WAS GIBT ES NEUES…

im MUSEUM DER MODERNE SALZBURG

Museum der Moderne Salzburg Mönchsberg, Frontansicht / Foto: Marc Haader

2021 im Februar wird auch das Museum der Moderne Salzburg wieder seine Pforten öffnen. Es werden auch wieder interessante Ausstellungen präsentiert. Vorgestellt wurde das Jahresprogramm bei der Pressekonferenz Ende Jänner 2021.

Thorsten Sadwosky Direktor des Museums / Foto: Land Salzburg / Neumayr-Leopold

Zwei Highlights, die ich für Interessant empfinde, stelle hier schon vorab einmal kurz vor:

Für den Sommer 2020 wäre die Ausstellung „End of Empire“ des britischen Künstlers Yinka Shonibare schon geplant gewesen. Corona hat es nicht zugelassen und so findet, so können wir nur hoffen, die Ausstellung dieses Jahr statt. Shonibare ist einer der bedeutendsten zeitgenössischen Künstler Großbritanniens und eine zentrale Stimme der postkolonialen Diskussion.

Yinka Shonibare wurde am 9. August 1962 in London geboren und ist ein britisch-nigerianischer Künstler. Bekannt wurde er vor allem durch die Arbeit mit Dutch Way bedruckten, farbenprächtigen Baumwollstoffen. (Dutch Wax sind in den Niederlanden bedruckte Baumwollstoffe, die beidseitig farbenprächtig gemustert sind und in vielen Teilen Westafrika und anderen Teilen des afrikanischen Kontinents sind die gemusterten Stoffe ein unverwechselbarer Bestandteil der afrikanischen Kultur und Identität geworden). Shonibare setzt somit für seine Künstlerischen Arbeiten Dutch Wax als Material ein. Seine Analyse des viktorianischen Lebensstils ist von ironischen Brechungen und politisch aufgeladenen Selbstinszenierungen gekennzeichnet. Er beschäftigt sich intensiv mit kulturellen Identitäten, den kolonialen Verstrickungen des britischen Empire mit dem „Rest der Welt“ und der Frage nach dem „Bild des Anderen“. Die retrospektive Ausstellung wird rund 60 Arbeiten der letzten 30 Jahre zeigen. Ausstellungsbeginn voraussichtlich: 22. Mai bis 12. September 2021

„TELL ME WHAT YOU SEE“ Skrein Photo Collection

Wer ist Christian Skrein? Er wurde 1945 in Wien geboren. Michelangelo Antonionis Film BLOW UP kam in den 1966 Jahren ins Kino und mit ihm der Mythos des Starfotografen, des Shooting-Stars nach dem Vorbild des Chronisten des Swinging London der 60er Jahre, David Bailey und des kamerabewerten Jet-Playboys Gunther Sachs. In jeder größeren Stadt des Westens gab es einen Szenestar des Lichts und in Wien war es Christian Skrein, der im FORMAT vom 22.02.2008 behauptete, das jüngste Mitglied der Wiener Gruppe gewesen zu sein. Er begann in den 1960er Jahren als Bildreporter und fotografierte für die Zeitschrift Vogue und hatte so Zugang zu heute international renommierten Künstlern, lichtete die Rolling Stones in der Wiener Stadthalle, die Beatles in Obertauern und Sean Bond Connery irgendwo in Österreich ab. Für Skrein setzte sich virtual GI Commander und Pritzker Preisträger Hans Hollein einen US-Stahlhelm auf und zog sich eine Airforce Lederjacke an. Den Uebermalungsartisten Arnulf Rainer fotografierte er in Walter Pichlers Galaxy 1 Stuhl. Skrein selbst zeigte sich im Chicago Style der frühen 30er Jahre oder oft auch hüllenlos. Skrein war ein Fotoprofi und kein Aufreisser, der die Kamera nur zum Anbandeln vorgeschoben hat.

Die Sammlung Skrein nimmt eine Vorreiterrolle bei der Rezeption von Amateurfotografie ein, umfasst aber zugleich hochkarätige künstlerische und dokumentarische Aufnahmen. Themen wie die Reportage Fotografie, begründet auch in Christian Skreins eigener fotografischer Praxis, kennzeichnen den Blick des Sammlers ebenso wie ein Faible für Kuriosa. Diesem Materialschatz nähern sich Ausstellung und Publikation auf erzählerische Weise, denn nur so machen die heterogenen Bilder, die alle einen hohen Qualitätsanspruch haben, die Herangehensweise des Sammlers nachvollziehbar. Geordnet werden die Bilder mit assoziativen Begriffen. Ausstellungsbeginn voraussichtlich: 12. Juni bis 17. Oktober 2021

Des Weiteren werden dann noch folgende Künstler*innen im Museum der Moderne und Rupertinum präsentiert:

„Teasing Chaos“ David Tudor / Mönchsberg 3. Juli 2021 – 9. Jänner 2022 David Tudor (1926 Philadelphia, PA, US – 1996 Tomkins Cove, NY, US) war in den 1950er-Jahren einer der führenden Pianisten und Interpreten zeitgenössischer Musik.

„The Disappointed Tourist“ Ellen Harvey / Mönchsberg 2. Oktober 2021 – 13. Februar 2022 Ellen Harvey (1967 Farnborough, GB) erforscht im Medium der Malerei u. a. das Phänomen der ästhetischen Nostalgie (warum ist das Vergangene das Schöne?), das unsere Wahrnehmung von und unseren Umgang mit Natur und Landschaft beeinflusst.

„Deep Time“ Marion Kalter / Rupertinum 23. Oktober 2021 – 27. Februar 2022 Wenn Marion Kalter (1951 Salzburg, AT) von Fotografie spricht, dann spricht sie eigentlich von Menschen.

„Das grafische Werk“ Heimo Zobernig/ Rupertinum 23. Oktober 2021 – 27. Februar 2022 Generali Foundation Studienzentrum Presented by Künstlerbücher, Kataloggestaltung und Grafikdesign sind ein zentraler Teil der künstlerischen Praxis von Heimo Zobernig (1958 Mauthen, AT).

„Gordon Matta-Clark“ 6. November 2021 – 27. März 2022 / Mönchsberg Presented by In Kooperation mit CCA – Canadian Centre for Architecture, Montréal Gordon Matta-Clark (1943 – 1978, New York, NY, US) zählt mit seinem radikalen gesellschaftskritischen und innovativen Werk zu den wichtigsten Künstlerpersönlichkeiten des 20. Jahrhunderts.

Kunst im Lift MönchsbergAufzug

Peter Land, The Staircase (1998)  bis 1. Februar 2021

Carola Dertnig, Strangers (2003) 2. Februar – 3. Mai 2021

Ferhat Özgür, The Will or The Ten Commandments (2009) 4. Mai – 2. August 2021

Robert F. Hammerstiel, I want you to want me I (2006) 3. August – 2. November 2021

Kurt Kren, 31/75 Asyl (1975) 3. November 2021 – 31. Jänner 2022

https://www.museumdermoderne.at/