Janosch_ Museum, o.D. (c) Janosch film und medien AG
im KarikaturMuseum Krems Ausstellung vom 21.02.2021 – 30.01.2022
Das Karikaturmuseum Krems startet mit einem Best-Of an Karikaturen der Landessammlungen Niederösterreich. Gestartet wird mit dem Kinderbuchautor, Illustrator und Schriftsteller Horst Eckert alias Janosch (*11.März 1931 in Hindenburg, Oberschlesien) mit dem kultigen Exkurs „Herrn Wondrak“ ins Ausstellungsjahr 2021.
Das Karikaturmuseum Krems widmet Horst Eckert alias Janosch eine Ausstellung und würdigt ihn zum 90. Geburtstag.
Janosch _ Welchen Fisch kann man heute noch bedenkenlos angeln, o.D. (c) Janosch film und medien AG
Auszug aus dem Pressetext:
„In seinen Publikationen verhandelt der Illustrator und Schriftsteller Themen wie Religion, die Frage nach dem Sinn des Lebens und wahrer Lebenskunst. Auf die Kunst des Lebens weiß sich auch Janosch berühmter Herr Wondrak zu verstehen. Wondrak – der Janosch für Erwachsene ist so, wie sein Schöpfer Janosch es gerne wäre: Ein Antiheld, der offenbar alles falsch macht und dank seiner Auffassung vom Leben doch immer richtig liegt. Im ZEIT-Magazin stellte er sich einmal wöchentlich die Fragen des Lebens. „Wondrak sieht einem gewissen Janosch ähnlich. Ist das ein Zufall? Kennen sie sich“, steht dort etwa einmal geschrieben. „Herr Janosch hat ein ganz, ganz anderes Jackett“, fällt die Antwort gewohnt absurd aus und gibt zugleich Einblicke in die eigene Lebensphilosophie. Denn der deutsche Künstler nahm sich selbst von den gekonnt ironischen Darstellungen nicht aus. Mit dem Humor von Janosch, der bis in die Untiefen der Absurdität führt, lässt sich die Welt neu entdecken.“
Ich werde weiterhin über die Ausstellung berichten und wer sich für „Herrn Wondrak“ von Janosch interessiert, der sollte sich die Ausstellung unbedingt ansehen.
Lange wird es nicht mehr dauern und der Frühling zeigt sich wieder von seiner schönsten Seite und dies bedeutet für den ÖSTERREICHISCHEN SKULPTURENPARK Öffnung am 27. März 2021.
Für mich ist dieser Park ein besonderes Juwel, verbindet sich hier Kunst und Natur im Einklang. Allein beim Betreten des Parkes wird die Landschaft erfüllt mit einem einzigartigen Blütenduft. Diese Szenerie bildet einen inspirierenden Schauplatz für die Kunst und lädt zum Verweilen ein. Man taucht ein in das herrliche Ambiente dieses Skulpturenparks und genießt Landschaft und Kunst gleichermaßen.
Ein Garten von Menschenhand gestaltet und die natürlich wachsende Struktur geht mit Skulpturen, die unter freiem Himmel der Witterung ausgesetzt sind, eine einzigartige Beziehung ein. Ein Dialog zwischen Standort und Skulptur, wo Träume sichtbar und poetische Begegnungsräume sich treffen.
Der Garten als vom Menschen gestaltete und doch natürlich wachsende Struktur geht mit Skulpturen, die unter freiem Himmel der Witterung ausgesetzt sind, eine einzigartige Beziehung ein. Dieser Dialog zwischen Standort und Skulptur macht ein besonderes künstlerisches Vokabular sichtbar – es werden Träume sichtbar und poetische Begegnungsräume geschaffen.
Wo genau befindet sich dieser wunderbare Skulpturenpark? Er liegt sieben Kilometer südlich von Graz (Steiermark) und wurde im Jahr 2003 als Zentrum für zeitgenössische Skulptur etabliert. Der Landschaftsarchitekt Dieter Kienast hat diese faszinierende Parkanlage geplant. Es handelt sich hier um ein Areal von rund sieben Hektar und ist ein Entfaltungsraum für mehr als 75 Skulpturen. Werke renommierter Künstler/innen aus Österreich – von Fritz Wotruba über Franz West bis hin zu Erwin Wurm, Heimo Zobernig und Michael Kienzer – kommunizieren hier mit Beispielen internationaler Bildhauerei, zum Beispiel von Jeppe Hein, Nancy Rubins, Tobias Rehberger,Bruno Gironcolioder Susana Solano. Jedoch nicht nur österreichische Künstler/innen sind hier vertreten. Auch international anerkannte Künstler/innen haben hier ihre Skulpturen plaziert. Zum Beispiel Yoko Ono (Ex-Beatles John Lennons Frau) oder das Künstlerehepaar Eva & Adele aus Deutschland, nur um ein paar Beispiele zu bringen. Des Weiteren wurde der Skulpturenpark vom Guardian einer der besten Skulpturenparks Europas ausgezeichnet!
Eine echte Rarität des Festspielgründers Hugo von Hofmannsthal ist heuer im Festspielsommer 2021 zu sehen. Jossi Wieler wird das Werk heuer in Szene setzen. Der Schweizer Regisseur ist bei den Salzburger Festspielen seit 1998 wiederholt in Erscheinung getreten: als Schauspielregisseur (Uraufführungen von Jelinek, Handke, Zweig) sowie mit Sergio Morabito als Opernregisseur (Ariadne auf Naxos, Rusalka). Mit Ariadne auf Naxos – von der Zeitschrift Opernwelt zur Aufführung des Jahres 2001 gekürt – inszenierte Wieler bereits ein Werk auf Basis eines Librettos von Hofmannsthal.
