WAS GIBT ES NEUES…

im MUSEUM DER MODERNE SALZBURG

Museum der Moderne Salzburg Mönchsberg, Frontansicht / Foto: Marc Haader

2021 im Februar wird auch das Museum der Moderne Salzburg wieder seine Pforten öffnen. Es werden auch wieder interessante Ausstellungen präsentiert. Vorgestellt wurde das Jahresprogramm bei der Pressekonferenz Ende Jänner 2021.

Thorsten Sadwosky Direktor des Museums / Foto: Land Salzburg / Neumayr-Leopold

Zwei Highlights, die ich für Interessant empfinde, stelle hier schon vorab einmal kurz vor:

Für den Sommer 2020 wäre die Ausstellung „End of Empire“ des britischen Künstlers Yinka Shonibare schon geplant gewesen. Corona hat es nicht zugelassen und so findet, so können wir nur hoffen, die Ausstellung dieses Jahr statt. Shonibare ist einer der bedeutendsten zeitgenössischen Künstler Großbritanniens und eine zentrale Stimme der postkolonialen Diskussion.

Yinka Shonibare wurde am 9. August 1962 in London geboren und ist ein britisch-nigerianischer Künstler. Bekannt wurde er vor allem durch die Arbeit mit Dutch Way bedruckten, farbenprächtigen Baumwollstoffen. (Dutch Wax sind in den Niederlanden bedruckte Baumwollstoffe, die beidseitig farbenprächtig gemustert sind und in vielen Teilen Westafrika und anderen Teilen des afrikanischen Kontinents sind die gemusterten Stoffe ein unverwechselbarer Bestandteil der afrikanischen Kultur und Identität geworden). Shonibare setzt somit für seine Künstlerischen Arbeiten Dutch Wax als Material ein. Seine Analyse des viktorianischen Lebensstils ist von ironischen Brechungen und politisch aufgeladenen Selbstinszenierungen gekennzeichnet. Er beschäftigt sich intensiv mit kulturellen Identitäten, den kolonialen Verstrickungen des britischen Empire mit dem „Rest der Welt“ und der Frage nach dem „Bild des Anderen“. Die retrospektive Ausstellung wird rund 60 Arbeiten der letzten 30 Jahre zeigen. Ausstellungsbeginn voraussichtlich: 22. Mai bis 12. September 2021

„TELL ME WHAT YOU SEE“ Skrein Photo Collection

Wer ist Christian Skrein? Er wurde 1945 in Wien geboren. Michelangelo Antonionis Film BLOW UP kam in den 1966 Jahren ins Kino und mit ihm der Mythos des Starfotografen, des Shooting-Stars nach dem Vorbild des Chronisten des Swinging London der 60er Jahre, David Bailey und des kamerabewerten Jet-Playboys Gunther Sachs. In jeder größeren Stadt des Westens gab es einen Szenestar des Lichts und in Wien war es Christian Skrein, der im FORMAT vom 22.02.2008 behauptete, das jüngste Mitglied der Wiener Gruppe gewesen zu sein. Er begann in den 1960er Jahren als Bildreporter und fotografierte für die Zeitschrift Vogue und hatte so Zugang zu heute international renommierten Künstlern, lichtete die Rolling Stones in der Wiener Stadthalle, die Beatles in Obertauern und Sean Bond Connery irgendwo in Österreich ab. Für Skrein setzte sich virtual GI Commander und Pritzker Preisträger Hans Hollein einen US-Stahlhelm auf und zog sich eine Airforce Lederjacke an. Den Uebermalungsartisten Arnulf Rainer fotografierte er in Walter Pichlers Galaxy 1 Stuhl. Skrein selbst zeigte sich im Chicago Style der frühen 30er Jahre oder oft auch hüllenlos. Skrein war ein Fotoprofi und kein Aufreisser, der die Kamera nur zum Anbandeln vorgeschoben hat.

