
Ciò che rimane è ME
ICH die aussagende Person, die auf sich selbst verweist. Auch als aktiver Träger des Denkens oder Handelns. ICH bin SELBSTBEWUSST, ICH bin STARK, ICH….

ICH die aussagende Person, die auf sich selbst verweist. Auch als aktiver Träger des Denkens oder Handelns. ICH bin SELBSTBEWUSST, ICH bin STARK, ICH….
im MUSEUM DER MODERNE SALZBURG

2021 im Februar wird auch das Museum der Moderne Salzburg wieder seine Pforten öffnen. Es werden auch wieder interessante Ausstellungen präsentiert. Vorgestellt wurde das Jahresprogramm bei der Pressekonferenz Ende Jänner 2021.

Zwei Highlights, die ich für Interessant empfinde, stelle hier schon vorab einmal kurz vor:
Für den Sommer 2020 wäre die Ausstellung „End of Empire“ des britischen Künstlers Yinka Shonibare schon geplant gewesen. Corona hat es nicht zugelassen und so findet, so können wir nur hoffen, die Ausstellung dieses Jahr statt. Shonibare ist einer der bedeutendsten zeitgenössischen Künstler Großbritanniens und eine zentrale Stimme der postkolonialen Diskussion.
Yinka Shonibare wurde am 9. August 1962 in London geboren und ist ein britisch-nigerianischer Künstler. Bekannt wurde er vor allem durch die Arbeit mit Dutch Way bedruckten, farbenprächtigen Baumwollstoffen. (Dutch Wax sind in den Niederlanden bedruckte Baumwollstoffe, die beidseitig farbenprächtig gemustert sind und in vielen Teilen Westafrika und anderen Teilen des afrikanischen Kontinents sind die gemusterten Stoffe ein unverwechselbarer Bestandteil der afrikanischen Kultur und Identität geworden). Shonibare setzt somit für seine Künstlerischen Arbeiten Dutch Wax als Material ein. Seine Analyse des viktorianischen Lebensstils ist von ironischen Brechungen und politisch aufgeladenen Selbstinszenierungen gekennzeichnet. Er beschäftigt sich intensiv mit kulturellen Identitäten, den kolonialen Verstrickungen des britischen Empire mit dem „Rest der Welt“ und der Frage nach dem „Bild des Anderen“. Die retrospektive Ausstellung wird rund 60 Arbeiten der letzten 30 Jahre zeigen. Ausstellungsbeginn voraussichtlich: 22. Mai bis 12. September 2021
„TELL ME WHAT YOU SEE“ Skrein Photo Collection
Wer ist Christian Skrein? Er wurde 1945 in Wien geboren. Michelangelo Antonionis Film BLOW UP kam in den 1966 Jahren ins Kino und mit ihm der Mythos des Starfotografen, des Shooting-Stars nach dem Vorbild des Chronisten des Swinging London der 60er Jahre, David Bailey und des kamerabewerten Jet-Playboys Gunther Sachs. In jeder größeren Stadt des Westens gab es einen Szenestar des Lichts und in Wien war es Christian Skrein, der im FORMAT vom 22.02.2008 behauptete, das jüngste Mitglied der Wiener Gruppe gewesen zu sein. Er begann in den 1960er Jahren als Bildreporter und fotografierte für die Zeitschrift Vogue und hatte so Zugang zu heute international renommierten Künstlern, lichtete die Rolling Stones in der Wiener Stadthalle, die Beatles in Obertauern und Sean Bond Connery irgendwo in Österreich ab. Für Skrein setzte sich virtual GI Commander und Pritzker Preisträger Hans Hollein einen US-Stahlhelm auf und zog sich eine Airforce Lederjacke an. Den Uebermalungsartisten Arnulf Rainer fotografierte er in Walter Pichlers Galaxy 1 Stuhl. Skrein selbst zeigte sich im Chicago Style der frühen 30er Jahre oder oft auch hüllenlos. Skrein war ein Fotoprofi und kein Aufreisser, der die Kamera nur zum Anbandeln vorgeschoben hat.
