AM FENSTER KLEBT NOCH EINE FEDER

Maria Lassnig

Foto: © Christa Linossi

Worum geht es in diesem Buch?

Maria Lassnig (1919-2014) pflegte Freundschaften mit zeitgenössischen Dichterinnen und Dichtern. Sie war eine große Leserin vor allem österreichischer Autorinnen und Autoren. Besonders verbunden fühlte sie sich Ingeborg Bachmann und Peter Handke, die beide in Kärnten geboren wurden.

Mit der Feder als Schwester des Pinsels – der Gegenstand kann derselbe sein, nur die künstlerischen Ausdrucksmittel unterscheiden sich – beschrieb Lassnig gerne die Verwandtschaft der beiden Kunstgattungen. Maria Lassnig konzentrierte sich ganz auf die bildende Kunst, daneben besaß sie literarische Fähigkeiten, die in den Texten zu ihren Filmen, in Briefen und Notizen zum Ausdruck kommen. Was Lassnig im Bereich der Literatur geschaffen hat, wird in diesem Band in Erinnerung gerufen. Möge der Leser, die Leserin eine Ahnung von der lichten Weite der Autorin Maria Lassnig bekommen.

Eine kleine Anekdote, die dem Buch entnommen ist: „Da ich der Ansicht bin, dass es ungeheuer viel mehr Dinge in der Welt gibt, Dinge, die man nicht mit Wörtern ausdrücken kann, die noch nicht in Wörtern ausgedrückt sind, also mehr Dinge gibt es als Wörter – will ich in der Kunst auch nicht mit viel Wörtern beginnen“.

Dieses Buch ist es wert zu lesen?

Wenn Sie sich für die Künstlerin Maria Lassnig interessieren. Dann wird Sie auch interessieren, wie sie sich in Worten ausgedrückt hat. In diesem Buch finden Sie eine Fülle von kleinen Anekdoten. Zum Schmunzeln, aber auch zum Nachdenken. Wie sagte Peter Handke so treffend über Maria Lassnig: „Maria Lassnig war nicht nur eine Malerpersönlichkeit, sie war auch eine schreibende Persönlichkeit“.

Maria Lassnig Biografie:

Bildende Künstlerin, geboren 1919 in Kappel am Krappfeld/Kärnten, gestorben 2014 in Wien. 1940 fährt Maria Lassnig mit dem Fahrrad von Kärnten nach Wien, wo sie an der Akademie der bildenden Künste Malerei studiert. Ab den späten 1940er Jahren Arbeiten zum Körperbewusstsein, die ihr Lebenswerk prägen werden. Mit Arnulf Rainer reist Lassnig 1951 nach Paris und bringt die informelle Kunst nach Österreich.

In Paris (1960-1968) nimmt Lassnig Einflüsse der Pop-Art auf. In New York (1968-1980) experimentiert sie auch mit Film. Ab 1980 Professorin an der Hochschule für angewandte Kunst in Wien: Sie unterrichtet Malerei und gründet ein Trickfilmstudio.

Ihre Ferien verbringt sie am liebsten in ihrem Kärntner Landatelier in Feistritz im Metnitztal. Lassnig vertrat Österreich 1980 auf der Biennale in Venedig und stellte ihre Werke auf der documenta, in Amsterdam, Paris, London und New York aus. Im Jahr 2013 wurde sie auf der Biennale von Venedig mit dem Goldenen Löwen für ihr Lebenswerk ausgezeichnet.

Herausgeber dieses Bandes:

Peter Handke: geb. 1942 in Griffen/Grebinj, Österreich, Schriftsteller

Barbara Maier: geb. 1961 in Gemmersdorf, Österreich, Kuratorin

Lojze Wieser: geb. 1954 in Klagenfurt/Celovec, Österreich, Verleger

Wieser Verlag (wieser-verlag.com)

Antony Gormley – Nightwatch –

in der Kollegienkirche Salzburg

großformatiger Skulpturen des britischen Bildhauers Antony Gormley / Foto: © Christa Linossi

Sie ist Salzburgs Kunstkirche, ein neuer Ort der Spiritualität, an dem die Auseinandersetzung mit zeitgenössischer Kunst und Künstlerinnen immer wieder Teil des Programms ist.