Die Salzburger Festspiele führten ein Interview mit dem Schweizer Regisseur Jossi Wieler über das Werk von Hugo von Hofmannsthal
Jossi Wieler führt in Hugo von Hofmannsthals Das Bergwerk zu Falun Regie. Foto: Bernd Uhlig
Handlung Hugo von Hofmannsthal Das Bergwerk zu Falun
Von einer seiner Seefahrten heimgekehrt, wird der Seemann Elis Fröbom von einer tiefen Teilnahmslosigkeit befallen. Im Zustand eines Lebensekels, der sich bis zur Todessehnsucht steigert, wird er von einem düsteren Unbekannten aufgesucht. Der alte Torbern weist ihm den Weg in das tief unter der Erde liegende Reich der Bergkönigin – eine prachtvolle, Welt, die Elis ebenso beängstigt wie anzieht. Als Herrscherin über ein zeitloses Reich, welches „das Menschliche mit Füßen stößt“ und seine Besucher gleichzeitig mit ihren verborgensten Wünschen konfrontiert, stellt die Bergkönigin Elis in Aussicht, für immer bei ihr zu bleiben. Zuvor soll er jedoch als Bergmann leben, um sich in der Tiefe des Berges von allen menschlichen Sehnsüchten zu befreien. Diesem Befehl folgend begibt sich Elis nach Falun, wo er in den Dienst des Bergwerkbesitzers Dahljöh tritt. Als Bergmann lebt er bei Dahljöh, dessen Tochter Anna und ihrer blinden Großmutter und findet ein neues Zuhause. Als sich Elis in die fröhliche, lebenszugewandte Anna verliebt und diese seine Liebe erwidert, soll die Hochzeit geplant werden. Doch das Reich der Bergkönigin hat seine Faszination nicht verloren..
Herr Wieler, Das Bergwerk zu Falun zählt zu Hofmannsthals Frühwerken und wird nur selten gespielt. Warum bringen Sie es nun auf die Bühne?
Das Bergwerk zu Falun ist ein Drama, das in ganz eigenen Bildern und Motiven nach dem Sinn des Lebens fragt. Hofmannsthal entführt uns in eine morsche Welt, die dem Tod geweiht ist. Elis, dieser junge Bergmann, sucht nach seiner Identität, nach seiner Heimat und seiner Zugehörigkeit. Möglicherweise hat Hofmannsthal sich sogar mit dieser Figur identifiziert, die auch ein Künstler sein könnte. Die Geschichte wird noch dazu in einer gebundenen Sprache – als Versdrama – erzählt, die für unsere Ohren gar nicht mehr so vertraut ist. Es reizt mich, das für heute zum Klingen zu bringen. Ich suche in meiner Arbeit immer den Klang eines Werks, in die Partitur hineinzuhören und das für heute Relevante hervor zu bringen.
Können auch Sie sich mit Elis identifizieren? Oder fühlen sich einer der anderen Figuren sehr nahe?
Wenn man ein Stück inszeniert, ist es immer gut, wenn einem alle Figuren nahekommen. Um die Figuren erzählen und in ihre Tiefen hineingehen zu können, sollte man sie alle lieben. Hofmannsthal hat aber einige in diesem Stück reicher ausgestattet. Und so kann ich sagen: Ja, die Figur des Elis ist mir nahe. Er ist ein Sinnsucher; einer, der versucht seinen Weg in dieser sich verändernden Welt zu finden. Er ist jemand, der sich mit Fragen des Lebens, mit Fragen des Todes philosophisch auseinandersetzt. Die anderen Figuren sehe ich mitunter als seine Verlängerungen oder auch Spiegelungen von ihm. Der alte Tobern beispielsweise – er ist eine merkwürdige Figur – ein Untoter, der aus einer früheren Zeit wieder ins Leben zurückkommt und Elis verführt. Das ist unheimlich, auf eine depressive Art und Weise, aber auch auf eine sehr lebendige.
Reflektiert das Stück auch etwas aus unserer Gegenwart, aus dem Jetzt?
Ja, und das nicht nur an der Oberfläche. Das Stück erzählt über einen Zeitfluss, über die Dekadenz einer Zeit. Es geht darum, dass etwas in Bewegung ist, was nicht mehr aufzuhalten ist – eine Bewegung, bei der alle Menschen, nicht nur die Hauptfigur Elis, nach dem Sinn des Lebens suchen. Es gibt Verführungen in dieser Welt – etwa eine Bergkönigin, die versucht Elis in ihre Welt zu verführen. Das hat geradezu etwas Demagogisches, etwas politisch Gefährliches – wenn man das so deuten möchte. Aber wie alle Märchen, wie alle Mythen ist es nicht so eindimensional. Es gibt nicht nur eine einzige Antwort auf die jeweiligen Fragen, die da gestellt werden.
Wie arbeiten Sie mit dem Ensemble zusammen?
In diesem Werk folgt Szene auf Szene und manche Figuren begegnen sich nie. Wir werden jedoch einen Rahmen finden, in dem das vielleicht ein bisschen anders ist, in dem wir etwas kollektiver im Prozess arbeiten. Dennoch wird jede Figur natürlich sehr deutlich sichtbar sein. Gerade ein solches Stück sollte wie ein Kammerspiel oder vielleicht wie eine Klang-Improvisation wirken, in der man miteinander die Sprache Hofmannsthals und die Geschichte sinnlich erfahrbar macht.
Wir haben ein extra für diese Produktion besonders ausgewogenes Ensemble ausgewählt. Elis wird von Marcel Kohler gespielt, ein junger Protagonist am Deutschen Theater in Berlin. Anna wird von Lea Ruckpaul gespielt, die in Düsseldorf im Ensemble ist. André Jung spielt mit, er ist mir als Schauspieler sehr vertraut und ein guter Freund. Er hat mehrfach in Salzburg gespielt und ist auch Nestroypreisträger. Und die große Hildegard Schmahl wird ebenfalls dabei sein neben anderen besonderen Künstlerinnen und Künstlern.
