Wir Menschen haben alle Wurzeln in einer Familie, in seiner Herkunft. Doch immer noch werden Menschen entwurzelt, ob durch Krieg oder Vertreibung. Sie sind dann der Schatten, der aus dieser Entwurzelung heraussteigt.
We humans all have roots in a family, in its origins. But people are still being uprooted, whether through war or displacement. You are then the shadow that emerges from this uprooting.
während dessen lockte ein XXXL Konzern seine Schnäppchen Jäger während der Lockdown light Phase am Wochenende zu sich! Hier hieß es dann allerdings, bitte warten…den es kamen zu Viele!
Zum Schnäppchen Shopen kamen 8.000 Besucher
Abgesehen von den tollen Angeboten die der Konzern bewirbt, muss man sich die Frage stellen, wie dämlich muss man sein, diesem Lockruf in einer Zeit wo bereits ein Lockdown light stattfindet, zu folgen. Vielleicht sollte man Patienten, die an COVIT-19 erkrankten, einmal zu Wort kommen lassen.
Ausstellung im Museum der Moderne Salzburg bis 21. Februar 2021
Sonntag, Allerheiligen, ein Tag zum Nachdenken. Ich begab mich – weil ich auf die vorhergehende Pressekonferenz (Ende Oktober 2020) keine Lust hatte – heute ins Museum der Moderne am Mönchsberg (Salzburg) um mir noch die Ausstellung von Fiona Tan anzusehen, da ab Dienstag 3.11.2020 wieder alle Museen aufgrund von CORONA (COVID-19) schließen müssen.
Betritt man die Ausstellung im dritten Obergeschoß, wird man von einer Zweikanal-High-definition Videoinstallation, die auf einer Bildleinwand 1,8 x 3,2 m präsentiert wird, aufgefordert Platz zu nehmen, um sich das Video anzusehen. Nehmen sie Platz, sie bereuen es nicht.
Der Ausgangspunkt der Videoinstallation „DISORIENT,2009“, ist die Beziehung zwischen Orient und Abendland, welches dieses thematisiert. Diese Videoinstallation wurde erstmalig im niederländischen Pavillon auf der Biennale in Venedig 2009 gezeigt. Es handelt sich um Reiseerzählungen des Venezianers Marco Polo (1254-1324). Es ist ein Erinnern an Marco Polos Reisen und mit dokumentarisches Filmmaterial aus der Gegenwart hinterlegt. Durch den Kontrast von Text und Bild dekonstruiert Tan die gängigen Vorstellungen von „Orient“ und stellt die Modernisierung und Globalisierung dieser Auswirkungen gegenüber.
Tan stellt die Wechselwirkungen zwischen fotografischen und filmischen Bildern in Form von Dokumentation und Fiktion dar. Es geht ihr um Alterität (partielle interkulturelle Andersartigkeit, Verschiedenheit) und Identität, Erinnerung und Vergessen, die Ästhetik des Reisens und das Verhältnis von Mensch und Natur.
Die weitere Videoinstallation im Raum 2 ebenfalls mit einer großen Bildleinwand mit dem Thema „ASCENT, 2016“ widmet sich dem Fuji, dem höchsten Berg Japans, und der wichtigen Rolle, die der Vulkan im kollektiven Bewusstsein spielt. Es ist eine filmische Erzählung über den japanischen Berg Fuji, der hier als fotografisches Bild und als spirituelles Fanal (Ereignis, Tat, Handlung als weithin erkennbares Zeichen, das eine Veränderung, den Aufbruch zu etwas Neuem ankündigt) thematisiert. Fuji Berg und Vulkan zugleich, wird als stummer Zeitzeuge und als nationaler Mythos thematisiert. Diese Videoinstallation sich anzusehen, lohnt sich auf alle Fälle.