Die Sammlung Skrein nimmt eine Vorreiterrolle bei der Rezeption von Amateurfotografie ein, umfasst aber zugleich hochkarätige künstlerische und dokumentarische Aufnahmen. Themen wie die Reportage Fotografie, begründet auch in Christian Skreins eigener fotografischer Praxis, kennzeichnen den Blick des Sammlers ebenso wie ein Faible für Kuriosa. Diesem Materialschatz nähern sich Ausstellung und Publikation auf erzählerische Weise, denn nur so machen die heterogenen Bilder, die alle einen hohen Qualitätsanspruch haben, die Herangehensweise des Sammlers nachvollziehbar. Geordnet werden die Bilder mit assoziativen Begriffen. Ausstellungsbeginn voraussichtlich: 12. Juni bis 17. Oktober 2021
Des Weiteren werden dann noch folgende Künstler*innen im Museum der Moderne und Rupertinum präsentiert:
„Teasing Chaos“ David Tudor / Mönchsberg 3. Juli 2021 – 9. Jänner 2022 David Tudor (1926 Philadelphia, PA, US – 1996 Tomkins Cove, NY, US) war in den 1950er-Jahren einer der führenden Pianisten und Interpreten zeitgenössischer Musik.
„The Disappointed Tourist“ Ellen Harvey / Mönchsberg 2. Oktober 2021 – 13. Februar 2022 Ellen Harvey (1967 Farnborough, GB) erforscht im Medium der Malerei u. a. das Phänomen der ästhetischen Nostalgie (warum ist das Vergangene das Schöne?), das unsere Wahrnehmung von und unseren Umgang mit Natur und Landschaft beeinflusst.
„Deep Time“ Marion Kalter / Rupertinum 23. Oktober 2021 – 27. Februar 2022 Wenn Marion Kalter (1951 Salzburg, AT) von Fotografie spricht, dann spricht sie eigentlich von Menschen.
„Das grafische Werk“ Heimo Zobernig/ Rupertinum 23. Oktober 2021 – 27. Februar 2022 Generali Foundation Studienzentrum Presented by Künstlerbücher, Kataloggestaltung und Grafikdesign sind ein zentraler Teil der künstlerischen Praxis von Heimo Zobernig (1958 Mauthen, AT).
„Gordon Matta-Clark“ 6. November 2021 – 27. März 2022 / Mönchsberg Presented by In Kooperation mit CCA – Canadian Centre for Architecture, Montréal Gordon Matta-Clark (1943 – 1978, New York, NY, US) zählt mit seinem radikalen gesellschaftskritischen und innovativen Werk zu den wichtigsten Künstlerpersönlichkeiten des 20. Jahrhunderts.
Kunst im Lift MönchsbergAufzug
Peter Land, The Staircase (1998) bis 1. Februar 2021
Carola Dertnig, Strangers (2003) 2. Februar – 3. Mai 2021
Ferhat Özgür, The Will or The Ten Commandments (2009) 4. Mai – 2. August 2021
Robert F. Hammerstiel, I want you to want me I (2006) 3. August – 2. November 2021
Kurt Kren, 31/75 Asyl (1975) 3. November 2021 – 31. Jänner 2022
Die Hoffnung stirbt zuletzt!
2020 ist unerwartet anders verlaufen und so blickt man mit Zuversicht auf die ALBERTINA Ausstellungen für das Jahr 2021. Generaldirektor Klaus Albrecht Schröder hat mit einem Kurator*innen Team ein vielseitiges Programm für die ALBERTINA und die ALBERTINA MODERN vorbereitet.
Folgende Ausstellungen, die demnächst aktuell stattfinden – wenn Museen und Galerien ihre Pforten wieder öffnen dürfen – finde ich spannend und interessant.
FACES DIE MACHT DES GESICHTS Ausstellungsbeginn 12. Februar bis 24. Mai 2021
Worum geht es bei dieser Ausstellung? Es werden Porträts aus der deutschen Zwischenkriegszeit präsentiert. Ausgangspunkt ist Helmar Lerskis, der mit seiner herausragenden Fotoserie Verwandlungen durch Licht (1935/36) das Porträt in den Vordergrund rückt.

