Wussten Sie, dass Salzburg vor 100 Jahren zum ersten Mal ein internationaler Treffpunkt vieler zeitgenössischer Komponist*innen war? Sie versammelten sich, um das erste internationale Friedensprojekt in der Musik nach dem Ersten Weltkrieg zu etablieren.
Somit gab es am 11. August 2022 auch ein Fest zum Gründungstag 100 Jahre IGNM Café Bazar 1922-2022
1920 wurden die Salzburger Festspiele ins Leben gerufen und zwei Jahre später, wurde Salzburg wieder zu einem Schauplatz für Musik. Diesmal ging es um ein Friedensprojekt und so wurde am 11. August 1922 die Internationale Gesellschaft für Neue Musik (IGNM) im Café Bazar Salzburg gegründet.
Im Café Bazar versammelten sich eine Anzahl von Komponisten, darunter Rudolf Réti, Egon Wellesz, Arthur Bliss und Francis Ponlenc, um die Internationale Gesellschaft für Neue Musik zu gründen. Im englischen The International Society for Contemporary Music (IACM)
Globaler Sitz der IGNM (IACM) ist London, dort wurde die Gesellschaft im Jänner 1923 „aus der Taufe“ gehoben (Rèti) und deren Verbreitung in allen Kontinenten formal organisiert. Die IGNM ist eine der weltweit bedeutendsten Institutionen zur Förderung zeitgenössischer Musik.
Es ist ein Projekt, das nationale Grenzen überwinden soll und es im Sinne einer musikalischen Internationalen Förderungen „zeitgenössischer Musik“, ohne Rücksicht auf ästhetische Anschauungen, Nationalität, Rasse, Religion oder politischen Einstellungen.
Statement des Musikwissenschaftler Matthew Werley: „Zum Zeitpunkt der Gründung hatte die Gesellschaft einen diplomatischen Zweck: Menschen zusammenzubringen und Musik zu hören, die vier oder fünf Jahre zuvor noch verboten war. Die IGNM war ein Projekt des – neuen – Hörens. Nach dem zweiten Weltkrieg zeigte die Gesellschaft dann ein anderes Gesicht: Diese hochmoderne Musik zur Förderung von jungen Komponisten zu öffnen, alte Musik aufzubrechen und Neues zu finden“.
Eine Ausstellung im Foyer der Universität Mozarteum Salzburg sowie ein vielfältiges Rahmenprogramm würdigen ihr 100-jähriges Wirken und beleuchten die reiche Geschichte der Neuen Musik in Salzburg.
Gespielt wurde im SCHAUSPIELHAUS SALZBURG, STUDIO. Der Bühnenaufbau war einfach mit verschiedenen Schaumstoff Würfeln, Rechtecken usw.
Begonnen hat das Stück auf dem Wut-Vulkans der Bühne, wo vier Musiker*innen zu Beginn „Was ist das eigentlich, Wut?“ singen um das bekannte, doch ungeliebte Gefühl auseinanderzunehmen und genauer zu untersuchen, die WUT. „Was ist eigentlich WUT?“ Dieses Wort kennen wir doch alle, welche Gefühle verstecken sich in der WUT? Einsamkeit? Trauer? Ungerechtigkeit? Enttäuschung?
Wir sind wütend auf irgendetwas, wir sind wütend, weil wir gewisse Dinge nicht erreichen. Wut ist eine sehr heftige Emotion und häufig eine impulsive und aggressive Reaktion. Wut kommt bei Kindern und Erwachsenen genauso vor, jedoch wie umgehen mit Wut?
Inspiriert von den skurril-poetischen Kurzgeschichten des preisgekrönten Kinderbuchautors Toon Tellegen bringen der Komponist Gordon Kampe und der Regisseur Sebastian Bauer unterschiedlichste Arten von Wut zum Klingen. „Ich bin am wütendsten!“ – „Nein ich!“ – „Nein ich!“ so streiten sich Sängerin, Klarinettistin, Kontrabassist und Akkordeonspielerin zu Anfang des Stückes WUT auf dem noch ruhigen Wut-Vulkan. Immer heftiger brodelt, zischt und kocht es – und das Stück kommt in Gang. Verschiedene Wut-Geschichten fächern sich auf, wie beim Blättern durch ein Bilderbuch:
WUT Geschichte 1: BÄR ist ein Geburtstagsgast, bei der Geburtstagsfeier der Grille, der mit seinem Verhalten die Grille zur Weißglut treibt.