Derzeit ist im Rahmen der Salzburger Festspiele 2023 bis zum 13. August 2023 eine wunderbare Ausstellung in der Kollegienkirche zu sehen.

Gezeigt wird eine Gruppe großformatiger Skulpturen des britischen Bildhauers Antony Gormley (*1950). Es handelt sich um fünf Skulpturen aus der Tanker-Serie des Künstlers, die in einen bildnerischen Dialog mit der Ouverture spirituelle zum Thema „Lux aeterna“ treten.

Die fünf Stahlskulpturen sind dem menschlichen Körper nachempfunden. Ihre Masse verwandelt sich in dunkle, sich ständig ausdehnende Hohlräume, die in hermetisch abgeschlossenen „Tanks“ gehalten werden. Die Figuren stehen in einer Reihe und wenden sich dem Betrachter beim Eintreten zu. Verbeugen sie sich vor Gott oder sind es Verbeugungen vor der Erde?

Skulptur die sich verneigt Antony Gormley / Foto: © Christa Linossi

Die dunklen, bis zu 387 kg schweren Stahlfiguren bilden einen optischen Kontrast zur luftigen „Weißen Kirche“, die 1696-1707 nach Plänen von Johann Bernhard Fischer von Erlach erbaut wurde und den Wissenschaften gewidmet ist.

Die sich auftürmenden schwarzen Phänomene dringen in die geistige Sphäre ein und schaffen sich Raum.

Skulpturen des britischen Bildhauers Antony Gormley / Foto: © Christa Linossi

Nachsatz: Der britische Bildhauer Antony Gormley (*1950) gilt als einer der bedeutendsten Künstler unserer Zeit, der die Skulptur neu definiert hat. Eine Auswahl seiner Zeichnungen schmückt das Programmheft der Salzburger Festspiele 2023, eine davon – Sight (1987) – wurde zum ikonografischen Emblem der diesjährigen Festspiele gewählt. In diesem Werk weitet sich ein Blick in die Ferne oder ein schmaler, laserartiger Strahl öffnet einen Spalt in die Ewigkeit.

Die Ausstellung findet im Rahmen der Salzburger Festspiele 2023 statt und ist eine Kooperation mit der Galerie Thaddaeus Ropac.

Ein Besuch der Ausstellung lohnt sich!

Don’t Let me down!

experimental photo work by © Christa Linossi 2023 – From the series „Dreams“

I was inspired by the song „Don’t let me down! Don’t let me down, we encounter this statement constantly and daily. It is a jumble of language, a jumble of images and again and again this phrase appears in our vocabulary: „Don’t let me down“.

Brandneue Arbeit von Christa Linossi zum Theaterstück „Jedermann“ Christa Linossi 2023

Ein großer Schauspieler ist für immer von der Weltbühne abgetreten:

Peter Simonischek

Peter Simonischek Aufführung „Jedermann“ (23.07.2007) Foto: © Rudi Gigler

NACHRUF ZUM TOD VON PETER SIMONISCHEK

Wie eine Bombe schlug die Nachricht vom Tod eines der besten Schauspieler Österreichs ein.

„Einer der ganz großen Schauspieler ist von uns gegangen. Peter Simonischek war fast ein Jahrzehnt lang ein unvergleichlicher Jedermann. Mit seiner einzigartigen Bühnenpräsenz füllte er die beeindruckenden Dimensionen des Domplatzes mit Leichtigkeit, mit jeder Zelle seines Körpers war er dieser Jedermann. Peter Simonischek war mit einem Übermaß an Qualität gesegnet, er war das, was man im besten Sinne des Wortes einen Publikumsliebling nennt – und das völlig zu Recht“, so Intendant Markus Hinterhäuser in einer ersten Stellungnahme.

