ART Kunst im 21. Jahrhundert

Worum geht es in diesem Buch?

Kunst eine unendliche Geschichte? Teils, teils, in diesem Buch werden viele Themen bearbeitet, eines davon die „Internetgesellschaft und die Kunst“ wo sich der Epochenumbruch bemerkbar macht oder „Die Erneuerung der Kunst“ hier wird auch die Pandemie angesprochen, denn diese Pandemie hatte manches verändert, und zwar weltweit. Zahlreiche Künstlerinnen und Künstler beschäftigten sich in dieser Zeit verstärkt mit ihren Werken, die sie neu ohne Hetze erstellen konnten. Zugleich verlagerten sich viele Ausstellungen in den digitalen Bereich, die zur Überraschung aller Beteiligten ausgezeichnet funktionierte. Dies führte nun auch zu einer unaufhaltsamen Digitalisierung. Die jüngeren Künstlerinnen und Künstler kommunizieren ohnehin ihre Bilder schon länger elektronisch, bevor sie bei einer Galerie aufgenommen werden. Der Autor geht auch auf die Museen ein, denn auch diese müssen sich neu orientieren, denn die Kunst erlebt einen Epochenumbruch. Wie wandeln sich Malerei, Skulptur, Fotokunst und Video? Wie entwickelt sich die neue Öffentlichkeit für Kunst? Wie verändern sich Galerien, Museen und dergleichen? Was bedeutet die Globalisierung in der Kunst? Zum Schluss stellt der Autor noch die Frage „Wozu (noch) Kunst“ und seine Antwort: „Ganz einfach, weil sie Dinge leistet, die anders nicht geleistet werden können“. Die Kunst kann etwas leisten, denn sie macht Zeitepochen, Gesellschaftsveränderungen sichtbar.

Dieses Buch ist es wert zu lesen?

Wer sich für Kunst generell interessiert, sollte dieses Buch lesen. Auch für Künstlerinnen und Künstler könnte es interessant sein, nämlich einen anderen Blick auf Kunst zu bekommen und wie Kunst von einem Außenstehenden (der zwar die Kunstszene als Ausstellungsmacher kennt aber nicht künstlerisch arbeitet und nur über Kunst berichtet) betrachtet wird.

DER AUTOR:

Robert Fleck, Jahrgang 1957, Historiker, Autor und Ausstellungsmacher, hat in Wien und Paris Geschichte, Philosophie (u.a. bei Gilles Delenze und Michel Foucault) und Kunstgeschichte studiert und in Innsbruck promoviert. Er gilt als einer der renommiertesten Ausstellungskuratoren.

Erschienen ist das Buch

2021 Verlag EDITION KONTUREN,Wien, ISBN 978-3-902968-69-2

Fotokünstler Alexander Maria Lohmann

Fotokünstler Alexander Maria Lohmann / Foto: © Stephanie Maria Lohmann

Chat-Interview mit dem Fotokünstler Alexander Maria Lohmann

Bei der Vernissage Anfang Oktober 2021 in der Leica-Galerie, lernte ich den Fotograf Alexander Maria Lohmann kennen. Die künstlerischen Arbeiten von Alexander Maria Lohmann, überschreiten Grenzen unter widrigsten Bedingungen, um extreme Kontraste einzufangen. Seine Werke verleihen unglaubliche Kraft und Tiefe, er hält Stimmungen fest, verdichtet sie und stellt sie in einen neuen Kontext.

screaming silence I 007 (002) © Fotokünstler Alexander Maria Lohmann

Linossiartstory: Ihre Ausstellung zeigt in der Galerie Leica in Salzburg zeigt eingefangene Fotografien (Syrien) extreme Kontraste und Grenzüberschreitungen zu dokumentarischer Rohheit, die Sie zu brechen versuchen, diese Aufnahmen stellen Sie dem Disneyland gegenüber. Was ist der Reiz darin?

screaming silence I 014 (002) © Fotokünstler Alexander Maria Lohmann

Alexander Maria Lohmann: Mein Interesse galt immer schon den Kontrasten mit viel Emotionen auf dem Bild oder Bild Paar zu zeigen. In der Ausstellung der Leica-Galerie kommt diese Gegenüberstellung zwischen Disneyland und Syrien sehr stark zum Ausdruck.

screaming silence I 007 (002) © Fotokünstler Alexander Maria Lohmann

Linossiartstory:  Erzählen Sie uns ein paar Worte über sich und was bewog Sie Künstler zu werden.

Alexander Maria Lohmann: Ich bin ausgebildeter Fotograf und arbeitete in Tirol und Salzburg im Familienbetrieb. Nach meiner Lehre waren Auftragsarbeiten mein Schwerpunkt, im speziellen in der Hotellerie und auf diesem Gebiet, hatte ich die Chance weltweit unterwegs zu sein. Vor 13 Jahren begann ich mich mit Fotokunst auseinander zu setzen, dies wurde für mich ein wichtiger Bestandteil. Wirtschaftlich übernahm meine Tochter sämtliche Auftragsarbeiten und somit war ich hier auch nicht abhängig. Sie ist die vierte Generation in unserem Familienbetrieb. Somit ist der Familienbetrieb gesichert und ich kann mich vollkommen auf meine Kunst konzentrieren.

Linossiartstory: Wie sind Sie zur Fotografie gekommen?

Alexander Maria Lohmann: Mein Großvater und Vater waren schon Fotografen und hatten ein Fotogeschäft in Obergurgl. So bekam ich als Fotografensohn die Fotografie schon in die Wiege gelegt. Es war auch logisch, dass ich das Geschäft eines Tages übernehmen sollte. Nach 13 Jahren als erfolgreicher Unternehmer ging ich jedoch dann einen anderen Weg und so begann meine Karriere als Kunstfotograf.

Linossiartstory: Was beeinflusst Sie und Ihre künstlerische Arbeit?

Alexander Maria Lohmann: Meine Vergangenheit und mein spannendes Leben, Kunst zu erschaffen, ist ein spannender und intensiver Fotoabzug, als der Moment, an dem das Foto entstanden ist.  

