Chat-Interview mit dem Künstler Roman Pfeffer

Bei einer Vernissage Anfang September 2021 im Traklhaus Salzburg, lernte ich den Künstler Roman Pfeffer kennen. Es handelt sich hier um eine Ausstellung in Kooperation mit der MAERZ Künstler- und Künstlerinnenvereinigung, Linz, nach Salzburg wird die Ausstellung in Linz gezeigt wird.

Roman Pfeffer, Ausstellungsansicht, Foto Rudolf Strobl

Zum Künstler Roman Pfeffer:

Die Arbeiten von Roman Pfeffer im Traklhaus und seine Arbeiten auf seiner Homepage sprachen mich sofort an und ich wusste, diesen Künstler muss ich interviewen und auf meinem Blog vorstellen.

Traklhaus – Roman Pfeffer / Foto: Christa Linossi

Linossiartstory: Deine Ausstellung im Traklhaus hat den „Schwerpunkt“: Maßnehmen, Dinge in Beziehung setzen – unter Umständen auch sich selbst – und dabei neue Parameter entdecken“. Was ist der Reiz darin?

Roman Pfeffer: Einmal sagte ich in einem Interview: Das Absolute macht mir eher Angst und das hat mit deiner Frage zu tun. Alles steht in Beziehung zueinander und kann sich jederzeit verändern. Ich nehme Dinge oder Themen des Alltags und beleuchte sie und so entsteht etwas Neues. Verschiebe ich eine Kleinigkeit, dann ist etwas, was vorher als absolut gegolten hat, danach nicht mehr richtig. Zum Beispiel im Falle der Gleichung 8 = 0, 176m2. Für diese Gleichung würde man in der Mathematikstunde eine 5 bekommen. Dadurch, dass, ich beim Kunstwerk andere Parameter heranziehe, ist diese Gleichung mathematisch richtig, obwohl das Ergebnis das Gleiche ist. Um das geht es immer wieder: Zusammenhänge verstehen und diese anzuwenden. Durch einen neuen Blickwinkel entdeckt man wieder etwas Neues.

Traklhaus – Roman Pfeffer / Foto: Christa Linossi

Linossiartstory:  Erzähl uns ein paar Worte über dich und was bewog dich Künstler zu werden.

Roman Pfeffer: Wenn ich zurückblicke, dann haben mich in meiner Kindheit immer wieder Listen begleitet. Ich habe Statistiken aufgestellt und fiktive Wettbewerbe abgehalten, bei denen ich durch Manipulation Einfluss genommen habe, wer am Ende auf Position 1,2,3… steht. Somit waren Zahlen, Mathematik und ihr Verschiebung relativ früh für mich interessant. Mit Kunst hatte das zu dieser Zeit nichts zu tun, aber mit Analyse und wie Verschiebungen durch Einflussnahme zustande kommen. Ich bin dann später in die Ortweinschule in Graz gegangen, wo ich einen Architekten als Lehrer hatte, der viel über Rhythmik, Reihung und Komposition gesprochen hatte und das interessierte mich. Dass ich dann an der Akademie der bildenden Künste gelandet bin, war am Ende eher die Neugierde an der Kunst. Eigentlich hatte ich am Beginn des Studiums wenig Ahnung, was zeitgenössische Kunst bedeuten kann. Darum passierte es auch, dass ich in der Malerei-Klasse von Gunter Damisch gelandet bin. Mit meinem aktuellen Wissen würde ich mich heute eher in einer Bildhauerei Klasse bewerben. Aber die Zeit im Studium ist auch dazu da, um herauszufinden, wohin der Weg gehen kann.     

Linossiartstory: Was beeinflusst dich und deine künstlerische Arbeit?

Roman Pfeffer: Kunstgeschichte, Dinge oder Inhalte, die uns umgeben, spielen bei meiner Arbeit eine Rolle. Manchmal finde ich ein Objekt, das lagert dann bei mir im Atelier und nach einer Weile entwickelt sich daraus ein Kunstwerk. Andere Arbeiten, wie die Mazzocchio Arbeiten, welche in der Ausstellung im Traklhaus zu sehen sind, knüpfen direkt an die Kunstgeschichte an.         

Linossiartstory:  Deine Arbeiten sind ausdrucksstark. Finden Deine Installationen auch im öffentlichen Raum oder nur in Galerien statt? Mit welchen Materialien arbeitest Du?

Roman Pfeffer: Am öffentlichen Raum habe ich großes Interesse, werde allerdings eher selten eingeladen dort etwas zu machen. Heuer stehen überraschenderweise gleich zwei Projekten an. Es gibt keine spezifischen Materialien, die ich verwende. Es verändert sich von Werk zu Werk und ist in Beziehung mit dem Inhalt der Arbeit zu sehen. Zum Beispiel bei den Arbeiten in der Ausstellung, bei denen ich die Linien eines Notenblattes herausgeschnitten habe, um eine Komposition entstehen zu lassen. Hier gibt die Arbeit schon das Material vor. Oder es gibt die kultivierten Zierpflanzen. Da habe ich die Blätter eines Gummibaums in eine Ahornform umgewandelt, indem ich die Blätter beschnitten habe. Da benötigt man die Fotografie, um diesen Eingriff weitertransportieren zu können.        

Linossiartstory: Interessant ist Deine Arbeit „Swip“, 2017, es ist wie ein Puzzlespiel, betrachtet man es genau, findet man Quadrate, Rhomben, Linien vor: was war hier dein Gedankenspiel dies zu kreieren?

Roman Pfeffer: Diese Arbeit hat als Ausgangspunkt eine Zeichnung des 16-teiligen Mazzocchio-Ringes mit achteckigem Querschnitt. Diese Zeichnung ist auf 32 Tafeln aufgemalt. Jede dieser Tafeln ist drehbar. Dreht man jetzt genau die Hälfte der Tafeln, so entsteht ein abstraktes Bild. Hier interessiert mich die Frage, ab wann etwas Reales abstrakt wird bzw. genügt Form und Farbe oder benötigen wir den Konex zur Abbildung. Ein weiterer Punkt ist das Wissen, das unsere Sehgewohnheiten prägt. Haben wir das Wissen, dass bei dieser Arbeit der 16teilige Ring die Grundlage ist, so vervollständigt unser Gehirn dieses Werk. 