WUT Geschichte 2: NILPFERD und NASHORN kämpfen auf einer schmalen Straße, wer geht zuerst, wie kommen sie aneinander vorbei, wer lässt wem den Vortritt?
WUT Geschichte 3: SCHLANGE wünscht sich manchmal, jemand anderes zu sein, denn er ist immer wütend und Wütend-Sein ist ja auch sehr anstrengend.
WUT Geschichte 5: FLÖTE, wie ein festgesaugter Kaugummi, Flöte ist immer sehr wütend, aber könnte man WUT auch wegsingen? Wegspielen?
Wut, egal in welcher Form sie auftritt, wirklich endgültig loszuwerden – geht das überhaupt; oder geht es eigentlich darum, mit ihr zu leben, sie zu akzeptieren und manchmal auch rauszulassen? Denn eines ist sicher: Der nächste Wutanfall kommt bestimmt!
Eines ist sicher bei diesem Stück: Die skurril-poetischen Kurzgeschichten des preisgekrönten Kinderbuchautors Toon Tellegen bringen der Komponist Gordon Kampe und der Regisseur Sebastian Bauer unterschiedlichste Arten von Wut zum Klingen.
Dieses Theaterstück ist bei Klein und Groß sehr gut angekommen. Als Dankeschön gab es einen tobenden APPLAUS und nach der Vorstellung wurde sicher noch lange darüber gesprochen.
Prädikat „Sehenswert“. WUT ist noch bis zum 21. August 2022 im Schauspielhaus Salzburg zu sehen.
Heute war mir nach einem Spaziergang durch die engen und alten Gassen der Stadt Hallein zumute. Vor 2500 Jahren ließen sich die Kelten hier am Dürrnberg bei Hallein schon nieder und gruben nach dem „Weißen Gold“. Hallein hat somit das älteste Salzbergwerk, welches heute nur mehr ein Schaubergwerk ist, mit dem Keltendorf am Dürrnberg, welches spannende Einblicke in das Alltagsleben der prähistorischen Bergleute gibt.
So schlenderte ich mit einem Genuss durch die alten Gässchen dieser alten keltischen Salzstadt. Wenn man mit offenen Augen durch diese Stadt wandert, entdeckt man so vieles, sind es die alten Durchgänge, enge Gassen, alte Bauwerke, jedes von ihnen könnte uns eine Geschichte erzählen. Hallein hat das Flair einer geschichtsträchtigen Vergangenheit.
Das Museum der Moderne Salzburg zeigt eines der schönsten Videoarbeiten des amerikanischen Videokünstler der Gegenwart. Seine mit modernster Technologie umgesetzten Bildwelten überzeugen durch ihre kontemplative Balance und überwältigen durch ihre unmittelbare Emotionalität und bildnerische Vehemenz.
Betreten Sie den Ausstellungsraum werden sie vor den bildgewaltigen Werken fasziniert gleich stehen bleiben. Sie können nicht weitergehen, ohne sich das Video, welches den Rahmen sprengen zu droht, anzusehen. Es ist eine andere Sehgewohnheit, die von den alltäglichen Bilderfluten in Film, Fernsehen und den sozialen Medien geprägt sind.
Seine bildgewaltigen Werke sind der „coditio humana“ gewidmet, sie schaffen Erlebniswelten, welche die Betrachtenden über wesentliche Themen wie Leben, Tod, Traum und Wiedergeburt thematisieren.
In seinen Videos-Welten verbindet Bill Viola Mensch und die Naturgewalt Wasser in einem Zusammenhang, dass faszinierend und gleichzeitig zum Nachdenken anregt. Nachdenken, wie „klein“ der Mensch gegenüber der Natur und dessen Kraft ist.
Die Videoproduktion THE RAFT (2004), die in einer extremen Zeitlupe die Überwältigung einer Menschenmenge durch einen gewaltigen Wasserstrom zeigt, wie hilflos der Mensch in so einem Fall sein kann und eine universelle Bedrohung menschlichen Lebens ist. Jedoch bei dieser Darstellung des Leidens der Weltgesellschaft war es dem Künstler – wie er in einem Statement festhielt – wichtig, dass alle „Schiffbrüchigen“ überlebten: Niemand sollte verloren sein („no one is lost“)
Viols spirituelle Aufgeschlossenheit gegenüber dem östlichen Denken lässt ihn Werke von höchst eindrücklicher visionärer Poetik schaffen, die das Geistige mit dem Ästhetischen verbinden, ohne dabei in neureligiöse Dogmatik abzudriften.