Peter Simonischek, geboren 1946 in Graz, verbrachte seine Gymnasialzeit im Internat des Stiftsgymasiums in St. Paul im Lavanttal, wo er bereits mehrmals im Schülertheater auftrat.

Während der Gymnasialzeit wuchs Simonischeks Interesse an der Schauspielkunst und er inskribierte heimlich – sein Vater wollte, dass er Medizin studiert – an der Akademie für Musik und darstellende Kunst in Graz. Nach Abschluss seines Studiums war er zunächst am Stadttheater St. Gallen, in Bern, am Staatstheater Darmstadt und am Schauspielhaus Düsseldorf engagiert.

Von 1979 bis 1999 war er Ensemblemitglied der Berliner Schaubühne unter der Intendanz von Peter Stein. Seit der Spielzeit 1999/2000 war Peter Simonischek Ensemblemitglied des Wiener Burgtheaters.

Im Jahr 2002 übernahm Peter Simonischek in der Neuinterpretation des Gründungsstücks der Festspiele durch Christian Stückl die Rolle des JEDERMANN. Acht Jahre lang und 91-mal, so oft wie kein anderer, verkörperte er den reichen Mann auf dem Domplatz. Simonischek interpretierte die Rolle als brutalen Kapitalisten und scheiternden Machtmenschen. Damit wurde Peter Simonischek zu einem der besten JEDERMANN-Darsteller, und es hat – seit den sechziger Jahren und nach 2009 – keinen Besseren mehr gegeben. Er beherrschte die Riesenbühne souverän, kraftvoll und rücksichtslos.

Peter Simonischek Aufführung „Jedermann“ (23.07.2007) Foto: © Rudi Gigler

In seiner Abschiedsrede an das Jedermann-Ensemble sagte Simonischek 2009: „er habe sich bereits mit acht Jahren in den Jedermann verliebt: „Da gab es in unserem Schullesebuch ein Foto von einem Schauspieler, der an einer gedeckten Tafel stand, einen Blumenkranz in den Haaren hatte, mit strahlender Miene einen Becher hochhielt und scheinbar eine launige Rede hielt. Über seine Schulter schaute der Tod mit nacktem Schädel und Gerippe. Der Bekränzte in Siegerpose schien den Gesellen hinter sich noch nicht zu bemerken, während die schöne Frau an seiner Seite schon entsetzt auf die Erscheinung starrte. Ein Bild von hoher Dramatik und metaphorischer Kraft, dass mich als Kind faszinierte und das ich immer wieder ansehen musste. Als Bildunterschrift stand: Hugo von Hofmannsthal, Jedermann, Attila Hörbiger und Judith Holzmeister am Domplatz in Salzburg.“

Im Jahr 2012 kehrte er als Kurfürst in Heinrich von Kleists Prinz Friedrich von Homburg auf die Festspielbühne zurück. 2016, zu seinem 70. Geburtstag, übernahm er die große Altersrolle des Prospero in Shakespeares „Sturm“ auf der Perner Insel.

Salzkammergut Festwochen (13.07.2022) Peter Simonischek liest aus „Die kleine Komödie“ von Arthur Schnitzler, das Bild zeigt den Schauspieler Peter Simonischek während seiner Lesung im Stadttheater Gmunden Foto: © Rudi Gigler

Ein großer Schauspieler hat die Weltbühne für immer verlassen, die Salzburger Festspiele trauern und „die schwarze Fahne, die ab heute am Festspielhaus wehen wird, ist auch ein Zeichen der Trauer und der Dankbarkeit für das, was Peter Simonischek bei den Salzburger Festspielen geleistet hat“, erklärte das Festspiel-Direktorium.

PIKTORIALISMUS!

DIE KUNSTFOTOGRAFIE UM 1900

In der Albertina Modern in Wien läuft zurzeit eine sehr interessante Ausstellung.

