GRAND HOTEL ABYSS …den sie wissen nicht, was sie tun!

steirischerherbst ’19

Alexander Brener und Barbara Schurz, Die Rede, 2019, Performance, Congress Graz, Foto: Liz Eve

Eine Bestandsaufnahme zum Festival steirischerherbst ’19 in Graz.

GRAND HOTEL ABYSS (Grand Hotel Abgrund) – eine treffende Metapher, die der Philosoph Georg Lukács in den 1930er- Jahren prägte, um das Lebensgefühl europäischer Intellektueller und Kulturschaffender angesichts des heraufziehenden Faschismus zu beschreiben. Entlang dieses Bildes nimmt der steirischerherbst ’19“ die Kombination von Urlaubsgenuss und politischer Krise zum Ausgangspunkt für eine umfassende Betrachtung des Hedonismus (https://neueswort.de/hedonismus/) in unruhigen Zeiten. Der Zeitpunkt hierfür könnte, betrachtet man die jüngsten politischen Ereignisse in Österreich, nicht besser gewählt sein.

Bojan Djordjev / Goran Ferčec, Ein Ort, der zwar als letzter kollabieren wird, jedoch unweigerlich kollabieren wird, 2019, Performance, Grand Hotel Wiesler, Graz, Foto: Mathias Völzke

Am Tag der Eröffnung (19. September 2019) reiste ich mit einer halbstündigen Verspätung von Salzburg nach Graz an, um doch noch rechtzeitig beim Presserundgang „steirischerherbst ’19“ teilzunehmen. Etwas leicht gestresst, da der Presserundgang bereits im Gange war, ist eine gewisse Spannung zu spüren, was wird dieses Jahr geboten.

Der Titel des Kernprogramms lautet dieses Jahr „GRAND HOTEL ABYSS“ klingt einerseits spannend und andrerseits habe ich wieder keine Ahnung was ich mir wirklich darunter vorstellen soll. Der „steirischerherbst ’19“ sticht mit seinem politischen Konzept hervor.

Bojan Djordjev / Goran Ferčec, Ein Ort, der zwar als letzter kollabieren wird, jedoch unweigerlich kollabieren wird, 2019, Performance, Grand Hotel Wiesler, Graz, Foto: Mathias Völzke

Dies ist die zweite Ausgabe von Intendantin und Chefkuratorin Ekaterina Degot. Die verschiedenen künstlerischen Beiträge bilden ein dicht gewobenes Erzählen in Form einer Darstellung, kurz auch narrativ genannt, dass sich in einer erweiterten Gesamtausstellung auf rund 30 Orte in Graz und der Steiermark erstreckt. Installationen und Performances, aber auch Diskursformate und Publikumsgespräche bilden einen übergreifenden Parcours durch Zeit und Raum. https://www.steirischerherbst.at/de/

Im Klartext, man muss für sich selbst entscheiden, was man sehen will und was Interessant sein könnte. Ich suchte ein paar Projekte heraus, wo auch bei einem Projekt meines Erachtens Kritik angebracht wäre.

Michael Portnoy, Progressive Touch: Series 1, Videostill

Dieses Projekt was ich kurz vorstelle – ist Skandalträchtig, zwar typisch für den „steirischerherbst ’19“ jedoch fehl am Platz, da es weder politisch noch mit Kunst zu tun hat. Es handelt sich hier um die Videoinstallation von Michael Portnoy in der List Halle.

Mit „Progressive Touch: Series 1“ (2019) will Michael Portnoy mit seiner neuen Mehrkanal-Videoarbeit dazu beitragen, dass Sex „besser“ wird. Dafür erforscht und erweitert er die Beziehungen zwischen menschlicher Sexualität, Choreografie und Musikkomposition und sagt der offenkundigen rhythmischen Eintönigkeit menschlicher Bewegungen und Gesten den Kampf an. Zu sehen in dieser Videoinstallation sind Homosexuelle und Lesben, dargestellt von einer Gruppe Performer*innen, die neue Sexpraktiken in einer abstoßenden Art für sich anwenden. Seine Idee ist, dass das Ergebnis Vereinigungen sind, die als opernhafte Prog-Rock-Kompositionen ebenso gut funktionieren wie als Übung, die man auch zu Haus ausprobieren kann. Was jetzt? Anleitung für besseren Sex? Anleitung für Homosexuelle und Lesben? Wo ist hier die Kunst? Oder betrifft es bereits den Abgrund, in dem sich die Menschheit bewegt? Oder sollte es mit ironischem Optimismus in den Abgrund führen? Wer sich dieses Video ansehen will: Helmut List Halle, Wagner Biro-Strasse 98a, 8020 Graz, Eintritt frei ab 18 Jahren.

Michel Portnoy (*1971, Wahsington, D.C.) kommt aus den Bereichen Tanz und Stand-up-Comedy. Er verbiegt und verdreht Sprache und Verhalten und erzielt damit oft einen brutal komischen Effekt. Er lebt in New York.

Die Installation „Rn“ im Forum Stadtpark ist deshalb interessant, weil sich das Künstler Duo Daniel Mann und Eitan Efrat mit dem Thema Wellness auseinandersetzt und in diesem Falle auch einer geheimen Geschichte der NS-Zeit über den therapeutischen Einsatz von radioaktivem Gas nachgehen und eine grausige Vorgeschichte zum Vorschein bringen.

Daniel Mann und Eitan Efrat, Rn, 2019, Installation, Forum Stadtpark, Graz, Foto: Clara Wildberger

Erzählt wird in dieser Videoinstallation von einem Heilstollen in der Nähe des österreichischen Kurortes Bad Gastein. Die Nazis ließen 1942 von Zwangsarbeitern einen Stollen graben, weil es um Gerüchte über Goldvorkommen geht. Statt Gold fand man Temperaturen von über 40 Grad sowie hochkonzentriertes Radon vor. Nach dem zweiten Weltkrieg wurde dieser Stollen in eine Heilstätte umgewidmet, die bis heute in Betrieb ist, obwohl eine medizinische Wirkung der Behandlung niemals nachgewiesen werden konnte.

Daniel Mann (*1983 Tel Aviv) ist ein Filmemacher und Wissenschaftler, dessen Arbeiten die Zirkulation von Bildern im Kontext von Kolonialismus und bewaffneten Konflikten untersuchen. Er lebt in London.

Eitan Efrat (*1983 Tel Aviv) ist ein Künstler, der in den Bereichen Video, Film, Installation und Malerei arbeitet. Eitan Efrat lebt in Brüssel.

Jeremy Deller, Putin’s Happy, 2019, Film, Künstlerhaus, Halle für Kunst & Medien, Graz, Foto: Mathias Völzke 

Im Grazer Künstlerhaus präsentiert der Londoner Künstler Jeremy Deller „Putin’s Happy“ (2019) sein Video, wo es um absurden Fremdenhass, irre Sehnsucht nach Abschottung geht. In seiner neuen Videoarbeit verschafft uns Jeremy Deller Einblick in die Verbreitung von Rechtspopulismus und möglicherweise auch Faschismus in Großbritannien. Fehlgeleiteter Patriotismus der auch zum Ergebnis des Brexit-Referendums beigetragen hat.

Jeremy Deller (*1966 London) ist ein Künstler, der die Grenzen der Kunst überschreitet, indem er mit und in größeren gesellschaftlichen Kontexten – insbesondere der Populärkultur – arbeitet.

