Ich bin freischaffende Künstlerin, Autorin und Kulturjournalistin. Meine Texte sind keine bloßen Berichte, sondern kleine Szenen, die das aktuelle Kunstgeschehen und die kulturelle Transformation literarisch inszenieren.
Für meine Leserinnen und Leser bleibe ich stets am Puls der Zeit – nicht massenhaft, sondern intensiv. Mein Blog ist ein Kammerspiel der Kultur: ein Ort für Kunstaffine, die Tiefe suchen statt Oberfläche.
Ich verstehe Kunst als „kulturelle Transformation“ – ein fortwährender Prozess des kritischen Weiterdenkens. Seit vielen Jahren beschäftige ich mich mit unterschiedlichsten Kunstrichtungen und sehe im Potenzial der Kunst die Chance, Horizonte zu öffnen und Perspektiven zu verschieben.
Kaffee vor dreihundert Jahren noch ein rares Luxusprodukt, wurde nun zum wichtigsten gehandelten Rohstoff (gleich Erdöl) der Welt. Abgeleitet wird der Begriff „Kaffee“ von arabischen „Kahwe“ oder „Qahwa“, was so viel wie Lebenskraft oder Stärke bedeutet.
Landkarte Anbau Kaffee Salzburg Museum / Foto: Christa Linossi
Schon Anfang des 18. Jahrhunderts servierten die hiesigen Kaffeesieder mit Kaffee, Tee und Schokolade alle importierten Heißgetränke der Neuzeit.
Cafés sind Orte des Kaffeegenusses, aber auch ein Ort, wo Geselligkeit und Privatheit nebeneinander und gleichzeitig möglich sind. Viele Schriftsteller und Künstler besuchen gerne Cafés, weil es ein Ort des Sehens und gesehen Werdens ist, genauso aber auch ein Ort des Informationsaustausches.
Salzburg Museum CAFÉ Orte.Menschen.Geschichten SALZBURG / Foto: Christa Linossi
Die Cafés passten sich auch immer wieder der Zeit an, sodass sich Neue Strömungen, Trends und Krisen, der Wandel von Kaffeezubereitung, Trinksitten auch auf Stadt und Land auswirkten.
Das erste Kaffeehaus in Salzburg entstand im Jahr 1700. Der aus
Frankreich stammende Jean Fontaine erhielt die Genehmigung zum Verkauf von Tee, Kaffee und Schokolade bzw. Kakao. Als Standort für sein Lokal wählte er das Haus Goldgasse 5.
Salzburgs Kaffeehäuser waren Orte der Musik mit vielfältigen Live-Musik-Programmen sowie Stätten der Information und Diskussion. Im Café Bazar wurde 1920 die „Literarische Gesellschaft Salzburg“ gegründet. Hier trafen sich Schriftsteller, Künstler_innen. Das Café Bazar ist auch heute noch gerne ein Treffpunkt der Künstler_innen.
Ausschnitt eines Kaffeehaus Salzburg Museum / Foto: Christa LinossiPlakat LiteraturimCafeMozart Salzburg Museum / Foto: Christa Linossi
Von der Stadt Salzburg ausgehend verbreitete sich der Kaffeegenuss im ganzen Land. Die Besucherinnen und Besucher erfahren, wo man im Salzburger Land in der Vergangenheit Kaffee trinken konnte. Alte Ansichtskarten, Fotoaufnahmen geben Aufschluss wie die Kaffeehäuser in den Gauen ausgestattet waren.
Eine Karte mit eingezeichneten Kaffeehäusern gibt den Besuchern einen Eindruck der vielfältigen Kaffeehauskultur in Salzburg.
Die Kaffeelandschaft ändert sich ständig, große Kaffeekonzerne wie Starbucks, McCafé haben in den letzten zehn Jahr auch sehr viel zur Veränderung beigetragen. Zum Beispiel coffee to go, dass sehr populär wurde.
