Festredner der diesjährigen Salzburger Festspiele war ILIJA TROJANOW. Der Titel der Festrede lautete: „Der Ton des Krieges, die Tonarten des Friedens“.
Intendant Markus Hinterhäuser sah – angesichts der aktuellen Weltsituation“ in Ilija Trojanow einen idealen Festredner. Er ist im besten Sinne eine Weltensammler – so auch der Titel seines bekannten, 2006 veröffentlichen Romans.
Trojanow begibt sich immer wieder auf die Suche – ständige Bewegung zwischen Sprachen, Kulturen und Epochen – nach komplexen Wahrheiten und Weltsichten, nach Wegen, Freiheit zu erfahren und zu einer humanen Übereinkunft zu gelangen. Gleichzeitig ist er Mahner für Toleranz und Diskurs, zählt zu einen den bedeutendsten und engagiertesten Schriftstellern unserer Zeit.
Ilija Trojanow, 1965 in Sofia geboren, 1971 Flucht aus Bulgarien, Asyl in Deutschland, aufgewachsen in Nairobi, studierte Jura, Ethnologie und Havarie in München. 1989 gründete er den Marino Verlag für Bücher über Afrika. Als Autor, Übersetzer und Publizist lebte Ilija Trojanow von 1998 bis 2003 in Bombay, von 2003 bis 2006 in Kapstadt. Seit 2008 ist er in Wien und Stuttgart zu Hause.
Eröffnungsansprache von Bundespräsidenten Alexander Van der Bellen anlässlich der Salzburger Festspiele 2022. Video: Salzburger Festspiele 2022
Die Festspiele sind somit eröffnet, die Premieren der Opern, Schauspiel und Konzerte finden bereits täglich statt. Auftakt der Festspiele ist wie jedes Jahr: Das Spiel vom Sterben des reichen Mannes JEDERMANN. Dieses Schauspiel wird im Jahr 2023 einen neuen JEDERMANN und eine neue BUHLSCHAFT benötigen. Lars Eidinger und Verena Altenberger werden sich verabschieden und nicht mehr zur Verfügung stehen. Lars Eidinger hat ein Angebot aus den USA bekommen und Verena Altenberger will sich dem Theater zu wenden.
Nun bekommt die Rotation wer wird der neue JEDERMANN sein? Der schon lange als „Jedermann“ gehandelte Schauspieler Philipp Hochmair? Wird er es diesmal schaffen? Wer die Buhlschaft verkörpern wird, hier ist noch nicht wirklich etwas durchgesickert.
Es bleibt spannend. Spannend deshalb auch, wie kommt die neue Präsidentin Dr. Kristina Hammer bei der Gesellschaft und bei der Presse an?
documenta fifteen: Dan Perjovshi, Generosity, Regeneration, Transparency, Independence, Sufficiency, Local Anchor and most of all Humor, 2022, Fridericianum, Kassel, 10. Mai 2022
Die documenta fifteen in der Krise! Am 18. Juni 2022 wurde sie eröffnet und seitdem tobt ein Skandal nach dem anderen, Schuld zu Weisungen sind an der Tagesordnung bis zum Köpfe rollen.
Worum geht es um den Skandal genau?
Auszug zu meinem Bericht vom 30.06.2022
„Das Künstlerkollektiv Taring Padi machte sich als Intellektuelle von der Peripherie bereit, „die Macht im Zentrum (documenta) zu übernehmen“. Das Künstlerkollektiv Taring Padi zeigte am Kasseler Friedrichplatz ein Wimmelbild-Banner die auf antisemitische Motive hingewiesen hat.
„Unkommentierte pro-palästinensische Propagandafilme im Programm der Kasseler Kunstschau. Es sind Filme die in Verbindung mit der linksterroristischen und antisemitischen Gruppe Japanische Rote Armee – Anfang der 70er Jahre Anschläge in Israel – gebracht werden.
Die documenta wurde diesmal von einem Künstlerkollektiv aus Asien kuratiert, es handelt sich um die Gruppe Ruangrupa aus Indonesien. Die setzten ihre Vorstellungen natürlich verstärkt auf die Menschen in Asien, Afrika und Lateinamerika, um ihre Probleme ins Zentrum zu rücken. Des Weiteren vielleicht auch ein fehlendes Problembewusstsein für Antisemitismus in Indonesien.
Antisemitismus ist ein gesamtgesellschaftliches, in Deutschland und global verbreitetes Problem. Das zeigt sich nun in Kassel: Antisemitische Bildsprache auf der globalen documenta fifteen. Wie konnte es dazu kommen? Was braucht es jetzt, damit die polarisierte Situation nicht noch weiter eskaliert? Wie denken wir das Vermeiden von Zensur und das Vermeiden antisemitischer Kunst zusammen?“
Aufgrund dieser Situation kam es zum Skandal, der sich bis heute noch nicht richtig erholt hat.
Köpfe rollen war auf der Tagesordnung, es war Fanal des künstlerischen und ein politisches Versagen. Experten hatten bereits seit Monaten schon vor den antisemitischen Tendenzen der Ausstellungsmacher gewarnt. Es folgten Endlose Debatten, die üblichen Solidaritätsbekundungen dem Zentralrat der Juden gegenüber und es gab keine einzige klare Handlungsanweisung, man gab den Hinweis auf die Kunstfreiheit. Aber bei Antisemitismus muss auch die Kunstfreiheit enden.
