Supergau 2021

Im Flachgau/Salzburg fand 10 Tage lang zeitgenössische Kunst statt

Bushaltestelle in Hof / Foto: Christa Linossi

Die Namensgebung war sehr unglücklich gewählt. Was bedeutet SUPERGAU? Der größte anzunehmende Unfall wie zum Beispiel Tschernobyl oder Fukushima?  Außerhalb Österreich denkt keiner an eine Region (Flachgau) in Salzburg! Das Wort „Gau“ kam auch im Nationalsozialismus vor und diese Namensgebung „Supergau“ wurde auch von der Geschäftsführung des Literaturhauses Salzburg sehr stark kritisiert.

Ich kann sie jedenfalls beruhigen, es handelte sich hier um keinen „SUPERGAU“ im üblichen Sinne, sondern dieser Supergau war eine imaginäre Landschaft, eine kulturelle Ur-Landschaft. Zeitgenössische Kunst auf 1000 Quadratkilometer mit 18 Projekten im Flachgau verteilt und Corona-Konform.

Der Flachgau wurde temporär zum künstlerischen Aktionsraum. Wald- und Wiesenlandschaft, Seelandschaft, Häuserlandschaft, Asphalt- und Betonlandschaft wurden während des 10-tägigen Festivals zur Bühne.

Die Projekte konnte man – wenn man viel Zeit hatte – umweltfreundlich mit Bus und Rad erkunden. Man brauchte aber gute Nerven, mit dem Bus und dem Rad viel Zeit und mit dem Auto ein gutes Navi. Denn die Beschilderung war zwar mit Plakaten vorhanden, aber wo waren die Plakate? Wo das Projekt selbst? Wer sucht der findet. Auch der Folder hatte so seine Tücken, die Telefonnummer, die auf dem Folder für Rückfragen gedacht war, wählte man die Nummer, sagte eine freundliche Stimme „die Nummer existiert nicht“. Auch wurde das Programm des Öfteren geändert, so dass der Folder seine Kompetenz verlor. Man musste auf das Internet zurückgreifen nur was tun, wenn man während des Besuches kein Internet hatte??

Strobl Tankstelle Projekt „Belvedere Flachgau“ Foto: Christa Linossi

Nun zu den Projekten, einige Projekte fand ich nach längerem Suchen und dann waren sie nicht wirklich das, was versprochen wurde. So zum Beispiel das Projekt „BELVEDERE FLACHGAU“ Das Künstlerpaar nutzte das Tankstellengebäude und machte den Raum nach oben frei.?? Hier wurde ein Baugerüst angebracht, wo man dann das Dach besteigen konnte. Von dort oben bediente man ein Fernrohr und konnte somit den Perspektivenwechsel und die Wahrnehmung zur Landschaft vornehmen. Leider war ich zum falschen Zeitpunkt dort, der Zugang zum Dach war gesperrt, weil der Künstler nicht anwesend war. Die „Sirrende Mücken im surrenden Licht“, ebenfalls am Wolfgangsee, ließ ich mal aus.

Das Projekt „STRAINING FIELD“ am Ort Abersee / Foto: Christa Linossi

Das Projekt „STRAINING FIELD“, hier beschäftigte sich die Künstlerin mit der Wahrnehmung vom Umgang mit der Natur. Die Baumkronen sollten mit einem Seil in ein Korsett gezwungen werden. Sprich die Seile wurden am Wipfel des Baumes angebracht und sollten dann so gebogen und am Erdboden wurde das Seil verankert. Das Projekt scheint gescheitert zu sein, denn die Bäume ließen sich nicht in ein Korsett zwängen, so hangen die Seile zwar schräg an den Bäumen und verankert im Boden. Diese beiden Projekte befanden sich in Strobl am Wolfgangsee und am Ort Abersee.

Projekt „Superort“ in Hof / Foto: Christa Linossi

Aufgrund dieser Enttäuschung von zwei nichts sagenden Projekten fuhr ich weiter nach Hof. Dort fand ich endlich ein Projekt vor, dass absolut einen Sinn ergab. Es war der „SUPERORT“. Gestaltet von den Künstlern Clemens Bauder, Alexander Römer und Patrik Hubmann. Es ist ein Künstlerkollektiv / ConstructLab die sich zwischen Architektur, Urbanismus, bildender Kunst und Design bewegen. Dieser „SUPERORT“ war eine begehbare Strohballenskulptur, die auch während des Festivals in Workshops partizipativ verändert, gestaltet und bespielt wurde. Das Projekt war ein Übergang zwischen der Stadt Salzburg und der Gemeinde Hof bei Salzburg (Flachgau)

Projekt „Superort“ in Hof mit den Künstlern: von r.n.l. Patrick Hubmann, Alexander Römer und Clemens Bauder Foto: Christa Linossi

Mein weiterer Besuch des „SUPERGAU führte mich nun in entgegengesetzte Richtung des Flachgau, nach Mattsee, Obertrum, Seekirchen. Als erstes wollte ich das Projekt „DAS GELBE VOM GAU“ aufsuchen. Mein Navi führte mich vorerst einmal quer durch Seekirchen, bis ich endlich auf dem angegebenen Bauernhof landete und von dort musste ich noch 15 Minuten Fußmarsch in Kauf nehmen, für mich Sportlerin aber kein Problem. Bei dem Projekt durch Zufall (keine Beschilderung) angekommen, lag die gelbe Nylonmembran flach am Boden. Eine Künstlerin war zwar anwesend, musste mir aber bedauernd mitteilen, dass das Gerät, mit dem man die Luft in den Ballon bläst, defekt ist und ein neues erst organisiert werden musste. Also so fiel die Besichtigung ins Wasser ohne Gebläse kein „GELBES VOM GAU“. Abgesehen davon, wäre dies ein interessantes Projekt gewesen, da es auf einem Hügel stand. Ich wollte es noch einmal besuchen, aber es fehlte mir einfach die Zeit.

