TAKE THE A-TRAIN MUSIC FESTIVAL #8! in Salzburg

vom 15.-18.Sept. 2022

Ich betrete wieder Neuland, ich tauche in die Musik ein und stelle Ihnen heute das TAKE THE A-TRAIN MUSIC FESTIVAL #8 vor.

Foto:  © Christa Linossi

Worum handelt es sich bei diesem Festival? Es ist ein Music Festival (Musikrichtung Jazz) und es ist die achte Ausgabe des Festivals. TAKE THE A-TRAIN bleibt seinem Konzept treu; es ist eine spannende Mischung aus bekanntem und neu zu entdeckendem Künstler*innen, die ebenso vertraute wie ungewohnte Locations outdoor und indoor bespielen, beleben die Elisabethvorstadt und laden alle ein, an der musikalischen Vielfalt teilzuhaben.

li Dr. Giorgio Simonetto Präsident von Societá Dante Alighieri, re Andreas NEUMAYER / Geschäftsführer, Künstlerischer Leiter Foto:  
© Christa Linossi

Der Salzburger Hauptbahnhof ist auch ein Ort für musikalische Begegnungen aller Art – hier treffen innovative Music-Acts aus ganz Europa und lokale Musikgrößen aufeinander.

ZUG FÄHRT AB! ZURÜCK INS FREIE! TAKE THE A-TRAIN ist wieder auf Schiene und wird nach zwei herausfordernden Jahren dorthin zurückkehren, wo die Reise schon vor Corona hingegangen ist – in den freien Raum! Man freut sich nach der neu entdeckten Reisefreiheit wieder auf MusikerInnen aus der ganzen Welt – die lokalen Helden*innen und noch unbekannten heimischen Musikentdeckungen kommen im Line-Up von TTAT# 8 natürlich wie immer nicht zu kurz.

Im Jazzit werden am 15.09.2022 um 20:00 Uhr die Band SIMSALBIM auftreten. Eine Band, die bereits 2020 dieses Festival eröffnete und heuer werden sie mit zusätzlicher Streichersektion und Sängerinnen, um ihr Debut Album zu präsentieren. Es ist eine Mischung aus Funk, Filmmusik, Zirkus- und Balkan-Style werden eingängige Melodien groovig in Szene gesetzt. Durch Improvisation, Genrevielfalt und die „kunterbunte“ Besetzung der Band entsteht ein verzaubernder Sound, der zwischen Poesie, Romantik und heftiger Power sprunghaft zu wechseln mag.

Interessant wird auch am 16.09.2022 um 20:00 Uhr im Hotel Arte in Salzburg dürfte aus Duo Francesca Tandoi & Stefano Senni aus Rom werden. Francesca Tandoi ein junges Talent aus Rom, hat ihre Karriere mit dem Studium der klassischen Musik begonnen und entdeckte dann ihre Berufung: die Jazzmusik. Sie schloss sich dann mit dem Kontrabassisten Stefano Senni zusammen. Zuerst beeindrucken die intimen, kammermusikalischen Stimmungen im feinen Dialog von Klavier und Kontrabass. Nach und nach entfaltet jedoch ihre Musik die gesamte Ausdrucksbandbreite des Jazz. Francesca Tandoi zählt zu den interessantesten Talenten der Jazzszene Italiens. Dies ist in Zusammenarbeit mit der Società Dante Alighieri Salzburg entstanden.

Am 17.09.2022 wird dieses Music Festival Salzburg die Open Air Bühne am Bahnhofsvorplatz Salzburg bespielen. Wo einige gute Bands aufeinandertreffen. Am bekanntesten dürfte die Band BUNTSPECHT sein, die bereits 2018 dieses Music Festival Salzburg eröffnete und heuer eben dieses Festival mit ihrer Handschrift die Kompositionen des Wilden, der Lebenslust und der Saudade ausklingen lassen. Beendet wird dieses Festival am 18.09.2022 mit einem PICKNICK IM PARK MIT CHEZ FRÌA im Parkhotel Brunauer

Für alle jene Menschen, die wieder einmal etwas Jazziges hören wollen, ist dieses Musical Festival Salzburg der Vorgeschmack auf den Jazz in the City 2022 in Salzburg „A different sound of music“ vom 13.-16. Oktober 2022

steirischer herbst’22             Festival vom 22.9.2022 – 16.10.2022

das Festival „steirischer herbst‘22“ steht auch schon wieder in den Startlöchern!

Diesmal geht es um Krieg in der Ferne und dies in einem dichten Programm an Ausstellungen, Performances und Diskussionen der bedrohlichen Präsenz von Schlachten, die unsere Gesellschaft geistig abschirmt.