Zitate von dem Philosoph Otto Neumaier – Gemeinsam mit Thorsten Sadowsky verfasste er die Publikation zur Ausstellung „Bill Viola im Dialog“ – „Die verschiedenen Werke lassen uns diesem inneren Raum unterschiedlich nahekommen“ In Three Women (2008) bildet Wasser gleichsam den äußeren und inneren Raum dadurch, dass Menschen als schwarz-weiße Schemen hinter einer zunächst nur erahnbaren Wasserwand auf uns zukommen, ehe sie wieder hinter das Wasser zurückkehren. „Der Blick auf das Selbst hat weder Anfang noch Ende, weder in dieser noch in der nächsten Welt“. Three Women bringt diese tiefe Version der ewigen Natur des menschlichen Lebens zum Ausdruck“.
Diese Ausstellung ist eine Zusammenarbeit mit BILL VIOLA STUDIO Kalifornien. Hier wird eine Überblicksausstellung zu Violas Werk am Museum der Moderne Salzburg präsentiert, um sich auf die immersive Video-Raum-Welten dieses großen Künstlers und damit neue ungewohnte Perspektiven auf die großen Themen des Lebens einzulassen.
BILL VIOLA: Bill Viola (geb. 1951) ist international als einer der führenden Künstler von heute anerkannt. Er war maßgeblich an der Etablierung von Video als eine wichtige Form der zeitgenössischen Kunst beteiligt und hat dabei dazu beigetragen, ihren Umfang in Bezug auf Technologie, Inhalt und historische Reichweite erheblich zu erweitern. https://www.billviola.com/biograph.htm
die 2024 die Kulturhauptstadt Europa Salzkammergut sein wird. Die Kaiservilla und der Kaiserpark, dessen Charme und Schönheit als Kulisse für die Bühne direkt neben der berühmten Kaiservilla diente, waren grandios. Ein Ort der Magie der den Geist seiner Geschichte ausstrahlt. Es war einst der Sommersitz der Habsburger.
Seit 2015 stand Hubert von Goisern mit seiner Band nicht mehr live auf der Bühne. Seit April 2022 ist er mit seiner Band wieder quer durch den deutschsprachigen Raum unter dem Motto „Zeiten & Zeichen“ auf Tournee. Jedoch dieses Open-Air-Konzert in Bad Ischl ist etwas Besonderes, fand es doch im Herzen seiner Heimat, dem Salzkammergut, statt.
Das neue Programm „Zeiten & Zeichen“ setzt neue Akzente in seiner Musik und behandelt auch besonnener Weise das derzeitige Zeitgeschehen, es dokumentiert allerdings auch die Eindrücke, die er auf seinen Reisen in den letzten Jahrzehnten unternommen hat.
Hubert von Goisern ist ein Brückenbauer, aber auch ein Botschafter, der sich für Menschenrechte, für Soziales einsetzt und durch die Vielfalt in seiner Musik immer wieder den Zeitgeist trifft. Von den Anfängen des Alpenrock über seine Expeditionen nach Tibet, Afrika, die Linz-Europa-Tour auf einem umgebauten Lastschiff quer durch Europa bis zum bahnbrechenden Erfolg von „Brenna tuats guat“. Hubert von Goisern, der sein Publikum herausfordert, bewegt und begeistert, so auch mit seinen neu entstandenen Titeln (Texte von 2019 bis 2020). Die Texte haben Tiefgang und das besondere an ihm: er bleibt neugierig und überrascht sein Publikum immer wieder Mal aufs Neue.
Auch dieses Konzert war etwas Besonderes und ein Klangerlebnis der Sonderklasse. Das Publikum bedankte sich mit einem riesigen Applaus.
Im Auftrag der Kulturhauptstadt Bad Ischl – Salzkammergut 2024 GmbH war auch der Tourismusverband Bad Ischl für das Konzert „Zeiten & Zeichen“ mitverantwortlich.
ist auch unter den Fotografen-Künstlern angesiedelt. Die Leica Galerie Salzburg drückte im eine Leica M11 in die Hände und wollte zusehen was herauskommt!
