steirischer herbst’2019

vom 19.September 2019 – 13.Oktober 2019

© Foto: Christa Linossi

Das interdisziplinäre Festival für zeitgenössische Kunst, das 1968 in einem herausfordernden politischen und geografischen Kontext gegründet wurde; in einem Land, das viele historische Leichen im Keller hatte, und in einer Stadt, die in einer Grenzregion des Kalten Krieges lag, steht wieder in den Startlöchern und eröffnet in Graz am 19. September 2019 seinen 52. steirischen herbst

Anna Clementi und Angela Wingerath bei Proben zu Zorka Wollnys Performance fürsteirischer herbst ’19, Berlin, 2019, Foto: Zorka Wollny 
Nedko Solakov, “a lost cold war spy, Skizze, 2019, courtesy the artist 

Ekaterina Degot (1958, Moskau) ist Kunsthistorikerin, Forscherin und Kuratorin und wurde 2018 für fünf Jahre zur Intendantin und Chefkuratorin des steirischen herbst bestellt. Der Schwerpunkt ihrer Arbeit liegt auf ästhetischen und gesellschaftspolitischen Fragen in Russland und Osteuropa vom 19. Jahrhundert bis zur postsowjetischen Ära.

2018 startete Ekaterina Degot mit ihrem kuratorischen Team das Projekt VOLKSFRONTEN mit den vielfältigen und ambivalenten Bedeutungen dieses Begriffs. Thematisiert wurden die Geschichte und das aktuelle politische Klima in Österreich und Europa. Somit schließt das Festival 2019 unmittelbar daran an und geht den zerstörerischen Widersprüchen und dem unheimlichen Charme des Habsburgischen Europa sowie seiner Bedeutung für den Rest der Welt tiefer auf den Grund. Das Kernprogramm des steirischen herbst’19 trägt den Titel „Grand Hotel Abyss – Grand Hotel Abgrund“.

Eine schlagende Metapher „Grand Hotel Abgrund“, so nannte der ungarische Philosoph Marxist Georg Lukács, nicht zuletzt wegen ihres teilweise großbürgerlichen Hintergrunds, die Intellektuellen und Kulturschaffenden des „Instituts für Sozialforschung“, jener berühmten „Frankfurter Schule“, welcher die gesellschaftskritische Sozialwissenschaft entscheidende Impulse verdankt.

Ian Hamilton Finlay, Neoclassicism Needs You, Postkarte, Ort und Jahr unbekannt, courtesy of the Estate of Ian Hamilton Finlay 

Auszug aus dem Pressetext „steirischer herbst‘19“

„Der tägliche Anblick des Abgrunds, zwischen behaglich genossenen Mahlzeiten oder Kunstproduktionen, kann die Freude an diesem raffinierten Komfort nur erhöhen.“ Lukács´ Bild entspricht der Selbstdarstellung von Graz und dem umliegenden österreichischen Bundesland Steiermark als Genussregion, als kulinarische und ästhetische Wohlfühlzone. Graz und die Steiermark gehören zu den zahlreichen Blasen aus gehobener Gastronomie, Wellness und Bio-Komfort, die in Zeiten zunehmender Ungleichheit entstehen – Orte, die maßgeschneidert sind für Geschäftsreisende und Kulturtourist*innen, wo das Lob traditioneller Erzeugnisse beängstigende, Krypto nationalistische Untertöne hat und der Abgrund der radikalen gesellschaftlichen Exklusion, der Wirtschaftskrise und des entfesselten militärischen Konflikts lauert und in Zeitlupengeschwindigkeit näherkommt. Grand Hotel Abyss nimmt diese Situation als Ausgangspunkt für eine umfassendere Betrachtung des Hedonismus in Zeiten der nahenden Apokalypse. Das Festival blickt zurück auf seine Vorgeschichte in den turbulenten Tagen des beginnenden Kalten Krieges, als britische Offiziere, darunter auch der junge John le Carré, das Hotel Wiesler – das damals einzige wirkliche Grand Hotel der Stadt – übernahmen und ihr Hauptquartier im Palais Attems aufschlugen, in dem sich heute das Büro des steirischen herbst befindet. Das diesjährige Programm erzählt Geschichten über die Wohlfühlpolitik des Nationalsozialismus, über sexuelle Praktiken der Zukunft, über die unmögliche Entscheidung zwischen Faschismus und Nationalsozialismus, die Tirol in den 1930er-Jahren aufgezwungen wurde, und über Handelssanktionen für landwirtschaftliche Produkte im heutigen Russland – und es spult vor in eine dystopische Zukunft, in der die bestehenden Kulturinstitutionen der Stadt in Cafés umgewandelt werden.“

