LOCKDOWN 3 ZUCKERBROT UND PEITSCHE

Chaotic conditions aktuelle Arbeit © Christa Linossi 2020

Das alte Spiel „Schiffchen versenken“ hat ausgedient, das neue Spiel heißt ab sofort „Wirtschaft versenken“. Für all diejenigen, die dieses Spiel nicht kennen zur Information: https://de.wikipedia.org/wiki/Schiffe_versenken#Charakter_und_Herkunft

Zur Zeit herrschen chaotische Zustände, kein richtiges Konzept, keine Informationen und von oben herab nur Drohgebärden – Zuckerbrot und Peitsche – und als Draufgabe immer wieder ein Lockdown. Mit Auf- und Zusperren, wird das Virus nicht verschwinden, wir werden lernen müssen, mit dem Virus zu leben.

Antony Gormley – DER BLICK AUF EINEN BILDHAUER

2020 Stillstand für die Kunst, CORONA stoppte alles. Aber ich will Kunst auf meinem Blog vermitteln, so suchte ich in meinem Archiv nach interessanten Künstlern, deren Kunst es wert ist, sie wieder vor den Vorhang zu holen.

Heute geht es um den Künstler Antony Gormley

Antony Gormley, Horizon Field, August 2010 – April 2012; Eine Landschaftsinstallation im alpinen Hochgebirge Vorarlbergs, Österreich; Presented by Kunsthaus Bregenz; Standort: Lech, Kriegerhorn bei Hasensprung Nr. 17; Aufnahmedatum: 10.06.2010 – © Kunsthaus Bregenz, Antony Gormley; Foto: Antony Gormley

Graz wurde 2003 zur Kulturhauptstadt ernannt und hier entdeckte ich erstmals den Künstler Antony Gormley, der für die Kulturhauptstadt eine Installation mit Skulpturen aus lebensgroßen Abgüssen (massives Gusseisen) eines menschlichen Körpers inszenierte. Diese Körper hangen als menschliche Skulpturen kopfüber oder zusammengerollt am Boden liegend im hermetischen Hof des Kulturzentrum Minoriten in Graz. Das Thema „Himmelschwer“ – eine Transformation der Schwerkraft – wurde vom Künstler so konzipiert, dass es unvergesslich im Kopf des Betrachters hängen bleiben musste.

2012 stoß ich erneut wieder auf den Künstler Antony Gormley, der eine interessante LandArt Installation der anderen Art über ein Gebiet von 150 Quadratkilometer in den Bergen von Vorarlberg verteilt inszenierte. Ich berichtete über diese LandArt Installation damals bei dem Online-Magazin KULTURA-EXTRA https://www.kultura-extra.de/kunst/portrait/kurzportrait_antony_gormley.php

Antony Gormley I Horizon Field I Vorarlberg © Kunsthaus Bregenz
my Vorarlberg  Antony Gormley – Horizon Field

Seine Figuren, die aus Gusseisen sind, waren für mich immer wieder eine interessante Geschichte. So gesehen, machte das Kunsthaus Bregenz mit dem Künstler ein Projekt, das als einzigartiges Landschaftsprojekt in Erscheinung trat. 2010 wurde es realisiert, wobei die Vorbereitungszeit für das Projekt „Horizon Field“ bereits fünf Jahre in Anspruch nahm. „Horizon Field“ bestand aus einhundert lebensgroßen Skulpturen, welche über ein Gebiet von 150 Quadratkilometer in Vorarlberg in Bergen verteilt waren und eine horizontale Linie auf 2039 Metern über dem Meeresspiegel bildeten. Es erstreckte sich vom Bregenzerwald bis in das Arlberggebiet. Ein faszinierendes Schauspiel.

Da das Ganze temporär und ein Teil des künstlerischen Konzeptes war, wurden die Skulpturen nach einem gewissen Zeitraum wieder abgebaut. Sie sind leider nicht mehr sichtbar.

Es war eines der gelungensten LandArt-Projekte der seinesgleichen sucht.

Antony Gormley, der mich immer wieder – mittlerweile habe ich einige Ausstellungen von ihm gesehen – fasziniert, zählt für mich zu den wichtigsten und bedeutendsten zeitgenössischen Bildhauer-Künstlern weltweit.

Es ist immer wieder die menschliche Figur, die im Mittelpunkt seines Schaffens steht und ausgehend von seinem eigenen Körper, präsentiert er stets neue skulpturale Konstellationen als Einzelfigur oder in größeren Gruppen angeordnet. Gormley ist ein Suchender, der immer wieder nach neuen Formen sucht und sie wieder als ein neues Kunstwerk entstehen lässt.

Seine Materialien für seine Skulpturen können nicht unterschiedlicher sein. Er stellt sie aus Gusseisen, aus Drahtgeflechten oder anderen Materialien her.

