KIRCH’KLANG

festival salzkammergut 2023

Vom KIRCH’KLANG Festival schon einmal was gehört? Nein? Es ist der Verein Kirchenklang und Gründer und Ausführender des Festivals KIRCH’KLANG ist Martin Haslböck, welcher sich zur Aufgabe gesetzt hatte, historische Orte der Region Salzkammergut mit Musik zu erfüllen und ein vielfältiges kulturelles Programm sowohl für Einheimische wie auch für Urlaubsgäste anzubieten. In einer Serie von Wochenendkonzerten werden von Mai bis Ende September die schönsten Kirchen und Schlösser des Salzkammerguts und Salzburgs besucht.

Das Team KIRCH’KLANG von li nach re: Roland Rasser, Generalvikar der Erzdiözese Salzburg, Michael Haas, Mitbegründer Exilarte Zentrum der mdw, Senior Researcher, Gerold Gruber, Gründer von exil.arte, wissenschaftlicher Leiter und administrativer Direktor
Exilarte Zentrum der mdw – Universität für Musik und darstellende Kunst Wien, Martin Weiss, Präsident und CEO Salzburg Global Seminar, Martin Haselböck, Gründer und künstlerischer Leiter KIRCH’KLANG Foto: © Rudi Gigler

Der Künstlerische Leiter Martin Haselböck legt bei seiner Programmierung außerordentlichen Wert auf die Einbeziehung der jeweiligen sakralen Räume sowie ihrer unmittelbaren Umfelder. Auch die Stadt Salzburg wird heuer ein Teil des Festivals sein. Vom 2.-4. August 2023 werden folgende Themen über Exil, Vertreibung und kultureller Austausch angesprochen. Es gibt eine Lesung des Briefromans „Address Unknown“ mit John Malkovich und Thomas Hampson am 3. August 2023 im Schloss Leopoldskron. Zu beiden Künstlern besteht eine langjährige, viel beachtete Zusammenarbeit. Thomas Hampson wirkte vielfach als Pionier künstlerischer Verständigung zwischen Österreich und den USA.

Thomas Hampson (US-amerikanischer Opernsänger (Bariton)) und Martin Haselböck Künstlerischer Leiter und Gründer des Wiener Akademie Orchester Foto: © Rudi Gigler
John Gavin Malkovich ist ein US-amerikanischer Schauspieler und Filmproduzent Foto: © KIRCH’KLANG Festival

Seit drei Jahren bietet das KIRCH’KLANG Festival Programminhalte, die weit über Musikgenuss hinaus aktualitätsbezogene, kritische Auseinandersetzungen auch mit den dunklen Kapiteln europäischer Geschichte ermöglichen – von den Konfessionskriegen der Barockzeit bis hin zur künstlerischen Sublimierung der Themen von Vertreibung, Exil und kulturellem Austausch. Ausgehend vom Salzkammergut und Salzburg greift Verbundenheit gerade in diesem Jahr in die USA ebenso wie in die Ukraine.

Dieses Jahr steht das KIRCH’KLANG Festival unter dem Motto „Confessiones“ und stellt musikalische, menschliche sowie politische (Glaubens-) Bekenntnisse ins Zentrum seines Programms und deshalb sind auch historische Kirchenräume des Salzkammerguts für dieses Festival vorgesehen. Kirchen sind nicht nur Begegnungsräume, sondern sind auch etwas besonderes bei Musikklängen und dies betrifft das Gehör. Es ist ein Erleben nach innen hinein. Genauso ist das musikalische zusammengestellte Programm auch ein Kulturdokument, dass auch auf Kirchengeschichte verweist und Botschaften überbringt.

Hallstatt- Kirche Foto: © Oekumene / Kirch’Klang

Thomas Hampton wird an drei Abenden auftreten, die Wiener Sängerknaben werden in St. Wolfgang das letzte Sakralwerk des Salzburger Komponisten Michael Haydn zu Gehör bringen, und neben den Stars wird auch jungen Musikerinnen und Musikern ein großes Podium geboten.

Veranstaltungsorte: des KIRCH’KLANG Festivals 2023 sind: Bad Ischl, Altmünster, Schörfling, Mondsee, Traunkirchen, Bad Goisern, Hallstatt, Abtsdorf, Attersee, St. Wolfgang, Salzburg, Oberwang, Straß i. Attergau, St. Gilgen.

Für das Jahr 2024 (Kulturhauptstadt Salzkammergut) ist mit Stadt und Land Salzburg ein großes SAKRALWERK mit einem theologisch-musikalischen Symposium eingeplant. Es wird sich dabei um Johann Sebastian Bachs MATTHÄUSPASSION im Salzburger Mozarteum handeln.

https://www.kirchklang.at/

DIE VERMESSUNG DER BERGE

Eine Wanderung zur Entdeckung der Weltgesetze von Blandine Pluchet

Buch mit Hintergrund Berg Foto: © Christa Linossi

Blandine Pluchet eine französische Physikerin und Autorin, begab sich unter die Gipfelforscher und besuchte sie in den Observatorien in den Bergen von Europa. Für sie stellt sich immer wieder die Frage, was verraten die atemberaubenden Aussichten in luftiger Höhe über die Erdgeschichte?

Worum geht es in diesem Buch?

Genau darum geht es auch in ihrem Buch. Blandine Pluchet verbindet in diesem Buch ihre beiden Leidenschaften: Physik und Bergwelten. Ob auf Wanderungen im Hochgebirge oder beim Blick in die Ebene: Überall begegnet sie Hinweisen auf die Naturkräfte, die diese eindrucksvollen Landschaften erschufen und wieder vergehen ließen.
Diesen und zahlreichen weiteren Fragen geht die leidenschaftliche Gipfelstürmerin auf ihren Ausflügen in die Welt der Berge nach. Sie betrachtet Gesteinsformationen und landschaftliche Besonderheiten immer auch von einem wissenschaftlichen Standpunkt aus. Wie wirkt sich der Klimawandel in den Alpen aus? Es ist eine Erkundungstour zu den Geheimnissen der Welt: einfach Faszination Berg und wie entstehen Gesteinsmassive und wie vergehen sie wieder. Welche Naturkräfte stecken hinter der Gebirgsbildung, welche Gipfel sind verborgene Bergwelten, die sich vom Ozeanboden erhoben haben? Oder ein Blick ins All von den Observatorien und wie sie von luftigen Höhen profitieren.