Sujet: Grupa Ee / steirischer herbst 2022

Ekarterina Degot die Chefkuratorin und Intendantin des „steirischen herbst‘22“ beschreibt in ihrer fünften Ausgabe wie folgt: „Kriege sind in die Geschichte des steirischen herbst eingeschrieben“. Der steirische herbst war immer politisch und wurde auch mit früheren Festivalausgaben vom Kalten Krieg überschattet, wie seinerzeit auch der Jugoslawienkrieg wütete. Der russische Angriff auf die Ukraine ruft auf schmerzhafte Weise verblichene Erinnerungen an den Ersten und Zweiten Weltkrieg wach und bildet den neuesten Eintrag in dieser langen Liste drohender Kämpfe in der unmittelbaren Nachbarschaft.

Ekaterina Degot, Foto: Johanna Lamprecht

Der steirische herbst verurteilt den von Putin und seinen Gefolgsleuten angezettelten Krieg gegen die Ukraine aufs Schärfste. Angetrieben von Imperialismus, Gier und Rassismus haben sie eine schreckliche Tragödie über die Ukraine, über ganz Europa und über Russland selbst gebracht.

Der steirische herbst ist ein Festival an der Grenze zu Ost- und Südosteuropa. Er wurde 1968 gegründet, während des Kalten Krieges und unmittelbar nach dem Einmarsch der Truppen des Warschauer Paktes in die Tschechoslowakei, in einem Land, das das faschistische Regime und dessen Untergang noch frisch in Erinnerung hatte. Der steirische herbst hat auch die Jugoslawienkriege der Neunzigerjahre miterlebt und aktiv reflektiert. Aus unserer Sicht hier in Mitteleuropa ist der aktuelle Krieg in der Ukraine ein neuer Höhepunkt der tragischen und komplexen innerkolonialen und imperialen Geschichte Europas. Als Festival setzen wir uns für die Erforschung komplexer Themen der europäischen Vergangenheit und ihrer Auswirkungen auf die Gegenwart ein. 

Des Weiteren umfasst der steirische herbst die Festivals-im-Festival musikprotokoll und Out of Joint – das Literaturfestival. Elke Tschaikner die das musikprotokoll 2022 leitet, beleuchtet vom 6.10.2022 bis 09.10.2022 mit Whodentity aktuelle Fragen nach Zugehörigkeit. „Out of Joint“ konzipiert von Klaus Kastberger, stellt die Frage in den Raum und vor dem Hintergrund großflächiger Zerstörung, kriegerischer Aggressionen und Ressourcenverschwendung: Wer wir waren? Welche Alternativen gibt es zum Bestehenden?

Der steirische herbst ’22 wird gestaltet von allen teilnehmenden Künstlern: innen, Partnerinstitutionen, Denker:innen, Philosoph:innen sowie Ekaterina Degot, Intendantin und Chefkuratorin, Henriette Gallus, stellvertretende Intendantin, Christoph Platz, Leiter der kuratorischen Belange, David Riff, Senior Curator, Dominik Müller, Kurator, Mirela Baciak, Kuratorin, Gábor Thury, Kurator, und dem gesamten Team des steirischen herbst. Mit kuratorischer Beratung von Goran Injac.

Ich werde ab 22. September 2022 vor Ort sein und den „steirischen herbst 2022“ genauer betrachten.  

Ein Krieg in der Ferne. Prolog. Die umkämpfte Ukraine in Videokunst und Film, Neue Galerie Graz, Foto: Johanna Lamprecht

WELCOME TO PLANET B

A different life is possible – but how?

Ein anderes Leben ist möglich – aber wie?

Plakat Foto: Zoe Goldstein / Ars Electronica Festival 2022

Willkommen bei Planet B! ARS ELECTRONICA befasst sich heuer mit dem Planet B und versucht wieder in die Zukunft zu schauen, um einen Plan B zu kreieren.

You are Source Projection and Reflection Sophia Bulgakova (UA) Photo: Jesus Canuto Iglesias

Betrachtet man das Plakat des heurigen Festivals ARS ELECTRONICA genau, bekommt man vielleicht eine gewisse Vorstellung, worum es beim Planet B gehen könnte.

Das besagte Plakat zeigt einen ausgetrockneten See oder Fluss, Schiffe sind im Sand gestrandet und keiner konnte sie retten. Auf dem Plakat auch Julie Andrews, die Darstellerin aus Sound of Music mit einer Virtual Reality Brille, tanzt sie auf dem Sand, vielleicht sieht sie in eine neue Zukunft?  Im Hintergrund des Plakates, startet eine Rakete mit „Jeff and Elon just left the Planet“ zum Plan B?

