Über.morgen Salzburg

Projekt des Kollektivs theaternyx* im Zusammenhang Sommerszene Salzburg Performing Arts Festival

SommerSzene2021-theaternyx@SommerSzene_BernhardMueller_
SommerSzene2021-theaternyx@SommerSzene_BernhardMueller_

„wir können nie genau wissen, was als nächstes passieren wird. Das liegt an uns. Die Zukunft ist nie ganz festgelegt, es gibt immer einen Spielraum, den kannst du gestalten“. (Claudia Seigmann theaternyx*)

SommerSzene2021-theaternyx@ Christa Linossi

Claudia Seigmann ist künstlerische Leiterin von theaternyx* und produziert seit knapp zwanzig Jahren zeitgenössisches Theater in Wien, Linz und Salzburg. Sie arbeitet multi-disziplinär im Schnittfeld von Theater, Performance und sozialer Praxis. Schauplatz für ihre Arbeiten sind primär der Stadtraum. So auch das Projekt für die Sommerszene Salzburg.

SommerSzene2021-theaternyx@ Foto: Christa Linossi

Als Stadtspiel nennt man die Performance „über. morgen Salzburg“, welches extra für Salzburg konzeptioniert wurde. Hier begegnen die Besucher*innen auf einem Audio Walk einem utopischen Salzburg im Jahr 2050 samt deren Einwohner*innen. Via Kopfhörer von einer Erzählstimme geleitet, hören und sehen sie den urbanen Raum, wie sie ihn noch nicht erlebt haben. Man muss sich auf Fälle öffnen für den Soundtrack der zukünftigen Stadt und sie befinden sich tatsächlich im Jahr 2050, es gibt Rückblicke wie war es vor 30 Jahren und wie es jetzt im Jahr 2050. Vieles wird sich ändern, wir werden eine andere Mobilität haben, die Städte werden grüner werden, die Gesellschaft an sich wird sich ändern. Ein Stadtspiel das auch zum Nachdenken anregt. Die „Zeitzeug*innen der Zukunft“ greifen entlang der Strecke – sie führt über vereinzelte Stadtteile, incl. einer Busfahrt – ortsspezifisch verankerte Themen auf, wie zum Beispiel: die Post-Arbeitsgesellschaft, ihre sozial-ökologische Absicherung, das bedingungslose Grundeinkommen, das zukünftige städtische Mobilitätsnetzwerk, Möglichkeiten lokaler demokratischer Teilhabe usw.

SommerSzene2021-theaternyx@ Foto: Christa Linossi

Interessant bei diesem Walk-city game war zu beobachten, wie verhalten sich die Menschen, die nicht an dem Walk-city game teilnahmen? Sehr interessant, vielen Personen konnten damit nichts anfangen, sie dachten eher an eine Reisegruppe (zurzeit sehr ungewöhnlich aufgrund der Pandemie) die durch die Stadt marschiert. Bei manchen rief es ein Schmunzeln hervor, als die Gruppe am Straßenrand aufgefädelt stand oder vor einer großen Auslagenscheibe ebenfalls in einer Reihe. Rätsel über Rätsel, aber es wagte keine Person sich zu fragen, was hier vorging.

SommerSzene2021-theaternyx@ Foto: Christa Linossi

„Um die Zukunft zu denken, brauchen wir Bilder, wie sie gelingen könnte. Der Audio Walk ist dafür ein Utopie Training.“ Theaternyx* und wird auch weiterentwickelt werden und in anderen Städten präsentiert, so Claudia Seigmann.

SommerSzene2021-theaternyx@ Foto: Christa Linossi

Ich empfehle, lassen Sie sich auf dieses Stadtspiel ein. Es besteht noch die Möglichkeit zu folgenden Terminen: 22., 23. & 24. Juni 2021

https://www.szene-salzburg.net/programm/theaternyx/210622-1800

JANET CARDIFF – The Forty Part Motet

SommerSzene2021-JanetCardiff@SommerSzene_BernhardMueller

Die Sommerszene Salzburg ist in Bewegung und mit einem weiteren interessanten Projekt, nämlich mit der Installation „The Forty Part Motet“ in der Kollegienkirche – einer der schönsten Kirchen in Salzburg – kann die Szene damit punkten.