Dieses Buch ist es wert zu lesen?

Ein Buch für Naturliebhaber und Wanderfreunde, die einfach mehr über unsere Berge erfahren wollen. Sind Berge nur Fels und Gestein oder verraten sie uns auch über unsere Vergangenheit und Zukunft etwas? Das Gebirge hat weit mehr zu bieten als Entspannung und großartige Fernsicht. Ihre Beschaffenheit liefert wichtige wissenschaftliche Erkenntnisse, die uns wiederum helfen, unsere Umwelt besser zu verstehen.

DIE AUTORIN:

Blandine Pluchet ist eine französische Physikerin und Autorin. Nach dem Studium beschloss sie, ihre beiden Leidenschaften – die Wissenschaft und das Schreiben – miteinander zu verbinden. Seitdem verfasst sie populärwissenschaftliche Bücher über physikalisch-naturwissenschaftliche Phänomene für ein breites Publik.

Aus dem Französischen von Reiner Pfleiderer übersetzt, er ist als Übersetzer aus dem Französischen und Englischen tätig. Er studierte Germanistik und Romanistik.

Erschienen ist das Buch

2023 im Bergwelten Verlag bei Benevento Publishing SalzburgMünchen    ISBN: 978-3-7112-0044-0

VIELGEPRÜFTES ÖSTERREICH

Foto: © Christa Linossi

Paul Lendvai zieht mit diesem Buch eine gedankliche Linie von der Zeitgeschichte ins Hier und Heute!

Seine Gesprächspartner waren immer die Mächtigsten der Welt. Nun hat er nach seinem letzten Buch „Die verspielte Welt“ einen weiteren Band mit dem Titel „Vielgeprüftes Österreich“ (2022 erschienen) herausgebracht.

Paul Lendvai ist ein unermüdlicher und einer der bedeutendsten österreichischen Journalisten und ein eiskalter Analytiker.

Paul Lendvai Foto: © Rudi Gigler

Worum geht es in diesem Buch?

Österreich-Insider und Journalist Paul Lendvai liefert in diesem Buch wieder einmal eine messerscharfe Analyse der politischen Geschichte seiner Wahlheimat. Dabei schlägt er den Bogen von den Habsburgern, Persönlichkeiten wie Bruno Kreisky und Wolfgang Schüssel über den Aufstieg und Fall der FPÖ bis hin zum Ukraine-Krieg und der damit zusammenhängenden Gas Krise. Paul Lendvai als Zaungast der österreichischen Politik mit „Blick hinter die Kulissen der Macht“.

Sein Statement: „In diesem Buch habe ich eine kritische Bilanz der prägenden Persönlichkeiten und politischen Persönlichkeiten und politischen Parteien nicht nur auf der Grundlage von Fachliteratur und Autobiografien, sondern auch nach spannenden Erfahrungen und zahlreichen persönlichen Hintergrundgesprächen mit früheren und gegenwärtigen Politikern und Politikerinnen gezogen“.

Dieses Buch ist es wert zu lesen?

Paul Lendvai’s Bücher sind immer interessant zu lesen. Jeder der sich für Politik interessiert, sollte dieses Buch lesen. Man blickt mit ihm, sozusagen hinter die Kulissen der Mächtigen und versteht vielleicht das eine oder andere besser.

DER AUTOR

Paul Lendvai, geboren 1929 in Budapest, lebt seit 1957 in Wien. Er ist Leiter des ORF-Europastudios, Kolumnist für den Standard und Autor von 18 Sachbüchern. Sein Wirken wurde vielfach preisgekrönt, u.a. mit dem Großen Goldenen Ehrenzeichen der Republik.

Erschienen ist das Buch

ecowin Verlag (freytagberndt.com)

EAN: 9783711002693

DIE MACHTZENTRALE!

Foto: Christa Linossi

Im März 2023 erschien im Kremayr-Scheriau Verlag das Buch von Vera Steinhäuser „Die Macht Zentrale – Ein Mut-Buch für unerschrockene Frauen, die gestalten wollen“. Verena Steinhäuser will mit ihrem Buch Frauen aufmuntern sich empowern! Was ist empowern? Der Begriff Empowerment kommt aus dem Englischen und bedeutet auf Deutsch so viel wie „Ermächtigung“, „Selbstbefähigung“ oder „Stärkung von Eigenmacht und Autonomie“. Es steht auch für Arbeitsansätze, die Personen dazu ermutigen, ihre eigenen Stärken zu entdecken, und ein höheres Maß an Autonomie und Selbstbestimmung zu entwickeln. Es soll jedoch auch kein feministischer Aufschrei sein, Women Empowerment kann auch bedeuten, Frauen und Mädchen weltweit Chancengleichheit zu bieten.

Worum geht es in diesem Buch?

Verena Steinhäuser will Frauen mit diesem Buch Mut machen, sie mit positiven, kreativen und weiblichen Inhalten neu aufzuladen. Die Macht kann auch weiblich sein. Vera Steinhäuser die auch als Coachin arbeitet, hat viele Frauen gecoacht, doch sobald es um Macht geht, wird es sehr still. Macht scheint immer noch sehr männlich zu sein. Jedoch Vera Steinhäuser nähert sich mit Witz und Neugier der weiblichen Seite der Macht und zeigt uns, wie wir im Job und privat uns selbst und andere Frauen empowern.

Dieses Buch wurde in drei große Kapiteln unterteilt:

Teil I: THEN hier gibt sie Einblick in „Wann hat das eigentlich alles begonnen?“, „Wovon wir reden, wenn wir von Macht reden“.

Teil II: NOW hier greift sie folgende Thema auf: „Die Situation heute – Macht kann man berechnen“, „Willst du mich heiraten? Und dann meinen Haushalt managen?“, „Frau Gruber, Sie schreiben wieder das Protokoll, richtig?“.

Teil III: NOW THEN hier geht es dann um „Persönlichkeitsentwicklung als Chance“, „Gesellschaftliche Empowerment-Faktoren für Frauen“, „Gestalte deinen Weg – und den anderer“.