Auszug aus dem Pressetext: „In den 1920er- und 30er-Jahren erneuern Fotografinnen und Fotografen radikal das Verständnis des klassischen Porträts: Ihre Aufnahmen dienen nicht mehr der Darstellung der Persönlichkeit eines Menschen, sondern fassen das Gesicht als nach ihren Vorstellungen inszenierbares Material auf. Über das fotografierte Gesicht werden sowohl ästhetische Überlegungen der Avantgarde als auch gesellschaftliche Entwicklungen der Zwischenkriegszeit dargestellt. Experimente mit neuer Formensprache, das Verhältnis zwischen Individuum und Typ, feministische Rollenspiele und politische Ideologien treffen aufeinander und erweitern damit das Verständnis der Porträtfotografie“.

Die künstlerische Porträtfotografie ist auch ein fotografisches Herausarbeiten des charakteristischen Wesens einer Person. Die Porträtfotografie ist mit unter auch die Fortsetzung der Porträtmalerei, mit technischen Mitteln. Betrachtet man die Bilder genau, kann man genau herausfiltern, was ist der Ausdruck des Gesichtes? Traurig- oder Fröhlichkeit, Hass oder Zorn oder Nachdenken? Wie kann ein Gesichtsausdruck auf den Betrachter wirken? Viele Fragen und auch Antworten!?
XENIA HAUSNER. TRUE LIES Ausstellungsbeginn 30.April bis 25.Juli 2021
Xenia Hausner stammt aus einer Künstlerfamilie. Sie ist die Tochter des österreichischen Malers Rudolf Hausner. Rudolf Hausner ist Mitbegründer der „Wiener Schule des Phantastischen Realismus“ und gehört zu den herausragenden österreichischen Künstlerpersönlichkeiten des 20. Jahrhunderts. Bekannt wurde er 1957 mit dem entstandenen ADAM-BILD, welches er immer wieder variierte. Xenia Hausners Arbeiten haben ebenfalls eine ausdrucksstarke Kraft und es ist durchaus möglich, dass sie ihrem Vater viel über die Schulter geschaut hat.

Auszug aus dem Pressetext: „Die Figuren lösen sich von der ursprünglichen Person und nehmen eine eigene Rolle in Hausners Geschichten ein, die sich einer eindeutigen Lesart entziehen. In Fragment haften Montagen konfrontiert uns die Künstlerin mit den Widersprüchen, die in uns angelegt sind, mit Facetten, die wir nicht nach außen kehren. Gerade die Fiktion ermöglicht ihr, mit geschärftem Blick dem wahren Kern nachzuspüren und in ihren Bildern offenzulegen. Während die Kunstgeschichte vom männlichen Blick geprägt ist, verfolgt Xenia Hausner ihre Spurensuche in einer rätselhaften Gegenwelt – sämtliche Themen werden anhand von Frauen erkundet, die alle Rollen einnehmen können und so den männlichen Part meist mitverkörpern“.
Gezeigt werden ihre ersten frühen Arbeiten aus den 1990er-Jahren bis zu Xenia Hausners jüngsten bewegenden Exiles-Serie. Man darf gespannt sein.

AMERICAN PHOTOGRAPHY Ausstellungsbeginn 16. Juni bis 29. August 2021
Klingt auch vielversprechend. Es handelt sich um Aufnahmen der amerikanischen Weite, der Alltagskultur, sozialer Landschaften und urbaner Metropolen.

Auszug aus dem Pressetext: „Überhöhte, idealisierte Abbildungen der Landschaft werden von bis dahin als nicht darstellungswürdig erachteten, alltäglichen Motiven abgelöst. Auf Roadtrips entstandene Serien setzen sich kritisch mit der amerikanischen Gesellschaft auseinander. Fotografinnen und Fotografen nutzen vorwiegend eine spontane, schnappschussartige Bildsprache, um die Dynamik der Großstadt einzufangen. Im Gegensatz dazu dienen aufwändig inszenierte, filmische Tableaus der Verhandlung von fotografischer Wirklichkeit und Illusion sowie gesellschaftlichen Entwicklungen“.
MUNCH UND DIE FOLGEN Ausstellungsbeginn 18. Februar bis 19. Juni 2022
Wer kennt Edvard Munch nicht? Edvard Munch in Norwegen geboren, entstammte einem Geschlecht von evangelischen Pfarrern und Lehrern und hatte eine ziemlich armselige Jugend. Sein Vater war Arzt in Oslo, seine Mutter starb, als er 5 Jahre alt war. Er leidet auch unter der streng christlichen Gesinnung seines Vaters, hatte Angstattacken und einer Borderline-Persönlichkeitsstörung. Seine armselige Jugend, die Krankheiten, unter die er litt, verarbeitete er auch in vielen seiner Werke, die authentisch und zu seiner Aussage passen: „Man kann nicht ewig Frauen malen, die stricken, und Männer, die lesen: ich will Menschen malen, die atmen, fühlen, lieben und leiden.“