Kunsthaus Bregenz. Wir haben Antony Gormley in London zu Horizon Field interviewt. Das Kunsthaus Bregenz bedankt sich bei seinen Partnern und Sponsoren für die großzügige finanzielle Unterstützung und die tatkräftige Mitarbeit und Einbringung von Sachleistungen bei der sehr komplexen Umsetzung des Projektes. The Kunsthaus Bregenz would like to thank its partners and sponsors for their generous financial support, their active cooperation, and the materials they donated to ensure the success of this highly complex project. Hauptsponsor (Main Sponsor): Hugo Boss. Partner-Sponsoren (Partner Sponsors): Hypo Landesbank Vorarlberg, Montfort Werbung, Uniqa, Vorarlberger Kraftwerke AG, Vorarlberg Tourismus.

https://www.antonygormley.com/sculpture/chronology

https://www.antonygormley.com/

DER SCHATTEN…..THE SHADOW…..

Der Schatten aus der Wurzel , aktuelle Arbeit von © Christa Linossi 2020
The shadow from the root

Wir Menschen haben alle Wurzeln in einer Familie, in seiner Herkunft. Doch immer noch werden Menschen entwurzelt, ob durch Krieg oder Vertreibung. Sie sind dann der Schatten, der aus dieser Entwurzelung heraussteigt.

We humans all have roots in a family, in its origins. But people are still being uprooted, whether through war or displacement. You are then the shadow that emerges from this uprooting.

DAS CORONA VIRUS BREMST wieder KULTUR, KUNST UND WIRTSCHAFT!

KELTENMUSEUM HALLEIN würde gerne sein 50. Jubiläum feiern, jedoch das VIRUS stoppte es!

Vor 50 Jahren, am 17. Oktober 1970, wurde das Museum im adaptierten Salinenamtsgebäude, der „Neuen Pfleg“, eröffnet.

5_50 Jahre Keltenmuseum Hallein Außenansicht Keltenmuseum Hallein, 1970
© Keltenmuseum Hallein
4_50 Jahre Keltenmuseum Hallein Außenansicht der „Neuen Pfleg“ (Salinen-verwaltungsgebäude), um 1920 © Keltenmuseum Hallein
2_50 Jahre Keltenmuseum Hallein Außenansicht Keltenmuseum Hallein 2020
© Salzburg Museum/Bianca Würger

Das Keltenmuseum das 1970 gegründet und eröffnet wurde, war eine wegweisende Entscheidung der Stadtgemeinde Hallein. So konnte im Laufe der Jahrzehnte eines der größten Museen für keltische Kultur in Europa entstehen. Es ist international vernetzt und etabliert.

Jedoch was wäre das Keltenmuseum ohne „Die Dürrnberg Forschung – Archäologie einer eisenzeitlichen Salzmetropole“

Ein kleiner Rückblick: Bereits im 6. Jahrhundert v. Chr. begann der prähistorische Salzabbau am Dürrnberg. In der sogenannten Eisenzeit – vor rund 2.600 Jahren – besiedelten dann die Kelten den Dürrnberg.

Die Dürrnberg Forschung ist somit ein wichtiger Fixpunkt im Keltenmuseum.

[1]Bereits vor 200 Jahren wurde mit archäologischen Ausgrabungen am Dürrnberg begonnen und der in Hallein geborene Jurist, Land- und Schiffsrichter Johann Seethaler (1762*-+1848) legte bereits 1831 Beschreibungen und Zeichnungen konkreter Grabanlagen vor. Das Manuskript Seethalers erlangte leider über die engeren lokalen Grenzen hinaus keine nennenswerte Beachtung.

Die moderne Beschäftigung, mit der hallstatt- und latènezeitlichen Vergangenheit der alpinen „Salzmetropole“ wird durch die Dürrnberg Forschung am Keltenmuseum Hallein vorangetrieben, die auf einem stabilen wissenschaftlichen Fundament früherer Forschergenerationen aufbauen kann.

Die Intensität der archäologischen Forschung auf dem Dürrnberg wurde allerdings erst Ende der 1980er Jahre vorangetrieben.1984 wurde das Österreichische Forschungszentrum Dürrnberg (ÖFD) gegründet.

[2]Der Dürrnberg bei Hallein zählt zu den bedeutendsten und bekanntesten archäologischen Fundorten Europas. Mit 400 aufgedeckten Gräbern bzw. Grabkomplexen, in die im Laufe von etwa 350 Jahren weit mehr als 1000 Tote gebettet wurden, bietet somit der Dürrnberg eine beachtliche Vielfalt an Phänomenen der Hallstatt- und Latènezeitlicher Bestattungssitten.

