Not Vital. IR – Einzelausstellung im Museum der Moderne in Salzburg

Bevor der neuerliche Lockdown am 26. Dezember 2020 wiederbegann, besuchte ich noch die Ausstellung NOT VITAL.IR im Museum der Moderne Salzburg.

Non Vital vor seiner Arbeit Camel (2018) vor dem Museum der Moderne Salzburg, Foto: © Museum der Moderne Salzburg / Foto: Rainer Iglar

Es ist die erste museale Einzelausstellung in Österreich des Künstlers Not Vital. Wer ist der Künstler? Er ist Schweizer und wurde am 15. Februar 1948 in Sent im schweizerischen Unterengadien geboren. Seine Bereiche Grafik, Malerei, Bildhauerei und Architektur. Vitals Werke – in verschiedenen Techniken und gattungsübergreifend – werden in bedeutenden Museen und Galerien wie auch im öffentlichen Raum weltweit gezeigt.

Museum der Moderne Salzburg widmet dem Künstler eine Einzelausstellung wo 21 Skulpturen, drei sowohl raum- als auch wandgreifende Installationen und 144 Zeichnungen präsentiert werden. Der Titel der Ausstellung IR, stammt aus dem Rätoromanischen und bedeutet: „gehen“. Damit ist ein wesentliches Prinzip der künstlerischen Praxis von Not Vital benannt, die auf der fortwährenden Spannung von Aufbruch (Fortgehen), Rückkehr (Heimkehren) und erneutem Aufbruch beruht.

Obwohl er ein internationaler Künstler ist, ist er mir bisher noch auf keiner Ausstellung, weder in London, Paris, München oder sonst wo aufgefallen, oder ich war gerade zum falschen Zeitpunkt in London oder Paris, wo er ausgestellte. Egal, seine Arbeiten, die ich nun erstmalig im Museum der Moderne sah, sind spannend und interessant zugleich. Einige Arbeiten werde ich hier beschreiben. Es ist meine Sichtweise:

Wie ich es immer tue, ich schlendere zuerst einmal durch die Ausstellungshallen, verschaffe mir einen Überblick und dann bleibe ich bei den spannenden und interessanten Objekten hängen.

Bei Not Vital fand ich die großen Skulpturen nicht so aufregend. Groß und überdimensional. Die kleineren stachen mir viel mehr ins Auge. Wie zum Beispiel diese Skulptur die aus mehreren Schuhen – genau betrachtet aus 5 – bestand.

Non Vital „Scarpa per 5 piedi (Schuh für 5 Füße) Manulli Collection Museum der Moderne Salzburg / Foto: Christa Linossi

 Ein interessantes übereinander aber in verschiedene Richtung gestapelt. Was will der Künstler damit ausdrücken? Vielleicht deutet es hin: einmal in diese Spur, dann auf eine andere Spur, einmal links und rechts gehen. Und wie oben bereits angedeutet heißt die Ausstellung ja IR „gehen“. Also hat dies auch mit gehen zu tun. Der Künstler selbst nennt dieses Objekt „Scarpa per 5 piedi“ (Schuhe für 5 Füße). Also 5 Füße und jeder hat nur einen Schuh. Wie meint der Künstler es nun wirklich, der Mensch hat jeweils 2 Füße, also wären es Schuhe für nur 4 Füße und was ist mit dem 5. Fuß? Ging ein Fuß verloren? Verletzt? Abgetrennt?

Oder eine andere Skulptur:

Non Vital „Scarpa per orecchio (Schuh für 1 Ohr) Manulli Collection Museum der Moderne Salzburg / Foto: Christa Linossi

Der Schuh mit dem Ohr? Sollte es eine Verbindung von Hören und Gehen darstellen? Das Ohr beim Fuß?