Dieses Buch ist es wert zu lesen?

Dieses Buch sollten Frau lesen, die aus der Spirale des Schattendaseins herauswollen und sich in der Männerwelt behaupten müssen oder wollen.

DIE AUTORIN:

Verena Steinhäuser ist selbstständig als Business Coachin und berät Unternehmen und Persönlichkeiten in Deutschland, Österreich. Verena Steinhäuser ist überzeugt, dass unsere Welt eine bessere sein wird, wenn Frauen in jeder Hinsicht, in allen relevanten Bereichen unserer Gesellschaft und in globalem Ausmaß gleichberechtigt sind.

Erschienen ist das Buch

Im Kremayr-Scheriau Verlag  www.kremayr-scheriau.at

GROSSE OPER – VIEL THEATER

Hofstallgasse, Festspielbezirk Salzburg – © Freda Fiala

Anlässlich des Großprojekts „Festspielbezirk 2030“ bringt die Initiative Architektur eine viel beachtete Ausstellung des Deutschen Architekturmuseums zu europäischen Bühnenbauten nach Salzburg.

Lukas Crepaz (Kaufmännischer Direktor der Salzburger Festspiele)und Roman Höllbacher (Leiter der Initiative Architektur) © SF/Jan Friese

„Große Oper – Viel Theater“ Wo und was ist die Handlung?

Es geht hier um eine ursprünglich zur Diskussion über die Zukunft der Städtischen Bühnen Frankfurt und entwickelte Ausstellung „GROSSE OPER – VIEL THEATER“ die die europäischen Projekte der letzten Jahre vergleicht. Darunter sind Sanierungen historischer Anlagen ebenso wie spektakuläre Neubauten, die in manchen Fällen auch einen städtebaulichen Akzent gesetzt haben.

Dam Ausstellung Große Oper – Viel Theater? – © Moritz Bernoully

Die Projekte wurden sachlich aufbereitet und es wurden Fakten zu Größen, Kosten und Projektlaufzeiten verglichen.

Sie werden sich jetzt fragen, warum wurde diese Ausstellung nach Salzburg geholt und inwiefern könnte es die Salzburger Bevölkerung interessieren, was in europäischen Opernhäusern oder Theaters passiert?

Diese Ausstellung wurde deshalb nach Salzburg gebracht um das Projekt „Festspielbezirk 2030“ zu erweitern und um die entsprechenden Fakten zu ergänzen.

Da in Salzburg eine große Generalsanierung des Großen Festspielhaus ansteht, will man möglichst gute Vergleichsparameter mit den europäischen Projekten damit erzielen.

Visualisierung – © Jabornegg & Palffy

Insofern ist die Ausstellung auch für die Salzburger Bevölkerung wieder interessant geworden, denn es geht bei diesem Thema um Architektur, Denkmalpflege, Kunst und Kulturgeschichte bis hin zu Fragen der Logistik und der Nachhaltigkeit.

Das Projekt Festspielbezirk 2030 wurde schon im Laufe der Zeit immer wieder adaptiert, so die Felsenreitschule (zuletzt 2011, Architekturbüro HALLA 1) und das alte Festspielhaus (heute: Haus für Mozart, 2006, Holzbauer & Irrsberger und Hermann & Valentiny). Letzteres völlig neu gebaut, bleibt somit das Große Festspielhaus des Architekten Clemens Holzmeister, von marginalen Veränderungen abgesehen, seit seiner Eröffnung im Jahr 1960 unangetastet. Jedoch sind die Folge wie bühnen- und veranstaltungstechnischen Anlagen, sowie die Haustechnik und die Anforderungen eines modernen Konzert- und Festivalbetriebs längst am Ende ihres Lebenszyklus angekommen. Deshalb sind die zentralen Aspekte des Projekts die Behebung des eklatanten Mangels an Nutzflächen, die Verbesserung der Arbeitsbedingungen in den Produktionsbereichen, die Modernisierung der technischen Ausstattung und die Neuorganisation der logistischen Abläufe innerhalb des Festspielbezirks notwendig.

Visualisierung – © jaborneggpalffy

So wurde für die gestalterische Ausprägung dieser komplexen Aufgabe Ende 2021 ein EU-weites Bewerbungsverfahren ausgeschrieben. 15 Architekturbüros mit einschlägigen Erfahrungen im Bereich des Theaterbaues wurden eingeladen. Als Sieger ging einschlägig das Projekt des österreichischen Architekturbüros Jabornegg & Pálffy hervor. Ihr Konzept beruht auf einem möglichst reduzierten Eingriff in den Felsen des Mönchsbergs und einer optimalen Organisation der funktionsbedingten Abläufe. Bei Laufendem Betrieb soll der Umbau 2025 starten und 2030 abgeschlossen sein.

Yorck Förster (Kurator), Mario Lorenz (Ausstellungsgestaltung), Andrea Jürges (Kuratorin), Lukas Crepaz (Kaufmännischer Direktor der Salzburger Festspiele) und Roman Höllbacher (Leiter der Initiative Architektur) – © SF/Jan Friese

Zu berücksichtigen galt auch, dass der Festspielbezirk seit 1997 unersetzbarer Bestandteil des UNESCO Welterbe Salzburg ist.

Projekte der Ausstellung werden in drei Themen unterteilt (von europäischen Kulturstätten) und präsentiert: Sanierungen, Neubauten und Stadtentwicklung.

Des Weiteren gibt es parallel zu dieser Ausstellung auch ein Rahmenprogramm siehe unter: https://initiativearchitektur.at/

Eine Ausstellung des Deutschen Architekturmuseum (DAM), Frankfurt am Main. Die Kuratoren der Ausstellung sind Andrea Jürges und Yorck Förster.
Ausstellungsgestaltung von Mario Lorenz.

In Kooperation mit den Salzburger Festspielen.

Der bedeutendste BAUMEISTER des europäischen Barock –

Johann Bernhard FISCHER VON ERLACH

Johann Bernhard Fischer von Erlach ein Meisterwerk die Kollegien Kirche in Salzburg Foto: © Rudi Gigler

Johann Bernhard FISCHER VON ERLACH (*1656 in Graz und +1723 in Wien) war einer der bedeutendsten Baumeister des europäischen Barocks.