Linossiartstory:  Die Fotoarbeiten, die in der Leica Galerie ausgestellt sind, sind ausdrucksstark und regen zum Nachdenken an. Was war die Grundidee in ein Kriegsgebiet zu reisen und dort Aufnahmen zu machen, die eigentlich nur Zerstörung zeigen, aber kein Kriegsgeschehen? Keine Toten, keine Kriegsmaschinerie….

screaming silence I 021 (002) © Fotokünstler Alexander Maria Lohmann

Alexander Maria Lohmann: Ich bewege mich sehr häufig in der industrialisierten westlichen Welt. Somit sind viele meiner Projekte ganz anders entstanden, Löwen im Coliseum, urbane Städte oder in Regenwäldern was noch nie zuvor betreten wurden. Es ist auch ein Ausbrechen aus unserer überzivilisierten Welt und so reise ich gerne in Länder und Regionen, die eigentlich keiner sehen will. Die Bilder von Bomben und Toten aus Kriegsgebieten sind Bilder, die wir aus den Medien kennen und genau dies ist für mich zu oberflächlich. Ich denke daher, wenn man Fotos ein paar Schritte neben der Bombe macht oder nach einem gewissen Zeitraum erst das Bild anfertigt, wird die wahre Situation präsent, in der sich auch Menschen befinden. Es sind die Überreste von dem, was sich Menschen einander antun. Es ist auch ein Respekt den Menschen gegenüber, diese Menschen nicht blutverschmiert zu fotografieren. Jeder Mensch hat eine Würde.

screaming silence I 005 (002) © Fotokünstler Alexander Maria Lohmann

Linossiartstory: Eine Fotoarbeit regt insofern zum Nachdenken an, ein Verkaufsstand im Disneyland und ein Verkaufsstand vor einer Ruine in Syrien. Es ist dies der krasse Unterschied, von der abgehobenen künstlichen Welt in Paris und dem zerstörten Allepo.

screaming silence I 014 (002) © Fotokünstler Alexander Maria Lohmann

Alexander Maria Lohmann: Das schöne und spannende an diesem grausamen Spiel (Kriegszerstörung) ist, dass Stunden nach den Anschlägen weiter geht, es kann nur weitergehen und man macht aus der negativen wieder eine positive Situation entsteht.

screaming silence I 004 (002) © Fotokünstler Alexander Maria Lohmann

Linossiartstory:  Nehmen Sie auch an Symposien für Fotografie teil? Was bringt dies dem Fotografen/Künstler (Austausch, Erfahrung) 

Alexander Maria Lohmann: Nein, ich denke, dass mir eine Syrien Reise weit mehr an Erfahrung geben kann, als ein Symposium bei dem tausend Menschen dasselbe hören.

Linossiartstory:  Inwiefern ist die Vernetzung über Social Media heute für den Fotografen/Künstler wichtig?

Alexander Maria Lohmann: Sehr wichtig! Dennoch arbeite ich daran, dass ich dieser ganzen „unsinnigen und verblödeten Welt“ irgendwie entfliehen kann und dennoch erfolgreich bin und bleibe.

Linossiartstory:Welches deiner Projekte ist Ihnen am meisten in Erinnerung geblieben und weshalb?

Alexander Maria Lohmann:  Von vielen Reisen ist es Syrien. Nirgends sonst war der Schauplatz so unfassbar laut und nirgends sonst war es so ruhig wie in den zerbombten Ruinen. Deshalb auch der Titel „Screaming silence“

Linossiartstory: Was bedeutet für Sie Erfolg?

Alexander Maria Lohmann: Als Fotograf und Privat das machen zu können, was einem wichtig ist. Gesundheit ist ein wichtiger Faktor und Geld aufgrund der hohen Kosten (Reisen, Material)

Linossiartstory: Der Virus COVID 19 hat auch die Kunstszene lahmgelegt, wie ist es Ihnen ergangen und wie sieht die Zukunft aus.

Alexander Maria Lohmann: Ich bin froh, dass ich diese Pandemie wirtschaftlich gut überstanden habe, obwohl es ein harter Brocken war. Doch Covid hatte auch eine positive Seite: ich konnte mich der Malerei widmen, welche mir auch sehr am Herzen liegt. 

Linossiartstory: Wo würden Sie am liebsten in Europa für immer Stationiert sein?

Alexander Maria Lohmann: Obergurgl ist für mich perfekt und sonst nirgends

Linossiartstory: Ihre Arbeiten waren auch schon in den USA und in Europa oft ausgestellt:

Alexander Maria Lohmann: Ja korrekt, und zwar: ART BASEL, Miami USA, A&D Gallery London, ART Innsbruck Österreich, Gallery Art Nou mil. Lenni Barcelona, ART FAIR Amsterdam, Red Bull Hangar-7 Salzburg, Kunsthalle Arlberg 1800, Arlberg und aktuell: Leica-Galerie in Salzburg.

Linossiartstory:  Herr Lohmann es war nett mit Ihnen diesen Chat zu führen. Es war ein offener ausführlicher Chat, mit vielen interessanten Einblicken in Ihre Kunst. Für die Zukunft wünsche ich Ihnen noch viele atemberaubende und interessante Abenteuer auf Ihrem weiteren Weg.  

Danke für das nette Chat-Gespräch und alles Gute für die Zukunft.

www.alexandermarialohmann.com

ALPIN CARD Startklar in den drei Premium-Skiregionen

Pressekonferenz am 13.10.2021 der drei Premium-Skiregionen Skicircus Saalbach Hinterglemm Leogang Fieberbrunn, Schmittenhöhe in Zell am See und Kitzsteinhorn Kaprun.

(v.l). Norbert Karlsböck, Isabella Dschulnigg-Geissler, Alexandra Meissnitzer und Erich Egger präsentierten die Neuigkeiten der Alpin Card im Hangar7.
Copyright: ProMedia Kommunikation
Der Skicircus Saalbach Hinterglemm Leogang Fieberbrunn zählt mit seinen 270 Pistenkilometern zu den größten Skigebieten Österreichs.
Copyright: Sebastian Marko

Was hat dies auf meinem Blog verloren? Werden Sie sich fragen? Eigentlich gar nichts, aber ich kam zum Entschluss doch darüber zu schreiben. Warum? Weil es in den Skigebieten nicht nur Après-Ski im Winter und im Sommer auf den Almhütten gibt, sondern auch die Kunst im ländlichen Raum Präsent ist. Abgesehen davon, machen auch Künstler*innen Sport in freier Natur.

Es gibt aber auch unter den Kreativen viele, die sich mit dem Sommer- und Wintersport auseinandersetzen. Also warum auch nicht einmal mit den Skiregionen. Die Schmittenhöhe in Zell am See ist schon einmal ein Beispiel dafür. Kunst am Berg – was recht einfach klingt, ist in Wahrheit sehr viel mehr, als der schlichte Name vermuten lässt. Auf der Schmitten in Zell am See erwarten sie LandART Objekte, die bei Symposien entstanden sind, es ist somit auch der größte europäische Freiluftkunstraum. Die raumgreifenden Kunst-Installationen auf dem Berg, legen den Schwerpunkt auf der harmonischen Integration in die vorhandene Landschaft. Die unterschiedlichen LandART Skulpturen, wobei jedes die Absicht hat den Blick auf die Natur zu schärfen, sind speziell für die jeweiligen Plätze konzipiert und wurden direkt vor Ort realisiert. Die LandART kann man im Sommer erwandern und im Winter mit den Skiern erfahren. https://www.schmitten.at/de/Sommer-Bergerlebnis/Wandergebiet-Schmittenhoehe/Speicherseen-Kunstwanderung

web_Kommunikation 2000 Foto: Schmittenhöhebahn AG
web_Zelle am See (Isola Felix) quer Foto: Schmittenhöhebahn AG