Diese Skulpturen sind alle aus der Serie „Scarpa per…2001“

Non Vital Camelköpfe (IR Ausstellungsübersicht) 2020 © Foto Museum der Moderne Salzburg / Foto: Rainer Iglar

Warum hat der Künstler am 3.3.2005 300 Kamelköpfe (Gips) aus Moskau in der Kunsthalle in Bielefeld an die Wand geworfen? Was hatte diese Aktion auf sich? Ich recherchierte; Not Vital ist auch ein Nomadenkünstler, dessen anthropologischer Wissensdurst ihn scheinbar unruhig um die Welt reisen lässt, um die Eindrücke verschiedener Kulturen in seinen Skulpturen zu verarbeiten. So errichtete er zum Beispiel in der Wüstenstadt Agadez (5 Jahre lang) zusammen mit den einheimischen Tuareg Gebäude und Skulpturen und da die Stadt Agadez ein altes Handelszentrum und das Tor zur Wüste und seit Jahrhunderten Treffpunkt nomadischer Völker und Karawanen ist. Die dreihundert Kamel-Keramikköpfe aus Gips, die ebenfalls in diesem Zeitraum hier entstanden sind, wurden zweimal in Moskau gezeigt und vor Beginn der Bielefelder Ausstellung warf er sie gegen die Wand. Sein Argument: „Die Erde gibt, die Erde nimmt“ und so geht auch das Kunstobjekt seinen irdischen Gang. 

Die nachstehende Skulptur, erweckte ebenfalls mein Interesse. Um welches Tier handelt es sich? Ich vermute um ein Kamel. Ist ein Teil des Kamel noch in der Wüstenstadt Agadez und der andere Teil schon in der Wüste? Eine andere Erklärung wäre noch: bei dieser Arbeit könnte man auch vermuten, dass er die Grenzen zwischen abstrakter und figurativer Form in einer besonderen engen Beziehung zum Material wie Gips herstellt.

Not Vital, ohne Titel (von Hinten) 1999, Hydrocal 84 x 15 x 40 cm Courtesy Galerie Thaddaeus Ropac, London-Paris-Salzburg © Not Vital, Foto: Ulrich Ghezzi

Walk Through: Not Vital and Thorsten Sadowsky
Thaddaeus Ropac Video in Kooperation mit dem Museum der Moderne Salzburg
Join us on Friday 4 December, 5 pm CET (4 pm UK time / 11 am EST / 8 am Pacific time) for a walk through the upcoming exhibition ‚NOT VITAL. IR‘ at Museum Der Moderne Salzburg with the artist Not Vital and the Museum Director’s Thorsten Sadowsky.

Es lohnt sich, die Ausstellung anzusehen. Leider zurzeit wegen des Lockdowns nicht möglich. Aber die Ausstellung läuft noch bis 13. Juni 2021

https://www.museumdermoderne.at/de/besuch/

AUSGEBREMST…….

aktuelle Arbeit „Ausgebremst..“ zum Thema „MACHT“ © Christa Linossi 2021

…wer nicht freiwillig mitmacht, wird ausgesperrt!

Als Künstlerin – der Kunst- und Kulturbetrieb wurde bis auf weiteres heruntergeschraubt – will ich mit meiner künstlerischen Arbeit*, darauf hinweisen, dass es sich schon längst nicht nur mehr um die Pandemie des Virus COVID 19 handelt, sondern es ist der Tag der Populisten, die auf ein einzelnes Ziel abzielen, nämlich das Ziel der MACHT.

Massiver Eingriff in Grund- und Freiheitsrechte, jeglicher Kompromiss wird abgelehnt, Wissenschaftler kritisieren immer wieder die Corona-Politik, werden aber nicht wirklich ernst genommen.

* meine aktuelle Arbeit – zeigt ein Gesicht und deutet auf eine Spaltung in der Gesellschaft hin

2020 geht in die Geschichte ein und das Jahr neigt sich dem Ende zu……..aber wir blicken positiv in die Zukunft!

wünsche ich allen Leser und Leserinnen

LOCKDOWN 3 ZUCKERBROT UND PEITSCHE

Chaotic conditions aktuelle Arbeit © Christa Linossi 2020

Das alte Spiel „Schiffchen versenken“ hat ausgedient, das neue Spiel heißt ab sofort „Wirtschaft versenken“. Für all diejenigen, die dieses Spiel nicht kennen zur Information: https://de.wikipedia.org/wiki/Schiffe_versenken#Charakter_und_Herkunft

Zur Zeit herrschen chaotische Zustände, kein richtiges Konzept, keine Informationen und von oben herab nur Drohgebärden – Zuckerbrot und Peitsche – und als Draufgabe immer wieder ein Lockdown. Mit Auf- und Zusperren, wird das Virus nicht verschwinden, wir werden lernen müssen, mit dem Virus zu leben.