Die Sammlung Skrein nimmt eine Vorreiterrolle bei der Rezeption von Amateurfotografie ein, umfasst aber zugleich hochkarätige künstlerische und dokumentarische Aufnahmen. Themen wie die Reportage Fotografie, begründet auch in Christian Skreins eigener fotografischer Praxis, kennzeichnen den Blick des Sammlers ebenso wie ein Faible für Kuriosa. Diesem Materialschatz nähern sich Ausstellung und Publikation auf erzählerische Weise, denn nur so machen die heterogenen Bilder, die alle einen hohen Qualitätsanspruch haben, die Herangehensweise des Sammlers nachvollziehbar. Geordnet werden die Bilder mit assoziativen Begriffen. Ausstellungsbeginn voraussichtlich: 12. Juni bis 17. Oktober 2021

Des Weiteren werden dann noch folgende Künstler*innen im Museum der Moderne und Rupertinum präsentiert:

„Teasing Chaos“ David Tudor / Mönchsberg 3. Juli 2021 – 9. Jänner 2022 David Tudor (1926 Philadelphia, PA, US – 1996 Tomkins Cove, NY, US) war in den 1950er-Jahren einer der führenden Pianisten und Interpreten zeitgenössischer Musik.

„The Disappointed Tourist“ Ellen Harvey / Mönchsberg 2. Oktober 2021 – 13. Februar 2022 Ellen Harvey (1967 Farnborough, GB) erforscht im Medium der Malerei u. a. das Phänomen der ästhetischen Nostalgie (warum ist das Vergangene das Schöne?), das unsere Wahrnehmung von und unseren Umgang mit Natur und Landschaft beeinflusst.

„Deep Time“ Marion Kalter / Rupertinum 23. Oktober 2021 – 27. Februar 2022 Wenn Marion Kalter (1951 Salzburg, AT) von Fotografie spricht, dann spricht sie eigentlich von Menschen.

„Das grafische Werk“ Heimo Zobernig/ Rupertinum 23. Oktober 2021 – 27. Februar 2022 Generali Foundation Studienzentrum Presented by Künstlerbücher, Kataloggestaltung und Grafikdesign sind ein zentraler Teil der künstlerischen Praxis von Heimo Zobernig (1958 Mauthen, AT).

„Gordon Matta-Clark“ 6. November 2021 – 27. März 2022 / Mönchsberg Presented by In Kooperation mit CCA – Canadian Centre for Architecture, Montréal Gordon Matta-Clark (1943 – 1978, New York, NY, US) zählt mit seinem radikalen gesellschaftskritischen und innovativen Werk zu den wichtigsten Künstlerpersönlichkeiten des 20. Jahrhunderts.

Kunst im Lift MönchsbergAufzug

Peter Land, The Staircase (1998)  bis 1. Februar 2021

Carola Dertnig, Strangers (2003) 2. Februar – 3. Mai 2021

Ferhat Özgür, The Will or The Ten Commandments (2009) 4. Mai – 2. August 2021

Robert F. Hammerstiel, I want you to want me I (2006) 3. August – 2. November 2021

Kurt Kren, 31/75 Asyl (1975) 3. November 2021 – 31. Jänner 2022

https://www.museumdermoderne.at/

ALBERTINA Museum Wien 2021

Die Hoffnung stirbt zuletzt!

2020 ist unerwartet anders verlaufen und so blickt man mit Zuversicht auf die ALBERTINA Ausstellungen für das Jahr 2021. Generaldirektor Klaus Albrecht Schröder hat mit einem Kurator*innen Team ein vielseitiges Programm für die ALBERTINA und die ALBERTINA MODERN vorbereitet.

Folgende Ausstellungen, die demnächst aktuell stattfinden – wenn Museen und Galerien ihre Pforten wieder öffnen dürfen – finde ich spannend und interessant.  

FACES DIE MACHT DES GESICHTS Ausstellungsbeginn 12. Februar bis 24. Mai 2021

Worum geht es bei dieser Ausstellung? Es werden Porträts aus der deutschen Zwischenkriegszeit präsentiert. Ausgangspunkt ist Helmar Lerskis, der mit seiner herausragenden Fotoserie Verwandlungen durch Licht (1935/36) das Porträt in den Vordergrund rückt.