SommerSzene2021-JanetCardiff@SommerSzene_BernhardMueller

Die kanadische Künstlerin Janet Cardiff hat mit ihrem international gefeierten Projekt „The Forty Part Motet“ eine poetische Klanginstallation geschaffen.

Die Sommerszene präsentiert dieses Hörerlebnis im sakralen Raum der Kollegienkirche. Die Grundlage der Installation bildet ein vierzigstimmiges Chorstück, das aus vierzig Lautsprechern, die kreisförmig angeordnet sind, abgespielt wird.

Janet Cardiff hat die Stimmen der Motette Spem in Alium des englischen Renaissance-Komponisten Thomas Tallis einzeln aufgenommen und die Lautsprecher in der Kirche wurden so im Raum platziert, dass die Besucher*innen sich zwischen den einzelnen Stimmen bewegen können oder man sich auch in der Mitte der Lautsprecher setzen und so den Chorgesang als gesamtes Wahrnehmen.

SommerSzene2021-JanetCardiff@SommerSzene_BernhardMueller

Die Kollegienkirche ist ein absoluter Klangraum und somit entsteht für das Publikum wieder ein virtueller archektonischer Klangraum, der die Besucher*innen emotional überwältigt und sich gehen lässt.

Lassen Sie sich dieses Erlebnis nicht entgehen.

Der Eintritt ist frei und kann bis zum 25. Juni 2021 von 10:00 – 19:00 besucht werden.

https://www.szene-salzburg.net/programm

CieLAROQUE/helene weinzierl

Rhythmus und Rausch

SommerSzene2021-CielLaroque@SommerSzene_Foto: BernhardMueller

SommerSzene2021-CielLaroque@SommerSzene_Foto: Christa Linossi

Die Sommerszene 2021 wurde am 8. Juni 2021 in Salzburg eröffnet und bietet heuer neben hochkarätigen Produktionen der zeitgenössischen Tanz- und Performance-Szene eine Reihe von spannenden interaktiven und virtuellen Projekten an.

Ich besuchte am 9.6.2021 auf der Skulpturenterrasse des Museums der Moderne Mönchsberg die Sommerszene 2021 Arts Festival mit der Aufführung CieLAROQUE. RHYTHMUS UND RAUSCH.  Als choreographischer Schauplatz wurde erstmalig die Skulpturenterrasse verwendet und hat somit das Ganze bereichert. Für die neue Inszenierung zeichnet sich die Salzburgerin Helene Weinzierl und ihr 11-köpfiges Ensemble CieLAROQUE. RHYTHMUS UND RAUSCH. Für die elektronische Musik ist Oliver Storz zuständig, der schon seit Jahren die Musik für die Company komponiert und sich dafür verantwortlich zeichnet. CieLAROQUE. RHYTHMUS UND RAUSCH ist ein Stück in mehreren Blöcken, welches in 3 Jahren entstanden ist.

SommerSzene2021-CielLaroque@SommerSzene_Foto: Christa Linossi

Worum geht es hier in dieser Tanzszene? Helene Weinzierl untersucht die Frage in Rhythmus und Rausch, inwieweit zwischenmenschliche Nähe beziehungsweise die Reproduktion körperlicher Distanz, in einem performativen Setting Intimität schafft oder ob sich dadurch der Abstand zwischen Darsteller*innen und Publikum vergrößert?Diese Frage drängte sich gerade in der Pandemie auf, welche Formen zwischenmenschlicher Nähe in unserer Gesellschaft überhaupt möglich ist.

SommerSzene2021-CielLaroque@SommerSzene_Foto: Christa Linossi

Die Tänzer*innen bewegten sich nach „Electro-Music“ und versuchten eine Annäherung zwischen dem Publikum und ihnen. Teilweise war man als Besucher*in überfordert. Die Tänzer*innen kamen direkt auf einem zu und sprachen zu dir und wie reagierte man darauf? Man ist plötzlich überrascht und versucht die Frage zu beantworten. Somit näherten sich die Tänzer*innen sehr wohl dem Publikum, sie saßen auch teilweise unter dem Publikum, wo man nicht genau wusste, Performer oder Besucher?

Auf alle Fälle schafften die Performer*innen eine interaktive, partizipative Puzzlelandschaft, die sich im Laufe der Aufführung zu einem Chaos, einem energetischen Sog in ununterbrochener Bewegung voller körperlicher Intensität entwickelte.