Auszug aus der Pressenachricht des Aufsichtsrats als Erklärung:
„Der Aufsichtsrat äußert seine tiefe Betroffenheit, dass am
Eröffnungswochenende der documenta fifteen eindeutig antisemitische Motive zu sehen waren. Die Präsentation des Banners „People‘s Justice“ des
Künstlerkollektivs Taring Padi mit seiner antisemitischen Bildsprache war eine klare Grenzüberschreitung und der documenta wurde damit ein erheblicher Schaden zugefügt. Es ist nach Auffassung des Aufsichtsrates essenziell, diesen Vorfall zeitnah aufzuklären, Schlussfolgerungen auf Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse für den Umgang mit antisemitischen Vorgängen in der Kultur und Kunstkontext zu ziehen und weiteren Schaden für die documenta abzuwenden. Durch die Aufhängung des Banners und auch im Zuge der Krisenbewältigung in den vergangenen Wochen ist leider viel Vertrauen verloren gegangen. Der Aufsichtsrat betrachtet es als essenziell, dass alles darangesetzt wird, dieses Vertrauen zurückzugewinnen“
Nun ist die Katze aus dem Sack! Der Aufsichtsrat, die Gesellschafter und Generaldirektorin Sabine Schormann verständigten sich einvernehmlich darauf, ihren Geschäftsführerdienstvertrag kurzfristig aufzulösen.
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Presseauszug von der documenta fifteen: Alexander Farenholtz übernimmt die Interims-Geschäftsführung der documenta und Museum Fridericianum GmbH
„Alexander Farenholtz wurde heute einstimmig durch den Aufsichtsrat der documenta und Museum Fridericianum gGmbH zum Interims-Geschäftsführer der documenta bestellt. Das erklärten Kassels Oberbürgermeister Christian Geselle, Aufsichtsratsvorsitzender der documenta, und seine Stellvertreterin im Aufsichtsrat, die Hessische Ministerin für Wissenschaft und Kunst Angela Dorn, am Montag. Die Gesellschafter der documenta sind froh und dankbar, in einer für die documenta herausfordernden Situation einen so erfahrenen und renommierten Kulturmanager für die bedeutende Weltkunstausstellung in Kassel gewonnen zu haben. Alexander Farenholtz übernimmt diese Aufgabe bereits am Dienstag, 19. Juli. Das Engagement ist zunächst bis zum 30. September 2022 befristet. Es ist der Wunsch von Herrn Farenholtz, nach der Abstimmung mit den Gesellschaftern nun zunächst mit der künstlerischen Leitung und dann selbstverständlich auch mit dem Team der documenta gGmbH Gespräche aufzunehmen. Kassel und die documenta sind Farenholtz seit Jahren gut vertraut: Nach dem Studium (Verwaltungswissenschaft in Konstanz) und ersten beruflichen Stationen war er 1989 unter anderem für die Realisierung der documenta 9 unter der künstlerischen Leitung von Jan Hoet zum Geschäftsführer der documenta GmbH berufen worden. 1993 wechselte er als Leiter des Ministerbüros ins Baden-Württembergische Kunstministerium und übernahm 1996 zusammen mit Tom Stromberg die Leitung des Kulturprogramms der Weltausstellung EXPO2000 in Hannover. Mit Beginn des Jahres 2002 wurde er zum Gründungsvorstand und Verwaltungsdirektor der Kulturstiftung des Bundes bestellt. Dieses Amt übte er an der Seite von Hortensia Völckers als Künstlerischer Leiter bis zum Erreichen der Altersgrenze im Januar 2020 aus.“
Nun heißt es wieder nach vorne zu schauen und zu hoffen, dass man in Zukunft genauer hinsieht, um solche Unannehmlichkeiten gar nicht an das Tageslicht zu bringen. Kunst soll aufzeigen aber nicht „hetzen“.
Ein bitterer Beigeschmack wird bei der documenta fifteen mit Sicherheit bleiben. Diese documenta fifteen wird vielen im Gedächtnis bleiben. Es war ein Skandal, den man vermeiden hätte können, aber vielleicht war es gut, damit man sich in Zukunft besser vorbereitet, sowie auch die Kuratoren genauer unter die Lupe nimmt. Kunst muss und soll schreien, aber auch ihr sind Grenzen gesetzt!
Maurice Lenhard (Dramaturgie) im Gespräch mit Joana Mallwitz (Musikalische Leitung) und Lydia Steier (Regie)
von li nach re: Maurice Lenhard (Dramaturgie) Joana Mallwitz (Musikalische Leitung) und Lydia Steier (Regie) Foto: Christa Linossi
Fangen wir gleich mal mit einer Frage an: „Was ist der Unterschied zwischen Dramaturgen und Regisseur? Während der Regisseur also die künstlerische Leitung innehat, ist der Dramaturg Vermittler zwischen der Bühnenkunst und den weiteren organisatorischen Aufgaben am Theater.
So diese Frage ist einmal geklärt und nun zu dem interessanten Terrassentalk zur Neueinstudierung DIE ZAUBERFLÖTE.
Maurice Lenhard (Dramaturgie): Die Zauberflöte wurde 2018 zu den Salzburger Festspielen aufgeführt und nach ein paar Jahren können wir nochmal auf eine Produktion schauen. Das Genre, damit auch lebendig zu halten und das Stück neu zu inszenieren und zu hinterfragen, was erwartet uns hier im Gegensatz zu 2018?