Nicht nur die Schmittenhöhe in Zell am See hat ihre Kunst, nein, auch in Saalbach Hinterglemm setzt man sich mit Kunst im ländlichen Raum auseinander. Vier Künstler schufen hier in Saalbach eine Holzmanufaktur. Diese vielseitigen Arbeiten und der Kraft von heimischen Hölzern, entfalten in Massivholzmöbeln ihre Schönheit. Glemmart Kollektiv steht für kreatives, handwerksübergreifendes Schaffen für Holz. https://www.glemmart.com/

Glemmart_Holzkunst_Skulptur_Holz_1 Durch die Hand Foto: Glemmart Kollektiv
Glemmart_Holzkunst_Skulptur_Holz_1 Torso Foto: Glemmart Kollektiv

Dann gibt es jährlich das HOLZSYMPOSIUM Streetart-Festival rund ums Holz. Viele Holzkünstler aus dem gesamten Alpenraum nehmen daran teil, sägen, hobeln, schnitzen und es fallen definitiv auch Späne und sie lassen die unterschiedlichsten Kunstwerke entstehen. https://www.saalbach.com/de/service/stories/holzsymposium_m_2417

Als Ausgleich dann auf das Gletscherskigebiet Kitzsteinhorn. Direkt an der Grenze zum Nationalpark Hohe Tauern lässt sich am Kitzsteinhorn die ganze Vielfalt eines alpinen Sommers oder Winter erleben, Wandern und Mountainbiken, Skifahren und dies bei einer traumhaften Aussicht hoch oben in der Gipfelwelt der 3000er. https://www.kitzsteinhorn.at/de

Freerider schätzen unter anderem die fünf ausgeschilderten Routen am Kitzsteinhorn.
Copyright: Kitzsteinhorn Kaprun

Nun ist es auch möglich Digital durch alle drei Skigebiete: Neue App „ALPIN-CARD Navigator“ sich durch die drei Premium-Skiregionen zu navigieren. Ob diese App im Sommer beim Wandern auch funktionieren wird, ist noch eine andere Geschichte.

„WASH AWAY THE PAIN“

ROCKHAUS Salzburg

Rockhouse Bühne / Foto: Christa Linossi

Konzepterstellung und Gründer des Rockhouse waren Wolfgang Descho (seit 28 Jahren Geschäftsführer) und Michl Matschedolnig (Tontechniker † 06. Juli 2017, Salzburg ). Das Ziel war klar: Das Rockhouse sollte als Haus der Musik und der MusikerInnen ohne stilistische Grenzen werden. Ein ganzjähriges Angebot eines Konzertbetriebes, der die internationale wie auch die nationale Musikszene am „Puls der Zeit“ präsentiert.

Wolfgang Descho Geschäftsführer Rockhouse / Foto: Christa Linossi

Mittlerweile sind 28 Jahre vergangen und das Rockhouse hat mittlerweile einen sehr guten internationalen, wie nationalen Ruf und von hier aus begann schon der eine oder andere junge Musiker seine Karriere.

Seit der Pandemie mit Beginn des Frühjahrs 2020, stand auch das Rockhouse vor der Aufgabe, zwischen den wechselnden Auflagen für Veranstaltungen und dem allgemeinen Kulturauftrag zu balancieren. Es wurden Konzepte umgesetzt, die es ermöglichten, trotz der ungewöhnlichen Situation, das Publikum mit Programm zu versorgen. Man wich mit Hilfe der Produktionsfirma ATTIC, Livekonzerte per Streaming über Facebook und YouTube aus und belieferte so die Musik dem Zuschauer nach Hause. Des Weiteren wurden auch Konzerte der Local Heroes Reihe in Zusammenarbeit mit dem Sender FS1 als Streams übertragen.

Mit Herbst 2021 startet nun das Rockhous mit einem drei Monaten ausgerichteten Programm in die neue Saison.

Der Titel lautet: „WASH AWAY THE PAIN” und wird so interpretiert: „Der Kopf frei, das Herz voll – ein Gefühl wie neu geboren. Wer oft auf Live-Konzerte geht, kennt das. Viel zu lange mussten wir auf dieses Gefühl verzichten. Jetzt ist es an der Zeit die Säle wieder zu füllen, um den Schmerz aller abgesagten Konzerte weg zu waschen.“

Der Auftritt von LEMO wurde bereits 2x verschoben und findet jetzt am 07.09.2021 statt. Den Auftakt im Rockhouse macht LEMO der Sänger und Songwriter, geboren als Clemens Kinigadner und aufgewachsen in Graz. LEMO blickt auf eine Vielfalt an Bandprojekten und Live-Erfahrungen, die nun seit rund fünf Jahren in sein Projekt fließen.

Überblick für das Programm im Rockhouse ab Oktober 2021

https://www.rockhouse.at/Veranstaltungen

Schlusswort von WOLF ARRER Programmleiter / Bookingäftsführer

WOLF ARRER Programmleiter Rockhouse / Foto: Christa Linossi

Wir sind Optimisten und Pragmatiker. Wir nehmen die Dinge so, wie sie kommen, irgendwas was wir nicht ändern können, mit dem halten wir uns nicht lange auf. Unsere Energie lenken wir lieber auf die Musik und unsere größtmögliche Sicherheit für unser Publikum während einer Pandemie, um auch hier ein offenes Haus zu treiben. Somit soll sich am ABEND FÜR UNSER PUBLIKUM – einfach den Alltag mal vergessen – DIE BÜHNE WIEDER ÖFFNEN.

SCHMIEDE 21 „WAR“ „WE ARE RIGHT“ in Hallein

Alte Saline, Perner-Insel Hallein Schmiede 2021/ Foto: Christa Linossi

Die Schmiede 21 ist heuer wieder positiv über die Bühne gegangen. Diesmal mit dem Thema „WAR“. Klingt nach Krieg, hat aber mit Krieg nach Auskunft des Initiator Rüdiger Wasserbauer nichts zu tun, sondern versteht darunter „WAR“ als Akronym für „We Are Right“. Es geht um das Phänomen des „Recht-haben-Wollens um jeden Preis“. Diese Aussage beherrscht leider zunehmend das aktuelle Weltgeschehen.

Viele werden sich fragen? Was ist eigentlich die SCHMIEDE 2021? Um was handelt es sich hier?

Die Schmiede 21 wurde als Partnerbörse für kreativ Arbeitende von den beiden Oberalmer Rüdiger und Philipp Wassibauer am 1. Juni 2003 gegründet. Das Arbeitsfestival entwickelte sich auf einer soliden regionalen Basis und einem internationalen Netzwerk für Projekte und Ideen über alle Grenzen von Kunstgenres hinweg. Seit 2003 findet das Festival jährlich in der Alten Saline auf der Perner-Insel in Hallein (Salzburg) statt.