Copyright Lars Eidinger/ Leica Galerie Salzburg
Es ist eine großartige Ausstellung mit interessanten Alltagsgeschichten herausgekommen. Lars Eidinger hat die Fotografie-Kunst mit einem ganz eigenen Fingerabdruck, dem Gespür für das soziale Ungleichgewicht und einem Hang zum Grotesken mit der Leica M11 einfach umgesetzt.
Copyright Lars Eidinger/ Leica Galerie Salzburg
Copyright Lars Eidinger/ Leica Galerie Salzburg
Nachdem die Nummer 11 sein Schicksal ist und ihn lebenslang schon in der Zahlen Skala begleitet, konnte nur gutes entstehen. Abgesehen davon ist er ein vielseitiger Künstler und hat keine Scheu, sich unter das Publikum zu mischen, ein Künstler zum Angreifen.
Copyright Lars Eidinger/ Leica Galerie Salzburg
Seine Bilder sind ein unverfälschtes Zeitdokument. „Meine Bilder stehen in der Tradition des Objet Trouvé. Die Motive finde ich so vor. Ich inszeniere oder manipuliere sie nicht. Sie sind allgegenwärtig, aber wenn man sich ihnen verschließt, bleiben sie im Verborgenen. Mich interessiert das Unsichtbare, das was sich hinter der Illusion verbirgt, das Verdeckte. Die Welt ist das Chaos. Das Nichts ist der zu gebärende Weltgott, wie es bei Georg Büchner heißt“. So der Schauspieler, Künstler und DJ Lars Eidinger.
Copyright Lars Eidinger/ Leica Galerie Salzburg
„For there is nothing either good or bad, but thinking makes it so.“ Hamlet
Die Ausstellung ist sehenswert
Die Ausstellung ist in der Leica Galerie Salzburg noch bis September 2022 unter dem Titel „Black & White Thinking“ zu sehen.
Wussten Sie, dass in Hallein nicht nur Salz abgebaut wurde, sondern es auch eine Bildhauer Stadt ist? Nein, dann haben Sie jetzt die Möglichkeit dazu. Die HTL Hallein feiert ihr 151-jähriges Jubiläum.
Interessant am Rande, dort wo Salz abgebaut wird, wurde, befinden sich auch die Bildhauer oder Holzschnitzer. Mit der Gründung der sogenannten „Schnitzer Schule“ durch die k. u. k. Monarchie vor knapp 150 Jahren wurde auch die Abteilung Kunst & Design installiert und ist somit die älteste Abteilung der HTL Hallein.
In Hallein handwerkten schon die Kelten und später die Bergknappen. Die HTL Hallein entwickelte sich über viele Jahrzehnte als Fachschulausbildung nicht nur im Stein- und Bildhauerbereich, sondern auch im Metall- wie technischen Bereichen.
Tradition und Fortschritt bilden die Eckpunkte für DIE SCHULE DER VIELFALT!
In der Vergangenheit ist die HTL Hallein nie so richtig im Blickfeld gestanden, aufgrund von engagierten Lehrern machte man Aufmerksam, dass diese Schule heuer ihr 151. Gründungsjahr feiert und so kam es zu dieser Sonderausstellung, was auch Einblick in die hohe Kunst der Bildhauerei gibt.
Absolventen der Schule, legten sich ins Zeug und ließen schöne Kunstwerke entstehen. Die Kunst der jungen Bildhauer*innen sind zu sehen im Ziegel Stadl, Saline, und in der HTL Hallein, auch in der Brennerei Guglhof und eine Ausstellung findet in der Galerie Schloss Wiespach und im Kunstraum Pro Arte statt.
Viele bedeutende Bildhauerische Objekte von berühmten Künstlern, die ebenfalls in der HTL als Schüler begannen oder dort ein Lehramt innehatten sind in der Stadt Hallein zu sehen. Zum Beispiel: vom Bildhauer Josef Zenzmaier „Bronzemädchen“ am „Pflegerplatz“ vor dem Keltenmuseum oder von Bernhard Prähauser der „Salzträger“ an der Anton-Neumayer-Brücke. Der „Salzachschiffer“ von Oliver Gogl, Thomas Lorber am Brückenpfeiler Kühbrücke. Auch der mittlerweile weltberühmte Gilbert (Gilbert & George – zu besichtigen im Keltenmuseum), der ursprünglich aus St.Martin in Thurn in Südtirol stammt, war vor seiner Weltkarriere Schüler der Bildhauerschule Hallein.