Lydia Steier (Regie): Es ist eine Neueinstudierung zu Inszenierung von 2018. Es ist alles andere als das Gleiche. Die Grundkonstellation bleibt und es ist auch der Ausgangspunkt die vom Großvater erzählte Familiengeschichte, an seine 3 Enkelkinder. Das Haus für Mozart ist die neue Spielstätte und ist eine andere Version als im Zirkuszelt und hier ist auch die Überlegung zu einem komplett anderen Raumkonzept. Das geniale Bühnenbild von Katharina Schlip ermöglicht es auch, zwei Drehscheiben auf der Bühne ineinander zu drehen und es entsteht so eine Art Labyrinth aus diesem bürgerlichen Haus und so können wir immer tiefer in die Erzählung eintauchen – vergleichbar mit Alice im Wunderland, die durch verschiedene Türen immer neue Welten und Perspektiven entdeckt. Wir sind Markus Hinterhäuser für die Möglichkeit, die Oper unter neuen Bedingungen inszenieren zu können, sehr dankbar.
Maurice Lenhard: Die Zauberflöte wird eine große Herausforderung auf beiden Seiten Regie wie musikalisch. Frage an Joana wie geht man an ein Stück heran, das so bekannt und so viel gespielt wurde wie dieses und nun zu einer Neuneinstudierung kommt? Was hast du in einem Interview einmal gesagt? Für dich ist die Musik von Mozart wie ein Papierflieger, mit dem man fliegen lernen muss.
Joana Mallwitz (Musikalische Leitung): Das Prinzip einer völligen Neubefragung trifft auch auf musikalischer Ebene zu. Die Zauberflöte ist wohl die meistinterpretierte und meisthinterfragte Oper und auch ich muss gestehen, dass ich mich erst einmal vom Blick auf bestimmte Traditionen freimachen musste.
Beispiel Papierflieger: hier muss auch das Format stimmen, jede Faltung muss exakt geglättet sein, damit er abheben kann und so ähnlich ist es bei Mozart Partituren, es reicht nicht, einfach auf die Noten zu schauen. Die allerhöchste Kunst besteht darin, zu sehen, wie beispielsweise Akzente und Tempoübergänge geformt sind, dass es wie ein perfekter Papierflieger ist, der einfach fliegt. Das ist für mich die Musik von Mozart.
Maurice Lenhard: 2018 passierte schon sehr viel auf der Welt. Mittlerweile wurde die unruhige Situation auf der Welt zu einem Aufruhr. Lydia in deiner Inszenierung geht es nie explizit um ein politisches Tagesgeschehen und doch setzt du dich ganz klar damit auseinander. Was unsere großen Fragen und Ängste zurzeit sind und wie setzt du diese in deiner Arbeit um?
Lydia Steier: Auf szenischer Ebene hatten sich natürlich auch die weltweiten Veränderungen seit 2018 ausgewirkt. Wir leben in einer Zeit, wo eigentlich das Wort „Frieden“ irgendwie am Ast schon am „faulen“ ist. Schon damals hatten wir den Blick auf eine Welt gerichtet, in der Kriege und anderes Elend vorgekommen sind. Die Jahreswende 1912/1913 war der Punkt, am dem wir standen, seitdem haben wir alle einen anderen Blickwinkel, wir haben alle etwas verloren – im günstigsten Fall nur Zeit und Geld, im schlimmsten Fall einen Menschen oder Gesundheit. Unsere Augen und auch die Augen der Sänger sehen es anders. Was vorher prognostiziert wurde, ist Wahrheit geworden.
Wir haben das Glück, ein junges Team zu haben, das sich engagiert und sich mit aktuellen Themen auseinandersetzt, nicht nur mit dem Thema Krieg, sondern beispielweise auch mit der Frage: ist die Rolle der Pamina frauenfeindlich? Man muss der neuen Generation erklären, was die Welt für sie bereithält – nicht nur im Hauptkonflikt des Stücks zwischen Sarastro und der Königin der Nacht, sondern auch mit Blick auf externe Konflikte.
Maurice Lenhard: Die Zauberflöte nimmt immer wieder einen besonderen Platz in unserem Schaffen ein und wir stellen uns wieder die Frage, wenn sich Mozart mit etwas neuem auseinandergesetzt hat, ist er wirklich bis auf den Grund gegangen? Wie geht man mit so einer offenen Form von Singspiel um? Wie ist die Funktion der hinzu erfundenen, von Roland Koch verkörperten Erzählerfigur des Großvaters?
Joana Mallwitz: Aspekt, es muss intensiv an der fließenden Grenze zwischen gesprochenem und gesungenem Text gearbeitet werden. Die Zauberflöte ist voller Rätsel, auf die es keine Antworten gibt. Dennoch ist es wichtig, die Reichweite der Themen aus der Perspektive dazustellen. Die Rolle von Roland Koch ist spannend – genau im Hinblick auf das, worauf wir hinarbeiten. Die Geschichte wird erzählt, der Zuhörer wird in sie hineingezogen.
Lydia Steier: Der Großvater ist nicht nur irgendeine Figur, er ist vielleicht sogar die zentrale Figur, er sieht Tamino als junges Abbild von sich selbst. Im Esszimmer hängt ein großes Porträt von Pamina als verstorbene Großmutter, die Kinder sehen in ihr die Prinzessin, gleichzeitig blickt der Großvater mit leidenschaftlicher Nostalgie auf die Frau, die er geliebt hat.
Maurice Lenhard: Wie ist die gemeinsame klare Zielsetzung zwischen Musikalischer Leitung und Regie zu einer guten Oper?
Lydia Steier: Joana und ich haben starke Ideen mit einem klaren Blick auf das Ganze. Die Inszenierung muss das Rückgrat der Musik sein. Im Hinblick auf das künstlerische Miteinander macht die Zusammenarbeit sehr viel Spaß. Als Wirkung der Inszenierung wünsche ich mir, dass sie nachhallt, dass der Zuschauer sich daran erinnert, dass er die Reise mit uns machte und mit der Zeit durch eine neue Perspektive sieht.