Die Ausstellung ein Querschnitt, die nicht nur die Cafés präsentiert, sondern auch die Herkunft des Kaffees ins Rampenlicht rückt, oder auch aktuelle Geschehnisse wie die Covid-19 Pandemie aufgreift, die die Kaffeehauskultur sehr stark bedrohte.
Eine Ausstellung die auf alle Fälle sehenswert ist.
fand am 1. Mai 2022 im Marionettentheater Salzburg statt. Es war eine sehr interessante Inszenierung der Aufführung über Friederike Mayröcker. Das Interview führte mit ihren eigenen Texten – dazu ein behutsames Fadenspiel – in die Sprach- und Gedankenwelt der Autorin zwischen Bühne und Backstage.
Im Foyer des Marionettentheaters mit Einblick in die Kassa, startete der 40 minutige Rundgang mit Lesungen und Antworten der Autorin. Die Schauspielerin Dorit Ehlers, las Texte von Mayröcker und dann wurde im Originalton die Antwort von Friederike Mayröcker zu den jeweiligen Texten zugespielt. Die Puppenspielerin Michaela Obermayr übernahm das Fadenspiel mit der Marionette Friederike Mayröcker den Raum.
Dorit Ehlers liest dazu noch den Text und der Rundgang ging weiter. Der Rundgang führte zur Bühne, noch war sie leer, jedoch bald traten die Leserin und die Marionette Mayröcker auf die Bühne.
Die Lesung, es sind Fragen aus der Kindheit und die Antworten darauf wurden wieder in einer Art Dialog geführt. Mayröcker nimmt Platz auf der Bank und gibt zur Antwort: „Es ist seltsam, je älter ich werde, je weniger wird die Erinnerung“.
Das Publikum verlies wieder die Bühne und begab sich in den Zuschauerraum. Jedoch saß das Publikum vor der Bühne und die Puppenspielerin Michaela Obermayr mit Friederike Mayröcker, befand sich direkt im Zuschauerraum.
Man begab sich in das Foyer und hier kam die Klavierspielerin Yoko Yagihara zum Einsatz. Mayröcker sah ihr mit Begeisterung zu, wie sie die Finger über die Klaviertasten gleiten ließ.
Mayröcker setzte sich zum Schluss noch einmal mit dem Thema Tod auseinander und wurde sehr nachdenklich.
Zitat von Friederike Mayröcker: „Ich lebe in Bildern. Ich sehe alles in Bildern, meine ganze Vergangenheit, Erinnerungen sind Bilder. Ich mache die Bilder zu Sprache, indem ich ganz hineinsteige in das Bild. Ich steige so lange hinein, bis es Sprache wird„.
Das Team Dorit Ehlers, Michaela Obermayr, Arthur Zgubic Gast: Yoko Yagihara der AKTE 1: INTERVIEWS
Bis 31. Mai 2022 finden noch viele Veranstaltungen zu Friederike Mayröcker in Stadt und Land Salzburg statt. Siehe: https://akte-mayroecker.at/akte
MUSIKTHEATER FÜR KINDERUraufführung Auftragswerk der Salzburger Festspiele
Die Salzburger Festspiele bieten heuer ein breites Angebot – mit 54 Vorstellungen sowie zahlreichen Schulprogrammen – für Kinder und Jugendliche im ganzen Salzburger Land an. Zeitraum von Mai bis Ende August 2022.
Die beiden Produktionen WUT (für 8- bis 10-Jährige) und Ich lieb dich (für 10- bis 14-Jährige) geben den Gefühlen der Kinder und Jugendlichen großen Raum.
Den Journalisten wurde bei der Pressekonferenz Einblick in den Proben des Musiktheater WUT gewährt. Inspiriert von den skurril poetischen Kurzgeschichten des preisgekrönten Kinderbuchautors Toon Tellegen bringen der Komponist Gordon Kampe und der Regisseur Sebastian Bauer unterschiedlichste Arten von Wut zum Klingen.
