DIE AKTE LEOPOLDSKRON

von Johannes Hofinger

Foto: Christa Linossi

Worum geht es in diesem Buch?

Schloss Leopoldskron und die Salzburger Festspiele bilden eine Einheit. Es geht um Arisierung und Restitution. 1918 hatte Max Reinhardt den Barockbau erworben und er investierte sein ganzes Geld in dieses Rokokoschloss, welches 1736 unter Fürsterzbischof Firmian erbaut wurde, um seinen früheren Glanz wieder zurückzugeben.

Dieses Schloss wurde zum Treffpunkt der Eliten aus Wirtschaft, Politik und Kultur. Es war der berühmteste künstlerische Salon in Salzburg in der Zwischenkriegszeit. Hier wurde auch die Idee geboren, „Salzburger Festspiele“ zu gründen. Max Reinhardt ist Mitgründer dieser Spiele. Daher stand es auch im Mittelpunkt des Interesses von lokaler Wirtschaft, nationaler Politik und internationaler Society. Dieses Schloss war Max Reinhardts Visitenkarten und sein Erfolg.

Als Max Reinhardt Salzburg 1937 Richtung New York verließ, ohne zu ahnen, dass er es nie wiedersehen würde, wurde es ein Jahr später 1938 von den Nationalsozialisten beschlagnahmt und arisiert. Es diente als Ort der Repräsentation dem nationalsozialistischen Reichsgau Salzburg.

Gegen Max Reinhardt begann man auch 1938 die Agitation, doch die Nationalsozialisten konnten seiner physisch nicht lebhaft werden, so verbrannten sie ihn doch ideell bei der Bücherverbrennung am 30. April 1938 auf dem Salzburger Residenzplatz und trieben ihn somit aus ihrer „deutschen Stadt“.

Max Reinhardt sollte Schloss Leopoldskron nie wiedersehen – der Mitbegründer der Festspiele starb 1943 im US-amerikanischen Exil.

Feststellungsklage von MAX REINHARDT (1943) „Ich habe den Ruhm dieser Stadt mit den Festspielen in 18 Jahren erneuert und habe in dieser Zeit auch das Schloss für Menschen aus aller Welt erschlossen und zu einem Begriff gemacht. Das Unrecht, mir dafür diesen Besitz zu rauben, ohne den geringsten Rechtstitel, ja sogar ohne jede offizielle Mitteilung, liegt auf der Hand“.

Dieses Buch ist es wert zu lesen?

Wer sich für Schloss Leopoldskron und seine Geschichte interessiert. Wer sich für die Gründung der Salzburger Festspiele interessiert, die ebenso in einer ziemlich unsicheren Zeit gegründet wurde. Johannes Hofinger, der Autor, ist Historiker und „brennt“ für Schloss Leopoldskron.

Dieser Band wurde neuaufgelegt und aktualisiert mit neuen Fakten über das bedeutendste Beutestück der Nationalsozialisten in Salzburg.

DER AUTOR

Dr. Johannes Hofinger, geboren 1978 in Grieskirchen/OÖ, ist Historiker mit Schwerpunkt Salzburger Zeitgeschichte und Oral History. Sein jüngstes Buch erschien mit dem Titel „Nationalsozialismus in Salzburg. Opfer – Täter – Gegner… wir, die dabei waren“. Hier handelt es sich von Erzählungen von Salzburgerinnen und Salzburgern über ihr Leben in der NS-Zeit (2019)

Erschienen ist das Buch

Das Buch ist 2005 erstmals im Verlag Anton Pustet erschienen. Aktualisierte, erweiterte und überarbeitete Neuauflage © 2020

ISBN 978-3-7025-0983-5  www.pustet.at

Seid flexibel: das Corona Virus lässt grüßen und das „Wolkenkuckucksheim“ lässt sich nicht aufhalten!

Michael Kienzer, Abhängen, 2010/Wolkenkuckucksheim/2020. Foto: Otto Saxinger

Geht Ihnen das Wort CORONA auch schon langsam auf den „Zacken“? Mir schon, denn es gibt laufend Änderungen (obwohl, diesen Virus darf und soll man nicht unterschätzen, man sieht es an den täglichen Zahlen und wie schnell sich alles wieder ändern kann) Auch die Kunstveranstaltungen leiden an diesen ständigen Änderungen.