Antony Gormley – DER BLICK AUF EINEN BILDHAUER

2020 Stillstand für die Kunst, CORONA stoppte alles. Aber ich will Kunst auf meinem Blog vermitteln, so suchte ich in meinem Archiv nach interessanten Künstlern, deren Kunst es wert ist, sie wieder vor den Vorhang zu holen.

Heute geht es um den Künstler Antony Gormley

Antony Gormley, Horizon Field, August 2010 – April 2012; Eine Landschaftsinstallation im alpinen Hochgebirge Vorarlbergs, Österreich; Presented by Kunsthaus Bregenz; Standort: Lech, Kriegerhorn bei Hasensprung Nr. 17; Aufnahmedatum: 10.06.2010 – © Kunsthaus Bregenz, Antony Gormley; Foto: Antony Gormley

Graz wurde 2003 zur Kulturhauptstadt ernannt und hier entdeckte ich erstmals den Künstler Antony Gormley, der für die Kulturhauptstadt eine Installation mit Skulpturen aus lebensgroßen Abgüssen (massives Gusseisen) eines menschlichen Körpers inszenierte. Diese Körper hangen als menschliche Skulpturen kopfüber oder zusammengerollt am Boden liegend im hermetischen Hof des Kulturzentrum Minoriten in Graz. Das Thema „Himmelschwer“ – eine Transformation der Schwerkraft – wurde vom Künstler so konzipiert, dass es unvergesslich im Kopf des Betrachters hängen bleiben musste.

2012 stoß ich erneut wieder auf den Künstler Antony Gormley, der eine interessante LandArt Installation der anderen Art über ein Gebiet von 150 Quadratkilometer in den Bergen von Vorarlberg verteilt inszenierte. Ich berichtete über diese LandArt Installation damals bei dem Online-Magazin KULTURA-EXTRA https://www.kultura-extra.de/kunst/portrait/kurzportrait_antony_gormley.php

Antony Gormley I Horizon Field I Vorarlberg © Kunsthaus Bregenz
my Vorarlberg  Antony Gormley – Horizon Field

Seine Figuren, die aus Gusseisen sind, waren für mich immer wieder eine interessante Geschichte. So gesehen, machte das Kunsthaus Bregenz mit dem Künstler ein Projekt, das als einzigartiges Landschaftsprojekt in Erscheinung trat. 2010 wurde es realisiert, wobei die Vorbereitungszeit für das Projekt „Horizon Field“ bereits fünf Jahre in Anspruch nahm. „Horizon Field“ bestand aus einhundert lebensgroßen Skulpturen, welche über ein Gebiet von 150 Quadratkilometer in Vorarlberg in Bergen verteilt waren und eine horizontale Linie auf 2039 Metern über dem Meeresspiegel bildeten. Es erstreckte sich vom Bregenzerwald bis in das Arlberggebiet. Ein faszinierendes Schauspiel.

Da das Ganze temporär und ein Teil des künstlerischen Konzeptes war, wurden die Skulpturen nach einem gewissen Zeitraum wieder abgebaut. Sie sind leider nicht mehr sichtbar.

Es war eines der gelungensten LandArt-Projekte der seinesgleichen sucht.

Antony Gormley, der mich immer wieder – mittlerweile habe ich einige Ausstellungen von ihm gesehen – fasziniert, zählt für mich zu den wichtigsten und bedeutendsten zeitgenössischen Bildhauer-Künstlern weltweit.

Es ist immer wieder die menschliche Figur, die im Mittelpunkt seines Schaffens steht und ausgehend von seinem eigenen Körper, präsentiert er stets neue skulpturale Konstellationen als Einzelfigur oder in größeren Gruppen angeordnet. Gormley ist ein Suchender, der immer wieder nach neuen Formen sucht und sie wieder als ein neues Kunstwerk entstehen lässt.

Seine Materialien für seine Skulpturen können nicht unterschiedlicher sein. Er stellt sie aus Gusseisen, aus Drahtgeflechten oder anderen Materialien her.