Projekt “ Gelbes vom Gau“ liegt flach Foto: Christa Linossi
Projekt “ Gelbes vom Gau“ so sah es aus Foto: Christa Linossi

Besuch in Mattsee im Strandbad und herrschte gähnende Leere. Das angeführte Theaterstück würde erst am späten Abend aufgeführt. Außer einer Baustelle und zwei Bällen in einer Kiste, fand ich nichts vor. Weiter in Mattsee zum Projekt „ZUKUNFT MIT ZUKUNFT“ war wieder mit Suchen angesagt. Dort angelangt, saßen wohl Künstler, aber von der „Fahrrad – Erzählwerkstatt“ bekamen wir gar nichts mit, fand ebenfalls zu einem späteren Zeitpunkt statt.  Ich sprach mit einem Gastkünstler, der von diesem Projekt nicht sehr überzeugt war. Es fehlte an Besuchern und auch an der Umsetzung. Nach Rücksprache mit Einheimischen, teilten mir manche mit, sie haben schon was am Rande von dem „Supergau“ mitbekommen, aber was es genau ist, keine Ahnung.

Projekt „Here, Somewhere Else“ Mattsee Strandbad , Foto: Manfred Siebinger
Projekt „Here, Somewhere Else“ Mattsee Strandbad , Foto: Manfred Siebinger

In Obertrum dasselbe wieder. Man sah Plakate „Supergau“, aber man fand die Projekte nicht gleich auf Anhieb.  Abgesehen davon, war in Obertrum – aufgrund einer großen Baustelle – ein Megastau, egal ob man sich mit Bus oder mit dem Auto fortbewegte, man verlor einfach die Lust nach den Projekten zu suchen. Der Bus und das Auto stehen im Stau und mit dem Rad aus der Stadt anzureisen „keine Lust“. Hier wurde der Supergau zum Superstau.

Bushaltestelle Hinweis Supergau Obertrum / Foto: Christa Linossi

Fazit: es war ein Projekt was mehr über 450.000 Euro gekostet hat und man sich fragen muss, wo ist das Geld nun wirklich hingeflossen. Wenn man mit Einheimischen sprach, konnten viele mit dieser Kunst nicht viel anfangen, beziehungsweise bekamen sie oft gar nicht mit, dass in ihrer unmittelbaren Nachbarschaft Kunst stattfand. Jedenfalls es war ein Projekt, von dem man sich mehr erwartet hätte. Zu Hinterfragen wäre auch, warum wurden keine Künstler vor Ort eingeladen?

Das war der „Supergau“ im Flachgau / Foto: Manfred Siebinger

Das künstlerische Leitungsteam sind Tina Heine und Theo Deutinger, die nach einer internationalen Ausschreibung von einer Jury ausgewählt wurden.

Die Künstler_innen wurden ebenfalls von einer Jury ausgewählt und kamen aus Wien, Oberösterreich und aus Deutschland. Einheimische Künstler_innen war so gut wie gar nicht vertreten.

THIS WORLD IS WHITE NO LONGER

ODER

Diese Welt ist nicht mehr Weiß

Ausstellung im Rupertinum Salzburg bis 10. Oktober 2021

Ansichten einer dezentrierten Welt oder Views of a decentered world

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Ich besuchte heute die Ausstellung im Rupertinum/Salzburg und stellte fest, Rassismus ist heute noch genau so präsent wie vor XX Jahrzehnten.

Seinerzeit stellte der US-amerikanische Schriftsteller James Baldwin 1953 in seinem Essay Stranger in the Village fest: „Diese Welt ist nicht mehr weiß und wird es nie mehr sein“. (James Arthur Baldwin war einer der bedeutendsten US-amerikanischen Schriftsteller des 20. Jahrhunderts, der weit über die Grenzen der Vereinigten Staaten hinaus bekannt wurde und er war schwarzer New Yorker)

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Baldwins prophetischer Satz steht für eine entschiedene Kritik am weißen westlichen Denken und zugleich für einen Aufruf zu einem universellen Humanismus. In seinem Essay reflektiert er seine Erfahrung als schwarzer New Yorker, der Anfang der 1950er-Jahre in einem Schweizer Dorf zu Besuch ist. Die ausschließlich weißen Bewohner_innen begegnen dem Schriftsteller nicht mit einer feindseligen, aber doch grundsätzlich abweisenden Haltung. Sein Aussehen, seine Sprache erscheinen ihnen fremd.

Die Ausstellung This World Is White No Longer. Ansichten einer dezentrierten Welt sieht in Baldwins Kernaussage, dass der machtpolitisch dominante weiße Blick seine Gültigkeit verloren hat, eine wesentliche Grundlage für die kritische Auseinandersetzung mit Rassismus. Die Ausstellung untersucht das Potenzial des Perspektivenwechsels als eine Methode zur Dezentrierung des eigenen Blicks auf die Welt.

Betritt man das Foyer stechen einem gleich drei chromogene Farbabzüge von der Künstlerin Belina Kazeem-Kaminski entgegen. Titel der Arbeit „In Search of Red, Black and Green” ins Auge. Diese Arbeit ist insofern interessant, man sieht die Person nur von Hinten, kann nicht feststellen ob weiblich oder männlich, aber es handelt sich um eine schwarze Person, die jeweils von einem roten, schwarzen und grünen Vordergrund posiert. Die Künstlerin, Autorin und Kulturtheoretikerin Belinda Kazeem-Kamiński ist in der Schwarzen feministischen Theorie verwurzelt. Ihre Arbeiten basieren oftmals auf Recherchen zu unterdrückten Geschichten und Sichtweisen Schwarzer Menschen, die sie in Archiven, Sammlungen und Bibliotheken in Europa vorfindet.

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Kara Walker definiert ihre Kunst als Widerstand gegen die Spuren, die Kolonialismus, Sklaverei, Rassismus und Apartheid in unserer Wahrnehmung hinterlassen haben. Die Künstlerin ist für ihre „historischen“ Schattenspiele bekannt, in denen sie in Form von einfachen schwarzen Scherenschnitten Bildgeschichten erzählt, die sich auf die düstere Geschichte des amerikanischen Südens vor dem Bürgerkrieg (1861–1865) und den Befreiungskampf der Schwarzen beziehen.