Nehmen Sie sich die Zeit und besuchen Sie die Stadt Hallein, das Keltenmuseum und die Ausstellungen der insgesamt 78 Bildhauer*innen mit ca. 243 Objekten. Sie werden es nicht bereuen, die Ausstellung verdient das Prädikat: „Sehenswert“.
Festredner der diesjährigen Salzburger Festspiele war ILIJA TROJANOW. Der Titel der Festrede lautete: „Der Ton des Krieges, die Tonarten des Friedens“.
Intendant Markus Hinterhäuser sah – angesichts der aktuellen Weltsituation“ in Ilija Trojanow einen idealen Festredner. Er ist im besten Sinne eine Weltensammler – so auch der Titel seines bekannten, 2006 veröffentlichen Romans.
Trojanow begibt sich immer wieder auf die Suche – ständige Bewegung zwischen Sprachen, Kulturen und Epochen – nach komplexen Wahrheiten und Weltsichten, nach Wegen, Freiheit zu erfahren und zu einer humanen Übereinkunft zu gelangen. Gleichzeitig ist er Mahner für Toleranz und Diskurs, zählt zu einen den bedeutendsten und engagiertesten Schriftstellern unserer Zeit.
Ilija Trojanow, 1965 in Sofia geboren, 1971 Flucht aus Bulgarien, Asyl in Deutschland, aufgewachsen in Nairobi, studierte Jura, Ethnologie und Havarie in München. 1989 gründete er den Marino Verlag für Bücher über Afrika. Als Autor, Übersetzer und Publizist lebte Ilija Trojanow von 1998 bis 2003 in Bombay, von 2003 bis 2006 in Kapstadt. Seit 2008 ist er in Wien und Stuttgart zu Hause.
Eröffnungsansprache von Bundespräsidenten Alexander Van der Bellen anlässlich der Salzburger Festspiele 2022. Video: Salzburger Festspiele 2022
Die Festspiele sind somit eröffnet, die Premieren der Opern, Schauspiel und Konzerte finden bereits täglich statt. Auftakt der Festspiele ist wie jedes Jahr: Das Spiel vom Sterben des reichen Mannes JEDERMANN. Dieses Schauspiel wird im Jahr 2023 einen neuen JEDERMANN und eine neue BUHLSCHAFT benötigen. Lars Eidinger und Verena Altenberger werden sich verabschieden und nicht mehr zur Verfügung stehen. Lars Eidinger hat ein Angebot aus den USA bekommen und Verena Altenberger will sich dem Theater zu wenden.
Nun bekommt die Rotation wer wird der neue JEDERMANN sein? Der schon lange als „Jedermann“ gehandelte Schauspieler Philipp Hochmair? Wird er es diesmal schaffen? Wer die Buhlschaft verkörpern wird, hier ist noch nicht wirklich etwas durchgesickert.
Es bleibt spannend. Spannend deshalb auch, wie kommt die neue Präsidentin Dr. Kristina Hammer bei der Gesellschaft und bei der Presse an?
„Nach dem Studium auf der Kunsthochschule waren wir ganz allein auf der Welt. Wir hatten kein Atelier, weil wir damals kaum Geld hatten. Für alle gab es etwas, aber nicht für uns, den wir beide waren zwei Menschen, aber ein Künstler. Dann entschieden wir uns dafür, eine lebendige Skulptur zu werden. Wir beide kamen aus der Bildhauerei, also konnten wir eine lebendige Skulptur sein, wir wurden zu lebenden Skulpturen.“
Warum dieser Prolog? Denn Gilbert, der ursprünglich aus St.Martin in Thurn in Südtirol stammt, war vor seiner Weltkarriere Schüler der Bildhauerschule Hallein. Die Bildhauerschule Hallein feiert sein aktuelles Jubiläum zum 151-jährigen Bestehen und aus diesem Anlass wurde Gilberts am Ort seiner einstigen Ausbildung als Bildhauer zurückgeholt. Gemeinsam mit seinem Partner George hatte er das Thema Skulptur seit den 1960er Jahren entwickelt und zwischenzeitlich hat er Welt-Kunstgeschichte geschrieben.