Können Sie uns noch mehr zum inszenatorischen Ansatz verraten?
Die Welten, die Hofmannsthal entwirft, sind sehr illusionistische Welten, die fast filmischen Charakter haben. Sie auf der Bühne zu illustrieren wäre eher langweilig. Wir werden andere Umsetzungen finden. Ich möchte gerne einen Rahmen finden, damit die Geschichte, diese Identitätssuche, die im Werk eingeschrieben ist, Relevanz bekommt. Hofmannsthal hat mit dem Werk 1899 begonnen und es erst 1911 zu Ende geschrieben. Das Stück wurde nicht zu seiner Lebzeit aufgeführt, es kam erst posthum – nach dem zweiten Weltkrieg – zur Uraufführung. Mit dem Werk ist kurioserweise etwas Ähnliches passiert, was auch mit dem Leichnam, des Bergmanns passiert ist: Dass es erst nach Jahrzehnten ans Licht der Bühnenwelt geborgen wurde.
Ich denke, die Art und Weise wie die Figuren miteinander umgehen und wie deren Sprache klingt, entstand auch aus dem Gefühl heraus, dass sie in keiner sicheren Zeit leben. Der Erste Weltkrieg dräute. Dieses Unbehagen ist im Werk zu finden. Es geht andererseits aber auch tief in die Psyche von Figuren. Nicht von ungefähr arbeitete zeitgleich Sigmund Freud in Wien, als Hofmannsthal dies schrieb – ein Einfluss, der in diesem Werk sehr spürbar ist.
Was verbindet Sie mit dem Autor Hugo von Hofmannsthal?
Es ist das erste Mal, dass ich ein Schauspiel von Hofmannsthal inszeniere. Aber ich habe mich viel mit Hofmannsthal beschäftigt. Er ist ein großer Schriftsteller, ein begnadeter Künstler. Die Tatsache, dass er mit Richard Strauss und Max Reinhardt zusammen die Festspiele gegründet hat – das hat etwas initiiert, was bekanntermaßen und wundersamerweise bis heute Bestand hat. Es gibt in Salzburg eine einzigartige Atmosphäre; es gibt nicht nur einen Genius loci, nicht nur Mozart, sondern viele Künstler, die hier gelebt, geschrieben, komponiert und gespielt haben. Das finde ich jedes Mal beflügelnd an diesem Ort – und nicht von ungefähr kehren auch so viele Künstlerinnen und Künstler immer wieder zurück. Auch ich arbeite immer wieder gerne in Salzburg.
Ist das Publikum der Salzburger Festspiele ein besonderes?
In Salzburg kann man als Künstler konzentriert und frei arbeiten. Unter besonderen künstlerischen Bedingungen. Man hat das Gefühl, dass auch das Publikum, das zu den Festspielen kommt, offen ist für den Festspielgedanken und für Preziosen, die da erfunden
werden. Ich habe 1998 eine Uraufführung von Elfriede Jelinek (Er nicht als er) in Salzburg gemacht und es war einzigartig, zu erleben, welch großes Interesse da zu spüren war. Oder auch bei unserer Ariadne auf Naxos: wie offen das Publikum darauf reagiert hat, vielleicht gerade deshalb, weil unsere Lesart des Werks eine neue war. Ich habe das Gefühl, dass das Publikum in Salzburg sich gerne verführen lassen möchte – in Welten, die nur das Theater erfinden kann.
Wie ist es Ihnen in der Corona-Krise ergangen? Haben die aktuellen Entwicklungen Einfluss auf Ihr künstlerisches Schaffen?
Das Bergwerk zu Falun liest sich auf der Folie der Corona-Krise anders als noch vor einem Jahr. Dieser düstere Märchenstoff gewinnt einen zusätzlichen, vielleicht relevanteren Assoziationsradius, der uns in der Arbeit unweigerlich begleiten wird. Natürlich hoffen wir alle, dass man im Sommer wieder so befreit wie vor Corona-Zeiten wird Theater machen können – frei in Kopf und Körper, wie die Kunst es zum Überleben braucht. Und wir erst recht!
DAS BERGWERK ZU FALUN
Hugo von Hofmannsthal (1874 – 1929)DAS BERGWERK ZU FALUN
Drama Neuinszenierung Premiere: 7. August im Landestheater
So kann man auch die Pandemie nutzen, wenn im Moment keine Aufführungen stattfinden können so der Kaufmännische Direktor Lukas Crepaz: „Wir nutzen die Zeit des pandemiebedingten Veranstaltungsverbotes auch dazu, unsere kunsthistorischen Schätze für die anstehende große Sanierung der Festspielhäuser zu befunden und wichtige Erhaltungsarbeiten durchzuführen. Es freut uns besonders, dass die berühmten Wandbilder des Faistauer-Foyers nach deren restauratorischer Wartung in neuem Glanz erstrahlen und die Besucher bei hoffentlich bald wieder stattfindenden Veranstaltungen willkommen heißen werden. Wir danken dem Bundesdenkmalamt für die Unterstützung dieser Maßnahmen.“
Aus dem Pressetext der Salzburger Festspiele:
Die berühmten Wandbilder des Faistauer-Foyers werden restauriert und konserviert. Dipl. Restauratorin Heike Fricke-Tinzl aus Salzburg verantwortet die notwendig gewordenen Stoßkaschierungen in den Leinwandoberflächen, die Retuschearbeiten sowie die Festigung von kleinen Fehlstellen durch mechanische Schäden.