Zum Kernprogramm „Grand Hotel Abyss“ wird der „steirischerherbst ’19“ noch von einem umfangreichen vielfältigen Parallelprogramm lokaler Kulturinstitutionen begleitet.

(https://www.steirischerherbst.at/de/program/2/grand-hotel-abyss#veranstaltungsorte)

Skandalträchtiges wie sich der „steirischerherbst ’“ im 20. Jahrhundert immer wieder gerne präsentierte, ist in den letzten Jahren eher verebbt und die politischen und künstlerischen Bewegungen, die an der Idee des Fortschritts hatten und sich durch besondere Radikalität gegenüber bestehenden politischen Verhältnissen oder ästhetischen Normen auszeichneten, finden bis dato nicht mehr statt. Der „steirischerherbst “ versucht sich zwar immer wieder neu zu erfinden und sich neu definieren, aber das Non plus Ultra ist noch nicht eingetroffen.  Vielleicht findet er zu seinen ersten Wurzeln zurück und ist wieder der große Vorreiter der zeitgenössischen Kunst, der Avantgarde.

Cibelle Cavalli Bastos, Sonja Khalecallon’s Theirstories of the Retro-Future GoGo Show, 2019, Performance, Congress Graz, Foto: Mathias Völzke

Nachträglich noch ein kurzer Auszug aus der Eröffnungsrede der Intendantin und Chefkuratorin Ekaterina Degot für ein besseres Verständnis für den diesjährigen „steirischerherbst ’19“:

 „Wir tragen den „Abyss“, den Abgrund, in unserem Namen. Er ist unsere Marke und unser Logo. In riesigen Neonlettern thront er auf unserem Dach. Wir führen ihn in unserer Anschrift, und er erwartet Sie überall außerhalb unserer Mauern. Wir wissen in Wirklichkeit nicht, was sich ganz unten in diesem Abgrund befindet, und wir können Ihnen nur davon abraten, es auf eigene Faust herauszufinden. Allerdings laden wir Sie nachdrücklich ein zu einer Übung im joie de vivre, zu einem ausgedehnten Wohlfühlerlebnis mit exquisiten ästhetischen, kulinarischen und kurtouristischen Genüssen, obendrein noch garniert und gesteigert durch den frisson der dunklen, schaudernden Ahnung, dass sich vielleicht da draußen, zur gleichen Zeit, gerade jetzt, eine Katastrophe zusammenbrauen könnte.
 
Der Abgrund draußen an der Schwelle zu unserem Hotel bringt es leider mit sich, dass dieses jeden Augenblick einstürzen oder sich als bloße Schimäre erweisen könnte – wie kürzlich erst unser Villen-Ableger auf Ibiza, von dem Sie vielleicht aus den Nachrichten erfahren haben: Der stellte sich mitsamt dem Thunfischtatar und dem Champagner und der wunderschönen Millionenerbin, die wir dort ebenfalls aufgeboten haben, bei Lichte und bei Tage leider als ein einziger großer Schmäh
heraus. Aber hatten die zahlenden Gäste nicht trotzdem eine Riesengaudi? Und war nicht einfach auch alles zu schön, um wahr zu sein? Genießen Sie unbedingt jeden Tag, als wäre es Ihr letzter! Ungefähr so könnte sich der Direktor eines imaginären Grand Hotel Abgrund an Sie wenden. Als Direktorin des steirischenherbst kann ich mich seinen Worten nur anschließen.“

steirischerherbst’19 läuft noch bis zum 13. Oktober 2019 in Graz

https://www.steirischerherbst.at/de/

SCHMIEDE19 Pernerinsel Hallein

Welcome to the PLAYGROUND OF IDEAS

Was ist die Schmiede19 eigentlich? Vielleicht denken sie an die klassische Schmiede, wie sie früher in fast jedem Dorf anzutreffen war? Nein!

Diese Schmiede ist es nicht, sondern im Kern ist die Schmiede ein kreativer Austausch, wo sich seit mehr als 10 Jahren jährlich internationale gut vernetzte Künstler, Wissenschaftler, Handwerker und IT-Spezialisten treffen.

Gründer: Rüdiger Wassibauer / Foto: Gabriele Krisch

Gründer der Schmiede waren die Brüder Rüdiger und Philipp Wassibauer, sowie Paul Estrela. Ihre Idee: Eine Basis für Künstler zu schaffen, um sich zu treffen, auszutauschen und zusammenzuarbeiten. Premiere war 2003 und seit dieser Zeit ist viel passiert und hat sich auch viel weiterentwickelt. Jedes Jahr pilgern über 200 Kreative aus allen Kontinenten der Welt nach Hallein zu den inspirierenden Gemäuern der Saline. Sie sind alle weltweit miteinander vernetzt, so arbeiten Künstler, Musiker, Handwerker, Videokünstler, Produzenten und Wissenschaftler miteinander, tauschen Ideen aus, sind sich gegenseitig behilflich und erarbeiten so neue interessante Projekte.

Game-Changer #1: Rüdiger Wassibauer/Schmiede Hallein
wirtschaftskammersbg Game-Changer #1: Rüdiger Wassibauer/Schmiede Hallein

Großes wird geschmiedet und auch umgesetzt. Die etwas andere Schmiede. Als Laie, braucht man schon einige Zeit, um den Sinn der Sache zu begreifen.

Wir leben in interessanten Zeiten, Fakten werden vom Bauch bestimmt. Die Schmiede ist ein Player wo Freude, Freundschaft über die Grenzen hinweg stattfindet und wo Kooperationen auf Motivation und Vertrauen ineinander-fliesen.

Das kooperative Kunst- Arbeitsfestival Schmiede19 rotiert 2019 um das Thema der Verbesserung, persönlich wie gesellschaftlich. Neben dem zehntägigen geschlossenen Gruppenprozess, welcher in die Werkschau am Freitag, 20. September 2019 mündet, bietet die Schmiede19 parallel die unterschiedlichsten öffentlichen und kostenfreien Programmpunkte: Ausstellungen, Konzerte, Gespräche, Jamesessions, Buchpräsentationen und vieles mehr. http://schmiede.ca/

We play Change….Ausschnitt aus den Werksräumen /Foto: Christa Linossi
We play Change….Ausschnitt aus den Werksräumen /Foto: Christa Linossi

Einige Teilnehmer sind schon zum vierten Mal mit Interaktionsdesign aus allen Richtungen bei diesem MedienKulturFestival in Hallein dabei. Es handelt sich hier um die Gruppe „Studio 3 – Mensch – Computer Interaktion“. Während des Jahres ist Studio 3 ein Veranstaltungsort wie auch ein Kollektiv, zum Erstellen, Teilen, Inspirieren, Diskutieren, Bilden, Denken und Durchführen mit dem Ziel, künstlerische Praktiken als Mittel der (Human-Computer Interaction-) Forschung zu nutzen und zu fördern. Studio 3 ist auch ein Teil des Zentrums für Mensch-Computer Interaktion der Universität Salzburg.

Zwischen Kunst und elektronischem Basteln ist zum Beispiel TINKERLAB ein Ansatz, die sich mit praktischen Ansätzen, physische Dinge handwerklich und mit der Unterstützung von Software umsetzen lassen. Hier entstehen Objekte, die man berühren kann, die von Motoren bewegt und von Mikroprozessoren gesteuert werden, Geräusche machen und kommunizieren können. Das Tinkerlab ist eine Initiative von subnet und dem dolab.