Bei der Schmiede 21 handelt es sich um eine kooperative Prototyping-Umgebung, die sich auf Kunst, Hacking und Entrepreneurship (Unternehmerschaft) konzentriert. Es ist ein Ort, an dem Ideen zum Tragen kommen, ein Kleinformat von Ars Electronica. Es ging hier um ein gemeinsames Suchen und Finden in der Medienkunst und -Kultur in Form von Skulpturen, Rauminstallationen, Video- und Audio-Installationen.

Heuer trafen sich rund 90 Teilnehmer*innen in der Alten Saline Hallein, um zusammen zu erleben, was in den zurückliegenden zehn Tagen im inspirierenden Ambiente der Alten Saline entstanden ist. Es gab am Ende des Projektes wieder eine Werkschau voller Erlebnisse für Augen, Ohren und Geist. Unterstützung kam von der Stadtgemeinde Hallein, das Land Salzburg und die Republik Österreich, so dass auch 2021 die Schmiede 21 wieder stattfinden konnte.

Interessant war das Projekt von Johannes Knop, der seinen ORCA Suitcase weiterentwickelte und praxistauglich machte. Worum ging es hier? Es ist ein Koffer, in denen fünf Korg Volcas via MIDI durch einen Computer – basierend auf der Programmiersprache ORC? – gesteuert wird. Als einzige Energiequelle dient eine handelsübliche Powerbank.

Johannes Knop ORCA Suitcase Schmiede 2021 / Foto: Christa Linossi
Johannes Knop ORCA Suitcase Schmiede 2021 / Foto: Christa Linossi

Das Projekt von Martina Fröschl die ein systematisches Konzept für ein Würfelspiel entwickelte. „Virus Dice“ oder „Leben ist ein Spiel von Wahrscheinlichkeiten und Zufällen. Ein Spiel, wo es um den Virus Corona und andere Infektionen und um unsere Gesundheit geht. Ein Aufklärungsspiel? Für viele Interessant und Lehrreich. Martina Fröschl ist vom Science Visualization Lab der Universität für angewandte Kunst Wien. Mit diesem Spiel will sie Überzeugungsarbeit für den wissenschaftlichen Zugang zu Covid-19: Visualisierung von SARS-Cov-2 zeigen.

Martina Fröschl „Virus Dice“ Schmiede 2021 / Foto: Christa Linossi
Martina Fröschl „Virus Dice“ Schmiede 2021 / Foto: Christa Linossi

Der aus den USA stammende intermedia Artist Matthew Mosher inszenierte eine Work-in-Progress Installation „inveiglement“ mit zerschnittenen Schockdecken, wie sie bei Unfällen verwendet werden, eine provokante Aussage, die sowohl auch Fragen aufwirft. Er hinterfragt unsere Prioritäten und unsere Rolle in den zugrunde liegenden materiellen Fragen.

Inveiglement Schmiede 2021 Hallein
Interactive Installation / Video von Matthew Mosher

Des Weiteren fand dann noch eine Show statt mit „Bühne frei für die Nachhaltigkeits-Talkshow der anderen Art „Hero Match – We Play Change“. Chris Schratt lud Publikum ein, die Fahrräder seiner Nachhaltigkeitstalkshow „Hero Match“ zum Spielen des Vintage Pixel Games zu nützen. Sechs Jahre lang durfte der Medienkünstler Chris seine Nachhaltigkeits-Talkshow auf der Schmiede Hallein weiterentwickeln. Begonnen hatte er mit einem Kaugummiautomaten und Jahr für Jahr kamen immer mehr Gegenstände hinzu und nun ist das Projekt vorläufig mal eine komplexe Installation, was sich aber jederzeit wieder ändern kann.  

„Hero Match – We Play Change“. Chris Schratt Schmiede 2021 / Foto: Christa Linossi
Chris Schratt Schmiede 2021 Multimedia Station / Foto: Christa Linossi

„Im Kern ist die Schmiede ein kreativer Austausch. Es geht darum, Dinge zu tun.“ Eric Wahlforss – CTO SoundCloud

Chat-Interview mit dem Künstler Roman Pfeffer

Bei einer Vernissage Anfang September 2021 im Traklhaus Salzburg, lernte ich den Künstler Roman Pfeffer kennen. Es handelt sich hier um eine Ausstellung in Kooperation mit der MAERZ Künstler- und Künstlerinnenvereinigung, Linz, nach Salzburg wird die Ausstellung in Linz gezeigt wird.

Roman Pfeffer, Ausstellungsansicht, Foto Rudolf Strobl

Zum Künstler Roman Pfeffer:

Die Arbeiten von Roman Pfeffer im Traklhaus und seine Arbeiten auf seiner Homepage sprachen mich sofort an und ich wusste, diesen Künstler muss ich interviewen und auf meinem Blog vorstellen.

Traklhaus – Roman Pfeffer / Foto: Christa Linossi

Linossiartstory: Deine Ausstellung im Traklhaus hat den „Schwerpunkt“: Maßnehmen, Dinge in Beziehung setzen – unter Umständen auch sich selbst – und dabei neue Parameter entdecken“. Was ist der Reiz darin?

Roman Pfeffer: Einmal sagte ich in einem Interview: Das Absolute macht mir eher Angst und das hat mit deiner Frage zu tun. Alles steht in Beziehung zueinander und kann sich jederzeit verändern. Ich nehme Dinge oder Themen des Alltags und beleuchte sie und so entsteht etwas Neues. Verschiebe ich eine Kleinigkeit, dann ist etwas, was vorher als absolut gegolten hat, danach nicht mehr richtig. Zum Beispiel im Falle der Gleichung 8 = 0, 176m2. Für diese Gleichung würde man in der Mathematikstunde eine 5 bekommen. Dadurch, dass, ich beim Kunstwerk andere Parameter heranziehe, ist diese Gleichung mathematisch richtig, obwohl das Ergebnis das Gleiche ist. Um das geht es immer wieder: Zusammenhänge verstehen und diese anzuwenden. Durch einen neuen Blickwinkel entdeckt man wieder etwas Neues.

Traklhaus – Roman Pfeffer / Foto: Christa Linossi

Linossiartstory:  Erzähl uns ein paar Worte über dich und was bewog dich Künstler zu werden.