Kunsthaus Bregenz. Wir haben Antony Gormley in London zu Horizon Field interviewt. Das Kunsthaus Bregenz bedankt sich bei seinen Partnern und Sponsoren für die großzügige finanzielle Unterstützung und die tatkräftige Mitarbeit und Einbringung von Sachleistungen bei der sehr komplexen Umsetzung des Projektes. The Kunsthaus Bregenz would like to thank its partners and sponsors for their generous financial support, their active cooperation, and the materials they donated to ensure the success of this highly complex project. Hauptsponsor (Main Sponsor): Hugo Boss. Partner-Sponsoren (Partner Sponsors): Hypo Landesbank Vorarlberg, Montfort Werbung, Uniqa, Vorarlberger Kraftwerke AG, Vorarlberg Tourismus.

https://www.antonygormley.com/sculpture/chronology

https://www.antonygormley.com/

DER SCHATTEN…..THE SHADOW…..

Der Schatten aus der Wurzel , aktuelle Arbeit von © Christa Linossi 2020
The shadow from the root

Wir Menschen haben alle Wurzeln in einer Familie, in seiner Herkunft. Doch immer noch werden Menschen entwurzelt, ob durch Krieg oder Vertreibung. Sie sind dann der Schatten, der aus dieser Entwurzelung heraussteigt.

We humans all have roots in a family, in its origins. But people are still being uprooted, whether through war or displacement. You are then the shadow that emerges from this uprooting.

DAS CORONA VIRUS BREMST wieder KULTUR, KUNST UND WIRTSCHAFT!

KELTENMUSEUM HALLEIN würde gerne sein 50. Jubiläum feiern, jedoch das VIRUS stoppte es!

Vor 50 Jahren, am 17. Oktober 1970, wurde das Museum im adaptierten Salinenamtsgebäude, der „Neuen Pfleg“, eröffnet.

5_50 Jahre Keltenmuseum Hallein Außenansicht Keltenmuseum Hallein, 1970
© Keltenmuseum Hallein
4_50 Jahre Keltenmuseum Hallein Außenansicht der „Neuen Pfleg“ (Salinen-verwaltungsgebäude), um 1920 © Keltenmuseum Hallein
2_50 Jahre Keltenmuseum Hallein Außenansicht Keltenmuseum Hallein 2020
© Salzburg Museum/Bianca Würger

Das Keltenmuseum das 1970 gegründet und eröffnet wurde, war eine wegweisende Entscheidung der Stadtgemeinde Hallein. So konnte im Laufe der Jahrzehnte eines der größten Museen für keltische Kultur in Europa entstehen. Es ist international vernetzt und etabliert.

Jedoch was wäre das Keltenmuseum ohne „Die Dürrnberg Forschung – Archäologie einer eisenzeitlichen Salzmetropole“

Ein kleiner Rückblick: Bereits im 6. Jahrhundert v. Chr. begann der prähistorische Salzabbau am Dürrnberg. In der sogenannten Eisenzeit – vor rund 2.600 Jahren – besiedelten dann die Kelten den Dürrnberg.

Die Dürrnberg Forschung ist somit ein wichtiger Fixpunkt im Keltenmuseum.

[1]Bereits vor 200 Jahren wurde mit archäologischen Ausgrabungen am Dürrnberg begonnen und der in Hallein geborene Jurist, Land- und Schiffsrichter Johann Seethaler (1762*-+1848) legte bereits 1831 Beschreibungen und Zeichnungen konkreter Grabanlagen vor. Das Manuskript Seethalers erlangte leider über die engeren lokalen Grenzen hinaus keine nennenswerte Beachtung.

Die moderne Beschäftigung, mit der hallstatt- und latènezeitlichen Vergangenheit der alpinen „Salzmetropole“ wird durch die Dürrnberg Forschung am Keltenmuseum Hallein vorangetrieben, die auf einem stabilen wissenschaftlichen Fundament früherer Forschergenerationen aufbauen kann.

Die Intensität der archäologischen Forschung auf dem Dürrnberg wurde allerdings erst Ende der 1980er Jahre vorangetrieben.1984 wurde das Österreichische Forschungszentrum Dürrnberg (ÖFD) gegründet.