SommerSzene2021-CielLaroque@SommerSzene_Foto: Christa Linossi

Interessant an dieser Performance ist, die Aussage der Körpersprache. Zeitgenössischer Tanz und Electro-Music ist sicherlich nicht jedermanns Sache, diese Aufführung jedoch war spannend, chaotisch und explosiv durch die Musik und ihren Bewegungen. Für diese Performance Art hätte es kein schöneres Ambiente wie die Skulpturenterrasse geben können.

Statement von Helene Weinzierl: „Ich denke, dass es Aufgabe der Kunst ist, Zusammenhänge sichtbar zu machen, Ursachen aufzuspüren und den Status quo darzustellen. Wobei ich es vorziehe, den Zuseher*innen zu zeigen, was aus meiner Sicht ist. Über das Warum? Und Was dann? Und die anderen Fragen, die sich dann hoffentlich aufdrängen, nachzudenken, überlasse ich den Zuseher*innen.“ 

NEUGESTALTETE PANORAMA-TOUR Festung Hohensalzburg

Wen die Salzburger Burgen und Schlösser Betriebsführung zur Pressekonferenz ruft, dann gibt es Neuigkeiten.

In der Corona-Zeit war es auf der Festung Hohensalzburg in ihrer 1.000-jährigen Geschichte so ruhig wie noch nie. Die Salzburger Burgen und Schlösser (SBSB) haben die Pause genützt und in den Türmen und Wehrgängen des Salzburger Wahrzeichens mit Hochdruck gearbeitet, um den beliebten Rundgang durch Salzmagazin, Reckturm und Wehrgänge neu zu gestalten.

Die Festung Hohensalzburg präsentiert nun die Panorama-Tour in neuem Licht.


Video von Salzburger Burgen und Schlösser

Zu den Highlights der Panorama-Tour zählt ein großes Salzmodell der Altstadt und eine ausgeklügelte Spieluhr, mit dem Besucher den Salzburger Stier zum Erklingen bringen können.

Die Panorama-Tour wurde von über eine Million Menschen besucht (in Nicht Corona-Jahren). Hier zog es die Besucher auch auf den Reckturm, der mit seiner Aussichtsplattform zu den Highlights des Wahrzeichens gehört. Nun wurde der Rundgang neu konzipiert und mit viel Liebe zum Detail modernisiert. Die Panorama-Tour führt vom Salzmagazin über das Verlies auf die Aussichtsplattform des Reckturms. Von dort folgen die Besucher dem Wehrgang bis zum berühmten Salzburger Stier.

Es ist ein abwechslungsreicher Streifzug durch die Geschichte Salzburgs. Bei der Umsetzung arbeitete das Team der SBSB mit der Kölner Szenografin Stephanie Fähnrich zusammen. Fähnrich hat sich darauf spezialisiert, historische Räume und Fakten auf Spannende und unterhaltsame Weise zu inszenieren. Es gibt neben dem prachtvollen Ausblick auf Salzburg auch kunstvolle Einblicke in die Stadt- und Festungsgeschichte, verborgene Legenden und einzigartige Schätze wie dem Salzburger Stier. Je nach Raum transformiert sich ein zentrales Element zu einer erzählerischen Landschaft.

2021-04-22_FestungHohensalzburg_Rundgang_12

Ein Begleitheft ersetzt den Audioguide. Dies war eine bewusste Entscheidung, da sehr wenige Besucher den Audioguide benutzten, griff man zu einem Booklet in mehreren Sprachen für Erwachsene und Kinder. Auch das Wissen kommt nicht zu kurz, es wird spielerisch erlebbar gemacht. Es wurden liebevoll gestaltete mechanische Guckkästen, an denen Kinder spielerisch in die Geschichte des Bauwerks und die Salzburger Sagenwelt eintauchen können.

Spektakulärer Auftakt im Salzmagazin ist ein aufwändig gestaltetes 3D-Modell der Salzburger Altstadt. Beeindruckend ist nicht nur die Detailtreue, sondern auch die Entstehungsgeschichte der Modelllandschaft: Aus Satellitenbildern und Luftaufnahmen wurde ein digitales Modell erzeugt, das als Grundlage für die gefräste Landschaft diente. Für das kristalline Glitzern der Bauten sorgt eine dünne Salzschicht, die für staunende Gesichter sorgt und zugleich verdeutlicht, dass sich Salzburgs Reichtum über Jahrhunderte auf das Weiße Gold gründete.