Zum 300. Todestag von Johann Bernhard Fischer von Erlach, nimmt das Salzburg Museum in Zusammenarbeit mit dem Wien Museum, eine großangelegte Ausstellung und präsentiert das faszinierende vielfältige Werk des großartigen Architekten.

Die Baukunst des europäischen Barocks ist ohne Johann Bernhard Fischer von Erlach nicht vorstellbar. Mit Bauten wie der Kollegienkirche in Salzburg, der Hofbibliothek und der Karlskirche in Wien schuf er Ikonen der Architektur, die schon zu Lebzeiten seinen Ruhm in Buchform in ganz Europa verbreitete, wurde Fischer von Erlach zu einem Weltarchitekten des Barock.

Ausstellungsansicht Fischer von Erlach im Salzburg Museum Foto: © Christa Linossi

Die in den Ausstellungen befindlichen Exponate stammen aus den reichhaltigen Beständen der beiden Partnermuseen, ergänzt um zahlreiche hochkarätige Leihgaben aus österreichischen und internationalen Sammlungen. Inszeniert wird die Schau des österreichischen Künstlers (Bildhauer) Werner Feiersinger, der diese Ausstellung aus dem Blickwinkel eines Bildhauers zeigt. Zeichnungen, Stiche, Gemälde, Modelle und Fotografien, die Feiersinger selbst angefertigt hat, machen Fischers wichtige Bauten und Projekte anschaulich und vermitteln die Aktualität seines künstlerischen Denkens zwischen Körper, Raum und Bild. Schwerpunkt der Ausstellung liegt auf den Salzburger Bauten, mit denen er das Gesicht der Stadt wie kein zweiter Architekt prägte.

2019 haben das Wien Museum und das Salzburg Museum bereits begonnen, gemeinsam ein kuratorisches Konzept zu entwickeln, um im Jubiläumsjahr 2023 in spezifischer Weise auf den jeweils herausragenden Stellenwert Fischer von Erlachs für das baukulturelle Erbe in Salzburg und in Wien zu reagieren.

Das Zusammenwirken der beiden Museen erweist sich als schlüssig, als Fischer von Erlach im Gegensatz zu den meisten großen europäischen Hofarchitekten seiner Generation über einen längeren Zeitraum parallel für zwei Dienstherren arbeitete. In Wien für den kaiserlichen Hof der Habsburger, und in Salzburg für den Hof des Fürsterzbischofs. Das Ziel der Ausstellung war, trotz ortspezifischer Schwerpunktsetzungen Fischer von Erlach als Gesamtphänomen begreifbar zu machen und sein Wirken aus verschiedenen Perspektiven zu beleuchten.

Ausstellungsansicht Johann Bernhard Fischer von Erlach Salzburg Museum Foto: © Christa Linossi

Die Ausstellungen in Wien und Salzburg möchten auch Fischers Gestaltungswillen in seiner Innovationskraft und seiner Universalität zum Ausdruck bringen, wo auch ein prägender Einfluss von Fischer, nach seinem langjährigen Aufenthalt in Italien, auf seine Architekturauffassung innehat und sichtbar wird.

Fischer von Erlach hat das Stadtbild von Salzburg wesentlich geprägt und innerhalb weniger Jahre, zwischen 1694 und 1709, konnte er im Auftrag von Erzbischof eine ganze Reihe hochrangiger Projekte realisieren und mit der Kollegienkirche die berühmte, von mittelalterlich und frühbarocken Bauten bestimmter Silhouette der Stadt durch eines seiner Hauptwerke vervollständigen. In Wien, wo er bis zu seinem Tode lebte, musste Fischer dagegen häufig auf die Gunst seiner Auftraggeber werben und selbst als Oberinspektor aller kaiserlichen Hof- und Lustgebäude (1705) noch am Wettbewerb um die Karlskirche teilnehmen.  

In Salzburg erhielt er vom Salzburger Erzbischof eine Reihe der bedeuteten Aufträge von fünf Kirchen – Dreifaltigkeitskirche und das Priesterhaus, Kollegienkirche, Ursulinenkirche, Johannesspitalkirche und die Wallfahrtskirche Maria Kirchental bei Lofer. Für die Franziskanerkirche entwarf Fischer einen neuen Hochaltar. Auch das Portal des Hofmarstalls, das Hoyos-Stöckl und das Schloss Kleßheim gehen auf seine Entwürfe zurück. Als Erzbischof Johann Ernst 1709 starb, war auch Fischers Tätigkeit beendet. Ein geplantes Stichwerk mit den Salzburger Aufträgen kam nicht mehr zustande.

Furtwängler Park Kollegienkirche von der Rückseite Foto: © Christa Linossi

Die Ausstellung ist in fünf Kapiteln aufgeteilt: Von Rom Lernen, Casinos und Lustgebäude, Die Welt im Blick, Im kaiserlichen Wien.

Nachdem mich die Kollegienkirche immer wieder fasziniert, will ich auf dieses Bauwerk gerne noch kurz eingehen:

Es ist die bedeutendste Barockkirche Mitteleuropas mit ihren strengen Formen des Kirchenschiffs, das schmucklose Weiß der Raumschale ermöglichen eine absolute Konzentration auf die Architektur. Erst hinter den beiden mächtigen Säulen des Altarraums löst sich die klassische Strenge auf in ein verspieltes Barock. Als Frauenkirche befindet sich ihr Zentrum genau unter der Kuppel, dort verbinden sich Himmel und Erde, die vertikale und horizontale Energie des Raumes. Wer dort steht, kann es spüren. Vom Architekten und vom Bauherrn als Ort der Weisheit geschaffen, lädt die Kollegienkirche auch immer wieder zum Dialog der verschiedenen Künste mit dem Göttlichen, dessen Funke die Welt durchdringt ein.

Johann Bernhard Fischer von Erlach Hochaltar der Kollegienkirche, Salzburg, 2021, Farbfotografie, © Werner Feiersinger

Die Ausstellung läuft im Salzburg Museum bis zum 08.10.2023

Die Ausstellung im Wien Museum wird erst ab 1. Februar 2024 in einer adaptierten Version zur Wiedereröffnung des Wien Museum am Karlsplatz zu sehen sein.