Der Salzburger Maler Anton Faistauer stellte die Fresken 1926 in 40 Tagen fertig. Sein Team bestand unter anderen aus den Künstlern Robin Christian Andersen, Josef Dobrowsky, Ferdinand Kitt und Anton Kolig. Die Künstler gestalteten etwa 350 Quadratmeter Wandfläche mit 200 Figuren und erschufen damit ein beeindruckendes Dokument des österreichischen Expressionismus.
1926
März/April: Landeshauptmann Rehrl bemüht sich um die Rettung der Salzburger Festspielhaus-Gemeinde. Das Festspielhaus geht in den Besitz der Stadt über und wird an die Festspielhaus-Gemeinde verpachtet. Architekt Clemens Holzmeister wird beauftragt, die Behebung der Mängel und einen Umbau des Festspielhauses zu übernehmen. Er verbessert die Akustik durch eine Holzabdeckung des offenen Dachstuhls und lässt Seitengalerien anbringen. Das Eingangsfoyer gestaltet Anton Faistauer mit Fresken aus; die Kleine Winterreitschule mit ihren Deckengemälden von Rottmayr und Lederwasch dient künftig als Pausenfoyer.
Das Team um Faistauer stellte die Fresken im Festspielhaus – der von Clemens Holzmeister umgebauten ehemaligen Großen Reitschule in der Hofstall-Kaserne – in 40 Tagen fertig. Faistauer leitete das Team mit „R. Chr. Andersen, Josef Dobrowsky, Sturm-Serla, Ferdinand Kitt und Kolig sowie den jüngeren Malern Kern, Kaufmann, Wojtek und Elsner“, das rund 350 m2 Wandfläche mit 200 Figuren gestaltete – ein beeindruckendes Dokument des österreichischen Expressionismus.
1937
Ein letztes Mal ist Salzburg ein „künstlerischer Pilgerort Europas“ (Zweig) und versammeln sich hier die international bedeutendsten Künstler und die prominentesten Besucher.
In der Vorhalle zum Faistauer-Foyer werden Gedenktafeln für Hugo von Hofmannsthal und Anton Faistauer enthüllt. Beide sollen indes nur ein Jahr hier verbleiben.
1939
25. März: Erlass über die Städtebaulichen Maßnahmen in Salzburg; Gauleiter Rainer wird zur Durchführung der baulichen Gestaltung ermächtigt.
April: Beginn des Umbaus des Festspielhauses nach Plänen von Reichsbühnenbildner Benno von Arent, bei dem u.a. die Holzverkleidungen durch Gipsstuck ersetzt, Reichsadler, Hakenkreuz und Führerbüste sowie eine Führerloge angebracht werden. Zugleich werden die Fresken von Anton Faistauer aus dem Foyer entfernt, die dem Regime zu düster und nicht zeitgemäß gelten.
Faistauer entsprach als Vertreter der österreichischen Moderne nicht der nationalsozialistischen Kunstästhetik, 1939 wurden seine Fresken im Salzburger Festspielhaus abgetragen. Diese Fresken galten jedoch in der NS-Presse nicht offiziell als „entartet“, wie dies immer wieder in der Literatur behauptet wird, sondern die Abnahme wurde mit Baumaßnahmen getarnt, wie selbst der Völkische Beobachter [Nr. 77, 18. März 1939, S. 7] in einem Artikel über den Umbau des Salzburger Festspielhauses schrieb: „In der Vorhalle des Salzburger Festspielhauses befinden sich die Fresken des Salzburger Malers Anton Faistauer. Diese Fresken werden, wie nun feststeht, beim Umbau ebenfalls entfernt. Sie sollen jedoch erhalten bleiben und später, wenigstens zum Teil, an einem anderen Ort, vielleicht in Wien zugänglich gemacht werden.“ Seither wurde Faistauer in der NS-Presse meist einfach verschwiegen. Der Expressionismus Faistauers passte letztlich nicht in die NS-Kunstvorstellungen. (Oliver Rathkolb)
1948
18. Juli: Im Künstlerhaus wird eine Ausstellung zum Gedenken an Anton Faistauer eröffnet. Zu sehen sind auch die während der NS-Zeit abgenommenen Fresken aus dem Festspielhaus. Holzmeister plädiert für ihre Wiederanbringung und dankt Alberto Susat für deren Rettung. Mit der Wiederanbringung wird kurz darauf begonnen.
1949
März: Die probeweise im Foyer des Festspielhauses wieder angebrachten Faistauer-Fresken müssen wegen Mauerfeuchtigkeit abgenommen werden.
1956
26. Januar: In einer Kuratoriumssitzung der Salzburger Festspiele wird die Wiederherstellung des Vestibüls mit den Faistauer-Fresken beschlossen. Holzmeister übernimmt ehrenhalber die künstlerische Leitung der Arbeiten, für die Wiederanbringung der Fresken ist der Maler Alberto Susat heranzuziehen. Die Rückgestaltung des Foyers wird bis Festspielbeginn fertiggestellt.
2006
Restaurierung des Faistauer-Foyers anlässlich der Neugestaltung des Kleinen Festspielhauses als Haus für Mozart. Eine großzügige Spende des Kunstliebhabers Herbert Batliner ermöglichte u.a. die Restaurierung der Fresken des Faistauer Foyers
2021 startet hoffentlich besser in die Saison als 2020!? Im Karikaturmuseum Krems gibt es auf alle Fälle was zu feiern, es feiert sein 20-jähriges Bestehen!
Erbaut wurde das Museum Krems 2001 nach den Plänen des Architekten und Karikaturisten Gustav Peichl alias IRONIMUS, ein exzellenter Karikaturist. (https://de.wikipedia.org/wiki/Gustav_Peichl) Das Karikaturmuseum ist nicht nur für seine markante Außenfassade bekannt sondern es wurde auch mit einem freundlichen Gesicht ausgestattet und hat nebenbei eine Narrenkappe als Dach. Es ist das einzige österreichische Museum für satirische Kunst und ein Meilenstein im österreichischen Humor. Am 29. September 2001 wurde es mit der Schau „ALLES KARIKATUR“ eröffnet und galt von Beginn an als lebendiger Ort des Austauschs.