2021-04-22_FestungHohensalzburg_SalzStadtkulisse_222

Ein weiteres Highlight der Tour erwartet die Besucher im Inneren des Reckturmes. Früher befand sich hier das Verließ der Festung, dass im Gegensatz zu den historischen Fakten lange Zeit als Folterkammer präsentiert wurde. Bei der Neugestaltung wurde es wieder zum Verließ umfunktioniert. Mit Metallkonstruktionen und künstlerischen Schatteneffekten wird die historische Bedeutung und der Schrecken früherer Tage visualisiert.

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Der Sehnsuchtsort so nennt die SBSB den höchsten Punkt des Turmes. Über eine Wendeltreppe (Drehwurm inbegriffen) erreicht man die Aussichtsplattform am Reckturm. Von hier oben hat man einen fantastischen Ausblick in die Bergwelt von Salzburg und Bayern. Es ist aber auch ein Ausblick auf die Salzburger Altstadt.

Ausblick von der Aussichtsplattform am Reckturm_in die Bergwelt Salzburgs / Foto: Christa Linossi
Ausblick von der Aussichtsplattform am Reckturm_auf die Stadt Salzburg / Foto: Christa Linossi

Der Salzburger Stier, der zur Spieluhr wird, ist das Finish in diesem Rundgang. Für Besucher ist es nun möglich, die verschiedenen Melodien der historischen Walzenorgel selbst zum Klingen zu bringen. Dafür sorgt eine ausgeklügelte Spieluhr, die mit einer mechanischen Kurbel in Gang gesetzt wird.

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Jedoch der echte „Salzburger Stier“ selbst, bleibt davon unberührt. Sein Gebrüll ertönt nach wie vor täglich um sieben Uhr morgens und sieben Uhr abends in der Altstadt.

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https://www.salzburg-burgen.at/de/

DIVERSITY UNITED der Countdown läuft!

Das künstlerische Gesicht Europas

MARZIA MIGLIORA
Fil de Sëida, 2016 Ein-Kanal-HD-Farbvideo mit Ton, 4 Min. 21 Sek.
Courtesy the artist und Lia Rum- ma Gallery, Mailand/Neapel
MARZIA MIGLIORA
Fil de Sëida, 2016 Ein-Kanal-HD-Farbvideo mit Ton, 4 Min. 21 Sek.
Courtesy the artist und Lia Rum- ma Gallery, Mailand/Neapel

Schön langsam kommt auch International die Kunstszene wieder auf Schiene.

Wie zum Beispiel DIVERSITY UNITED – zeitgenössische Kunst aus Europa wäre die Eröffnung ursprünglich für 4. Mai 2021 angekündigt gewesen. Unser berühmter COVID Virus machte einen Strich durch die Rechnung.

Der Countdown läuft, am 8. Juni 2021 wird die Ausstellung „DIVERSITY UNITED“ im Flughafen Tempelhof mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier eröffnet.

Die Ausstellung „DIVERSITY UNITED“ zeigt das künstlerische Gesicht Europas. 90 Künstler:innen, 34 Länder, 1 Kontinent im Dialog – „Diversity United“ ist ein künstlerisches Stimmungsbild der europäischen Gegenwart. Die Ausstellung versammelt Malerei, Skulptur, Video und New Media, Fotografie, Installation, Zeichnung und Objektkunst von rund 90 jungen und etablierten Künstler:innen aus 34 Ländern, die verschiedene Generationen, Geschlechter und Regionen abbilden. Sie stehen mit ihren Werken für die enorme Vielfalt und Vitalität der zeitgenössischen Kunstszene Europas, von Portugal bis Russland, von Norwegen bis in die Türkei.