Linossiartstory: In welchem Genre und Material fühlst du dich mehr zuhause?

Roman Pfeffer: Momentan ist es die konzeptuelle Bildhauerei, aber das kann sich schnell wieder ändern.

Linossiartstory: Gibt es Materialien, mit denen du besonders gerne arbeitest oder mit denen du zurzeit viel herumexperimentierst?

Roman Pfeffer: Holz hat den Vorteil, dass man sehr schnell ein Modell bauen kann, darum verwende ich das relativ oft.

Linossiartstory:  Nimmst du auch an Künstler-Symposien teil. Was bringt dies dem Künstler (Austausch, Erfahrung) 

Roman Pfeffer: Sehr selten bin ich bei Künstler-Symposien. Grundsätzlich ist das eine gute Erfahrung, aber ich bewerbe mich nie dafür, da ich im Atelier eher im Rückstand bin. Letztes Jahr wurde ich ins Silvrettatelier von Roland Haas für 2 Wochen ins Montafon eingeladen. Das war wunderbar und es ist auf 2000m Höhe einiges entstanden. Der Einfluss einer anderen Umgebung und das Zusammensein mit Kolleginnen, die man nicht kennt, hat natürlich etwas Reizvolles und bringt im Idealfall die Beteiligten einen Schritt weiter.

Linossiartstory:  Inwiefern ist die Vernetzung über Social Media heute für den Künstler wichtig?

Roman Pfeffer: Social Media ist mittlerweile ein Teil unserer Welt geworden und in dieser bewegt sich auch der Künstler Roman Pfeffer. Ob es lebenswichtig ist, das stelle ich in Frage, aber es ist eine Möglichkeit, die eigene Arbeit zu verbreiten. Was die schnelle Verbreitung aber auch mit sich bringt, ist, dass ähnliche Arbeiten von vernetzten Personen entstehen. 

Linossiartstory: Welches deiner Projekte ist Dir am meisten in Erinnerung geblieben und weshalb?

Roman Pfeffer: Es gibt Projekte, die sich an der Kante des Scheiterns bewegen, und die bleiben am stärksten in Erinnerung. 2015 realisierte ich eine Videoarbeit, bei der ich ein 17m langes Sportruderboot am Kopf rotieren ließ. Das Ruderboot war um 180 Grad gedreht, mein Kopf steckte zur Gänze im Rumpf und dann drehte sich das Ruderboot. Ich stand drinnen und hatte Angst um mein Leben, da ein Windstoß alles aus der Balance bringen hätte können. Die Arbeit bekam während des Drehs den Titel „Braintwister“, da man von der Außenwelt abgeschottet ist und das Boot durch die Drehung die Gehirnwindung ankurbelt.

Linossiartstory: Was bedeutet für Dich Erfolg?

Roman Pfeffer: Wenn die Rahmenbedingung es zulassen, dass ich meine Arbeit weiterentwickeln kann, dann ist es für mich Erfolg.  

Linossiartstory: Der Virus COVID 19 hat auch die Kunstszene lahmgelegt, wie ist es Dir ergangen und wie sieht die Zukunft aus.

Roman Pfeffer: Ich hatte das Glück, dass ich in den Covid – Lücken Ausstellungen hatte. Manche wurden ein wenig verschoben, die anderen verlängert und wenige abgesagt. Ein Skulpturenprojekt in Sydney wird jetzt schon das 2 Mal verschoben, aber da ich vorhabe, noch eine Weile auf dieser Erde zu bleiben, wird sich das schon noch ausgehen.

Linossiartstory: Wo würdest Du am liebsten in Europa für immer Stationiert sein?

Roman Pfeffer: Ich lebe jetzt schon mehr als 25 Jahre in Wien und arbeite auch immer wieder in Attnang-Puchheim. Wien als Base ist gut und ich denke es wird auch so bleiben. Wenn ein Sponsor mein Studio vergrößern könnte, dann wäre das ein Wunsch, der auf meiner Liste steht. Bei meiner Kunst ist es weniger wichtig, wo ich angesiedelt bin, sondern die Rahmenbedingungen vor Ort spielen eine größere Rolle.    

Roman Pfeffer, „11 m“, 2013/17, Maßband, Farbe, Holz, Installationsansicht Raum mit Licht

Linossiartstory:  Roman es war nett mit dir diesen Chat zu führen. Es war ein offener ausführlicher Chat, mit vielen interessanten Einblicken in deine Kunst. Für die Zukunft wünsche ich dir noch viele atemberaubende und interessante Abenteuer auf deinem Weg zur öffentlichen Kunst.

Danke für das nette Chat-Gespräch und alles Gute für die Zukunft.

Lazy Mazzocchio, 2017 Bildrecht Foto: Josef Schauer Schmidinger 

Die Ausstellung von Roman Pfeffer ist im Traklhaus/Salzburg noch bis zum 16. Oktober 2021 zu sehen

http://www.romanpfeffer.com/

When Love (Illusion) turns into longing?!

experimental photo work by © Christa Linossi 2021 – From the series Illusions. When Love (Illusion) turns into longing 

Liebe (die Illusion) und die Sehnsucht als Begleiterin gibt immer wieder Rätsel auf, es gibt keine Erklärung dafür!

Die Spirale dreht sich und darin befindet sich die Sehnsucht, die Liebe, der Verstand setzt aus, man kann sich aus der Spirale nicht befreien, sie dreht sich weiter…Sehnsucht ein starkes Element, eine brennende, verzehrende, ungestillte, unbestimmte Sehnsucht. Sie ist mit dem Gefühl verbunden, den Gegenstand der Sehnsucht nicht erreichen zu können.