Manfred Deix und IRONIMUS, die Gründungsväter des Museums, Karikaturisten wie Erich Sokol, Gerhard Haderer sowie Bruno Haberzettl und prominente Gäste, etwa Thomas Gottschalk, Otto Waalkes oder Ursula Strauss, sorgten für bleibende Momente.
Statement von Johanna Mikl-Leitner, Landeshauptfrau von Niederösterreich zum 20-jährigen Jubiläum: „Das Karikaturmuseum Krems ist ein Kulturjuwel Niederösterreichs. Als Oase des Humors verfügt es seit nunmehr 20 Jahren über die Kraft, den Alltag unserer Landsleute und internationalen Gäste aufzuheitern. Mit seinen Satire- und Karikatur Ausstellungen liefert das Museum immer wieder einen wichtigen Beitrag zum gesellschaftlichen Diskurs“.
Immer wieder bewies dieses Museum, dass es selbst in der Kunstform der Satire neue Wege ging und geht mit den Ausstellungen „Alles klar Herr Kommissar mit Comics von Nick Knatterton und „Kottan2 von Peter Patzak sowie von Helmut Zenker. Gerhard Haderers großformatige Ölbilder wurden erstmalig in Krems einem Publikum zugänglich gemacht. Einen Ausflug in die japanische Manga-Kultur unternahm das Museum mit Österreichs bester Manga-Zeichnerin Melanie Schober ebenfalls.
Auch der Weltstar Mordillo war 2015 mit seiner ersten Ausstellung in Österreich vertreten. Auch Janosch reiste eigens aus Teneriffa an und auch der französische Künstler Achdé ritt zum Start seiner Lucky Luke-Schau 2013 nach Krems. So gesehen ist das Karikaturmuseum auch international ein geachteter Partner und ein europäisches Kompetenzzentrum für satirische Kunst.
Gottfried Gusenbauer, künstlerischer Leiter des Karikaturmuseum Krems richtet den Blick auch auf die digitale Gegenwart „In unseren Ausstellungen zeigten wir internationale Größen wie Mordillo, Achdé oder den bekannten Disney-Zeichner Carl Barks. Genauso durften wir heimische Meister/innen wie Manfred Deix, Erich Sokol oder Marie Marcs bei uns willkommen heißen. Jedoch sind wir auch für NEUES offen, willkommen auch in der digitalen Welt“.
ICH die aussagende Person, die auf sich selbst verweist. Auch als aktiver Träger des Denkens oder Handelns. ICH bin SELBSTBEWUSST, ICH bin STARK, ICH….
Museum der Moderne Salzburg Mönchsberg, Frontansicht / Foto: Marc Haader
2021 im Februar wird auch das Museum der Moderne Salzburg wieder seine Pforten öffnen. Es werden auch wieder interessante Ausstellungen präsentiert. Vorgestellt wurde das Jahresprogramm bei der Pressekonferenz Ende Jänner 2021.
Thorsten Sadwosky Direktor des Museums / Foto: Land Salzburg / Neumayr-Leopold
Zwei Highlights, die ich für Interessant empfinde, stelle hier schon vorab einmal kurz vor:
Für den Sommer 2020 wäre die Ausstellung „End of Empire“ des britischen Künstlers Yinka Shonibare schon geplant gewesen. Corona hat es nicht zugelassen und so findet, so können wir nur hoffen, die Ausstellung dieses Jahr statt. Shonibare ist einer der bedeutendsten zeitgenössischen Künstler Großbritanniens und eine zentrale Stimme der postkolonialen Diskussion.
Yinka Shonibare wurde am 9. August 1962 in London geboren und ist ein britisch-nigerianischer Künstler. Bekannt wurde er vor allem durch die Arbeit mit Dutch Way bedruckten, farbenprächtigen Baumwollstoffen. (Dutch Wax sind in den Niederlanden bedruckte Baumwollstoffe, die beidseitig farbenprächtig gemustert sind und in vielen Teilen Westafrika und anderen Teilen des afrikanischen Kontinents sind die gemusterten Stoffe ein unverwechselbarer Bestandteil der afrikanischen Kultur und Identität geworden). Shonibare setzt somit für seine Künstlerischen Arbeiten Dutch Wax als Material ein. Seine Analyse des viktorianischen Lebensstils ist von ironischen Brechungen und politisch aufgeladenen Selbstinszenierungen gekennzeichnet. Er beschäftigt sich intensiv mit kulturellen Identitäten, den kolonialen Verstrickungen des britischen Empire mit dem „Rest der Welt“ und der Frage nach dem „Bild des Anderen“. Die retrospektive Ausstellung wird rund 60 Arbeiten der letzten 30 Jahre zeigen. Ausstellungsbeginn voraussichtlich: 22. Mai bis 12. September 2021
„TELL ME WHAT YOU SEE“ Skrein Photo Collection
Wer ist Christian Skrein? Er wurde 1945 in Wien geboren. Michelangelo Antonionis Film BLOW UP kam in den 1966 Jahren ins Kino und mit ihm der Mythos des Starfotografen, des Shooting-Stars nach dem Vorbild des Chronisten des Swinging London der 60er Jahre, David Bailey und des kamerabewerten Jet-Playboys Gunther Sachs. In jeder größeren Stadt des Westens gab es einen Szenestar des Lichts und in Wien war es Christian Skrein, der im FORMAT vom 22.02.2008 behauptete, das jüngste Mitglied der Wiener Gruppe gewesen zu sein. Er begann in den 1960er Jahren als Bildreporter und fotografierte für die Zeitschrift Vogue und hatte so Zugang zu heute international renommierten Künstlern, lichtete die Rolling Stones in der Wiener Stadthalle, die Beatles in Obertauern und Sean Bond Connery irgendwo in Österreich ab. Für Skrein setzte sich virtual GI Commander und Pritzker Preisträger Hans Hollein einen US-Stahlhelm auf und zog sich eine Airforce Lederjacke an. Den Uebermalungsartisten Arnulf Rainer fotografierte er in Walter Pichlers Galaxy 1 Stuhl. Skrein selbst zeigte sich im Chicago Style der frühen 30er Jahre oder oft auch hüllenlos. Skrein war ein Fotoprofi und kein Aufreisser, der die Kamera nur zum Anbandeln vorgeschoben hat.
