
MOZART & MOZARTS – 21. bis 31. Jänner 2027
Es gibt Momente, da spürt man schon beim Betreten des Raumes, dass etwas Besonderes in der Luft liegt. So war es auch, als Rolando Villazón zur Präsentation der Mozartwoche 2027 lud. Medien aus Nah und Fern strömten herbei – und ich mittendrin, neugierig wie immer, bereit für diesen typischen Villazón‑Mix aus Leidenschaft, Humor und Mozart‑Magie.
Bevor er überhaupt zum Programm kam, erzählte er – natürlich – eine kleine Szene aus seinem Leben. Er war am Vorabend von New York nach München geflogen, setzte sich in den Flieger, blickte ein paar Reihen nach vorne und sah jemanden „Sound of Music“ schauen. „Okay“, sagte er lachend, „ich bin im richtigen Flugzeug.“ Und genau das ist Villazón: nie abgehoben, immer menschlich, immer mit einem kleinen Sketch im Gepäck. Er lebt Mozart. Manchmal wirkt er fast wie ein zweiter Mozart – nur mit Locken und Mikrofon.
Mozart & Mozarts – ein Motto voller Funken
Das Motto der Mozartwoche 2027 lautet „MOZART & MOZARTS“ – und es öffnet eine Tür zu einer Welt, in der Mozart nicht allein steht, sondern im Dialog mit jenen Komponisten, die man einst als „andere Mozarts“ bezeichnete. Der „französische Mozart“ François Devienne, der „karibische Mozart“ Joseph Bologne, der „spanische Mozart“ Juan Crisóstomo de Arriaga und der „schwedische Mozart“ Joseph Martin Kraus – sie alle treten aus dem Schatten und ins Licht.
Warum wurden sie mit Mozart verglichen? Vielleicht wegen ihrer Jugend. Vielleicht wegen ihrer frischen, einfallsreichen Melodien. Vielleicht, weil sie – wie Mozart – diese schwer zu fassende Mischung aus Leichtigkeit und Tiefe besaßen.
Die Mozartwoche 2027 lädt uns ein, diese musikalischen Geschwister neu zu entdecken.
Szenisches Programm – wo Musik zu Theater wird
COSÌ FAN TUTTE – Herzstück der Mozartwoche
Die Oper bildet den szenischen Mittelpunkt. Mit der Camerata Salzburg, die 2027 ihr 75‑jähriges Jubiläum feiert, und einem Starensemble rund um Thomas Hampson und Kathryn Lewek wird Mozarts Werk in einer frischen, lebendigen Interpretation auf die Bühne gebracht.
Die Schule der Liebenden – ein Dialog zwischen Zeiten
In Kooperation mit der Universität Mozarteum entsteht eine Neuinterpretation, in der Mozarts Musik auf die Lebenswelt heutiger Jugendlicher trifft. Was passiert, wenn man Liebe auf die Probe stellt? Mozarts Oper zeigt es uns – zeitlos, berührend, manchmal schmerzhaft ehrlich.
Marionettentheater: Die Gärtnerin aus Liebe
Eine Produktion, die schon 2025 begeisterte, kehrt zurück. Die historische Ausstattung von Günther Schneider‑Siemssen – über 50 Jahre alt – wurde liebevoll restauriert. Ein kleines Schmuckstück der Mozartwoche.
The Other Mozarts – Maria Anna im Rampenlicht
Dieses Schauspiel erzählt die Geschichte von Maria Anna Mozart, der Schwester Wolfgang Amadés. Ein Wunderkind, gefeierte Klaviervirtuosin, Komponistin – und doch verschwand ihr Werk im Dunkel der Geschichte. Das Stück gibt ihr zurück, was ihr zusteht: Sichtbarkeit.
Klangkultur in großer Besetzung
Die Wiener Philharmoniker – seit über 70 Jahren ein Fixstern der Mozartwoche – bringen ihre unverwechselbare Klangkultur mit. Adam Fischer und Igor Levit stehen erneut gemeinsam auf der Bühne. Neben Mozart und Haydn erklingt auch die Cassatio G‑Dur, vermutlich von Leopold Mozart, mit einigen kuriosen Instrumenten.
Beim Eröffnungskonzert treffen Mozart, Haydn und Beethoven auf den „karibischen Mozart“ Joseph Bologne – gespielt vom Mozarteumorchester Salzburg unter Lorenza Borrani.
Tradition mit Herz: Der Geburtstagsgruß
Am 27. Jänner 2027 wird Mozart gefeiert – mit einem Geburtstagsständchen von Rolando Villazón und Los Mariachis Negros auf dem Universitätsplatz. Ein Ritual, das jedes Jahr Menschen anzieht, die Mozart nicht nur hören, sondern fühlen wollen.
Sonderausstellung: MOZARTS & MOZARTS
16. Jänner bis 6. April 2027 – Mozart-Wohnhaus
Die Ausstellung führt durch die Welt der Mozart‑Ikonographie, deckt Fälschungskrimis auf und zeigt die Entwicklung der Porträtkunst vom Barock bis zum Historismus. Ein Blick hinter die Kulissen der Mozart‑Mythologie.
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