Jakob Lena Knebl, Richard (2019), Foto: Christian Benesch 

„Grand Hotel Abyss“ eine Fiktion? Der steirische herbst’19 wird zur Eröffnung am 19. September 2019 bei einer Abendveranstaltung überraschende Ereignisse liefern und sich anschließend in der gesamten Stadt zu einem vierwöchigen, dicht gewobenen kuratorischen Narrativ aus Performances, Bühnenproduktionen, Installationen und Filmen von KünstlerInnen aus aller Welt weiterentwickeln.

Diesmal gibt es auch eine Kooperation mit dem Literaturhaus Graz und der steirische herbst’19 nutzt das Literaturhaus erstmals als Ausstellungsort. Konzipiert wird eine Installation von Ekaterina Degot und David Riff mit dem Titel „The Life and Adventures of GL“ welches einen künstlerisch-kuratorischen Blick auf die Fiktionen und Mythen um Georg Lukács und seine titelgebende Metapher des Hotels am Abgrund wirft. Des weiteres kooperieren beide Institutionen für ein dreitägiges Festival mit dem Titel „Weltmaschine Österreich“. Die „Weltmaschine Österreich“ ist die Erfindung des oststeirischen Bauern Franz Gsellmann. https://www.steiermark.com/microsites/gsellmann-weltmaschine

Eines ist sicher, es wird wieder ein spannender „steirischer herbst‘19“ vom 19. September bis 13. Oktober 2019 mit seinem „Grand Hotel Abyss“ in Graz und der Steiermark, mit Parcours, Kunstwerken, Installationsprojekten und Filmproduktionen.

Vor 51 Jahren gegründet, bietet das Festival immer wieder neuen Produktionen eine Plattform, die öffentliche Debatten auf unterschiedliche Art und quer durch alle Disziplinen und Medien zu provozieren und konturieren. Der steirische herbst der sich immer wieder neu erfindet und die begrifflichen Grundlagen, was Kultur für das Zeitgenössische bedeuten könnten, neu definiert. Graz die Kulturstadt der Avantgarde.

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https://www.steirischerherbst.at

VOM HÖHENRAUSCH ZUM …..

2019 wechselt das OK Kulturquartier vom HÖHENRAUSCH zum SINNESRAUSCH (hier geht es um Wahrnehmung)

Hauptaugenmerk liegt auf Punkte, Linien und sphärische Blasen, die sich bewegen, spannen und sich über ganze Räume stülpen. Ein Punkt geht spazieren, eine Linie gilt als Leitfaden, die Sphäre der Sinne und alles ist in Bewegung.

VIDEO: Sinnesrausch / OÖ Kulturquartier /

Das sind meine Highlights in dieser Ausstellung:

Der erste Raum dieser Ausstellung wird vom Künstler Achim Freyer bespielt und er bringt den Raum in seiner theatralen Installation „auf den Punkt“. Das Projekt nennt sich „Verschüttungen – die Dekade des Pythagoras, 2019“. Eine schwarze schräg gestellte Wand verweist auf Punkt-Elemente die auf die Namen Erde, Schwefel, Quecksilber, Mond, Feuer, Salz und Luft hinweisen. Inspiriert wurde er von Pythagoras (er befasste sich mit dem antiken griechischen Philosophen und Mathematiker), der mit zehn Punkten in Dreiecksformation sowohl das Dezimalsystem als auch die Welt hierarchisch-mathematisch definiert hat, inszeniert er räumliche „Verwehungen“ aus Punkt, Linie, Farbe und Täuschung. Auf die Frage hin ob die Erde (im Universum ebenfalls nur ein Punkt) für ihn als Ausgangspunkt für seine Arbeiten war. Exakt, es war der Ausgangspunkt für seine zahlreichen Arbeiten, die er immer weiterentwickelte.