STEPPING OUT!

Chinese Contemporary ART im MdM Salzburg

Das Museum der Moderne in Salzburg, macht mit der Ausstellung STEPPING OUT! ein Up Date in der zeitgenössischen Kunst Chinas.

Luo Yang aus der Serie „Girls“ 2018-16 Foto: © Lua Yang

Es ist nicht die erste China Ausstellung, aber die erste Ausstellung von 26 Künstlerinnen, die sowohl Pionierinnen als auch junge, kaum bekannte Positionen mit mehr als hundert Werken aus den Bereichen Malerei, Skulptur, Fotografie, Film, Performance und Installation auf zwei Aufstellungsebenen präsentiert werden. Ziel dieser Ausstellung ist es, das eklatante Ungleichgewicht in der Sichtbarkeit weiblicher Künstlerinnen aus China zu korrigieren und auf die enorme Vielfalt und Relevanz ihres künstlerischen Schaffens zu verweisen.

Stepping Out! Ausstellungsansicht MdM 2023 Foto: Rainer Iglar © MdM Salzburg

Ich mache einen Rückblick ins Jahr 2007. Da wurde im MdM Salzburg MAHJONG chinesische Gegenwartskunst aus der Sammlung Sigg gezeigt. China wurde einer der größten Global Player und versuchte hier auch den Sprung in die Kunst. Die rote Gefahr, die gelbe Hände hatte – und ihr großer „Steuermann“ war Mao Zedong (1893-1976). Doch Maos Herrschaft war gekennzeichnet durch Gewalt, Terror und Rechtlosigkeit. Der „Große Vorsitzende“ brachte das Reich der Mitte an den Rand des Abgrunds. Es gab nur Kunst für das Regime. Etwa vor 25 Jahren gelang es der Kunst, sich langsam vom Druck des Regimes zu befreien. Wer eigene Wege ging, galt als Untergrundkünstler. 1989, nach der blutigen Niederschlagung von Studentenprotesten auf dem Tiananmen-Platz des Himmlischen Friedens, setzten sich die Künstler immer kritischer mit ihrem Land und ihrer Tradition auseinander. Aber die Künstlerinnen blieben noch immer im unsichtbaren Hintergrund. In der Ausstellung MAHJONG stellten nur männliche Künstler aus. Zu dieser Ausstellung gab es auch ein internationales Symposium zum Thema „Chinas Kunst, zwischen Aufbruch und Kommerz“. Auf dieser Ebene wurden Themen wie die historische Verknüpfung zwischen China und Europa, die Globalisierung, die Entwicklung chinesischer Gegenwartskunst und die Frage „Was bleibt vom Hype?“ referiert und diskutiert.

Sun Shaokun, No Land II, 2010 aus der Serie „Bow and Rebuke – No Land“ Courtesy of Sun Shaokun Foto: © Sun Shaokun

Zurück in die Gegenwart! Die Ausstellung STEPPING OUT! ist eine Kooperation mit dem Lillehammer Kunstmuseum und Kunstforeningen GL Strand entstandene erste Ausstellung seit 25 Jahren, die einen umfassenden Überblick über die zeitgenössische künstlerische Produktion von Frauen aus Festlandchina gibt.

Stepping Out! Ausstellungsansicht MdM 2023 Foto: Rainer Iglar © MdM Salzburg

Es treten chinesische Künstlerinnen bereits seit den späten 1980er- Jahren mit offener und mitunter provozierender Haltung aus dem Schatten ihrer männlichen, die chinesische Gegenwartskunst dominierenden Kollegen, heraus. Sie fordern Gleichberechtigung, stellen traditionelle Rollen und Repräsentationsformen infrage und brechen Tabus, um aktuelle Gesellschaftsfragen selbstbewusst in die Öffentlichkeit zu tragen.  Das Museum der Moderne will somit den chinesischen Künstlerinnen eine Bühne bieten, um ihren vielfältigen Stimmen Gehör zu verschaffen und ihre Sichtbarkeit zu verstärken; dies insbesondere in Anbetracht dessen, dass sich zurzeit, nach vier Jahrzehnten zunehmender Öffnung und vorsichtiger Liberalisierung die Anzeichen mehren, dass sich China auf dem Weg in eine totalitäre Dystopie (Eine Dystopie ist eine meist in der Zukunft spielende Erzählung, in der eine erschreckende oder nicht wünschenswerte Gesellschaftsordnung dargestellt wird.) befindet.

Cao Yu Skulptur mit bissigem Humor und hämischer Kritik überkommene männlichen Erwartungen gegenüber weiblichen Rollen Foto:© Christa Linossi

Die Arbeiten der jüngsten Künstlerinnen sind dementsprechend radikal und widerständig. Sie zeigen Selbstverletzung, Wut und Ohnmacht, weibliche Sexualität, Mutterschaft, sexuelle Orientierung und Widerstand.

Stepping Out! Ausstellungsansicht MdM 2023 Foto: Rainer Iglar © MdM Salzburg
Liu Xi, Our God is Great, 2018-21 45 teilige Installation, Tapete, Porzellan, Eisenpulver Foto: © Liu Xi

Die Künstlerin Liu Xi, ebenfalls in der Ausstellung vertreten, ist auch als Kuratorin tätig gewesen in Zusammenarbeit mit dem weiteren Kurator: innen: Christina Penetsdorfer (Museum der Moderne Salzburg), Nils Ohlsen (Lillehammer Kunstmuseum) und Feng Boyi (Peking).

von li nach re: Kurator: innen: Christina Penetsdorfer (MdM Salzburg), Feng Boyi (Peking), Liu Xi (Shanghai) und Künstlerin Foto: © Christa Linossi

Die Ausstellung läuft noch bis zum 25. Juni 2023

https://www.museumdermoderne.at/ausstellungen/detail/stepping-out-female-identities-in-chinese-contemporary-art/

BODO HELL                 

und die Literaturtage in Rauris 2023 sind schon wieder Geschichte!

Rauriser Literaturtage 2023 – Bodo Hell – Foto: © Christa Linossi

Eine Fahrt ins Rauris Tal lohnt sich immer wieder, allein schon wegen seiner 20 schönsten Gipfel rund um Rauris.