Ich fasse es kurz, denn vielleicht sieht es morgen schon wieder anders aus:

SCHAUPLATZ: OK OÖ KULTURQUARTIER in Linz „AUF INS WOLKENKUCKUCKSHEIM!“ https://linossiartstory.wordpress.com/2020/07/06/schauplatz-ok-oo-kulturquartier-linz/

Anfang Juli 2020 hatte man es auf „Ungewiss“ verschoben, am 8.7.2020 bekam ich wiederum die Information, es findet nun doch statt.

Heute Freitag, 10.07.2020 wird das „Wolkenkuckucksheim“ nicht als Ausstellung, sondern als Verweilzone am Dach, mit Kunst, Barbetrieb und Veranstaltungen eröffnet.

Das „Höhenrausch-Dach“ wird nun zum „Wolkenkuckucksheim“ umgewandelt und ist eine Kunstoase in luftiger Höhe, eben ein „Wolkenkuckucksheim“. Ein Sehnsuchtsort zwischen Erde und Himmel in einer künstlerischen Form.

Musikprotokoll, Homages, 2018./ Wolkenkuckucksheim / Foto: Otto Saxinger

Ausgestattet mit bunten Hängematten. Ein Soundwalk zwischen Linz, Graz und New York. Lesungen junger Autor*innen die jeden Freitag stattfinden und einem Ohne Pause Kino, das in die Welt der Kunst entführt.

Kunstkino. Foto: Otto Saxinger

Die Stahlstruktur des voestalpine open space in 30 Meter Höhe wird zur Bühne für die Inszenierung eines natürlich-künstlichen Kirschgarten‘s: Bedruckte Glaselemente, Stimmen aus Kirschbäumen und üppige Pflanzenarrangements reflektieren, brechen und verlieren sich in einer raumgreifenden Anordnung von Spiegelflächen.

Eva Schlegel, under the cherry tree, 2020. Foto: Otto Saxinger
Eva Schlegel, under the cherry tree, 2020. Foto: Otto Saxinger

Raumgreifend verspannte, verschnürte und verbundene Hängematten machen das Parkdeck 13 zu einer einzigen großen Liegefläche und laden zum Abhängen ein. Ein besonderer Soundwalk erwartet die Besucher*innen auf der raiffeisen kunst garage und dem Dach der Passage Linz: leuchtend blaue Klangwürfel verteilen sich wie Straßenlaternen auf dem Höhenrausch-Parcours.

Michael Kienzer, Abhängen, 2010 / 2020 Foto: Otto Saxinger  Chillen
Musikprotokoll, Homages, 2018./Wolkenkuckucksheim/ Foto: Otto Saxinger

Auf dem Aussichtsturm eröffnet ein synthetischer „Kuckuck“ pünktlich zur vollen Stunde mit seinem prägnanten Ruf einen metaphorischen Klangraum und künstlerisch manipulierte Fernrohre erlauben einen speziellen Blick auf die Stadt und lenken den Blick auf Vergangenes, Bestehendes und auf utopische Zukunftsvisionen.

Was bedeutet: Wolkenkuckucksheim? Es ist der Begriff aus der Komödie „Die Vögel“ des griechischen Dichters Aristophanes, wo es eine in die Luft gebaute Fantasiewelt bezeichnet. Wird ebenso ernsthaft wie spöttisch verwendet.

Priorität der Corona-Bestimmungen:

MASKEN und ABSTAND von mindestens 1,5 m

Das Corona-Virus machte auch vor den Salzburger Festspielen nicht halt!

Salzburger Festspiele © SF/Anne Zeuner

Es gibt eine schlechte und eine gute Nachricht!