Künstlerin Kara Walker Ausstellungsansicht © Mseum der Moderne Salzburg 2021 Foto: Christa Linossi

Das Interessante an dieser Arbeit, es wird von einem Projektor an die Wand geworfen und wenn man das Bild genau betrachtet, sieht man rechts unten, ganz kleine Figuren, die bewaffnet sind. Sind es Buschmänner, die auf Jagd nach Wild sind, ist es ein Ausdruck der Verfrachtung der Schwarzen als Sklaven von Afrika in den amerikanischen Süden?

Kara Walker, National Archives Microfilm, Bureau of Refuges, Freedman and Abandoned Lands: Lucy of Pulaski (Videostill) 2009 Video, Courtesy Sprüh Magers und Sikkema Jenkins & Co, © Kara Walker, Foto: Kara Walker

Samuel Fosso zählt zu den führenden zeitgenössischen Künstlern Zentralafrikas. Ausgehend von seiner Arbeit als kommerzieller Porträtfotograf, fand er fast zufällig zur Kunst. In Auseinandersetzung mit der Geschichte der Studiofotografie in Afrika entwickelte er ab den 1970er-Jahren einen eigenständigen Stil eines theatralischen Selbstporträts, in dem er sich mit afrikanischen Identitätskonzepten befasst.

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Es ist auch eine Kooperation in Zusammenarbeit mit der Universität Mozarteum Salzburg zustande gekommen. Ein Projekt mit der Klasse für Fotografie und Neue Medien, wo die Ausstellung Arbeiten von Studierenden präsentiert, die aus einer intensiven Beschäftigung mit verschiedenen Ausprägungen von Rassismus entstanden sind.

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Die Kritik an rassistischen Denk- und Verhaltensmustern ist dabei ebenso wichtig wie die Wahrnehmung und Reflexion unterschiedlicher Sichtweisen und der Wechsel zwischen verschiedenen Identitätskonstruktionen und Lebenswirklichkeiten.

Yinka Shonibare CBE End of Empire

MUSEUM DER MODERNE SALZBURG bis   12. September 2021

Eine sehr interessante Ausstellung bietet das Museum der Moderne in Salzburg des britisch-nigerianischen Künstler Yinka Shonibare CBE RA.

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Yinka Shonibare CBE RA sieht sich aufgrund seiner multikulturellen Herkunft in der Rolle des „postkolonialen Hybriden“. Er wurde *1962 in London geboren und wuchs in Nigeria, dem Heimatland seiner Eltern, auf. Mit 17 Jahren kehrte er nach London zurück, wo er an der Byam Shaw School of Art (1984–1989) und am Goldsmiths College (1989–1991) studierte und wo er bis heute lebt.

Yinka Shonibare CBE, End of Empire Ausstellungsansicht © Mseum der Moderne Salzburg 2021 Foto: Rainer Iglar

In den letzten drei Jahrzehnten entwickelte der Künstler ein vielseitiges Œuvre, in dem er das Erbe des ehemaligen Britischen Weltreichs und des westlichen Kolonialismus untersucht. Aus einer historischen Perspektive thematisiert er die Wechselbeziehungen zwischen Afrika und Europa und die Nachwirkungen des Kolonialismus im Kontext der Globalisierung. Shonibare stellt die Konstruktion von nationaler und kultureller Identität ins Zentrum seines Schaffens und kommentiert in den letzten Jahren verstärkt geschäftliche Phänomene wie Rassismus, Xenophobie und Migration.

Yinka Shonibare CBE, End of Empire Ausstellungsansicht © Mseum der Moderne Salzburg 2021 Foto: Rainer Iglar

Das Material mit dem Shonibare arbeitet, sind farbenfrohe Dutch-Wax-Batikstoffe, die er seitdem auf vielseitige Weise in seinen Arbeiten verwendet, um seine Forschungen zu Kolonialismus und Postkolonialismus zur Darstellung zu bringen. Er kombiniert in seinen Arbeiten die Stoffe und Ornamente mit historischen Ereignissen und bekannten Vorbildern aus der westlichen Kunstgeschichte, um die kolonialen Verstrickungen insbesondere der europäischen Eliten aufzuzeigen. Shonibare wurde auf der documenta 11 durch sein monumentales Werk „Gallantry and Criminal Conversation”(2002) bekannt.

Yinka Shonibare CBE, End of Empire Ausstellungsansicht © Mseum der Moderne Salzburg 2021 Foto: Rainer Iglar

Betritt man die Ausstellungsräume, so stechen die Lebensgroßen Figuren, die diesen farbenfrohe Dutch-Wax-Batikstoffe nach barocker Linie bekleidet sind, gleich ins Auge. Man bleibt bewusst vor den Skulpturen stehen und betrachtet sie. Ein Teil der Figuren hat als Kopf-Ersatz eine Art Globus auf und ein Teil ist kopflos. Bei der Arbeit END OF EMPIRE (2016) bringt der Künstler geschickt die Szene zum Ausdruck, in dem er auf einer Wippe zwei Figuren sitzen lässt, deren Köpfe ebenfalls durch Globen ersetzt wurden.

Yinka Shonibare CBE, End of Empire Ausstellungsansicht © Mseum der Moderne Salzburg 2021 Foto: Rainer Iglar
Yinka Shonibare CBE, End of Empire Ausstellungsansicht © Mseum der Moderne Salzburg 2021 Foto: Christa Linossi
Yinka Shonibare CBE, End of Empire Ausstellungsansicht © Mseum der Moderne Salzburg 2021 Foto: Christa Linossi

Sie verkörpern die feindlichen Kriegsparteien des Ersten Weltkriegs mit ihren kolonialen Einflussspähren. Der Erste Weltkrieg war die erste grundlegende Erschütterung der imperialen Weltordnung und dies führte zum Erstarken antikolonialer Bewegungen weltweit.

