„ONE.einssein – Ein stiller Raum spielte große Kunst“

Skulptur von Monika Hartl — Foto: © Christa Linossi 2026

ONE.einssein – Kunst, Atem und Bewegung in der Krypta St. Erhard bis zum 14. Juni 2026 war die Krypta ein atmender Kunstort.

BILD Labyrinthinstallation von Marianne Ewaldt vor der Kirche St. Erhard — Foto: © Christa Linossi 2026

 Ein Raum zwischen Erde und Atem Die Krypta der St.-Erhard-Kirche in Salzburg — einst als Hochwasserschutz gebaut, später stiller Rückzugsort — wurde im Juni 2026 zum Schauplatz des interdisziplinären Projekts ONE.einssein. Die kühlen Sandsteinmauern, erdig und archaisch, öffneten sich für ein Zusammenspiel aus Kunst, Musik und Bewegung.

Die Installation – ein wandelbares Gefüge Im Zentrum standen die monumentalen Keramikköpfe von Monika Hartl. Einige wachten auf den Stufen wie stille Grenzhüter, andere formten im Hauptraum eine ruhige, wachsame Parade. Seitlich ergänzten farbige Köpfe in Orange und Gelb die Formation — leuchtende Akzente im gedämpften Raum.

In den Seitenräumen präsentierte Louis Celia Zippo Fotografien und malerische Arbeiten: Obst als verletzliches Innenleben, offen, roh, im Dialog mit den rauen Wänden. Alle Werke veränderten sich im Laufe der Ausstellung — ein Raum, der am dritten Tag anders wirkte als am siebten.

Obst – Innenansicht, Malerei von Louis Celia Zippo — Foto: © Christa Linossi 2026

Musik als Impuls – und als Herausforderung Täglich brachten Studierende des Mozarteums Gesang, Instrumentalstücke, Tanz und Lesungen in die Krypta. Doch zeigte sich ein Spannungsfeld: Die musikalischen Interventionen waren kraftvoll — manchmal so kraftvoll, dass die bildende Kunst zur Kulisse wurde. Für zukünftige Projekte braucht es hier eine feinere Balance, damit Kunst und Musik einander tragen.

Gespräch mit Monika Hartl Monika Hartl führte mich durch ihre Installation: Keramikköpfe, die sich in Emotion, Größe und Haltung unterscheiden und täglich neu positioniert werden — ein kleines soziales Theater aus Ton. Zwei Köpfe, die sich zuwenden: eine beginnende Liebe. Daneben eine Gruppe, die beobachtet. Ihr Anliegen: Verbundenheit, Umwelt, Zwischenmenschliches. Und die Frage: Wenn Kunst und Musik Brücken bauen können — warum gelingt es uns im Alltag so selten?

Köpfe – Installation von Monika Hartl — Foto: © Christa Linossi 2026

Kurzgespräch mit Marianne Ewaldt – Das Labyrinth als Atemraum Gegenüber der Kirche, auf einer kleinen Grünfläche, installierte Marianne Ewaldt ihr bewegliches Labyrinth aus leichten Fahnen. Ein Ort zwischen Vergangenheit und Gegenwart, offen und wach. „Die Fahnen stehen für das Element Luft“, sagte sie. „Sie reagieren auf jeden Schritt. Manchmal wirken sie wie Drohung, manchmal wie ein Segel.“ Ein Windstoß ließ sie einmal wie ein kleines Boot aufbrechen — ein Moment, der sie tief berührte. „Für mich ist das Labyrinth ein Heilungsraum. Ein Weg, der führt, nicht trennt.“

Schlussgedanke „ONE.einssein ist mehr als eine Ausstellung — es ist ein stiller Impuls, der uns ein Stück näher zueinander bringt.“

v. l. n. r.: Monika Hartl, Louis Celia Zippo, Marianne Ewaldt — Foto: © Christa Linossi 2026

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