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Helmar Lerski Verwandlungen durch Licht, 604, 1935–1936/ Silbergelatinepapier /
ALBERTINA, Wien © Nachlass Helmar Lerski – Museum Folkwang, Essen

Auszug aus dem Pressetext: „In den 1920er- und 30er-Jahren erneuern Fotografinnen und Fotografen radikal das Verständnis des klassischen Porträts: Ihre Aufnahmen dienen nicht mehr der Darstellung der Persönlichkeit eines Menschen, sondern fassen das Gesicht als nach ihren Vorstellungen inszenierbares Material auf. Über das fotografierte Gesicht werden sowohl ästhetische Überlegungen der Avantgarde als auch gesellschaftliche Entwicklungen der Zwischenkriegszeit dargestellt. Experimente mit neuer Formensprache, das Verhältnis zwischen Individuum und Typ, feministische Rollenspiele und politische Ideologien treffen aufeinander und erweitern damit das Verständnis der Porträtfotografie“.

august_sander_handlanger_1928_c_die_photographische_sammlungsk_stiftung_kultur_-_august_sander_archiv-_koeln_bildrecht-_wie / August Sander Handlanger, 1928
Silbergelatinepapier © Die Photographische Sammlung/SK Stiftung Kultur – August Sander Archiv, Köln; BILDRECHT, Wien, 2020

Die künstlerische Porträtfotografie ist auch ein fotografisches Herausarbeiten des charakteristischen Wesens einer Person. Die Porträtfotografie ist mit unter auch die Fortsetzung der Porträtmalerei, mit technischen Mitteln. Betrachtet man die Bilder genau, kann man genau herausfiltern, was ist der Ausdruck des Gesichtes? Traurig- oder Fröhlichkeit, Hass oder Zorn oder Nachdenken? Wie kann ein Gesichtsausdruck auf den Betrachter wirken? Viele Fragen und auch Antworten!?

XENIA HAUSNER. TRUE LIES Ausstellungsbeginn 30.April bis 25.Juli 2021

Xenia Hausner stammt aus einer Künstlerfamilie. Sie ist die Tochter des österreichischen Malers Rudolf Hausner. Rudolf Hausner ist Mitbegründer der „Wiener Schule des Phantastischen Realismus“ und gehört zu den herausragenden österreichischen Künstlerpersönlichkeiten des 20. Jahrhunderts. Bekannt wurde er 1957 mit dem entstandenen ADAM-BILD, welches er immer wieder variierte. Xenia Hausners Arbeiten haben ebenfalls eine ausdrucksstarke Kraft und es ist durchaus möglich, dass sie ihrem Vater viel über die Schulter geschaut hat.

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Xenia Hausner Adler und Engel, 2005 Courtesy Xenia Hausner © Bildrecht, Wien, 2020

Auszug aus dem Pressetext: „Die Figuren lösen sich von der ursprünglichen Person und nehmen eine eigene Rolle in Hausners Geschichten ein, die sich einer eindeutigen Lesart entziehen. In Fragment haften Montagen konfrontiert uns die Künstlerin mit den Widersprüchen, die in uns angelegt sind, mit Facetten, die wir nicht nach außen kehren. Gerade die Fiktion ermöglicht ihr, mit geschärftem Blick dem wahren Kern nachzuspüren und in ihren Bildern offenzulegen. Während die Kunstgeschichte vom männlichen Blick geprägt ist, verfolgt Xenia Hausner ihre Spurensuche in einer rätselhaften Gegenwelt – sämtliche Themen werden anhand von Frauen erkundet, die alle Rollen einnehmen können und so den männlichen Part meist mitverkörpern“.

Gezeigt werden ihre ersten frühen Arbeiten aus den 1990er-Jahren bis zu Xenia Hausners jüngsten bewegenden Exiles-Serie. Man darf gespannt sein.

xenia_hausner_kopfschuss_c_bildrecht / Xenia Hausner Kopfschuss, 2002-2004
Acryl auf Hartfaser © Bildrecht, Wien, 2020

AMERICAN PHOTOGRAPHY Ausstellungsbeginn 16. Juni bis 29. August 2021

Klingt auch vielversprechend. Es handelt sich um Aufnahmen der amerikanischen Weite, der Alltagskultur, sozialer Landschaften und urbaner Metropolen.