Joana Mallwitz: Beides muss Hand in Hand gehen, bei Mozart noch mehr: in dem Moment, in dem man eine Phrase singt, muss alles stimmen. Da merkt jeder Zuhörer sofort: stimmt der Impuls oder nicht. Worum gehe es, es ist ein frischer Blick, der vom Notenbild weggeht und am Ende jeder Note mit der Zielrichtung befragt „Warum stehst du da“?
Die Eröffnung des 14. Literaturfest Salzburg wurde in der SZENE Salzburg mit viel Publikum am 18. Mai 2022 eröffnet und endete am 22. Mai 2022 mit viel Applaus.
Das Literaturfest wurde heuer von drei Autor*innen und drei Musiker*innen eröffnet und es folgten viele Veranstaltungen rund um die SPRACHE / LITERATUR.
Bei der Eröffnungsfeier trat der Schauspieler und Sänger Gerald Votava (Gitarre) mit Walther Soyka (Knopfharmonika) und Maria Petrova (Schlagzeug) auf. Gerald Votava vertonte einige der letzten Gedichte von Christine Nöstlinger, die sie in ihrem Leben geschrieben hat. Mit Hingabe und feiner Melancholie sang Gerald Votava diese vertonten Gedichte und wurde von Walther Soyka und Maria Petrova begleitet.
Aus ihren Büchern lasen folgende Autoren bei der Eröffnung:
Franz Hohler, der Schweizer Schriftsteller und auch sehr bekannt als Kabarettist. 2008 wurde für sein Lebenswerk mit dem Salzburger Stier ausgezeichnet. Franz Hohler las aus seinem Buch „Der Enkeltrick“. Franz Hohlers Erzählungen handeln oft von merkwürdigen Begebenheiten. Es war eine Lesung wo viel heiteres und viele zum schmunzeln veranlasste und sich so mancher dachte, dieses Buch „Der Enkeltrick“ muss ich haben. Das Publikum bedankte sich mit einem großen Applaus.
Dana Grigorcea, ist eine schweizerisch-rumänische Schriftstellerin. Sie las aus ihrem Roman »Die nicht sterben« Schaurig, tiefgründig, archaisch: Ein atemberaubend atmosphärischer Roman über Rache und Extremismus und die Sehnsucht nach der starken Hand, nach einem gestrengen, grausamen Richter – wie Dracula. Dana Grigorcea wurde 2021 für den Deutschen Buchpreis nominiert und 2022 mit dem Schweizer Literaturpreis ausgezeichnet.
Norbert Gstrein, ist ein österreichischer Schriftsteller, geboren in Tirol. Für seinen Roman „Der zweite Jakob“ erhielt er sogar drei Literaturpreise: 2021 den Düsseldorfer Literaturpreis, den Thomas-Mann-Preis und den Deutschen Buchpreis. Er las aus seinem jüngst erschienenen, trickreichen Roman „Der zweite Jakob“ Norbert Gstrein schreibt einen Roman, der mitreißende, große Kunst ist und es handelt von dem Schauspieler Jakob „Natürlich will niemand sechzig werden.“ Damit beginnt Jakobs Lebensgeständnis.
Die eine oder andere Veranstaltung des Literaturfestes lockte, so begab ich mich auf die Suche, was noch interessant sein könnte und wurde fündig:
„ENDLICH VERGESSEN“ ist jetzt nicht mein Motto, sondern dies ist ein Ausspruch eines Buches von Yvonne Zitzmann, die im Gespräch mit Teresa Präauer, Passagen aus ihrem Buch las und einen Einblick in ihrem Roman im Dialog mit Präauer führte und so sichtbar machte, was der Hintergrund dieses Titels auf sich hatte. Dieser außergewöhnliche Debütroman „TAGE DES VERGESSENS“ beruht auf Berichten über Forschungen in der DDR und wirft medizinische, ethische und letztlich auch gesellschaftliche Fragen auf.
Ein kurzer Auszug: „Eine außereheliche Affäre, die Last frühen Ruhms, die Schuldgefühle eines KZ-Überlebenden – glücklich ist, wer vergisst! Sieben Personen melden sich als Probanden für ein neues Medikament, das das gezielte Vergessen der eigenen Vergangenheit ermöglichen soll. Doch bereits nach wenigen Tagen läuft die Studie aus dem Ruder…“
Bei diesem Roman (es ist eine fiktive Geschichte) stellt sich auch die Frage, würden wir so eine Pille wirklich benötigen? Würden wir gerne alles „Vergessen wollen“? Ich denke, nein, den Erinnerungen haben auch was Positives und dienen der Weiterentwicklung. Es war eine Lesung, die auch zum Nachdenken anregte.
Mein Drang nach Literatur führte mich auch in DAS KINO, wo zurzeit die Stefan-Zweig-Filmreihe präsentiert wird. Ich suchte mir den Film GRAND BUDAPEST HOTEL aus. Worin geht es um diesen Film? Ging es um Stefan Zweig? Es ergibt keine Verfilmung eines bestimmten Textes von Stefan Zweig, sondern es entstand ein kunstvolles Erzählgeflecht aus dem Geiste seiner Literatur, die sich der US-amerikanische Wes Anderson (*1969, Filmproduzent, Drehbuchautor und Regisseur) zu Nutze machte und daraus den Film „Grand Budapest Hotel“ (2014 erschien der Film) drehte. Wes Andersons Werke sind Kult. „Grand Budapest Hotel“ ein faszinierender Film mit vielen überraschenden Wendungen und raffinierten Anspielungen.