Zur Info: Der Vulkan Fuji san (in der westlichen Welt wird er fälschlicher Weise als Fuji-yama bezeichnet) ist wohl der bekannteste Vulkan in Japan. Mit seinen 3776 m Höhe ist er der höchste Berg des Landes. Sein symmetrischer Kegel und die Nähe zur Metropole Tokyo machten ihn weltberühmt. Die letzte Eruption (Ausbruch vulkanischer Ausbruch von Lava, Asche, Gas, Dampf) fand am 16.12.1707 statt. Es handelt sich auf alle Fälle um einen aktiven Vulkan, der bloß seit 300 Jahren schläft und jederzeit wieder ausbrechen könnte. Dies hätte heute jedoch dramatische Folgen, da die Gegend sehr dicht besiedelt ist und je nach Windrichtung wäre auch die Hauptstadt Tokyo direkt betroffen.
„Gray Glass, 2020“ist ein Werkauftrag des Museums der Moderne Salzburg an Fiona Tan. Fiona Tan drehte ein neues filmisches Werk in den Salzburger Alpen – auf den Gletschern des Hohen Sonnblicks und in der Eisriesenwelt in Werfen. Der Titel benannt nach dem englischen Dichter Thomas Gray (1716-1771) in dieser Zeit verwendeten Künstler_innen häufig ein „Grauglas“, einen schwarzen Spiegel im Taschenformat, dieser reduzierte die dunkle Oberfläche der Farbpalette, was die Widergabe der Landschaft als Bild erleichterte.
Die Künstlerin Fiona Tan (1966 Pekan Baru, Indonesien) lebt in Amsterdam. Sie nimmt seit den 1990er- Jahren eine zentrale Position (Video- und Filmkunst) innerhalb der zeitgenössischen Kunst ein. Ihre Arbeiten, sind auf zahlreichen Biennalen und in vielfältigen anderen internationalen Ausstellungskontexten gezeigt worden. In Fiona Tans künstlerischem Werk sind Erinnerung, Zeit und Geschichte wesentliche Faktoren, die sie mit den Medien Fotografie, Film und Video umsetzt. Sie gilt als führende Protagonistin einer auf Recherche, Dokumentation und Archivarbeit basierende Kunst.
Das Museum der Moderne Salzburg und die Kunsthalle Krems präsentieren mit zwei nahezu zeitgleich stattfindenden Ausstellungen Fiona Tans erste mid-career retrospektive, die ihr künstlerisches Werk der letzten zwanzig Jahre umspannt.
Hugo Portisch der Russland-Kenner stellt die bewegte Geschichte mit reichem Wissen und aus eigenem Erleben dar. Dadurch bekommt man als Leser*in einen anderen Blickwinkel auf Russland deren historischen Figuren, mutigen Generäle und einen schillernden Staatenlenker. Europa wird sich mit Russland in Zukunft auseinandersetzen müssen. Es geht um die Zukunft Europas und dies schildert Hugo Portisch in seinem neuen Buch sehr prägnant.
Foto: Christa Linossi
Ein Beispiel, Portisch reist bewusst nach Sibirien, um sich ein eigenes Bild über dieses Land zu machen und so wurde ihm von einem Professor an der Akademie der Wissenschaften aus Moskau, die Stadt Akademgorodok empfohlen. Was er dort vorfand, mit dem hatte Portisch nicht gerechnet. Eine moderne Stadt in der tiefsten Taiga, mit modernen Hochhäusern bis zu 12 Stock hoch, Glaspaläste, moderne Fußgängerbezirke, breite Boulevards. Es ist eine Stadt der Wissenschaften, die in die Zukunft blickt und dies mitten in der Taiga. Man sollte Russland nicht unterschätzen. Des Weiteren spricht er viele Themen an und je mehr man in dieses Buch eintaucht um so klarer wird einem, warum Russland mit uns Europäer mehr verbindet, als uns trennt. Es ist eine bewegte Geschichte Russlands: von den Kosaken bis zu Vladimir Putin. Portisch schreibt über „Alte Grenzen, neue Grenzen“, „Straßen des Handels, Straßen der Macht“, „Moskaus Rohstoff-Reserven“, „Die russische Seele“, „Gott, Geheimdienst, Gerüchte“, „Die Rolle der Oligarchen“ um nur ein paar Kapiteln anzuführen. Es ist auch nicht mehr die alte Sowjetmacht, es ist ein Russland, das mit machtpolitischen Mitteln seinen Platz in der Weltpolitik beansprucht und konsequent auch einzunehmen versucht, mit einem Präsidenten, der auf Lebenszeit Präsident sein will. Seit 1. Juni 2020 hat die Volksabstimmung der Verfassungsänderung stattgefunden, die Putin für weitere acht Jahre, bis 2036 sicherstellt, dass er Weiterregieren darf.