ARS Electronica erweckt wieder Visionen, die in die Zukunft schauen, Kunst und Wissenschaft wird wieder zusammenarbeiten. Ars Electronica 2022 will sich nicht im Kreis drehen, sondern hat sich zum Ziel gesetzt, weiterzukommen. Man muss Prioritäten setzen, in einer Zeit, in der niemand mehr weiß, welche Krise die schwerwiegendere ist.

Es wird mit vielen Highlights zu einem Gedankenexperiment gebündelt. Folgende Fragen stellt ARS Electronica: „Wir hätten es geschafft, die Krisen unserer Zeit zu meistern und zu einer Gesellschaft gefunden, die sich durch ökonomische, ökologische und soziale Nachhaltigkeit auszeichnet. Wie hätte unser Weg bis dorthin ausgesehen? Welche Entscheidungen hätten wir getroffen und wie wären wir zu diesen Entscheidungen gekommen? Wie hätten wir unser Freizeitverhalten verändert? Wie die Mobilität entwickelt? Wie die würde die neue Arbeitswelt aussehen? Welche Technologie und Businessmodelle wären am Ende die echten „Game Change“ gewesen?

All diese Fragen stellt die ARS Electronica an Künstler*innen, Forscher*innen, Entwickler*innen, Unternehmer*innen, Aktivist*innen und Studierende aus aller Welt.

Es ist ein DENK Modus für unseren Planeten Erde entstanden, was Denkmöglich oder Denkunmöglich ist. Das Denkunmögliche, was wir heute noch gar nicht kennen, sind Bilder die wir noch gar nicht kennen, wir aber alle werden stark von Bildern beeinflusst. Jeder von uns hat Bilder im Kopf und diese Bilder haben eine Rückwirkung auf unser Leben, unsere Gesellschaft und auf jeden Einzelnen. Somit zeigen wir zum einen unsere Erfahrungswelt, um neue Bilder zu kreieren und diese Bilder wollen wir zur Diskussion stellen. Es sind Bilder die ein Signal der Denkmöglichkeit, als auch der Denkunmöglichkeit setzen, um neues entstehen zu lassen.

Bei der Ars Electronica 2022 gibt es verdammt viele Highlights, insgesamt ca. 50, alle versprechen großartig zu sein, jedoch man muss filtern. Ich vorerst zwei herausgefiltert: eines davon ist INTERFACE CULTURES ein Beitrag der Kunstuniversität Linz. INTERFACE CULTURES, jene Abteilung, die die Zusammenarbeit der Kunstuniversität Linz mit dem Ars Electronica Festival initiierte, ist mit 22 Beiträgen von internationalen Studierenden und einem Leonardo Laser Talk (https://leonardo.info/history) präsent. 24 internationale Universitäten und Bildungseinrichtungen aus Ländern wie Deutschland, Tschechien oder Großbritannien werden präsent sein und so wird der Kunstunicampus zum großen Ars Electronica Festival Campus.

Es sind die Brückenbauer zu neuen Bildern und um diese auch zu überwinden und vom Schubladen Denken zwischen Kunst und Wissenschaft, zwischen Realität und visuellen, zwischen Regional und International herauszufinden, ist es wichtig, dass die Komfortzone verlassen wird und sich die Kunst Uni auch hinausbewegt.

Off to new encountes / Credit: Ars Electronica Robert Bauernhansl

Ein weiteres Highlight was ich spannend finde, sind die Baumkronengespräche (off to new encountes) & Job-Buffet. Slow Dating trifft Speed Dating, was immer dies heißen mag jedenfalls geht es um Gespräche die sich in luftiger Höhe, fernab des quirligen Treibens in „Keplers Garden“ befinden. Gemeinsam mit dem auf Faserseile, Stahlseile und Umreifungsbände spezialisierten Familienunternehmen Teufelberger und professionellen Arborist*innen macht Ars Electronica die Baumkrone einer rund 40 Meter hohen Platane zur außergewöhnlichen Begegnungszone. Zwei Personen werden stets gleichzeitig ins Blätterdach hinauf gehievt und verlieren dabei kurzfristig den Boden unter den Füßen. Beide finden sich in einer völlig neuen Situation wieder, die mit ihrem Alltag nicht viel zu tun hat und es leichter machen sollen, eine gemeinsame Ebene zu finden.  Die Baumkronengespräche werden von 7. Bis 11. September in „Keplers Garden“ (in der Platane zwischen Learning Center und Uni-Center) angeboten.

Diesmal werden elf Locations in Linz und eine virtuelle Kunsthalle bespielt. Das Motto ihrer gemeinsamen Reise in die Zukunft und wieder zurück wird

„WELCOME TO PLANET B. A different life is possible – but now?“ lauten.

