
Foto: © Michael Geißler
Ein Wahnsinn, wie die Zeit vergeht. Kaum sind wir in Saalfelden und Umgebung noch über verschneite Pisten ins Tal gerauscht, steht plötzlich der Sommer vor der Tür – und mit ihm das legendäre Jazzfestival Saalfelden 2026.
Am 27. Mai 2026 wurde das Programm der Medien präsentiert. Die 46. Edition (20.–23. August 2026) zeigt einmal mehr, wie konsequent das Festival neue Wege geht und sein Profil schärft: mehr öffentlicher Raum, mehr Miteinander, mehr Grenzbereiche zwischen Klang, Bild und Bewegung.

Zwei Sonderprojekte im Fokus
MMM – „WAS…“: Eine Partitur als lebender Organismus
Das Trio MMM (Maja Osojnik, Mathias Lenu, Maja Schellander) eröffnet in der Kunsthalle Saalfelden eine auf zehn Jahre angelegte Raum‑ und Klangreise. Ich habe kurz auf YouTube hineingehört: experimenteller Jazz, gewöhnungsbedürftig, aber spannend – sicher nicht jedermanns Geschmack, aber eine konsequente Erweiterung des Jazzbegriffs.
THE BIG SHAKE – Jubiläum für SHAKE STEW
Ganz anders, aber ebenso gemeinschaftlich gedacht: SHAKE STEW kehrt zum zehnjährigen Bestehen mit einem eigens für Saalfelden entwickelten Großprojekt zurück. 2016 spielten sie das Eröffnungskonzert – der Beginn einer außergewöhnlichen Erfolgsgeschichte. Heute zählt das Septett zu den prägenden Formationen der europäischen Jazzszene, ausgezeichnet u. a. mit dem Deutschen Jazzpreis 2021 und dem Amadeus Austria Music Award 2023.
Lukas Kranzelbinder formuliert es treffend: „Es geht einfach darum, ein Medium zu finden, mit dem man das, was man als Musiker in sich hat, gut transportieren kann.“
Starke Pianistinnen, alpine Resonanzen
Das Festival setzt heuer auch klare Akzente für Musikerinnen: Mit Marta Sanchez, Marina Dzukljev, Tamara Stefanovich und Eva Risser stehen gleich mehrere international gefeierte Pianistinnen auf der Bühne.
Die beliebten „We Hike Jazz“-Wanderungen verbinden erneut Naturerlebnis und Konzertformat. Zwei Almkonzerte erweitern den Jazzkontext hinaus in die alpine Landschaft.
Ein besonderer Höhepunkt: Das Konzert auf der historischen Einsiedelei über Schloss Lichtenberg, bei dem Chris Speed (Saxophon) und Cuong Vu (Trompete) einen kontemplativen Gegenpol zum Trubel im Tal setzen. (Ein persönlicher Tipp: unbedingt hörenswert.)
Jazz als soziale, räumliche und künstlerische Praxis
Das Jazzfestival Saalfelden zeigt auch 2026, dass Jazz hier nicht nur präsentiert wird – sondern gelebt, erforscht und in neue Räume getragen wird.
Wenn Jazz für Sie ein Favorit ist, dann tauchen Sie ein in dieses Festival, umgeben von einer wunderbaren Bergwelt, getragen von alter und neuer Jazztradition und immer offen für neue Wege. Wie Landschaften, die bei jedem Schritt etwas Neues entdecken lassen.