Christian Schratt (Schmiede-Urgestein) hat hier eine Talkshow-Inszenierung als Projekt ins Leben gerufen. Mit dem ernsten Hintergrund Nachhaltigkeit. Der Moderator sitzt auf einem Rad, der Gast auf dem Nebenrad und beide radeln und während des radelns wird einiges in Gang gesetzt, ob Gespräch oder irgendein technisches „etwas“ wird am 19.09.2019 um 20:30 in der Saline zu sehen sein. Foto: Christa Linossi

Schmiede ist eine kooperative Prototyping-Umgebung, die sich auf Kunst, Hacking und Unternehmertum konzentriert. Ein Ort, an dem die Ideen zum Tragen kommen.

Interessiert? Freitag, 20. September 2019 findet die SchmiedeWerkschau 2019 auf der Pernerinsel Hallein statt. Das Publikum erhält die Gelegenheit, die Ergebnisse der Schmiede19 besser zu sehen, zu verstehen und als Abschluss von zehn intensiven Arbeitstagen präsentieren die 250 TeilnehmerInnen ihre Arbeiten in einer großflächigen Werkschau und verwandeln die Saline in eine Kunst- und Wunderkammer.https://www.salzburg.info/de/veranstaltungen/veranstaltungsorte/pernerinsel

KUNST ins Land eini schau ‘n….

Manfred Daringer Zeichnung / Foto: Christa Linossi

Einmal den Blick von den großen Kunstmessen, Galerien, Museen in den Metropolen abwenden und einmal in kleine Dörfer schauen. Sich auf Spurensuche von Künstlern, die nicht das GELD vor Augen haben, sondern nur Kunst machen wollen, dafür bin ich immer gerne unterwegs, um ein verstecktes Juwel ausfindig zu machen. Es gibt sie, diese Künstler, und sie können durchaus mit den berühmtesten in der Welt konkurrieren.

Auf meiner Querfeldein-Reise durch das Innviertel in Oberösterreich entdeckte ich eine Künstlerfamilie. Die Daringer, drei Generationen von Malern und Bildhauern haben den Ort Aspach geprägt, ein 2000-Seelen-Dorf und bildende Kunst ist untrennbar hier mit dem Namen DARINGER verbunden. https://www.daringer.at/aspachbesuchen  

So entdeckte ich das DARINGER Kunstmuseum in Aspach. Ausgestellt sind Skulpturen, Zeichnungen des Bildhauer Manfred DARINGER. Manfred Daringer, war ein waschechter Aspacher, der nur für seine Kunst lebte (leider verstarb er 2009 an Lungenkrebs) Seine Leidenschaft zur Kunst wiederspiegelt sich auch in seinen Arbeiten.

Manfred Daringer Der Bildhauer/ Foto: Kunstmuseum DARINGER
Foto: Kunstmuseum DARINGER

Manfred Daringer stammt eben auch aus der Künstlerfamilie und hier ein kurzer Rückblick: Begonnen hat alles mit Prof. Engelbert Daringer (1882-1966) einem akademischen Kunstmaler, der zu den Gründern der Innviertler Künstlergilde zählte und sich vor allem als Kirchen- und Freskomaler einen Namen machte. Das wichtigste Profanwerk Daringers ist der Hochzeitsfries am ehemaligen Braugasthof Hofmann in Aspach aus dem Jahr 1926 – eine einzigartige malerische Schöpfung.

Foto: Kunstmuseum DARINGER

Sein Neffe Franz Daringer (1908-1999) ging bei Engelbert Daringer in die Lehre und wurde ebenfalls ein bekannter Kirchenmaler und Restaurator. Er restaurierte mit seinen Mitarbeitern über 150 Kirchen und Kapellen in Ober- und Niederösterreich sowie Salzburg.

Foto: Kunstmuseum DARINGER

Der dritte im Bunde war Franz Daringers jüngerer Bruder Otto Daringer (1913 – 1998). Er übernahm seinerzeit die väterliche Fassbinderei im alten Schloss von Wildenau, doch auch er war der Kunst verfallen. Sein Schwerpunkt: er war Holzbildhauer aus Leidenschaft und schuf zahlreiche Kruzifixe, u.a. das große Friedenskreuz an der Pfarrkirche Aspach, Madonnen und Heiligenfiguren.

Foto: Kunstmuseum DARINGER

Der letzte im Bunde der DARINGER‘S war der Sohn von Otto Daringer, Mag. Manfred Daringer (*1942 und + 2009 ) . Dieser machte die Kunst zur Profession. Er besuchte er die Bundesfachschule Hallein, Abteilung Bildhauerei, anschließend die Kunstschule Linz (Bildhauerei) und danach studierte er an der Akademie der bildenden Künste in Wien bei Prof. Fritz Wotruba. 1975 erhielt er den Wotruba-Preis. https://www.daringer.at/wotruba-preis

Manfred Daringer war einer der außergewöhnlichsten Bildhauer des Landes und arbeitete mit Holz und Stein in verschiedenen Varianten. Die großen Themen für Manfred Daringer waren Liebe, Leid und Tod. Daringer gelingt es in einer klaren Formensprache diese Themen in seinen Skulpturen sichtbar zu machen. Er verstand es auch, aus einem Stück Mamor, einen geformten Körper mit den sanft hügeligen Landschaften des Innviertels ineinander zu verschmelzen.

Körper-Landschaften Marmor Manfred Daringer / Foto: Christa Linossi

Ein weiteres Highlight ist ein weiblicher Torso – aufgeschnitten – aus Marmor, in dem sich das „werdendes Leben“ – gefasst in Blattgold – sichtbar wird. Diese Skulptur regt zum Nachdenken an. Wir sehen den weiblichen Körper immer nur als Kunstakt oder als Objekt der Begierde. Aber haben wir uns schon einmal Gedanken darüber gemacht, dass dieser Körper das Leben auf Erden hervorbrachte und es auch weiterhin tut? Dies ist, was mich an dem Künstler Daringer fasziniert, seine Skulpturen sind nicht nur Objekt, sondern sie sind tiefgründig und das macht für mich den eigentlichen Künstler aus.

weiblicher Torso Marmor Manfred Daringer „Werdendes Leben“ / Foto: Christa Linossi

Es gibt viele interessante Arbeiten im Kunstmuseum zu sehen, aber alle aufzuzählen, wäre zu viel. Jedoch an diesem Objekt halte ich noch fest, eine aus Terrakotta gefertigte Figur. Ein sitzender Mensch, der gerade über sich und die Welt wahrscheinlich nachdenkt. (Auch der Titel ist getroffen DENKER) Sitzen wir den nicht oft so, in Gedanken versunken, um den Sinn des Lebens zu erfassen, oder einfach Nachdenken über vieles, Lösungen finden wollen?

DENKER Terrakotta Manfred Daringer / Foto: Christa Linossi

Manfred Daringer war ein wahrer Künstler, der nicht für die Geldmaschinerie am Kunstmarkt tätig sein wollte, obwohl er sicher viele Kunstsammler hatte, aber im war Aspach wichtig und am wichtigsten sein Atelier, wo er seine Ideen und sein inneres Empfinden herausarbeiten konnte.

MENSCH IN LANDSCHAFT Marmor Manfred Daringer / Foto: Christa Linossi

In der heutigen Kunstszene geht es hauptsächlich darum, wer die beste Marketingschiene hat, die beste Galerie, den besten Förderer oder Lobbyist, spielt im 21. Jahrhundert in der Szene mit, ob nun Kunst gleich Kunst ist, sollte außerdem einmal hinterfragt werden.