20th Century Studios DE
Man könnte den Film auch als Teil einer Satire sein mit schrillen Farben, exzentrischen Kostümen und majestätischen Gebäuden.
Das Literaturfest Salzburg endete mit einem Lyrikmatinee im Marionettentheater Salzburg und wurde von den Flöten-Improvisationen von Norbert Trawöger (= künstlerischer Direktor des Bruckner Orchesters Linz) getragen, die er als „Luftikusse“ betitelte.
Wenn Ulrike Almut Sandig ihre Gedichte liest, schwingt Poesie mit, begleitet wurde sie von Trawögers Flöten-Improvisationen. Schlicht, fantastisch und liedhaft erzählend so brachte sie ihre Lesung an das Publikum. Auch als Prosa-Autorin machte sie sich einen Namen. Mit ihrem sicheren Sprechrhythmus gewann sie den internationalen Lyrikpreis Meran sowie den Roswitha-Literaturpreis 2021. Ulrike Almut Sandig ist die wandlungsfähigste und vielfältigste Schriftstellerin, die die deutschsprachige Gegenwartsliteratur derzeit hat.
Sarah Berger eine deutsch-rumänische Schriftstellerin, Fotografin und Performancekünstlerin las Alltagsnotizen aus Match Deleted Tinder Shorts. Tinder Shorts sind ein von der Autorin erfundenes Genre sehr kurzer Texte über die Liebe in Zeiten des Datings, alte und neue Probleme mit Sprache, Nähe, Erwartungen und Projektionen.
Das Literaturfest mit seinen spannenden Lesungen, Filmen, literarischen Spaziergängen ist wieder Geschichte. Es war eine interessante Zeitreise des 21. Jahrhunderts durch die Literatur und dessen Sprache.
Irgendwann haben alle wieder ihr Ziel erreicht, selbst die, die keins hatten. (Zitat von Jovana Reisinger. Spitzenreiterin)
ARS ELECTRONICA im Aufbruch zu neuen UFERN im 21. Jahrhundert!
Photo showing Uniview 3.0. Photo: vog.photo
Diesmal heißt das Motto: „Zurück in die Zukunft oder alles beginnt mit dem CAVE…“ jedoch wurde für 2022 ein neues Kapitel aufgeschlagen und wir beginnen mit einem weiteren Zukunftsabschnitt, und zwar mit DEEP SPACE EVOLUTION
DEEP SPACE EVOLUTION Ars Electronica – Video Ars Electronica
Mit DEEP SPACE EVOLUTION schlägt das Team von Ars Electronica das nächste Kapitel in Sachen immersive Bildwelten auf. Es entstehen somit neue Veranstaltungsformate mit DEEP SPACE EVOLUTION und so startet das Ars Electronica Center auch neue Programmformate. Zusätzlich zu den halbstündlichen Präsentationen während des regulären Museumsbetriebs gibt es ab sofort die drei neuen Veranstaltungsformate „Deep Space Concert”, „Deep Space Experience” und „Deep Space Lecture”. Künstler*innen, Forscher*innen und Aktivist*innen laden dabei zu außergewöhnlichen Erlebnissen.
Photo showing a Uniview 3.0. Photo: vog.photo
mit CAVE begann 1996 und wurde zur Weltpremiere, hier handelte es sich noch um einen kleinen Raum mit 3x3x3 Meter. Dieser Innenraum diente als Projektionsfläche am Boden, Decke und Wände. Es war ein Netzwerk aus vier Rechnern und einem Trackingsystem, das ständig die Position der 3D-Brillen ausgestatteten Besucher*innen ermittelt, ermöglicht ein noch nie dagewesenes Eintauchen in virtuelle Welten. Dieser Raum wurde bald die Spielwiese für Wissenschaftler*innen, Künstler*innen und Entwickler*innen aus aller Welt, die hier ihre Ideen als Experimente weiterführten.
Entwicklung von Cave 1996 bis deep space EVOLUTION 2022 Ars Electronica Foto: Christa Linossi
…dies führte dann über den Deep Space…
Als Linz 2009 zur „Kulturhauptstadt Europas“ wurde, wurde das „Deep Space“ auf 6.500m² erweitert und avancierte zum Publikumsmagneten. Wand- und Bodenprojektionen hatten hier beachtliche 16 mal 9 Meter Maße und dank der Entwicklung zu Lasertracking, konnte hier auch interaktive Bildwelten inszeniert werden. Dieser Deep Space sorgte für international große Aufmerksamkeit.
…die Entwicklung ging weiter…und führte zum Deep Space 8K…
Das Ars Electronica Future lab nimmt 2015 den nächsten Meilenstein in Angriff. Aus dem Deep Space wird der Deep Space 8K. 8K verweist auf die Auflösung der projizierten Bilder, die jetzt für jeden der acht Projektoren 4096 mal 2160 Bildpunkte umfassten. Der Deep Space 8K garantierte visuelle Erlebnis, die wahrlich den Atem raubten.
Jetzt wurde wieder ein neues Kapitel aufgeschlagen und
führt…zu Deep Space EVOLUTION
2020 Cubo Negro und 2021 JKU medSPACE ein neu implementiertes Content-Managementsystem eröffnet zahlreiche Zusatzfunktionen, den Präsentator*innen stand zudem ein neues Steuerungsinterface am Smartphone zur Verfügung. Zur 3D-Contententwicklung wurde nun die in den weltweit führenden Computerspielproduktionen verwendete Unreal Engine eingesetzt. Ein neues Lizenzmanagement für Content-Pakete garantiert darüber hinaus, dass Inhalte aus dem Deep Space 8K ganz einfach Partner*innen weitgegeben werden können. Zum Einsatz kommt dieses System bereits im JKU medSPACE am JKU MED Campus Linz genau wie im Cubo Negro im Centre de Ciencias in Culiacan, Sinaloa Mexiko.