Eines der jüngsten Siedlungsareale des Dürrnbergs, wurden durch großflächige Grabungsmaßnahmen im Jahr 2015 auf dem Hochbichl dem jetzigen Standort der Emco Privatklinik, Pfostengruben, Trockenmauersetzungen und Schichtablagerungen gefunden, die eine intensive Besiedlung vor allem in der Spätphase des Bergbaues nahelegen.

Links die SIE – einfach zum Nachlesen – vielleicht auch noch interessieren könnten zum Thema DÜRRNBERGFORSCHUNG/KELTENMUSEUM:

https://linossiartstory.wordpress.com/2019/11/10/spektakularer-fund-im-depot-des-keltenmuseum-eines-unscheinbaren-keramikfragment-welches-zu-einer-trinkschale-gehorte-die-vor-2500-jahren-von-griechenland-nach-durrnberg-hallein-gelangte/

https://linossiartstory.wordpress.com/2016/11/12/die-antike-schnabelkanne-vom-duerrnberg-keltenkunst/

Leider hatte das CORONA VIRUS dem Jubiläumsjahr einen Strich durch die Rechnung gemacht, als Höhepunkt sollten internationale Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler die aktuellen Forschungsergebnisse zur Geschichte und Archäologie der Kelten in 30-minütigen Vorträgen. Ursprung und Herkunft, Alltag und Aussehen, Religion und Mythos der Menschen im Herzen Europas im letzten Jahrtausend vor Christi Geburt.

Der Dürrnberg bei Hallein gilt in mehrfacher Hinsicht als einer der bedeutendsten Fundorte der Eisenzeit in Mitteleuropa. Sein einzigartiger Bestand an archäologischen Quellengattungen aus Bergbauanlagen, Siedlungen und den annähernd 400 bislang bekannten Gräbern der Hallstatt- und Latènezeit bietet Informationen zu einer Vielzahl kulturgeschichtlicher Fragen.

1989 nach fast über 2 ½ Jahrtausenden Salzabbau, wurde der Bergbau von den Salinen Austria stillgelegt und die Mine wird nur noch als Schaubergwerk betrieben.

Das Keltenmuseum Hallein ist eines der größten Museen für keltische Geschichte und Kunst in Europa. Auch die Urgeschichte Salzburgs und die Stadtgeschichte Halleins werden hier lebendig.

https://www.keltenmuseum.at/


[1] Holger Wendling „200 Jahre Archäologie auf dem Dürrnberg“

[2] Ursula Schachinger/ Holger Wendling Numismatik einer Salzmetropole

DIE WELT WAR DABEI! Wo?

Auf der Frankfurter Buchmesse und es war ein Sprung in das digitale Zeitalter und dies scheint der Frankfurter Buchmesse 2020 bestens gelungen zu sein.

Obwohl die digitale Welt keinen Vergleich zur realen Welt darstellt, so von Vorteil dies auch im digitalen Zeitalter ist, sollte der MENSCH physisch nach wie vor im Mittelpunkt stehen.

Frankfurt Book Fair Special Edition 2020. © Copyright: Marc Jacquemin / Fotograf
Eröffnungsfeier der Frankfurter Buchmesse am 13. Oktober 2020 in der Festhalle.
Copyright Frankfurter Buchmesse

Die Pandemie schlägt weltweit noch immer zu und so galt es auch für die Frankfurter Buchmesse Grenzen zu überwinden, Menschen zusammenbringen, Bücher und Autor*innen die sich trotzdem aufgrund der weltweit zunehmenden Zahlen an Risikogebieten und Reiseeinschränkungen an der 72. Frankfurter Buchmesse als Special Edition teilnehmen konnten. Jedoch in digitaler Form und ein Bruchsatz von Ausstellern, Verlagen und Autor*innen physisch in den heiligen Hallen der Frankfurter Buchmesse.

Fotograf: Marc Jacquemin  Copyright: Frankfurter Buchmesse
 

Genau in diesem Jahr 2020 wo weltweit Buchmessen abgesagt, Literaturfestivals und Veranstaltungen in Kulturbereichen gestrichen wurden und Autor*innen und Künstler*innen dadurch auf einen Großteil ihrer Einkünfte verzichten mussten, hat die Frankfurter Buchmesse mit der digitalen Ausgabe ein Zeichen gesetzt. Eine großzügige finanzielle Unterstützung kam von der Bundesregierung aus dem Programm NEUSTART KULTUR, massiv unterstützt von der Kulturstaatsministerin Prof. Monika Grütters.  

Dieses Angebot stand auch allen Nutzer*innen in der Messewoche kostenlos zu Verfügung.