YOUNG EXCELLENCE IN CONCERT

Universität Mozarteum Salzburg

Universität Mozarteum Salzburg / Foto: UNIMOZART

Die Geschichte des Mozarteums reicht bis ins Jahr 1841 zurück und wurde von herausragenden Persönlichkeiten wie Bernhard Paumgartner, Clemens Krauss, Paul Hindemith, Carol Orff, Nikolaus Harnoncourt und Sándor Végh geprägt. Als Musikschule wurde das Mozarteum vom Salzburger Dom-Musik-Verein gegründet. Im Jahr 1914 wurde es Konservatorium, 1953 Akademie, 1970 Hochschule für Musik und darstellende Kunst und schließlich 1998 Universität.

Universität Mozarteum Salzburg / Foto: UNIMOZART

All jährlich finden zwischen Juni und September Veranstaltungen statt. Studierende und Lehrende stellen sich der Öffentlichkeit in zahlreichen Konzerten, Theater-, Tanz- und Opernproduktionen sowie Ausstellungen, Symposien und Tagungen vor und bereichern das Salzburger Kulturleben.

PRE-COLLEGE IN CONCERT

Ziel des Lehrganges ist es, im Sinne der Begabtenfindung und Begabtenförderung talentierte Jugendliche frühzeitig zu erfassen und sie sowohl im Zentralen Künstlerischen Fach als auch in einem breiten musikalischen Umfeld bestmöglich zu fördern und sie auf eine spätere künstlerische Laufbahn hinzuführen. 

Mozarteum vocalEnsemble / Foto: Christa Linossi

Ich besuchte zwei Konzerte. „CARMINA BURANA“ war eines davon, welches im SZENE Theater Salzburg aufgeführt wurde. Das Konzert war sehr schön und ein Zusammenspiel zwischen den Instrumenten und dem Chor. Es ist eines der populärsten Chorwerke des 20. Jahrhunderts: Carl Orffs „Carmina Burana“. Jörn Andresen, Professor für Chorleitung verstärkt die Chorarbeit der Universität Mozarteum außerhalb der Universität, mit dem Ziel, den MozarteumUniChor für alle Studierenden in Salzburg zu öffnen. Die „Carmina Burana“ ist als Education-Projekt angelegt. Carl Orff schuf mit „Carmina Burana“ eines der bekanntesten und meistzitierten Chorwerke des 20. Jahrhunderts. Der Erfolg der szenischen Kantate beruht einerseits auf ihren fantasievollen Texten und den leichten Thematiken, die dem Mittelalter elegant und zeitlos neues Leben einhauchten.

Studierende der Schlagzeug- und Klavierklassen und Gesangsolistin / Foto: Christa Linossi

Jörn Andresen realisierte mit Studierenden der Klavier- und Schlagzeugklasse, Gesangssolist*innen und dem Mozarteum vocal Ensemble die „Carmina Burana“ am 25. und 26. Juni 2021 in drei Konzerten in der SZENE Salzburg. „Das große Plus von Carl Orff: die körperliche Rezeptionsmöglichkeit klassischer Konzertmusik. Das kann junge Leute auch heute noch begeistern“, so Jörn Andresen, der die Begeisterung für Chormusik mit „Carmina Burana“ und auch mit seinen zukünftigen Projekten vermitteln möchte. Langfristig ist ein universitätsübergreifender Studierendenchor für Salzburg geplant und damit eine Öffnung des Chorwesens für alle interessierten Studierenden.

Das zweite Konzert, welches ich besuchte, war das „Young Excellence in Concert“ wo drei junge Solist*innen vorgestellt wurden. Der erste Solist war der 11jährige Shang-En Hsieh, Konzert für Klavier und Orchester Nr.14 in A-Dur, KV 414 ein Allegro, Andante und Rondo von Wolfgang A. Mozart zum Besten gab. Dieses Konzert war sehr beeindruckend, der junge Pianist beherrschte das Klavier perfekt und spielte diese drei Stücke auswendig und mit einer Hingabe, dass Mozart ihm sicher auch gerne zugehört hätte. Shang-En ist Teil des Hochbegabungsförderprogramms des Leopold-Mozart-Instituts der Universität Mozarteum Salzburg, wo er von Prof. Andreas Weber in Klavier unterrichtet wird. Des Weiteren studiert er zudem Violine bei Prof. Igor Petrushevski vom Richard Wagner-Konservatorium. Nach Ende der Vorstellung wollte ich den jungen Pianisten fotografieren, da wurde mir klar, auf der einen Seite bereits die große Arroganz (begann mit 5 Jahren Klavier zu lernen und sechs Monate später war er in der Lage, Mozarts Klaviersonate in C-Dur KV 545 zu spielen. Er gewann viele Preise und nimmt an internationalen Wettbewerben teil) und auf der anderen Seite doch noch das Kind.

Shang-EN Hsieh Pianist 11 Jahre / Foto: Christa Linossi

Der nächste Solist war Damodar Das Castillo, der 2007 in Manila, Philippinen geboren wurde. Er ist der 1. Preisträger des Jugendmusikwettbewerbs Ludwig in Berlin 2020 in der Altersgruppe 2. Er spielte auf seinem Violoncello das Stück „Pezzo capriccioso op. 622“ von Pjotr. I. Taschikowski. Was ebenfalls beeindruckend war. Damodar ist seit 3 Jahren Student am Pre-College der Universität Mozarteum Salzburg bei Barbara Lübke-Herzl. Seine Studien werden unterstützt von Patron Group Chairman Ernesto T. Echauz der Standard Insurance Co., Inc. Philippinen.

Orchester mit Damodar das Castillo / Foto: Christa Linossi

Die dritte Solistin im Bunde war Zhonghan Chen, die 2003 in Shanghai geboren ist. 2013 wurde sie an der Musikgrundschule aufgenommen, die dem Shanghai Conservatory of Music angegliedert ist. 2019 wurde si am Pre-College der Universität Mozarteum Salzburg aufgenommen. Sie gewann einige Preise. Sie nahm an einer Europatournee mit Konzerten im Berliner Konzerthaus, in der Snape Maltings Concert Hall in London und beim Italien Bolzano Festival teil.

