DIE AKTE LEOPOLDSKRON

von Johannes Hofinger

Foto: Christa Linossi

Worum geht es in diesem Buch?

Schloss Leopoldskron und die Salzburger Festspiele bilden eine Einheit. Es geht um Arisierung und Restitution. 1918 hatte Max Reinhardt den Barockbau erworben und er investierte sein ganzes Geld in dieses Rokokoschloss, welches 1736 unter Fürsterzbischof Firmian erbaut wurde, um seinen früheren Glanz wieder zurückzugeben.

Dieses Schloss wurde zum Treffpunkt der Eliten aus Wirtschaft, Politik und Kultur. Es war der berühmteste künstlerische Salon in Salzburg in der Zwischenkriegszeit. Hier wurde auch die Idee geboren, „Salzburger Festspiele“ zu gründen. Max Reinhardt ist Mitgründer dieser Spiele. Daher stand es auch im Mittelpunkt des Interesses von lokaler Wirtschaft, nationaler Politik und internationaler Society. Dieses Schloss war Max Reinhardts Visitenkarten und sein Erfolg.

Als Max Reinhardt Salzburg 1937 Richtung New York verließ, ohne zu ahnen, dass er es nie wiedersehen würde, wurde es ein Jahr später 1938 von den Nationalsozialisten beschlagnahmt und arisiert. Es diente als Ort der Repräsentation dem nationalsozialistischen Reichsgau Salzburg.

Gegen Max Reinhardt begann man auch 1938 die Agitation, doch die Nationalsozialisten konnten seiner physisch nicht lebhaft werden, so verbrannten sie ihn doch ideell bei der Bücherverbrennung am 30. April 1938 auf dem Salzburger Residenzplatz und trieben ihn somit aus ihrer „deutschen Stadt“.

Max Reinhardt sollte Schloss Leopoldskron nie wiedersehen – der Mitbegründer der Festspiele starb 1943 im US-amerikanischen Exil.

Feststellungsklage von MAX REINHARDT (1943) „Ich habe den Ruhm dieser Stadt mit den Festspielen in 18 Jahren erneuert und habe in dieser Zeit auch das Schloss für Menschen aus aller Welt erschlossen und zu einem Begriff gemacht. Das Unrecht, mir dafür diesen Besitz zu rauben, ohne den geringsten Rechtstitel, ja sogar ohne jede offizielle Mitteilung, liegt auf der Hand“.

Dieses Buch ist es wert zu lesen?

Wer sich für Schloss Leopoldskron und seine Geschichte interessiert. Wer sich für die Gründung der Salzburger Festspiele interessiert, die ebenso in einer ziemlich unsicheren Zeit gegründet wurde. Johannes Hofinger, der Autor, ist Historiker und „brennt“ für Schloss Leopoldskron.

Dieser Band wurde neuaufgelegt und aktualisiert mit neuen Fakten über das bedeutendste Beutestück der Nationalsozialisten in Salzburg.

DER AUTOR

Dr. Johannes Hofinger, geboren 1978 in Grieskirchen/OÖ, ist Historiker mit Schwerpunkt Salzburger Zeitgeschichte und Oral History. Sein jüngstes Buch erschien mit dem Titel „Nationalsozialismus in Salzburg. Opfer – Täter – Gegner… wir, die dabei waren“. Hier handelt es sich von Erzählungen von Salzburgerinnen und Salzburgern über ihr Leben in der NS-Zeit (2019)

Erschienen ist das Buch

Das Buch ist 2005 erstmals im Verlag Anton Pustet erschienen. Aktualisierte, erweiterte und überarbeitete Neuauflage © 2020

ISBN 978-3-7025-0983-5  www.pustet.at