Deep Space EVOLUTION – neue Programm-Highlights in 3D
Unser Sonnensystem erkunden und dabei erfahren, warum sich Leben auf der Erde überhaupt entfalten kann. Den komplexen anatomischen Aufbau von Homo Sapiens sehen und die Funktionsweise des menschlichen Organismus verstehen lernen. Ein faszinierendes Zusammenspiel von Kunst und Technologie mitverfolgen, das den Weg in die Zukunft von Menschen und Maschinen weist.
Deep Space EVOLUTiON steht auch für eine inhaltliche Weiterentwicklung, die dem Publikum spannende Stories, vielfältige Möglichkeiten der Interaktion und ein noch intensiveres immersives Erlebnis eröffnet.
DEEP SPACE EVOLUTION Ars Electronica – Video Ars Electronica
Spannende Stories wie:
Uniview 3.0 Warum besitzt die Erde ein Magnetfeld und wovor schützt es uns? Weshalb ist die Atmosphäre für uns lebensnotwendig? Wie ist der Mond entstanden und warum ist er für die irdische Evolution unverzichtbar? Und was ist die „habitable Zone“? „Die Erde – ein besonderer Planet“ entführt Besucher*innen auf eine spektakuläre virtuelle Reise, bei der sich alles darum dreht, warum wir und mehr als acht Millionen weitere Arten auf diesem Planeten überhaupt leben können. Wie wir Menschen uns auf immer längere Weltraummissionen vorbereiten und Exoplaneten in fremden Sternsystemen genauer unter die Lupe nehmen, wird mithilfe eines brandneuen 3D-Modells der ISS und des James Webb Space Telescope erzählt.
Photo showing a Uniview 3.0. Photo: vog.photo
Sounding Letters Welch Potential dem Zusammenspiel von Menschen und Maschine innewohnt, zeigt das 3D-Video „Sounding Letters“. Es basiert auf einem KI-System von Ali Nikrang (Künstler und Forscher am Ars Electronica Futurelab), dass die Anfangsbuchstaben von Ars Electronica Futurelab und Ars Electronica Center als Noten interpretiert hat. Mensch und Maschine komponierten dann ein Stück, das Ali Nikrang schließlich im Duett mit einem selbstspielenden Piano zur Aufführung brachte.
Sounding Letters Ars Electronica Foto: Robert Bauernhansl
Des Weiteren gibt es dann noch Virtual Anatomy zurück am Planeten Erde und den sich hier tummelnden Arten. Eine davon rückt „Virtual Anatomy“ ins Zentrum und macht dabei auf spektakuläre Weise sichtbar, welch komplexe Organismen die Evolution hervorbringt.
Photo showing „Virtual Anatomy“. Photo: vog.photo
Last not least Welcome to Planet B Auf ganz andere Weise thematisiert eine weitere, ebenfalls vom Ars Electronica Futurelab entwickelte Applikation die künftige Rolle von Menschen und Maschinen. „Welcome to Planet B“ ist ein interaktives Spiel, das danach fragt, was wir unternehmen wollen, um den Klimawandel und seine Auswirkungen zu begrenzen.
Photo showing the interactive game „Welcome to Planet B“. Photo: vog.photo
Spanien Sprühende Kreativität – Ehrengast der Frankfurter Buchmesse 2022; Spanien – Ehrengast 2022 EN
Wenn Juergen Boos, Direktor der Frankfurter Buchmesse zu einer Pressekonferenz einberuft, kann es sich nur um eine Botschaft handeln.
Die Botschaft? Ehrengast auf der Buchmesse ist heuer Spanien, die ihre literarische Vielfalt unter dem Motto „Creatividad Desbordante/Sprühende Kreativität“ präsentieren wird.