Zhonghan Chen Violine und Orchester / Foto: ChristaLinossi

Bei dem Young Excellence in Concertspielte sie mit ihrer Violine aus Wolfgang A. Mozart ein Konzert für Violine und Orchester Nr. 5 in A-Dur, KV 219 drei Stücke: „Allegro aperto“, „Adagio (KV261) und „Rondeau“.

Mit internationalem Austauschkonzerten und gemeinsamen Projekten pflegt die Universität Mozarteum weltweite Beziehungen zu befreundeten Musik- und Kunsthochschulen.

GALLERY WEEK_END SALZBURG vom 27-31 JULY 2021

GALLERY WEEK_END SALZBURG

27-31 JULY 2021

In der Kulturszene Salzburg wurde von der Wirtschaftskammer Salzburg ein neues Projekt für 5 Tage ins Leben gerufen. Das Neue Format nennt sich „Gallery WEEK_END Salzburg“. Es handelt sich hier um ein neues Veranstaltungsformat, das die qualitative Dichte der Galerien und Kunsträume dieser Stadt von nun an alljährlich in den Fokus rücken soll.

Rosella Biscotti, Live Feed, 2019 – Exhibition View, Witte de With, Rotterdam ©Kristien Daem_

Den Besucher*innen bietet sich an fünf Tagen die Möglichkeit, aufgrund eines kompakten und abwechslungsreichen Programmangebotes in den Galerien und Ausstellungsräumen, die vielfältige Kunstszene vor Ort zu erkunden.

Da gibt es zum Beispiel DIE ART WALKS, wie betrachten und erleben die Besucher*innen die KUNST? Es gibt für Jedermann/Frau professionelle Führungen, die auf charmante Weise zu einem Spaziergang durch die Galerien stattfinden werden. Die Besucher*innen erfahren Wissenswertes über die Ausstellungsorte, die dort gezeigten Werke und die betreffenden Künstler*innen. Mit dieser ART TOUR, die in 8 Tour Einheiten aufgeschlüsselt ist, lernen Sie Salzburgs Galerien hautnah kennen.

Kleine Lautsprecher werden an unterschiedlichen Punkten in der Galerie aufgestellt. Die Programmmusik und Geräuschmusik, die in Verbindung mit der Natur steht, wird abgespielt. Assoziationen und Emotionen sollen geweckt werden. Adumbratio-293-2020-Mischtechnik-mixed-media-100x70cm

25 Galerien nehmen an diesem GALLERY WEEK_END SALZBURG teil.

Lassen Sie sich überraschen und inspirieren, seien Sie neugierig und lassen Sie sich auf einen Spaziergang durch die Welt der Kunst ein.

Eröffnung GALLERY WEEK_END

Juli 27 @ 18:00 – 20:00

Empfang vor dem Museumspavillon, offizielle Eröffnung, musikalische Umrahmung

oenm2-c-Andreas-Hechenberger Foto: œnm © Andreas Hechenberger

Nähere Informationen über Galerien, Veranstaltungen finden Sie unter

SERPENTINE A TOUCH OF HEAVEN (AND HELL)

„Temporäre Kunstinterventionen entlang der Großglockner Hochalpenstraße“   von 2020 – 2022

Lichthoehe_Hoerl_Kozek_ Foto: Film, digitale Serienbildsequenzen 6K 12p, den Link zum Trailer des Films finden Sie unten  – die Vollversion ab Frühjahr 2021 |

Die Großglockner-Hochalpenstrasse, an sich schon ein eigenes Kunstwerk verbindet sich mit zeitgenössischer Kunst. SERPENTINE – A TOUCH OF HEAVEN AND HELL, so der Titel dieses Kunstprojektes welches 2020 bereits gestartet ist und bis 2022 weitergeführt wird.

Dieses Kunstprojekt bezieht sich auf die mäandernde Fahrt über die vielen Kehren der Großglockner-Hochalpenstrasse und zeigt gleichzeitig die problematische Beziehung von Kunst Avantgarde und Massen-Tourismus. Den Massen-Tourismus findet auch auf der Großglockner Hochalpenstrasse statt.

Kritische Kunst beansprucht heute für sich, den Konsum und die Zirkulation der Bilder, wie sie von der Tourismuswirtschaft in Umlauf gebracht werden, mit ihren Interventionen „kritisch“ zu unterlaufen.

Teaser for the upcoming film LICHTHÖHE, presentation in spring/summer 2021 Konzept, Buch und Regie: Thomas Hörl, Peter Kozek
Kamera, Licht und Bildregie: Victor Jaschke
2. Kamera, Lichtassistenz und Setfotografie: Francesca Centonze
Field Recording: Victoria Ferreri, Thomas Hörl
Ausstattung, Kostüm und Make-up: Thomas Hörl, Peter Kozek
Ausstattungsassistenz: Vito Baumüller
Produktionsassistenz: Victoria Ferreri
Schnitt, Postproduktion: Victor Jaschke
Sound Design: Alexander Martinz
Performer*innen: Vito Baumüller, Francesca Centonze, Victoria Ferreri, Flame, Gisli, Christina Gruber, Thomas Hörl, Victor Jaschke, Peter Kozec