Gezeigt wurde uns eine Probe zu diesem Theaterstück, wo die Schlange vorkommt. Schlange wünscht sich manchmal, jemand anderes zu sein, denn er ist immer wütend und Wütend-Sein ist ja auch anstrengend. Seine Freunde Frosch und Löwe kommen ihn trotzdem besuchen und nehmen es ihrem Freund nicht übel, dass er ein schrecklich wütender Gastgeber ist und ihnen auch einmal der Kuchen um die Ohren fliegen kann.
„Was ist eigentlich, WUT?“ Wie fühlt es sich an, allein wütend zu sein, und was passiert, wenn ich auf andere wütend bin? Wer ist für mich da, wenn ich wütend bin – und kann das Wütend-Sein vielleicht sogar Spaß machen?
Wut, egal in welcher Form sie auftritt, wirklich endgültig loszuwerden – geht das überhaupt; oder geht es eigentlich darum, mit ihr zu leben, sie zu akzeptieren und manchmal auch rauszulassen?
Es ist ein sehr gut inszeniertes Bühnenstück, mit virtuosem Zusammenspiel von Musik, Texten und Bildern. Es ist ein überraschender neuer Blick auf dieses Gefühl WUT.
Die Premiere dieser Uraufführung findet am 20. Juli statt.
INTERAKTIONEN Schulprogramm Mobile Produktionen „Von Abtenau bis Zell am See“ Festspielpatenschaften (16- bis 26-jährige Festspielneulinge mit erfahrenen Festspielbesucher*innen)
6000 Jugendkarten Vermittlungsangebote (Einführungen und Künstlergespräche) Junge Freunde (bis zum vollendeten 26. Lebensjahr)
Er wagt den Schritt in die Luft – und sie trägt. Wie kann man diese Musik beschreiben, die vom ersten Moment an gefangen nimmt? Seine Musik hat etwas Zwingendes. Nicht strukturell zwingend oder verbissen, sondern zwingend den sonderbaren Wegen tief empfundener Poesie folgend“.
Viel besser könnte man die Kompositionen von Alexander Maria Wagner nicht beschreiben. So beschrieben hat ihn: Hans-Jürgen Fink www.kultur-port.de,
Alexander Maria Wagner (*31.03.1995) studierte Klavier und Komposition bei Franz Hummel, Tristan Murail, Reinhard Febel und Kenneth Hesketh. Am Salzburger Mozarteum, an welchem er Komposition studierte, arbeitete er mit dem renommierten Pianisten Pavel Gililov. Seit September 2019 setzt er seine Kompositionsstudien am Royal College of Music in London fort. Siehe auch: Biografie und Kurzporträt
An einem Sonntag, im April 2022 wurde in Anif von Anif.Kultur ein spezielles Konzert präsentiert, dass die Besucher*innen mit in den Bann zog.
Es war ein Konzert der besonderen Art das zeitgenössische, klassische Musik, rezitierende Einlagen, die die Grenzen von reinem Musikvortrag zu szenischem Vortrag bis hin zur Groteske, zerfließen ließ.
Für das Konzert von Anif.Kultur wurden Werke von Alexander M. Wagner aus den vergangenen Jahren seines Schaffens zum Besten gegeben, es hat sich daraus eine veritable Stage-performance entwickelt, die selbst den Veranstalter Anif.Kultur überraschte. Wagner der auch als Pianist große Erfolge feierte, gibt als Komponist einen Einblick in sein vielseitiges Werk. Es geraten klassische Sinfonik, experimentelle Kammermusik und operettenhafte Bühnenmusik in ein eigensinniges und spannungsreiches Verhältnis.
Mit mächtiger Stimmlage las der Schauspieler Graham F. Valentine Drei „Gedichte aus Niemandsland“ von Alexander M. Wagner zur begleitenden Musik vor.