Zuerst die schlechte Nachricht: „Eine temporäre Mitarbeiterin der Salzburger Festspiele, die am 18. Juni 2020 nach negativer Initialtestung den Dienst angetreten hat, wurde leider am (SF, 8. Juli 2020) positiv auf Corona getestet. Glücklicherweise zeigte sie bisher nur leichte Symptome wie Halskratzen. Da sie, wie im Präventionskonzept der Salzburger Festspiele vorgesehen, ein Gesundheits- und Kontakttagebuch führte, konnten alle Kontaktpersonen der Kategorie I sofort dem Gesundheitsamt genannt werden.“

Nun die gute Nachricht: Die Salzburger Festspiele melden nun die gute Nachricht: Die 5 mit der Corona-Infizierten Person in Kontakt Stehenden sind alle negativ getestet worden.  

Auszug aus dem Pressetext der Salzburger Festspiele: „Da sie, wie im Präventionskonzept der Salzburger Festspiele vorgesehen, ein Gesundheits- und Kontakttagebuch führte, konnten alle Kontaktpersonen der Kategorie I sofort dem Gesundheitsamt genannt werden.

Zur Erklärung: Kontaktpersonen der Kategorie I sind Personen, die sich länger als 15 Minuten in einem Abstand von weniger als 2m im selben Raum aufgehalten haben. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Festspiele, die zur Kontaktpersonengruppe I gehören, begeben sich nun für 14 Tage in Quarantäne. Um besondere Vorsicht walten zu lassen, testen die Festspiele aber auch über die Kategorie I hinaus (also auch jene, die kürzer oder weiter entfernt im Kontakt mit der getesteten Mitarbeiterin waren). Solange die Testergebnisse nicht vorliegen, begeben sich diese in Selbstisolation. Leider musste somit das Präventionskonzept erstmals seine Praktikabilität beweisen, was glücklicherweise gelungen ist. Durch die festgelegten Abläufe und Maßnahmen, wie das Gesundheits- und Kontakttagebuch, konnte das oberste Gebot des raschen Containments, der sofortigen Nachverfolgbarkeit erfüllt werden. Die Vorbereitungsarbeit für die Festspiele ist durch diesen bedauerlichen Fall nicht gefährdet.“

Die Salzburger Festspiele sind für Salzburg ein großer Wirtschaftsfaktor, keine Frage, aber muss man immer alles auf „Biegen und Brechen“ durchziehen? Das Corona-Virus existiert nach wie vor unter uns und wäre es nicht manchmal sinnvoller, auch einmal eine Entscheidung für die Gesundheit zu treffen?

Es ist auf alle Fälle eine Gratwanderung, gegenüber den Künstler*innen, dem Publikum und der Wirtschaft, denn eines ist sicher, ein zweiter Shutdown würde sowohl für Kunst und Wirtschaft schwierig sein.

Die Show muss weitergehen und somit werden das 100-Jahr-Jubiläum der Salzburger Festspiele mit reduziertem Programm vom 1. August bis 30. August 2020 stattfinden.

Festspielpräsidentin Helga Rabl-Stadler und Heinz Konrad, Generaldirektor des Raiffeisenverbandes Salzburg © SF/Anne Zeuner

Maskierte Salzburger Festspiele mit Abstand sind gefragt!

SCHAUPLATZ: OK OÖ Kulturquartier Linz

Wolfgang Dorninger, Kuckuck chipt’s laut aus …, 2020 Foto: Fadi Dorninger

„AUF INS WOLKENKUCKUCKSHEIM!“

Im Juni 2020 habe ich auf meinem Blog (https://linossiartstory.wordpress.com/2020/06/03/auf-ins-wolkenkuckucksheim-corona-ade/) über das chillige Projekt „Auf ins Wolkenkuckucksheim“ berichtet mit dem viel versprechenden Titel „Auf ins Wolkenkuckucksheim! CORONA ADE“. Startschuss wäre der 3. Juli 2020 gewesen.

Nun muss es auf unbestimmte Zeit verschoben werden, da das VIRUS in Linz/Oberösterreich (aufgrund der aktuellen Neuinfektionen) wieder zugeschlagen hat. Schade für die Künstler*Innen und Besucher*Innen.

Das CORONA-VIRUS ist beinhart und unberechenbar, wir sollten es nicht unterschätzen.