Franz Kaiser
Zwei Mädchen in einer Blumenwiese, um 1910
Autochrom
ALBERTINA, Wien. Dauerleihgabe der Höheren Graphischen Bundes-Lehr- und Versuchsanstalt

Piktorialismus, was genau ist das? Der Piktorialismus ist eine kunstfotografische Stilrichtung, die um 1900 sich auftat. Ziel des Stiles war es, nicht lediglich ein bloßes, einen Augenblick in der Realität festhaltendes Abbild des Motivs herzustellen, sondern eine symbolische Darstellung von Gemütszuständen zu erzielen. Des Weiteren war es Ziel des Piktorialismus, die Fotografie als vollwertiges künstlerisches Ausdrucksmittel zu etablieren. Anfangs orientierte man sich am Natualismus in der Malerei, danach auch am Impressionismus.

Mit dieser Ausstellung beleuchtet die ALBERTINA erstmals ein bedeutendes Kapitel in der Geschichte der österreichischen Fotografie. Es entwickelte sich kurz vor 1900 eine Bewegung, deren Hauptanliegen die Gleichstellung der Fotografie mit der bildenden Kunst gleichgestellt werden sollte.

Anton Josef Trčka
Baumgesäumter Bachlauf, ca. 1913
Öldruck
ALBERTINA, Wien, Dauerleihgabe der Höheren Graphischen Bundes-Lehr- und Versuchsanstalt

Rund um die Jahrhundertwende bildet sich im Habsburgerreich eine Schule der Fotografie von weltweiter Strahlkraft. Es entstand ein lebendiges, vor allem von wohlhabenden Amateuren wie Heinrich Kühn (er war ein deutsch-österreichischer Fotograf und Fotopionier. Er gehörte der Künstlergruppe Wiener Kleeblatt an), getragenes, international tätiges Netzwerk und im Rahmen des exklusiven „Camera-Club“, in dem die fünf reichsten Männer der Monarchie ihrem Hobby, der Fotografie nachgingen.

Rudolf Koppitz
Bewegungsstudie, 1926
Gummidruck
ALBERTINA, Wien, Dauerleihgabe der Höheren Graphischen Bundes-Lehr- und Versuchsanstalt

Es waren enge Beziehungen zur progressiven Kunstszene der Wiener Secession und brachten mit Hilfe aufwändiger Drucktechniken bildgewaltige, an der Malerei geschulte Kompositionen hervor. Maßgeblich durch den Piktorialismus wurde auch die gewerbliche Porträtfotografie beeinflusst.

Die Kunstfotografie erlangte ihren späten Höhepunkt in den 1920er Jahren durch Rudolf Koppitz (er war ein österreichischer Fotograf, der vor allem mit Aktbildern, die in ihrer Formgebung und Ausgestaltung teils dem Jugendstil, teils dem Konstruktivismus nahestanden) und andere berühmte Studentinnen und Studenten der ehemaligen k.u.k. Graphischen Lehr- und Versuchsanstalt Wien.

Die Ausstellung ist deshalb sehenswert, weil es ein Rückblick in die Fotografie vor 123 Jahren ist. Diese Art von Fotografie war damals zeitgenössisch und heute befinden wir uns im digitalen Zeitalter, dass ein ganz anderes Bild erzeugt, inzwischen werden Bilder auch mit Künstlicher Intelligenz erzeugt.

https://www.albertina.at/albertina-modern/ausstellungen/piktorialismus/

SOKO LINZ Zweite Staffel 2023

Daniel Gawlowski, Katharina Stemberger Foto: © Christa Linossi

Entstanden ist dieses Sendeformat „SOKO“ 1978 und es wurde zu einem Erfolgsformat, dass sich bis heute gehalten hat. Die erste Serie des Formats entstand 1978 unter dem Titel SOKO 5113.

Wer kennt sie also nicht diese Krimiserie SOKO die quer durch Österreich und Deutschland über die Bildschirme flimmert.