Helen Brecht, Autorin und Librettistin aus Köln, die eine enge Zusammenarbeit mit dem Komponisten Alexander Maria Wagner verbindet, bot bei diesem Konzert eigenen Texte in einer Art Chansons, vertont und begleitet von Wagner am Klavier.
Das Publikum zum Schmunzeln brachte jedoch der österreichische Komponist und Harmonikaspieler Lukas Metzenbauer, mit zum Teil schwarzhumorigen Texten von dem Autor Franzobel, „Man müssert“, „Ballade vom Wahnsinn“, „Gut bis auf’s Blut“, „Jahrmarkt-King“ und „Hamdraher“.
Es war ein gelungener Konzertabend und das Publikum bedankte sich mit einem riesigen Applaus.
Feinfühliger Dirigent der Kammermusikwerke war Cristian Spätaru, geb. 1993 in Chinisău (Moldawien). Im Kammerensemble glänzten mit ihrem Spiel: Florian Moser, Violine, Gustavo Vieira Rebelo, Viola, Felix Rosenboom, Violoncello, Leona Rajakowitsch, Flöte, Maurycy Hartmann, Klarinette, Simon Hladik Saxaphon und am Klavier, Shun Oi.
Es waren großartige Künstler dieses besonderen Konzertabends und alle teilnehmenden Künstler hätten für sich alleine einen Abend füllen können.
Anif.Kultur ist immer wieder sehr bemüht, jungen, aufstrebenden Künstler_Innen eine Bühne zu geben, um einen Bekanntheitsgrad zu erlangen. Lebte doch der berühmteste Dirigent und Gründer der Salzburger Festspiele Herbert von Karajan (*1908 in Salzburg und +1989) in Anif.
An 31 Tagen (1. Mai – 31. Mai 2022) entstehen an 31 verschiedenen Orten in der Stadt Salzburg und bis hinaus aufs Land „BÜHNEN“ für diese außergewöhnliche Autorin.
Dieser literarische Querschnitt für Friederike Mayröcker wird in Zusammenhang mit dem Literaturfest einhergehen. Friedrike Mayröcker, die an einem Nobelpreis für Literatur vorbeigeschrammt ist, kennen viele, aber gelesen wurde sie von den wenigsten. Dies war ein Grund, warum sich die Plattform „OhneTitel“ (Netzwerk für Theater- und Kunstprojekte) für Friederike Mayröcker stark machte.
Wer war Friederike Mayröcker? (*1924-*2021+ in Wien) Sie war eine österreichische Schriftstellerin und zählt zu den wichtigsten Autorinnen ihrer Generation im deutschsprachigen Raum. Ab den 1950er-Jahren bis zu ihrem Tod veröffentlichte sie über 80 Bücher, Lyrik, Prosa, Kinderbücher, Bühnentexte und Hörspiele.
Vorhang auf, heißt es für einen ganzen Monat im Mai für Friederike Mayröcker!31x akte mayröcker(31 Premieren)
Jeden Tag wird ein Akt von Künstler*Innen quer durch alle Sparten die „Grande Dame“ in unterschiedlichsten Präsentationsformate, vom Trickfilm hin zu performativen Installationen im öffentlichen Raum, von Plakatkunst bis Musiksalons, vom Café Mayröcker präsentiert.
