CieLAROQUE/helene weinzierl

Rhythmus und Rausch

SommerSzene2021-CielLaroque@SommerSzene_Foto: BernhardMueller

SommerSzene2021-CielLaroque@SommerSzene_Foto: Christa Linossi

Die Sommerszene 2021 wurde am 8. Juni 2021 in Salzburg eröffnet und bietet heuer neben hochkarätigen Produktionen der zeitgenössischen Tanz- und Performance-Szene eine Reihe von spannenden interaktiven und virtuellen Projekten an.

Ich besuchte am 9.6.2021 auf der Skulpturenterrasse des Museums der Moderne Mönchsberg die Sommerszene 2021 Arts Festival mit der Aufführung CieLAROQUE. RHYTHMUS UND RAUSCH.  Als choreographischer Schauplatz wurde erstmalig die Skulpturenterrasse verwendet und hat somit das Ganze bereichert. Für die neue Inszenierung zeichnet sich die Salzburgerin Helene Weinzierl und ihr 11-köpfiges Ensemble CieLAROQUE. RHYTHMUS UND RAUSCH. Für die elektronische Musik ist Oliver Storz zuständig, der schon seit Jahren die Musik für die Company komponiert und sich dafür verantwortlich zeichnet. CieLAROQUE. RHYTHMUS UND RAUSCH ist ein Stück in mehreren Blöcken, welches in 3 Jahren entstanden ist.

SommerSzene2021-CielLaroque@SommerSzene_Foto: Christa Linossi

Worum geht es hier in dieser Tanzszene? Helene Weinzierl untersucht die Frage in Rhythmus und Rausch, inwieweit zwischenmenschliche Nähe beziehungsweise die Reproduktion körperlicher Distanz, in einem performativen Setting Intimität schafft oder ob sich dadurch der Abstand zwischen Darsteller*innen und Publikum vergrößert?Diese Frage drängte sich gerade in der Pandemie auf, welche Formen zwischenmenschlicher Nähe in unserer Gesellschaft überhaupt möglich ist.

SommerSzene2021-CielLaroque@SommerSzene_Foto: Christa Linossi

Die Tänzer*innen bewegten sich nach „Electro-Music“ und versuchten eine Annäherung zwischen dem Publikum und ihnen. Teilweise war man als Besucher*in überfordert. Die Tänzer*innen kamen direkt auf einem zu und sprachen zu dir und wie reagierte man darauf? Man ist plötzlich überrascht und versucht die Frage zu beantworten. Somit näherten sich die Tänzer*innen sehr wohl dem Publikum, sie saßen auch teilweise unter dem Publikum, wo man nicht genau wusste, Performer oder Besucher?

Auf alle Fälle schafften die Performer*innen eine interaktive, partizipative Puzzlelandschaft, die sich im Laufe der Aufführung zu einem Chaos, einem energetischen Sog in ununterbrochener Bewegung voller körperlicher Intensität entwickelte.

SommerSzene2021-CielLaroque@SommerSzene_Foto: Christa Linossi

Interessant an dieser Performance ist, die Aussage der Körpersprache. Zeitgenössischer Tanz und Electro-Music ist sicherlich nicht jedermanns Sache, diese Aufführung jedoch war spannend, chaotisch und explosiv durch die Musik und ihren Bewegungen. Für diese Performance Art hätte es kein schöneres Ambiente wie die Skulpturenterrasse geben können.

Statement von Helene Weinzierl: „Ich denke, dass es Aufgabe der Kunst ist, Zusammenhänge sichtbar zu machen, Ursachen aufzuspüren und den Status quo darzustellen. Wobei ich es vorziehe, den Zuseher*innen zu zeigen, was aus meiner Sicht ist. Über das Warum? Und Was dann? Und die anderen Fragen, die sich dann hoffentlich aufdrängen, nachzudenken, überlasse ich den Zuseher*innen.“