 Pressekonferenz Anfang Februar 2023 wurde die zweite Staffel (gedreht von Mai bis September 2022) SOKO LINZ vorgestellt. Mit 13 neuen Folgen und spannenden, vielseitigen, grenzüberschreitenden Fällen können sich die Zuseherinnen und Zusehern dieser Serie erfreuen.

v.l.n.r.: Produzent Florian Gebhardt, Generaldirektor des ORF Mag. Roland Weißmann, Schauspieler Daniel Gawlowski, Schauspielerin Katharina Stemberger, ORF TV Mag. Katharina Schenk und Landesdirektor des ORF Oberösterreich Klaus Obereder Foto: © Christa Linossi

Neben neuen Drehorten, die das facettenreiche Linz und seine Umgebung abbilden, geht es diesmal nicht nur zu den verschiedensten Ecken der Landeshauptstadt Linz, sondern auch an den Attersee, ins Eferdinger Becken, an den neuen Medizin-Campus der Kepler Universität und sogar über die Grenzen hinaus bis nach Tschechien.

Diese Staffel sorgt für noch mehr Action, Spannung, Konflikte, persönliche Geschichten der verschiedenen Figuren und Auseinandersetzung mit sehr aktuellen Themen.

Die Hauptdarsteller: v.l.n.r.: Alexander Pschill, Anna Hausburg, Paula Hainberger, Miriam Hie, Katharina Stemberger, Daniel Gwalowski, Damian Andreev Foto: © Christa Linossi

In den Hauptrollen sind Katharina Stemberger die die Chefinspektorin Joe Haizinger darstellen wird. Daniel Gawlowski ist Ben Halberg als Kriminalhauptkommissar, der es mit seinem psychologischen Geschick stets, die Ermittlungen voranzutreiben weiß. Anna Hausburg spielt Nele Oldendorf, die in ihrem Job gut angekommen ist und unterstützt ihr Team professionell und sympathisch. Alexander Pschill ist Dr. Richard „Richie“ Vitek hält sich als Gerichtsmediziner immer mit seiner Meinung zurück und sagt, was er sagen muss, wenn er es sagen kann – keine Vermutungen, das ist die Devise. Damyan Andreev ist Aleks Malenov der sich mehr und mehr in sein Team einbringt, seine Recherchearbeit und rasche Auffassungsgabe sind eine große Stütze bei den Ermittlungen. Paula Hainberger ist Emilia Ertl, die sich vom Teenager zur einer jungen Frau entwickelt und sich mit ihrem Vater Ben (Kriminalhauptkommissar) nicht arrangieren kann und Miriam Hie ist Yara Nejem, die immer wieder versucht Familie und Beruf unter einen Hut zu bekommen.

Blicken wir auch einmal hinter die Kulissen des Entstehens der Serie: Was bedeutet es ein Jahr lang auf der Suche, um eine Staffel zu drehen. Es sind 97 Arbeits- oder Drehtage die Kamera zu positionieren, dann 7 Hauptdarstellerin und Hauptdarsteller, die vor der Kamera stehen. 64 Episoden Darstellerin oder Darsteller müssen gefunden werden, dann kommen an die 1000 Komparsen und Komparsinnen hinzu. 732 Szenen wurden gedreht, wo man auch 732 Drehorte finden musste. Dann kommt es auf die Perspektiven darauf an, wo stehen die Kameras wo die Schauspieler, wo ist der Lichteinfall usw.

Regie führten: Kim Strobl, Martin Kinkel und Claudia Jüptner-Jonstorff.

Es ist eine Koproduktion von ORF und ZDF, hergestellt von Gebhardt Productions mit Unterstützung vom Land Oberösterreich. Die Drehorte waren Linz und Umgebung sowie Tschechien.

Zweite Staffel ab 7. Februar 2023 / Dienstag 20:15 Uhr ORF 1

Ich bin für meine Leser und Leserinnen immer am Puls der Zeit und informiere Sie über aktuelles Kultur- und Kunstgeschehen

WINTERSONNWENDE?

Foto: . (© Kulturhof)  

Ja, es gibt auch eine Wintersonnenwende und genau diese Wintersonnenwende wird im Kulturhof Stanggass / Bischofswiesen / Berchtesgadner Land am Thomastag, Mittwoch, 21.12.22 gefeiert.

Am Aussichtspunkt „Highlight“ wird ein Sonnwendfeuer entfacht werden, dazu gibt es Punsch, Glühwein und Stockbrot.