Roman Pfeffer: Wenn ich zurückblicke, dann haben mich in meiner Kindheit immer wieder Listen begleitet. Ich habe Statistiken aufgestellt und fiktive Wettbewerbe abgehalten, bei denen ich durch Manipulation Einfluss genommen habe, wer am Ende auf Position 1,2,3… steht. Somit waren Zahlen, Mathematik und ihr Verschiebung relativ früh für mich interessant. Mit Kunst hatte das zu dieser Zeit nichts zu tun, aber mit Analyse und wie Verschiebungen durch Einflussnahme zustande kommen. Ich bin dann später in die Ortweinschule in Graz gegangen, wo ich einen Architekten als Lehrer hatte, der viel über Rhythmik, Reihung und Komposition gesprochen hatte und das interessierte mich. Dass ich dann an der Akademie der bildenden Künste gelandet bin, war am Ende eher die Neugierde an der Kunst. Eigentlich hatte ich am Beginn des Studiums wenig Ahnung, was zeitgenössische Kunst bedeuten kann. Darum passierte es auch, dass ich in der Malerei-Klasse von Gunter Damisch gelandet bin. Mit meinem aktuellen Wissen würde ich mich heute eher in einer Bildhauerei Klasse bewerben. Aber die Zeit im Studium ist auch dazu da, um herauszufinden, wohin der Weg gehen kann.     

Linossiartstory: Was beeinflusst dich und deine künstlerische Arbeit?

Roman Pfeffer: Kunstgeschichte, Dinge oder Inhalte, die uns umgeben, spielen bei meiner Arbeit eine Rolle. Manchmal finde ich ein Objekt, das lagert dann bei mir im Atelier und nach einer Weile entwickelt sich daraus ein Kunstwerk. Andere Arbeiten, wie die Mazzocchio Arbeiten, welche in der Ausstellung im Traklhaus zu sehen sind, knüpfen direkt an die Kunstgeschichte an.         

Linossiartstory:  Deine Arbeiten sind ausdrucksstark. Finden Deine Installationen auch im öffentlichen Raum oder nur in Galerien statt? Mit welchen Materialien arbeitest Du?

Roman Pfeffer: Am öffentlichen Raum habe ich großes Interesse, werde allerdings eher selten eingeladen dort etwas zu machen. Heuer stehen überraschenderweise gleich zwei Projekten an. Es gibt keine spezifischen Materialien, die ich verwende. Es verändert sich von Werk zu Werk und ist in Beziehung mit dem Inhalt der Arbeit zu sehen. Zum Beispiel bei den Arbeiten in der Ausstellung, bei denen ich die Linien eines Notenblattes herausgeschnitten habe, um eine Komposition entstehen zu lassen. Hier gibt die Arbeit schon das Material vor. Oder es gibt die kultivierten Zierpflanzen. Da habe ich die Blätter eines Gummibaums in eine Ahornform umgewandelt, indem ich die Blätter beschnitten habe. Da benötigt man die Fotografie, um diesen Eingriff weitertransportieren zu können.        

Linossiartstory: Interessant ist Deine Arbeit „Swip“, 2017, es ist wie ein Puzzlespiel, betrachtet man es genau, findet man Quadrate, Rhomben, Linien vor: was war hier dein Gedankenspiel dies zu kreieren?

Roman Pfeffer: Diese Arbeit hat als Ausgangspunkt eine Zeichnung des 16-teiligen Mazzocchio-Ringes mit achteckigem Querschnitt. Diese Zeichnung ist auf 32 Tafeln aufgemalt. Jede dieser Tafeln ist drehbar. Dreht man jetzt genau die Hälfte der Tafeln, so entsteht ein abstraktes Bild. Hier interessiert mich die Frage, ab wann etwas Reales abstrakt wird bzw. genügt Form und Farbe oder benötigen wir den Konex zur Abbildung. Ein weiterer Punkt ist das Wissen, das unsere Sehgewohnheiten prägt. Haben wir das Wissen, dass bei dieser Arbeit der 16teilige Ring die Grundlage ist, so vervollständigt unser Gehirn dieses Werk. 

Linossiartstory: In welchem Genre und Material fühlst du dich mehr zuhause?

Roman Pfeffer: Momentan ist es die konzeptuelle Bildhauerei, aber das kann sich schnell wieder ändern.

Linossiartstory: Gibt es Materialien, mit denen du besonders gerne arbeitest oder mit denen du zurzeit viel herumexperimentierst?

Roman Pfeffer: Holz hat den Vorteil, dass man sehr schnell ein Modell bauen kann, darum verwende ich das relativ oft.

Linossiartstory:  Nimmst du auch an Künstler-Symposien teil. Was bringt dies dem Künstler (Austausch, Erfahrung) 

Roman Pfeffer: Sehr selten bin ich bei Künstler-Symposien. Grundsätzlich ist das eine gute Erfahrung, aber ich bewerbe mich nie dafür, da ich im Atelier eher im Rückstand bin. Letztes Jahr wurde ich ins Silvrettatelier von Roland Haas für 2 Wochen ins Montafon eingeladen. Das war wunderbar und es ist auf 2000m Höhe einiges entstanden. Der Einfluss einer anderen Umgebung und das Zusammensein mit Kolleginnen, die man nicht kennt, hat natürlich etwas Reizvolles und bringt im Idealfall die Beteiligten einen Schritt weiter.

Linossiartstory:  Inwiefern ist die Vernetzung über Social Media heute für den Künstler wichtig?

Roman Pfeffer: Social Media ist mittlerweile ein Teil unserer Welt geworden und in dieser bewegt sich auch der Künstler Roman Pfeffer. Ob es lebenswichtig ist, das stelle ich in Frage, aber es ist eine Möglichkeit, die eigene Arbeit zu verbreiten. Was die schnelle Verbreitung aber auch mit sich bringt, ist, dass ähnliche Arbeiten von vernetzten Personen entstehen. 

Linossiartstory: Welches deiner Projekte ist Dir am meisten in Erinnerung geblieben und weshalb?

Roman Pfeffer: Es gibt Projekte, die sich an der Kante des Scheiterns bewegen, und die bleiben am stärksten in Erinnerung. 2015 realisierte ich eine Videoarbeit, bei der ich ein 17m langes Sportruderboot am Kopf rotieren ließ. Das Ruderboot war um 180 Grad gedreht, mein Kopf steckte zur Gänze im Rumpf und dann drehte sich das Ruderboot. Ich stand drinnen und hatte Angst um mein Leben, da ein Windstoß alles aus der Balance bringen hätte können. Die Arbeit bekam während des Drehs den Titel „Braintwister“, da man von der Außenwelt abgeschottet ist und das Boot durch die Drehung die Gehirnwindung ankurbelt.

Linossiartstory: Was bedeutet für Dich Erfolg?

Roman Pfeffer: Wenn die Rahmenbedingung es zulassen, dass ich meine Arbeit weiterentwickeln kann, dann ist es für mich Erfolg.  

Linossiartstory: Der Virus COVID 19 hat auch die Kunstszene lahmgelegt, wie ist es Dir ergangen und wie sieht die Zukunft aus.