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Stephen Shore West 9th Avenue, Amarillo, Texas, October 2, 1974 Silberfarbstoffbleichverfahren
ALBERTINA, Wien © Stephen Shore

Auszug aus dem Pressetext: „Überhöhte, idealisierte Abbildungen der Landschaft werden von bis dahin als nicht darstellungswürdig erachteten, alltäglichen Motiven abgelöst. Auf Roadtrips entstandene Serien setzen sich kritisch mit der amerikanischen Gesellschaft auseinander. Fotografinnen und Fotografen nutzen vorwiegend eine spontane, schnappschussartige Bildsprache, um die Dynamik der Großstadt einzufangen. Im Gegensatz dazu dienen aufwändig inszenierte, filmische Tableaus der Verhandlung von fotografischer Wirklichkeit und Illusion sowie gesellschaftlichen Entwicklungen“.

MUNCH UND DIE FOLGEN Ausstellungsbeginn 18. Februar bis 19. Juni 2022

Wer kennt Edvard Munch nicht? Edvard Munch in Norwegen geboren, entstammte einem Geschlecht von evangelischen Pfarrern und Lehrern und hatte eine ziemlich armselige Jugend. Sein Vater war Arzt in Oslo, seine Mutter starb, als er 5 Jahre alt war. Er leidet auch unter der streng christlichen Gesinnung seines Vaters, hatte Angstattacken und einer Borderline-Persönlichkeitsstörung. Seine armselige Jugend, die Krankheiten, unter die er litt, verarbeitete er auch in vielen seiner Werke, die authentisch und zu seiner Aussage passen: „Man kann nicht ewig Frauen malen, die stricken, und Männer, die lesen: ich will Menschen malen, die atmen, fühlen, lieben und leiden.“

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Edvard Munch Madonna, 1895/1902 Farblithographie mit Lithokreide, -tusche und Nadel in Schwarz, Oliv, Blau und Rot / Japanpapier ALBERTINA, Wien © ALBERTINA, Wien


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Edvard Munch Selbstporträt (mit Knochenarm), 1895 Selbstporträt (mit Knochenarm), 1895 Lithographie mit Lithokreide, -tusche und Nadel in Schwarz ALBERTINA, Wien © ALBERTINA, Wien

Sein berühmtestes Werk „Der Schrei“. „Der Schrei“ zeigt eine menschliche Figur unter einem roten Himmel, die ihre Hände gegen den Kopf presst, während sie Mund und Augen angstvoll aufreißt.

Auszug aus dem Pressetext: „Die ALBERTINA widmet Edvard Munch und von ihm inspirierten KünstlerInnen im Frühjahr 2022 ihre Hauptausstellung. Munch und die Folgen präsentiert ca. 60 Meisterwerke Edvard Munchs (1863–1944) gemeinsam mit Größen des 20. Jahrhunderts wie Andy Warhol oder Georg Baselitz und wichtigen zeitgenössische KünstlerInnen wie Marlene Dumas, Peter Doig, Miriam Cahn und Tracey Emin. Edvard Munchs zutiefst pessimistische und melancholische Weltanschauung – der Mensch ist letztendlich völlig allein – definiert die Wahrnehmung seiner Arbeit bis heute. Ebenso einflussreich sind seine Experimente mit Drucktechniken und Farbe, die nicht nur die Geschichte der Malerei geprägt haben, sondern auch weiterhin in zeitgenössischen künstlerischen Praktiken zu finden sind – genau wie seine ikonischen Werke wie der Schrei und die Madonna. Munch und die Folgen konzentriert sich in erster Linie auf Munchs späteres Werk und seine Relevanz“.

Blicken wir positiv in die Zukunft und freuen uns auf den Besuch in der ALBERTINA 2021 https://www.albertina.at/

ARIK BRAUER… „Sie ham a Haus baut”

Arik Brauer, ein begnadeter Universalkünstler hat sich in die zweite Ewigkeit im 92. Lebensjahr abgesetzt, wo man nicht mehr existiert. Seine letzte Aussage: „Es gibt eine Zeit, da lebt man, und es gibt zwei Ewigkeiten, da existiert man nicht“.

