Salzburger Festspiele bieten heuer ein breites Angebot – mit 54 Vorstellungen sowie zahlreichen Schulprogrammen – für Kinder und Jugendliche im ganzen Salzburger Land an. Zeitraum von Mai bis Ende August 2022.

Die beiden Produktionen WUT (für 8- bis 10-Jährige) und Ich lieb dich (für 10- bis 14-Jährige) geben den Gefühlen der Kinder und Jugendlichen großen Raum.

Den Journalisten wurde bei der Pressekonferenz Einblick in den Proben des Musiktheater WUT gewährt. Inspiriert von den skurril poetischen Kurzgeschichten des preisgekrönten Kinderbuchautors Toon Tellegen bringen der Komponist Gordon Kampe und der Regisseur Sebastian Bauer unterschiedlichste Arten von Wut zum Klingen.

Probebühne WUT Regisseur Sebastian Bauer / Foto: © Christa Linossi
Probebühne Ausschnitte – WUT / Foto: © Christa Linossi

Gezeigt wurde uns eine Probe zu diesem Theaterstück, wo die Schlange vorkommt. Schlange wünscht sich manchmal, jemand anderes zu sein, denn er ist immer wütend und Wütend-Sein ist ja auch anstrengend. Seine Freunde Frosch und Löwe kommen ihn trotzdem besuchen und nehmen es ihrem Freund nicht übel, dass er ein schrecklich wütender Gastgeber ist und ihnen auch einmal der Kuchen um die Ohren fliegen kann.

Probebühne Ausschnitte – WUT / Foto: © Christa Linossi

In diesem Stück brodelt, zischt und kocht es. Verschiedene Wut-Geschichten fächern sich auf, wie beim Blättern durch ein Bilderbuch.

Probebühne Ausschnitte – WUT / Foto: © Christa Linossi

„Was ist eigentlich, WUT?“ Wie fühlt es sich an, allein wütend zu sein, und was passiert, wenn ich auf andere wütend bin? Wer ist für mich da, wenn ich wütend bin – und kann das Wütend-Sein vielleicht sogar Spaß machen?

Wut, egal in welcher Form sie auftritt, wirklich endgültig loszuwerden – geht das überhaupt; oder geht es eigentlich darum, mit ihr zu leben, sie zu akzeptieren und manchmal auch rauszulassen?

Es ist ein sehr gut inszeniertes Bühnenstück, mit virtuosem Zusammenspiel von Musik, Texten und Bildern. Es ist ein überraschender neuer Blick auf dieses Gefühl WUT.

Die Premiere dieser Uraufführung findet am 20. Juli statt.

 WUT wird im Mai 2022 auch als mobile Produktion für Schulklassen in Salzburger Schulen und in Kulturzentren im Bundesland Salzburg angeboten. Siehe: https://salzburgerfestspiele.at/jung-jeder-in-der-schule

Das Jugendprogramm der Salzburger Festspiele 2022

54 Vorstellungen im Jugendprogramm „jung & jede*r“ an 20 Spielorten

MUSIK-THEATER Der Teufel mit den drei goldenen Haaren (ab 6 Jahren) https://www.salzburgerfestspiele.at/p/der-teufel-mit-den-drei-goldenen-haaren

WUT (für 8- bis 10-Jährige)

https://www.salzburgerfestspiele.at/p/wut

Ich lieb dich (für 10- bis 14-Jährige)

https://www.salzburgerfestspiele.at/p/ich-lieb-dich

INTERAKTIONEN Schulprogramm Mobile Produktionen „Von Abtenau bis Zell am See“ Festspielpatenschaften (16- bis 26-jährige Festspielneulinge mit erfahrenen Festspielbesucher*innen)

6000 Jugendkarten Vermittlungsangebote (Einführungen und Künstlergespräche) Junge Freunde (bis zum vollendeten 26. Lebensjahr)

JUNGE KUNST 4 Operncamps (für 9- bis 17-Jährige)

https://www.salzburgerfestspiele.at/s/operncamps-2022

Salzburger Festspiele und Theater Kinderchor (für 7- bis 17-Jährige) Young Singers Project ·

Kühne-Stiftung Herbert von Karajan Young Conductors Award · Rolex Sonderkonzerte