Sein berühmtestes Werk „Der Schrei“. „Der Schrei“ zeigt eine menschliche Figur unter einem roten Himmel, die ihre Hände gegen den Kopf presst, während sie Mund und Augen angstvoll aufreißt.
Auszug aus dem Pressetext: „Die ALBERTINA widmet Edvard Munch und von ihm inspirierten KünstlerInnen im Frühjahr 2022 ihre Hauptausstellung. Munch und die Folgen präsentiert ca. 60 Meisterwerke Edvard Munchs (1863–1944) gemeinsam mit Größen des 20. Jahrhunderts wie Andy Warhol oder Georg Baselitz und wichtigen zeitgenössische KünstlerInnen wie Marlene Dumas, Peter Doig, Miriam Cahn und Tracey Emin. Edvard Munchs zutiefst pessimistische und melancholische Weltanschauung – der Mensch ist letztendlich völlig allein – definiert die Wahrnehmung seiner Arbeit bis heute. Ebenso einflussreich sind seine Experimente mit Drucktechniken und Farbe, die nicht nur die Geschichte der Malerei geprägt haben, sondern auch weiterhin in zeitgenössischen künstlerischen Praktiken zu finden sind – genau wie seine ikonischen Werke wie der Schrei und die Madonna. Munch und die Folgen konzentriert sich in erster Linie auf Munchs späteres Werk und seine Relevanz“.
Blicken wir positiv in die Zukunft und freuen uns auf den Besuch in der ALBERTINA 2021 https://www.albertina.at/
Prophezeihung der Cree-Indianer
Erst wenn der letzte Baum gefällt, der letzte Fluß vergiftet und der letzte Fisch gefangen ist, werdet ihr merken, dass man Geld nicht essen kann.

Bevor der neuerliche Lockdown am 26. Dezember 2020 wiederbegann, besuchte ich noch die Ausstellung NOT VITAL.IR im Museum der Moderne Salzburg.

Es ist die erste museale Einzelausstellung in Österreich des Künstlers Not Vital. Wer ist der Künstler? Er ist Schweizer und wurde am 15. Februar 1948 in Sent im schweizerischen Unterengadien geboren. Seine Bereiche Grafik, Malerei, Bildhauerei und Architektur. Vitals Werke – in verschiedenen Techniken und gattungsübergreifend – werden in bedeutenden Museen und Galerien wie auch im öffentlichen Raum weltweit gezeigt.
Museum der Moderne Salzburg widmet dem Künstler eine Einzelausstellung wo 21 Skulpturen, drei sowohl raum- als auch wandgreifende Installationen und 144 Zeichnungen präsentiert werden. Der Titel der Ausstellung IR, stammt aus dem Rätoromanischen und bedeutet: „gehen“. Damit ist ein wesentliches Prinzip der künstlerischen Praxis von Not Vital benannt, die auf der fortwährenden Spannung von Aufbruch (Fortgehen), Rückkehr (Heimkehren) und erneutem Aufbruch beruht.
Obwohl er ein internationaler Künstler ist, ist er mir bisher noch auf keiner Ausstellung, weder in London, Paris, München oder sonst wo aufgefallen, oder ich war gerade zum falschen Zeitpunkt in London oder Paris, wo er ausgestellte. Egal, seine Arbeiten, die ich nun erstmalig im Museum der Moderne sah, sind spannend und interessant zugleich. Einige Arbeiten werde ich hier beschreiben. Es ist meine Sichtweise:
Wie ich es immer tue, ich schlendere zuerst einmal durch die Ausstellungshallen, verschaffe mir einen Überblick und dann bleibe ich bei den spannenden und interessanten Objekten hängen.
Bei Not Vital fand ich die großen Skulpturen nicht so aufregend. Groß und überdimensional. Die kleineren stachen mir viel mehr ins Auge. Wie zum Beispiel diese Skulptur die aus mehreren Schuhen – genau betrachtet aus 5 – bestand.