Ich will aber im speziellen auf das Künstlerduo Peter Kozek & Thomas Hörl eingehen. Mich faszinierte der inszenierte Film LICHTHÖHE. In diesem Kurzfilm werden die Schichten eines architektonisch-tektonischen Gesamtgebildes, in dem sich Erd- und Menschheitsgeschichte, Ehrfurcht und Konsum, Tradition und Ausnahmezustand überlagern, gezeigt. Die Überlegung war, wie kann man sich hier in ein skulpturales Projekt einschreiben? Es entstand daraus die Idee, einen Film zu drehen, der aufgrund des Straßenverlaufes selbst mit den verschiedenen signifikanten Orten in Verbindung tritt. Die Künstler befassten sich auch mit der Geschichte der Großglockner Hochalpenstrasse, wo sie verschiedene Ebenen entdeckten, unter anderem die Ursprünge der Tauern. Tauern heißt „Hoher Alpenübergang“ und vor 3.500 Jahren wagten bereits die Menschen den Weg über das 2.504 m hohe Hochtor. Kelten und Römer nützten die kürzeste Nord-Süd-Verbindung vorwiegend, um Handel zu treiben. Das war auch die Grundlage für den Film, wo Säumer und Pferde in dem Film vorkommen sollten, aber auch der moderne Verkehr. Gleichzeitig kommt aber auch die Beschäftigung mit Mythen, Sagen und Bräuchen nicht zu kurz. In Zusammenarbeit mit dem Kameraman Viktor Jaschke wurde 10 Tage lang am Großglockner gedreht. Der Film wurde teilweise am Tag und in der Nacht gedreht und künstlich wiederum in die Nacht versetzt. Warum? Man wollte den konventionellen schönen Werbeaufnahmen, die Jedermann/frau kennt, entgegenhalten. Des Weiteren kommt in dem Film, auch eine Performance vor, wo Darsteller*innen in bunten großen Reifröcken sich präsentieren.

Künstlerduo Peter Kozek & Thomas Hörl vor dem Kino-Container / Foto: Christa Linossi

Der Hintergrund stammt aus der Geschichte, wo die vornehmen Damen aus der Stadt, auch ihre Reifröcke auf dem Großglockner trugen. Irgendwie absurd, Reifrock am Großglockner Hochalpengebirge, aber zum damaligen Zeitpunkt war es eben anders.

Dies war auch ein Grund, diese Szene in den Film einzubauen. So entstand ein interessanter Film zwischen inszenierter Natur und Ingenieurskunst, mit der ästhetischen Erfahrung, in dem Vertrautem fremd und Fremdes vertraut wird.

LICHTHÖHE, der Titel der Arbeit ist ein Wortspiel, das Höhe mit Leichtigkeit verbindet.

Auch die anderen mitwirkenden Künstler brachten sich an diesen Orten mit ihren performativen Inszenierungen in Historischen und zeitgenössischen Rituale ein.

So zum Beispiel der Künstler Ralo Mayer der sich mit den Testfahrzeugen zukünftiger Modelle von namhaften Automobil-Konzernen auseinandersetzte. Es handelt sich um die sogenannten Erlkönige, wo zukünftige Modelle von namhaften Auto-Konzernen in den Extremsituationen der Großglockner Hochalpenstrasse auf ihre Alltagstauglichkeit geprüft werden. Diese Modelle tragen eine spezielle Tarn-Tracht. Deren Muster sollen sie nicht in Unsichtbarkeit verstecken, sondern in aller Auffälligkeit zeigen: Die aufgeklebte Folie dient als Ablenkungsmanöver, das die konkreten Umrisse verschwimmen lässt.

„Eisbändiger“, wird zum Erlkönig Projekt Ralo Mayer / Foto: Christa Linossi
59A2660_web_R_Mayer_by_Thaler einen Tag später strahlender Sonnenschein, während es bei der Pressekonferenz ein „mieses Wetter“ hatte

Auf diesen Ansatz passierte Ralo Mayers Projekt. Er stellte (Beginn 2020) zuerst entlang der Straße, ein Lager mit gebrauchten Autoteilen dieser „Erlkönige“ auf. 2021 wendet er jedoch das Prinzip auf einer blauen Rotations-Schneefräse „System Wallack“ an. Diese Schneefräse wurde vom Erbauer Ing. Wallack entwickelt und 1053/54 in Betrieb genommen.  Diese Schneefräse der Naturbeherrschung durch Technik, der „Eisbändiger“, wird zum Erlkönig, deren Muster er aus ausgewählten historischen und aktuellen Abbildungen dieser Straße collagiert und in der Tarn-Tracht versteckt sind.

„Erlkönig“, Kurator: Hannes Zebeding, Künstler: Ralo Mayer / Foto: Christa Linossi

Die Künstlerin Anna Meyer setzt sich mit den Landschaftsmalern des frühen 19. Jahrhunderts auseinander, die mit ihren idealisierten Darstellungen der Alpen maßgeblich dazu beigetragen haben den Berg-Tourismus ins Leben zu rufen. Anna Meyer bringt ebenso schöne Landschafts-Ölbilder auf den ersten Blick hervor, jedoch integriert sie mit ihren Original-Gemälden die typischen touristischen Display-Techniken entlang dieser Erlebnislandschaft mit ein.  Der Aspekt der Angst kehrt mit diesen Bildern wieder in die Alpen zurück: Nicht mehr Dämonen lösen die Angst aus, sondern die Fahrt aufnehmenden Folgen der menschlichen Eingriffe in die Natur.

Landschafts-Ölbild von Anna Meyer vor der Kulisse dem Großglockner / Foto: Christa Linossi

Iris Andraschek und Hubert Lobnig stellen gebrauchte Autos entlang der Straße ab, die durch den spezifischen Standort und die liebevolle individuelle Gestaltung ihres Innen- und Außenraums Einblicke in Welten eröffnen, die die Künstlerin und der Künstler in der touristischen Erlebniswelt als verdrängt empfinden.

Gebrauchtwagen, Knüpf- und Webteppiche, Foto: Künstler Iris Andraschek und Hubert Lobnig

Das Projekt thematisiert die durch die Straßenführung inszenierte Landschaft als „Schwellensituation“, in der „Mobilität“ einerseits und „Bühne“ andererseits. Kunst im öffentlichen Raum, auf einer der beliebtesten Hochalpenstraße, eben der Großglockner-Hochalpenstrasse bis auf 3.700 m zu erleben, hat das gewisse ETWAS.

Mitwirkende Künstler*innen an diesem Kunstprojekt sind: Iris Andreaschek & Hubert Lobnig, Peter Kozek & Thomas Hörl, Ralo Mayer, Anna Meyer und Hannes Zebeding.

Kurator: Michael Zinganel.

