MARIA STUART von Friedrich Schiller

100 Jahre Salzburger Festspiele 2021 / auf der Perner Insel in Hallein

England in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts. Der Thron von England ist durch einen Bastard entweiht, der Briten edelherzig Volk durch eine listige Gauklerin betrogen. „Regierte Recht, so läget Ihr vor mir /
Im Staube jetzt, denn ich bin Euer König.“ (“MARIA STUART – Schleswig-Holsteinisches Landestheater”)

Maria Stuart 2021: Ensemble
© SF / Matthias Horn

Bei der Inszenierung von Schillers Spätwerk MARIA STUART führte der Burgtheaterdirektor Martin Kušej Regie. Hauptdarstellerinnen sind Bibianna Beglau als Elisabeth und Birgit Minichmayr als Maria Stuart.

Regisseur und Burgtheaterdirektor Martin Kušej
© SF/Anne Zeuner

Maria Stuart 2021: Birgit Minichmayr (Maria Stuart, Königin von Schottland), Ensemble
© SF / Matthias Horn
Maria Stuart 2021: Bibiana Beglau (Elisabeth, Königin von England), Ensemble
© SF / Matthias Horn

Es ist eine unerwartete Inszenierung von Maria Stuart. Kušej: „Dieses Stück hat sich seit über 200 Jahren bewiesen. Wenn bei Schiller alles richtig gesprochen und betont wird, übt der Text eine Faszination aus, auf die man sich blind verlassen kann“.

Schwieriger wird es schon bei der Erzählung der Moral von Schiller als Philosoph und Mensch aus heutiger Sicht. Maria Stuart wurde anders auf die Bühne gebracht, nicht so wie man es sich vorstellt. Eine Übersetzung der historischen Orte in die heutige Welt kam nicht in Frage.

Kušej arbeitete zuerst allein mit dem Stück. Lesen, Nachdenken, der Fantasie freien Lauf lassen, das sei für ihn das Tollste an seiner Arbeit gewesen. Danach setzte er den Kostümbildner und Bühnenbilder mit ein, erstellte eine Strichfassung – ungestrichen hätte das Stück eine Länge von sechs Stunden. Seine Idee präsentierte er bei der ersten Leseprobe dem Ensemble. Nach 30 Jahren Berufserfahrung, sieht er kein Problem, und kann mittlerweile alle ins selbe Boot holen. „Wir arbeiteten dann in den ersten Proben sehr frei und offen, aber das gemeinsame Ziel vor Augen“, sagt Martin Kušej.

Martin Kušej erzeugte eine Bühne aus Menschen, die aus dreißig splitternackten Mannsbildern (Statisten) in Reih und Glied dargestellt wurden. Darin befinden sich acht Individuen, die „auf Teufel komm raus Schiller spielen“. Es entstand ein großes Bild und durch diese Umgebung wird aufgezeigt, wie eine Gesellschaft sein kann, in der die Männer dominierend sind. Gleichzeitig geht es aber auch um Macht und Manipulation, um zwei verfeindete Systeme, an deren Spitze zwei Frauen stehen. Die Schauspielerinnen Bibiana Beglau als ELISABETH und Birgit Minichmayr als MARIA STUART setzen dies exzellent um.

Maria Stuart 2021: Bibiana Beglau (Elisabeth, Königin von England), Ensemble © SF / Matthias Horn

Martin Kušej: MARIA STUART ist ein Politthriller, eine historische Überhöhung und eine leidenschaftlich geführte Auseinandersetzung mit jenen Fragen, die Schiller sein Leben lang umtrieben: Was ist Freiheit des Einzelnen? Was ist politische Macht, und wo endet sie? Was ist Gerechtigkeit? In welchem Staat wollen wir eigentlich leben?

Es ist eine Koproduktion mit dem Burgtheater Wien, Premiere in Salzburg war am 14.08.2021 und ist noch bis 26. August 2021 auf der Perner Insel in Hallein zu sehen. https://www.salzburgerfestspiele.at/

Die zweite Premiere findet am 05.09.2021 im Burgtheater statt und ist am 05.09.2021 und 12.09.2021 noch zu sehen. https://www.burgtheater.at/veranstaltungen/maria-stuart/2021-09-11