Auftakt ist der 1. Mai 2022 im Salzburger Marionettentheater. Geboten wird akte1: interviews Friedrike Mayröcker im Gespräch mit ihren eigenen Texten – ein behutsames Fadenspiel führt in die Sprach- und Gedankenwelt der Autorin zwischen Bühne und Backstage. Ihre eindrückliche Erscheinung macht dabei eine gute Figur…
Danach folgt jeden Tag eine andere Premiere und am 31. Mai 2022 findet die letzte akte31: der katalog–review in der SZENE Salzburg statt. Zu akte31 ist begleitend zu den einzelnen Projekten ein multimedialer Katalog entstanden. 31 Tage und täglich eine Premiere. Somit findet am letzten Tag in der SZENE Salzburg eine lebendige Rückschau auf großer Leinwand, ohne museale Sentimentalität, mit bleibendem Nachklang…
Klicken Sie einfach diesen Link https://akte-mayroecker.at/akte an und Sie haben eine Übersicht über das spannende Programm akte: mayröcker : 1-31
Liebe ist Illusion und Schmerz zu gleich. Liebe ist die Gratwanderung, du schwebst immer zwischen Höhenflug, Illusion und im Tiefflug zum Schmerz. Liebe im Höhenflug (kurzer oder langer Zeitraum) und dann irgendwann fliegst du im Speed nach unten und bist beim Schmerz angekommen.
Love is illusion and pain at the same time. Love is the balancing act, you always float between high-altitude flight, illusion, and low-altitude flight to pain. Love in the high flight (short or long period of time) and then at some point you fly down in speed and have arrived at the pain.
Aus einer privaten Initiative ist das Konzert LICHT entstanden. Die Einnahmen des Konzertes werden dem Salzburger Roten Kreuz zur Unterstützung der in Salzburg untergebrachten ukrainischen Flüchtlingsfamilien übergeben.
Die kriegerischen Ereignisse in der Ukraine erschüttern die Grundfesten unseres Vertrauens in ein Europa des Friedens und Koexistenz vieler Nationen und Völker – die aggressive Invasion Russlands verurteilen wir uneingeschränkt.
Die Kunstuniversität sah sich aufgefordert, Position zu beziehen und ein Zeichen zu setzen. Die Universität Mozarteum, die Paris Lodron Universität Salzburg, das Österreichische Rote Kreuz, Salzburg Orchester Solisten und PP Performing Organisation haben sich zusammengetan, um ein Zeichen des Mitgefühls und der Unterstützung zu setzen: So fand am Karfreitag in der Großen Universitätsaula das Benefizkonzert „LICHT“ statt.
Es war ein großartiges Konzert. Stargast war Benjamin Schmid (Violine), Gesang: Studierende der Universität Mozarteum Salzburg, Salzburg Orchester Solisten, Dirigent war Jörn Andresen.
Auf dem Programm standen Wolfgang A. Mozart „Grabmusik KV 42“, Kantate für Sopran, Bass, gemischter Chor, Orchester und Orgel und Ludwig van Beethoven „Violinkonzert D-Dur op.61“ und hier kam Benjamin Schmid, einer der wichtigsten Geiger des 20. Jahrhunderts ins Spiel. Er konzentrierte auf der „ex Viotti/Rosé 1718“ – Stradivarius Violine, die ihm die Österreichische Nationalbank zur Verfügung stellte, sowie auf einer modernen Geige aus dem Jahre 2015 von Wiltrud Fauler.
Das Konzert war ein beindruckendes Ineinandergreifen zwischen Orchester und Benjamin Schmid dem Geiger. Seine brillante Technik, die Klarheit und Leidenschaft des Ausdrucks, sein solistisches Charisma, machen ihn zu einem Geiger von einzigartigem Profil.
Die Zuhörer waren von der Aufführung LICHT fasziniert und dankten dem Salzburg Orchester Solisten, dem Chor im speziellem dem Virtuosen Benjamin Schmid mit stehenden Ovationen oder starken Beifall.
Ein absolut gelungenes Konzert, welches kurzfristig für einen guten Zweck organisiert wurde.
Salzburger Osterfestspiele und die Galerien präsentierten wieder ihre internationalen Kunstwerke.
Die Galerie Ropac in Salzburg präsentiert zwei großartige Künstler. Zum einen ist es Robert Rauschenberg, dem eine umfassende Ausstellung zu seinen Tonarbeiten seit den 1980er Jahren gewidmet ist und zum zweiten den Künstler Not Vital präsentiert.