Yinka Shonibare CBE, End of Empire Ausstellungsansicht © Mseum der Moderne Salzburg 2021 Foto: Christa Linossi

Für die Besucher_innen wurde auch ein Creative Space Projektraum eingerichtet. Hier kann man sich mit dem Werk von Yinka Shonibare CBE auseinandersetzen und kreativ werden.

Es ist eine sehr gut gelungene Ausstellung eines großartigen Künstlers, eben Yinka Shonibare CBE. Die Ausstellung ist absolut empfehlenswert.

Publikation zur Ausstellung

Yinka Shonibare CBE End of Empire

Herausgegeben von Thorsten Sadowsky für das Museum der Moderne Salzburg

Mit Texten von Thorsten Sadowsky, Marijana Schneider und Antwaun Sargent sowie einem Interview von Paul Gilroy mit Yinka Shonibare CBE München: Hirmer Verlag  ISBN 978-3-7774-3589-3  € 36

http://www.museumdermoderne.at

STOP – GO

Sommerszene Salzburg 2021 vom 8. – 25. Juni 2021

Sommerszene2021_Christos-Papadopoulos_Elvedon_© Laurent Philippe

Wir können aufatmen! Die Sommerszene feiert ihr Comeback: Nach einem Jahr Zwangspause meldet sich das Performing Arts Festival vom 8. – 25. Juni 2021 wieder zurück.

18 Tage lang wird die Stadt Salzburg Bühne für 16 nationale und internationale Projekte an elf unterschiedlichen Orten sein. Aufgrund der einschneidenden Veränderungen, durch die Corona-Pandemie, wurden nicht nur die inhaltlichen und ästhetischen Konzepte einzelner Produktionen beeinflusst, sondern auch in den kuratorischen Überlegungen der heurigen Festivalausgabe.

Aufgrund dieser Pandemie, die ja noch immer nicht besiegt ist, setzen wir noch mehr auf Kollaborationen mit österreichischem Künstler*innen als in den vergangenen Jahren, dies hat auch mit einer besseren Planbarkeit zu tun. Somit wird auch der öffentliche Raum verstärkt als Open Air-Spielort genutzt. Im umfangreichen Programm finden sich zehn Uraufführungen bzw. Österreich-Premieren, aber auch drei hochkarätige internationale Projekte. Des Weiteren hat die Sommerszene 2021 ihren Schwerpunkt wieder in zeitgenössischem Tanz und Performance, aber setzt bewusst neue Akzente, die sich flexibel der aktuellen Situation schnell anpassen kann.

Ein paar interessante Projekte (siehe Programm: https://szene-salzburg.net/programm)  stelle ich hier ganz kurz vor:

  • JANET CARDIFF „The Forty Part Motet” findet in der Kollegienkirche Die kanadische Künstlerin Janet Cardiff hat mit ihrem international gefeierten Projekt „The Forty Part Motet” eine poetische Klanginstallation geschaffen. Dies ist wieder ein sehr interessantes Projekt wo ein virtueller architektonischer Klangraum entsteht und das Publikum emotional überwältigen wird. Die Kollegienkirche ist für solche Installationen der ideale Ort.
Sommerszene2021_Janet-Cardiff_The-Forty-Part-Motet_© Markus Tretter
  • THEATERNYX „über. morgen SALZBURG“ Im Stadtspiel von theaternyx flaniert das Publikum durch eine mögliche Zukunft von Salzburg. Via Kopfhörer von einer Erzählstimme geleitet, erleben die Besucher*innen die Stadt, im Jahr 2050. Im kollektiven Gehen öffnen sich Gestaltungsräume für die kommenden dreißig Jahre.
Sommerszene2021_theaternyx_ueber-morgen-SALZBURG_© Reinhard Winkler
  • CieLaroque/Helene Weinzierl „Rhythmus und Rausch“. Hier untersucht Helene Weinzierl die Frage, inwieweit zwischenmenschliche Nähe beziehungsweise die Reduktion körperlicher Distanz in einem performativen Setting Intimität schafft oder ob sich dadurch der Abstand zwischen Darsteller*innen und Publikum vergrößert?
Sommerszene2021_CieLaroque_Helene-Weinzierl_Rhythmus-und-Rausch_© Bahr Khalil
  • SALON EMMER „Jump“ 30.000 Sprünge über den Bahnhofsvorplatz gemeinsam mit tanzwütigen Salzburger*innen springt salon emmer zu pulsierenden Beats über den Bahnhofsvorplatz. Wie in einem lebendigen Lexikon der Sprünge mutieren deren zahlreiche Variationen und verschieben sich räumliche Formationen.
Sommerszene2021_salon-emmer_Jump_© Axel Wolf Bierbaum

Dies waren nur ein paar Highlights, die ich herausgesucht habe. Aber im Programm steckt noch viel mehr und es ist sicher, für jeden Geschmack etwas dabei. Trotz der hohen Auflagen punkto Corona, verspricht diese Sommerszene 2021 wieder ein perfektes Kunsterlebnis zu werden.

WONDERLAND

ALBERTINA MODERN bis 19. September 2021

Fiona Rae Wonderland, 2004 Acryl-Mischtechnik auf Leinwand ALBERTINA, Wien – The ESSL Collection © Bildrecht 2021 © Foto: Buchmann Galerie, Köln

Wenn Sie WONDERLAND lesen, denken Sie vielleicht an „Alice in Wonderland“, dem berühmten Buch von Lewis Carroll. Die ALBERTINA hat diesen Titel vermutlich bewusst gewählt, um mit diesem Titel im Gepäck und mit einer entfesselten Fantasie bewaffnet, startet die Ausstellung in unbekannte Welten. Warum unbekannte Welten? Die Ausstellung in ihrer Gesamtheit ist ein Ausflug in ein Wunderland, in dem die Vergangenheit unserer Gegenwart auf ihre eigene Zukunft stößt.