Statement von Juergen Boos, der Direktor der Frankfurter Buchmesse: „In diesem Jahr ist es uns gelungen, neben dem Fachangebot für die internationale Buchbranche und einem Fest für das Lesen, die Frankfurter Buchmesse auch als politische Plattform ins Netz zu transferieren, um den dringend benötigten Diskurs dort stattfinden zu lassen. Unsere Strategie, mit starken Medienpartnern zu kooperieren und mit unserem Angebot dort präsent zu sein, wo sich unsere Zielgruppen aufhalten – sei es auf unseren eigenen Plattformen oder in den Sozialen Medien – ist aufgegangen: Wir haben allein auf buchmesse.de über 200.000 User*innen weltweit erreicht, das BOOKFEST digital konnte allein auf Facebook 1,5 Millionen Zuschauer*innen gewinnen. Aber, uns allen ist klar: Die persönliche Begegnung ist durch nichts zu ersetzen. Wir haben viel für die kommenden Buchmessen gelernt, im physischen wie im digitalen Raum.“

Fotograf Marc Jacquemin / Eröffnungspressekonferenz der Frankfurter Buchmesse am 13. Oktober 2020 in der Festhalle, Juergen Boos, Direktor der Frankfurter Buchmesse
Copyright Frankfurter Buchmesse


Statement Karin Schmidt-Friderichs, Vorsteherin des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels: „Die Frankfurter Buchmesse 2020 war in jeder Hinsicht eine besondere Messe. Die physischen Begegnungen haben wir vermisst. Aber es ist uns gelungen, dem Buch in dieser Woche eine große digitale und mediale Bühne zu bieten. Auf neuen Wegen hat die Buchmesse die Branche zusammengeführt und Buchbegeisterung zu den Menschen nach Hause gebracht. Auch digital war sie eine starke Plattform, auf der die drängenden Fragen der Zeit verhandelt wurden. Gemeinsam mit dem Aussteller*innen und der gesamten Branche werden wir an Konzepten für die Zukunft arbeiten und gehen selbstbewusst und engagiert in den Bücherherbst.“

Fotograf Marc Jacquemin / Eröffnungspressekonferenz der Frankfurter Buchmesse am 13. Oktober 2020 in der Festhalle Karin Schmidt-Friderichs, Vorsteherin des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels Copyright Frankfurter Buchmesse

Die Frankfurter Buchmesse 2020 in Zahlen:
200.000 User*innen nahmen die virtuellen Angebote auf der Plattform buchmesse.de an.
4.440 digitale Aussteller*innen aus 103 Ländern registrierten sich auf buchmesse.de.
3.644 Veranstaltungen im Veranstaltungskalender der Frankfurter Buchmesse in der Messewoche.
6.800 Einreichungen von Präsentationskacheln durch digitale Aussteller*innen wurden für die 13 Themenseiten auf buchmesse.de erfasst.

Sehr lange hatte ich immer schon mit dem Gedanken gespielt, die Frankfurter Buchmesse zu besuchen. Bis dato ist es mir immer aus Zeitgründen nicht gelungen. Im Jahr 2020 dem besonderen Jahr, konnte ich DIGITAL dabei sein, ob Pressekonferenzen, ob bei Conferencen, Vorträgen, Lesungen, es war für mich eine Bereicherung. Manchmal anstrengend, da man ja ziemlich viel Zeit vor dem Laptop verbringt, aber es hat sich bezahlt gemacht. Natürlich in physischer Begegnung mit den Ausstellern, Autor*innen und dem Publikum, kann man es nicht vergleichen. Dies hätte schon einen größeren Kick.

Mit Sicherheit hat die Frankfurter Buchmesse für die in Zukunft kommenden Buchmessen viel gelernt, im physischen wie im digitalen Raum. Es war auf alle Fälle ein Erfolg und wie heißt es so schön? „Wer wagt, der Gewinnt“!

Frankfurt am Main, Hessen, Hesse, Deutschland, Germany. Frankfurter Buchmesse Special Edition 2020. Alljaehrlich im Herbst, findet in Frankfurt am Main, die Frankfurter Buchmesse, die groesste Buechershow der Welt statt. Frankfurt Book Fair Special Edition 2020. © Copyright: Marc Jacquemin / Frankfurter Buchmesse Presse- und Unternehmenskommunikation Ausstellungs- und Messe-GmbH des Boersenvereins des Deutschen Buchhandels Braubachstraße 16 60311 Frankfurt am Main

Ars Electronica 2020 inszenierte sich heuer weltweit!

Ein Corona sicheres Festival der etwas anderen ART

ARS ELECTRONICA: A journey in which it is not we who set out to travel, but our ideas and projects, which span a global network in which we gather to discuss what needs to be done. https://ars.electronica.art/keplersga… Music by Karl J. Schmidinger

Lange Vorbereitungen und ein kurzer Augenblick und schon ist das Festival der etwas anderen ART wieder Vergangenheit. Ars Electronica 2020, das erste hybride Ars Electronica in Zeiten von Corona.