Zu Robert Rauschenbergs Werke, hier handelt es sich um Schlüsselwerke aus den Serien der JAPANESE CLAYWORKS (1982/1985) und JAPANESE RECREATIONAL CLAYWORKS (1982-83/1985), die eine bedeutende Innovation in seiner künstlerischen Praxis ab 1982 darstellen. Die Japanese Clayworks weisen skulpturale Elemente auf, die an Rauschenbergs Combines (1954–64) und Spreads (1975–83) erinnern. Sie zeigen fotografische Motive aus dem alten und modernen Japan, die der Künstler mit malerischen Pinselstrichen ergänzte. Indem er Aspekte der Malerei und der Bildhauerei kombinierte, verwischte er dabei die Grenzen zwischen diesen künstlerischen Kategorien.
Ein Ausstellungsraum ist die Nachschöpfungen von Leonardo da Vincis Mona Lisa (1503–1519) gewidmet. Ein Bild, das bekanntlich auch von Rauschenbergs engem Freund und Inspirator Marcel Duchamp für dessen (1919 begonnene) L.H.O.O.Q.-Serie übernommen wurde.
Robert Rauschenberg _Nachschöpfungen von Leonardo da Vincis Mona Lisa/ Foto: Galerie Ropac
Diese Arbeit faszinierte mich ebenfalls. Viermal Leonardo da Vincis Mona Lisa und jede Arbeit anders umgestaltet von Rauschenberg und auch mit chinesischen Schriftzeichen versehen. Im ersten Bild, das Gesicht einer jungen Frau aus unserer Zeit und der weiße Farbenstrich, gleicht wie einer Autobahn, wo wieder verschiedene Elemente eingebaut wurden. Das zweite Mona Lisa Bild, hier befindet sich über den Arm gelegt eine Art von Hacke. Was wollte der Künstler damit ausdrücken? Auch chinesische Schriftzeichen finden sich darunter. Über das Haupt der Mona Lisa nahm er einen breiten Pinselstrich in Weiß, als wolle er damit einen Schleier andeuten. Beim dritten Bild sind ebenfalls viele versteckte Details, die nahm aber nicht so genau erkennen kann. Es könnte auch ein Soldat hinter Mona Lise versteckt sein, oder etwas Unheimliches, nicht definierbares über ihre Arme. Last not least beim vierten Bild, wenn man es ganz genau betrachtet, erkennt man auf der rechten Seite eine Art Fahrrad oder ein Moped? Auch eine Micky Mouse ist auf dem Körper der Mona Lisa verkörpert. Was hat die Micky Mouse mit Mona Lisa zu tun? Liegt die Deutung auf Paris hin und Disneyland? Ich vermute aber auch ein Sitz zum Fahrrad tritt in den Vordergrund. Auf alle Fälle sind es interessante Aspekte die Rauschenberg in seine Arbeiten einbrachte.
Wenn man sich Zeit nimmt und die Arbeiten von Rauschenberg genau betrachtet, sieht man viele Details wie zum Beispiel in seinem monumentalen Mirthday Man (Ceramic) II (1998). Das Werk, das Rauschenberg nach seiner Retrospektive 1997 im Guggenheim Museum, New York, für die Nachbildung in Keramik auswählte, enthält neben eigenen Farbfotografien und einer Darstellung von Sandro Botticellis Geburt der Venus (um 1485) Röntgenaufnahmen des Körpers des Künstlers. Man kann die Bilder in diesem Werk, das anlässlich des 72. Geburtstags des Künstlers entstand und viele Leitmotive von persönlicher Bedeutung enthält, als ein Selbstporträt begreifen.
Dieses Werk ist faszinierend, wie viele versteckte interessante Details man darinnen erkennen kann.
Robert Rauschenberg _ Mirthday Man (Ceramic) Foto: Galerie Ropac
Der Künstler Not Vital
Als interessant empfand ich auch die Ausstellung von Not Vital „Paintings“ die ebenfalls in der Galerie Ropac gezeigt werden.