Es ist die dritte Ausstellung der ALBERTINA modern.  Aus 65.000 Werken wurden über hundert Meisterwerke ausgesucht. Diese wurden in sieben Kapiteln gegliedert und es ist eine Schausammlung zeitgenössischer Kunst.

Anselm Kiefer Wege der Weltweisheit: die Hermannsschlacht, 1993 Holzschnitt, Acryl und Schellack auf Papier, Collage auf Leinwand Albertina, Wien – Dauerleihgabe der Österreichischen Ludwig-Stiftung für Kunst und Wissenschaft; © Anselm Kiefer und Albertina, WienFocal: 0
  • Pop oder die Brüchigkeit des Glücks mit Hauptwerken von Warhol, Liechtenstein, Wesselmann und Katz, aber auch die Neo-Pop-Bewegung des Marc Quinn und Harold Ancart.
  • Die Anarchie in der Kunst mit Werken von Franz West und Gelatin.
  • An den Rändern der Stadt oder Melancholie in der Kunst unserer Zeit mit zwei Räumen für Muntean und Rosenblum sowie dem Leipziger Christian Brandl und andererseits Markus Schinwald mit zwei Neuerwerbungen sowie Franz Zadrazils unscheinbare Fassadenbilder.
  • Formen der Abstraktion mit Werken von Ad Reinhardt, San Francis, Morris Lewis und Pierre Soulages sowie Hollegha, Prachensky und Staudacher sowie als jüngste Erwerbungen Cecily Brown und Katharina Grosse.
  • Maria Lassnig und Georg Baselitz. Der Maler, der das Motiv seiner Nützlichkeit und seiner Realität beraubt, der die Motive auf den Kopf stellt, zusammen mit der Künstlerin, die die Body-Awareness-Art erfunden hat.
  • Deutschland die Last der Vergangenheit. Deutschland mit den bedeutenden und seit den 1960er Jahren und bis heute dominierenden Individualisten Georg Baselitz, Markus Lüpertz, Jörg Immendorff, Penck und Anselm Kiefer. Die alte Katastrophe, der Zweite Weltkrieg und die alte Teilung als gemeinsames Thema von Malern, die wie eine Gruppe waren und eine Bewegung und Schule gründeten.
  • Das Gesicht und seine Maske. Spektakuläre Porträtfotografie von Gottfried Helnwein, dem in den 1970er und 1980er Jahren Größen wie Andy Warhol und Keith Harring, Mick Jagger, Clint Eastwood und Michael Jackson Porträt gestanden sind.

Fasziniert haben mich persönlich die Arbeiten von Marc Quienn „The Selfish Gene“ der es auf die Spitze treibt, wie sich hier ein Skelettpaar in der Liebe ineinander verschlungen präsentiert. Es ist ein Liebesakt oder Sexualakt der der Fortpflanzung dient, von der Geburt bis zum Tod.

Marc Quinn The Selfish Gene, 2007 Patinierte Bronze ALBERTINA, Wien © Marc Quinn Studio

Georg Baselitz der seine Motive auf den Kopf stellt um es damit unbrauchbar und nutzlos macht, um die Konzentration des Betrachters auf das zu lenken, was das Kunstwerk eigentlich definiert. Er rückt somit seine Bilder durch die Farbenwirkung in den Vordergrund und nicht das Motiv. Gegenübergestellt ist Maria Lassnig mit ihren Arbeiten. Besonders die Werke von Maria Lassnig, die mit ihren eigenen Körperempfindungen zum Gegenstand der Malerei macht. Sie gibt somit der Figuration eine neue Wende.

Maria Lassnig Die Last des Fleisches, 1973 Öl auf Leinwand Albertina, Wien © Maria Lassnig Stiftung/Bildrecht, Wien 2021

Die Figuren Bild von Muntean/Rosenblum „Untitled (Before we know it..) zeigen Einsamkeit, Isolation und Entfremdung an den Rändern der Stadt im langen Schatten der Melancholie. Es gibt vielleicht Schlimmeres im Leben, aber manchmal auch viele Augenblicke im Leben dieser Jugendlichen ihr einziges Glück darin finden, am Leben zu sein. Textzeile des Bildes: „Before we know it, too much Time has passed, and we’ve Missed the chance to have that other People Hur us”.

Muntean/Rosenblum Untitled (Before we know it…), 2000 Acryl auf Leinwand
ALBERTINA, Wien – Familiensammlung Haselsteiner © Muntean/Rosenblum

WONDERLAND wartet darauf, dass Sie sie besuchen. Es ist absolut eine wunderschöne Ausstellung geworden.

ALBERTINA präsentiert Xenia Hausner. True Lies

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© Studio Xenia Hausner_bildrecht_wien_2021 Foto: Stefan Liewehr

Xenia Hausner, die Tochter von Rudolf Hausner (österreichischer Maler) und ihr Stil sind ebenso unverkennbar wie der Stil ihres Vaters. Bei ihrem Vater war es das Werk ADAM, sein Selbstporträt, stilisierte er es zu einem Spiegelbild. Während Xenia Hausners Bilder figurativ sind und Geschichten erzählen. Wie rätselhaft und fragmentarisch sie auch immer sein mögen.

Xenia Hausner wurde 1951 geboren, ihr Vater war Rudolf Hausner ein österreichischer Maler, Grafiker und bedeutender Vertreter der Wiener Schule des Fantastischen Realismus.