Gerfried Stocker (Künstlerischer Leiter der Ars Electronica): „Es war keine leichte, aber es war die absolut richtige Entscheidung, das Festival stattfinden zu lassen. Vor Ort lief alles reibungslos – das Sicherheitskonzept funktionierte, die damit verbundenen Auflagen stießen auf Verständnis und Akzeptanz seitens des Publikums. „Kepler’s Garden“ auf dem Campus der Johannes-Kepler-Universität Linz war ausverkauft.

Es war eine großartige Geschichte, dass es auch in Zeiten einer Pandemie ganz offensichtlich viele Menschen gab, die sich über kulturelle Angebote freuten und diese auf verantwortungsvolle Weise in Anspruch nahmen. „Auch was den Online-Auftritt der ersten wirklich hybriden Ars Electronica betrifft, fällt die Zwischenbilanz ebenfalls sehr positiv aus. Wir haben die vergangenen fünf Tage auf vier YouTube-Channels durchgehend Programm gestreamt und das ohne nennenswerte technische Panne“, sagt Gerfried Stocker.

Ars Electronica Garden Vilnius / Eye Gymnastics (LT) / Fotocredit: vog.photo

Ars Electronica machte es möglich auch in einer Pandemie ein Festival zu organisieren, das weltweit eines der wichtigsten Festival ist, schaffte es Verbindungen zwischen Kunst, Technologie, Wissenschaft und Gesellschaft herzustellen, unter dem Motto „bleibe daheim und treffe dich weltweit online“. An 120 Orten oder „Gärten“ in der Welt – vom Nordpol bis zum Südpol konnte man mit einem Klick dabei sein. Wo KünstlerInnen und Forschungsinstitute ihre eigenen Projekte präsentierten. Dieses Festival hatte heuer mit Sicherheit eine internationale Signalwirkung, ein hybrides Programm derart umfassend und vielschichtig, hatte viele überrascht. Die gestreamten Videos, mit den Talks, Lectures und Konferenzen konnte von dem Besucher*innen auch dann konsumiert werden, wann immer sie Zeit hatten. Interessant ist auch, dass Ars Electronica eine Dokumentation präsentieren wird, die während des Festivals gedreht wurde und Künstler*innen während ihrer Vorbereitungen und Auftritten begleitete und was für sie die viel zitierte „neue Realität“ und ihre Arbeit bedeutet.

Es war der Sprung in das schon so oft viel zitierte „digitale Zeitalter“. Ars Electronica spricht nicht nur darüber, sondern lässt Taten folgen.

ARS ELECTRONICA A journey in which it is not we who set out to travel, but our ideas and projects, which span a global network in which we gather to discuss what needs to be done. https://ars.electronica.art/keplersga… Music by Karl J. Schmidinger

AUFGEATMET:

„100 Jahre SALZBURGER FESTSPIELE“ im Kleinformat, ging ohne Corona Zwischenfälle über die Bühne!

Tobias Moretti mit der Festspielnadel geehrt © SF / Marco Borrelli Tobia Moretti, Jedermann

RÜCKBLICK vor Beginn der Festspiele:

Eine temporäre Mitarbeiterin wurde auf COVID 19 positiv getestet: „Eine temporäre Mitarbeiterin der Salzburger Festspiele, die am 18. Juni 2020 nach negativer Initialtestung den Dienst angetreten hat, wurde leider am (SF, 8. Juli 2020) positiv auf Corona getestet.

Einen Monat später:

Nun ist die Katze aus dem Sack. Die Präsidentin der Salzburger Festspiele Helga Rabl-Stadler und Landeshauptmann Dr. Haslauer atmen erleichtert auf und freuen sich, dass die Salzburger Festspiele doch noch stattfinden dürfen.

Aufatmen konnte man nun Ende August und „100 Jahre Salzburger Festspiele“ 2020 werden in die Geschichte eingehen!

Bartoli · Les Musiciens du Prince-Monaco · Capuano 2020: Cecilia Bartoli (Mezzosopran), Gianluca Capuano (Dirigent), Les Musiciens du Prince-Monaco
© SF / Marco Borrelli

Nun atmen alle erleichtert auf, diese besonderen Festspiele in einem besonderen Jahr 2020, dass mit einem sehr durchdachten, klugen und trotzdem niemand überfordernden Sicherheitskonzept die Musik, das Theater, die Konzerte und Oper über die Bühne gebracht haben. Max Reinhardt wäre vermutlich Stolz auf das Direktorium der Salzburger Festspiele gewesen.

v.l.n.r. Lukas Crepaz, Helga Rabl-Stadler und Markus Hinterhäuser © SF / Lydia Gorges