Künstler Achim Freyer / Foto: © Christa Linossi
Achim Freyer, Verschüttungen – Die Dekade des Pythagoras, 2019, Foto: Otto Saxinger

Freyer wurde 1934 in Berlin geboren, studierte Grafik und war Meisterschüler für Bühnenbild von Bertold Brecht. Als bildender Künstler war er zweifacher documenta Teilnehmer und ist auf vielen internationalen Ausstellungen vertreten. Achim Freyer lebt und arbeitet in Berlin. https://www.achimfreyer.com/

William Forsythe, City of Abstracts, 200, Foto: Otto Saxinger

Eine sehr interessante Videoinstallation ist die Arbeit von William Forsythe mit dem Titel „City of Abstracts, 200“ Der Künstler 1949 in New York geboren, lebt und arbeitet in Frankfurt am Main.

William Forsthe konzipierte für das OK Kulturquartier eine interaktive Videoinstallation und nähert man sich der interaktiven Installation, so wird der Körper (BesucherInnen) auf eine Videowand projiziert und durch die Bewegung entsteht ein Tanz in Form von Linien und abstrakten Formen. Die Installation lädt dazu ein, mit ihr zu spielen und durch eigene Bewegungen des eigenen Körpers eine gemeinsame, spontane Choreografie zu schaffen.

William Forsythes gilt als einer der bedeutendsten zeitgenössischen Choreografen und Tänzer. „Choreografische Objekte“ nennt er seine interaktiven Skulpturen, welche die Grenzen zwischen den Disziplinen digitale Kunst, Installation, Plastik, Performance und Tanz verschwimmen lassen.

https://www.williamforsythe.com

Urgent.Agency, Common Clearings, 2019, Foto: Otto Saxinger

Urgent.Agency „Common Clearings, 2019“

Für die OK hat das Designstudio eine eigenartige Installation geschaffen. Es handelt sich um rote Stoffbahnen die wie Vorhänge auf Trägern auf dem Dach der OK installiert wurden und so schafft es eine Komposition mit wehenden und sich optisch überlagernden Stoffbahnen eine Welt aus Farbe. Bewegt man sich selbst durch die Stoffbahnen, ergibt dies ein eigenartiges Gefühl einer gewissen Freiheit und doch wieder nicht. Man könnte auch darinnen verweilen, ein Buch lesen, seinen Gedanken nachhängen oder…? Es ist wie eine Kollektive Lichtung die sich auf die Suche nach einem gemeinsamen, freundlichen Ort, um sich im übertragenen, aber auch wörtlichen Sinn zu (ver-)sammeln.

Urgent.Agency arbeitet als interdisziplinäres Designstudio in Kopenhagen und Oslo. Zu den Projekten von Urgent.Agency gehören Forschungs- und Entwicklungsarbeiten, Strategie, Stadtplanung, Markenindentität, Grafikdesign, Raumgestaltung, Bücher und Kommunikationsarbeit – oft auch in Kombination untereinander.  www.urgent.agency.

Gianni Colombo Spazio Elastico, 1967-1968 Elastische Schnüre, Schwarzlicht, elektrische Motoren Dimensionen variabel

Gianni Colombo, Spazio elastic, 1967-68, Foto: Otto Saxinger

Ein eigenartiges Gefühl löst ein weiterer Raum beim Besucher aus, man betritt eine dunkle Kabine in der sich ein UV-Licht reflektierendes Raster aus Fäden, das mechanisch betrieben und bewegt wird, zwischen Wand, Boden und Decke, spannt. Dieses fluoreszierende Fadennetz verändert sich durch die Bewegung so dass dieser Raum selbst in Bewegung gerät und somit „elastisch“ wird.

Durch die stete Verformung dieses Netzes aus Lichtlinien tauchen die BetrachterInnen in einen sich unablässig neu definierenden Raum ein.

Gianni Colombo war einer der bedeutendsten Vertreter der kinetischen Kunst in Italien und Mitbegründer der Gruppo T deren Anliegen es war, tempo („T“), also die Zeit, aber auch das Publikum mittels Bewegung einzubinden. Mit seinem Ambiente – betretbaren Räumen mit schiefen Böden und Säulen -, Bariestesie (Treppen) oder den Spazi elastici konzentrierte sich Colombo ab 1964 zunehmend auf die räumliche Wahrnehmung. *1937 in Mailand/It, + 1993 in Melzo/I T, lebte und arbeitete in Mailand und Wien/AT   http://www.archiviogiannicolombo.org/en/ Marino Apollonio Spazio ad Attivazione Cinetica, *1966 – + 2015

Ein überdimensionales optisches Phänomen, das aus nächster Nähe zu betrachten und zu nutzen ist, entfaltet seine optische Wirkung erst durch die unterschiedlichen Blickwinkel.