Sie studierte Bühnenbild an der Akademie der bildenden Künste in Wien und der Royal Academy of Dramatic Art in London. Von 1977 bis 1992 Setdesigns für Theater- und Opernproduktionen, darunter Werke für Covent Garden London, die Salzburger Festspiele und das Theâtre Royal de la Monnaie Brüssel. Seit 1981 Studio in Berlin. 1992 Verlagerung in Richtung Malerei. Sie ist auch Gründungsmitglied von Women Without Borders (= Frauen weltweit dazu bewegen, Zyklen struktureller, psychischer und physischer Gewalt zu beenden)

Die ALBERTINA widmet nun der großartigen Malerin Xenia Hausner eine umfassende Retrospektive. Sie ist nach Maria Lassnig eine der wichtigsten österreichischen Malerinnen unserer Zeit. Die sichtbar gemachte Fiktion spielt in ihrem Oeuvre eine entscheidende Rolle und True Lies verweist auf die Bedeutung der Inszenierung als Gestaltungs- und Kompositionsprinzip im Schaffen Xenia Hausners.

Für ihre großformatigen Gemälde konstruiert die Künstlerin vorab aufwendige räumliche Settings in ihrem Atelier: es sind Installationen, die sie als Vorlage für ihre Bilder zunächst fotografiert. Zerschnittene Autos oder Zugabteile aus Karton werden zur Bühne für die Figuren, die Hausner wie Schauspieler zu einem lebenden Bild arrangiert. Malerei und Fotografie sind im Entstehungsprozess eng verschränkt und treten in ein dialektisches Verhältnis.

Themen und Geschichten werden von Hausner vorrangig von Frauen verkörpert, die alle Rollen einnehmen und so stellvertretend für alle Genderkzugehörigkeiten agieren.

Die Überlebensgroßen Arbeiten, mit den intensiven Farben und den Figuren sind im Raum präsent und man wird gezwungen, sich mit dem Werk auseinanderzusetzen.

xenia_hausner_exiles_2017_courtesy_of_xenia_hausner_© Studio Xenia Hausner_bildrecht_wien_2021 Foto: Stefan Liewehr

Wie zum Beispiel das Werk EXILES: es ist eine ausdrucksstarke Arbeit, was passiert hier, ist es Flucht? Verlassen Jugendliche oder Familienmitglieder ihre Heimat, um zu flüchten vor Krieg, oder ist ihre Heimat nicht mehr so attraktiv, um dort noch zu leben?

Der Abschied von den Hinterbliebenen, ist ebenfalls ausdrucksstark.  Aussage von Xenia, es könnten aber auch Gestalten, die sich hier an den geöffneten Fenstern drängen, wir selbst sein? Eine Fiktion in einer Realität? Oder ist der Mensch immer wieder ein entwurzelter Nomade, der nicht an einem festen Ort wohnt, um eine Lebensweise zu führen und von Gegend zu Gegend zu ziehen.

xenia_hausner_kopfschuss_2002-2004 (Schlossberghotel_Das Kunsthotel) _© Studio Xenia Hausner_bildrecht_wien_2021 Foto: Stefan Liewehr

KOPFSCHUSS eine ebenso ausdrucksstarke Arbeit. Warum richtet sie sich die Pistole an den Kopf? Ist es der Kuchen, der vor ihr steht? Weil sie sich nicht an eine Diät halten kann? Eine Resignation, eine aussichtslose Situation und stellt sie sich noch die Frage, soll ich abdrücken, ja oder nein?!

Xenia Hausner, Künstlerin, © Manfred Siebinger

Die Ausstellung ist sehenswert und ist noch bis zum 08. August 2021 zu sehen.

RAURIS UND DIE RAURISER LITERATURTAGE 2021

Rauris ein wunderschönes Dorf, es befindet sich an der Rauriser Ache und unterhalb der „Sonnblickgruppe“ im Herzen des Nationalparks Hohe Tauern im Pinzgau/Salzburg. Rauris ist seit 1971 Austragungsort der „Rauriser Literaturtage“.

2021 fand das 50jährige Jubiläum der „Rauriser Literaturtage“ statt (vom 7.4.2021-11.04.2021) und nun gehört dies auch schon wieder der Vergangenheit an. Leider konnte dieses Jubiläum nicht so gefeiert werden, wie man eben Jubiläen feiern würde. Corona der Virus, der seit einem Jahr rund um die Welt jagt, hat es verhindert. Trotzdem fanden die Literaturtage, allerdings in digitaler Form und ohne Publikum statt.


Manfred Mittermayer im Gespräche mit Literaturpreisträgerin 1991 Judith Kuckart im Mesnerhaus 2021

Man konnte auch den ein oder anderen Autor/Autorin zu der Lesung nach Rauris einladen, oder man schaltete sie per Video zu.

Die Lesungen, die vor Ort waren, fanden im neu gestalteten Mesnerhaus statt. Die Räumlichkeit des Mesnerhaus, fand ich, waren absolut gut geeignet für diese Literaturveranstaltung. Die alten Steinmauern, teilweise 300 Jahre alt, der schlichte Raum mit seinem Holzboden und keinen Schnickschnack, setzten somit den richtigen Akzent zu den Lesungen.

Foto: © Mesnerhaus /
Wie Sie auf den Fotos sehen, wurden rund um die Fenster Begradigungen u. Nischen mit Ziegelsteinen gearbeitet – diese Vereinheitlichung der Fenstergrößen und auch die Bullaugen stammen aus dem letzten Umbau v. 1950 – die Substanz der Mauern ist allerdings nach dem Wiederaufbau aufgrund des Brandes 1706 nicht mehr verändert worden
1330 wurde das Mesnerhaus erstmals urkundlich erwähnt. 1706 fiel ein großer Teil des Hauses dem Brand zum Opfer, der im Ortszentrum von Rauris wütete und neben der Kirche und der Michaelskapelle mehr als 40 weitere Gebäude zerstörte oder schwer beschädigte

Es waren fünf intensive Tage mit Lesungen und Gesprächen, der anderen Art, eben eines Online-Stream. Da kein Publikum vor Ort war, hatte auch diese Art von Präsentation seinen Stellenwert. Warum?

Man konzentrierte sich bei dem Live-Streaming auf den Autor und dem Moderator und konnte der Lesung viel mehr Beachtung schenken, als wenn Publikum vor Ort ist. Ich finde nämlich, durch das Publikum, wird man sehr viel abgelenkt. Man beobachtet die Personen, die sich im Raum befinden, stört sich an dem einen oder anderen Husten und schon ist man abgelenkt.