Was ist ein Stockbrot??  Als Stockbrot wird eine Brotsorte bezeichnet, bei der der Teig, häufig ein Hefeteig, um einen Stock gewickelt und über der Glut eines offenen Feuers gebacken wird. Klingt doch interessant? Oder? Genau dass wird zu dieser Wintersonnenwende angeboten.

Aber dies ist noch nicht alles!

Sepp Höllbacher liest Rauhnacht-Geschichten und wird von den Musikanten der Drogzapfn Buam begleitet. Das Programm startet um 17.00 Uhr mit Geschichten für Kinder, ab 18.00 Uhr gibt es Geschichten für Erwachsene.

. Foto: (© Kulturhof)  

Außerdem gibt es einen kleinen Verkaufsstand von Weihrauchprodukten.

Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
Die Veranstaltung findet nur bei geeignetem Wetter statt (nicht bei Regen). Weitere Infos unter https://www.kulturhof.bayern/events/winter-sonnwende

Es ist mit Sicherheit eine „bayrische“ gemütliche „Gschicht“.

„Commonwealth of Australia“ und der HAUTKREBS  KUNST MACHT AUFMERKSAM

Der bekannte US-Fotograf Spencer Tunick ist für seine weltweiten Installationen mit nackten Menschen bekannt. Mit seinen Kunstinstallationen, will er auf verschiedene Themen wie Klima, Umwelt, Politikum usw. Aufmerksamkeit erregen.

Seine letzte Aktion fand im November 2022 in Sydney am Bondi Beach statt. Normalerweise tummeln sich hier die Surfer und somit wurde der Surf-Strand für einen Tag zur FKK-Zone, wo sich etwa 2.500 Freiwillige splitternackt auszogen, um für Spencer Tunick zu posieren.

Es ist ein friedliches Bild!

Thousands strip off at Bondi Beach for Spencer Tunick art installation / Video: Aired: ABC Weekend Breakfast, Saturday 26 November 2022 Reporter: Ruby Cornish Camera: Peter Rothwell

Hintergrund dieser Aktion ist HAUTKREBS! Australien ist weltweit das Land, das laut World Cancer Research Fund am schlimmsten von Hautkrebs betroffen ist. Australien hat, verursacht durch die Nähe zum Ozonloch über der Antarktis, die höchste Hautkrebsrate der Welt. Jährlich sterben 1.000 Menschen an verschiedenen Formen dieser Krankheit.

Nachdem die australischen Behörden die geltenden Regeln (Corona) gelockert hatten, war es möglich diese Installation mit nackten Menschen am Bondi Beach durchzuführen. Dicht an Dicht im Stehen oder im Liegen, aber man sah die Menschen nur von Rückwärts.

Der US-Fotograf Spencer Tunick will mit seinen Arbeiten die Aufmerksamkeit auf Hautkrebs hinweisen und gleichzeitig startete er einen Aufruf zu Vorsorgeuntersuchungen zu gehen. 2020 waren 1,8 % aller Krebserkrankungen bösartige Melanome. Die Zahl der Teilnehmer entsprach etwa der Zahl an Australiern, die jedes Jahr an HAUTKREBS sterben.

Dies war sicher eine Kunstinstallation mit TIEFENWIRKUNG.

THE GAME IS OVER

„DER BLICK NACH AUSSEN“

Der Vorarlberger Künstler Hermann Präg in Salzburg!

Künstler Hermann Präg / Foto: © Christa Linossi

KULTUR ANIF widmete ihm eine Ausstellung seiner Werke.

Es sind Arbeiten, die einen tiefen Einblick in das Innere zeigen, aber auch den „Blick nach Außen“ freigeben. Die Fotos sind zum Großteil schwarzweiß Arbeiten. Schwarz dominiert auf alle Fälle, aber die hellen Formen und Flächen geben der Fotografie wiederum die Aussagekraft jeden Bildes.