Die Kunstoase am Dach hätte ein Erlebnis mit Augenzwinkern – zwischen Himmel und Erde, zwischen Realität und Phantasie, Flanieren, Nachdenken, Entspannen und Kunst genießen, werden sollen. Aber:

Aufgehoben ist nicht aufgeschoben

BURG HOHENWERFEN, Sonderausstellung:

Mythos Jackl – Zauberer und Hexen in Salzburg

Mythos Jackl – Zauberer und Hexen in Salzburg
© Salzburger Burgen und Schlösser

Die Burg Hohenwerfen eröffnete mit 1. Juli 2020 die neue Sonderausstellung mit dem Titel „Mythos Jackl – Zauberer und Hexen in Salzburg“ Warum widmet sich die Burg Hohenwerfen, gerade diesem Thema? Ganz einfach, schließlich stammte der als Zauberer Jackl berühmt gewordene Jakob Koller aus der unmittelbaren Umgebung von Werfen. Siehe näheres über Jakob Koller unter https://www.sn.at/wiki/Jakob_Koller

Diese neue Ausstellung bietet Geschichte zum Angreifen und auf insgesamt vier Ebenen tauchen Besucher*innen sofort in die Welt der Hexen und Zauberer ein. Es ist eine Zeitreise in eine Epoche der Geschichte, in der die Mehrzahl der Menschen nicht an der Existenz von Hexen und Zauberern zweifelten. Gezeigt werden die märchenhaften Gestalten aus Büchern und Filmen, über historische Hexen und Heilerinnen wird berichtet und es spannt sich ein Bogen bis zu den heute noch existierenden Kulten in aller Welt.

Zauberer und Hexen in Salzburg (Zaubern mit der Hexe) © Salzburger Burgen und Schlösser

 Auch das neue Zeitalter hält Einzug mit den vielen Möglichkeiten zur Interaktion. So können zum Beispiel, Kinder mit einem Hexenbesen über die Burgmauern fliegen und dies auf Video festhalten, oder gemeinsam mit einer Hexe zaubern. Auch Erwachsene kommen bei dieser Ausstellung auf ihre Kosten; so gibt es eine Verhörszene aus dem letzten großen Salzburger Hexenprozess um die „Ramingsteiner Bettlerhochzeit“ in Form einer aufwändigen 3-D-Hologramm-Projektion.

Zauberer und Hexen in Salzburg (mit dem Hexenbesen fliegen) © Salzburger Burgen und Schlösser
Zauberer und Hexen in Salzburg (Verhörszene) © Salzburger Burgen und Schlösser

Ein dunkles Kapitel der Salzburger Geschichte, den zwischen 1675 und 1679 ließen das Salzburger Hofgericht den vermeintlichen Hexer Jakob Koller und seine Gefolgschaft verfolgen. Gegen 198 Personen aller Altersstufen erhob man Anklage, viele gestanden unter der Folter und 138 davon wurden hingerichtet. Die Ereignisse rund um den „Schinderjackl“ beflügeln die Phantasie der Menschen bis heute. Sie führen aber auch zeitkritisch-mahnend vor Augen, wie schnell Armut, Vorurteile und Ausgrenzung in einer Gesellschaft zu Haas und Gewalt führen können. Auch im 21. Jahrhundert sind wir vor Hass und Gewalt nicht gefeit.

Zauberer und Hexen in Salzburg (Foltereisen) © Salzburger Burgen und Schlösser

Kuratiert wurde die Sonderausstellung vom Salzburger Rechtshistoriker und Universitätsprofessor Gerhard Ammerer. Er achtete besonders darauf, die altersgerechte Darstellung mit historischer Genauigkeit zu verbinden: „Ausgehend von dem blutigsten Hexenprozess auf dem Gebiet des heutigen Österreich gibt die Ausstellung auf der Burg Hohenwerfen einen Einblick in eine Epoche der Geschichte, in der die Existenz von Hexen und Zauberern von kaum jemandem angezweifelt wurde und der Glaube an magische Praktiken im Alltagsleben fest verankert war“.