Die Sammlung Skrein nimmt eine Vorreiterrolle bei der Rezeption von Amateurfotografie ein, umfasst aber zugleich hochkarätige künstlerische und dokumentarische Aufnahmen. Themen wie die Reportage Fotografie, begründet auch in Christian Skreins eigener fotografischer Praxis, kennzeichnen den Blick des Sammlers ebenso wie ein Faible für Kuriosa. Diesem Materialschatz nähern sich Ausstellung und Publikation auf erzählerische Weise, denn nur so machen die heterogenen Bilder, die alle einen hohen Qualitätsanspruch haben, die Herangehensweise des Sammlers nachvollziehbar. Geordnet werden die Bilder mit assoziativen Begriffen. Ausstellungsbeginn voraussichtlich: 12. Juni bis 17. Oktober 2021
Des Weiteren werden dann noch folgende Künstler*innen im Museum der Moderne und Rupertinum präsentiert:
„Teasing Chaos“ David Tudor / Mönchsberg 3. Juli 2021 – 9. Jänner 2022 David Tudor (1926 Philadelphia, PA, US – 1996 Tomkins Cove, NY, US) war in den 1950er-Jahren einer der führenden Pianisten und Interpreten zeitgenössischer Musik.
„The Disappointed Tourist“ Ellen Harvey / Mönchsberg 2. Oktober 2021 – 13. Februar 2022 Ellen Harvey (1967 Farnborough, GB) erforscht im Medium der Malerei u. a. das Phänomen der ästhetischen Nostalgie (warum ist das Vergangene das Schöne?), das unsere Wahrnehmung von und unseren Umgang mit Natur und Landschaft beeinflusst.
„Deep Time“ Marion Kalter / Rupertinum 23. Oktober 2021 – 27. Februar 2022 Wenn Marion Kalter (1951 Salzburg, AT) von Fotografie spricht, dann spricht sie eigentlich von Menschen.
„Das grafische Werk“ Heimo Zobernig/ Rupertinum 23. Oktober 2021 – 27. Februar 2022 Generali Foundation Studienzentrum Presented by Künstlerbücher, Kataloggestaltung und Grafikdesign sind ein zentraler Teil der künstlerischen Praxis von Heimo Zobernig (1958 Mauthen, AT).
„Gordon Matta-Clark“ 6. November 2021 – 27. März 2022/Mönchsberg Presented by In Kooperation mit CCA – Canadian Centre for Architecture, Montréal Gordon Matta-Clark (1943 – 1978, New York, NY, US) zählt mit seinem radikalen gesellschaftskritischen und innovativen Werk zu den wichtigsten Künstlerpersönlichkeiten des 20. Jahrhunderts.
Kunst im Lift MönchsbergAufzug
Peter Land, The Staircase (1998) bis 1. Februar 2021
Carola Dertnig, Strangers (2003) 2. Februar – 3. Mai 2021
Ferhat Özgür, The Will or The Ten Commandments (2009) 4. Mai – 2. August 2021
Robert F. Hammerstiel, I want you to want me I (2006) 3. August – 2. November 2021
Kurt Kren, 31/75 Asyl (1975) 3. November 2021 – 31. Jänner 2022
2020 ist unerwartet anders verlaufen und so blickt man mit Zuversicht auf die ALBERTINA Ausstellungen für das Jahr 2021. Generaldirektor Klaus Albrecht Schröder hat mit einem Kurator*innen Team ein vielseitiges Programm für die ALBERTINA und die ALBERTINA MODERN vorbereitet.
Folgende Ausstellungen, die demnächst aktuell stattfinden – wenn Museen und Galerien ihre Pforten wieder öffnen dürfen – finde ich spannend und interessant.
Worum geht es bei dieser Ausstellung? Es werden Porträts aus der deutschen Zwischenkriegszeit präsentiert. Ausgangspunkt ist Helmar Lerskis, der mit seiner herausragenden Fotoserie Verwandlungen durch Licht (1935/36) das Porträt in den Vordergrund rückt.
Auszug aus dem Pressetext: „In den 1920er- und 30er-Jahren erneuern Fotografinnen und Fotografen radikal das Verständnis des klassischen Porträts: Ihre Aufnahmen dienen nicht mehr der Darstellung der Persönlichkeit eines Menschen, sondern fassen das Gesicht als nach ihren Vorstellungen inszenierbares Material auf. Über das fotografierte Gesicht werden sowohl ästhetische Überlegungen der Avantgarde als auch gesellschaftliche Entwicklungen der Zwischenkriegszeit dargestellt. Experimente mit neuer Formensprache, das Verhältnis zwischen Individuum und Typ, feministische Rollenspiele und politische Ideologien treffen aufeinander und erweitern damit das Verständnis der Porträtfotografie“.