Roman Pfeffer: Ich hatte das Glück, dass ich in den Covid – Lücken Ausstellungen hatte. Manche wurden ein wenig verschoben, die anderen verlängert und wenige abgesagt. Ein Skulpturenprojekt in Sydney wird jetzt schon das 2 Mal verschoben, aber da ich vorhabe, noch eine Weile auf dieser Erde zu bleiben, wird sich das schon noch ausgehen.

Linossiartstory: Wo würdest Du am liebsten in Europa für immer Stationiert sein?

Roman Pfeffer: Ich lebe jetzt schon mehr als 25 Jahre in Wien und arbeite auch immer wieder in Attnang-Puchheim. Wien als Base ist gut und ich denke es wird auch so bleiben. Wenn ein Sponsor mein Studio vergrößern könnte, dann wäre das ein Wunsch, der auf meiner Liste steht. Bei meiner Kunst ist es weniger wichtig, wo ich angesiedelt bin, sondern die Rahmenbedingungen vor Ort spielen eine größere Rolle.    

Roman Pfeffer, „11 m“, 2013/17, Maßband, Farbe, Holz, Installationsansicht Raum mit Licht

Linossiartstory:  Roman es war nett mit dir diesen Chat zu führen. Es war ein offener ausführlicher Chat, mit vielen interessanten Einblicken in deine Kunst. Für die Zukunft wünsche ich dir noch viele atemberaubende und interessante Abenteuer auf deinem Weg zur öffentlichen Kunst.

Danke für das nette Chat-Gespräch und alles Gute für die Zukunft.

Lazy Mazzocchio, 2017 Bildrecht Foto: Josef Schauer Schmidinger 

Die Ausstellung von Roman Pfeffer ist im Traklhaus/Salzburg noch bis zum 16. Oktober 2021 zu sehen

http://www.romanpfeffer.com/

When Love (Illusion) turns into longing?!

experimental photo work by © Christa Linossi 2021 – From the series Illusions. When Love (Illusion) turns into longing 

Liebe (die Illusion) und die Sehnsucht als Begleiterin gibt immer wieder Rätsel auf, es gibt keine Erklärung dafür!

Die Spirale dreht sich und darin befindet sich die Sehnsucht, die Liebe, der Verstand setzt aus, man kann sich aus der Spirale nicht befreien, sie dreht sich weiter…Sehnsucht ein starkes Element, eine brennende, verzehrende, ungestillte, unbestimmte Sehnsucht. Sie ist mit dem Gefühl verbunden, den Gegenstand der Sehnsucht nicht erreichen zu können.

YOUNG EXCELLENCE IN CONCERT

Universität Mozarteum Salzburg

Universität Mozarteum Salzburg / Foto: UNIMOZART

Die Geschichte des Mozarteums reicht bis ins Jahr 1841 zurück und wurde von herausragenden Persönlichkeiten wie Bernhard Paumgartner, Clemens Krauss, Paul Hindemith, Carol Orff, Nikolaus Harnoncourt und Sándor Végh geprägt. Als Musikschule wurde das Mozarteum vom Salzburger Dom-Musik-Verein gegründet. Im Jahr 1914 wurde es Konservatorium, 1953 Akademie, 1970 Hochschule für Musik und darstellende Kunst und schließlich 1998 Universität.

Universität Mozarteum Salzburg / Foto: UNIMOZART

All jährlich finden zwischen Juni und September Veranstaltungen statt. Studierende und Lehrende stellen sich der Öffentlichkeit in zahlreichen Konzerten, Theater-, Tanz- und Opernproduktionen sowie Ausstellungen, Symposien und Tagungen vor und bereichern das Salzburger Kulturleben.

PRE-COLLEGE IN CONCERT

Ziel des Lehrganges ist es, im Sinne der Begabtenfindung und Begabtenförderung talentierte Jugendliche frühzeitig zu erfassen und sie sowohl im Zentralen Künstlerischen Fach als auch in einem breiten musikalischen Umfeld bestmöglich zu fördern und sie auf eine spätere künstlerische Laufbahn hinzuführen. 

Mozarteum vocalEnsemble / Foto: Christa Linossi

Ich besuchte zwei Konzerte. „CARMINA BURANA“ war eines davon, welches im SZENE Theater Salzburg aufgeführt wurde. Das Konzert war sehr schön und ein Zusammenspiel zwischen den Instrumenten und dem Chor. Es ist eines der populärsten Chorwerke des 20. Jahrhunderts: Carl Orffs „Carmina Burana“. Jörn Andresen, Professor für Chorleitung verstärkt die Chorarbeit der Universität Mozarteum außerhalb der Universität, mit dem Ziel, den MozarteumUniChor für alle Studierenden in Salzburg zu öffnen. Die „Carmina Burana“ ist als Education-Projekt angelegt. Carl Orff schuf mit „Carmina Burana“ eines der bekanntesten und meistzitierten Chorwerke des 20. Jahrhunderts. Der Erfolg der szenischen Kantate beruht einerseits auf ihren fantasievollen Texten und den leichten Thematiken, die dem Mittelalter elegant und zeitlos neues Leben einhauchten.

Studierende der Schlagzeug- und Klavierklassen und Gesangsolistin / Foto: Christa Linossi

Jörn Andresen realisierte mit Studierenden der Klavier- und Schlagzeugklasse, Gesangssolist*innen und dem Mozarteum vocal Ensemble die „Carmina Burana“ am 25. und 26. Juni 2021 in drei Konzerten in der SZENE Salzburg. „Das große Plus von Carl Orff: die körperliche Rezeptionsmöglichkeit klassischer Konzertmusik. Das kann junge Leute auch heute noch begeistern“, so Jörn Andresen, der die Begeisterung für Chormusik mit „Carmina Burana“ und auch mit seinen zukünftigen Projekten vermitteln möchte. Langfristig ist ein universitätsübergreifender Studierendenchor für Salzburg geplant und damit eine Öffnung des Chorwesens für alle interessierten Studierenden.

Das zweite Konzert, welches ich besuchte, war das „Young Excellence in Concert“ wo drei junge Solist*innen vorgestellt wurden. Der erste Solist war der 11jährige Shang-En Hsieh, Konzert für Klavier und Orchester Nr.14 in A-Dur, KV 414 ein Allegro, Andante und Rondo von Wolfgang A. Mozart zum Besten gab. Dieses Konzert war sehr beeindruckend, der junge Pianist beherrschte das Klavier perfekt und spielte diese drei Stücke auswendig und mit einer Hingabe, dass Mozart ihm sicher auch gerne zugehört hätte. Shang-En ist Teil des Hochbegabungsförderprogramms des Leopold-Mozart-Instituts der Universität Mozarteum Salzburg, wo er von Prof. Andreas Weber in Klavier unterrichtet wird. Des Weiteren studiert er zudem Violine bei Prof. Igor Petrushevski vom Richard Wagner-Konservatorium. Nach Ende der Vorstellung wollte ich den jungen Pianisten fotografieren, da wurde mir klar, auf der einen Seite bereits die große Arroganz (begann mit 5 Jahren Klavier zu lernen und sechs Monate später war er in der Lage, Mozarts Klaviersonate in C-Dur KV 545 zu spielen. Er gewann viele Preise und nimmt an internationalen Wettbewerben teil) und auf der anderen Seite doch noch das Kind.