Über.morgen Salzburg

Projekt des Kollektivs theaternyx* im Zusammenhang Sommerszene Salzburg Performing Arts Festival

SommerSzene2021-theaternyx@SommerSzene_BernhardMueller_
SommerSzene2021-theaternyx@SommerSzene_BernhardMueller_

„wir können nie genau wissen, was als nächstes passieren wird. Das liegt an uns. Die Zukunft ist nie ganz festgelegt, es gibt immer einen Spielraum, den kannst du gestalten“. (Claudia Seigmann theaternyx*)

SommerSzene2021-theaternyx@ Christa Linossi

Claudia Seigmann ist künstlerische Leiterin von theaternyx* und produziert seit knapp zwanzig Jahren zeitgenössisches Theater in Wien, Linz und Salzburg. Sie arbeitet multi-disziplinär im Schnittfeld von Theater, Performance und sozialer Praxis. Schauplatz für ihre Arbeiten sind primär der Stadtraum. So auch das Projekt für die Sommerszene Salzburg.

SommerSzene2021-theaternyx@ Foto: Christa Linossi

Als Stadtspiel nennt man die Performance „über. morgen Salzburg“, welches extra für Salzburg konzeptioniert wurde. Hier begegnen die Besucher*innen auf einem Audio Walk einem utopischen Salzburg im Jahr 2050 samt deren Einwohner*innen. Via Kopfhörer von einer Erzählstimme geleitet, hören und sehen sie den urbanen Raum, wie sie ihn noch nicht erlebt haben. Man muss sich auf Fälle öffnen für den Soundtrack der zukünftigen Stadt und sie befinden sich tatsächlich im Jahr 2050, es gibt Rückblicke wie war es vor 30 Jahren und wie es jetzt im Jahr 2050. Vieles wird sich ändern, wir werden eine andere Mobilität haben, die Städte werden grüner werden, die Gesellschaft an sich wird sich ändern. Ein Stadtspiel das auch zum Nachdenken anregt. Die „Zeitzeug*innen der Zukunft“ greifen entlang der Strecke – sie führt über vereinzelte Stadtteile, incl. einer Busfahrt – ortsspezifisch verankerte Themen auf, wie zum Beispiel: die Post-Arbeitsgesellschaft, ihre sozial-ökologische Absicherung, das bedingungslose Grundeinkommen, das zukünftige städtische Mobilitätsnetzwerk, Möglichkeiten lokaler demokratischer Teilhabe usw.

SommerSzene2021-theaternyx@ Foto: Christa Linossi

Interessant bei diesem Walk-city game war zu beobachten, wie verhalten sich die Menschen, die nicht an dem Walk-city game teilnahmen? Sehr interessant, vielen Personen konnten damit nichts anfangen, sie dachten eher an eine Reisegruppe (zurzeit sehr ungewöhnlich aufgrund der Pandemie) die durch die Stadt marschiert. Bei manchen rief es ein Schmunzeln hervor, als die Gruppe am Straßenrand aufgefädelt stand oder vor einer großen Auslagenscheibe ebenfalls in einer Reihe. Rätsel über Rätsel, aber es wagte keine Person sich zu fragen, was hier vorging.

SommerSzene2021-theaternyx@ Foto: Christa Linossi

„Um die Zukunft zu denken, brauchen wir Bilder, wie sie gelingen könnte. Der Audio Walk ist dafür ein Utopie Training.“ Theaternyx* und wird auch weiterentwickelt werden und in anderen Städten präsentiert, so Claudia Seigmann.

SommerSzene2021-theaternyx@ Foto: Christa Linossi

Ich empfehle, lassen Sie sich auf dieses Stadtspiel ein. Es besteht noch die Möglichkeit zu folgenden Terminen: 22., 23. & 24. Juni 2021

https://www.szene-salzburg.net/programm/theaternyx/210622-1800

JANET CARDIFF – The Forty Part Motet

SommerSzene2021-JanetCardiff@SommerSzene_BernhardMueller

Die Sommerszene Salzburg ist in Bewegung und mit einem weiteren interessanten Projekt, nämlich mit der Installation „The Forty Part Motet“ in der Kollegienkirche – einer der schönsten Kirchen in Salzburg – kann die Szene damit punkten.

SommerSzene2021-JanetCardiff@SommerSzene_BernhardMueller

Die kanadische Künstlerin Janet Cardiff hat mit ihrem international gefeierten Projekt „The Forty Part Motet“ eine poetische Klanginstallation geschaffen.

Die Sommerszene präsentiert dieses Hörerlebnis im sakralen Raum der Kollegienkirche. Die Grundlage der Installation bildet ein vierzigstimmiges Chorstück, das aus vierzig Lautsprechern, die kreisförmig angeordnet sind, abgespielt wird.

Janet Cardiff hat die Stimmen der Motette Spem in Alium des englischen Renaissance-Komponisten Thomas Tallis einzeln aufgenommen und die Lautsprecher in der Kirche wurden so im Raum platziert, dass die Besucher*innen sich zwischen den einzelnen Stimmen bewegen können oder man sich auch in der Mitte der Lautsprecher setzen und so den Chorgesang als gesamtes Wahrnehmen.

SommerSzene2021-JanetCardiff@SommerSzene_BernhardMueller

Die Kollegienkirche ist ein absoluter Klangraum und somit entsteht für das Publikum wieder ein virtueller archektonischer Klangraum, der die Besucher*innen emotional überwältigt und sich gehen lässt.

Lassen Sie sich dieses Erlebnis nicht entgehen.

Der Eintritt ist frei und kann bis zum 25. Juni 2021 von 10:00 – 19:00 besucht werden.

https://www.szene-salzburg.net/programm

CieLAROQUE/helene weinzierl

Rhythmus und Rausch

SommerSzene2021-CielLaroque@SommerSzene_Foto: BernhardMueller

SommerSzene2021-CielLaroque@SommerSzene_Foto: Christa Linossi

Die Sommerszene 2021 wurde am 8. Juni 2021 in Salzburg eröffnet und bietet heuer neben hochkarätigen Produktionen der zeitgenössischen Tanz- und Performance-Szene eine Reihe von spannenden interaktiven und virtuellen Projekten an.