Die Bilder sind eine innere Vision von sich selbst und anderen Menschen. Es ist, wie eine Röntgenaufnahme zu machen, um zu sehen, was im Inneren ist. So Not Vital.
Thaddaeus Ropac Salzburg präsentiert Werke aus Not Vitals Portrait-Serie, einem Werkblock, den der Künstler vor über 13 Jahre initiierte. Die Werke zeigen Personen, die dem Künstler nahestehen, wichtige historische Persönlichkeiten wie Sänger, Dichter, Philosophen oder Künstler, anonyme Personen sowie ein Selbstporträt, in denen Vital oftmals fremde Gestalt annimmt. Die Figuren werden frontal als verschwommene, runde Objekte dargestellt, die vor einem leeren Hintergrund zu schweben scheinen. Vital erfasst und porträtiert die einzigartige Essenz oder Aura der Menschen, wobei er sich dabei auf deren individuellen Merkmale stützt. Indem er sich mit dem Ausdruck einer inneren Realität beschäftigt, werden die Portraitierten zu Meditationen über die menschliche Präsenz.
Bei der Vernissage kam ich mit Not Vital auch ins Gespräch, er erklärte mir ein Werk, wo chinesische Schriftzeichen vorkamen. Es war ein Schattenporträt von ihm selbst, wo er mir erklärte, an der Kopfzeile befindet sich das Schriftzeichen „毎日の楽園“ auf Deutsch „paradiesisch jeden Tag“. Als Unterschrift bei der Fußzeile sein Name auf Japanisch „重要ではない“. Seine Aussage: „Die Malerei ist für mich der beste Weg, das Licht zu sehen, zu fühlen und zu riechen“.
Not Vital gilt auch als Künstler-Nomade, der fortwährend neue Wohn- und Produktionsstätten in den verschiedensten Teilen der Erde mit einer Leidenschaft erschließt. Dieser obsessive Drang zur gleichsam globalen künstlerischen Verortung und die Faszination für andere Kulturen und Lebensformen lassen ihn seit rund fünfzig Jahren die ganze Welt erkunden.
2020/2021 widmete das Museum der Moderne am Mönchsberg eine umfangreiche Ausstellung, in der 21 Skulpturen präsentiert wurden.
Die Galerie Ropac präsentiert Not Vital auch immer wieder. Ein faszinierender Künstler, mit dem man auch gerne über seine Kunst spricht.
Die Ausstellung Robert Rauschenberg kann bis zum 09. Juli 2022 und die Ausstellung Not Vital bis zum 28. Mai 2022 in der Galerie Ropac Villa Kast in Salzburg besucht werden.
In der Pfarrkirche wurde die Markus-Passion von Jenö Hajdu aufgeführt. Diese war ein Auftragswerk der Salzburger Dommusik und wurde 1999 von Jenö Hajdu komponiert; Teile des Werkes wurden im Markusjahr 2000 innerhalb der Karfreitagsliturgie des Salzburger Doms aufgeführt.
Gemäß den Vorgaben sollten Länge, Besetzung und Grundkonstruktion den Passionen Heinrich Schütz‘ entsprechen: Vierstimmiger gemischter Chor a-cappella mit Solisten (Evangelist, Jesus, Pilatus, Judas), in kurzen, ausdrucksstarken Turbachchören (Chorsätze) sind für das Werk charakteristisch. Der Text des Evangelisten ist als Rezitativgesang, in Neumennotation komponiert – ohne arienartige Teile oder Wiederholungen.
Dem großen Vorbild Heinrich Schütz als herausragenden Vertreter der „musikalischen Rhetorik“ folgend, hat Jenö Hajdu ein expressives Werk in klassisch-moderner Harmonik und Stimmführung vorgelegt.