Spanien Sprühende Kreativität – Ehrengast der Frankfurter Buchmesse 2022; Spanien – Ehrengast 2022 EN
Juergen Boos, Direktor der Frankfurter Buchmesse: „Es ist nun fast 30 Jahre her, seit dem ersten Auftritt von Spanien auf der Frankfurter Buchmesse 1991. Eine der zentralen Botschaften des spanischen Auftritts ist die Vielsprachigkeit des Landes: darunter regionale Sprachen wie Katalanisch, Galicisch und Baskisch, in denen es jeweils eigene Literaturen gibt. Diese Vielsprachigkeit ist perfekt zum Thema TRANSLATE TRANSFER TRANSFORM. Denn Übersetzen ist der einzige Weg für das Wort hinaus in die Welt, für die Verständigung zwischen Kulturen inmitten von Diversität. Die Übersetzung steht im Zentrum einer jeden Ehrengastpräsentation auf der Frankfurter Buchmesse: In diesem Zusammenhang ist eines der größten Übersetzungsförderungsprogramme weltweit entstanden.“
Elvira Marco, Projektleiterin für den Ehrengastauftritt Spaniens auf der Frankfurter Buchmesse 2022: „2019 hat Spanien den ersten Schritt „auf den Weg nach Deutschland“ getan. (“Ein Frühling voll sprühender Kreativität”) Seitdem gab es viele Herausforderungen. Wir haben trotzdem viel auf die Beine gestellt, darunter ein großes Übersetzungsförderungsprogramm, um unseren Büchern auf die internationale Bühne zu verhelfen. „Übersetzungen bringen uns einander näher und das ist etwas, was wir gerade in diesen Zeiten besonders brauchen.“ (“Ein Frühling voll sprühender Kreativität”) Jetzt übergeben wir den Staffelstab an die Leser: innen weiter. Wir präsentieren viele zeitgenössische Werke, die deutlich zeigen, dass Spanien ein anderes Land ist als noch vor 30 Jahren, als Spanien erstmals Ehrengast der Frankfurter Buchmesse war.“
Luis García Montero, Direktor der Instituto Cervantes: „Die Buchmesse ist immer ein wichtiger Ort, um in den Austausch zu treten und sich zu treffen. Das Buch ist eine Metapher für die Freiheit. Das Gewissen des Autors verbindet sich mit dem Gewissen der Leser. Spanien glaubt an Europa. Der große Reichtum Europas zeigt sich in den Menschrechten und der Demokratie. Und in einer Sprache zeigt sich der Wertekanon der Gesellschaft. (“Ein Frühling voll sprühender Kreativität”) Wir wollen Kultur aus der gesamten spanisch-sprachigen Gemeinschaft vermitteln und kämpfen als Gemeinschaft für die Vielstimmigkeit. Deswegen bin ich dankbar, dass die Frankfurter Buchmesse diesen wichtigen Dialog fördert.“
Die Frankfurter Buchmesse ist die größte Fachmesse für das internationale Publishing und ein branchenübergreifender Treffpunkt für Player aus den Bereichen Bilding, Filmwirtschaft, Games, Wissenschaft und Fachinformation. Der jährlich wechselnde Ehrengast, der dem Messepublikum auf vielfältige Weise seinen Buchmarkt, seine Literatur und Kultur präsentiert. Die Frankfurter Buchmesse organisiert die Beteiligung deutscher Verlage an internationalen Buchmessen und veranstaltet ganzjährig Fachveranstaltungen in den wichtigen internationalen Märkten. Die Frankfurter Buchmesse ist ein Tochterunternehmen des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels.https://www.buchmesse.de/
“Verschachtelung und Komprimierung von Wissen und Darstellung“ ist ein Thema, dass mit Universalismus im Allgemeinen mit sich bringt. Der universalistische Mensch war sich der Vielfalt der Gegenstände bewusst.
„Nesting and compression of knowledge and representation“ is a topic that generally entails with universalism. Universalist man was aware of the diversity of objects.
Unlängst führte ich ein kurzes Chatinterview mit dem Geschäftsführer Wolfgang Descho vom ROCKHOUSE zur Gründungsgeschichte:
Wolfgang Descho Geschäftsführer RXCKHXUSE Salzburg Foto: Wolfgang Descho
Linossiartstory:
Sie haben 1993 das Rockhaus gegründet bzw. ins Leben gerufen. Was war die Grundidee in Salzburg ein Rockhaus zu gründen? Wo hier nur Klassik gefragt ist?
Wolfgang Descho:
Die Salzburger Pop- und Rockszene wurde in den 80iger Jahren nicht einmal ignoriert. Im Sternbräu trafen sich einige Salzburger Musiker, darunter Josh Oppacher, der später so um 1990 mit „Nimm mich mit zur Donau“ einen Hit landete. Mit Michl Matschedolnig und mir waren auch junge Vertreter der neuen Musikszene dabei. Schnell wurde klar: In Salzburg gibt es kaum Proberäume und fast gar keine Auftrittsmöglichkeiten für die heimische Rock- und Popszene. Ähnlich wie die Kollegen in Linz (daraus wurde später der Posthof) und Wien (daraus resultierte das Rockhaus Wien – heute Planet Music) forderten wir ein Rockhouse für Salzburg. Ein erstes großes Ereignis wurde mit dem 3 Tages Fest „Mad(e) in Salzburg“ im Keller des Volksheim in der Elisabethstraße (heute befindet sich das JAZZIT darin) veranstaltet. 19 Bands erspielten in 3 Tagen 26 Anzeigen wegen Ruhestörung…abgesehen davon, war das Fest ein Riesenerfolg, 3 Tage ausverkauft, erstmals wurde die Musikszene in Salzburg so richtig wahrgenommen.
Schnell kristallisierte sich heraus, dass das Rockhouse ein Veranstaltungsort, ein kreatives Arbeitshaus und ein Treffpunkt der Szene werden soll. Ursprünglich verbanden wir uns noch mit der ARGE RAINBERG Bewegung, nach „Verkleinerung“ des Projektes in das „Kulturgelände Nonntal“ entschieden wir uns eigenständig für ein Rockhouse zu kämpfen.
Was ist das Konzept dafür, dass das Rockhaus sich 28 Jahre sehr gut gehalten hat? Das Rockhaus hat Lokal wie International einen sehr guten Ruf und viele Musiker starteten hier ihre Karriere.
Das Konzept ist sehr einfach: Einerseits die Kombination des kreativen Arbeitsraums (Proberäume, Workshopraum) mit der Möglichkeit der direkten Umsetzung (Veranstaltungssaal) und der Präsentation der nationalen und internationalen Musikszene auf 2 Bühnen gepaart mit einer großartigen Bar (Treffpunkt). Somit ist es genauso das House der heimischen Musikszene wie es auch für die Musikinteressierten Zuhörer ist.
Wichtig ist dabei auch die professionelle wie auch menschliche Haltung aller Mitarbeiter. Unser Motto lautet ganz einfach, sowohl zum/r MusikerIn als auch zum Gast: „You’re welcome“. Ebenso wichtig ist die gute Infrastruktur. (Technik muss qualitativ hochstehend sein, gutes Catering.)