MARZIA MIGLIORA
Fil de Sëida, 2016 Ein-Kanal-HD-Farbvideo mit Ton, 4 Min. 21 Sek.
Courtesy the artist und Lia Rum- ma Gallery, Mailand/Neapel
MARZIA MIGLIORA
Fil de Sëida, 2016 Ein-Kanal-HD-Farbvideo mit Ton, 4 Min. 21 Sek.
Courtesy the artist und Lia Rum- ma Gallery, Mailand/Neapel

Zu den Kuratoren gehört auch Walter Smerling (Sprecher des Kuratoriums/Vorsitzender Stiftung für Kunst und Kultur, Bonn). Warum erwähne ich dies? Walter Smerling hat in Salzburg die Salzburg Foundation ins Leben gerufen und über 10 Jahre jährlich international renommierte Künstler eingeladen. Statement seinerzeit von Walter Smerling: „Wir wollen nicht darauf warten, dass die Menschen zur Kunst kommen, sondern die Kunst zu den Menschen bringen. Das zwingt uns dazu, nachzudenken, Stellung zu beziehen, uns eine Meinung zu bilden. Natürlich gefällt das nicht jedem. Objektive Schönheit gibt es nicht. Schönheit findet in der individuellen Wahrnehmung statt und Kunst im öffentlichen Raum fordert uns in besonderem Maße dazu auf, Schönheitsbegriffe neu zu durchdenken, denn wir können vor ihr nicht die Augen verschließen.“ 

http://www.stiftungkunst.de/kultur/diversityunited/

WONDERLAND

ALBERTINA MODERN bis 19. September 2021

Fiona Rae Wonderland, 2004 Acryl-Mischtechnik auf Leinwand ALBERTINA, Wien – The ESSL Collection © Bildrecht 2021 © Foto: Buchmann Galerie, Köln

Wenn Sie WONDERLAND lesen, denken Sie vielleicht an „Alice in Wonderland“, dem berühmten Buch von Lewis Carroll. Die ALBERTINA hat diesen Titel vermutlich bewusst gewählt, um mit diesem Titel im Gepäck und mit einer entfesselten Fantasie bewaffnet, startet die Ausstellung in unbekannte Welten. Warum unbekannte Welten? Die Ausstellung in ihrer Gesamtheit ist ein Ausflug in ein Wunderland, in dem die Vergangenheit unserer Gegenwart auf ihre eigene Zukunft stößt.

Es ist die dritte Ausstellung der ALBERTINA modern.  Aus 65.000 Werken wurden über hundert Meisterwerke ausgesucht. Diese wurden in sieben Kapiteln gegliedert und es ist eine Schausammlung zeitgenössischer Kunst.

Anselm Kiefer Wege der Weltweisheit: die Hermannsschlacht, 1993 Holzschnitt, Acryl und Schellack auf Papier, Collage auf Leinwand Albertina, Wien – Dauerleihgabe der Österreichischen Ludwig-Stiftung für Kunst und Wissenschaft; © Anselm Kiefer und Albertina, WienFocal: 0
  • Pop oder die Brüchigkeit des Glücks mit Hauptwerken von Warhol, Liechtenstein, Wesselmann und Katz, aber auch die Neo-Pop-Bewegung des Marc Quinn und Harold Ancart.
  • Die Anarchie in der Kunst mit Werken von Franz West und Gelatin.
  • An den Rändern der Stadt oder Melancholie in der Kunst unserer Zeit mit zwei Räumen für Muntean und Rosenblum sowie dem Leipziger Christian Brandl und andererseits Markus Schinwald mit zwei Neuerwerbungen sowie Franz Zadrazils unscheinbare Fassadenbilder.
  • Formen der Abstraktion mit Werken von Ad Reinhardt, San Francis, Morris Lewis und Pierre Soulages sowie Hollegha, Prachensky und Staudacher sowie als jüngste Erwerbungen Cecily Brown und Katharina Grosse.
  • Maria Lassnig und Georg Baselitz. Der Maler, der das Motiv seiner Nützlichkeit und seiner Realität beraubt, der die Motive auf den Kopf stellt, zusammen mit der Künstlerin, die die Body-Awareness-Art erfunden hat.
  • Deutschland die Last der Vergangenheit. Deutschland mit den bedeutenden und seit den 1960er Jahren und bis heute dominierenden Individualisten Georg Baselitz, Markus Lüpertz, Jörg Immendorff, Penck und Anselm Kiefer. Die alte Katastrophe, der Zweite Weltkrieg und die alte Teilung als gemeinsames Thema von Malern, die wie eine Gruppe waren und eine Bewegung und Schule gründeten.
  • Das Gesicht und seine Maske. Spektakuläre Porträtfotografie von Gottfried Helnwein, dem in den 1970er und 1980er Jahren Größen wie Andy Warhol und Keith Harring, Mick Jagger, Clint Eastwood und Michael Jackson Porträt gestanden sind.