Arik Brauer, In Würde, 2008, Öl auf Hartfaserplatte, © Arik Brauer, Wien/Sebastian Gansrigler

1929 wurde Arik Brauer in Wien geboren. Er war Sohn der Wienerin Hermine Sekirnjac und des Litauers Simon Brauer, der 1907 aus Vilna nach Wien geflüchtet ist. Die Herrschaft der Nationalsozialisten beendete seine unbeschwerte Kindheit in Wien der 1930er Jahre. Brauers Vater starb in einem Konzentrationslager, er selbst überlebte in einem Versteck.

1945–1951 Studium an der Akademie der bildenden Künste in Wien, v. a. bei Albert Paris Gütersloh. Es entsteht die Wiener Schule des Phantastischen Realismus; gemeinsam mit Ernst Fuchs, Rudolf Hausner, Wolfgang Hutter und Anton Lehmden widmete er sich dem Phantastischen Realismus. Er nahm auch Gesangsstudium an der Musikschule der Stadt Wien und war an der Geburt des Austropops maßgeblich beteiligt.

Mir persönlich ist Arik Brauer in meiner Jugend in den 70iger Jahren als großartiger Songwriter und Sänger in Erinnerung geblieben. Zu diesem Zeitpunkt punktete er mehr mit seinen Songs als mit seinen Werken. Der Song „Sein Köpferl im Sand“  https://youtu.be/hDeFYKmgePQ war der Hit des Jahres und gleichzeitig aber auch ein beinhartes Protestlied, welches sich nicht gegen eine bestimmte Gruppe richtete, sondern gegen Jedermann der sich betroffen fühlte. Dieser Text hat auch heute noch seine Gültigkeit. Ebenso auch der Song „Sie hab’n a Haus baut“. https://youtu.be/w3GFm7u1lCI

Das Salzburg Museum widmete dem Künstler Arik Brauer im März 2019 noch eine Sonderausstellung zum Thema „Arik Brauer-Frauenschicksale – Werke von 1946 – 2018.

Letztes Zitat von Arik Brauer: „In der Malerei ist der Mensch, wie ja auch bei der Handschrift, nicht im Stande, den Leuten etwas vorzumachen. […] Deshalb ist Malerei die Stunde der Wahrheit“.

https://linossiartstory.wordpress.com/2019/03/07/arik-brauer-frauenschicksale-werke-1946-2018-sonderausstellung-im-salzburg-museum/

FLORENTINA PAKOSTA

im Museum der Moderne Salzburg

Physiognomie der Macht. Harun Farocki & Florentina Pakosta Ausstellungsansicht © Museum der Moderne Salzburg Foto: Rainer Iglar

Florentina Pakosta wird im Zusammenhang mit Harun Farocki als Doppelausstellung unter dem Titel PHYSIOGNOMIE DER MACHT gezeigt. Die Physiognomie der Macht widmet sich in einer umfassenden Gegenüberstellung dem Werk des deutschen Filmemachers Harun Farocki (1944 Nový Jicín, CZ- 2014 Berlin, DE) und der österreichischen Grafikerin und Malerin Florentina Pakosta (1933 Wien, AT).

Ich will jetzt hier aber keine Gegenüberstellung erläutern oder präsentieren, mich faszinierte einfach die Grafikerin Pakosta. Vielleicht auch deshalb, weil ich mich selbst mit Grafik beschäftige.

Die Arbeiten von Florentina Pakosta geben einen 50 Jahre überspannenden Einblick in ihr Werk. Ihre frühen Zeichnungen setzen sich auch mit den feministischen Themen über Physiognomie Studien und Charakterköpfen auseinander. Es sind die monumentalen und zugleich subversiven Portraits ihrer mächtigen männlichen Zeitgenossen aus Kunst, Politik und Wirtschaft.

Florentina Pakosta war in jungen Jahren damit konfrontiert, dass Frauen in der Kunstwelt, der Wirtschaft und Politik nur Nebenrollen spielten. (Vereinzelt spielen auch heute noch Frauen in der Kunstwelt Nebenrollen) Sie betrieb intensive zeichnerische Porträtstudien, in denen sie nicht nur ihre eigene Existenz, sondern auch das männliche Antlitz der Macht analysierte, dass sich ihr entgegenstellte. In präzisen aufgebauten, teils realistisch wirkenden Zeichnungen, gänzlich reduziert auf Schwarz und Weiß, porträtierte und karikierte sie den zur Maske geronnenen Gesichtsausdruck mächtiger Männer.