Rauris und seine Berge Foto: © Christa Linossi

Aber man fährt nicht nur wegen der schönen Landschaft, sondern auch einmal im Jahr wegen den Literaturtagen ins Rauris. Heuer fanden die 52. Literaturtage mit dem Thema „Aus dem Rahmen“ statt.

Es ist nichts „Aus dem Rahmen“ gefallen, diesmal gab es keine Beschränkungen, keine Pandemie und sonstige Nachteile. Es war wieder ein Zusammentreffen der Autoren und Autorinnen, der Veranstalter, des Publikums und der vielen Diskussionen rund um die Literatur.

Warum „Aus dem Rahmen“ das Motto für die Rauriser Literaturtage 2023? Aus der Sicht des Intendanten-Duo Ines Schütz und Manfred Mittermayer der beiden langjährigen Verantwortlichen für die Literaturtage wurden zuletzt viele Selbstverständlichkeiten durch Ereignisse wie die Pandemie und den Krieg in der Ukraine ins Wanken gebracht. Eine Motivation dazu, darüber nachzudenken, wie damit umzugehen ist, wenn einzelne Personen und Lebensmuster „aus dem Rahmen fallen“. Mentale und technologische Veränderungen unseres Zusammenlebens sind seit längerem im Gang und haben die Rahmenbedingungen für unsere Existenz erkennbar verschoben. Dazu gehören Phänomene wie die Globalisierung und die Digitalisierung, aber auch die Frage nach der Abgrenzbarkeit individueller Identität.

Die besten Gedanken dazu, hatte Bodo Hell, der es kurz und knackig in einer lustigen Anekdote – während dem Gespräch mit Mittermayer – dem Publikum präsentierte.

Rauriser Literaturtage 2023 Manfred Mittermayer im Gespräch mit Bodo Hell – Foto: © Christa Linossi

Für mich, war bei den heurigen Literaturtagen in Rauris, Schwerpunkt Bodo Hell, denn ich unbedingt, auch aus privaten Gründen, im Gespräch „sage und schreibe“ mit Manfred Mittermayer hören wollte. Es war ein Gespräch über Literatur. Kein Autor ist so sehr mit der Geschichte der Rauriser Literaturtage so verbunden wie Bodo Hell. Er war der erste Preisträger des Rauriser Literaturpreises 1972 und war insgesamt zehn Mal Gast bei den Literaturtagen. Anlass dieses Gespräches, war der 80. Geburtstags (15. März 2023) von Bodo Hell, der sehr viele interessante Details aus seinem Leben und seinem Kunstschaffen preisgab. Er gab Auskunft über die Literatur, die für sein eigenes Schreiben prägend gewesen sind. Es gab dann auch noch einen Ausschnitt aus einem neuen Dokumentarfilm von Carola Mair, die Bodo Hells Schaffen neu porträtierte.

Seine Literatur ist zeitgenössisch, er hinterfragt ständig die Geschichte der Religion und hat mit Landschaft und Berge sehr wenig zu tun. Obwohl er wieder im Sommer, es wird sein 45. Almsommer auf der Grafenbergalm im steirischen Dachsteingebiet. Wo er wieder als Halter und Senner Rinder, einige Pferde und Ziegen auf einer Almfläche von ca. 1300 Hektar betreuen wird. Als Senner produziert er auch in mühevoller Handarbeit einen begehrten Ziegenkäse. Er ist hier nicht nur Senner, sondern nebenbei ist er auch Schriftsteller und die vielen Gedanken, die ihm hier bei der Almarbeit durch den Kopf jagen, bringt er abends dann zu Papier. Diese Alm ist für ihn wichtig, hier kann er vom Großstadtgetriebe Abstand nehmen, seine Neugierde herausfordern und wieder neues entstehen lassen.

Bodo Hell ist ein vielseitiger Autor und Performer und mit seinen 80 Jahren kein bisschen leiser, im Gegenteil ein quicklebendiger, der körperlich und geistig gut drauf ist, wie ein Junger. Einfach beachtenswert. Aber seine Devise ist auch: „Beweglich bleiben im Geist und mit dem Körper, die Neugierde nicht verlieren und solange seine Schuhe gehen, wird auch er die nächsten 20 Jahre gehen“. Das nenne ich eine absolut gute Einstellung.  

Bodo Hell geboren 1943 in Salzburg, lebt in Wien und am Dachstein
Prosa (intertextuell und der Faktizität verpflichtet), Radio, Theater, Schrift im öffentlichen Raum, Text-Musik-Performances, Essais zur bildenden Kunst, Fotos, Film, Ausstellungen, Almwirtschaft.

https://www.bodohell.at/

Sein neuestes Buch „Begabte Bäume“ hier bewegt man sich konkret durch Österreichs Natur- und Kulturräume. Seine Texte kommen flink und leichtfüßig daher; verknüpfen botanisches Wissen mit historischem und kulturgeschichtlichem. ISBN: 9783990591307 erschienen im Literaturverlag Droschl. https://www.droschl.com/

Tannhäuser

Osterfestspiele Salzburg 2023

Richard Wagner (1813–1883)
Tannhäuser und der Sängerkrieg auf Wartburg
Romantische Oper in drei Akten
Dichtung vom Komponisten

»Tannhäuser« – Tänzerinnen und Tänzer von BODHI PROJECT und SEAD Salzburg © Monika Rittershaus

Ich hatte die Gelegenheit bei den Proben von „Tannhäuser“ dabei zu sein. Ich schreibe über Opern sehr selten, ich bin keine Opernexpertin. Aber was reizte mich, eine der schwierigsten Opern von Richard Wagner, doch anzusehen und bei den Proben dabei zu sein? Es war das Bühnenbild und die Inszenierung, die mich in den Bann zogen.

„Tannhäuser“ Foto: © Wilfried Hösl

Das Bühnenbild setzte der Italiener Romeo Castellucci so großartig in Szene, dass er es schaffte, Bühne, Kostüme und Licht in einen Kontext zur Musik von Wagner zu stellen und die Leichtigkeit des Italieners spürbar machte.