Durch Anif.Kultur gelangte das Werk somit heuer in der Pfarrkirche Anif zur Uraufführung
Das Konzert war ein beindruckendes Ineinandergreifen von Chor und Sprechgesang.
Einige Worte zu Heinrich Schütz (1585-1672), welcher durchaus bei dem Werk Pate gestanden hat; dieser gilt als der bedeutendste deutsche Komponist des Frühbarocks; zunächst zum Organisten ausgebildet komponierte er nach frühen Madrigalen (das Madrigal ist die affektgeladene Vertonung weltlicher Lyrik) in italienischer Sprache vor allem geistliche Vokalmusik, teils zu lateinischen, vor allem aber zu deutschen Texten. Seine meisterhafte „Übersetzung“ deutscher Texte in Musik hat seit jeher sein Publikum fasziniert.
Die Zuhörer in der Anif Pfarrkirche waren von der Aufführung der Markus-Passion von Jenö Hajdu fasziniert und dankten den Sängern und dem Komponisten mit stehenden Ovationen.
Chorleiter Hans-Josef Knaust, der ein umfassendes Repertoire und profunde Werkkenntnis der historischen Aufführungspraxis sowie der Musik der Moderne und Gegenwart hat, konnte mir von den intensiven Proben berichten, wobei das Hauptaugenmerk auf die Intonation der komplexen Akkordtrauben gelegt werden musste.
Der Chor „Salzburg Vokal“ bestehend aus professionellen Sängern sowie Studenten des Mozarteums meisterte die hohen Anforderungen bravourös und mit Hingabe, so dass weitere Projekte mit Chormusik des ausgehenden 20.Jahrhunderts auf der Agenda stehen werden.
Patrik Baab ist Politikwissenschaftler und Journalist und liefert in seinem Buch „Recherchieren“ einen Werkzeugkasten nicht nur für diejenigen, die selbst im Journalismus tätig werden möchten, sondern auch für die, die es schon sind.
Dieses Buch stellt einen Werkzeugkasten zur Verfügung, die Rechercheure für den Standpunkt der Aufklärung benötigen. Rechercheure stehen an der Seite der Benachteiligten und nicht an der Seite der Machteliten. In der Praxis jedoch wurde sie häufig teils bewusst, teils unbewusst, statt Macht- und Gewaltverhältnisse aufzuklären, vernebelt sie zuweilen die Interessen von Machteliten und wird so zum Helfer der Gegenaufklärung. Genau dem will Baab entgegenwirken. Für Baab bedeutet Recherchieren, etwas gegen Widerstände herauszufinden – gegen den Widerstand jener, die Aufklärung verhindern und eigene Interessen durchsetzen wollen. Die Werkzeugkästen sind gut gegliedert und für die jeweiligen Situationen wie ein Bauchladen aufgegliedert. Die berühmten W-Fragen, Themen finden, die Grundausstattung von Offline und Online, Nachrichten Faktoren, Themen prüfen, Quellen erschließen und Quellen prüfen und viele andere Werkzeuge findet man darin vor.
Dieses Buch ist es wert zu lesen?
Es ist auch für Journalisten*innen eine Auffrischung, sondern auch für diejenigen, die in den Journalismus vorhaben, einzusteigen. Der Werkzeugkästen, denn gutes Handwerk, braucht auch einen guten Werkzeugkasten.
DER AUTOR
Patrik Baab ist Politikwissenschaftler und Journalist und hat u.a. an den ARD-Filmen „Der Tod des Uwe Barschel – Skandal ohne Ende“ (2007), „Der Tod des Uwe Barschel – Die ganze Geschichte“ (2008) sowie „Uwe Barschel – Das Rätsel“ (2016) mitgewirkt. Er ist Lehrbeauftragter für praktischen Journalismus an der Christian-Albrechts-Universität Kiel und an der Hochschule für Medien, Kommunikation und Wirtschaft in Berlin.
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