Museum Joanneum Graz widmet JOSEF PILLHOFER zum 100. Geburtstag eine Sonderausstellung

Die Neue Galerie Graz widmet im Universalmuseum Joanneum Josef Pillhofer zu seinem 100. Geburtstag eine Ausstellung. Es ist die Ausstellung eines der bedeutenden österreichischen Bildhauer, dessen Werk in einer neuen Perspektive gezeigt wird.

Skulptur am Eingang von Josef Pillhofer _Universalmuseum Joanneum Graz / Foto: Christa Linossi
Museum Joanneum Graz / Foto: Christa Linossi

Im Zentrum der Ausstellung steht das formale und inhaltliche Ineinandergreifen von Zeichnung und Skulptur.

Josef Pillhofer, 2021,
Video: Universalmuseum Joanneum

Pillhofer beschäftigte sich von Anfang an mit der Dreimenionalität als zentrale Frage der Bildhauerei. Josef Pillhofer fuhr 1950 nach Paris, wo er ein Stipendium erhielt. Er studierte bei Ossip Zadkine, traf Constantin Bråcusi und lernte Alberto Giacometti kennen. Die Gegenstandslosigkeit in der Skulptur zuzulassen, unterscheidet ihn von seinem Wiener Lehrer Fritz Wotruba. Pillhofer gehörte der legendären „Wotruba Klasse“ an der Akademie der bildenden Künste in Wien an (1946-1950).

Josef Pillhofer, „Blecharchitektur (Turm quadratisch)“, 1995,
Aluminiumblech auf Aluminiumsockel, 72 x 72 x 167 cm, Privatbesitz, Foto: UMJ/N. Lackner, © Bildrecht Wien, 2021

Die Bedeutung Josef Pillhofers als Bildhauer, Zeichner und Künstler im Allgemeinen ist unbestritten und reicht weit über die Grenzen des Landes hinaus. Es erschien nicht sinnvoll, einen chronologischen Ablauf bzw. die klassische Form der Retrospektive zu wählen.

Josef Pillhofer, „Stehender, rechts Wiederholung derselben Figur in Silhouettenform“, 1961,
Tusche und Kohle auf Papier, 44 x 31 cm, Privatbesitz, Foto: UMJ/N. Lackner, © Bildrecht Wien, 2021

Pillhofer experimentierte mit gegenstandsloser Skulptur und „negativem Raum“ und verwendete Formen aus der Natur, die er isoliert und zu völlig neuen Inhalten wieder zusammenführt. Der „negative Raum“ hat die Bedeutung von Leer-, Zwischen- und Umräumen betont den Raum als Kategorie innerhalb der Skulptur. Seine Fragestellungen reichen bis zur Bewegung seiner entwickelten Skulpturen, die er auf der Bühne wieder neu arrangierte.

Ausstellungsansicht, „von 2 auf 3“, 2021,
Foto: Universalmuseum Joanneum/J.J. Kucek

Interessant ist auch sein Portraitkopf JASMIN (Es ist Pendant zum ägyptischen Ersatzkopf im Kunsthistorischen Museum. Die Funktion Ersatzkopf ist bis heute ungeklärt. Sie sind nicht Teil einem Statute, sondern stellen unabhängige Rundbilder dar, die am unteren Ende des Halses waagrecht abgearbeitet sind)

Die Ausstellung ist sehenswert und man sollte sich bei der Betrachtung auf das Wesentliche konzentrieren und in die Tiefe eines Details gehen.

Die Ausstellung läuft noch bis 24.10.2021