Da ist zum einen eine Arbeit, ich tippte auf ein Kellerfenster, ist es aber nicht, es handelt sich um ein Hotel in Wien. Hier arbeitete der Künstler eine Frequenz heraus, die einen kleinen Ausschnitt aus einer Glaswand darstellt und so einen interessanten Blick nach Außen freigab aber doch wieder ins Innere reflektierte.

Hermann Präg „Der Blick nach Außen“ Foto: © Christa Linossi

In einem Gespräch teilte mir der Künstler mit, er fotografiere Digital und mit RAW-Format, er sucht sich von den Objekten jeweils einen Ausschnitt heraus und bearbeitet die Fotografie, wie es seinerzeit analog im Labor passierte, passiert es jetzt am Computer. So gesehen, entstehen auch hier des Öfteren die sogenannten Wow Effekte. Bei der Fotografie kommt es auch sehr viel auf die Lichtverhältnisse an. Des Weiteren welche Formen, welchen Ausschnitt, kann man, soll man in den Fokus stellen.

Eine Arbeit „Fähre“, die mir persönlich sehr gut gefällt, ist eine Arbeit, die auf den ersten Blick, eine Landschaft wie Wüste aussehen lässt.  Spuren winden sich durch die Fläche, man ist geflasht und verliert sich in den Spuren. Diese Fotografie ist allerdings ein See, ein sehr bekannter See, nämlich der Bodensee. Er präsentiert sich wie eine Goldfarbene Landschaft. Wieder werden Fragen aufgeworfen. Es sind die Oberflächen, die nicht exakt identifiziert werden können. Eine Fotografie, die wahrscheinlich vom Berg aus zustande kam, wurde hier der See durch die abendliche Sonne im Sommer unter besonderen Umständen von der Oberfläche des Bodensees sehr breit und gleichmäßig reflektiert. Die Oberfläche verwandelte sich in eine weiß glänzende Oberfläche, so die Aussage des Künstlers. Eine kleine Blende dämpfte ihre Intensität. Zur großen Überraschung kam eine Goldfarbe – die sonst dem menschlichen Auge verborgen bleibt – zum Vorschein.

Hermann Präg „Der Blick nach Außen“ „Fähre“ Foto: © Christa Linossi

Die Arbeit „Fragile Schicht“ deutet auf viel geheimnisvolles hin. Handelt es sich um eine Flüssigkeit die verschüttet wurde oder ist es ein See der ins NICHTS verschwindet? Wasser, Flüssigkeit, was immer es ist, am Rande drängt sich immer wieder dieses tiefe Schwarz auf, dass ebenfalls Fragen aufwerfen kann! Sollte es ein See sein, was verbirgt sich im Schwarzen? Eine Landschaft? Eine Großstadt oder doch NICHTS? Egal wie immer der Betrachter dieses Rätsel lösen will, es hat eine Tiefenwirkung. Die glitzernde Oberfläche – Flüssigkeit oder See – entstanden durch die letzten Strahlen der Sonne, das Schwarz an den Randflächen, gibt dem Bild das Geheimnisvolle an den Betrachter weiter.

Hermann Präg „Der Blick nach Außen“ „Fragile Schicht“ Foto: © Christa Linossi

Hermann Präg Fotoarbeiten sind Wahrnehmungen, die man überschreiten muss. Er zwingt den Betrachter, sich mit den Werken auseinanderzusetzen, man soll sich auch bewusst die Zeit nehmen und sich mit den Fotografien einlassen, so versteht man auch das eine oder andere Werk.

Hermann Präg der 1984 das Diplom an er Hochschule Mozarteum Malereiklasse bei Prof. Peter Prandstetter abgeschlossen hatte, ist ein vielseitiger Künstler. Von der Malerei wechselte er zur Lichtkunst, welches für ihn ein spannendes Projekt war und auch noch immer ist. Dann kam die Fotografie und diese Arbeiten sind genauso spannend wie seine Lichtobjekte.

Ein Künstler den man sich merken sollte. Spannend, interessant und eine Menge Herausforderung zu Fragen, die seine Bilder aufwerfen.

https://praeg-lichtkunst.at/