Mit diesem neuen Russland haben sich die Welt, insbesondere die Europäer, abzufinden. Europa muss sich zusätzlich aber auch mit Russland auseinander- und zusammensetzen, den die Zukunft Europas wird auch vom Verhältnis zu Russland abhängen.
Dieses Buch ist es wert zu lesen?
Wer sich für die Weltmacht, die zurzeit immer wieder ausgebremst wird, interessiert, sollte dieses Buch lesen. Es ist spannend geschrieben und wie bereits erwähnt, man bekommt einen anderen Blickwinkel auf Russland.
DER AUTOR
Hugo Portisch gehört zu den bedeutendsten Journalisten Österreichs. Mit seinen Fernsehproduktionen „Österreich I“ und „Österreich II“ hat er das Geschichtsbewusstsein einer ganzen Nation geprägt. Er war jahrelang Chefredakteur des Kuriers, später Chefkommentator des ORF und weltpolitischer Kommentator beim Bayrischen Rundfunk.
Mit seinen 93 Jahren ist er noch immer ein unermüdlicher, der nach wie vor noch interessante Bücher schreibt.
Die Frankfurter Buchmesse findet in diesem Jahr als Special Edition stattund ist eine besondere Buchmesse in einer bahnbrechenden Zeit!
Online-Konferenzreihe startete heute mit Hochkarätigen Sprecher*innen: Bernardine Evaristo, James Daunt, Jonas Tellander, Sophie de Closets u.v.m.
Frankfurt, den 12. Oktober 2020 – Unter dem Motto „Signals of Hope: New Perspectives for a Stronger Future“ startete heute um 15 Uhr die neue digitale Konferenzreihe der Frankfurter Buchmesse – Frankfurt Conference – und bildet damit den Auftakt der Special Edition 2020.
Das Programm der Frankfurt Conference wird u.a. die Herausforderungen für die Buchbranche im COVID-19-Jahr sowie die Entwicklungen auf dem internationalen Audiomarkt, im internationalen Rechtehandel und im akademischen und wissenschaftlichen Verlagswesen beleuchten.
Heuer ist alles ANDERS und desto Trotz gibt es die Frankfurter Buchmesse und das Veranstaltungsprogramm auf der ARD-Buchmessenbühne wird heuer ohne Publikum auskommen müssen.
Auszug aus dem Pressetext der Frankfurter Buchmesse:
„Angesichts steigender Infektionszahlen in Frankfurt am Main und bundesweit haben die Frankfurter Buchmesse GmbH und der Hessische Rundfunk als Veranstalter beschlossen, das Programm vor Ort nur mit dem beteiligten Moderator*innen und Autor*innen durchzuführen.
Die Entscheidung betrifft auch die Eröffnungsfeier der Frankfurter Buchmesse, zu der sich 250 geladene Gäste angemeldet haben. Die Eröffnungsfeier (13. Oktober 2020, 18.00 Uhr) werden morgen auf Buchmesse.de/Opening gestreamt.“
Aber man kann alle Veranstaltungen auf der ARD-Buchmessen Bühne live unter www.buchmesse.ard.de und www.buchmesse.de/live verfolgen. Die digitale Welt macht es möglich, dass auch SIE trotz CORONA live dabei sein können.
am 24. September 2020 wurde das 53. Festival steirischer herbst in Graz, pardon, ich korrigiere, PARANOIA TV, eröffnet. Der ehemals steirischer herbst, hat sich 2020 nicht nur NEU erfunden, sondern in diesem speziellem Jahr – überschattet von der CORONA Pandemie – auch ein komplett neues Konzept und Format kreiert: PARANOIA TV, ist online, im Radio und zusätzlich bringt der Sender die Kunst auch auf verschiedenste Weise zu den Menschen, die sich für dieses Festival interessieren.