Zauberer und Hexen in Salzburg © Salzburger Burgen und Schlösser

Eine Ausstellung für Kinder und Erwachsene. Für die Kinder gibt es zahlreiche Stationen, die für Staunen und Gruseln sorgen und für Erwachsene sind die historischen Geschehnisse sehr anschaulich und eingängig aufbereitet.

Burg Hohenwerfen ( Falknerei Sonderschau ) © Foto: Christa Linossi

Familien können aufatmen, den der Eintritt für Kinder auf Salzburgs Burgen ist heuer gratis. Das Land Salzburg trägt so einen kleinen Beitrag für Familien bei.

Burg Hohenwerfen – aber auch die anderen wie Burg Mauterndorf und Festung Hohensalzburg – ist gut gerüstet gegen das Virus Corona. Maskenpflicht, Abstandsregeln und eingeschränkte Personenanzahlen in den Räumlichkeiten, sollen dazu beitragen, dass das Virus keine Chance hat, wieder zu zuschlagen.

Aber man setzt auch auf die Vernunft und Eigenverantwortung der Besucher*innen.

www.salzburg-burgen.at/angebote

Sonderausstellung im Keltenmuseum Hallein „Kelten für Kinder – Archäologie Erleben“

© Foto: Christa Linossi

Eine lehrreiche und interessante Ausstellung hat sich das Keltenmuseum für Kinder ausgedacht. „Kelten für Kinder – Archäologie erleben“ nennt sich die Ausstellung.

Von der Ausgrabung zur Publikation – gespickt mit Fragen wie bzw. „Was ist Archäologie?“ „Wie wird man Archäologin?“ „Wie kommen die Sachen unter die Erde?“ „Was bleibt übrig?“ Diesen und noch vielen anderen Fragen zur Archäologie und der Lebenswelt der Kelten geht diese interaktive Ausstellung nach.

© Keltenmuseum Hallein/Patrick Langwallner

Nach Beantwortung dieser grundlegenden Fragen, darf ausprobiert werden! In dieser Ausstellung kommt echtes Entdecker-Feeling auf!

© Keltenmuseum Hallein/Coen Kossmann Fotografie

Für die kleinen BesucherInnen stehen Grabungskisten mit Sand gefüllt zur Verfügung, die zum achtsamen Freilegen von archäologischen Ausgrabungsbefunden gedacht sind. Wie im realen Ablauf von Ausgrabungen, dürfen nur ArchäologInnen mit Grabungserlaubnis graben. Dies um fasst einen Ausweis und ein Werkzeugset. Das Entdecken der im Sand verborgenen keltischen Gräber kann beginnen.

© Keltenmuseum Hallein/Coen Kossmann Fotografie

Doch die Ausgrabung ist nur ein kleiner Teil der Archäologie. Viel arbeitsintensiver sind die folgenden Schritte der Dokumentation, Restaurierung und Interpretation. Auch dies erfahren die jungen BesucherInnen, indem sie die Funde beschriften, zählen und sortieren. Eine Kinderbibliothek bietet Einblicke in die Methodik der wissenschaftlichen Recherche, die einen großen Teil der archäologischen Arbeit ausmacht und in der Veröffentlichung eines Buchs über die Ergebnisse der Ausgrabung endet.

© Foto: Christa Linossii

Weitere Fragen wie „Wie kommen die Sachen unter die Erde?“ werden hier in dieser Ausstellung ebenso behandelt wie auch „Das Leben der Kelten“. Mit „Wahr-Falsch?“ Tafeln kann das eigene Wissen über die Kelten getestet werden. Sie liefern Fakten und Informationen über die Kelten, die auf dem Dürrnberg keine Schrift verwendeten und Wissen mündlich überlieferten.

© Foto: Christa Linossi

Mit dieser Sonderausstellung will das Keltenmuseum den Familienschwerpunkt ausbauen und wenn die Ausstellung gut bei den Besucherinnen ankommt, wird sie als fix installiert. Denn, wenn Kinder selbst entdecken und probieren dürfen, ist alles viel leichter zu verstehen und sie sammeln damit ihre eigenen Erfahrungen.

Foto: Christa Linossi

Hauptzielgruppe dieser Ausstellung sind Kinder von zwei bis vierzehn Jahren.