Manfred Daringer’s letztes Statement zu seiner Kunst: „Das Einzige, was ich zu hinterlassen habe, ist eine geistige Haltung, die weiterwirkt – erfahrbar durch das Gemachte“.  

(Der Künstler verstarb 2009 leider an Lungenkrebs)

Ich werde mich weiterhin auf Spurensuche begeben…

https://www.daringer.at/lebensweg

Kunst ist nicht gleich Kunst…..

OMER FAST DER OYLEM IZ A GOYLEM

Foto: Courtesy of the artist. Produktionsstill / Production still by Vega Fang.

Kunst ist nicht gleich Kunst, sie sind an der Ausstellung OMER FAST        DER OYLEM IZ A GOYLEM im Künstlerhaus interessiert? Sie werden staunen, was sie dort erwartet!

Ich begab mich ins Künstlerhaus um mir die Videos des Künstler Omer Fast (Ein Film davon DER OYLEM IZ A GOYLEM wurde im März 2019 in Salzburg in Werfen gedreht) ansehen.

mer Fast, Der Oylem iz a Goylem, 2019, Produktionsstill. 
Produziert vom Salzburger Kunstverein.
Foto: Courtesy of the artist. Produktionsstill / Production still by Stefan Ciupek.

Wundern werden sie sich auch, dass sie von einer Angestellten des Künstlerhauses durch die Ausstellung begleitet werden und sie mit ihnen in einen Dialog tritt, um ein besseres Verständnis für die Ausstellung zu bekommen.

Wie üblich wollte ich die Ausstellungsräumlichkeiten betreten, vom normalen Eingang keine Chance, man muss den rückwärtigen Eingang nehmen und dann kommt die große Überraschung, man betritt ahnungslos den Raum und glaubt, im falschen Film zu sein.

Ausstellungsansicht „Der Oylem iz a Goylem“, Salzburger Kunstverein 2019.
Foto: Andrew Phelps, © Salzburger Kunstverein

Der Raum gleicht einem Wartezimmer bei einem Arzt oder einem Warteraum in einer Ambulance. Sauber dachte ich mir, was hat das nun auf sich? Denn wenn sie in den nächsten Raum weitergehen, dasselbe in Grün ebenfalls ein langer Gang wie in einem Krankenhaus, links und rechts die Ordinationszimmer, wobei nur eines wirklich betretbar ist und in einem Raum mit vorgezogenem schwerem schwarzem Vorhang. Hier läuft der Film DER OYLEM IZ A GOYLEM.

Ausstellungsansicht „Der Oylem iz a Goylem“, Salzburger Kunstverein 2019.
Foto: Andrew Phelps, © Salzburger Kunstverein

Worum geht es in diesem Film? Basierend ist der Film auf einem mittelalterlichen jüdischen Märchen und zeigt zwei Charaktere, die in einem Sessellift hoch über einer Skipiste in einem verschneiten Skigebiet feststecken.

Der zweite Film, den sehen sie in der „Ordination“ mit einer VR Brille (Virtual Reality) Diese Brille erzeugt eine Art Realisation, als wären sie selbst in dem Film anwesend. Ist allerdings nicht jedermanns Sache. Dieser Film mit dem Titel The Invisible Hand folgt dem Schicksal einer Familie in einen Wald und eine dicht bebaute Stadt nahe dem Pearl River Delta, China.

Ausstellungsansicht „Der Oylem iz a Goylem“, Salzburger Kunstverein 2019.
Foto: Andrew Phelps, © Salzburger Kunstverein
Omer Fast, The Invisible Hand, 2018, VR Film in 3D, 13 min. 
Produziert vom Guangdong Times Museum.
Foto: Courtesy of the artist. Produktionsstill / Production still by Vega Fang.

Der dritte Film August lehnt sich lose an die letzten Lebensjahre des Fotografen August Sander an.

Foto: Andrew Phelps, © Salzburger Kunstverein

Es handelt sich hier um Fallstudien, die scheinbar verschieden sind, jedoch eine gemeinsame Vergangenheit teilen und ähnliche Symptome aufweisen.

Tauchen sie einfach ein in diese etwas eigenartige Ausstellung.

Sie werden sich nach den Filmen wahrscheinlich auch fragen, warum dann im Vorfeld Krankenhaus Atmosphäre?

Vielleicht weil hier auch die Psyche in den Vordergrund tritt. Gedanken zu dem jeweiligen Film, was kann man daraus schließen, wie besteht der Gedanke zu der Installation Krankenstation? Es wirft schon einige Fragen auf. Daher auch die Begleitperson die mit ihnen in den Dialog tritt.

Statement des Künstlers: „Es sind immer Wiederholungen in Bezug auf die Vergangenheit der Zombies, die sich weigern, begraben zu bleiben und immer wieder auftauchen. Als Brecht’scher Kunstbegriff erlaubt die Wiederholung mit Struktur zu spielen, Menschen vom Eintauchen oder von Identifikationen wegzulotsen, um zu erfahren, was mittelbar und maßgeblich passiert.“

Omer Fast (*1972 in Jerusalem) ist ein israelischer Videokünstler und Filmregisseur und ist bekannt für Filme, die Fiktion und dokumentarische Prozesse miteinander verbinden.

Die Ausstellung läuft noch bis 06. Oktober 2019

Fly Me to the Moon – 50 Jahre Mondlandung

Werner Reiterer „Die Anfänge der Raumfahrt, 2004″/ Sammlung Denise & Günther Leising Graz, Österreich (c) Bildrecht, Wien 2019

Mit einer Großausstellung feiert das Museum der Moderne Salzburg das fünfzigste Jubiläum der ersten Mondlandung.

Mein erster Gedanke zu der Ausstellung „Fly Me to the Moon“ war, was soll und was wird die Ausstellung bieten? Kann sie überhaupt ein Interesse wecken?

Ja, diese Ausstellung erweckt Interesse! Als ich die Ausstellung besuchte, waren sehr viele Besucher anwesend, so viele sah ich schon lange nicht mehr im MdM.

Worum geht es hier in dieser Ausstellung? Eigentlich verrät dies der Titel schon! Es geht um unseren Nachbarsplaneten Mond und die vor 50 Jahren stattgefundene Mondlandung. Am 21. Juli 1969 betrat der Astronaut Neil Armstrong als erster Mensch den Mond und sein Satz „That’s one small step for a man, one giant leap for mankind „(auf Deutsch „Das ist ein kleiner Schritt für den Menschen…ein…riesiger Sprung für die Menschheit“) ging rund um die Welt und in die Geschichte ein.

Michael Sailstorfer „Cast of the surface of the dark side of the moon, 2005“ Courtesy der Künstler und König Galerie, Berlin/London / Photo by Ulrich Jansen

Seit Jahrtausende übt der Mond eine Faszination auf die Menschen aus. Das MdM hat sich mit dieser Ausstellung das Jubiläum der Mondlandung zum Anlass genommen, um den Mond und die Reise dorthin als Thema und Herausforderung für die Kunst näher zu betrachten.

Diese Ausstellung ist nicht nur eine Kunstausstellung, sondern stellt auch gleichzeitig eine Art Dokumentation dar, wo der Besucher erfährt, wie lange sich die Menschheit (Wissenschaft und Kunst) schon mit dem Thema MOND auseinandersetzt.