Katharina Lackner, Landeshauptmann Thomas Stelzer und Direktor Martin Sturm (v.l.n.r.) (Foto: Land OÖ/ Stinglmayr)
Marina Apollonio Op-ART/ Foto: © Christa Linossi

Op-ART ist die in den 1950er-Jahre entstandene Kunstrichtung, die optische Täuschungen durch musterähnliche Wiederholungen entstehen lassen. Marina Apollonio zählt zu den Pionierinnen der Op-Art. Für den Sinnesrausch wurde dieser konzentrische Kreis installiert, der die Perspektive von oben auf das Schwarz-Weiß GEHALTETE GRAFISCHE Muster den Sehsinn herausfordert.

Beim Betrachten geraten die schwarzen Linien vor der leuchtend weißen Grundfläche scheinbar in Bewegung. Die grafische Textur der Boden-Installation aktiviert sich ins Räumliche und wirkt wie eine fließende, elastische Welle.

Mit einfachen Mitteln schafft die Künstlerin auch hier Strukturen, die sich vor den Betrachterinnen in dynamische Bilder verwandeln. Schwarz-weiß flimmernd, gipfelt die physikalische Wirkung des Bewegtbilds in Nachbildern, die direkt auf das Bewusstsein einwirken. Die italienische Künstlerin entwickelt elementare Formen, die sich gegeneinander verschieben und überraschende Bewegungs- und 3D-Effekte somit auslösen. *1940 in Triest/IT, lebt und arbeitet in Venedig/IT https://arthive.com/artists/78084~Marina_Apollonio/works

NUMEN / FOR USE   Tube Linz 2019

Begehbare Installation Auftragsarbeit OÖ Kulturquartier

Die BesucherInnen werden bei TUBE Linz zu Akteurinnen, die sich in einem Geflecht aus Linien neue Perspektiven erschließen und in der gemeinsamen Bewegung miteinander „vernetzen“.

Numen/For Use, Tube Linz 2019 Foto: Otto Saxinger
Numen/For Use, Tube Linz 2019 /Foto: © Christa Linossi

Raumergreifend hat sich das Konstrukt aus Sicherheitsnetzen wie ein Parasit in der Stahlstruktur des voestalpine open space eingenistet und verwandelt ihn in ein sinnliches Erlebnis, das allerdings körperlichen Einsatz verlangt: Hier darf geklettert werden! Tunnelartige Gänge führen zu organisch anmutenden Kammern, Orten der Kontemplation, die das Gefühl des freien Schwebens suggerieren. Hoch hinauf führen die grobmaschigen Schläuche und eröffnen von dort wiederum unbekanntem, neuem Blickwinkel.

Numen/For Use, Tube Linz 2019 und Direktor Martin Sturm darin gefangen? /Foto: © Christa Linossi

Numen/For Us ist ein Kollektiv, das in den Bereichen Konzeptkunst, Szenografie, Industrie- und Raumgestaltung sowie Kunst arbeitet. Seit 2008 konzentriert es sich auf die Konfiguration von Objekten und Konzepten ohne vordefinierte Funktion, was hybriden und experimentellen Arbeiten.

*1998 gegründet, Sven Jonke Berlin/DE; Christoph Katzler Wien/AT und Nikola Radeljkovic ZagrebK/HR http://www.numen.eu/

Beginnen sie mit dem Punkt und spazieren sie mit ihm zur Linie und diese Linie führt wiederum als Leitfaden durch die Ausstellung. Die Ausstellung ist auf alle Fälle SEHENSWERT, sie bereuen es nicht, wenn sie sich diesem SINNESRAUSCH hingeben.

http://www.sinnesrausch.at/

NOW OR NEVER

Sommerszene 2019 vom 17. – 29. Juni 2019

Somerszene Salzburg 2019 Marco Döttlinger_Euch sprechen die Steine_Foto: © Bernhard Müller

Somerszene Salzburg 2019 Marco Döttlinger_Euch sprechen die Steine_Foto: © Bernhard Müller

Die Sommerszene startet heuer mit dem Thema „Now or Never“ das Festival in Salzburg und zeigt wieder performative Künste.