Fasziniert haben mich persönlich die Arbeiten von Marc Quienn „The Selfish Gene“ der es auf die Spitze treibt, wie sich hier ein Skelettpaar in der Liebe ineinander verschlungen präsentiert. Es ist ein Liebesakt oder Sexualakt der der Fortpflanzung dient, von der Geburt bis zum Tod.

Marc Quinn The Selfish Gene, 2007 Patinierte Bronze ALBERTINA, Wien © Marc Quinn Studio

Georg Baselitz der seine Motive auf den Kopf stellt um es damit unbrauchbar und nutzlos macht, um die Konzentration des Betrachters auf das zu lenken, was das Kunstwerk eigentlich definiert. Er rückt somit seine Bilder durch die Farbenwirkung in den Vordergrund und nicht das Motiv. Gegenübergestellt ist Maria Lassnig mit ihren Arbeiten. Besonders die Werke von Maria Lassnig, die mit ihren eigenen Körperempfindungen zum Gegenstand der Malerei macht. Sie gibt somit der Figuration eine neue Wende.

Maria Lassnig Die Last des Fleisches, 1973 Öl auf Leinwand Albertina, Wien © Maria Lassnig Stiftung/Bildrecht, Wien 2021

Die Figuren Bild von Muntean/Rosenblum „Untitled (Before we know it..) zeigen Einsamkeit, Isolation und Entfremdung an den Rändern der Stadt im langen Schatten der Melancholie. Es gibt vielleicht Schlimmeres im Leben, aber manchmal auch viele Augenblicke im Leben dieser Jugendlichen ihr einziges Glück darin finden, am Leben zu sein. Textzeile des Bildes: „Before we know it, too much Time has passed, and we’ve Missed the chance to have that other People Hur us”.

Muntean/Rosenblum Untitled (Before we know it…), 2000 Acryl auf Leinwand
ALBERTINA, Wien – Familiensammlung Haselsteiner © Muntean/Rosenblum

WONDERLAND wartet darauf, dass Sie sie besuchen. Es ist absolut eine wunderschöne Ausstellung geworden.

MUSIK ALS BEFREIUNGSSCHLAG!

experimental photo work by © Christa Linossi 2021 – From the series Illusions
The liberation blow!

Muss man als Künstler*in immer einen Beipackzettel mitliefern? Nein!  Meine Arbeiten entstehen immer aus dem tiefsten Inneren. Es sind Dinge, die einen oft unmittelbar belasten, oft handelt es sich um ZORN, HASS, LIEBE usw. Abgesehen davon, ich will den Denkprozess des Betrachters in Bewegung setzen! Was denkt er über das Bild? Welche Gefühle empfindet der Betrachter?            Ich fordere SIE heraus, setzen Sie sich mit diesem Bild auseinander!

A NEW DIGITAL DEAL

Ars Electronica 2021

vom 8. bis 12. September 2021

A NEW DIGITAL DEAL ein hybrider Event bei Ars Electronica Festival for Art, Technology & Society Thematischer Ausgangspunkt dieser Reise um die Welt ist diesmal die Forderung eines „New Digital Deals“.

Wir sind im 21. Jahrhundert angekommen und die Digitalisierung mit uns. Es ist eine Zeit, wo selbstfahrende Autos und Flugtaxis, bald Realität sind. Wir haben diese Technologie herbeigewünscht oder hatten auch Angst davor. Jedoch sind wir zu einem Zeitpunkt angelangt, wo es heißt, die Digitale Transformation und die Fundamente der digitalen Welt in Diskussionen neu zu denken.

Was als „Werkzeugtechnologie“ begann, ist zur zentralen und transformativen „Kulturtechnik“ geworden und was als Arbeitsumgebung entwickelt wurde, ist zu einem sozialen Lebensraum geworden. 4 Milliarden Menschen tummeln sich mittlerweile in dieser digitalen Welt, was mit Banalitäten begann ist auch zu einem politischen Schlachtfeld geworden…

Wir müssen uns auf die weiteren Auswirkungen dieser Entwicklungen vorbereiten, gesellschaftlich, wirtschaftlich und politische Rahmenbedingungen müssen neu überdenkt werden. Ob wir wollen oder nicht, die Digitale Transformation ist nicht bloß ein reizvolles Wort für Sonntagsreden, sondern eine Realität bestimmende Tatsache. Die Evidenz der damit verbundenen Defizite und wie sie uns zu schaffen machen, ist nicht zuletzt eine der prägenden Erfahrungen der aktuellen Pandemie-Lockdowns.