Zum Beispiel Jules Verne der bereits in vielen Romanen zahlreiche Einzelheiten vorausgesagte, tat dies auch in seinem Roman (1867) „Von der Erde zum Mond“ ebenso. Er war ein Visionär, der vieles vorausgesehen hat.

Sylvie Fleury „First Spaceship on Venus, 1997″/ Sammlung Ringier, Switzerland

Wiederum die Künstler sahen den Mond, jeweils aus einem anderen Blickwinkel und setzten dies entweder als Skulptur oder Malerei um. Zum Beispiel ist von Andy Warhol das Poster „Moon Walk“ mit dem U.S. Astronaut und der Flagge zu sehen. Sylvie Fleury (eine Schweizer Performance- und Objektkünstlerin) installierte das „First Spaceship on Venus, 1997“ als Gegensatz zum Mond „Erstes Raumschiff auf der Venus“, dass wird allerdings noch ein Weilchen Zeit in Anspruch nehmen, bis wir dort landen können oder auch nicht.

„Fly Me to the Moon, 50 Jahre Mondlandung“ (c) Museum der Moderne Salzburg, Foto: Rainer Iglar

Yinka Shonibare CBE ein britisch-nigerianischer Künstler ist ebenfalls mit einer Skulptur vertreten „Space Walk, 2002 (Weltraumspaziergang)“ ein Robert Rauschenberg „Ape, 1969 Aus der Stoned Moon Series“ und viele andere KünstlerInnen noch.

Es ist auf alle Fälle ein Streifzug durch die Geschichte der künstlerischen Auseinandersetzung mit dem Mond. Im Mittelpunkt der als Parcours konzipierten Ausstellung steht die titelgebende erste Mondlandung vor 50 Jahren. Diese gibt jedoch auch Einblicke in die Wissenschafts- und Kunstgeschichte sowie von einer Betrachtung der Folgen und Auswirkungen dieses weltbewegenden Ereignisses. Gezeigt werden rund 280 Exponate – von Kupferstichen über Gemälde bis hin zu Fotografie, Videokunst und multimedialen Installationen. Diese wiederum zeugen von den unterschiedlichen Bedeutungsebenen, die der Mond in wissenschaftlicher, künstlerischer, philosophischer und utopischer Hinsicht besitzt.

Statement von Thorsten Sadowsky (Direktor des MdM Salzburg): „Der erstmalige Blick von außen auf den Erdball hat ein neues Bewusstsein für die Fragilität unserer Existenz geweckt und der Blaue Planet selbst wurde zum Sinnbild des Lebens und seiner Verletzlichkeit, was sich auch nachhaltig in künstlerische Auseinandersetzung niederschlug“.

Die Ausstellung ist sehenswert, Generationenübergreifend und zu sehen noch bis zum 03. November 2019

MAXIM VENGEROV

Grammy-Preisträger  wird Inhaber der ersten Stiftungsprofessur
an der Universität Mozarteum Salzburg

Abseits der Salzburger Festspiele gibt es auch noch interessantes zu erfahren. Wie zB die erste Stiftungsprofessur an der Universität Mozarteum Salzburg für Violine.

Der Leitung (Prof. Elisabeth Gutjahr Rektorin) der Universität Mozarteum Salzburg ist es gelungen, erstmals eine Stiftungsprofessur zu bekommen. Was ist eigentlich eine Stiftungsprofessur? Es handelt sich um eine Professur, die ganz oder zumindest teilweise von einem Drittmittelgeber finanziert wird. Die meisten Stiftungsprofessuren haben eine Laufzeit von fünf Jahren.

uni-mozarteum-salzburg Prof. Elisabeth Gutjahr -maxim-vengerov – O.Univ.Prof.Mag. Hannfried Lucke Foto: © -manuela- schuster

Bei der Stiftungsprofessur Mozarteum handelt es sich um eine zur Gänze extern finanzierten Universitätsprofessur für Violine, die an eine international herausragende künstlerische Persönlichkeit für den Bereich EEK (Erschließung und Entwicklung der Künste) vergeben wird. In diesem Fall geht die Professur an Maxim Vengerov, einer der weltweit am meisten gefeierten Geiger um ab Beginn des Wintersemesters 2019/20 für drei Jahre an der Universität Mozarteum in Salzburg zu wirken.

uni-mozarteum-salzburg maxim-vengerov Foto: © -manuela- schuster

Wer ist Maxim Vengerov?  (geb.1974 in Nowosibirsk) Vengerov ist einer der besten Geiger und angesehensten klassischen Künstler unserer Zeit und genießt auch als Dirigent internationale Anerkennung.

Seine Ausbildung begann er bereits im Alter von fünf Jahren. Als Schüler von Galina Turchaninova und Zakhar Bron gewann er mit zehn Jahren die renommierte Henryk Wieniawski Competition und fünf Jahre später den internationalen Carl-Flesch-Violinwettbewerb. In den vergangenen Jahren trat Maxim Vengerov sowohl als Solist als auch als Dirigent mit vielen großen Orchestern auf, darunter das New York Philharmonic Orchestra, die Berliner Philharmoniker, das London Symphony Orchestra, das BBC Symphony Orchestra, das Mariinsky Theatre Orchestra und das Chicago, Montreal und Toronto Symphony Orchestra.
Höhepunkte der Saison 2018/19 waren die Saisoneröffnung des Orchesters Filarmonica della Scala mit Riccardo Chailly sowie zahlreiche Rezitals in den USA, China und Europa.

Mit großer Leidenschaft widmet sich Maxim Vengerov auch der Ausbildung und Förderung junger Talente. Seine verschiedensten Unterrichtspositionen hat er weltweit inne und ist derzeit auch Botschafter und Gastprofessor an der International Menuhin Music Academy in der Schweiz.

Ende Juli 2019 präsentierten auch die Salzburger Festspiele Maxim Vengerov gemeinsam mit der Pianistin Polina Osetinskaya in einem Solistenkonzert. Also Maxim Vengerov wird in Zukunft des Öfteren in Salzburg anzutreffen sein, wenn er die Studenten des Mozarteums auf die Meisterklasse vorbereiten wird.

Die Öffentlichkeit hat die Möglichkeit am 14. Oktober 2019 im Solitär der Universität Mozarteum bzw. am 09. Dezember 2019 im Großen Saal der Stiftung Mozarteum die Musik seiner Meisterklasse mitzuerleben.


Uni Mozarteum Salzburg

Am 04.02.2019 veröffentlicht

Universität Mozarteum Salzburg – Mozart ist unsere Inspiration, Musik unsere Tradition, die Kunst unsere Passion. Im Herzen Salzburgs reifen außergewöhnliche Talente zu künstlerischen Persönlichkeiten – am Puls der Zeit, für die Bühnen der Welt.

GOLDENE ZEITEN Holländische Malerei des 17. Jahrhunderts

Cornelis de Heem, Stillleben mit Austern, Zitronen und Trauben / Residenzgalerie Salzburg © DQS/RGS_Ghezzi

Eigentlich interessiere ich mich eher für zeitgenössische Kunst, aber diesmal tauchte ich in die Kunst des 17. Jahrhunderts ein. Neugierig und aufmerksam wurde ich aufgrund eines Plakates des Dom Quartier. Dieses Plakat zeigt eine aufgeschnittene Zitrone als wäre es eine Fotografie, jedoch stammt sie von dem Künstler Cornelis de Heem, einer der bedeutendsten niederländischen Stillleben Maler des 17. Jahrhunderts.