[2]Der Dürrnberg bei Hallein zählt zu den bedeutendsten und bekanntesten archäologischen Fundorten Europas. Mit 400 aufgedeckten Gräbern bzw. Grabkomplexen, in die im Laufe von etwa 350 Jahren weit mehr als 1000 Tote gebettet wurden, bietet somit der Dürrnberg eine beachtliche Vielfalt an Phänomenen der Hallstatt- und Latènezeitlicher Bestattungssitten.

Eines der jüngsten Siedlungsareale des Dürrnbergs, wurden durch großflächige Grabungsmaßnahmen im Jahr 2015 auf dem Hochbichl dem jetzigen Standort der Emco Privatklinik, Pfostengruben, Trockenmauersetzungen und Schichtablagerungen gefunden, die eine intensive Besiedlung vor allem in der Spätphase des Bergbaues nahelegen.

Links die SIE – einfach zum Nachlesen – vielleicht auch noch interessieren könnten zum Thema DÜRRNBERGFORSCHUNG/KELTENMUSEUM:

https://linossiartstory.wordpress.com/2019/11/10/spektakularer-fund-im-depot-des-keltenmuseum-eines-unscheinbaren-keramikfragment-welches-zu-einer-trinkschale-gehorte-die-vor-2500-jahren-von-griechenland-nach-durrnberg-hallein-gelangte/

https://linossiartstory.wordpress.com/2016/11/12/die-antike-schnabelkanne-vom-duerrnberg-keltenkunst/

Leider hatte das CORONA VIRUS dem Jubiläumsjahr einen Strich durch die Rechnung gemacht, als Höhepunkt sollten internationale Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler die aktuellen Forschungsergebnisse zur Geschichte und Archäologie der Kelten in 30-minütigen Vorträgen. Ursprung und Herkunft, Alltag und Aussehen, Religion und Mythos der Menschen im Herzen Europas im letzten Jahrtausend vor Christi Geburt.

Der Dürrnberg bei Hallein gilt in mehrfacher Hinsicht als einer der bedeutendsten Fundorte der Eisenzeit in Mitteleuropa. Sein einzigartiger Bestand an archäologischen Quellengattungen aus Bergbauanlagen, Siedlungen und den annähernd 400 bislang bekannten Gräbern der Hallstatt- und Latènezeit bietet Informationen zu einer Vielzahl kulturgeschichtlicher Fragen.

1989 nach fast über 2 ½ Jahrtausenden Salzabbau, wurde der Bergbau von den Salinen Austria stillgelegt und die Mine wird nur noch als Schaubergwerk betrieben.

Das Keltenmuseum Hallein ist eines der größten Museen für keltische Geschichte und Kunst in Europa. Auch die Urgeschichte Salzburgs und die Stadtgeschichte Halleins werden hier lebendig.

https://www.keltenmuseum.at/


[1] Holger Wendling „200 Jahre Archäologie auf dem Dürrnberg“

[2] Ursula Schachinger/ Holger Wendling Numismatik einer Salzmetropole

DIE WELT WAR DABEI! Wo?

Auf der Frankfurter Buchmesse und es war ein Sprung in das digitale Zeitalter und dies scheint der Frankfurter Buchmesse 2020 bestens gelungen zu sein.

Obwohl die digitale Welt keinen Vergleich zur realen Welt darstellt, so von Vorteil dies auch im digitalen Zeitalter ist, sollte der MENSCH physisch nach wie vor im Mittelpunkt stehen.

Frankfurt Book Fair Special Edition 2020. © Copyright: Marc Jacquemin / Fotograf
Eröffnungsfeier der Frankfurter Buchmesse am 13. Oktober 2020 in der Festhalle.
Copyright Frankfurter Buchmesse

Die Pandemie schlägt weltweit noch immer zu und so galt es auch für die Frankfurter Buchmesse Grenzen zu überwinden, Menschen zusammenbringen, Bücher und Autor*innen die sich trotzdem aufgrund der weltweit zunehmenden Zahlen an Risikogebieten und Reiseeinschränkungen an der 72. Frankfurter Buchmesse als Special Edition teilnehmen konnten. Jedoch in digitaler Form und ein Bruchsatz von Ausstellern, Verlagen und Autor*innen physisch in den heiligen Hallen der Frankfurter Buchmesse.

