Burg Hohenwerfen – Geschichte über dem Salzachtal

Burg Hohenwerfen über dem Salzachtal – Foto: © Christa Linossi, 2026

Zum Saisonstart im April 2026 eröffnet die Burg Hohenwerfen zwei neue Ausstellungen im historischen Zeughaus: „BURGZEITEN“ und „DER AUFSTAND“. Ich war zur Vernissage eingeladen – ohne zu wissen, ob ich darüberschreiben würde. Nun, ich tue es.

Ankunft – ein Tag, der schon im Licht beginnt

Die Sonne stand strahlend über dem Salzachtal, als ich Richtung Werfen fuhr. Burg Hohenwerfen ist für mich kein unbekannter Ort – und doch beeindruckt mich ihr Anblick jedes Mal aufs Neue. Wenn man von Tenneck her kommt und die Burg sich vor der Kulisse der Eisriesenwelt erhebt, wirkt sie wie ein stiller Wächter über dem Tal.

Eigentlich wollte ich vom Parkplatz aus noch ins Dorf hinuntergehen, verfehlte jedoch den Weg und landete auf dem Pfad, der direkt zur Burg führt. Ein glücklicher Irrtum. Mit der Eisriesenwelt im Blick und dem leichten Anstieg unter den Füßen wurde der Weg selbst schon zum Auftakt.

Ein unerwarteter Führer

Oben angekommen, suchte ich nach dem Ort der Vernissage. Ein junger Mann, offensichtlich Mitarbeiter der Burg, kam mir entgegen. Er stellte sich als Burgführer vor – und als ich mich als Journalistin outete, bot er spontan an, mir einige Räume zu zeigen. Er hatte gerade keine Führung. Ich nahm dankbar an.

Seine kleine Privatführung war ein Geschenk:

  • die Bronzeglocke des Innsbrucker Meisters Hans Christoph Löffler, deren Transport einst fast ein Jahr dauerte – Inn abwärts, Salzach aufwärts, über den Pass Lueg nach Werfen
  • das Uhrwerk von 1720/25, ursprünglich eine Spindeluhr, später unter Erzherzog Eugen zur Pendeluhr umgebaut
  • eine Originaltür aus dem 16. Jahrhundert im Fürstenzimmer
  • das romanische Fresko des Werfener Ritters in der Burgkapelle
  • und Anekdoten über Filme, die hier gedreht wurden
Originaltür aus dem 16. Jahrhundert im Fürstenzimmer – Foto: © Christa Linossi, 2026
Romanisches Fresko des Werfener Ritters in der Burgkapelle – Foto: © Christa Linossi, 2026

Ich hatte bereits eine Fülle an Eindrücken gesammelt – noch bevor ich die Ausstellungen überhaupt betreten hatte.

AUSSTELLUNG 1: BURGZEITEN

Eine facettenreiche Reise durch fast ein Jahrtausend

Die Ausstellung führt durch die wechselvolle Geschichte der Burg – vom Hochmittelalter bis in die frühe Neuzeit. Ein „Rad der Zeit“ ermöglicht es den Besucher:innen, entlang eines Zeitstrahls durch die Epochen zu navigieren und überraschende Fundstücke zu entdecken.

Einige markante Stationen:

  • 1070 – Hochmittelalter Erzbischof Gebhard von Salzburg errichtet die erste Burg zur Sicherung des Salzachtals. Unter Konrad von Abenberg wird sie Verwaltungs- und Gerichtszentrum des Pongau.
  • 1525–1586 – Umgestaltung zur Festung Die Burg dient als Landesgefängnis. Politische Gefangene verbringen hier teils viele Jahre.
  • 1618–1648 – Dreißigjähriger Krieg Erzbischof Paris Lodron verstärkt Hohenwerfen und Hohensalzburg mit mächtigen Vorbauten.
  • 1898–1938 – Fürstenresidenz Erzherzog Eugen kauft die Burg und gestaltet sie zu einer prunkvollen Residenz um.
  • 1945–1987 – Gendarmerieschule Nach dem Krieg wird Hohenwerfen Ausbildungsstätte der Landesgendarmerie, bevor der Ausbau zur touristischen Attraktion beginnt.

Die Ausstellung macht die Geschichte nicht nur sichtbar, sondern erlebbar.

Aufruhr in den Alpen – Der Salzburger Bauernkrieg

Die Burg im Salzburger Bauernkrieg 1525/26

Die zweite Ausstellung im Obergeschoss widmet sich einem dramatischen Kapitel der Regionalgeschichte: dem Salzburger Bauernkrieg.

Ausstellungsansicht zum Bauernaufstand in Werfen – Foto: © Christa Linossi, 2026

Bauern aus dem Pongau und Bergknappen aus dem Gasteiner Tal erhoben sich gegen Fürsterzbischof Matthäus Lang. Die Burg fiel zeitweise in die Hände der Aufständischen; adelige Geiseln wurden hier bis zum „Friedensschluss“ im Sommer 1525 festgehalten. Das Erzstift Salzburg geriet an den Rand seiner politischen Existenz.

Darstellung einer Figur im Kontext des Bauernaufstands – Foto: © Christa Linossi, 2026

Eine multimediale Installation lässt die Aufständischen selbst zu Wort kommen und ergänzt die überlieferte Siegergeschichte um neue Perspektiven. Die Ausstellung lädt ein, über Menschenrechte, Machtverhältnisse und Demokratiebewegungen nachzudenken – Themen, die bis heute relevant sind.

BURG HOHENWERFEN – Ein Erlebnisraum

Die Erlebnisburg Hohenwerfen thront hoch über dem Salzachtal und zählt zu den eindrucksvollsten historischen Anlagen Salzburgs. Neben den Ausstellungen lohnt sich ein Besuch des Landesfalkenhofs (seit 1994), wo Greifvögel ihre Kreise ziehen und Besucher:innen ihnen ganz nah kommen können.

Und dann dieser Ausblick: Die umliegenden Berge, das Tal, die Weite – ein Genuss für große und kleine Gäste.

Weitere Informationen: http://www.erlebnisburg-hohenwerfen.at

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