Die Frage nach unseren Handlungsmöglichkeiten und Handlungsfähigkeiten ist in letzter Zeit der Ruf auch nach neuen Deals geworden. Wie kann und soll ein neuer Deal aussehen? Wie sollen wir hier den Zusammenhang überhaupt verstehen? Wenn wir den neuen digitalen Deal nur als einen schnellen Kuhhandel sehen, dann wird daraus nichts werden. Es ist auch kein Deal, den jemand für uns ausverhandeln kann, denn ein entscheidender Aspekt des „New Digital Deal“ ist die Frage, „how are we going to deal with it“ – also die Frage nach den Handlungsmöglichkeiten und Handlungsfähigkeiten. Die Frage stellt sich auch: „Wie können wir die digitale Welt „fixen“, d.h. die Probleme in den Griff bekommen und dennoch die immer sichtbar werdenden Avancen eines machtpolitischen Durchgreifens verhindern“?

Dem erfolgreichen Modell des letzten Jahres folgend, wird das Festival für Kunst, Technologie und Gesellschaft zu einem weltweiten Ankerpunkt. Es ist wieder eine Plattform für engagierte Menschen, die Zukunft nicht als Blick in die Kristallkugel der Technokonzerne, sondern als Verantwortung unserer Zeit sehen. Die Verantwortung übernehmen, als gesellschaftliche Aktivierung und Ermächtigung, als Quelle analytischen, korrigierenden und alternativen Denkens und Handelns.

Während der Pandemie wurden die weit reichenden kooperativen Netzwerke von Ars Electronica sichtbar wie nie zuvor. „Dass ausgerechnet weltweite Reisebeschränkungen und Lockdowns dazu führen würden, dass aus dem Festival in Linz ein Festival in aller Welt werden würde, mutet erst einmal eigenartig an“, sagt Gerfried Stocker. „Genauer betrachtet war dieser Schritt der einzig logische – und eigentlich war er überfällig.“ 2020 fand die Ars Electronica also erstmals nicht nur in Linz, sondern an mehr als 100 Locations in aller Welt statt.

Gerfried Stocker künstlerischer Geschäftsführer Ars Electronica Foto: © Ars Electronica

Auch 2021 wird dieser hybride Event ein weiterer zentraler Schauplatz im Internet sein. Vorbei die Zeiten, in denen die Aktivitäten im Netz vor allem der Promotion dienten – in Zukunft geht es hier um das Zusammenspiel von Programmen im realen und digitalen Raum.

 „Der tiefgreifende Wandel, in dem wir aktuell als Gesellschaft stecken, ist für eine Plattform wie Ars Electronica ebenso spannend wie herausfordernd“, sagt Gerfried Stocker, künstlerischer Geschäftsführer der Ars Electronica. „Wem sonst käme in einer solchen Zeit die Aufgabe zu, Neues auszuloten? Wer sonst sollte vorangehen und sich dabei auch einmal ein Stück weit verlaufen, um zu lernen, wie wir besser ans Ziel gelangen können? Wer, wenn nicht ein Ars Electronica Festival, sollte sich jetzt zu einer Sandbox machen, wie sie spannender nicht sein könnte?“

Je mehr Allianzen mit Playern aus Mobilität, Industrie, Landwirtschaft und anderen Bereichen geschmiedet wird, desto spannender und relevanter wird der Zukunftsdiskurs, der auf der Plattform Ars Electronica ausgetragen wird.

Ars Electronica Festival 2021 – A New Digital Deal

STEIERMARK SCHAU 2021

STMK-Schau-allgemein Logo – © Universalmuseum Joanneum



Landschaft – Kunst – Vielfalt

STMK-Schau-allgemein Logo – © Universalmuseum Joanneum

Die Steiermark geht wieder einmal neue zukunftsorientierte Wege und wird sich mit der Neuauflage (nicht wie üblich als „Landesausstellung“ deklariert) STEIERMARK SCHAU 2021 präsentieren.

Worum geht es hier genau? Die STEIERMARK SCHAU nimmt gesellschaftliche Fragen zur Geschichte, Gegenwart und Zukunft und bereitet sie aus der Perspektive von Kunst und Kultur auf.