Fotograf: Marc Jacquemin  Copyright: Frankfurter Buchmesse
 

Genau in diesem Jahr 2020 wo weltweit Buchmessen abgesagt, Literaturfestivals und Veranstaltungen in Kulturbereichen gestrichen wurden und Autor*innen und Künstler*innen dadurch auf einen Großteil ihrer Einkünfte verzichten mussten, hat die Frankfurter Buchmesse mit der digitalen Ausgabe ein Zeichen gesetzt. Eine großzügige finanzielle Unterstützung kam von der Bundesregierung aus dem Programm NEUSTART KULTUR, massiv unterstützt von der Kulturstaatsministerin Prof. Monika Grütters.  

Dieses Angebot stand auch allen Nutzer*innen in der Messewoche kostenlos zu Verfügung.

Statement von Juergen Boos, der Direktor der Frankfurter Buchmesse: „In diesem Jahr ist es uns gelungen, neben dem Fachangebot für die internationale Buchbranche und einem Fest für das Lesen, die Frankfurter Buchmesse auch als politische Plattform ins Netz zu transferieren, um den dringend benötigten Diskurs dort stattfinden zu lassen. Unsere Strategie, mit starken Medienpartnern zu kooperieren und mit unserem Angebot dort präsent zu sein, wo sich unsere Zielgruppen aufhalten – sei es auf unseren eigenen Plattformen oder in den Sozialen Medien – ist aufgegangen: Wir haben allein auf buchmesse.de über 200.000 User*innen weltweit erreicht, das BOOKFEST digital konnte allein auf Facebook 1,5 Millionen Zuschauer*innen gewinnen. Aber, uns allen ist klar: Die persönliche Begegnung ist durch nichts zu ersetzen. Wir haben viel für die kommenden Buchmessen gelernt, im physischen wie im digitalen Raum.“

Fotograf Marc Jacquemin / Eröffnungspressekonferenz der Frankfurter Buchmesse am 13. Oktober 2020 in der Festhalle, Juergen Boos, Direktor der Frankfurter Buchmesse
Copyright Frankfurter Buchmesse


Statement Karin Schmidt-Friderichs, Vorsteherin des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels: „Die Frankfurter Buchmesse 2020 war in jeder Hinsicht eine besondere Messe. Die physischen Begegnungen haben wir vermisst. Aber es ist uns gelungen, dem Buch in dieser Woche eine große digitale und mediale Bühne zu bieten. Auf neuen Wegen hat die Buchmesse die Branche zusammengeführt und Buchbegeisterung zu den Menschen nach Hause gebracht. Auch digital war sie eine starke Plattform, auf der die drängenden Fragen der Zeit verhandelt wurden. Gemeinsam mit dem Aussteller*innen und der gesamten Branche werden wir an Konzepten für die Zukunft arbeiten und gehen selbstbewusst und engagiert in den Bücherherbst.“

Fotograf Marc Jacquemin / Eröffnungspressekonferenz der Frankfurter Buchmesse am 13. Oktober 2020 in der Festhalle Karin Schmidt-Friderichs, Vorsteherin des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels Copyright Frankfurter Buchmesse

Die Frankfurter Buchmesse 2020 in Zahlen:
200.000 User*innen nahmen die virtuellen Angebote auf der Plattform buchmesse.de an.
4.440 digitale Aussteller*innen aus 103 Ländern registrierten sich auf buchmesse.de.
3.644 Veranstaltungen im Veranstaltungskalender der Frankfurter Buchmesse in der Messewoche.
6.800 Einreichungen von Präsentationskacheln durch digitale Aussteller*innen wurden für die 13 Themenseiten auf buchmesse.de erfasst.

Sehr lange hatte ich immer schon mit dem Gedanken gespielt, die Frankfurter Buchmesse zu besuchen. Bis dato ist es mir immer aus Zeitgründen nicht gelungen. Im Jahr 2020 dem besonderen Jahr, konnte ich DIGITAL dabei sein, ob Pressekonferenzen, ob bei Conferencen, Vorträgen, Lesungen, es war für mich eine Bereicherung. Manchmal anstrengend, da man ja ziemlich viel Zeit vor dem Laptop verbringt, aber es hat sich bezahlt gemacht. Natürlich in physischer Begegnung mit den Ausstellern, Autor*innen und dem Publikum, kann man es nicht vergleichen. Dies hätte schon einen größeren Kick.