Festspielpräsidentin Helga Rabl-Stadler: „, Dass die Salzburger Festspiele 2020 überhaupt stattfinden konnten, empfanden wir als das größte Jubiläumsgeschenk. Wir durften ein Zeichen für die Kraft der Kunst in kraftlosen Zeiten setzen und konnten den Gründungsgedanken aufs Sinnvollste wiederbeleben. Die Salzburger Festspiele wurden 1920 in einer Zeit größter Not als mutiges Projekt gegen die Krise gegründet. Max Reinhardt war davon überzeugt, dass nur die Kunst die vom Krieg gegeneinander gehetzten Menschen, ja Völker, wieder versöhnen könnte. – Die Kunst nicht als Dekoration, sondern als Lebensmittel. Wir sind überglücklich, dass sich die Festspiele auch und gerade in der von Corona zutiefst verunsicherten Welt als Sinngeber und Arbeitgeber bewähren konnten“. sagt.

Markus Hinterhäuser:So wird das Signal, das von Salzburg ausgeht, das stärkste, vitalste und wesentlichste sein, dass man an die Welt senden kann“.

EVERYWOMAN von Milo Rau / Ursina Lardi Uraufführung Mi 19. August 2020, Salzburg Regie Milo Rau Besetzung Ursina Lardi Helga Bedau (Video) Recherche und Dramaturgie Carmen Hornbostel Bühne und Kostüme Anton Lukas Video Moritz von Dungern Sound Jens Baudisch Licht Erich Schneider Dramaturgie Christian Tschirner / Everywoman 2020: Ursina Lardi
© SF / Armin Smailovic

So groß die Anspannung vor dem 1. August 2020 auch war, so erleichtert sind sie jetzt, alles gut über die Bühne gebracht zu haben. Aber eines darf man auch nicht vergessen auch das Verhalten des Publikums, das sehr diszipliniert und sehr bewusst die Sicherheitsmaßnahmen im Verlauf der Festspiele immer selbstverständlicher verinnerlicht hat, hat wesentlich dazu beigetragen, dass es zu keinem Corona-Fall kam.

2021: Fortsetzung folgt!

DIE MACHT DER ENERGIE

Wasserfall in der Plötz / © Foto Christa Linossi

Was wäre, wenn….

…..Salzburg keine Festspiele hätte?

….es wäre eine kleine barocke Kleinstadt, umgeben von einer schönen Landschaft am Alpenrand. Max Reinhardt, Hugo von Hofmannsthal und Richard Strauss (Gründer der Salzburger Festspiele) ist es zu verdanken, dass am 22. August 1920 die Geburtsstunde der „Salzburger Festspiele“ war.

Ein Friedensprojekt, dass bis ins 21. Jahrhundert reicht und für die nächsten Jahrhunderte hoffentlich auch noch existieren wird und kann.

Großes Welttheater_Außenansicht Salzburg Museum/ © Salzburg Museum/Melanie Wressnigg

Das Salzburg Museum widmet in Kooperation mit den Salzburger Festspielen eine Landesausstellung: „100 Jahre Salzburger Festspiele: Großes Welttheater“

Mit einer Landesausstellung werden ab 26. Juli 2020 im Salzburg Museum 100 Jahre Salzburger Festspiele gefeiert. Unter dem Titel „Großes Welttheater – 100 Jahre Salzburger Festspiele“ ermöglicht die Ausstellung im Salzburg Museum Einblicke in die Geschichte der Salzburger Festspiele und verfolgt ihre Entwicklung bis in die Gegenwart. International renommierte Künstlerinnen und Künstler zeigen außerdem mit Rauminstallationen ihre eigene Sicht auf die Salzburger Festspiele.
© Salzburg Museum

Diese Ausstellung dokumentiert 100 Jahre Festspielgeschichte. Von den Gründungsvätern bereits als Weltkunstzentrale auf österreichischem Boden in Kriegszeiten ersonnen, ist es tatsächlich zum wirkungsmächtigsten Klassikfestival der Welt gewachsen.

Der österreichische Regisseur Max Reinhardt auf Schloß Leopoldskron. Um 1933. Photograph by Franz Xaver Setzer / © Archiv Setzer-Tschiedel/Imagno/picturedesk.com

„Jedermann“ von Hugo von Hofmannsthal wurde 1911 in Berlin uraufgeführt, war jedoch nicht erfolgreich. Für Salzburg war dieses Stück eine Verlegenheitslösung, denn das ursprünglich vorgesehene Auftragswerk war nicht fertig geworden. Max Reinhardt bat den Salzburger Erzbischof Ignatius Rieder, das „Spiel vom Sterben des reichen Mannes“ vor dem Dom aufführen zu dürfen. So wurde  „Jedermann“ – Regie führte Max Reinhardt – im August 1920 erstmalig in Salzburg aufgeführt und aus der Verlegenheitslösung wurde es ein Jahrhundert Stück. Dies ist einmalig, denn es gab noch nie in der Kunstgeschichte, dass ein Stück so lange gespielt wurde wie „Jedermann“, nämlich fast 100 Jahre.