Die Spannung steigt, am 7. September 2022 wird die ARS ELECTRONICA eröffnet und findet bis 11. September 2022 in Linz, Österreich statt.

https://ars.electronica.art/planetb/de/

„FRAU LUNA“  Zwischen Berlin und dem Mond

Operette von Paul Lincke, Libretto von Heinz Bolten-Baeckers

Es muss nicht immer die Festspielstadt Salzburg sein, nein es kann auch mal Bad Ischl die zukünftige Kulturhauptstadt sein.

Lehár Festival Bad Ischl

Dort findet jeden Sommer das „LEHÁR FESTIVAL BAD ISCHL“ statt. Es ist das größte Operetten-Festival Österreichs, es hat Vielfalt und Qualität und ist weltweit einzigartig. Das Lehár Festival unterstützt auch die Wissenschaft im Musik- und Theaterwissenschaftlichen Fachbereich.

Für mich war dies ein Grund mehr, einmal nach Bad Ischl zu fahren und mir im letzten Abdruck (Ende August ist das Festival wieder beendet) noch eine Operette anzusehen, es war „FRAU LUNA“ von Paul Lincke.

Hier handelt es sich um eine Revueoperette eine der unverwüstlichen Welthits „Das ist Berliner Luft“ mit Kultstatus. Der Schauspieler Ramesh Nair zeichnete sich sowohl für die Inszenierung als auch für die Choreografie verantwortlich und stand selbst auf der Bühne als Prinz Sternschnuppe.

Frau Luna
Ramesh Nair als Prinz Sternschnuppe
(c) http://www.fotohofer.at

Intendant Thomas Enzinger hat das Stück dennoch vom jungen Komponisten und Dirigenten Christoph Huber ein wenig auffrischen lassen. Huber hat selbst dirigiert und dem Orchester wunderbare spritzige Rhythmen entlockt.

Zum Inhalt der Operette kurz erzählt: Frau Luna gehört zu den witzigsten und charmantesten Werken des Genres Operette und beinhaltet alle Zutaten einer großen Revue: Berühmte Schlager, große Tanzszenen, Humor und Leidenschaft. Steppke träumt davon als erster Mensch „uff’n Mond“ zu landen und bastelt mit seinen Kameraden Lämmermeier und Pannecke an einem Stratosphären-Expressballon, der eines Nachts mit allerlei Passagieren an Bord tatsächlich in den Berliner Himmel fliegt. Doch der Mann im Mond entpuppt sich als Frau Luna, die Gefallen an Fritz Steppke findet, sehr zum Leidwesen von Prinz Sternschnuppe, der bislang vergebens um die Mondgöttin warb. Die Erdlinge sorgen so für reichlich Verwirrung und Turbulenzen bei den Mondbewohnern.

Auf den Mond http://www.fotohofer.at

So der Inhalt und es gab endlich auch wieder einmal – was ja im 21. Jahrhundert schon eine Seltenheit ist – was zu Lachen und zum Schmunzeln. Die Musik und der Inhalt der Operette rissen das Publikum mit guter Laune und Fröhlichkeit einfach mit und kein Auge blieb trocken. Zum Schluss gab es einen riesengroßen Applaus für die Schauspieler, das Orchester und alle die hinter der Bühne mitgearbeitet hatten und diese wurde auch zum Schluss auf die Bühne gerufen, was ich als Wertschätzung fand. Kurz, es war ein gelungener Abend. Somit ist Bad Ischl nicht nur für die Konditorei ZAUNER eine Reise wert, sondern auch für seine Kultur.

AIDA von Giuseppe Verdi

Salzburger Festspiele 2022 als Neueinstudierung

Premiere fand am 12. August 2022 im Großen Festspielhaus Salzburg statt.

Shirin Neshat die aus dem Iran stammende Künstlerin bekam eine zweite Chance die Oper – sie führte bereits 2017 Regie – AIDA noch einmal in eine neue Fassung zu bringen. Ihre erste Annäherung 2017 an AIDA war, die Sprache, die Oper, die Sänger zu respektieren. Sie sah sich als bildende Künstlerin und nicht als Regisseurin einer Oper und ging daher auf schüchterne Weise auf dieses Projekt heran. 2022 kehrt sie mit neuem Selbstvertrauen und einem besseren und tieferen Verständnis zur Oper AIDA zurück und will somit auch ein Gleichgewicht zwischen Oper und ihrer eigenen Signatur finden.