Dieses Jahr ist der „steirische herbst“ überall, und manchmal nicht dort, wo man in erwartet hätte. Den analogen Wegweiser, der durch den heurigen „steirischen herbst“ leitet, liegt in der Paranoia TV Zentrale auf oder kann online www.paranoia-tv.com abgerufen werden. Dieser Wegweiser gibt über die größtenteils kostenfreien Veranstaltungen und die vielen facettenreichen Formate einen guten Überblick.
Igor Samolet, Cuddle Porn (2020), Installation, Paranoia TV Zentrale, Graz, Foto: Mathias Völzke
Die Zentrale beheimatet außerdem das Büro der Offenen Fragen, das Bildungs- und Kunstvermittlungsteam des steirischen herbst. Alle, die sich über Fragen und Diskussionen mit Paranoia TV auseinandersetzen wollen, sind eingeladen, an den Veranstaltungen online und vor Ort teilzunehmen.
Eröffnungsrede von Chefintendantin Ekaterina Degot, auf Bildschirmen in der Innenstadt übertragen, Graz, Foto: Johanna Lamprecht
So wurde die traditionelle Eröffnungsrede von Ekaterina Degot dieses Jahr auf 99 Bildschirmen in der Innenstadt von Graz und natürlich, was den ansonsten, auf Paranoia TV übertragen.
Kurzer Auszug aus der Rede von Ekaterina Degot: „Willkommen bei Paranoia TV, ehemals bekannt als steirischer herbst. Wie manche von ihnen, die uns über die Jahre gefolgt sind, wissen, begannen wir das Festival üblicherweise an einem spezifischen Ort in Graz. Von dem sich dann das Narrativ des Festivals entwickelte, ausgehend vom Geist des Ortes, politisch, ästhetisch, historisch. Aber was wäre ein solcher Ort im Jahr 2020? Was wäre sein genius loci? Sie wissen ja gar nicht wo ich bin, und ich bin mir nicht sicher ob dieser Ort einen genius loci hat. Ich weiß auch nicht, wo sie sind, sie stehen womöglich vor einem der 99 Bildschirme, die in Graz verteilt sind, die diese Rede zum Beginn des Festivals übertragen. Oder sie sind zu Hause vor ihrem Computer oder am Mobiltelefon, irgendwo, und nirgendwo, weil unsere Telefone Örtlichkeiten in derselben Art auslöschen, wie unsere Zeit und das mit großem Erfolg. Also weiß ich nicht, wo sie sind und wann sie sind. Genauso wenig wissen Sie, wo ich bin. Ich erzähle Ihnen ein Geheimnis: genau in dem Moment da wir gerade sprechen, besser gesagt, da ich spreche, halte ich eine Rede in Graz. Wir haben zwar gesagt, dass meine Rede Real live übertragen wird, aber das stimmt gar nicht. Gerade jetzt, halte ich eine andere Rede und sage dem Publikum, dass die richtige Rede online passiert, jene die sie gerade schauen. Ich hoffe, sie sind jetzt ganz schön verwirrt. Über was ich heute sprechen möchte, sind meine kleinen Verwirrungen, die Probleme, die ich mit der gegenwärtigen Situation habe, die sehr wahrscheinlich nicht nur meine eigenen kleinen Ängste sind, sondern große geologische Verschiebungen unserer Zeit bedeuten, mit denen wir von nun an zu leben haben, da sie das neue „Normal“ definieren.“
Die Eröffnungsrede und das gesamte Programm können sie auf www.paranoia-tv.com nachlesen. PARANOIA TV bietet auch eine App an, die sie über Apple Store kostenlos herunterladen können.