Video © Sommerszene 2019 / Szene Salzburg

Im Zentrum des Programms stehen wieder Inhaltliche und ästhetische Vielfalt der Bühnenkünste im Mittelpunkt. Mit insgesamt 14 Produktionen, davon sind 5 Uraufführungen und 5 österreichische Produktionen. Die Produktionen aus neun verschiedenen Ländern überwältigen mit fulminantem Tanz und bildstarken Inszenierungen. Die österreichischen Choreographen_innen, Performer_innen und Theatermacher setzen sich mit dem Stadtraum genauso auseinander, wie mit den Bühnen an verschiedenen Schauplätzen. Des Weiteren eröffnen sich auch neue Fragestellungen zu gesellschaftspolitischen und sozialen Themen.

Eröffnet wird die Sommerszene mit der Produktion RULE OF THREE choreographiert wird das Stück von dem international gefragten Choreographen Jan Martens. Lt. Pressetext „Das Stück ist eine ungebändigte Mischung zwischen Bewegungs- und Musik-Meditation und wechselt dabei zwischen Stille und Explosion, Exaktheit und Intuition, Gefühl und Verstand. Das exzellente Tänzertrio lässt sich dabei von der perkussiven Live-Musik des amerikanischen Komponisten NAH antreiben. Jan Martens gelingt ein rebellisches, leidenschaftliches und furioses Stück Choreografie, das sich irgendwo zwischen Konzert-Performance, Kurzgeschichtensammlung und Facebook-Pinnwand, zeitgenössischen Dramen und Alltagsereignissen positioniert“.

Dieser energetische Tanz und seine expressiven Gesten klingen vielversprechend.

Produktion von Jan Martens RULE OF THREE: Video © Sommerszene 2019 / Szene Salzburg

Interessant dürfte auch die Inszenierung von dem Salzburger Choreograph und Regisseur Hubert Lepka werden. Hier handelt es sich um eine Uraufführung HERDE und STALL. Eine Handvoll Tänzer_innen und Schauspieler_innen hausen mit einer Handvoll Geißen, Kitzlein, Kalb und Geflügel in einem gemeinsamen Gehege. Sie bilden eine kleine Herde, zuerst als Probe im öffentlichen Raum bei der Pferdeschwemme, dann im Theater er SZENE. Die Pferdeschwemme wird an zwei Tagen zur öffentlichen Probebühne. Es ist ein markanter Punkt und natürlich auch ein touristischer Hotspot in der Salzburger Altstadt. Lepka ging es bei diesem Projekt um die Beziehung zwischen Menschen und Natur, Ackerbau und Viehzucht. Als Vorlage zu diesem Stück diente, die Erzählung aus dem Alten Testament von Abraham und dessen Sohn Isaak. Musikalischer Untermalung bedient man sich von Kirchenmusik und zeitgenössischer Elektronik.

Mit FOUND POEMS wird die in Wien beheimatete Choreographin und bildende Künstlerin Andrea Maurer poetische Kunst präsentieren. In Kurzlesungen (Dauer ca. 15 Minuten) wird sie Programmtexte zum Festival, als objet trouvés in buchstäblicher Zerlegungsarbeit zu miniaturhaften Text-Skulpturen umbauen. Dies kann passieren am Gehsteig, hinter einem Mauervorsprung, auf einer Treppe oder neben einer Sitzbank. Es wird eine Vorstellung in einer Programmtextzerlegungs-Intervention zwischen Dada, konkreter Poesie und Situationismus sein.

Was kommt auf Salzburg dem NEUTOR, dem in letzter Zeit viel Aufmerksamkeit gewidmet wurde, zu? Mit dem Titel Euch sprechen die Steine inszeniert der in Salzburg beheimatete Komponist Marco Döttlinger, eine Klanginstallation. Er wird den Fußgänger- und Fahrradtunnelweg des Neutores zum Schwingen bringen. Die Wörter Te saxa loquuntur (Dich sprechen die Steine) über dem Ostportal des Tunnels inspirierten ihn zum Titel. Konkrete Klänge, die vor Ort für diese Arbeit aufgenommen wurden, dienen dabei als Ausgangsmaterial. Mit konkreten Klängen und komponierten Instrumental-Passagen wird somit eine akustische Verdichtung geschaffen.