Shirin Neshat: „Die konzeptionelle und narrative Qualität, es könnte nicht näher an der Art und Weise sein, wie ich die Frage nach Macht, Religion, einem Individuum, das irgendwie von der Gesellschaft, auf die eine oder andere Weise konditioniert wird, angegangen bin. Ich denke, es ist auch eine sehr relevante Geschichte für die Zeit, in der wir leben. Wir alle sind verwundbar und ich fühle mich mit der ganzen Geschichte sehr verbunden und nicht nur dem Charakter von AIDA. Als Frau im Exil, sondern bin ich auch nervös und bin zufällig in der Art und Weise, wie jeder von ihnen, stehe ich zwischen verschiedenen Richtungen als Mensch ebenfalls im Konflikt.

Ich dachte, es wäre sehr interessant zu sehen, wie jeder der Charaktere mit der Realität von Menschen, Macht und Religion und Pflichten und Loyalität und Nationalismus konfrontiert wird, sei es entweder für die Menschen in Äthiopien oder ist in Bezug auf das ägyptische Volk und die Armee? Es gibt immer diesen Konflikt zwischen dem, was dein rationaler Verstand sagt, dem, was dein Bewusstsein sagt, und dem, was du irrational machst, und deinem Unterbewusstsein“.

In ihrer zweiten Inszenierung ist Neshat diesmal auch gelungen, ihre eigenen Videoarbeiten in die Oper einzubringen.

Kurzer Umriss worum geht es in dieser Oper? Ägypten und Äthiopien befinden sich im Krieg. Der ägyptische Hauptmann Radamès träumt von seiner heimlichen Geliebten, der äthiopischen Sklavin AIDA, die am ägyptischen Königshof lebt und die er für sich gewinnen will. Beide Aida und Radamès begehen Verrat: sie gegen die Liebe, er gegen das Vaterland.

Es stellt sich die Frage, schaffen sie sich die Freiheit zu nehmen und ihr Schicksal in die eigene Hand zu nehmen oder nicht?

Alain Altinoglu (Musikalische Leitung) agiert am Pult der Wiener Philharmoniker. Piotr Beczala (Tenor) in der Titelrolle Radamès. Anita Rachvelishvili (Mezzosopranistin) als Amneris und Elena Stikhina (Sopranistin) als Aida.

Leoš Janáček „Káta Kabanová“ Salzburger Festspiele 2022

Neueinstudierung Libretto von Leoš Janáček nach dem Schauspiel DAS GEWITTER (1859) von Alexander Nikolajewitsch Ostrowski in der tschechischen Übersetzung von Vincenc Cervinka

Am 7. August 2022 war die Premiere der Oper Leoš Janáček Káta Kabanová in der Felsenreitschule Salzburger Festspiele 2022

Es ist eine Neueinstudierung in der Barrie Kosky die Regie und Jakub Hrůša die musikalische Leitung innehat.

Jakub Hrůša und Barrie Kosky im Gespräch beim TerrassenTalk 2022 / Foto:© Christa Linossi 2022

Wer ist Leoš Janáček? Janáček ist Tscheche und wurde 1854 in Hukvaldy geboren und verstarb im August 1928 in Mährisch-Ostrau. Er ist unter den Komponisten des frühen 20. Jahrhunderts ein Ausnahmekünstler. Als Komponist wurde er erst allerdings mit 62 Jahren anerkannt.

Aussage von Jakub Hrůša: „An seinen meisterhaften Harmonien und spezifischen Klangfarben an fast jeder Stelle in der Partitur erkenne man schon nach wenigen Sekunden Janáčeks unverwechselbare musikalische Handschrift, zu der er allerdings erst in seinen späten Lebensjahren gefunden habe. „Ich halte ihn darum für einen der authentischsten Komponisten.“

Video Salzburger Festspiele 2022

Káta Kabanová ist ein meisterhaft-beklemmendes Porträt einer jungen Frau, die gegen ihre Lebensumstände aufbegehrte. In Káta Kabanová verbindet Janáček eine musikalische Sprachanalyse mit expressiver Klangfarbgebung und entwickelte sich so zu einem meisterhaften wie modernen Musikdrama.

Barrie Kosky zu dieser Oper: „In wenigen Takten kann Janáček einen atemberaubenden Kosmos erschaffen, schon einige wenige Noten sagen alles“. Ihn fasziniere außerdem der Charakter der Káta als zentrale Figur, die er als einen „Gefühlsvulkan“ bezeichnet, aber auch Janáčeks besonderes Gespür dafür, die anderen Figuren zu charakterisieren.