Die Ausstellung „Goldene Zeiten“ Holländische Malerei des 17. Jahrhunderts ist ein Gedenken des Werks Rembrandt van Rijn, dessen Todestag sich zum 350. Mal jährt und dessen Epoche das 17. Jahrhundert ist und die auf dieses bedeutende kulturelle Jubiläum Bezug nimmt.

Was ist so interessant an dieser Kunst und was versteht man unter „Goldene Zeiten“ so dass es auch mich faszinierte?

Simon de Vlieger (um 1601 Rotterdam? – 1653 Weesp) Ankernde Schiffe auf der Schelde vor Kastel Rammekens, gegen 1650, Öl/Holz © Gemäldegalerie der Akademie der bildenden Künste Ankernde Schiffe auf der Schelde vor Kastel Rammekens, gegen 1650, Öl/Holz © Gemäldegalerie der Akademie der bildenden Künste Wien

Holland bzw. die Niederlande betrieben im 17. Jahrhundert schon Welthandel, aufgrund der guten geografischen Lage und der Schifffahrt. In dieser Zeit, die gemeinhin als Krisenzeit galt, investierten die Holländer in die Modernisierung der Landwirtschaft, in Fischfang, Schiffbau und Schifffahrt, Handel, koloniale Stützpunkte in Übersee und in den Aufbau eines Bank- und Kreditwesens. Das erfolgreiche Ineinandergreifen von Handel, Schifffahrt und Finanz katapultierte das Land an die Spitze des Welthandels.

Interessanter Weise war der Kunstbesitz in holländischen Haushalten auffallend groß und die meist in Gilden organisierten Maler spezialisierten sich auf einzelne Themen, um in der großen Konkurrenz zu bestehen.

Es war Kunst für alle, selten war eine Epoche und Region so reich an Talenten und namhaften Künstlern. Künstler waren auf das Interesse der Bürger angewiesen, da der heimische Adel kaum eine Rolle spielte und als Auftraggeber sowie auch die reformierte Kirche ausfiel. Religiöse Darstellungen waren nicht erwünscht. Die Säkularisierung führte zu einer Verselbstständigung nichtreligiöser Themen wie Stillleben, Landschaften, Genrebilder und Marinedarstellungen.

Die Kunstwerke, sind ausdrucksstark, wo Freude, Schmerz oder Geselligkeit dem Betrachter – als wäre es fotografisch festgehalten – ins Auge springt und einen in den Bann zieht.

Hermansz. Van Rijn Rembrandt, Betende alte Frau
Residenzgalerie Salzburg Inv. Nr. 549, ©DQS/RGS_U.Ghezzi

Einer der bekanntesten Künstler war Rembrandt Harmensz van Rijn, der mit seinem Werk „Betende alte Frau“ Weltruhm erlangte. Die Darstellung eine Tronie (für ‚Kopf‘, ‚Gesicht‘ oder ‚Gesichtsausdruck` ist ein Bildausdruck der gegenständlichen Malerei) Rembrandt wählte für diese Tronie seltenerweise eine Kupfertafel als Bildträger von besonders kleinem Format. Die technischen Besonderheiten besteht darin, dass er diese mit einer Schicht Blattgold präparierte und mit Krapplack ausgeführten Kopftuch durchscheint und das Rot des Lacks besonders zum Leuchten bringt.

Der Maler Gerard van Honthorst der wie viele seiner Kollegen zunächst bei Abraham Bloemaert (war ein niederländischer Maler) gelernt hatte, ging nach Rom und hielt sich bis Ende 1620 in Rom auf. 1620 kehrte er nach Holland zurück und genoss als einer der wenigen holländischen Künstler internationalen Ruf und war bekannt für seine erotisch aufgeladene Genremalerei. (Genremalerei: veraltet: Sittenbild, ist die gemalte Abbildung einer Alltagsszene).

Hendrick Bloemaert (1601/02 Utrecht – 1672 Utrecht), Samson und Dalila, bez. r. u.: HBloemaert fe, um 1635, Öl/Leinwand © Gemäldegalerie der Akademie der bildenden Künste Wien

Interessant ist auch der Haarlemer Maler Gerrit Adriaensz Berckheyde und bekannt vor allem für seine Ansichten niederländischer Städte. Er gehört zu jenen Künstlern, die die holländische Vedutenmalerei zu großer Blüte brachten. Das expandierende Amsterdam diente als unerschöpfliche Inspirationsquelle. Er war spezialisiert auf kleine Gemälde, welche Straßen, Kanäle, Plätze, öffentliche und private Gebäude zeigen. Er war Schüler von Frans Hals und ging bei seinem Bruder Job Adriaensz in die Lehre.

„Goldene Zeiten“ präsentiert 73 Meisterwerke aus der Gemäldegalerie der Akademie der bildenden Künste Wien und der Residenzgalerie Salzburg. Aufgeteilte ist die Ausstellung in 9 Themenbereiche: (Überschriften zum Teil in holländischer Sprache)

  • Historie
  • Portret
  • Geselschapjes
  • der wissenschaftliche Blick
  • Landschapjes
  • Sehnsucht nach dem Süden
  • Zeegezicht
  • Stilleven – Ein Fest für die Augen
  • Nachtstukken
  • Architectur

Die Ausstellung ist sehenswert und wer sich besonders für die holländische Malerei des 17. Jhd. Interessiert, ist hier richtig.

Die Ausstellung läuft noch bis Jänner 2020 im DomQuartier https://www.domquartier.at/sonderausstellung/goldene-zeiten-hollaendische-malerei-des-17-jahrhunderts/

2019 SALZBURG ALS SCHWUNGRAD DER WELT

Die 99. Salzburger Festspiele wurden traditionell mit einer Festveranstaltung in der Felsenreitschule offiziell eröffnet. Die Festrede hielt heuer der US-Starregisseur Peter Sellars. Thema Klimawandel und die damit verbundenen aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen.

Salzburger Festspiele 2019 Eröffnung in der Felsenreitschule/ Foto: © Christa Linossi
Peter Sellars Foto: © Ruth Walz

Auszug aus der Festrede von Peter Sellars: „Der Klimawandel hat uns zu einer staunenswerten und eindringlichen Entwicklung geführt. Wir können uns nicht mehr als einzelne isolierte Nationen begreifen, wir sind eine geografische Einheit. Der Klimawandel fordert jede Nation dieser Erde, fordert jede Gruppierung, jeden Erwachsenen, jedes Kind. Der Klimawandel verlangt nach Gleichberechtigung, nach Gemeinschaften, Netzwerken und Strukturen, die es uns ermöglichen, auf Augenhöhe zu handeln. Heute, in diesem aufwühlenden Augenblick der Menschheitsgeschichte, geht die junge Generation mit Entschlossenheit und Idealismus auf die Straße. Kinder sprechen eindringlich mit ihren Eltern. Sprecht weiter! Ihr habt den größten Einfluss auf euere Eltern! Und ihr Eltern, hört auf euere Kinder! Unsere Generation war die Generation der Imperien und der Konsumgesellschaft. Jetzt ist es an der Zeit, eine neue Generation von engagierten, schöpferischen, fürsorgenden jungen Menschen willkommen zu heißen“.