Judy Radul, Der Grazer Spiegel (2020), Installation, Paranoia TV Zentrale, Graz, Foto: Mathias VölzkeVadim Fishkin, Dictionary of Imaginary Places (2020), Installation, Burgring, Graz, Foto: Mathias Völzke (Laterne)
Machen sie sich selbst ein Bild über Paranoia TV, es ist wie immer zeitkritisch und politisch. Dieser „Herbst“ ist absolut anders und nicht vergleichbar mit den vorangegangenen Festivals. Es ist eben ein PARANOIA TV-Sujet.
Igor Samolet, Cuddle Porn (2020), Installation, Paranoia TV Zentrale, Graz, Foto: Mathias Völzke
Zum Schluss noch, was bedeutet eigentlich PARANOIA? Paranoia kommt aus dem griechischen und übersetzt würde es heißen „wider den Verstand“ (verrückt, wahnsinnig) Es ist kurz erwähnt: eine Persönlichkeitsstörung. Neutrale Handlungen und Kritik anderer werden als feindlich, herabsetzend oder verächtlich machend empfunden.
Künstlerin Marina Faust und Direktor Sadowsky MDM bei der Preisübergabe 2020 / Foto: Wildbild
verliehen wurde der Preis an:
Marina Faust (1950 Wien) Sie ist die 17. Preisträgerin des seit 1983 vergebenen Fotopreises am Museum der Moderne Salzburg.
Marian Faust @ Museum der Moderne 2020 / Foto: wildbild
Der Otto-Breicha-Preis für Fotokunst – Museum der Moderne Salzburg wird in Erinnerung an den wohl wichtigsten Förderer zeitgenössischer Fotografie in Österreich alle zwei Jahre von der Familie Breicha gestiftet.
Begründung der Jury zur Vergabe des Otto-Breicha-Preises 2019 an Maria Faust:
„Das Werk von Marina Faust ist facettenreich und erstreckt sich mittlerweile über mehr als vierzig Jahre. Sie hat viel in Paris gearbeitet, aber immer Kontakt zu österreichischem Künstler*innen gehalten und gemeinsam mit ihnen performative Projekte realisiert. Aus ihren angewandten Arbeiten hat sie immer wieder eigenständige fotografische Arbeiten entwickelt. Für die Jury war es überzeugend, wie Marina Faust in den letzten Jahren neue ästhetische und materielle Formen für Arbeiten aus ihrem persönlichen Archiv geschaffen hat.“
Mariana Faust Otto-Breicha-Preis, Ausstellungsansicht @ Museum der Moderne 2020 / Foto: Rainer Iglar
Das Rupertinum zeigt eine umfangreiche Ausstellung der Künstlerin. Mich persönlich haben die Arbeiten Pigmentdruck auf Seidenpapier beeindruckt.
Ein kurzes Gespräch mit der Künstlerin, wie die Herangehensweise an diese Arbeiten war, ihr Schwerpunkt liegt vorwiegend auf Fotografie, erklärte mir die Künstlerin folgendes: „Eigentlich wäre ich Malerin, Malerei faszinierte mich immer schon, aber wie es im Leben so oft ist, es kommt anders als man will, und so landete ich bei der Fotografie.
Zu den aktuellen Arbeiten Pigmentdruck auf Seidenpapier kam ich auf eine einfache Art und Weise. Ich sah bei Kindern, die aus bunten Bastelbögen Figuren rissen und diese in einer Art und Weise zu verschiedenen Objekten wieder zusammenfügten, kam mir die Idee, dies wäre ein Versuch wert, etwas neues zu gestalten, so begann ich ebenfalls aus diesen farbigen Bastelbögen verschiedene Formen zu reißen, die dann letztendlich doch ein „Face“ ergeben sollten. Diese neu entstandenen Formen fotografierte ich und druckte sie entweder in Pigment- oder Inkjetdruck auf Seidenpapier aus. Auf diese Arte und Weise entstanden diese interessanten und neuen Arbeiten“.