© Keltenmuseum Hallein/Coen Kossmann Fotografie
© Keltenmuseum Hallein/Coen Kossmann Fotografie

Aufgrund der Corona-Situation und zu den Veranstaltungen zum Thema „Archäologie“ im Sommer, hat das Team des Keltenmuseum Hallein zwei neue Veranstaltungsformate entwickelt. Die Einhaltung der Abstandsregeln und Veranstaltungen im Freien minimieren das Risiko und ermöglichen das gemeinsame Erlebnis:

Museum im Garten: hier wird die Kulturvermittlung nach draußen verlegt! Im angenehmen Ambiente – vorausgesetzt es regnet nicht – des Museumsgartens, mit Blick auf die Perner Insel, kann Kultur auf der grünen Wiese, umgeben von Bäumen und Sträuchern, erlebt werden. Auf mitgebrachten Decken und vorhandenen Sesseln kann man an Vorträge, Lesungen, Musik und Workshops für Familien teilnehmen.

© Foto: Christa Linossi

Der Besuch des Keltenmuseum lohnt sich immer wieder, ob für Kinder oder Erwachsene.

www.keltenmuseum.at

Rauf auf den UNTERSBERG

verzauberte Wege, verborgene Orte ein Wanderführer von Christian Heugl

Foto: Christa Linossi

Worum geht es in diesem Buch?

Natürlich um den Sagenumworbenen Untersberg. Schwerpunkt sind nicht die Mythen und Sagen rund um den Untersberg (sie werden zwar kurz erwähnt) sondern Heugl stellt ca. 45 einzigartige Touren rund um sowie auf den Untersberg vor. Er geht von den fünf Hauptorten Großgmain, Grödig, Marktschellenberg, Berchtesgaden und Bischofswiesen aus. Wer ein echter „Untersbergler“ ist, dem sind die Routen kein Neuland. Aber aufgrund von CORONA könnte es sein, dass viele Österreicher und auch Salzburger, den Untersberg einmal näher erkunden wollen. Er gibt gute Informationen zu den jeweiligen Routen, die er dann noch genauer beschreibt. Angeführt ist auch der Schwierigkeitsgrad Höhenmeter, Stunden usw. Er beschreibt dann noch den Charakter, wann die Beste Zeit ist, den Weg, Ausgangspunkt und Anfahrt.

Dieses Buch ist es wert zu lesen?

Denn dieser mächtige Berg steht wie ein Fels in der Brandung am westlichen Rand des Salzburger Beckens. Vor Jahrmillionen war er vom Urmeer Tethys umgeben. Der berühmte Untersberger Marmor mit den darin eingeschlossenen Schnecken, Algen und Muscheln erinnert an diese Zeit.

Weil dieser Band Aufschluss für die jeweilige Tour gibt, sowie Hintergrundinformationen. Jeder der den Untersberg erkunden will, sollte dieses Buch einmal lesen. Aber auch für „eingefleischte“ Untersbergler ist es alleweil interessant nachzulesen.

Der Untersberg das „Herzchakra“ Europas.

DER AUTOR

Mag. Christian Heugl, geboren 1957 in Salzburg. Lehramtsstudium in den Fächern Sport und Geschichte. Freier Journalist mit Schwerpunkt lokale Geschichte und Alpinismus.

Erschienen ist das Buch

Im Verlag Anton Pustet, Salzburg

ISBN 978-3-7025-0970-5

GRANITPILGERN Wegbegleiter im Oberen Mühlviertel

von Christian Huber mit Bildern von Andreas Balon

Foto: Christa Linossi

Worum geht es in diesem Buch?

Es geht um Pilgern. Dieses Buch will selbst ein Pilgerbegleiter sein. Was bedeutet Pilgern? Es bedeutet nicht, vor der Welt zu flüchten, sondern vielmehr der inneren Sehnsucht Raum zu geben und die Welt neu zu sehen. Beim Pilgern entwickelt sich eine neue Beziehung zu sich selbst. Es öffnet einen neuen Blick in die Weite der Landschaft, Gedanken, die kommen und gehen, neue Ideen reifen.