Der Bundespräsident gibt Autogramme / Foto: © Christa Linossi
Auch Bundeskanzlerin Brigitte Bierlein bei der Eröffnung der Salzburger Festspiele 2019 / Foto: © Christa Linossi

Galerien und Museen präsentieren sich wieder mit internationalen Künstlern im Rampenlicht. Sie stehen den Festspielen keineswegs hinten nach, befindet sich doch wieder internationales Publikum aus Wirtschaft, Politik und Kunst in der Festspielstadt Salzburg.

Terrassen Talks stehen fast täglich auf dem Programm.  Dirigenten, Opernsänger, Schauspieler und Regisseure präsentieren mit diesen Talks ihre Arbeit. Eine Vernissage jagt die andere, Staatspreise werden und wurden vergeben.

Der Salzburger Schriftsteller Karl-Markus Gauß erhält Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst 2019/ Foto: © Christa Linossi

Salzburg ist wieder die Spielwiese der Hochkultur, der Reichen und Schönen und stellt sich wieder in den Mittelpunkt als Weltmetropole.

Festspielgäste im Festspielbezirk nach der Eröffnung / Foto: © Christa Linossi
Festspielgäste im Festspielbezirk nach der Eröffnung / Foto: © Christa Linossi

Bis 31. August werden 199 Aufführungen in 43 Tagen an 16 Spielstätten geboten. Die Themen sind heuer die Mythen der Antike.

TerrassenTalk Salzburger Festspiele 2019 zu Mozarts Oper IDOMENEO

Terrassen Talk Salzburger Festspiele 2019 zu Mozarts Oper IDOMENEO: Foto: Christa Linossi

Antonio Cuenca Ruiz (Dramaturgie) im Gespräch mit dem Regisseur Peter Sellars, dem Dirigent Teodor Currentzis und dem Choreograf Lemi Ponifasio zur Mozart Oper IDOMENEO

Zur diesjährigen Eröffnungsoper, Mozarts IDOMENEO arbeiten zwei großartige Künstler in Salzburg wieder miteinander. Es handelt sich um den Regisseur Peter Sellars und den Dirigent Teodor Currentzis.

TerrassenTalk mit Lemi Ponifasio Teodor Currentzis und Peter Sellars/
Foto © Anne Zeuner Salzburger Festspiele
 

Peter Sellars: Der US-Amerikaner wurde 1957 in Pittsburgh, Pennsylvania geboren und gehört weltweit zu den wichtigsten Opern- und Theaterregisseuren. Er studierte an der Phillips Academy in Massachusetts und an der Harvard Universität. Er hat sich mit seinen bahnbrechenden und innovativen Interpretationen von Meisterwerken und mit Gemeinschaftsprojekten in Zusammenarbeit mit einer außerordentlichen Bandbreite an Kunst-schaffenden internationales Ansehen erworben.

Peter Sellars wird am 27. Juli 2019 in der Felsenreitschule die Festrede bei der Eröffnung der Salzburger Festspiele 2019 halten. Der Titel seiner Rede heißt: „Listening tot he urgency of ecological civillization in the next generation“ (Das Meer als Erzähler: Globaler Wandel und kulturelles Wirken – Die Bedeutung und Dringlichkeit einer ökologischen Zivilisation für die nächste Generation“.

Teodor Currentzis: wurde 1972 in Athen geboren und ist ein griechisch-russischer Dirigent, Musiker und Schauspieler.Im Alter von zwölf Jahren besuchte er Kurse für Violine und 1987 studierte er Dirigieren am Nationalen Konservatorium in Athen. Er studierte dann am Petersburger Konservatorium bei Ilja Musin weiter. Von 2004 bis 2010 war er Chefdirigent am Nowosibirsker Staatlichen Akademischen Opern und Ballettheater in Nowosibirsk. Bei den Salzburger Festspielen dirigierte er 2017 zum ersten Mal.

Antonio Cuenca Ruiz: „Wer der Regisseur ist und wer der Dirigent, das sei bei Peter Sellars und Teodor Currentzis oft nicht so leicht zu unterscheiden.

Dirigent Teodor Currentzis zu Peter Sellars: „In der Produktion gehe es darum, Probleme anzusprechen und wer sei dafür besser geeignet als Peter Sellars. Das Wort Regisseur werde ihm gar nicht gerecht, denn er ist viel mehr als das. Er lädt uns mit seiner Arbeit gewissermaßen in seine spirituelle Praxis ein“. Sellars setzt auf Kommunikation, führt uns alle zu Problemlösungen und setzt dabei auf Humanität mit einer enormen Energie. Es ist ein Privileg mit ihm zu arbeiten, so der Dirigent Currentzis.

Peter Sellars und Teodor Currentzis /
Foto © Anne Zeuner Salzburger Festspiele

Peter Sellars lobt wiederum den Dirigenten: „Was Teodor auszeichnet, ist seine Gabe Licht an unerwartete Orte zu bringen. Er ist ein echter Visionär. Zu beobachten wie Teodor Currentzis bei der ersten Probe mit dem Freiburger Barockorchester ein „atmosphärisches Gesamterlebnis“ geschaffen habe, sei beeindruckend gewesen. Takt für Takt, Note für Note habe er jedes Detail mit den Musikern besprochen. Mit seiner Arbeitsweise schaffe er es immer wieder Räume für die Sänger zu schaffen, in denen sie ihr Potenzial voll und ganz freisetzen könnten.“

Moderator Antoni Cuenca Ruiz: Vor zwei Jahren inszenierten Sellars und Currentzis mit großem Erfolg die Mozart Oper La clemenza di Tito.  In dieser Oper ging es um Vergebung. In Idomeneo geht es um einen Vater, der meint, dass er seinem Sohn hilft, ihn aber in Wirklichkeit aber opfert. Es ginge nun auch um die Meinung, wie man über die Kraft der Gerechtigkeit und Versöhnung und einen Weg zur Demokratie finden kann. Man sollte damit einer neuen Generation neue Chancen geben, ergänzt Teodor Currentzis. „Wenn wir unsere Ansichten jetzt nicht überdenken“, sagt er, „dann existieren wir in 100 Jahren vielleicht nicht mehr“. Currentzis spielt auf den Vater-Sohn-Konflikt in der Oper an: „Wir sollten aufhören, Schuld in uns zu tragen und diese auf unsere Kinder und Kindeskinder zu übertragen. Über Schuld kann der Mensch nicht geheilt werden.“

Peter Sellars:Wir arbeiten in diesem Sommer bei den Salzburger Festspielen an Mozarts erster großer Oper Seria: Idomeneo. Diese Oper stammt von einem 25-jährigen (18. Jahrhundert), der der Welt mitteilt, dass die Zeit reif ist für eine ernsthafte Veränderung. Es ist Zeit für eine neue Generation, die die Macht übernimmt und Entscheidungen mit neuen Prioritäten, einer neuen Energie und einer neuen Entschlossenheit trifft, um die Welt radikal zu verändern. Nun schreiben wir bereits das 21. Jahrhundert und die Oper hat noch immer Gültigkeit und auch hier müssen wiederum Visionen neu angedacht werden: „Wir stehen beim Thema Klimawandel weltweit vor einer riesigen Herausforderung“, sagt der Regisseur. Egal ob Indonesien, Paris oder New York, es handele sich um ein globales Problem, für das eine neue Form der Kommunikation gefunden werden müsse. Wir müssen uns über alle politischen und ethnischen Trennlinien hinwegsetzen. Das Thema Ozean sei altbekannt aus der Mythologie. Doch dieser Ozean, das sei nicht eine Wassermasse, nein, der Ozean, das seien Millionen von Lebewesen. Daher müssen wir lernen mit dem Ozean zu verhandeln und mit ihm in Kontakt zu treten.“

Genau aus diesem Grund hat Peter Sellars den Choreografen Lemi Ponifasio engagiert, da er der perfekte Mann für die Choreografie ist. Lemi Ponifasio ist in Samoa im Pazifik geboren. Bereits 2006 arbeitete er mit Ponifasio zusammen.