Marina Faust Possible Candidate, 2017 Inkjetdruck auf Seidenpapier @ Marina Faust
Mir persönlich gefallen die Arbeiten sehr gut, weil es eine neue Art und Herangehensweise an Kunst in Form von doch von ausdrucksstarken „Faces“ sind. Das Seidenpapier in den verschiedenen Farben ergeben wieder die Kraft des Objektes.(Fakt ist: auch von Kindern kann man viel lernen). So sind Kunst und Fotografie für die Künstlerin nicht statisch, sondern flexibel und wandelbar.
Marina Faust Most Moonlight, 2020 Pigmentdruck auf Seidenpapier @ Marina Faust
Weiteres befasst sich die Künstlerin mit Traveling Chairs. Sie werden jetzt fragen was ist das? Hier experimentierte die Künstlerin mit Sesseln, auf die hohe Industrierollen montiert sind, sodass die darauf sitzende Person jeweils nicht mehr mit den Füßen den Boden erreichen kann und sie zur Fortbewegung auf die Hilfe anderer Personen angewiesen ist. Rollstühle in Form von Kunst? So entsteht auch eine spezifische Form der Abhängigkeit der „reisenden“ Person von der „schiebenden“.
Der Stuhl Traveling Chairs hier schiebt der Direktor Sadowsky eine Journalistin in der Ausstellung / Foto: Christa Linossi
Die Besucher*innen der Ausstellung sind somit eingeladen, mit den Traveling Chairs eine Reise durch die Stockwerke des Rupertinums zu unternehmen und so die Werke von Marina Faust aus einer ungewohnten Perspektive zu erkunden.
Eine Ausstellung, die auch andere Perspektiven zulässt.
2020 das Jahr in dem nichts mehr so ist wie es war. Auch die Frankfurter Buchmesse steuert auf eine Neuorientierung zu. Wie keiner anderen Branchenveranstaltung gelingt es jedoch der Frankfurter Buchmesse globale Netzwerke zu knüpfen, Zukunftsmärkte zu erschließen und dabei sowohl fachliche als auch gesellschaftliche Thema auf die Agenda zu setzen.
Ein Börsenblatt-Interview mit Messedirektor Juergen Boos zum Stand der Frankfurter Buchmesse 2020.Live übertragen am 08.09.2020
Die Frankfurter Buchmesse wird in diesem Corona-Jahr mit mehr als 1000 Aussteller aus rund 85 Ländern – davon sind knapp 850 digital – die Buchmesse über die Bühne bringen, ein gewisser Prozentsatz vor Ort und den Rest über die digitale Welt. Die digitalen Aussteller sind Verlage, Buchhandlungen, Literaturagenten und Scouts, Selfpublisher und Dienstleister. Man sieht, die Verlagswelt ist auch in Krisenzeiten flexibel, erfinderisch und mutig.
Bei der digitalen Vorschau-Pressekonferenz der Frankfurter Buchmesse erwähnte Juergen Boos (Direktor der Frankfurter Buchmesse) : „Wir wollen den Erfahrungsaustausch fördern, Kontakte ermöglichen, Erfolgsmomente teilen und Trends identifizieren. Gemeinsam mit deutschen und internationalen Medienpartnern und Verlagen haben wir die Frankfurter Buchmesse um eine digitale Komponente erweitert, die von überall auf der Welt zugänglich ist. In einem Jahr der Unwägbarkeiten ist dies für mich ein „Leuchtfeuer der Hoffnung“, um mit Margaret Atwood zu sprechen. Der intensive Austausch mit unterschiedlichsten Branchenteilnehmern über viele Monate hinweg und unter schwierigen Bedingungen ist einmalig.“
Trotz aller Maßnahmen wird doch einiges geboten wie zum Beispiel das BOOKFEST 2020 – in der ganzen Stadt und jetzt auch weltweit > digital <, dass vom 17. Oktober 2020 von 10 – 22 Uhr auf zwei Kanälen in die ganze Welt gesendet wird. Für Literaturliebhaber*innen bringen die ARD-Buchmessen Bühne und das BOOKFEST City internationale Stars in die Stadt: Auf der großen Bühne in der Festhalle und an vielen Orten in Frankfurt können Leser*innen in der Buchmessewoche über 150 Autor*innen und deren neueste Bücher entdecken. www.buchmesse.de/bookfest,
Auch interessant: Die erste digitale Ausgabe des Weltempfangs, der gesellschaftspolitischen Bühne der Frankfurter Buchmesse, welches unter dem Motto „Europa – Kulturen verbinden“ steht, während das erste digitale Symposium von Litprom e.V., der Gesellschaft zur Förderung von Literatur aus Afrika, Asien und Lateinamerika, nach der Rezeption afrikanischer Literaturen in Deutschland fragt. Das Symposium wurde aufgezeichnet und wird am 12. Oktober von 14.00-17.30 Uhr auf den YouTube-Kanälen der Veranstalterinnen, Litprom und KfW Stiftung, sowie auf www.buchmesse.de und dem YouTube-Kanal der Frankfurter Buchmesse zu sehen sein.