„Káta ist eine der außergewöhnlichen Figuren in der Oper. Sie ist emotional, ein Vulkan, eine Frau, die sich manchmal nicht richtig artikulieren kann, jedoch in ihren Träumen hat sie das Verlangen, sie hat Ängste und es ist wieder so zweideutig, dass wir am Ende nicht wirklich genau wissen, was ihre Probleme sind. Sie ist sehr deprimiert und voller Traumata. Die Beziehung und Liebe zu diesem anderen Mann außerhalb ihrer Ehe ist so anders als jede andere. Es ist keine romantische Liebe und voll von all den Problemen und Sorgen einer kleinen Stadt, Klatsch, Mischehen, erwiderte Liebe, Träume, Familie. Einfach alles hinter sich lassen…

https://www.salzburgerfestspiele.at/karten/kalender

100 Jahre Internationale Gesellschaft für Neue Musik

Wussten Sie, dass Salzburg vor 100 Jahren zum ersten Mal ein internationaler Treffpunkt vieler zeitgenössischer Komponist*innen war? Sie versammelten sich, um das erste internationale Friedensprojekt in der Musik nach dem Ersten Weltkrieg zu etablieren.

Somit gab es am 11. August 2022 auch ein Fest zum Gründungstag 100 Jahre IGNM Café Bazar 1922-2022

(© Christian Schneider / Universität Mozarteum)
Stefan David Hummel, Gustav Peter Wöhler, Bettina Hering, Tino Hillebrand, Rektorin Elisabeth Gutjahr, 100 Jahre IGNM, Internationale Gesellschaft für Neue Musik, 2022, Fest zum Gründungstag, Cafe Bazar, Salzburg © Manfred Siebinger

1920 wurden die Salzburger Festspiele ins Leben gerufen und zwei Jahre später, wurde Salzburg wieder zu einem Schauplatz für Musik. Diesmal ging es um ein Friedensprojekt und so wurde am 11. August 1922 die Internationale Gesellschaft für Neue Musik (IGNM) im Café Bazar Salzburg gegründet.

Im Café Bazar versammelten sich eine Anzahl von Komponisten, darunter Rudolf Réti, Egon Wellesz, Arthur Bliss und Francis Ponlenc, um die Internationale Gesellschaft für Neue Musik zu gründen. Im englischen The International Society for Contemporary Music (IACM)

Globaler Sitz der IGNM (IACM) ist London, dort wurde die Gesellschaft im Jänner 1923 „aus der Taufe“ gehoben (Rèti) und deren Verbreitung in allen Kontinenten formal organisiert. Die IGNM ist eine der weltweit bedeutendsten Institutionen zur Förderung zeitgenössischer Musik.

Es ist ein Projekt, das nationale Grenzen überwinden soll und es im Sinne einer musikalischen Internationalen Förderungen „zeitgenössischer Musik“, ohne Rücksicht auf ästhetische Anschauungen, Nationalität, Rasse, Religion oder politischen Einstellungen.

Dr. Matthew Werley / Foto: © Christa Linossi 2022

Statement des Musikwissenschaftler Matthew Werley: „Zum Zeitpunkt der Gründung hatte die Gesellschaft einen diplomatischen Zweck: Menschen zusammenzubringen und Musik zu hören, die vier oder fünf Jahre zuvor noch verboten war. Die IGNM war ein Projekt des – neuen – Hörens. Nach dem zweiten Weltkrieg zeigte die Gesellschaft dann ein anderes Gesicht: Diese hochmoderne Musik zur Förderung von jungen Komponisten zu öffnen, alte Musik aufzubrechen und Neues zu finden“.

Eine Ausstellung im Foyer der Universität Mozarteum Salzburg sowie ein vielfältiges Rahmenprogramm würdigen ihr 100-jähriges Wirken und beleuchten die reiche Geschichte der Neuen Musik in Salzburg.

https://www.ignm.at/

https://www.musiklexikon.ac.at/ml/musik_R/Reti_Rudolf.xml

WUT

Musiktheater für Kinder

Libretto von Sebastian Bauer nach Texten von Toon Tellegen

Es war ein Auftragswerk der Salzburger Festspiele 2022 JUNG & JEDE*R

Dieses Musiktheater wollte ich unbedingt sehen und ich wurde nicht enttäuscht. Es war eine sehr gute Inszenierung mit 5 WUT-Kurzgeschichten.


JUNG & JEDE*R | WUT © Video Salzburger Festspiele 2022

Gespielt wurde im SCHAUSPIELHAUS SALZBURG, STUDIO. Der Bühnenaufbau war einfach mit verschiedenen Schaumstoff Würfeln, Rechtecken usw.

Begonnen hat das Stück auf dem Wut-Vulkans der Bühne, wo vier Musiker*innen zu Beginn „Was ist das eigentlich, Wut?“ singen um das bekannte, doch ungeliebte Gefühl auseinanderzunehmen und genauer zu untersuchen, die WUT. „Was ist eigentlich WUT?“ Dieses Wort kennen wir doch alle, welche Gefühle verstecken sich in der WUT? Einsamkeit? Trauer? Ungerechtigkeit? Enttäuschung?