Florentina Pakosta „Herrscher“ 1978 Polychromos-Kreide auf Papier © Museum der Moderne Salzburg Foto: Christa Linossi

Die Arbeit von 1978 Titel „Herrscher“ sagt mehr aus als 1000 Worte. Warum? Betrachten wir die Augen und die Partie rund um den Mund. Zeigt es nicht einen zynischen Blick und ist es nicht eine gewisse Haltung mit beißendem Spott?   

Florentina Pakosta „Fleischwolfmund“ 1979 Schablonentechnik (Kreide mit Aquarellfarbe auf Papier gespritzt © Museum der Moderne Salzburg Foto: Christa Linossi

Diese Arbeit trägt den Titel „Fleischwolfmund“ und stammt ebenfalls aus dem Jahr 1979. Der düstere Blick und wahrscheinlich auf eine bestimmte Person gerichtet. Der Mund wurde als Fleischwolf dargestellt. Geht es hier um Informationen, die nicht weitergegeben werden sollten und doch irgendwie an die Öffentlichkeit kamen? In zerlegter Form? Eben durch einen Fleischwolf getrieben?

Florentina Pakosta „Lachende Zuschauer“ 1979 Bleistift auf Papier gespritzt © Landesmuseum Nierderösterreich / Foto: Christa Linossi

„Zuschauer lachend“ , betrachtet man das Bild, dann kommt der Gedanke auf, es sind nur Männer und worüber lachen sie so hämisch? Könnte vielleicht eine Frau hier der Grund sein?

Florentina Pakosta Bilder werfen auch viele Fragen auf. Eben Physiognomie, die in bestimmter Weise geprägte, geschnittene Gesichter. Trotz allem sind es exzellente Arbeiten, die einen gewissen schnellen Strich in ihrer Grafik hervorheben und ausdrucksstark sind.

Florentina Pakosta „1981/1 Zusammenbruch der Ostblockstaaten“ 1989, Öl auf Leinwand © Suppan Fine Arts Vienna/ Foto: Christa Linossi

Abstrakte Malerei 1989 der „Zusammenbruch der Ostblockstaaten 1989“ 1981/1 ist ein Trikolor-Bild aus drei Farben, in kraftvollen Bewegungslinien übertragen sie das konstruktive Element ihrer Zeichnungen in die abstrakte Malerei. Eine konträre Arbeit zu ihren Zeichnungen, die auf direkte Weise ansprechen, assoziieren ihre Malereien in der Bildsprache der Abstraktion: das Gewaltsame und Zerbrechliche, aber auch Dynamische und Veränderliche.

Physiognomie der Macht. Florentina Pakosta Ausstellungsansicht © Museum der Moderne Salzburg Foto: Rainer Iglar

Aufgrund der Corona Situation sind die Museen geschlossen, soweit es wieder eine Öffnung der Museen gibt, können Sie die Ausstellung noch bis April 2021 besichtigen.

https://www.museumdermoderne.at/de/ausstellungen-veranstaltungen/detail/physiognomie-der-macht-harun-farocki-florentina-pakosta/

Eine weitere Ausstellung zu Florentina Pakosta läuft auch in der Galerie Weihergut in Salzburg bis 21. Februar 2021 https://www.weihergut.at/de/kuenstler/florentina-pakosta

LAYLA im Reich des Schneekönigs

von Reinhold Messner

Cover Bergwelten_Layla im Reich des Schneekönigs

Worum geht es in diesem Buch?

Es geht hier um eine magische Geschichte für Kinder. Layla die Tochter eines Bergsteigers. (vielleicht ist das Buch auch für seine eigene Tochter entstanden?) Das Mädchen wurden von ihrem Papa Layla genannt, der Name bedeutet „auf dem Berggipfel“. Laylas Papa war häufig auf Reisen und lebte oft monatelang im Reich des Schneekönigs. Layla wurde neugierig, wenn ihr Papa vom Reich des Schneekönigs erzählte und wollte auch unbedingt das Reich des Schneekönigs kennenlernen. Die Abenteuerreise für Layla begann und sie flog mit ihrem Papa ins Reich des Schneekönigs. Layla erlebte viel Neues fernab der Heimat und lernte auch wie man in den Bergen des Schneekönigs lebt.   