Hugo von Hofmannsthals „Jedermann“ zum ersten Mal auf dem Domplatz in Salzburg unter der Regie von Max Reinhardt. Salzburger Festspiele 1920. Photographie. 1920 © Archiv der Salzburger Festspiele/Foto Ellinger
Regiebuch mit handschriftlichen Eintragungen von Max Reinhardt zu Hugo von Hofmannsthals „Jedermann“, 1911, 1920, 1927, 1930er-Jahre / Archiv der Salzburger Festspiele © Salzburg Museum/Luigi Caputo

Obwohl „Jedermann“ 8 Jahre lang in der Zeit von 1938 bis 1946 nicht gespielt wurde, Max Reinhardt ging 1937 nach New York und 1938 wurde das Stück von den Nationalsozialisten gestrichen.  Erst als 1946 Helene Thimig, die Witwe von Max Reinhardt, nach Salzburg/Österreich zurückkehrte – Max Reinhardt verstarb 1943 im amerikanischen Exil – steht seit 1946 das Stück Hofmannsthals JEDERMANN wieder auf dem Programm.

Zurück zur Landessausstellung, diese teilt sich in 4 Kapiteln und dokumentiert aufs Beste, was die Festspiele für die Stadt Salzburg, für Österreich und für die kunstinteressierte Welt bedeuten.

Raumausschnitt: Jedermann erwartet sich ein Fest…Festspiele in Salzburg – Wesen und Einmaligkeit © Salzburg Museum/Luigi Caputo

Im 1. Kapitel – „Großes Kino“ ist es eine filmische Annäherung, wo die Besucher*innen in der Säulenhalle filmisch willkommen geheißen und in die Geschichte der Salzburger Festspiele eingeführt werden.

Das 2. Kapitel – „Das Archiv“ – 100 Jahre Salzburger Festspiele in der Max Gandolph Bibliothek der Neuen Residenz verweist auf das Archiv der Salzburger Festspiele und damit auf die Sicherung, Dokumentation und Erforschung der eigenen Institutionsgeschichte hin. Dieses Kapitel erzählt 100 Jahre Festspielgeschichte von 1920 bis 2020.

Im 3. Kapitel – Im „Dialog“ den Salzburger Festspielen begegnen, umfasst das 3. Kapitel einen Rundgang, der im Dialog mit Institutionen wie dem Jüdischen Museum Wien, dem Theatermuseum Wien, dem Literaturarchiv Salzburg und den Wiener Philharmonikern sowie mit international renommierten Künstlerinnen und Künstlern (John Dock, Lionel Favre, Werner Feiersinger, Eva Schlegel, Yinka Shonibare) entstanden ist.

Raumausschnitt: Brüche – Eine Erzählung im Dialog mit dem Jüdischen Museum Wien © Salzburg Museum/Luigi Caputo
Yinka Shonibare CBE, The Bird Catcher’s Dilemma, 2019-2020 / Courtesy of the artist and Stephen Friedman Gallery, London, Photographer: Stephen White

Das letzte 4. Kapitel – On Stage: „Das Museum als Bühne“ hier verwandelt sich die Kunsthalle des Salzburg Museum in eine Bühne. Sie dient während der gesamten Laufzeit der Ausstellung und besonders im Festspielsommer 2021 als Aufführungsort und bietet in der Gesamtkonzeption der Kunsthalle gleichzeitig eine Bühne für Festspielgeschichte(n).

2020 ein Jahr, das aufgrund des Corona-Virus in die Geschichte eingehen wird und die Festspiele auf ein reduziertes Maß zurückgeschraubt hat, wäre es erwähnenswert, dass es dies bereits auch im Kriegsjahr 1940 der Salzburger Festspiele, nur ein Rumpfprogramm gegeben hat. Die Spielzeit dauerte im Juli 1940 nur 14 Tage und bestand ausschließlich nur aus einem Konzertzyklus der Wiener Philharmoniker.