Was ist Granitpilgern? Nichts aufregendes, es handelt sich hier lediglich um das Mühlviertler Granitland. Es ist bekannt und beliebt. Dieses Granitpilgern könnte man auch als spirituelles Auftanken nennen. Dieser Weg führt an Kirchen, Kapellen und Kleindenkmäler vorbei, die am Granitpilger-Weg verankert sind. Die Besonderheit sind die unzähligen Kleindenkmäler am Weg, die Kreuze, Bildstöcke und Kapellen. Sollte man sich für diese Pilgerreise entschließen, möge man diesen Band mitnehmen. Er gibt Aufschluss zur Strecke und zu den jeweiligen Denkmälern. Kurz, auch Geschichte wird mitgeliefert.

Dieses Buch ist es wert zu lesen?

Wer gerne spirituell wandert und die Landschaft des Mühlviertels im Granitland kennenlernen will, der sollte sich für diesen interessanten Pilgerführer entscheiden. Des Weiteren finden Sie in dem Buch auch eine Wanderkarte, die Sie bestens durch das Land bringt.

DER AUTOR

Christian Huber, geboren 1963, Wohnsitz Kleinzell im Mühlkreis ist Jurist und Weitwanderer und Archivar von Kleindenkmälern.

Die Fotos stammen von dem Fotografen Andreas Balon.

Erschienen ist das Buch

Erschienen ist der Band im Verlag Anton Pustet, Salzburg

ISBN 978-3-7025-0996-5

Michael Köhlmeier WENN ICH WIR SAGE

Foto: Christa Linossi

Worum geht es in diesem Buch?

Der große Erzähler Michael Köhlmeier befragt die Doppelsichtigkeit des WIR. Es ist dem ICH nahe, es erzählt ebenso Geschichten. Köhlmeier setzt dieses WIR bewusst in seine Geschichten in diesem Buch ein. Es ist immer zu hinterfragen, wie verstehen WIR als LESER seine Hinterfragung? Sein Nachdenken, über das WIR könnte, man auch so interpretieren: es steht für mehrere Personen, für einen Kreis von Menschen, in den die eigene Person, ebenso eingeschlossen ist. Das WIR kann dem einsamen ICH eine Heimat bieten und im Erklären, woher es kommt. Dieses WIR kann auch militärisch sein und keine Geschichten erzählen, aber es erzeugt jedoch Mythen, um Ideologien zu sanktionieren.

Dieses Buch ist es wert zu lesen?

Wenn man ein Fan von Michael Köhlmeier ist und seinen Schreibstil schätzt. Auch wenn man kein Werk von Michael Köhlmeier kennt, aber gerne sich mit der Sprache auseinandersetzt, ist es empfehlenswert dieses Buch zu lesen.

DER AUTOR

Michael Köhlmeier 1949 in Hard am Bodensee geboren, lebt in Hohenems/Vorarlberg und Wien. Er studierte Germanistik und Politologie in Marburg sowie Mathematik und Philosophie in Gießen und Frankfurt. Michael Köhlmeier wurde vielfach ausgezeichnet, zuletzt mit dem Marie Luise Kaschnitz-Preis für sein Gesamtwerk.

Erschienen ist das Buch

2019 im Residenz Verlag GmbH, Wien-Salzburg

ISBN 978 3 7017 3484 9

steirischer herbst ’20:

Paranoia TV
24.9.–18.10.20

lt. Pressemitteilung vom 17.06.2020 wird der steirische herbst’20 über die Bühne gehen. Titel: „Paranoia TV 24.09. – 18.10.2020“.

Paranoia TV Sujet: Grupa Ee

Der steirische herbst stellt das kuratorische Konzept und die Künstler*innenliste seiner 53. Ausgabe vor, bei der sich eine experimentelle Neuinterpretation des Festivals anbahnt. Im Einklang mit seinen Wurzeln in der Avantgarde wird der steirische herbst heuer in einer anderen neuen Form stattfinden. Diese Form wird, die von Angst und von einer geprägten Unsicherheit der heutigen Zeit aufgreifen.