Shang-EN Hsieh Pianist 11 Jahre / Foto: Christa Linossi

Der nächste Solist war Damodar Das Castillo, der 2007 in Manila, Philippinen geboren wurde. Er ist der 1. Preisträger des Jugendmusikwettbewerbs Ludwig in Berlin 2020 in der Altersgruppe 2. Er spielte auf seinem Violoncello das Stück „Pezzo capriccioso op. 622“ von Pjotr. I. Taschikowski. Was ebenfalls beeindruckend war. Damodar ist seit 3 Jahren Student am Pre-College der Universität Mozarteum Salzburg bei Barbara Lübke-Herzl. Seine Studien werden unterstützt von Patron Group Chairman Ernesto T. Echauz der Standard Insurance Co., Inc. Philippinen.

Orchester mit Damodar das Castillo / Foto: Christa Linossi

Die dritte Solistin im Bunde war Zhonghan Chen, die 2003 in Shanghai geboren ist. 2013 wurde sie an der Musikgrundschule aufgenommen, die dem Shanghai Conservatory of Music angegliedert ist. 2019 wurde si am Pre-College der Universität Mozarteum Salzburg aufgenommen. Sie gewann einige Preise. Sie nahm an einer Europatournee mit Konzerten im Berliner Konzerthaus, in der Snape Maltings Concert Hall in London und beim Italien Bolzano Festival teil.

Zhonghan Chen Violine und Orchester / Foto: ChristaLinossi

Bei dem Young Excellence in Concertspielte sie mit ihrer Violine aus Wolfgang A. Mozart ein Konzert für Violine und Orchester Nr. 5 in A-Dur, KV 219 drei Stücke: „Allegro aperto“, „Adagio (KV261) und „Rondeau“.

Mit internationalem Austauschkonzerten und gemeinsamen Projekten pflegt die Universität Mozarteum weltweite Beziehungen zu befreundeten Musik- und Kunsthochschulen.

GALLERY WEEK_END SALZBURG vom 27-31 JULY 2021

GALLERY WEEK_END SALZBURG

27-31 JULY 2021

In der Kulturszene Salzburg wurde von der Wirtschaftskammer Salzburg ein neues Projekt für 5 Tage ins Leben gerufen. Das Neue Format nennt sich „Gallery WEEK_END Salzburg“. Es handelt sich hier um ein neues Veranstaltungsformat, das die qualitative Dichte der Galerien und Kunsträume dieser Stadt von nun an alljährlich in den Fokus rücken soll.

Rosella Biscotti, Live Feed, 2019 – Exhibition View, Witte de With, Rotterdam ©Kristien Daem_

Den Besucher*innen bietet sich an fünf Tagen die Möglichkeit, aufgrund eines kompakten und abwechslungsreichen Programmangebotes in den Galerien und Ausstellungsräumen, die vielfältige Kunstszene vor Ort zu erkunden.

Da gibt es zum Beispiel DIE ART WALKS, wie betrachten und erleben die Besucher*innen die KUNST? Es gibt für Jedermann/Frau professionelle Führungen, die auf charmante Weise zu einem Spaziergang durch die Galerien stattfinden werden. Die Besucher*innen erfahren Wissenswertes über die Ausstellungsorte, die dort gezeigten Werke und die betreffenden Künstler*innen. Mit dieser ART TOUR, die in 8 Tour Einheiten aufgeschlüsselt ist, lernen Sie Salzburgs Galerien hautnah kennen.

Kleine Lautsprecher werden an unterschiedlichen Punkten in der Galerie aufgestellt. Die Programmmusik und Geräuschmusik, die in Verbindung mit der Natur steht, wird abgespielt. Assoziationen und Emotionen sollen geweckt werden. Adumbratio-293-2020-Mischtechnik-mixed-media-100x70cm

25 Galerien nehmen an diesem GALLERY WEEK_END SALZBURG teil.

Lassen Sie sich überraschen und inspirieren, seien Sie neugierig und lassen Sie sich auf einen Spaziergang durch die Welt der Kunst ein.

Eröffnung GALLERY WEEK_END

Juli 27 @ 18:00 – 20:00

Empfang vor dem Museumspavillon, offizielle Eröffnung, musikalische Umrahmung

oenm2-c-Andreas-Hechenberger Foto: œnm © Andreas Hechenberger

Nähere Informationen über Galerien, Veranstaltungen finden Sie unter

SERPENTINE A TOUCH OF HEAVEN (AND HELL)

„Temporäre Kunstinterventionen entlang der Großglockner Hochalpenstraße“   von 2020 – 2022

Lichthoehe_Hoerl_Kozek_ Foto: Film, digitale Serienbildsequenzen 6K 12p, den Link zum Trailer des Films finden Sie unten  – die Vollversion ab Frühjahr 2021 |

Die Großglockner-Hochalpenstrasse, an sich schon ein eigenes Kunstwerk verbindet sich mit zeitgenössischer Kunst. SERPENTINE – A TOUCH OF HEAVEN AND HELL, so der Titel dieses Kunstprojektes welches 2020 bereits gestartet ist und bis 2022 weitergeführt wird.

Dieses Kunstprojekt bezieht sich auf die mäandernde Fahrt über die vielen Kehren der Großglockner-Hochalpenstrasse und zeigt gleichzeitig die problematische Beziehung von Kunst Avantgarde und Massen-Tourismus. Den Massen-Tourismus findet auch auf der Großglockner Hochalpenstrasse statt.

Kritische Kunst beansprucht heute für sich, den Konsum und die Zirkulation der Bilder, wie sie von der Tourismuswirtschaft in Umlauf gebracht werden, mit ihren Interventionen „kritisch“ zu unterlaufen.