Ihren ersten Durchbruch feierten sie 1969 mit Singing Sculpture als sie sich selbst mit bunten Metallicpuder bemalten und den alten Klassiker Undernaeath the Arches an diversen Orten in ganz London vortrugen.
Die imposanten Arbeiten von Gilbert & George wirken oft düster und wirr, krass und grell. Ihr Markenzeichen ist das Rasterarrangements, in jeweils 15 zusammengefassten Bilderrahmen, stellt es eine typische Inszenierung ihrer Arbeiten dar. Die Farben zwischen Schwarz und Rot, sind ein ständiger wirkungsvoller Kontrast. Im Hintergrund stellen sich Gilbert & George als starrende stupide Version in Form ihres Gesichtes dar, die oft den Betrachter erschaudern lässt, aber auch Fragen aufwirft? Was erzählen uns diese Werke, worauf wollen sie hinaus? Was soll man davon verstehen und was nicht? Sind es Werke einer Paranoia wie dies auch der britische Schriftsteller und Kulturkritiker Michael Bracewell interpretiert.
Die Ausstellung im Keltenmuseum ist eine Kooperation mit der Galerie Ropac und so kann das Keltenmuseum Hallein im Sommer 2022 mit einem außergewöhnlichen Ausstellungshighlight punkten. Es ist eine gut inszenierte Ausstellung und präsentiert ausgewählte Arbeiten aus einem Zeitraum von 2007 bis 2013 im Besonderen Ambiente des Museums und im Dialog mit Objekten aus der Urgeschichte Salzburgs und dem fürsterzbischöflichen Salzabbau.
documenta fifteen: Dan Perjovshi, Generosity, Regeneration, Transparency, Independence, Sufficiency, Local Anchor and most of all Humor, 2022, Fridericianum, Kassel, 10. Mai 2022
Die documenta fifteen in der Krise! Am 18. Juni 2022 wurde sie eröffnet und seitdem tobt ein Skandal nach dem anderen, Schuld zu Weisungen sind an der Tagesordnung bis zum Köpfe rollen.
Worum geht es um den Skandal genau?
Auszug zu meinem Bericht vom 30.06.2022
„Das Künstlerkollektiv Taring Padi machte sich als Intellektuelle von der Peripherie bereit, „die Macht im Zentrum (documenta) zu übernehmen“. Das Künstlerkollektiv Taring Padi zeigte am Kasseler Friedrichplatz ein Wimmelbild-Banner die auf antisemitische Motive hingewiesen hat.
„Unkommentierte pro-palästinensische Propagandafilme im Programm der Kasseler Kunstschau. Es sind Filme die in Verbindung mit der linksterroristischen und antisemitischen Gruppe Japanische Rote Armee – Anfang der 70er Jahre Anschläge in Israel – gebracht werden.
Die documenta wurde diesmal von einem Künstlerkollektiv aus Asien kuratiert, es handelt sich um die Gruppe Ruangrupa aus Indonesien. Die setzten ihre Vorstellungen natürlich verstärkt auf die Menschen in Asien, Afrika und Lateinamerika, um ihre Probleme ins Zentrum zu rücken. Des Weiteren vielleicht auch ein fehlendes Problembewusstsein für Antisemitismus in Indonesien.
Antisemitismus ist ein gesamtgesellschaftliches, in Deutschland und global verbreitetes Problem. Das zeigt sich nun in Kassel: Antisemitische Bildsprache auf der globalen documenta fifteen. Wie konnte es dazu kommen? Was braucht es jetzt, damit die polarisierte Situation nicht noch weiter eskaliert? Wie denken wir das Vermeiden von Zensur und das Vermeiden antisemitischer Kunst zusammen?“
Aufgrund dieser Situation kam es zum Skandal, der sich bis heute noch nicht richtig erholt hat.
Köpfe rollen war auf der Tagesordnung, es war Fanal des künstlerischen und ein politisches Versagen. Experten hatten bereits seit Monaten schon vor den antisemitischen Tendenzen der Ausstellungsmacher gewarnt. Es folgten Endlose Debatten, die üblichen Solidaritätsbekundungen dem Zentralrat der Juden gegenüber und es gab keine einzige klare Handlungsanweisung, man gab den Hinweis auf die Kunstfreiheit. Aber bei Antisemitismus muss auch die Kunstfreiheit enden.