Linossiartstory:
Jedoch kam 2020 die Pandemie und alles wurde heruntergefahren, jedoch auch dies überlebte das Rockhaus und was ist hier Ihr Konzept gewesen!
Wolfgang Descho:
Von heute auf morgen ist praktisch das (Kultur-) Leben weggebrochen. Wir haben von Anfang an uns mit der neuen Situation auseinandergesetzt und die Pläne neu gesetzt. Intern wurden alle notwendigen Wartungen und Reparaturen vorgezogen und erledigt. Mittelfristig notwendige Investitionen v.a. im Technikbereich wurden, soweit finanziell machbar, ebenso vorgezogen. In de Rockhouse Bar wurde, dank der großen Unterstützung der Brau UNION die komplette Kühlanlage erneuert und ebenfalls länger dauernde Umbauten und Erneuerungen in Angriff genommen.
Um das Programm nicht abreißen zu lassen, wurden die technischen Voraussetzungen für Streaming Konzerte geschaffen. Die erste Rockhouse Club Session (Live-Streaming Konzert) Mitte Mai 2020 war dann ein äußerst wichtiger Meilenstein, dem noch sehr viele Live Streams folgten. Ebenso wichtig waren die Rooftop Konzerte mit Mynth, Frame, Please Madame und Amelie Tobien. Das Feedback des „Publikums“ online war grandios und hat uns bestärkt und gestärkt. Die Begeisterung und Erleichterung der MusikerInnen, der Techniker und aller Involvierten war unglaublich! Für die Rockhouse Club Sessions wurde die Fa. Attic mit einer bronzenen Venus ausgezeichnet.
Die Planungen lieben immer weiter und zwangsweise passten wir diese jeweiligen Gegebenheiten und Verordnungen an. Im Schnitt landeten wir dabei bei Plan B bzw. Plan C usw. Dadurch konnten wir dann aber auch sofort wieder mit Veranstaltungen beginnen, sobald es wieder erlaubt war. Der Anfang war sehr beschwerlich, weil die vielen Verordnungen kaum ein wirklich freies Konzert möglich machten. Aber laut Salzburger Nachrichten: „konnte man im Rockhouse auch im Sitzen tanzen…“
Ein weiterer wichtiger Aspekt war und ist, dass das Rockhouse auch eine starke Bindung zur heimischen (Musik-)Szene hat und es ist deswegen für uns auch nicht neu (viele) regionale Acts im Programm, neben dem internationalen Angebot, zu haben.
Durch ein sehr gutes Covid Präventionskonzept war es auch möglich bis auf den Beginn der Pandemie den Probebetrieb aufrecht zu erhalten. Das Rockhouse ermöglicht durch eine sehr strenge Umsetzung des Covid Konzeptes auch einen möglichst sicheren Besuch der Veranstaltungen.
Linossiartstory:
Herr Descho es war nett mit Ihnen diesen Chat zu führen. Es war ein offener ausführlicher Chat, mit vielen interessanten Einblicken in das RXckhXuse Rockhouse. Danke für das nette Chat-Gespräch und alles Gute für die Zukunft, weiterhin viele gute Musiker: innen und ein Publikum, dass es zu schätzen weiß, dass es ein Rockhouse in Salzburg gibt.
Als ich diese Arbeit „Netzwerk“ schuf, ist mir klar geworden, wir surfen zwischen Treibgütern (Internet) des endzeitlichen Rohstoffes Information, und unsere Mitteilungen sind selbst Teil des Treibgutes.
Das latent vorhandene Bedürfnis nach Kommunikation, nach Aussprache und Mitteilung ist der eigentliche Quell des Internetbooms. Nun besteht auch das Bedürfnis jeden Einzelnen, selbst interaktiv einzugreifen, selbst Gestalter der eigenen Botschaft zu sein und der passiven Rolle des Konsumenten zu entrinnen.
Bauen Sie ein Netzwerk auf, vernetzen Sie sich usw… Sollten wir uns nicht auch Gedanken darüber machen, dass wir uns einer neuen Kontrolltechnik ausgeliefert haben?
When I created this work „Network“, it became clear to me that we surf between flotsam (Internet) of the end-time raw material information, and our messages are themselves part of the flotsam.
The latent need for communication, pronunciation and communication is the real source of the Internet boom. Now there is also the need for each individual to intervene interactively, to be the designer of their own message and to escape the passive role of the consumer.
Build a network, connect, etc… Shouldn’t we also think about the fact that we have surrendered to a new control technology?
Kennen wir es nicht alle, dieses Gefühl, wenn wir enttäuscht werden? Wenn man Floskeln wie, zu hören bekommen, wir sind wertvoll, wir sind Gefühlvoll und im Endeffekt wird man doch wieder im Regen stehen gelassen. Wenn das Herz dann zu Schmerzen beginnt. Wenn sich zum Herzschmerz, Zorn, Hass und Hilflosigkeit hinzumischt.
Wenn man sich die Frage stellt, wie gehe ich jetzt mit dieser Situation um. Werfe ich mich in den Schmerz? Suche ich einen Ausweg oder lasse ich alles an mich heran? Ich für mich, verarbeite es einfach in Kunst. Ein guter Weg, das Ventil zu öffnen, bevor es explodiert.
Don’t we all know it, that feeling when we are disappointed? When you hear phrases, we are valuable, we are full of feeling and in the end, you are left in the rain again. When the heart then begins to hurt. When heartbreak, anger, hatred, and helplessness are added.
If you ask yourself the question, how do I deal with this situation now? Am I throwing myself into pain? Am I looking for a way out or do I let everything get to me? For me, just process it into art. An effective way to open the valve before it explodes.
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