Mit Sicherheit hat die Frankfurter Buchmesse für die in Zukunft kommenden Buchmessen viel gelernt, im physischen wie im digitalen Raum. Es war auf alle Fälle ein Erfolg und wie heißt es so schön? „Wer wagt, der Gewinnt“!

Frankfurt am Main, Hessen, Hesse, Deutschland, Germany. Frankfurter Buchmesse Special Edition 2020. Alljaehrlich im Herbst, findet in Frankfurt am Main, die Frankfurter Buchmesse, die groesste Buechershow der Welt statt. Frankfurt Book Fair Special Edition 2020. © Copyright: Marc Jacquemin / Frankfurter Buchmesse Presse- und Unternehmenskommunikation Ausstellungs- und Messe-GmbH des Boersenvereins des Deutschen Buchhandels Braubachstraße 16 60311 Frankfurt am Main

Ars Electronica 2020 inszenierte sich heuer weltweit!

Ein Corona sicheres Festival der etwas anderen ART

ARS ELECTRONICA: A journey in which it is not we who set out to travel, but our ideas and projects, which span a global network in which we gather to discuss what needs to be done. https://ars.electronica.art/keplersga… Music by Karl J. Schmidinger

Lange Vorbereitungen und ein kurzer Augenblick und schon ist das Festival der etwas anderen ART wieder Vergangenheit. Ars Electronica 2020, das erste hybride Ars Electronica in Zeiten von Corona.

Gerfried Stocker (Künstlerischer Leiter der Ars Electronica): „Es war keine leichte, aber es war die absolut richtige Entscheidung, das Festival stattfinden zu lassen. Vor Ort lief alles reibungslos – das Sicherheitskonzept funktionierte, die damit verbundenen Auflagen stießen auf Verständnis und Akzeptanz seitens des Publikums. „Kepler’s Garden“ auf dem Campus der Johannes-Kepler-Universität Linz war ausverkauft.

Es war eine großartige Geschichte, dass es auch in Zeiten einer Pandemie ganz offensichtlich viele Menschen gab, die sich über kulturelle Angebote freuten und diese auf verantwortungsvolle Weise in Anspruch nahmen. „Auch was den Online-Auftritt der ersten wirklich hybriden Ars Electronica betrifft, fällt die Zwischenbilanz ebenfalls sehr positiv aus. Wir haben die vergangenen fünf Tage auf vier YouTube-Channels durchgehend Programm gestreamt und das ohne nennenswerte technische Panne“, sagt Gerfried Stocker.

Ars Electronica Garden Vilnius / Eye Gymnastics (LT) / Fotocredit: vog.photo

Ars Electronica machte es möglich auch in einer Pandemie ein Festival zu organisieren, das weltweit eines der wichtigsten Festival ist, schaffte es Verbindungen zwischen Kunst, Technologie, Wissenschaft und Gesellschaft herzustellen, unter dem Motto „bleibe daheim und treffe dich weltweit online“. An 120 Orten oder „Gärten“ in der Welt – vom Nordpol bis zum Südpol konnte man mit einem Klick dabei sein. Wo KünstlerInnen und Forschungsinstitute ihre eigenen Projekte präsentierten. Dieses Festival hatte heuer mit Sicherheit eine internationale Signalwirkung, ein hybrides Programm derart umfassend und vielschichtig, hatte viele überrascht. Die gestreamten Videos, mit den Talks, Lectures und Konferenzen konnte von dem Besucher*innen auch dann konsumiert werden, wann immer sie Zeit hatten. Interessant ist auch, dass Ars Electronica eine Dokumentation präsentieren wird, die während des Festivals gedreht wurde und Künstler*innen während ihrer Vorbereitungen und Auftritten begleitete und was für sie die viel zitierte „neue Realität“ und ihre Arbeit bedeutet.

Es war der Sprung in das schon so oft viel zitierte „digitale Zeitalter“. Ars Electronica spricht nicht nur darüber, sondern lässt Taten folgen.