Ich besuchte am 9.6.2021 auf der Skulpturenterrasse des Museums der Moderne Mönchsberg die Sommerszene 2021 Arts Festival mit der Aufführung CieLAROQUE. RHYTHMUS UND RAUSCH.  Als choreographischer Schauplatz wurde erstmalig die Skulpturenterrasse verwendet und hat somit das Ganze bereichert. Für die neue Inszenierung zeichnet sich die Salzburgerin Helene Weinzierl und ihr 11-köpfiges Ensemble CieLAROQUE. RHYTHMUS UND RAUSCH. Für die elektronische Musik ist Oliver Storz zuständig, der schon seit Jahren die Musik für die Company komponiert und sich dafür verantwortlich zeichnet. CieLAROQUE. RHYTHMUS UND RAUSCH ist ein Stück in mehreren Blöcken, welches in 3 Jahren entstanden ist.

SommerSzene2021-CielLaroque@SommerSzene_Foto: Christa Linossi

Worum geht es hier in dieser Tanzszene? Helene Weinzierl untersucht die Frage in Rhythmus und Rausch, inwieweit zwischenmenschliche Nähe beziehungsweise die Reproduktion körperlicher Distanz, in einem performativen Setting Intimität schafft oder ob sich dadurch der Abstand zwischen Darsteller*innen und Publikum vergrößert?Diese Frage drängte sich gerade in der Pandemie auf, welche Formen zwischenmenschlicher Nähe in unserer Gesellschaft überhaupt möglich ist.

SommerSzene2021-CielLaroque@SommerSzene_Foto: Christa Linossi

Die Tänzer*innen bewegten sich nach „Electro-Music“ und versuchten eine Annäherung zwischen dem Publikum und ihnen. Teilweise war man als Besucher*in überfordert. Die Tänzer*innen kamen direkt auf einem zu und sprachen zu dir und wie reagierte man darauf? Man ist plötzlich überrascht und versucht die Frage zu beantworten. Somit näherten sich die Tänzer*innen sehr wohl dem Publikum, sie saßen auch teilweise unter dem Publikum, wo man nicht genau wusste, Performer oder Besucher?

Auf alle Fälle schafften die Performer*innen eine interaktive, partizipative Puzzlelandschaft, die sich im Laufe der Aufführung zu einem Chaos, einem energetischen Sog in ununterbrochener Bewegung voller körperlicher Intensität entwickelte.

SommerSzene2021-CielLaroque@SommerSzene_Foto: Christa Linossi

Interessant an dieser Performance ist, die Aussage der Körpersprache. Zeitgenössischer Tanz und Electro-Music ist sicherlich nicht jedermanns Sache, diese Aufführung jedoch war spannend, chaotisch und explosiv durch die Musik und ihren Bewegungen. Für diese Performance Art hätte es kein schöneres Ambiente wie die Skulpturenterrasse geben können.

Statement von Helene Weinzierl: „Ich denke, dass es Aufgabe der Kunst ist, Zusammenhänge sichtbar zu machen, Ursachen aufzuspüren und den Status quo darzustellen. Wobei ich es vorziehe, den Zuseher*innen zu zeigen, was aus meiner Sicht ist. Über das Warum? Und Was dann? Und die anderen Fragen, die sich dann hoffentlich aufdrängen, nachzudenken, überlasse ich den Zuseher*innen.“ 

NEUGESTALTETE PANORAMA-TOUR Festung Hohensalzburg

Wen die Salzburger Burgen und Schlösser Betriebsführung zur Pressekonferenz ruft, dann gibt es Neuigkeiten.

In der Corona-Zeit war es auf der Festung Hohensalzburg in ihrer 1.000-jährigen Geschichte so ruhig wie noch nie. Die Salzburger Burgen und Schlösser (SBSB) haben die Pause genützt und in den Türmen und Wehrgängen des Salzburger Wahrzeichens mit Hochdruck gearbeitet, um den beliebten Rundgang durch Salzmagazin, Reckturm und Wehrgänge neu zu gestalten.

Die Festung Hohensalzburg präsentiert nun die Panorama-Tour in neuem Licht.


Video von Salzburger Burgen und Schlösser

Zu den Highlights der Panorama-Tour zählt ein großes Salzmodell der Altstadt und eine ausgeklügelte Spieluhr, mit dem Besucher den Salzburger Stier zum Erklingen bringen können.

Die Panorama-Tour wurde von über eine Million Menschen besucht (in Nicht Corona-Jahren). Hier zog es die Besucher auch auf den Reckturm, der mit seiner Aussichtsplattform zu den Highlights des Wahrzeichens gehört. Nun wurde der Rundgang neu konzipiert und mit viel Liebe zum Detail modernisiert. Die Panorama-Tour führt vom Salzmagazin über das Verlies auf die Aussichtsplattform des Reckturms. Von dort folgen die Besucher dem Wehrgang bis zum berühmten Salzburger Stier.

Es ist ein abwechslungsreicher Streifzug durch die Geschichte Salzburgs. Bei der Umsetzung arbeitete das Team der SBSB mit der Kölner Szenografin Stephanie Fähnrich zusammen. Fähnrich hat sich darauf spezialisiert, historische Räume und Fakten auf Spannende und unterhaltsame Weise zu inszenieren. Es gibt neben dem prachtvollen Ausblick auf Salzburg auch kunstvolle Einblicke in die Stadt- und Festungsgeschichte, verborgene Legenden und einzigartige Schätze wie dem Salzburger Stier. Je nach Raum transformiert sich ein zentrales Element zu einer erzählerischen Landschaft.