Wieder bespielt wird zum Festival auch der Bahnhofsvorplatz während der Sommerszene. Große fortbewegende Skulpturen aus Körpern und Objekte werden den Bahnhofsvorplatz in Besitz nehmen. Die Choreographin Ingri Fiksdal macht mit ihrer Reihe Diorama, in der sie eine spezifische Ansicht natürlicher und urbaner Landschaften in verschiedenen Städten und Kontexten inszeniert, erstmals auch in Salzburg Station. Es besteht aus formaler Ästhetik und gelungener Verschmelzung aus Tanz, Sound, Licht und Kostümen.

Ein weiteres dialogisches Format ist SEHEN UND SPRECHEN oder WATCH & TALK bei dem sich Künstler_innen, Expert_innen und Publikum im Anschluss an die Vorstellungen im SZENE Theater über Inhalt, Form, Arbeitsweise, Ästhetik und Kontext der Stücke austauschen können.

Neu ist auch, ein STAMMTISCH, der an 4 Abenden stattfinden wird. Zwei Gastgeber_innen erwarten SIE und SIE können sich mit den Künstler_innen und Expert_innen aus unterschiedlichen Bereichen über Kunst, Alltag, Kultur und Gesellschaftspolitik diskutieren.

Termine:


Good to Know

Die Programmpräsentation Good to Know der Sommerszene bietet allen Interessierten die perfekte Gelegenheit, um sich einen detaillierten Überblick über die eingeladenen Stücke zu verschaffen. (Di 21. Mai, 19.00 Uhr, SZENE Theater, Eintritt frei, Anmeldung: info@szene-salzburg.net)

Die Sommerszene ist mit Sicherheit heuer sehr spannend, brechen sie aus dem Alltag aus und tauchen sie in eine andere Welt ein und holen für sich das Beste heraus.

www.szene-salzburg.net

CAMERATA Salzburg Programm 2019/2020

Orchester CAMERATA Salzburg /© Pia Clodi

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MUSS SEH’N

SALZBURGER MUSEUMSWOCHENENDE am 18. Und 19.Mai 2019

Interessieren Sie sich für Museen? Ja, dann sollten Sie den Termin am 18.Mai und 19.Mai 2019 in Salzburg wahrnehmen.

Zum 5. Mal laden Museen und Sammlungen in Stadt und Land ein, die Kunst- und Kulturschätze, welche die Salzburger Museen in Stadt und Land zu bieten haben, kennenzulernen. Geboten werden von 10:00 Uhr bis 17:00 Uhr spannende Sonderprogramme und Veranstaltungen bei FREIEM EINTRITT.

Zwei besondere Tage in 54 Museen mit einem umfangreichen Rahmenprogramm. Die Vielfalt und der Ideenreichtum der einzelnen Häuser zeigen sich heuer wieder in dem reichhaltigen Angebot für Jung und Alt.

Am Samstag, 18. Mai 2019 werden als Auftakt des Salzburger Museumswochenende die Tore der neun Museen in der Stadt Salzburg sowie das Salzburger Freilichtmuseum in Großgmain geöffnet.

Am Sonntag, 19. Mai 2019 werden 43 Regionalmuseen in allen Bezirken, Einblicke in ihre Kulturschätze und Kulturleben gewähren. Am stärksten vertreten sind der Flachgau mit 14 und der Pongau mit 12 Einrichtungen, gefolgt vom Tennengau und dem Pinzgau mit je 7 Museen und dem Lungau, mit 3 Institutionen.

Eine Museums-Roas im Flachgau und ein Kultour-Sonntag im Tennengau kann ebenfalls zu einem spannenden Erlebnis werden. Die „Museums-Roas“ im nördlichen Flachgau bietet einen kostenlosen nostalgischen Shuttle-Service im stilechten Oldtimer-Bus Mercedes O 321 H zwischen den Stille-Nacht-Museen in Arnsdorf und Oberndorf, dem Torf-Glas-Ziegel-Museum Bürmoos und dem Hochzeitsmuseum im Hellbauerhaus Göming an. Im Tennengau findet der „Kultour-Sonntag“ statt, zu dem sich 6 Museen zusammengeschlossen haben. Der Pinzgau wird mit einem Sonder-Dampfzug der Pinzgauer Lokalbahn zwischen Zell am See und Krimml – teilnehmende Museen in Kaprun, Niedernsill, Uttendorf, Mittersill und Bramberg – die Besucher zu den Museen bringen. Nähere Informationen zu den teilnehmenden Museen und zum Programm erhalten Sie unter  www.museumswochenende.at

Der etwas andere Familienausflug – wäre, dass nicht etwas? Gleichzeitig dabei die Kulturschätze von Stadt und Land kennenzulernen.

disastroso – shattering – niederschmetternd

disastroso © Christa Linossi aktuelle Arbeit 2019

KUNST als ein Teil der Ökologie…..