Ein interessantes übereinander aber in verschiedene Richtung gestapelt. Was will der Künstler damit ausdrücken? Vielleicht deutet es hin: einmal in diese Spur, dann auf eine andere Spur, einmal links und rechts gehen. Und wie oben bereits angedeutet heißt die Ausstellung ja IR „gehen“. Also hat dies auch mit gehen zu tun. Der Künstler selbst nennt dieses Objekt „Scarpa per 5 piedi“ (Schuhe für 5 Füße). Also 5 Füße und jeder hat nur einen Schuh. Wie meint der Künstler es nun wirklich, der Mensch hat jeweils 2 Füße, also wären es Schuhe für nur 4 Füße und was ist mit dem 5. Fuß? Ging ein Fuß verloren? Verletzt? Abgetrennt?
Oder eine andere Skulptur:

Der Schuh mit dem Ohr? Sollte es eine Verbindung von Hören und Gehen darstellen? Das Ohr beim Fuß?
Diese Skulpturen sind alle aus der Serie „Scarpa per…2001“

Warum hat der Künstler am 3.3.2005 300 Kamelköpfe (Gips) aus Moskau in der Kunsthalle in Bielefeld an die Wand geworfen? Was hatte diese Aktion auf sich? Ich recherchierte; Not Vital ist auch ein Nomadenkünstler, dessen anthropologischer Wissensdurst ihn scheinbar unruhig um die Welt reisen lässt, um die Eindrücke verschiedener Kulturen in seinen Skulpturen zu verarbeiten. So errichtete er zum Beispiel in der Wüstenstadt Agadez (5 Jahre lang) zusammen mit den einheimischen Tuareg Gebäude und Skulpturen und da die Stadt Agadez ein altes Handelszentrum und das Tor zur Wüste und seit Jahrhunderten Treffpunkt nomadischer Völker und Karawanen ist. Die dreihundert Kamel-Keramikköpfe aus Gips, die ebenfalls in diesem Zeitraum hier entstanden sind, wurden zweimal in Moskau gezeigt und vor Beginn der Bielefelder Ausstellung warf er sie gegen die Wand. Sein Argument: „Die Erde gibt, die Erde nimmt“ und so geht auch das Kunstobjekt seinen irdischen Gang.
Die nachstehende Skulptur, erweckte ebenfalls mein Interesse. Um welches Tier handelt es sich? Ich vermute um ein Kamel. Ist ein Teil des Kamel noch in der Wüstenstadt Agadez und der andere Teil schon in der Wüste? Eine andere Erklärung wäre noch: bei dieser Arbeit könnte man auch vermuten, dass er die Grenzen zwischen abstrakter und figurativer Form in einer besonderen engen Beziehung zum Material wie Gips herstellt.

Es lohnt sich, die Ausstellung anzusehen. Leider zurzeit wegen des Lockdowns nicht möglich. Aber die Ausstellung läuft noch bis 13. Juni 2021

…wer nicht freiwillig mitmacht, wird ausgesperrt!
Als Künstlerin – der Kunst- und Kulturbetrieb wurde bis auf weiteres heruntergeschraubt – will ich mit meiner künstlerischen Arbeit*, darauf hinweisen, dass es sich schon längst nicht nur mehr um die Pandemie des Virus COVID 19 handelt, sondern es ist der Tag der Populisten, die auf ein einzelnes Ziel abzielen, nämlich das Ziel der MACHT.
Massiver Eingriff in Grund- und Freiheitsrechte, jeglicher Kompromiss wird abgelehnt, Wissenschaftler kritisieren immer wieder die Corona-Politik, werden aber nicht wirklich ernst genommen.
* meine aktuelle Arbeit – zeigt ein Gesicht und deutet auf eine Spaltung in der Gesellschaft hin