Auftakt ist bereits am 12. Oktober 2020 um 18:00, im Kaisersaal der Frankfurter Römer, wo die Verleihung des Deutschen Buchpreises 2020 (Sieger steht noch nicht fest) stattfindet. Auch diese Veranstaltung kann als Livestream mitverfolgt werden. auf www.deutscher-buchpreis.de
Am 13. Oktober 2020 um 19:30 Uhr erfolgt die Eröffnungsfeier der Frankfurter Buchmesse Special Edition 2020 in der Festhalle statt. Wird ebenfalls als Livestream zu sehen sein. www.buchmesse.de
Die Frankfurter Buchmesse wird heuer mit Sicherheit etwas besonderes sein und rund um den Globus können sich Interessierte Leser*innen in die vielen angebotenen Livestreams einklinken. Seien SIE einfach digital dabei!
Ein Corona sicheres Festival der etwas anderen ART
ARS ELECTRONICA: A journey in which it is not we who set out to travel, but our ideas and projects, which span a global network in which we gather to discuss what needs to be done. https://ars.electronica.art/keplersga… Music by Karl J. Schmidinger
Lange Vorbereitungen und ein kurzer Augenblick und schon ist das Festival der etwas anderen ART wieder Vergangenheit. Ars Electronica 2020, das erste hybride Ars Electronica in Zeiten von Corona.
Gerfried Stocker (Künstlerischer Leiter der Ars Electronica): „Es war keine leichte, aber es war die absolut richtige Entscheidung, das Festival stattfinden zu lassen. Vor Ort lief alles reibungslos – das Sicherheitskonzept funktionierte, die damit verbundenen Auflagen stießen auf Verständnis und Akzeptanz seitens des Publikums. „Kepler’s Garden“ auf dem Campus der Johannes-Kepler-Universität Linz war ausverkauft.
Es war eine großartige Geschichte, dass es auch in Zeiten einer Pandemie ganz offensichtlich viele Menschen gab, die sich über kulturelle Angebote freuten und diese auf verantwortungsvolle Weise in Anspruch nahmen. „Auch was den Online-Auftritt der ersten wirklich hybriden Ars Electronica betrifft, fällt die Zwischenbilanz ebenfalls sehr positiv aus. Wir haben die vergangenen fünf Tage auf vier YouTube-Channels durchgehend Programm gestreamt und das ohne nennenswerte technische Panne“, sagt Gerfried Stocker.