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Ein Begleitheft ersetzt den Audioguide. Dies war eine bewusste Entscheidung, da sehr wenige Besucher den Audioguide benutzten, griff man zu einem Booklet in mehreren Sprachen für Erwachsene und Kinder. Auch das Wissen kommt nicht zu kurz, es wird spielerisch erlebbar gemacht. Es wurden liebevoll gestaltete mechanische Guckkästen, an denen Kinder spielerisch in die Geschichte des Bauwerks und die Salzburger Sagenwelt eintauchen können.

Spektakulärer Auftakt im Salzmagazin ist ein aufwändig gestaltetes 3D-Modell der Salzburger Altstadt. Beeindruckend ist nicht nur die Detailtreue, sondern auch die Entstehungsgeschichte der Modelllandschaft: Aus Satellitenbildern und Luftaufnahmen wurde ein digitales Modell erzeugt, das als Grundlage für die gefräste Landschaft diente. Für das kristalline Glitzern der Bauten sorgt eine dünne Salzschicht, die für staunende Gesichter sorgt und zugleich verdeutlicht, dass sich Salzburgs Reichtum über Jahrhunderte auf das Weiße Gold gründete.

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Ein weiteres Highlight der Tour erwartet die Besucher im Inneren des Reckturmes. Früher befand sich hier das Verließ der Festung, dass im Gegensatz zu den historischen Fakten lange Zeit als Folterkammer präsentiert wurde. Bei der Neugestaltung wurde es wieder zum Verließ umfunktioniert. Mit Metallkonstruktionen und künstlerischen Schatteneffekten wird die historische Bedeutung und der Schrecken früherer Tage visualisiert.

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Der Sehnsuchtsort so nennt die SBSB den höchsten Punkt des Turmes. Über eine Wendeltreppe (Drehwurm inbegriffen) erreicht man die Aussichtsplattform am Reckturm. Von hier oben hat man einen fantastischen Ausblick in die Bergwelt von Salzburg und Bayern. Es ist aber auch ein Ausblick auf die Salzburger Altstadt.

Ausblick von der Aussichtsplattform am Reckturm_in die Bergwelt Salzburgs / Foto: Christa Linossi
Ausblick von der Aussichtsplattform am Reckturm_auf die Stadt Salzburg / Foto: Christa Linossi

Der Salzburger Stier, der zur Spieluhr wird, ist das Finish in diesem Rundgang. Für Besucher ist es nun möglich, die verschiedenen Melodien der historischen Walzenorgel selbst zum Klingen zu bringen. Dafür sorgt eine ausgeklügelte Spieluhr, die mit einer mechanischen Kurbel in Gang gesetzt wird.

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Jedoch der echte „Salzburger Stier“ selbst, bleibt davon unberührt. Sein Gebrüll ertönt nach wie vor täglich um sieben Uhr morgens und sieben Uhr abends in der Altstadt.

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https://www.salzburg-burgen.at/de/

DIVERSITY UNITED der Countdown läuft!

Das künstlerische Gesicht Europas

MARZIA MIGLIORA
Fil de Sëida, 2016 Ein-Kanal-HD-Farbvideo mit Ton, 4 Min. 21 Sek.
Courtesy the artist und Lia Rum- ma Gallery, Mailand/Neapel
MARZIA MIGLIORA
Fil de Sëida, 2016 Ein-Kanal-HD-Farbvideo mit Ton, 4 Min. 21 Sek.
Courtesy the artist und Lia Rum- ma Gallery, Mailand/Neapel

Schön langsam kommt auch International die Kunstszene wieder auf Schiene.

Wie zum Beispiel DIVERSITY UNITED – zeitgenössische Kunst aus Europa wäre die Eröffnung ursprünglich für 4. Mai 2021 angekündigt gewesen. Unser berühmter COVID Virus machte einen Strich durch die Rechnung.

Der Countdown läuft, am 8. Juni 2021 wird die Ausstellung „DIVERSITY UNITED“ im Flughafen Tempelhof mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier eröffnet.

Die Ausstellung „DIVERSITY UNITED“ zeigt das künstlerische Gesicht Europas. 90 Künstler:innen, 34 Länder, 1 Kontinent im Dialog – „Diversity United“ ist ein künstlerisches Stimmungsbild der europäischen Gegenwart. Die Ausstellung versammelt Malerei, Skulptur, Video und New Media, Fotografie, Installation, Zeichnung und Objektkunst von rund 90 jungen und etablierten Künstler:innen aus 34 Ländern, die verschiedene Generationen, Geschlechter und Regionen abbilden. Sie stehen mit ihren Werken für die enorme Vielfalt und Vitalität der zeitgenössischen Kunstszene Europas, von Portugal bis Russland, von Norwegen bis in die Türkei.

MARZIA MIGLIORA
Fil de Sëida, 2016 Ein-Kanal-HD-Farbvideo mit Ton, 4 Min. 21 Sek.
Courtesy the artist und Lia Rum- ma Gallery, Mailand/Neapel
MARZIA MIGLIORA
Fil de Sëida, 2016 Ein-Kanal-HD-Farbvideo mit Ton, 4 Min. 21 Sek.
Courtesy the artist und Lia Rum- ma Gallery, Mailand/Neapel

Zu den Kuratoren gehört auch Walter Smerling (Sprecher des Kuratoriums/Vorsitzender Stiftung für Kunst und Kultur, Bonn). Warum erwähne ich dies? Walter Smerling hat in Salzburg die Salzburg Foundation ins Leben gerufen und über 10 Jahre jährlich international renommierte Künstler eingeladen. Statement seinerzeit von Walter Smerling: „Wir wollen nicht darauf warten, dass die Menschen zur Kunst kommen, sondern die Kunst zu den Menschen bringen. Das zwingt uns dazu, nachzudenken, Stellung zu beziehen, uns eine Meinung zu bilden. Natürlich gefällt das nicht jedem. Objektive Schönheit gibt es nicht. Schönheit findet in der individuellen Wahrnehmung statt und Kunst im öffentlichen Raum fordert uns in besonderem Maße dazu auf, Schönheitsbegriffe neu zu durchdenken, denn wir können vor ihr nicht die Augen verschließen.“ 

http://www.stiftungkunst.de/kultur/diversityunited/