© Zeichnung Edgar Honetschläger

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Die neue LANDESGALERIE NIEDERÖSTERREICH wird im Mai 2019 in Krems feierlich eröffnet

AR_MarteMarte_Kunstmeile Krems <> Landesgalerie Niederösterreich/ Foto: © Faruk Pinjo

Kurzer Auszug  aus dem Jahr 2017 auf meinem Blog zum Thema Neubau Landesgalerie Niederösterreich (https://linossiartstory.wordpress.com/2017/04/19/ein-museum-fuer-den-blick-der-gegenwart/#more-2361)

Die Landesgalerie Niederösterreich wird ihren neuen Standort vor der Kunsthalle Krems einnehmen. Es entsteht ein komplett neues Gebäude in Krems/Stein in moderner Architektur die von den Architekten marte.marte entworfen wurde. Die Landesgalerie Niederösterreich wird sich dem Besucher mit weiten, lichtdurchfluteten Bögen öffnen und den Auftakt des Museumsbesuchs bilden.“ Weiterlesen

SZENE SALZBURG wird 50

 

Video 50 Jahre SZENE SALZBURG/ Tom Halwak

Die SZENE wurde in den 1969 als Gegenpol zur damals alleinigen Festspielkultur als Plattform für neue Kunstformen gegründet. Sie hat in den 70er Jahren entscheidend zur Etablierung eines innovativen Kulturklimas in Salzburg beigetragen und zahlreiche kreative Künstler_innen beflügelt.

M. Stolhofer, A. lechner, A. Winter/Szene Salzburg/Foto © Bernhard Müller

Die SZENE zog 1986 in das ehemalige Stadtkino (heute republic, Anton Neumayr Platz) in der Altstadt ein und präsentiert bis heute grenzüberschreitende Kunst und schafft innovative Formate in der Stadt Salzburg.

Stadtkino 1988 © Wolfgang Kirchner

Dieses Sommerfestival findet jährlich statt und versteht sich als Plattform für zeitgenössische darstellende Kunst. Gerettet hat die SZENE folgende Location: Petersbrunnhof, SZENE/republic/Stadtkino Haus und die Pernerinsel.

Die SZENE hat seit ihrer Gründung wichtige Orte für die Produktion und Präsentation von zeitgenössischer Kunst gewonnen. Die Konzerte, Tanzstücke und Theateraufführungen am Domplatz sorgten bei Publikum und Presse ebenso für große Aufmerksamkeit wie Projekte an ungewöhnlichen Aufführungsorten wie etwa dem Kapuzinerberg, der Festung Hohensalzburg oder der Kollegienkirche.

Das 50 Jahre Jubiläum soll nicht nur ein Erinnerungsprojekt zur SZENE werden, sondern auch die Gesellschafts- und Kulturgeschichte Salzburgs der letzten 50 Jahre beleuchten und das österreichische und europäische Umfeld, in der diese Kultur- und Präsentationsformen entstehen und wachsen konnten, einbeziehen.

Das Fest für die Kunst wird vom 8. bis 10. Oktober 2019 stattfinden.

https://www.szene-salzburg.net/

 

 

 

ARS ELECTRONICA 2019

Sujet Ars Electronica Festival 2019 / Illustration by Emiko Ogawa

2019 feiert die Ars Electronica ihren 40. Geburtstag und richtet den Blick naturgemäß nach vorn. Unter dem Motto „Out of the Box – die Midlife-Crisis der Digitalen Revolution“ begibt sich das Festival auf eine Expedition zur künstlerisch-wissenschaftlichen Vermessung unserer modernen techno-ökonomisch geprägten Welt, fragt nach unseren Zukunftsaussichten und Handlungsoptionen. Weiterlesen