Seit Anfang März 2020 ist nichts mehr so wie es war, der Corona-Virus hat in Form einer Pandemie weltweit zugeschlagen; Shutdown, Lockdown, wirtschaftliche Probleme usw. Viele europäische Länder sind jedoch noch immer auf der Alarmstufe 6 vertreten. Schön langsam stellt sich aber europaweit wieder eine Art Alltag ein. Kunst und Kultur kehren auch wieder schrittweise in das Leben der Menschen zurück. Der Spuk ist jedoch noch nicht vorbei, Abstandhalten und Disziplin sind nach wie vor gefragt, sowie Eigenverantwortung.

Besucher*innen werden in den Museen mit einem Leitsystem durch die Ausstellungen geführt. Auch der Theaterbetrieb wird langsam wieder hochgefahren, obwohl sich hier größere Probleme ergeben als in Museen und Galerien. Sitzabstand (hinten, vorne, seitlich 1m Abstand) Mundschutz?) Viele Menschen sind verängstigt, wenn nicht gar ein bisschen paranoid. Die Angst vor einer zweiten Welle fördert eine Abscheu vor öffentlichen Räumen – und vor dem Atem potenziell ansteckender Fremder. Noch grundlegender aber ist die Angst vor uns selbst: Jeder von uns könnte das tödliche Virus asymptomatisch verbreiten. Wir müssen aber lernen, mit dieser Angst umzugehen, der Virus wird uns so lange erhalten bleiben, bis wir die richtigen Medikamente und Impfungen besitzen und können nur hoffen, dass es sich nicht noch zu einem neuen gefährlicheren Virus verändert. Normalität im wörtlichen Sinne, wird noch lange nicht sein.

Kunst in unsicheren Zeiten Paranoia TV antwortet künstlerisch-kritisch auf die globale Pandemie und die durch sie verursachten Einschnitte – nicht nur in unser tägliches Leben, sondern auch im Hinblick auf die Durchführung von Kulturveranstaltungen.

Als dritte Ausgabe des steirischen herbst unter Intendantin Ekaterina Degot zeigt das Festival weiterhin ausschließlich neue Auftragswerke. Das experi­mentelle Format ermöglicht es, dass diese unabhängig von (potenziellen) „Lockdown“-Maßnahmen realisiert werden können.

Beiträge von rund vierzig Künstler*innen setzen sich direkt oder indirekt mit den Dringlichkeiten und Missständen unserer Zeit auseinander: die neuen Verwundbarkeiten in Bezug auf Alter und Geschlecht, die Komödien und Dramen der Häuslichkeit, die wiedergefundene Begeisterung für die klassische Oper, die Chore­ografie von Bewegungseinschränkungen, Klasse, Geld, Umarmungen, die Biopolitik der Ansteckung, die Selbstisolation des weißen Mannes in sterilen autonomen Zo­nen und die Hoffnung auf eine unerwartete Zukunft.

Paranoia TV Videostill © steirischerherbst

Ein virtueller Avatar erklärt von Sigmund Freud und wird durch die neuesten Deepfake-Techniken wieder zum Leben erweckt, das vielschichtige Universum, das Besucher*innen auf dieser Plattform im Herbst erwarten wird. Freud, der als Vater der Psychoanalyse gilt, war einer der ersten Denker, der über Paranoia und verwandte Begriffe schrieb, obwohl die Realität sich in vielen Fällen als radikaler als seine Theorien erwies.

Des weiteren werden auch Handys vor Paranoia TV nicht sicher sein: Kurz vor Festivalbeginn steht eine eigens entwickelte kostenlose App zum Download bereit. Sie bietet die Möglichkeit, zu jeder Zeit und an jedem Ort in die Welt von Paranoia TV einzusteigen, um einen Überblick über das Programm zu erhalten, Beiträge zu lesen/hören/sehen oder sich per Eilmeldungen über die neuesten Entwicklungen zu informieren.

Ich bin gespannt, seien SIE es auch!

Kuratorisches Team werden sein: Mirela Baciak, Ekaterina Degot (Intendantin und Chefkuratorin), Henriette Gallus, Dominik Müller, Christoph Platz, David Riff