Ars Electronica Garden Vilnius / Eye Gymnastics (LT) / Fotocredit: vog.photo
Ars Electronica machte es möglich auch in einer Pandemie ein Festival zu organisieren, das weltweit eines der wichtigsten Festival ist, schaffte es Verbindungen zwischen Kunst, Technologie, Wissenschaft und Gesellschaft herzustellen, unter dem Motto „bleibe daheim und treffe dich weltweit online“. An 120 Orten oder „Gärten“ in der Welt – vom Nordpol bis zum Südpol konnte man mit einem Klick dabei sein. Wo KünstlerInnen und Forschungsinstitute ihre eigenen Projekte präsentierten. Dieses Festival hatte heuer mit Sicherheit eine internationale Signalwirkung, ein hybrides Programm derart umfassend und vielschichtig, hatte viele überrascht. Die gestreamten Videos, mit den Talks, Lectures und Konferenzen konnte von dem Besucher*innen auch dann konsumiert werden, wann immer sie Zeit hatten. Interessant ist auch, dass Ars Electronica eine Dokumentation präsentieren wird, die während des Festivals gedreht wurde und Künstler*innen während ihrer Vorbereitungen und Auftritten begleitete und was für sie die viel zitierte „neue Realität“ und ihre Arbeit bedeutet.
Es war der Sprung in das schon so oft viel zitierte „digitale Zeitalter“. Ars Electronica spricht nicht nur darüber, sondern lässt Taten folgen.
ARS ELECTRONICA A journey in which it is not we who set out to travel, but our ideas and projects, which span a global network in which we gather to discuss what needs to be done. https://ars.electronica.art/keplersga… Music by Karl J. Schmidinger
Eine temporäre Mitarbeiterin wurde auf COVID 19 positiv getestet: „Eine temporäre Mitarbeiterin der Salzburger Festspiele, die am 18. Juni 2020 nach negativer Initialtestung den Dienst angetreten hat, wurde leider am (SF, 8. Juli 2020) positiv auf Corona getestet.
Einen Monat später:
Nun ist die Katze aus dem Sack. Die Präsidentin der Salzburger Festspiele Helga Rabl-Stadler und Landeshauptmann Dr. Haslauer atmen erleichtert auf und freuen sich, dass die Salzburger Festspiele doch noch stattfinden dürfen.
Aufatmen konnte man nun Ende August und „100 Jahre Salzburger Festspiele“ 2020 werden in die Geschichte eingehen!
Nun atmen alle erleichtert auf, diese besonderen Festspiele in einem besonderen Jahr 2020, dass mit einem sehr durchdachten, klugen und trotzdem niemand überfordernden Sicherheitskonzept die Musik, das Theater, die Konzerte und Oper über die Bühne gebracht haben. Max Reinhardt wäre vermutlich Stolz auf das Direktorium der Salzburger Festspiele gewesen.
Festspielpräsidentin Helga Rabl-Stadler: „, Dass die Salzburger Festspiele 2020 überhaupt stattfinden konnten, empfanden wir als das größte Jubiläumsgeschenk. Wir durften ein Zeichen für die Kraft der Kunst in kraftlosen Zeiten setzen und konnten den Gründungsgedanken aufs Sinnvollste wiederbeleben. Die Salzburger Festspiele wurden 1920 in einer Zeit größter Not als mutiges Projekt gegen die Krise gegründet. Max Reinhardt war davon überzeugt, dass nur die Kunst die vom Krieg gegeneinander gehetzten Menschen, ja Völker, wieder versöhnen könnte. – Die Kunst nicht als Dekoration, sondern als Lebensmittel. Wir sind überglücklich, dass sich die Festspiele auch und gerade in der von Corona zutiefst verunsicherten Welt als Sinngeber und Arbeitgeber bewähren konnten“. sagt.
Markus Hinterhäuser: „So wird das Signal, das von Salzburg ausgeht, das stärkste, vitalste und wesentlichste sein, dass man an die Welt senden kann“.
So groß die Anspannung vor dem 1. August 2020 auch war, so erleichtert sind sie jetzt, alles gut über die Bühne gebracht zu haben. Aber eines darf man auch nicht vergessen auch das Verhalten des Publikums, das sehr diszipliniert und sehr bewusst die Sicherheitsmaßnahmen im Verlauf der Festspiele immer selbstverständlicher verinnerlicht hat, hat wesentlich dazu beigetragen, dass es zu keinem Corona-Fall kam.
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