Auszug aus dem Buch Layla im Reich des Schneekönigs/ Illustrationen von Davide Panizza / Foto: Christa Linossi
Auszug aus dem Buch Layla im Reich des Schneekönigs/ Illustrationen von Davide Panizza / Foto: Christa Linossi

Dieses Buch ist es wert zu lesen?

Es ist ein wunderschönes Bilderbuch und von Reinhard Messern mit einer einfachen und klaren, für Kinder leicht verständlichen Sprache geschrieben. Er beschreibt Laylas abenteuerliche Reise ins Hochgebirge, die Suche nach der Schönheit und die Entdeckung der Stille und der Einsamkeit und erklärt mit klarer Sprache den Zauber der Berge. Das Buch wurde von Davide Panizza stimmungsvoll illustriert. Ein Buch, für Kinder ab 5 Jahren.

Dieses Buch sollte in keinem Kinderzimmer fehlen.

DER AUTOR

Reinhold Messner

Reinhold Messner, geboren 1944 in Brixen (Südtirol) ist der berühmteste Bergsteiger und Abenteurer unserer Zeit. Er bestieg als erster Mensch alle vierzehn Achttausender und durchquerte zusammen mit Arved Fuchs die Antarktis zu Fuß. Er gründete auch die Stiftung MMF, die das Leben der Bergvölker sichern soll. Er widmet sich nun auch dem Bergfilm als Autor, Regisseur und Produzent. https://www.reinhold-messner.de/

Das Buch ist in jedem gut sortierten Buchhandel erhältlich oder über https://www.bergweltenbuch.com/

DURCHBRUCH…..

Zitat von Albert Einstein: „Wir leben in einer Welt, wo Ehrlichkeit als Schwäche zählt und die Lügner auf Händen getragen werden“

FREITESTEN – REINTESTEN – IMPFUNG – AM ENDE VERZWEIFELT! / aktuelle Arbeit 2021 ©
Christa Linossi
Future? / aktuelle Arbeit 2021 © Christa Linossi

Einfach zum Nachdenken….

Prophezeihung der Cree-Indianer

Erst wenn der letzte Baum gefällt, der letzte Fluß vergiftet und der letzte Fisch gefangen ist, werdet ihr merken, dass man Geld nicht essen kann.

Arbeit zum Thema Klima und Umwelt / Aktuelle Arbeit © Christa Linossi

AUSGEBREMST…….

aktuelle Arbeit „Ausgebremst..“ zum Thema „MACHT“ © Christa Linossi 2021

…wer nicht freiwillig mitmacht, wird ausgesperrt!

Als Künstlerin – der Kunst- und Kulturbetrieb wurde bis auf weiteres heruntergeschraubt – will ich mit meiner künstlerischen Arbeit*, darauf hinweisen, dass es sich schon längst nicht nur mehr um die Pandemie des Virus COVID 19 handelt, sondern es ist der Tag der Populisten, die auf ein einzelnes Ziel abzielen, nämlich das Ziel der MACHT.

Massiver Eingriff in Grund- und Freiheitsrechte, jeglicher Kompromiss wird abgelehnt, Wissenschaftler kritisieren immer wieder die Corona-Politik, werden aber nicht wirklich ernst genommen.

* meine aktuelle Arbeit – zeigt ein Gesicht und deutet auf eine Spaltung in der Gesellschaft hin

SPURENSUCHE…..Cerca indizi

Spurensuche _ Cerca indizi © Christa Linossi 2020

Begeben wir uns nicht ständig auf Spurensuche oder auf Suche nach Hinweisen? Egal in welche Richtung die Spur führt. 2020 war ein spezielles Jahr der Spurensuche, es war die Spurensuche des unbekannten Virus CORONA. Auch die Zukunft wird wieder Spuren hinterlassen und wir begeben uns erneut auf die Suche.

2020 geht in die Geschichte ein und das Jahr neigt sich dem Ende zu……..aber wir blicken positiv in die Zukunft!

wünsche ich allen Leser und Leserinnen