wünsche ich allen Leser und Leserinnen

Das alte Spiel „Schiffchen versenken“ hat ausgedient, das neue Spiel heißt ab sofort „Wirtschaft versenken“. Für all diejenigen, die dieses Spiel nicht kennen zur Information: https://de.wikipedia.org/wiki/Schiffe_versenken#Charakter_und_Herkunft
Zur Zeit herrschen chaotische Zustände, kein richtiges Konzept, keine Informationen und von oben herab nur Drohgebärden – Zuckerbrot und Peitsche – und als Draufgabe immer wieder ein Lockdown. Mit Auf- und Zusperren, wird das Virus nicht verschwinden, wir werden lernen müssen, mit dem Virus zu leben.
2020 Stillstand für die Kunst, CORONA stoppte alles. Aber ich will Kunst auf meinem Blog vermitteln, so suchte ich in meinem Archiv nach interessanten Künstlern, deren Kunst es wert ist, sie wieder vor den Vorhang zu holen.
Heute geht es um den Künstler Antony Gormley

Graz wurde 2003 zur Kulturhauptstadt ernannt und hier entdeckte ich erstmals den Künstler Antony Gormley, der für die Kulturhauptstadt eine Installation mit Skulpturen aus lebensgroßen Abgüssen (massives Gusseisen) eines menschlichen Körpers inszenierte. Diese Körper hangen als menschliche Skulpturen kopfüber oder zusammengerollt am Boden liegend im hermetischen Hof des Kulturzentrum Minoriten in Graz. Das Thema „Himmelschwer“ – eine Transformation der Schwerkraft – wurde vom Künstler so konzipiert, dass es unvergesslich im Kopf des Betrachters hängen bleiben musste.
2012 stoß ich erneut wieder auf den Künstler Antony Gormley, der eine interessante LandArt Installation der anderen Art über ein Gebiet von 150 Quadratkilometer in den Bergen von Vorarlberg verteilt inszenierte. Ich berichtete über diese LandArt Installation damals bei dem Online-Magazin KULTURA-EXTRA https://www.kultura-extra.de/kunst/portrait/kurzportrait_antony_gormley.php
Seine Figuren, die aus Gusseisen sind, waren für mich immer wieder eine interessante Geschichte. So gesehen, machte das Kunsthaus Bregenz mit dem Künstler ein Projekt, das als einzigartiges Landschaftsprojekt in Erscheinung trat. 2010 wurde es realisiert, wobei die Vorbereitungszeit für das Projekt „Horizon Field“ bereits fünf Jahre in Anspruch nahm. „Horizon Field“ bestand aus einhundert lebensgroßen Skulpturen, welche über ein Gebiet von 150 Quadratkilometer in Vorarlberg in Bergen verteilt waren und eine horizontale Linie auf 2039 Metern über dem Meeresspiegel bildeten. Es erstreckte sich vom Bregenzerwald bis in das Arlberggebiet. Ein faszinierendes Schauspiel.
Da das Ganze temporär und ein Teil des künstlerischen Konzeptes war, wurden die Skulpturen nach einem gewissen Zeitraum wieder abgebaut. Sie sind leider nicht mehr sichtbar.
Es war eines der gelungensten LandArt-Projekte der seinesgleichen sucht.
Antony Gormley, der mich immer wieder – mittlerweile habe ich einige Ausstellungen von ihm gesehen – fasziniert, zählt für mich zu den wichtigsten und bedeutendsten zeitgenössischen Bildhauer-Künstlern weltweit.
Es ist immer wieder die menschliche Figur, die im Mittelpunkt seines Schaffens steht und ausgehend von seinem eigenen Körper, präsentiert er stets neue skulpturale Konstellationen als Einzelfigur oder in größeren Gruppen angeordnet. Gormley ist ein Suchender, der immer wieder nach neuen Formen sucht und sie wieder als ein neues Kunstwerk entstehen lässt.
Seine Materialien für seine Skulpturen können nicht unterschiedlicher sein. Er stellt sie aus Gusseisen, aus Drahtgeflechten oder anderen Materialien her.

Wir Menschen haben alle Wurzeln in einer Familie, in seiner Herkunft. Doch immer noch werden Menschen entwurzelt, ob durch Krieg oder Vertreibung. Sie sind dann der Schatten, der aus dieser Entwurzelung heraussteigt.
We humans all have roots in a family, in its origins. But people are still being uprooted, whether through war or displacement. You are then the shadow that emerges from this uprooting.
Du muss angemeldet sein, um einen Kommentar zu veröffentlichen.