Welche Gedanken machte sich Castellucci zum „Tannhäuser“? Seines Erachtens liegt Tannhäuser zwischen zwei Dimensionen, weil er keine eigene Dimension hat. Tannhäuser Dimension ist ein Irrtum, und sein Merkmal: Er ist immer zur falschen Zeit am falschen Ort und mit dieser Erkenntnis arbeitet Castellucci an Bildern, die universell sind und die sich jeder Erklärung entziehen. Tannhäuser ist ein getriebener Mann, Jemand, der es allen recht machen will und am Ende niemanden gefällt.

Andris Nelsons-Gewandhausorchester Foto: © Gert-Mothes

Mit feierlichen Tönen wird die Ouvertüre eröffnet und es beginnt mit dem Einzug der „Amazonen“ (könnten aber auch Bacchantinnen oder Nymphen sein?) ausgestattet mit Pfeil und Bogen. Damit ist schon die eine Kraft des Werkes vorgestellt, der die Welt der Venus gegenübertritt. Als Bühnenbild dient im Hintergrund ein als Videoeingespielter riesengroßer Kreis, in der Mitte ein Auge, dass auf die Amazonen blickt. Dieser groß eingeblendete Kreis – ändert immer wieder den Bildinhalt – und ist ein Wechselspiel zum Inneren des Venusberges.

LM0A1891 Tannhäuser@Bayerische Staatsoper Foto ©: Wilfried Hösl

Als weiteres Bühnenbild erschließt sich das Innere, wo sich Körper ineinander verschlungen, versuchen sich zu bewegen und die Stimme der Venus und des Tannhäuser erklingen lassen („Stets soll nur dir, nur dir mein Lied ertönen, gesungen laut sei nur dein Preis von mir!“

„Tannhäuser“ Emma Bell (Venus) Foto: © Monika Rittershaus

Das Bühnenbild ist auch Wechselspiel, zwischen Licht und Dunkelheit, zwischen seidigen Vorhängen mit der Choreinlage „Freudig begrüßen wir die edle Halle, wo Kunst und Frieden immer nur verweile‘…“

Jonas Kaufmann (Tannhäuser), Marlis Petersen (Elisabeth) Tänzerinnen und Tänzer von BODHI PROJECT und Seat / Foto: © Monika Rittershaus

Es ist vermutlich das Vorspiel, in dem noch einmal das Fluch Motiv der Venus aufklingt und in die Sängerhalle der Wartburg führt.

Das Bühnenbild im dritten Akt, ebenso schlicht gehalten, ein sichtbarer Pfeil, und am Ende sieht man den Zerfall des Körpers, den Prozess der Zersetzung.

Tannhäuser „Zerfall des Körpers“ Foto: Foto: © Rudi Gigler

Hier wurde immer wieder der Text mit Beginn „Hier vergehen ein Jahr“…usw bis zum Schluss „Hier vergehen eine Milliarde Milliarden Milliarden Milliarden Jahre“ eingeblendet.

Tannhäuser „Ebene in Atome umgewandelt“ Foto: Foto: © Rudi Gigler

Somit kann man hier die biologische Uhr sehen, die uns die Zeit aufzwingt, die aber auch die Zeit transzendiert. Erst wenn die Ebene in Atome umgewandelt ist, ist eine Begegnung möglich. Auch hier spürte man die Tiefenwirkung des Bühnenbild von Romeo Castellucci.

“ Der Staub des Tannhäuser und der Staub der Elisabeth können sich endlich umarmen und eins werden.“ Foto: © Rudi Gigler

Statement von: ANDRIS NELSONS (Musikalische Leitung)

„Liebe und Opfer sind die höchsten menschlichen Taten. Elisabeth opfert sich für Tannhäuser. Diese Chance, dass einem vergeben wird, rückt Tannhäuser für mich sehr nah an die christliche Religion.  Da ich katholisch erzogen und aufgewachsen bin spielen solche Gedanken wie Sünde und Vergebung, Oper und Liebe und all diese Gegensätze eine große Rolle. Und all das ist sehr präsent in TANNHÄUSER“

Statement von: JONAS KAUFMANN(Tannhäuser)

„Diese Tannhäuser-Expedition ist etwas, das man vielleicht als vorbereitende Besteigung des Mount Everest bezeichnen sollte. Es ist nicht der letzte, höchste Gipfel, aber natürlich ist es nicht weit davon entfernt.“

Statement von: ROMEO CASTELLUCCI (Bühnenbild)

„Die Verbindungen zwischen Italien und Deutschland sind sehr alt. Ich denke, dass man in gewisser Weise ein italienisches Herz braucht, um Wagner aufzuführen, ich meine im Allgemeinen, nicht mich, ich denke, eine italienische Mentalität macht Wagner etwas weicher. Diese Kombination kann also sehr gut sein.“

https://osterfestspiele.at/programm/2023/tannhaeuser

Rückblick zu Richard Wagner „TANNHÄUSER und der Sängerkrieg auf der Wartburg“ Wagner wurde 1841 mit dem Stoff bekannt und schrieb am Textbuch bis 1843. Im April 1845 war die Komposition beendet, und die Oper konnte am 19. Oktober 1845 in Dresden uraufgeführt werden. Immer wieder hat Wagner an dem Werk gearbeitet. Zur Aufführung in Paris (1861) hatte er sogar eine Balletteinlage geschrieben, die allerdings wesentliche Umarbeitungen erforderlich machte. Mit dem „Tannhäuser“ schritt Wagner den Weg zum Musikdrama konsequent weiter. Die Szenen gehen ineinander über. Dem sinfonischen Gesamtstil fügt sich der deklamatorische Gesang ein. Mit den feierlichen Tönen des Pilgerchores wird die Ouvertüre eröffnet. Damit ist schon die eine Kraft des Werkes vorgestellt, der die Welt der Venus gegenübertritt. Doch der Glaube an das Gute trägt den Sieg davon: mit der Ausbreitung des Pilgerthemas schließt das Vorspiel

PING PONG Musiktheater für Kinder und Jugendliche

Jung & Jede*r Salzburger Festspiele 2023

Ping Pong 2023: Sophie Oberleitner (Action), Sophie Negoïta (Esra), Greta Franzelin (Star)
© SF / Marco Borrelli

PING PONG ist ein Musiktheater für Kinder- und Jugendliche

Musik von Mischa Tangian

Libretto von Stephanie Schiller

Nach einer Idee von Annika Haller und Stephanie Schiller

Die Uraufführung und Premiere ging am 24.03.2023 der Salzburger Festspiele jung & jede*r in Hallein/Alte Schmiede mit dem neuen Stück PING PONG für Kinder- und Jugendliche mit großem Erfolg über die Bühne.