Foto: © Salzburger Festspiele VULKAN wut-2022-c-sf-erika-mayer-01 (1)

Wir sind wütend auf irgendetwas, wir sind wütend, weil wir gewisse Dinge nicht erreichen. Wut ist eine sehr heftige Emotion und häufig eine impulsive und aggressive Reaktion. Wut kommt bei Kindern und Erwachsenen genauso vor, jedoch wie umgehen mit Wut?

Inspiriert von den skurril-poetischen Kurzgeschichten des preisgekrönten Kinderbuchautors Toon Tellegen bringen der Komponist Gordon Kampe und der Regisseur Sebastian Bauer unterschiedlichste Arten von Wut zum Klingen. „Ich bin am wütendsten!“ – „Nein ich!“ – „Nein ich!“ so streiten sich Sängerin, Klarinettistin, Kontrabassist und Akkordeonspielerin zu Anfang des Stückes WUT auf dem noch ruhigen Wut-Vulkan. Immer heftiger brodelt, zischt und kocht es – und das Stück kommt in Gang. Verschiedene Wut-Geschichten fächern sich auf, wie beim Blättern durch ein Bilderbuch:

WUT Geschichte 1: BÄR ist ein Geburtstagsgast, bei der Geburtstagsfeier der Grille, der mit seinem Verhalten die Grille zur Weißglut treibt.

WUT Geschichte 2: NILPFERD und NASHORN kämpfen auf einer schmalen Straße, wer geht zuerst, wie kommen sie aneinander vorbei, wer lässt wem den Vortritt?

WUT Geschichte 3: SCHLANGE wünscht sich manchmal, jemand anderes zu sein, denn er ist immer wütend und Wütend-Sein ist ja auch sehr anstrengend.

Foto: © Salzburger Festspiele SCHLANGE wut-2022-c-sf-erika-mayer-06
Foto:© Salzburger Festspiele SCHLANGE wut-2022-c-sf-erika-mayer-06

WUT Geschichte 4: MÜTZE WEIHNACHT, dass ganze Jahr Weihnachten feiern, Weihnachten ohne Geschenke

Foto:© Salzburger Festspiele WEIHNACHT wut-2022-sf-c-erika-mayer-001

WUT Geschichte 5: FLÖTE, wie ein festgesaugter Kaugummi, Flöte ist immer sehr wütend, aber könnte man WUT auch wegsingen? Wegspielen?

Wut, egal in welcher Form sie auftritt, wirklich endgültig loszuwerden – geht das überhaupt; oder geht es eigentlich darum, mit ihr zu leben, sie zu akzeptieren und manchmal auch rauszulassen? Denn eines ist sicher: Der nächste Wutanfall kommt bestimmt!

Eines ist sicher bei diesem Stück: Die skurril-poetischen Kurzgeschichten des preisgekrönten Kinderbuchautors Toon Tellegen bringen der Komponist Gordon Kampe und der Regisseur Sebastian Bauer unterschiedlichste Arten von Wut zum Klingen.

Dieses Theaterstück ist bei Klein und Groß sehr gut angekommen. Als Dankeschön gab es einen tobenden APPLAUS und nach der Vorstellung wurde sicher noch lange darüber gesprochen.

Prädikat „Sehenswert“. WUT ist noch bis zum 21. August 2022 im Schauspielhaus Salzburg zu sehen.

https://www.salzburgerfestspiele.at/p/wut

CAMMINARE

Stadt Hallein Rathaus / Foto: © Christa Linossi

Heute war mir nach einem Spaziergang durch die engen und alten Gassen der Stadt Hallein zumute. Vor 2500 Jahren ließen sich die Kelten hier am Dürrnberg bei Hallein schon nieder und gruben nach dem „Weißen Gold“. Hallein hat somit das älteste Salzbergwerk, welches heute nur mehr ein Schaubergwerk ist, mit dem Keltendorf am Dürrnberg, welches spannende Einblicke in das Alltagsleben der prähistorischen Bergleute gibt.

So schlenderte ich mit einem Genuss durch die alten Gässchen dieser alten keltischen Salzstadt. Wenn man mit offenen Augen durch diese Stadt wandert, entdeckt man so vieles, sind es die alten Durchgänge, enge Gassen, alte Bauwerke, jedes von ihnen könnte uns eine Geschichte erzählen. Hallein hat das Flair einer geschichtsträchtigen Vergangenheit.

Heute lasse ich einfach ein paar Bilder sprechen.