Auch die Auswahl der Autoren und Autorinnen, die man eingeladen hatte, war interessant. Es waren Preisträger und Preisträgerinnen der letzten 50 Jahre ein Rückblick aber auch mit einem Blick in die Zukunft.

Es war eine absolut gelungene Veranstaltung, wenn auch ein paar Kleinigkeiten, wie zum Beispiel das Auffinden der Links auf der Website zu den Vorträgen, nicht so 100%ig waren.

Die Lesungen und Gespräche der Rauriser Literaturtage 2021 können sie noch 4 Wochen lang auf der Website https://www.rauriser-literaturtage.at/ empfangen, ebenso im Programm von https://fs1.tv/rauriser-literaturtage-2021-fs1-streamt-live/

Ein interessanter Blick ist die Gesprächsrunde, die die Rauriser Literaturtage seit 50 Jahren prägen.

Eröffnung:

Falls für Sie auch der ORT RAURIS ihr Interesse weckt, hier ein Link zur Geschichte Rauris:

file:///C:/Users/Chista/Downloads/geschichte.pdf

https://www.rauris.net/

Literatur sollte wieder verstärkt in das Gedächtnis der Gesellschaft aufgenommen werden und Literatur ist auch eine unendliche Geschichte im Kosmos.

LEBENSKRAFT

von Ulrike Köstler

© Foto: Christa Linossi

Worum geht es in diesem Buch?

Es geht um die Alpen um ein Leben in Einfachheit und Bescheidenheit. Die Natur richtig genießen und erleben, bewusst gut Essen. Den Stress begrenzen, Stoff für Gehirn und Denkfähigkeit bewusst einsetzen und auf Entspannung, guten Schlaf und Regeneration nicht verzichten. Das Nonplusultra ist die Bewegung, und bedeutet Leben. Über all diese Lebensregeln schreibt Ulrike Köstler. Sie beschreibt nicht nur die Heilkraft der Alpen, sondern auch über Gesundheit und das Wohlbefinden und Glück bis ins hohe Alter. Sie berichtet auch über Lebenslustige Hundertjährige: „Die Geheimnisse der Langlebigkeit“. Des Weiteren berichtet sie auch über die Alpenkräuter, beschreibt deren Heilkraft und wie man sie einsetzen kann. Es ist ein Streifzug durch unsere alpine Lebenswelt und es offenbart unzählige heilsame Schätze, die darauf warten, entdeckt zu werden.

Dieses Buch ist es wert zu lesen?

Wenn man im Einklang mit der Natur leben will und man seinem Körper etwas Gutes tun will. Mit den sieben Schlüsselprinzipien von Ulrike Köstler sind sie hier gut bedient, die auch nachweislich zu mehr Lebensqualität und ganzheitlichem Wohlbefinden führen.

DER AUTOR

Ulrike Köstler, geboren 1961 in Wien, hat nach langjähriger Tätigkeit in Pharmamarketing und Ganzheitsmedizin sowie einem Studium für Natural Medicine begonnen ihre persönliche Leidenschaft für natürliche Heilmethoden zur Berufung zu machen.

Erschienen ist das Buch

2021 1. Auflage Bergwelten Verlag bei Benevento Publishing Salzburg – München eine Marke der Red Bull Media House GmbH, Wals bei Salzburg

STEIERMARK SCHAU 2021

STMK-Schau-allgemein Logo – © Universalmuseum Joanneum



Landschaft – Kunst – Vielfalt

STMK-Schau-allgemein Logo – © Universalmuseum Joanneum

Die Steiermark geht wieder einmal neue zukunftsorientierte Wege und wird sich mit der Neuauflage (nicht wie üblich als „Landesausstellung“ deklariert) STEIERMARK SCHAU 2021 präsentieren.

Worum geht es hier genau? Die STEIERMARK SCHAU nimmt gesellschaftliche Fragen zur Geschichte, Gegenwart und Zukunft und bereitet sie aus der Perspektive von Kunst und Kultur auf.

Drei Museen des Universalmuseums Joanneum und ein mobiler Pavillon werden sich mit der steirischen Geschichte und gesellschaftlichen Entwicklung des Landes auseinandersetzen. Es handelt sich hier:

  • Kunsthaus Graz – widmet sich der Zukunft und deren aktuellen Themen im Hier und Jetzt.
Kunsthaus-Graz-Zepp-Cam-01 Foto: Universalmuseum Joanneum
  • Volkskundemuseum – stellt die Gegenwart – dokumentiert die materielle und geistige Volkskultur der Steiermark – in den Mittelpunkt.
Volkskundemuseum-Aussenansicht- © Foto: Universalmuseum Joanneum
  • Museum für Geschichte – mit seiner Kulturgeschichte gibt das Museum für Geschichte einen Einblick in das Werden und den Wandel der Steiermark.

Das Highlight dieser STEIERMARK SCHAU 2021 ist der „mobile Pavillon“. Dieser Pavillon ist eine Kunsthalle, die in die steirischen Regionen kommt. Das temporäre Gebäude ist selbst bereits eine Lichtinstallation. Der steirische Hersteller Sattler AG, hat hier eine ausgeklügelte Pavillon-Konstruktion, mit einzigartigen Hightech-Membranen gestaltet.

800 m² Innenraum, wo die Besucher_innen eine Ausstellung aus projizierten großformatigen Bildern der Steiermark zu sehen bekommen. „Wer sind wir? Was zeichnet die Steiermark aus? Die Vielfalt ihrer Kulturlandschaften“ und darauf konzentriert sich die Ausstellung auf die Themen Vielfalt, Kunst und Landschaft. Die Inhalte des Pavillons entstanden unter Mitwirkung von 78 Beteiligten aus Bildender Kunst, Literatur, Komposition, Regie und Schauspiel. Davon werden 31 namhafte Persönlichkeiten, die noch in der Steiermark leben oder sie verlassen haben, ein Statement zu ihrem Heimatland abgeben. Dieses Video-Statement gibt Auskunft über ihren Steiermark-Bezug. Die Videos visualisieren unterschiedliche Zugänge, Meinungen und Haltungen.

