SCHMIEDE 2022 SÜNDENBOCK

Rüdiger Wassibauer Gründer der SCHMIEDE HALLEIN / Foto: © Christa Linossi

Am 14. September 2022 öffnete die Schmiede Hallein bereits zum zwanzigsten Mal die Pforten und schloss am 23. September 2022 mit einem Abschlussfest ab. Die Schmiede Hallein ist ein Play Ground of Ideas und ist der ARS Electronica ähnlich, jedoch ist die Schmiede das größte prozessorientierte Festival und Spielplatz der Ideen für Forscher: innen, Wissenschaftler: innen, Künstler: innen, Medien Künstler: innen. Diese arbeiteten an dem Thema SÜNDENBOCK für 10 Tage auf der Perner Insel und stellten interessante Fragen und Antworten in den Raum.

Was war Anlass zum Thema:  SÜNDENBOCK? Es ist ein Spiel mit Zuschreibungen: Unschuldslamm und Sündenbock. Wer ist schuld oder unschuldig? Beides sind Projektionsflächen für die Menschheit. Die Idee stammt bereits aus den Pandemie-Jahren, wo dies so richtig ans Tageslicht kam, wer ist der Sündenbock und wer das Unschuldslamm. Es wurde daraus eine Gesellschaft, die sehr schnell mit wie richtig und falsch argumentiert wurde. Die SCHMIEDE stellte sich daher auch die Frage: „Wie haben historisch gesehen Gesellschaften vergleichbare Brüche gekittet: mit einem Sündenbock?“ Im Judentum beispielsweise ist der Sündenbock Teil eines gemeinschaftlichen Rituals.  

Es gab wieder interessante Objekte zu bestaunen und hier zähle ich ein paar

Highlights auf:

Manuel Tozzi: ROMANTISCHE MASCHINE / Manuel Tozzi ist bildender Künstler, der mit zeitbasierten Medien arbeitet, um Zeichnungen computergenerierte Animationen und Installationen zu er erstellen. Die ROMANTISCHE MASCHINE ist eine künstliche Intelligenz, die seit Februar 2021 literarische Texte aus der Romantik (1790 bis 1850) liest, um daraus neue Gedichte zu generieren.

Romantic Machine von Manuel Tozzi / Foto: © Gabriele Kriesch

Corrie-Francis-Parks, subnet Artist in Residence und eigentlich Sand-Künstlerin nützte das Salz der Alten Saline, dass sie gemeinsam mit Thom Parks in der Installation „The Saline Sea“ in Form von Urtierchen aus dem Ozean – der Österreich vor 250 Mio. Jahren bedeckt hatte – animierte. 

Künstler: Corrie-Francis-Park & Thom Park „The Saline Sea“ Foto: © Christa Linossi

Ein Publikumsmagnet war die digitale Face-Karaoke Maschine von Barbis Ruder und Litto aka Daniela Weiss. DIRTY DIGITAL DETOX war um eine interaktive Komponente erweitert worden, mit der das Publikum in die Charaktere INFLUENCA, ZERON und PRODUKTA schlüpfen, singen und nach Herzenslust grimassieren durfte.

Face-Karaoke Maschine von Barbis Ruder und Litto aka Daniela Weiss / Foto: © Gabriele Kriesch

Übergeben wurde auch das Salzburger Jahresstipendium für Medienkunst an die langjährige Schmiede-Teilnehmerin Korinna Lindinger.

Sie bekam € 10.000,00 für ihr Konzept „Figures of Speech – Objektivationen kindlicher Raumaneignung“. Mit dieser Summe wird Lindinger in den kommenden Monaten ihr Projekt umsetzen, das die Erfahrungen armutsbetroffener Kinder mit ihrem räumlichen und architektonischen Umfeld in Städten wie Salzburg und Wien thematisiert.

Rund 120 Teilnehmer: innen und Publikum kamen zusammen, um miteinander zu erleben, was vom 14. bis 23. September im inspirierenden Ambiente der Alten Saline entstanden ist. Die Schmiede schließt damit für ein Jahr die Tore bis es im Herbst 2023 – auf Grund der notwendigen Sanierung der Alten Saline unter geänderten räumlichen Bedingungen – wieder heißt: „Welcome to the Playground of Ideas“.

Video von Judith Holzer