BILL VIOLA

amerikanischer Videokünstler der Gegenwart

The Raft, Mai 2004, Video-Sound-Installation, © Bill Viola Studio, Foto: Kira Perov

Das Museum der Moderne Salzburg zeigt eines der schönsten Videoarbeiten des amerikanischen Videokünstler der Gegenwart. Seine mit modernster Technologie umgesetzten Bildwelten überzeugen durch ihre kontemplative Balance und überwältigen durch ihre unmittelbare Emotionalität und bildnerische Vehemenz.

Bill Viola, Ausstellungsansicht, Museum der Moderne Salzburg, 2022, © Museum der Moderne Salzburg, Foto: Rainer Iglar

Betreten Sie den Ausstellungsraum werden sie vor den bildgewaltigen Werken fasziniert gleich stehen bleiben. Sie können nicht weitergehen, ohne sich das Video, welches den Rahmen sprengen zu droht, anzusehen. Es ist eine andere Sehgewohnheit, die von den alltäglichen Bilderfluten in Film, Fernsehen und den sozialen Medien geprägt sind.

Seine bildgewaltigen Werke sind der „coditio humana“ gewidmet, sie schaffen Erlebniswelten, welche die Betrachtenden über wesentliche Themen wie Leben, Tod, Traum und Wiedergeburt thematisieren.

Five Angels for the Millennium, 2001, Video-Sound-Installation, © Bill Viola Studio, Foto: Kira Perov

In seinen Videos-Welten verbindet Bill Viola Mensch und die Naturgewalt Wasser in einem Zusammenhang, dass faszinierend und gleichzeitig zum Nachdenken anregt. Nachdenken, wie „klein“ der Mensch gegenüber der Natur und dessen Kraft ist.

Five Angels for the Millennium, 2001, Video-Sound-Installation, © Bill Viola Studio, Foto: Kira Perov

Die Videoproduktion THE RAFT (2004), die in einer extremen Zeitlupe die Überwältigung einer Menschenmenge durch einen gewaltigen Wasserstrom zeigt, wie hilflos der Mensch in so einem Fall sein kann und eine universelle Bedrohung menschlichen Lebens ist. Jedoch bei dieser Darstellung des Leidens der Weltgesellschaft war es dem Künstler – wie er in einem Statement festhielt – wichtig, dass alle „Schiffbrüchigen“ überlebten: Niemand sollte verloren sein („no one is lost“)

Viols spirituelle Aufgeschlossenheit gegenüber dem östlichen Denken lässt ihn Werke von höchst eindrücklicher visionärer Poetik schaffen, die das Geistige mit dem Ästhetischen verbinden, ohne dabei in neureligiöse Dogmatik abzudriften.   

Bill Viola, Ausstellungsansicht, Museum der Moderne Salzburg, 2022, © Museum der Moderne Salzburg, Foto: Rainer Iglar

Zitate von dem Philosoph Otto Neumaier – Gemeinsam mit Thorsten Sadowsky verfasste er die Publikation zur Ausstellung „Bill Viola im Dialog“ – „Die verschiedenen Werke lassen uns diesem inneren Raum unterschiedlich nahekommen“ In Three Women (2008) bildet Wasser gleichsam den äußeren und inneren Raum dadurch, dass Menschen als schwarz-weiße Schemen hinter einer zunächst nur erahnbaren Wasserwand auf uns zukommen, ehe sie wieder hinter das Wasser zurückkehren. „Der Blick auf das Selbst hat weder Anfang noch Ende, weder in dieser noch in der nächsten Welt“. Three Women bringt diese tiefe Version der ewigen Natur des menschlichen Lebens zum Ausdruck“.

Diese Ausstellung ist eine Zusammenarbeit mit BILL VIOLA STUDIO Kalifornien.  Hier wird eine Überblicksausstellung zu Violas Werk am Museum der Moderne Salzburg präsentiert, um sich auf die immersive Video-Raum-Welten dieses großen Künstlers und damit neue ungewohnte Perspektiven auf die großen Themen des Lebens einzulassen.

Prädikat: SEHENSWERT

©Photo: Alessandro Moggi_Courtesy Fondazione Palazzo Strozzi

BILL VIOLA: Bill Viola (geb. 1951) ist international als einer der führenden Künstler von heute anerkannt. Er war maßgeblich an der Etablierung von Video als eine wichtige Form der zeitgenössischen Kunst beteiligt und hat dabei dazu beigetragen, ihren Umfang in Bezug auf Technologie, Inhalt und historische Reichweite erheblich zu erweitern. https://www.billviola.com/biograph.htm

erweitern.https://www.museumdermoderne.at/