Auszug aus der Pressenachricht des Aufsichtsrats als Erklärung:
„Der Aufsichtsrat äußert seine tiefe Betroffenheit, dass am
Eröffnungswochenende der documenta fifteen eindeutig antisemitische Motive zu sehen waren. Die Präsentation des Banners „People‘s Justice“ des
Künstlerkollektivs Taring Padi mit seiner antisemitischen Bildsprache war eine klare Grenzüberschreitung und der documenta wurde damit ein erheblicher Schaden zugefügt. Es ist nach Auffassung des Aufsichtsrates essenziell, diesen Vorfall zeitnah aufzuklären, Schlussfolgerungen auf Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse für den Umgang mit antisemitischen Vorgängen in der Kultur und Kunstkontext zu ziehen und weiteren Schaden für die documenta abzuwenden. Durch die Aufhängung des Banners und auch im Zuge der Krisenbewältigung in den vergangenen Wochen ist leider viel Vertrauen verloren gegangen. Der Aufsichtsrat betrachtet es als essenziell, dass alles darangesetzt wird, dieses Vertrauen zurückzugewinnen“
Nun ist die Katze aus dem Sack! Der Aufsichtsrat, die Gesellschafter und Generaldirektorin Sabine Schormann verständigten sich einvernehmlich darauf, ihren Geschäftsführerdienstvertrag kurzfristig aufzulösen.
Alexander-Farenholtz_(c)KSB_Fotograf_Falk-Wenzel
Presseauszug von der documenta fifteen: Alexander Farenholtz übernimmt die Interims-Geschäftsführung der documenta und Museum Fridericianum GmbH
„Alexander Farenholtz wurde heute einstimmig durch den Aufsichtsrat der documenta und Museum Fridericianum gGmbH zum Interims-Geschäftsführer der documenta bestellt. Das erklärten Kassels Oberbürgermeister Christian Geselle, Aufsichtsratsvorsitzender der documenta, und seine Stellvertreterin im Aufsichtsrat, die Hessische Ministerin für Wissenschaft und Kunst Angela Dorn, am Montag. Die Gesellschafter der documenta sind froh und dankbar, in einer für die documenta herausfordernden Situation einen so erfahrenen und renommierten Kulturmanager für die bedeutende Weltkunstausstellung in Kassel gewonnen zu haben. Alexander Farenholtz übernimmt diese Aufgabe bereits am Dienstag, 19. Juli. Das Engagement ist zunächst bis zum 30. September 2022 befristet. Es ist der Wunsch von Herrn Farenholtz, nach der Abstimmung mit den Gesellschaftern nun zunächst mit der künstlerischen Leitung und dann selbstverständlich auch mit dem Team der documenta gGmbH Gespräche aufzunehmen. Kassel und die documenta sind Farenholtz seit Jahren gut vertraut: Nach dem Studium (Verwaltungswissenschaft in Konstanz) und ersten beruflichen Stationen war er 1989 unter anderem für die Realisierung der documenta 9 unter der künstlerischen Leitung von Jan Hoet zum Geschäftsführer der documenta GmbH berufen worden. 1993 wechselte er als Leiter des Ministerbüros ins Baden-Württembergische Kunstministerium und übernahm 1996 zusammen mit Tom Stromberg die Leitung des Kulturprogramms der Weltausstellung EXPO2000 in Hannover. Mit Beginn des Jahres 2002 wurde er zum Gründungsvorstand und Verwaltungsdirektor der Kulturstiftung des Bundes bestellt. Dieses Amt übte er an der Seite von Hortensia Völckers als Künstlerischer Leiter bis zum Erreichen der Altersgrenze im Januar 2020 aus.“
Nun heißt es wieder nach vorne zu schauen und zu hoffen, dass man in Zukunft genauer hinsieht, um solche Unannehmlichkeiten gar nicht an das Tageslicht zu bringen. Kunst soll aufzeigen aber nicht „hetzen“.
Ein bitterer Beigeschmack wird bei der documenta fifteen mit Sicherheit bleiben. Diese documenta fifteen wird vielen im Gedächtnis bleiben. Es war ein Skandal, den man vermeiden hätte können, aber vielleicht war es gut, damit man sich in Zukunft besser vorbereitet, sowie auch die Kuratoren genauer unter die Lupe nimmt. Kunst muss und soll schreien, aber auch ihr sind Grenzen gesetzt!
Du muss angemeldet sein, um einen Kommentar zu veröffentlichen.