Lemi Ponifasio: ist 1954 in Lano Samoan geboren. Lemi Ponifasio ist Regisseur, Künstler, Tänzer, Designer und Choreograph aus Samoa und Neuseeland. 1995 gründete er die MAU in Auckland, wo er mit Communities und Künstlern aus aller Welt zusammenarbeitete.

Kiribati, eine Insel in Polynesien, wird wohl als eine der ersten Insel in Polynesien sein, die verschwinden wird, wenn der Meeresspiegel weiter ansteigt. Als Ponifasio nach Kiribati flog, um mit Einheimischen zu sprechen, kannte niemand Mozart. Das habe sich mittlerweile geändert. Die Einheimischen haben Mozart als eine Art Weltbürger erkannt. Ponifasio, wolle mit seiner Arbeit an dieser Produktion mit dem Tanz Räume der Stille schaffen. „Die Tänzer existieren zwischen den Noten, sagt er. Sie seien ein Baum, der einerseits fest verwurzelt ist, sich aber mit seinen Blättern immer dem Licht zuwende. Der Tanz solle dazu beitragen, Wunden zu heilen. Dabei spiele das finale Ballett eine große Rolle.“

Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791)

IDOMENEO

Drama per musica in drei Akten KV 366 /1781)

Premiere: 27. Juli 2019 in der Felsenreitschule in Salzburg

Ars Electronica Futurelab präsentiert Swarm Arena in Zusammenarbeit mit NTT in Tokio


© Fassadenvisualisierung Waltraut Cooper / Fotocredit: Robert Bauernhansl /

Das war 2016:

Deep Space 8K präsentierte mitunter „toward 2020 by NHK“. NHK eine öffentliche Rundfunkanstalt Japans. Im August 2016 wurde testweise die erste Übertragung in Super Hi-Vision 8K gestartet. Es war faszinierend, die Bildwelten in der intensiveren Darstellung der Realität durch die Technologie 8K Super Hi-Vision auf der 16 mal 9 Meter großen Wand- und Bodenprojektion zu betrachten.

Das Non plus Ultra Highlight war wohl die mit Intel präsentierte Europapremiere von „DRONE 100 – Spaxels über Linz“. Horst Hörtners (Senior Director Ars Electronica Futurelab) Aussage zur Premiere: „Seit 2012 haben wir viele Shows in aller Welt gemacht, der Flug in Linz war für uns aber etwas Besonderes, die Dronen kehrten zurück und wir wollten hier in Linz unbedingt zeigen, was wir können und waren daher auch ein bisschen nervöser als üblich.“ Die Präsentation ist voll gelungen und ich konnte miterleben, wie die 100 Weltrekorddrohnen zu ihrem Tanz abhoben.

und 2019 inszeniert sich Ars Electronica Futurelab wieder und es ist ein weiterer Schritt in die Zukunft


© Ars Electronica

Am 05.07.2019 veröffentlicht
NTT and Ars Electronica Futurelab offer an insight into their joint research and present a new swarm of robots for art, entertainment and sports. The innovative swarm technology was presented in several performances in July 2019 at the Miraikan in Tokyo, Japan.

Am Anfang stand ein gemeinsames Forschungsinteresse: zusammen mit dem japanischen Telekommunikationsunternehmen NTT (mit dem Ars Electronica immer wieder zusammenarbeitet) bieten nun einen Einblick in ihre gemeinsame Forschung und präsentieren die ersten Ergebnisse der Forschung.

Swarm Arena – Neue Perspektiven für Kunst, Entertainment und Sport Die Aufführungen im Miraikan sind Teil eines gemeinsamen Forschungsprojekts des japanischen Telekommunikationsunternehmens NTT und des Ars Electronica Futurelab und präsentiert wurde diese innovative Schwarmtechnologie Anfang Juli 2019 im Miraikan – The National Museum of Emerging Science and Innovation in Tokio.

Swarm Arena / Fotocredit: Ars Electronica Futurelab / Raphael Schaumburg-Lippe

Gezeigt wurden aus mehreren Bodenrobotern zusammengesetzter Robobterschwarm, dieser vermittelte den ZuseherInnen die vielfältigen Aspekte von sportlichen Großereignissen auf eine Weise, die die Grenzen eines herkömmlichen rechteckigen Videoformats überschreitet. Die moderne Alchemistin Akiko Nakayama und der Musiker Ei Wada wagten ebenfalls ein Experiment gemeinsam mit dem Roboterschwarm, um daraus neue kreative Möglichkeiten der Schwarmtechnologie die Kunst neu zu inszenieren.

Swarm Arena / Fotocredit: Ars Electronica Futurelab / Raphael Schaumburg-Lippe

Auszug aus dem Pressetext Ars Electronica:

Während der Schwerpunkt zunächst auf der drohnengestützten Navigation und Beschilderung lag (Swarm Compass, 2017), verlagerte sich der Fokus schnell auf komplexere Anwendungen von Schwarmtechnologien, die sowohl Drohnen als auch Bodenroboter verwenden (Swarm Arena, 2018). Jetzt ist abermals ein neuer Schritt der Forschung erreicht – das Ars Electronica Futurelab und NTT schaffen eine neue Art des Public Sports Viewing mit den Bodenrobotern und gestalten ein reisendes Labor für Kunst, Sport und Gesellschaft. NTT – Ein Experte für Telekommunikationssysteme Das japanische Telekommunikationsunternehmen Nippon Telegraph and Telephone (NTT) bietet Telekommunikationsdienste in ganz Japan an und forscht an der Weiterentwicklung von Telekommunikationssystemen im Allgemeinen. In der gemeinsamen Forschung mit dem Ars Electronica Futurelab stellt NTT die für eine Performance wie die in Miraikan notwendigen Kernkompetenzen zur Verfügung – von der hoch entwickelten Bildübertragung und Informationsdatenanalyse im Sport bis hin zu neuen Formen des Interaktionsdesigns. Miraikan Tokio – Japanisches Nationalmuseum für aufstrebende Wissenschaft und Innovation Das Japanische Nationalmuseum für aufstrebende Wissenschaft und Innovation in Tokio veranstaltet die Performanceserie, die Einblicke in die Robotik-Schwarmforschung von NTT und dem Ars Electronica Futurelab bietet. Die Aufführungen finden im Rahmen einer von NTT kuratierten größeren Ausstellung mit dem Titel „Sports Viewing Re-Imagined“ statt, die möglichen zukünftigen Entwicklungen bei der Beobachtung großer Sportereignisse zeigt“.

Das Ars Electronica Futurelab wurde 1996 als Atelier und Labor gegründet und ist seither das künstlerisch-wissenschaftliche Think-Tank, Forschungs- und Entwicklungsmotor der Ars Electronica. Das Ars Electronica Futurelab arbeitet mit Partnern aus Industrie, Kreativwirtschaft, Kunst sowie aus dem akademischen bzw. Bildungsbereich auf der ganzen Welt zusammen.

Wissenschaft und Kunst zielt konsequent, blitzschnell und ohne Unterbrechung auf die Öffentlichkeit ab .