ARS ELECTRONICA A journey in which it is not we who set out to travel, but our ideas and projects, which span a global network in which we gather to discuss what needs to be done. https://ars.electronica.art/keplersga… Music by Karl J. Schmidinger

AUFGEATMET:

„100 Jahre SALZBURGER FESTSPIELE“ im Kleinformat, ging ohne Corona Zwischenfälle über die Bühne!

Tobias Moretti mit der Festspielnadel geehrt © SF / Marco Borrelli Tobia Moretti, Jedermann

RÜCKBLICK vor Beginn der Festspiele:

Eine temporäre Mitarbeiterin wurde auf COVID 19 positiv getestet: „Eine temporäre Mitarbeiterin der Salzburger Festspiele, die am 18. Juni 2020 nach negativer Initialtestung den Dienst angetreten hat, wurde leider am (SF, 8. Juli 2020) positiv auf Corona getestet.

Einen Monat später:

Nun ist die Katze aus dem Sack. Die Präsidentin der Salzburger Festspiele Helga Rabl-Stadler und Landeshauptmann Dr. Haslauer atmen erleichtert auf und freuen sich, dass die Salzburger Festspiele doch noch stattfinden dürfen.

Aufatmen konnte man nun Ende August und „100 Jahre Salzburger Festspiele“ 2020 werden in die Geschichte eingehen!

Bartoli · Les Musiciens du Prince-Monaco · Capuano 2020: Cecilia Bartoli (Mezzosopran), Gianluca Capuano (Dirigent), Les Musiciens du Prince-Monaco
© SF / Marco Borrelli

Nun atmen alle erleichtert auf, diese besonderen Festspiele in einem besonderen Jahr 2020, dass mit einem sehr durchdachten, klugen und trotzdem niemand überfordernden Sicherheitskonzept die Musik, das Theater, die Konzerte und Oper über die Bühne gebracht haben. Max Reinhardt wäre vermutlich Stolz auf das Direktorium der Salzburger Festspiele gewesen.

v.l.n.r. Lukas Crepaz, Helga Rabl-Stadler und Markus Hinterhäuser © SF / Lydia Gorges

Festspielpräsidentin Helga Rabl-Stadler: „, Dass die Salzburger Festspiele 2020 überhaupt stattfinden konnten, empfanden wir als das größte Jubiläumsgeschenk. Wir durften ein Zeichen für die Kraft der Kunst in kraftlosen Zeiten setzen und konnten den Gründungsgedanken aufs Sinnvollste wiederbeleben. Die Salzburger Festspiele wurden 1920 in einer Zeit größter Not als mutiges Projekt gegen die Krise gegründet. Max Reinhardt war davon überzeugt, dass nur die Kunst die vom Krieg gegeneinander gehetzten Menschen, ja Völker, wieder versöhnen könnte. – Die Kunst nicht als Dekoration, sondern als Lebensmittel. Wir sind überglücklich, dass sich die Festspiele auch und gerade in der von Corona zutiefst verunsicherten Welt als Sinngeber und Arbeitgeber bewähren konnten“. sagt.

Markus Hinterhäuser:So wird das Signal, das von Salzburg ausgeht, das stärkste, vitalste und wesentlichste sein, dass man an die Welt senden kann“.

EVERYWOMAN von Milo Rau / Ursina Lardi Uraufführung Mi 19. August 2020, Salzburg Regie Milo Rau Besetzung Ursina Lardi Helga Bedau (Video) Recherche und Dramaturgie Carmen Hornbostel Bühne und Kostüme Anton Lukas Video Moritz von Dungern Sound Jens Baudisch Licht Erich Schneider Dramaturgie Christian Tschirner / Everywoman 2020: Ursina Lardi
© SF / Armin Smailovic

So groß die Anspannung vor dem 1. August 2020 auch war, so erleichtert sind sie jetzt, alles gut über die Bühne gebracht zu haben. Aber eines darf man auch nicht vergessen auch das Verhalten des Publikums, das sehr diszipliniert und sehr bewusst die Sicherheitsmaßnahmen im Verlauf der Festspiele immer selbstverständlicher verinnerlicht hat, hat wesentlich dazu beigetragen, dass es zu keinem Corona-Fall kam.

2021: Fortsetzung folgt!