Schüler und Schülerinnen erlebten mit diesem Musiktheater ein einzigartiges Stück, dass alle in den Bann zog.

Ping Pong 2023: Sophie Negoïta (Esra)
© SF / Marco Borrelli

Mit dieser Produktion, die ohne Vorlagen passierte, wurde ein Meisterstück auf die Beine gestellt. In diesem Stück will man den schwierigen Prozess vom Kind zum Teenager hervorheben. Ein Prozess den wir alle kennen, nur die Zeiten haben sich gewaltig geändert, was vielleicht im 20. Jahrhundert auch schon schwierig aber noch überschaubar war, hat sich die Welt im 21. Jahrhundert durch die Digitalisierung rasant verändert.

In unserer Zeit ist alles viel schnelllebiger, die Teenager besitzen alle (fast) schon ein Handy, sind mit dem Internet und mit einem Überfluss an Informationen konfrontiert. Alles läuft übers Handy, Internet und social Media, wo ist der persönliche Bezug? Man kann sich dieser Technik auch nicht entziehen, man will ja dazugehören. Vieles prasselt auf die Jugendlichen ein: Ist mein Outfit cool und komme ich damit gut an? Wieviel Superheld: in steckt in mir? Bin ich stark genug? Wie umgehen mit Gefühle und Einsamkeit? Was brauche ich als Geborgenheit usw…

Bühnenbild: bestückt mit einem Tischtennistisch (logisch Ping Pong) im Hintergrund drei Paneelen Wände die später mit Videos bespielt wurden.

Bühnenbild für das Musiktheaterstück PING PONG Foto: © Christa Linossi

Der Einstieg in die Aufführung beginnt mit einer fetzigen Pop Musik und hier wirft es gleich die Frage auf: Worum geht es in dem Stück?  Ein Junge Namens Vlad lehnt an der Tischtennisplatte und hat ständig den Blick auf sein Handy gerichtet, er hätte eine Verabredung, die jedoch nicht stattfindet. Er hat neue goldene Kopfhörer, ein Highlight unter den Jugendlichen, mit der lauten Musik in den Ohren träumt er sich auch gerne weg.

Ping Pong 2023: Máté Herczeg (Vlad), Greta Franzelin (Star), Sophie Negoïta (Esra)
© SF / Marco Borrelli

Versunken in die Musik bemerkt Vlad nicht, dass da noch jemand gekommen ist. Es ist Esra ebenfalls aus seiner Schule und sie ist sehr gestresst. Sie will in die Mädchen Gang, zu den Mädchen aus der Parallelklasse. Um von Action und Star aufgenommen zu werden muss Esra „was Krasses“ machen, um aufgenommen zu werden, um auch endlich cool zu sein. Da kommt ihr Vlad mit seinen neuen goldenen Kopfhörern an der Tischtennisplatte gerade recht. Sie entdeckt die coolen Kopfhörer von Vlad und an diese will sie herankommen, egal wie. Es kommt zu Dialogen, zu Streit und die Situation beginnt zu eskalieren, es fallen zwei Faustschläge, irgendjemand macht davon ein Video und es beginnt ein erbittertes Tischtennisduell, in dem es um (fast) alles geht.

Ping Pong 2023: Sophie Negoïta (Esra), Máté Herczeg (Vlad)
© SF / Marco Borrelli

Zwischen Gesang, Gitarre, Saxofon und Schlagwerk fliegen Unsicherheiten, Gemeinheiten und Gemeinsamkeiten der vier Teenager in schnellen Dialogen wie Ping-Pong-Bälle rasant-musikalisch über die Tischtennisplatte. Dazwischen sieht man auf den Paneelen Wänden gut inszenierte Videoeinspielungen.

Foto-ID: #192253
Ping Pong 2023: Sophie Negoïta (Esra)
© SF / Marco Borrelli
Ping Pong 2023: Augustas Būrė, Percussion, Greta Franzelin (Star), Máté Herczeg (Vlad), Sophie Negoïta (Esra), Sophie Oberleitner (Action)
© SF / Marco Borrelli

Das Publikum bedankte sich mit tobendem Applaus für diese Inszenierung.

Ping Pong Schlussapplaus 2023: v.l.n.r: Sophie Oberleitner (Action), Sophie Negoïta (Esra), Máté Herczeg (Vlad), Greta Franzelin (Star), Augustas Būrė, Percussion
© SF / Marco Borrelli
Ping Pong Schlussapplaus 2023: Ensemble
© SF / Marco Borrelli

Eine Produktion die unter der Leitung von Annika Haller und Giorgio Musolese mit dem fünf-köpfigen Musiker:innen-Ensemble, basierend auf der Musik von Mischa Tangian  (Mischa Tangian – Homepage), erarbeitet wurde. Das besondere daran ist, die in der Frage des Erwachsenwerdens einmal monsterhaft, einmal heldenhaft und einmal menschlich bearbeitet wird.

Prädikat: Sehr empfehlenswert nicht nur für Kinder- und Jugendliche, sondern auch für Erwachsene.

Diese Produktion wird im März, April und Mai 2023 als mobile Produktion für Schulklassen von Abtenau bis Zell am See in Salzburger Schulen und in Kulturzentren im Bundesland Salzburg angeboten. Schülerinnen und Schüler kommen dank des Schulprogramms in direkten Kontakt mit Musik und Theater – ob in der eigenen Schule oder in einem Kulturzentrum im Bundesland Salzburg. Darüber hinaus können Schulklassen in Projektwochen selbst thematisch zu der Produktion der Salzburger Festspiele kreativ und vertiefend arbeiten. Unterstützt werden sie dabei von Künstlerinnen und Künstlern sowie Pädagoginnen und Pädagogen in Workshops und Gesprächen. Aufgeführt wird diese Produktion auch zu den Salzburger Festspielen 2023 im Sommer.  

https://www.salzburgerfestspiele.at/jung-jeder