Drei Museen des Universalmuseums Joanneum und ein mobiler Pavillon werden sich mit der steirischen Geschichte und gesellschaftlichen Entwicklung des Landes auseinandersetzen. Es handelt sich hier:

  • Kunsthaus Graz – widmet sich der Zukunft und deren aktuellen Themen im Hier und Jetzt.
Kunsthaus-Graz-Zepp-Cam-01 Foto: Universalmuseum Joanneum
  • Volkskundemuseum – stellt die Gegenwart – dokumentiert die materielle und geistige Volkskultur der Steiermark – in den Mittelpunkt.
Volkskundemuseum-Aussenansicht- © Foto: Universalmuseum Joanneum
  • Museum für Geschichte – mit seiner Kulturgeschichte gibt das Museum für Geschichte einen Einblick in das Werden und den Wandel der Steiermark.

Das Highlight dieser STEIERMARK SCHAU 2021 ist der „mobile Pavillon“. Dieser Pavillon ist eine Kunsthalle, die in die steirischen Regionen kommt. Das temporäre Gebäude ist selbst bereits eine Lichtinstallation. Der steirische Hersteller Sattler AG, hat hier eine ausgeklügelte Pavillon-Konstruktion, mit einzigartigen Hightech-Membranen gestaltet.

800 m² Innenraum, wo die Besucher_innen eine Ausstellung aus projizierten großformatigen Bildern der Steiermark zu sehen bekommen. „Wer sind wir? Was zeichnet die Steiermark aus? Die Vielfalt ihrer Kulturlandschaften“ und darauf konzentriert sich die Ausstellung auf die Themen Vielfalt, Kunst und Landschaft. Die Inhalte des Pavillons entstanden unter Mitwirkung von 78 Beteiligten aus Bildender Kunst, Literatur, Komposition, Regie und Schauspiel. Davon werden 31 namhafte Persönlichkeiten, die noch in der Steiermark leben oder sie verlassen haben, ein Statement zu ihrem Heimatland abgeben. Dieses Video-Statement gibt Auskunft über ihren Steiermark-Bezug. Die Videos visualisieren unterschiedliche Zugänge, Meinungen und Haltungen.

Am 7.4.2021 hätte die Eröffnung des „mobilen Pavillon“ in Wien am Wiener Heldenplatz stattfinden sollen. Jedoch das Virus Corona setzte alles wieder auf „Standby“ (Lockdown in Wien). Die multimedialen Inhalte des Pavillons sind jedoch umfassend online erlebbar auf www.mobilerpavillon.at

Anfang Mai 2021 wandert die von Alexander Kada entworfene mobile Kunsthalle weiter nach Hartberg (8. Mai bis 4. Juni 2021), Spielberg (5.Juli bis 25. Juli 2021), Schladming (14. August bis 5. September 2021) und Bad Radkersburg (25. September bis 31. Oktober 2021), wo hoffentlich Corona keinen Strich mehr durch die Rechnung ziehen wird und der Pavillon für Besucher_innen zugänglich ist. (Hoffen wir es)

Im Pavillon wird des Weiteren ein neues, filmisches Steiermark-Panorama, dass das Bundesland Steiermark aus künstlerischer Sicht zeigt, präsentiert. Kuratiert wurde das Projekt von Astrid Kury, die die Frage zu dieser Ausstellung stellte: „wer sind wir“ Beantwortet wird das am Beispiel der Beziehungen zu Landschaften: Die Landschaften, in denen wir leben und arbeiten, prägen uns und wir prägen sie.

Die Steirer wissen, wie man sich in Szene setzt und die Steiermark ein Kunstland mit einer Vielfalt von prominenten künstlerischen Positionen, insbesondere in den jungen und mittleren Generationen. Mit der ersten Ausgabe der neuen STEIERMARK SCHAU tauchen wir tief in eine Selbstreflexion der Steiermark ein.

www.steiermarkschau.at

www.mobilerpavillon.at

Illusions and reality

Art is my life!
What are illusions? A wrong perception of reality
What is an illusionist? An illusionist is an artist who mostly uses technical means to create illusions in his audience

The illusion doesn’t become reality or does it ? 1/ experimental photo work by © Christa Linossi 2021 – From the series Illusions
The illusion doesn’t become reality or does it ? 2/ experimental photo work by © Christa Linossi 2021 – From the series Illusions