Die Landesausstellung im „Salzburg Museum – Großes Welttheater“ ist auf alle Fälle sehenswert und bietet einen guten Einblick in 100 Jahre Salzburger Festspiele und läuft bis 31. Oktober 2021

Erschienen ist auch ein Buch: „Großes Welttheater – 100 Jahre Salzburger Festspiele“ ISBN: 9783701735044 erschienen im Residenzverlag

Herausgeber des Buches:

Martin Hochleitner > ist Kunsthistoriker und seit 2012 Direktor des Salzburg Museum. Zuvor leitete er von 2000 bis 2012 die Landesgalerie Linz. Er unterrichtet seit den 1990er-Jahren an verschiedenen Universitäten und erhielt 2013 den Österreichischen Staatspreis ars docendi für exzellente Lehre

Margarethe Lasinger > studierte Germanistik sowie Publizistik- und Kommunikationswissenschaft und war als Redakteurin, Lektorin und Ausstellungskuratorin tätig. Seit 1997 ist sie den Salzburger Festspielen verbunden und leitet die Abteilung Dramaturgie und Publikationen.

https://www.salzburgmuseum.at/

JOCHEN RINDT, der erste Popstar der Formel 1

Bildband von Ferdi Kräling

Worum geht es in diesem Buch?

Vor 50 Jahren am 5. September 1970 verunglückte beim Training zum Grand Prix in Monza mit seinem Lotus-Rennwagen JOCHEN RINDT tödlich. Sein Punktevorsprung war damals jedoch schon so groß, dass ihn auch sein stärkster Kontrahent, Jacky Ickx, nicht mehr einholen konnte. Da lag der erst 28-jährige Rindt in der Rangliste vorn, Sechs Grand-Prix-Siege und vier Le-Mans Erfolge markieren die kurze Karriere des extravaganten Publikumslieblings dessen Karriere mit einem tödlichen Unfall in Monza abrupt beendet wurde. Posthum wurde er nach seinem Tod am 4. Oktober 1970 zum Formel 1 Weltmeister der Saison 1970 ernannt.

Ferdi Kräling dessen Karriere als Rennsportfotograf unlösbar mit Rindts Aufstieg verknüpft ist, setzt dem deutschösterreichischen Rennfahrer Jochen Rindt, der als „der erste Popstar der Formel 1“ in den 60er Jahren in den Sportschlagzeilen für Furore sorgte, ein fotografisches Monument.

Dieser Band zeigt die großen Momente der Formel 1 in einem Buch, die spektakulärsten Strecken, die besten Fahrer, die erfolgreichsten Teams, ein Formel-1-Bildband mit über 180 atemberaubenden Fotos der heißesten Rennen. Dieses Buch, das zu seinem 50. Todestag in dritter, überabeiteter Auflage erscheint, versammelt die spektakulärsten Etappen aus Jochen Rindts professionellem und privaten Leben.

Der Journalist Herbert Völker, der Rindt ebenfalls gut kannte, hat zu dem Bildband die Texte verfasst, kenntnisreich und eigenwillig im Stil. Das passt zu dem Rennfahrer, dessen Stil keine Nachfolge gefunden hat, weil er so unnachahmlich war.

Man ist von dem Band gefesselt und dem Wahnsinn einer Grand Prix-Legende. Nach Jochen Rindts Tod hat sich vieles im Rennsport verändert. Es begann der Denkprozess die Rennen sicherer zu machen. Niki Lauda gehörte zu den Rennfahrer-Experten, die den Rennsport komplett veränderten.

Dieses Buch ist es wert zu lesen?

Wer Motorsport liebt, wird zu diesem Buch greifen und beim einen oder anderen werden Erinnerungen an diesen Rennfahrer wieder lebendig werden. Aber auch für die Generationen danach, ist es Wert dieses Buch zu lesen. Wie halsbrecherisch man in den 60iger Jahren unterwegs war und dieser Sport trotzdem ein großes Publikum hatte.

Die AUTOREN

Ferdi Kräling (*1940 in Winterberg-Siedlinghausen im Sauerland) ist ein deutscher Fotoreporter, der hauptsächlich als Fotograf von internationalen Rennserien wie Formel 1, Rallye WM, Sportwagen-Weltmeisterschaften bekannt war.

Mit Texten von Herbert Völker und den außergewöhnlichen Fotobeiträgen von McKlein und Milan Schijatschky

Erschienen ist das Buch:

„Jochen Rindt“ Der erste Popstar der Formel 1 , 3., erweiterte Auflage, (ISBN 978-3-667-11866-0) Delius Klasing Verlag, Bielefeld Erhältlich im Buchhandel oder unter www.delius-klasing.de

TIPP:

2021: Die Stadt Graz gedenkt der Rennsportikone Jochen Rindt mit einer großen Ausstellung „Jochen Rindt – die Grazer Jahre“ im Graz Museum mit zwei originalen Rindt-Fahrzeuge, eines davon ist der Ford GT 40 mit dem Rindt 1966 das Rennen in Le Mans bestritt, weitere Objekte seiner Jugend und seines Rennsportlebens werden im Graz Museum ausgestellt werden. Die Ausstellung hätte heuer schon über die Bühne gehen sollen, jedoch des CORONA-Virus wurde dies auf das Frühjahr 2021 verschoben.