Die künstlerische Porträtfotografie ist auch ein fotografisches Herausarbeiten des charakteristischen Wesens einer Person. Die Porträtfotografie ist mit unter auch die Fortsetzung der Porträtmalerei, mit technischen Mitteln. Betrachtet man die Bilder genau, kann man genau herausfiltern, was ist der Ausdruck des Gesichtes? Traurig- oder Fröhlichkeit, Hass oder Zorn oder Nachdenken? Wie kann ein Gesichtsausdruck auf den Betrachter wirken? Viele Fragen und auch Antworten!?
XENIA HAUSNER. TRUE LIESAusstellungsbeginn 30.April bis 25.Juli 2021
Xenia Hausner stammt aus einer Künstlerfamilie. Sie ist die Tochter des österreichischen Malers Rudolf Hausner. Rudolf Hausner ist Mitbegründer der „Wiener Schule des Phantastischen Realismus“ und gehört zu den herausragenden österreichischen Künstlerpersönlichkeiten des 20. Jahrhunderts. Bekannt wurde er 1957 mit dem entstandenen ADAM-BILD, welches er immer wieder variierte. Xenia Hausners Arbeiten haben ebenfalls eine ausdrucksstarke Kraft und es ist durchaus möglich, dass sie ihrem Vater viel über die Schulter geschaut hat.
Auszug aus dem Pressetext: „Die Figuren lösen sich von der ursprünglichen Person und nehmen eine eigene Rolle in Hausners Geschichten ein, die sich einer eindeutigen Lesart entziehen. In Fragment haften Montagen konfrontiert uns die Künstlerin mit den Widersprüchen, die in uns angelegt sind, mit Facetten, die wir nicht nach außen kehren. Gerade die Fiktion ermöglicht ihr, mit geschärftem Blick dem wahren Kern nachzuspüren und in ihren Bildern offenzulegen. Während die Kunstgeschichte vom männlichen Blick geprägt ist, verfolgt Xenia Hausner ihre Spurensuche in einer rätselhaften Gegenwelt – sämtliche Themen werden anhand von Frauen erkundet, die alle Rollen einnehmen können und so den männlichen Part meist mitverkörpern“.
Gezeigt werden ihre ersten frühen Arbeiten aus den 1990er-Jahren bis zu Xenia Hausners jüngsten bewegenden Exiles-Serie. Man darf gespannt sein.
Auszug aus dem Pressetext: „Überhöhte, idealisierte Abbildungen der Landschaft werden von bis dahin als nicht darstellungswürdig erachteten, alltäglichen Motiven abgelöst. Auf Roadtrips entstandene Serien setzen sich kritisch mit der amerikanischen Gesellschaft auseinander. Fotografinnen und Fotografen nutzen vorwiegend eine spontane, schnappschussartige Bildsprache, um die Dynamik der Großstadt einzufangen. Im Gegensatz dazu dienen aufwändig inszenierte, filmische Tableaus der Verhandlung von fotografischer Wirklichkeit und Illusion sowie gesellschaftlichen Entwicklungen“.
MUNCH UND DIE FOLGENAusstellungsbeginn 18. Februar bis 19. Juni 2022
Wer kennt Edvard Munch nicht? Edvard Munch in Norwegen geboren, entstammte einem Geschlecht von evangelischen Pfarrern und Lehrern und hatte eine ziemlich armselige Jugend. Sein Vater war Arzt in Oslo, seine Mutter starb, als er 5 Jahre alt war. Er leidet auch unter der streng christlichen Gesinnung seines Vaters, hatte Angstattacken und einer Borderline-Persönlichkeitsstörung. Seine armselige Jugend, die Krankheiten, unter die er litt, verarbeitete er auch in vielen seiner Werke, die authentisch und zu seiner Aussage passen: „Man kann nicht ewig Frauen malen, die stricken, und Männer, die lesen: ich will Menschen malen, die atmen, fühlen, lieben und leiden.“
Sein berühmtestes Werk „Der Schrei“. „Der Schrei“ zeigt eine menschliche Figur unter einem roten Himmel, die ihre Hände gegen den Kopf presst, während sie Mund und Augen angstvoll aufreißt.
Auszug aus dem Pressetext: „Die ALBERTINA widmet Edvard Munch und von ihm inspirierten KünstlerInnen im Frühjahr 2022 ihre Hauptausstellung. Munch und die Folgen präsentiert ca. 60 Meisterwerke Edvard Munchs (1863–1944) gemeinsam mit Größen des 20. Jahrhunderts wie Andy Warhol oder Georg Baselitz und wichtigen zeitgenössische KünstlerInnen wie Marlene Dumas, Peter Doig, Miriam Cahn und Tracey Emin. Edvard Munchs zutiefst pessimistische und melancholische Weltanschauung – der Mensch ist letztendlich völlig allein – definiert die Wahrnehmung seiner Arbeit bis heute. Ebenso einflussreich sind seine Experimente mit Drucktechniken und Farbe, die nicht nur die Geschichte der Malerei geprägt haben, sondern auch weiterhin in zeitgenössischen künstlerischen Praktiken zu finden sind – genau wie seine ikonischen Werke wie der Schrei und die Madonna. Munch und die Folgen konzentriert sich in erster Linie auf Munchs späteres Werk und seine Relevanz“.
Blicken wir positiv in die Zukunft und freuen uns auf den Besuch in der ALBERTINA 2021 https://www.albertina.at/
Arik Brauer, ein begnadeter Universalkünstler hat sich in die zweite Ewigkeit im 92. Lebensjahr abgesetzt, wo man nicht mehr existiert. Seine letzte Aussage: „Es gibt eine Zeit, da lebt man, und es gibt zwei Ewigkeiten, da existiert man nicht“.