Am 7.4.2021 hätte die Eröffnung des „mobilen Pavillon“ in Wien am Wiener Heldenplatz stattfinden sollen. Jedoch das Virus Corona setzte alles wieder auf „Standby“ (Lockdown in Wien). Die multimedialen Inhalte des Pavillons sind jedoch umfassend online erlebbar auf www.mobilerpavillon.at

Anfang Mai 2021 wandert die von Alexander Kada entworfene mobile Kunsthalle weiter nach Hartberg (8. Mai bis 4. Juni 2021), Spielberg (5.Juli bis 25. Juli 2021), Schladming (14. August bis 5. September 2021) und Bad Radkersburg (25. September bis 31. Oktober 2021), wo hoffentlich Corona keinen Strich mehr durch die Rechnung ziehen wird und der Pavillon für Besucher_innen zugänglich ist. (Hoffen wir es)

Im Pavillon wird des Weiteren ein neues, filmisches Steiermark-Panorama, dass das Bundesland Steiermark aus künstlerischer Sicht zeigt, präsentiert. Kuratiert wurde das Projekt von Astrid Kury, die die Frage zu dieser Ausstellung stellte: „wer sind wir“ Beantwortet wird das am Beispiel der Beziehungen zu Landschaften: Die Landschaften, in denen wir leben und arbeiten, prägen uns und wir prägen sie.

Die Steirer wissen, wie man sich in Szene setzt und die Steiermark ein Kunstland mit einer Vielfalt von prominenten künstlerischen Positionen, insbesondere in den jungen und mittleren Generationen. Mit der ersten Ausgabe der neuen STEIERMARK SCHAU tauchen wir tief in eine Selbstreflexion der Steiermark ein.

www.steiermarkschau.at

www.mobilerpavillon.at

Pace Gallery in New York

präsentiert

Marina Perez Simão

Tudo é e não é

Marina Perez Simão Untitled, 2021 oil on canvas/ © Marina Perez Simão Courtesy of the artist, Mendes Wood DM,
and Pace Gallery

 

Österreichs Museen und Galerien werden noch immer vom Corona Virus in Schach gehalten. Zurzeit laufen noch keine aktuellen Ausstellungen und das ist ein Grund für mich, einen Blick nach New York zu werfen. (Meine gute Vernetzung weltweit kommt jetzt, in diesen schwierigen Zeiten endlich zum Tragen)

So blickte ich zur Pace Gallery, eine der führenden internationalen Kunstgalerien. Sie verfügt über neun Standorte weltweit, darunter London, Genf, ein sehr starkes Standbein in Palo Alto (Stadt in Santa Clara Valley im US-Bundesstaat Kalifornien) und zwei Galerien in New York, wo sich auch der Hauptsitz in der 540 West 25th Street befindet. Schwerpunkt sind die Bewegungen des Abstrakten Expressionismus und des Lichts und des Weltraums.

Seit 1. April 2021 bis 24.April 2021 präsentiert die Pace Gallery in New York, die Künstlerin Marina Perez Simãom, mit ihren großformatigen leuchtenden Ölgemälden, verwurzelt mit der natürlichen Landschaft ihrer Heimat Brasilien.

New paintings in Marina Perez Simão’s studio © Marina Perez Simão Courtesy of the artist, Mendes Wood DM,
and Pace Gallery

Wer ist Marina Perez Simãom? Marina Perez Simãom (geboren 1981 in Vitória, Vitória, amtlich portugiesisch Município de Vitória, ist die Hauptstadt des brasilianischen Bundesstaates Espírito Santo) lebt und arbeitet in Sao Paulo, Brasilien. Ihre Techniken bestehen aus verschiedenen Medien wie Malerei, Collagen, Zeichnungen als Ausgangspunkte. Sie setzt Innen- und Außenlandschaften in eine Art Beziehung. Es ist eine visuelle Reise, die manchmal durch das Unbekannte, das Abstrakte, das Nebulöse in Visionen hineinfließen.

New paintings in Marina Perez Simão’s studio © Marina Perez Simão Courtesy of the artist, Mendes Wood DM,
and Pace Gallery

Die Pace Gallery widmet der brasilianischen Künstlerin die erste Einzelausstellung in New York City. Simãos leuchtende Ölgemälde, die in der natürlichen Landschaft ihrer Heimat Brasilien verwurzelt sind, pulsieren mit einem magnetischen, musikalischen und hypnotischen Präsenz, die das Auge des Betrachters zum Tanzen bringt. Von Malern wie Tarsila do Amaral, Agnes Pelton und Luchita Hurtado beeinflusst, befindet sich Simãos Werk in einer größeren Konstellation von Künstlern, die die Landschaft auf ähnliche Weise genutzt haben, um die metaphysischen Elemente der Natur zu erkunden. Simãos Werke präsentieren hier ein Symbol der Hoffnung – ein Leuchtfeuer für eine Zukunft, die noch nicht geplant, aber voller Möglichkeiten ist. Unter Bezugnahme auf einen Satz des brasilianischen Schriftstellers João Guimarães Rosa übersetzt der Ausstellungstitel „Tudo é e não é“ in „Alles ist und ist nicht“ und umfasst die Mehrdeutigkeit des Lebens und der Abstraktion als Ganzes. Die Arbeiten, die während der Quarantäne in Brasilien im vergangenen Jahr entstanden sind, widerspiegeln ihre persönlichen Erinnerungen mit literarischen und musikalischen, die sie kombinierte und in einzigartige, abstrahierte Landschaften umwandelte.

Die Arbeiten ausgestattet mit einer klaren Form, kräftigen Farben, die den Betrachter – akzeptiert er dieses Farbenspiel – in eine andere Dimension eintauchen lässt.

https://www.pacegallery.com/