Teaser for the upcoming film LICHTHÖHE, presentation in spring/summer 2021 Konzept, Buch und Regie: Thomas Hörl, Peter Kozek
Kamera, Licht und Bildregie: Victor Jaschke
2. Kamera, Lichtassistenz und Setfotografie: Francesca Centonze
Field Recording: Victoria Ferreri, Thomas Hörl
Ausstattung, Kostüm und Make-up: Thomas Hörl, Peter Kozek
Ausstattungsassistenz: Vito Baumüller
Produktionsassistenz: Victoria Ferreri
Schnitt, Postproduktion: Victor Jaschke
Sound Design: Alexander Martinz
Performer*innen: Vito Baumüller, Francesca Centonze, Victoria Ferreri, Flame, Gisli, Christina Gruber, Thomas Hörl, Victor Jaschke, Peter Kozec

Ich will aber im speziellen auf das Künstlerduo Peter Kozek & Thomas Hörl eingehen. Mich faszinierte der inszenierte Film LICHTHÖHE. In diesem Kurzfilm werden die Schichten eines architektonisch-tektonischen Gesamtgebildes, in dem sich Erd- und Menschheitsgeschichte, Ehrfurcht und Konsum, Tradition und Ausnahmezustand überlagern, gezeigt. Die Überlegung war, wie kann man sich hier in ein skulpturales Projekt einschreiben? Es entstand daraus die Idee, einen Film zu drehen, der aufgrund des Straßenverlaufes selbst mit den verschiedenen signifikanten Orten in Verbindung tritt. Die Künstler befassten sich auch mit der Geschichte der Großglockner Hochalpenstrasse, wo sie verschiedene Ebenen entdeckten, unter anderem die Ursprünge der Tauern. Tauern heißt „Hoher Alpenübergang“ und vor 3.500 Jahren wagten bereits die Menschen den Weg über das 2.504 m hohe Hochtor. Kelten und Römer nützten die kürzeste Nord-Süd-Verbindung vorwiegend, um Handel zu treiben. Das war auch die Grundlage für den Film, wo Säumer und Pferde in dem Film vorkommen sollten, aber auch der moderne Verkehr. Gleichzeitig kommt aber auch die Beschäftigung mit Mythen, Sagen und Bräuchen nicht zu kurz. In Zusammenarbeit mit dem Kameraman Viktor Jaschke wurde 10 Tage lang am Großglockner gedreht. Der Film wurde teilweise am Tag und in der Nacht gedreht und künstlich wiederum in die Nacht versetzt. Warum? Man wollte den konventionellen schönen Werbeaufnahmen, die Jedermann/frau kennt, entgegenhalten. Des Weiteren kommt in dem Film, auch eine Performance vor, wo Darsteller*innen in bunten großen Reifröcken sich präsentieren.

Künstlerduo Peter Kozek & Thomas Hörl vor dem Kino-Container / Foto: Christa Linossi

Der Hintergrund stammt aus der Geschichte, wo die vornehmen Damen aus der Stadt, auch ihre Reifröcke auf dem Großglockner trugen. Irgendwie absurd, Reifrock am Großglockner Hochalpengebirge, aber zum damaligen Zeitpunkt war es eben anders.

Dies war auch ein Grund, diese Szene in den Film einzubauen. So entstand ein interessanter Film zwischen inszenierter Natur und Ingenieurskunst, mit der ästhetischen Erfahrung, in dem Vertrautem fremd und Fremdes vertraut wird.

LICHTHÖHE, der Titel der Arbeit ist ein Wortspiel, das Höhe mit Leichtigkeit verbindet.

Auch die anderen mitwirkenden Künstler brachten sich an diesen Orten mit ihren performativen Inszenierungen in Historischen und zeitgenössischen Rituale ein.

So zum Beispiel der Künstler Ralo Mayer der sich mit den Testfahrzeugen zukünftiger Modelle von namhaften Automobil-Konzernen auseinandersetzte. Es handelt sich um die sogenannten Erlkönige, wo zukünftige Modelle von namhaften Auto-Konzernen in den Extremsituationen der Großglockner Hochalpenstrasse auf ihre Alltagstauglichkeit geprüft werden. Diese Modelle tragen eine spezielle Tarn-Tracht. Deren Muster sollen sie nicht in Unsichtbarkeit verstecken, sondern in aller Auffälligkeit zeigen: Die aufgeklebte Folie dient als Ablenkungsmanöver, das die konkreten Umrisse verschwimmen lässt.

„Eisbändiger“, wird zum Erlkönig Projekt Ralo Mayer / Foto: Christa Linossi
59A2660_web_R_Mayer_by_Thaler einen Tag später strahlender Sonnenschein, während es bei der Pressekonferenz ein „mieses Wetter“ hatte

Auf diesen Ansatz passierte Ralo Mayers Projekt. Er stellte (Beginn 2020) zuerst entlang der Straße, ein Lager mit gebrauchten Autoteilen dieser „Erlkönige“ auf. 2021 wendet er jedoch das Prinzip auf einer blauen Rotations-Schneefräse „System Wallack“ an. Diese Schneefräse wurde vom Erbauer Ing. Wallack entwickelt und 1053/54 in Betrieb genommen.  Diese Schneefräse der Naturbeherrschung durch Technik, der „Eisbändiger“, wird zum Erlkönig, deren Muster er aus ausgewählten historischen und aktuellen Abbildungen dieser Straße collagiert und in der Tarn-Tracht versteckt sind.

„Erlkönig“, Kurator: Hannes Zebeding, Künstler: Ralo Mayer / Foto: Christa Linossi

Die Künstlerin Anna Meyer setzt sich mit den Landschaftsmalern des frühen 19. Jahrhunderts auseinander, die mit ihren idealisierten Darstellungen der Alpen maßgeblich dazu beigetragen haben den Berg-Tourismus ins Leben zu rufen. Anna Meyer bringt ebenso schöne Landschafts-Ölbilder auf den ersten Blick hervor, jedoch integriert sie mit ihren Original-Gemälden die typischen touristischen Display-Techniken entlang dieser Erlebnislandschaft mit ein.  Der Aspekt der Angst kehrt mit diesen Bildern wieder in die Alpen zurück: Nicht mehr Dämonen lösen die Angst aus, sondern die Fahrt aufnehmenden Folgen der menschlichen Eingriffe in die Natur.

Landschafts-Ölbild von Anna Meyer vor der Kulisse dem Großglockner / Foto: Christa Linossi

Iris Andraschek und Hubert Lobnig stellen gebrauchte Autos entlang der Straße ab, die durch den spezifischen Standort und die liebevolle individuelle Gestaltung ihres Innen- und Außenraums Einblicke in Welten eröffnen, die die Künstlerin und der Künstler in der touristischen Erlebniswelt als verdrängt empfinden.

Gebrauchtwagen, Knüpf- und Webteppiche, Foto: Künstler Iris Andraschek und Hubert Lobnig

Das Projekt thematisiert die durch die Straßenführung inszenierte Landschaft als „Schwellensituation“, in der „Mobilität“ einerseits und „Bühne“ andererseits. Kunst im öffentlichen Raum, auf einer der beliebtesten Hochalpenstraße, eben der Großglockner-Hochalpenstrasse bis auf 3.700 m zu erleben, hat das gewisse ETWAS.

Mitwirkende Künstler*innen an diesem Kunstprojekt sind: Iris Andreaschek & Hubert Lobnig, Peter Kozek & Thomas Hörl, Ralo Mayer, Anna Meyer und Hannes Zebeding.

Kurator: Michael Zinganel.