1929 wurde Arik Brauer in Wien geboren. Er war Sohn der Wienerin Hermine Sekirnjac und des Litauers Simon Brauer, der 1907 aus Vilna nach Wien geflüchtet ist. Die Herrschaft der Nationalsozialisten beendete seine unbeschwerte Kindheit in Wien der 1930er Jahre. Brauers Vater starb in einem Konzentrationslager, er selbst überlebte in einem Versteck.
1945–1951 Studium an der Akademie der bildenden Künste in Wien, v. a. bei Albert Paris Gütersloh. Es entsteht die Wiener Schule des Phantastischen Realismus; gemeinsam mit Ernst Fuchs, Rudolf Hausner, Wolfgang Hutter und Anton Lehmden widmete er sich dem Phantastischen Realismus. Er nahm auch Gesangsstudium an der Musikschule der Stadt Wien und war an der Geburt des Austropops maßgeblich beteiligt.
Mir persönlich ist Arik Brauer in meiner Jugend in den 70iger Jahren als großartiger Songwriter und Sänger in Erinnerung geblieben. Zu diesem Zeitpunkt punktete er mehr mit seinen Songs als mit seinen Werken. Der Song„Sein Köpferl im Sand“https://youtu.be/hDeFYKmgePQ war der Hit des Jahres und gleichzeitig aber auch ein beinhartes Protestlied, welches sich nicht gegen eine bestimmte Gruppe richtete, sondern gegen Jedermann der sich betroffen fühlte. Dieser Text hat auch heute noch seine Gültigkeit. Ebenso auch der Song „Sie hab’n a Haus baut“.https://youtu.be/w3GFm7u1lCI
Das Salzburg Museum widmete dem Künstler Arik Brauer im März 2019 noch eine Sonderausstellung zum Thema „Arik Brauer-Frauenschicksale – Werke von 1946 – 2018.
Letztes Zitat von Arik Brauer: „In der Malerei ist der Mensch, wie ja auch bei der Handschrift, nicht im Stande, den Leuten etwas vorzumachen. […] Deshalb ist Malerei die Stunde der Wahrheit“.
Florentina Pakosta wird im Zusammenhang mit Harun Farocki als Doppelausstellung unter dem Titel PHYSIOGNOMIE DER MACHT gezeigt. Die Physiognomie der Macht widmet sich in einer umfassenden Gegenüberstellung dem Werk des deutschen Filmemachers Harun Farocki (1944 Nový Jicín, CZ- 2014 Berlin, DE) und der österreichischen Grafikerin und Malerin Florentina Pakosta (1933 Wien, AT).
Ich will jetzt hier aber keine Gegenüberstellung erläutern oder präsentieren, mich faszinierte einfach die Grafikerin Pakosta. Vielleicht auch deshalb, weil ich mich selbst mit Grafik beschäftige.
Die Arbeiten von Florentina Pakosta geben einen 50 Jahre überspannenden Einblick in ihr Werk. Ihre frühen Zeichnungen setzen sich auch mit den feministischen Themen über Physiognomie Studien und Charakterköpfen auseinander. Es sind die monumentalen und zugleich subversiven Portraits ihrer mächtigen männlichen Zeitgenossen aus Kunst, Politik und Wirtschaft.
Florentina Pakosta war in jungen Jahren damit konfrontiert, dass Frauen in der Kunstwelt, der Wirtschaft und Politik nur Nebenrollen spielten. (Vereinzelt spielen auch heute noch Frauen in der Kunstwelt Nebenrollen) Sie betrieb intensive zeichnerische Porträtstudien, in denen sie nicht nur ihre eigene Existenz, sondern auch das männliche Antlitz der Macht analysierte, dass sich ihr entgegenstellte. In präzisen aufgebauten, teils realistisch wirkenden Zeichnungen, gänzlich reduziert auf Schwarz und Weiß, porträtierte und karikierte sie den zur Maske geronnenen Gesichtsausdruck mächtiger Männer.
Die Arbeit von 1978 Titel „Herrscher“ sagt mehr aus als 1000 Worte. Warum? Betrachten wir die Augen und die Partie rund um den Mund. Zeigt es nicht einen zynischen Blick und ist es nicht eine gewisse Haltung mit beißendem Spott?
Diese Arbeit trägt den Titel „Fleischwolfmund“ und stammt ebenfalls aus dem Jahr 1979. Der düstere Blick und wahrscheinlich auf eine bestimmte Person gerichtet. Der Mund wurde als Fleischwolf dargestellt. Geht es hier um Informationen, die nicht weitergegeben werden sollten und doch irgendwie an die Öffentlichkeit kamen? In zerlegter Form? Eben durch einen Fleischwolf getrieben?
„Zuschauer lachend“ , betrachtet man das Bild, dann kommt der Gedanke auf, es sind nur Männer und worüber lachen sie so hämisch? Könnte vielleicht eine Frau hier der Grund sein?
Florentina Pakosta Bilder werfen auch viele Fragen auf. Eben Physiognomie, die in bestimmter Weise geprägte, geschnittene Gesichter. Trotz allem sind es exzellente Arbeiten, die einen gewissen schnellen Strich in ihrer Grafik hervorheben und ausdrucksstark sind.
Abstrakte Malerei 1989 der „Zusammenbruch der Ostblockstaaten 1989“ 1981/1 ist ein Trikolor-Bild aus drei Farben, in kraftvollen Bewegungslinien übertragen sie das konstruktive Element ihrer Zeichnungen in die abstrakte Malerei. Eine konträre Arbeit zu ihren Zeichnungen, die auf direkte Weise ansprechen, assoziieren ihre Malereien in der Bildsprache der Abstraktion: das Gewaltsame und Zerbrechliche, aber auch Dynamische und Veränderliche.
Aufgrund der Corona Situation sind die Museen geschlossen, soweit es wieder eine Öffnung der Museen gibt, können Sie die Ausstellung noch bis April 2021 besichtigen.
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