Fundus in meinem Atelier

Nachdem ich jetzt über sehr viel Zeit verfüge, habe ich mein Atelier wieder etwas auf Vordermann gebracht und siehe da, ich fand einige Aktstudien von mir, die ich jetzt einfach zur Schau stelle.

Aktstudie © Christa Linossi  2012
Aktstudie © Christa Linossi  2012

ALBERTINA MODERN

Robert Klemmer Laufender Klemmer, 1969 Öl-Eitempera-Mischtechnik auf Leinwand ALBERTINA, Wien © Estate Robert Klemmer

THE BEGINNING.Kunst in Österreich 1945 bis 1980

Am 12. März 2020 hätte die ALBERTINA MODERN, Wien neues Museum für moderne Kunst eröffnet werden sollen. Aufgrund des CORONAVIRUS musste die Eröffnung abgesagt werden. Jedoch „Aufgeschoben ist nicht aufgehoben“.

Hans Peter Haselsteiner, die Familie Essl und Klaus Albrecht Schröder kamen überein, nach der Zusammenführung mit der Sammlung Essl und den Sammlungen der Gegenwartskunst der ALBERTINA, ein eigenes Museum für moderne Kunst unter der Führung der ALBERTINA zu gründen.

Albertina Modern – Frontansicht, © Rupert Steiner

Worum geht es bei diesem Museum konkret? Konkret geht es hier um das Künstlerhaus am Karlsplatz, welches 1865 errichtet und als Ausstellungshaus etabliert. Zudem wurde das 150 Jahre alte Ausstellungsgebäude nach den museologischen Vorgaben der ALBERTINA in Bezug auf Sicherheit, Beleuchtung und Klimatechnik modernisiert und baulich sowohl im Untergeschoß wie im Obergeschoß erweitert. Im Zuge der Sanierung des Künstlerhauses erfolgten zwei räumliche Erweiterungen. Sie betreffen einerseits die Überdachung des als „Staber-Loch“ bezeichneten Freiraumes neben dem U-Bahn-Abgang. Der nunmehr im ersten Untergeschoß gelegene Raum wird in Verbindung mit zuletzt ungenützten Kellerräumen als Ausstellungsraum von der ALBERTINA MODERN bespielt. Dank des Mäzenatentums von Hans Peter Haselsteiner erstrahlt nun das geschichtsträchtige Gebäude wieder in neuem Glanz.

Prunkstiege von unten, © Robert Bodnar

Nun ist es soweit, in dieses geschichtsträchtige Gebäude zieht die ALBERTINA MODERN ein, bzw. ist schon eingezogen. ALBERTINA MODERNA für moderne Kunst, als zweiter Standort der ALBERTINA. Dieses Museum, beherbergt über 60.000 Werke von 5.000 Künstlerinnen und Künstlern und wird eines zu den großen Museen für die Kunst der Gegenwart zählen. Eröffnet wird die ALBERTINA MODERN mit der Ausstellung THE BEGINNING, Kunst in Wien 1945 bis 1980: es ist die erste Epochenübersicht über die österreichische Kunst in den wichtigen drei Jahrzehnten nach 1945. Die Ausstellung fokussiert damit die für die internationale Gegenwartskunst prägende Epoche bis 1979 und präsentiert die wichtigsten Positionen österreichischer Kunst an der Schwelle zur Postmoderne – vom Wiener Phantastischen Realismus über die frühe Abstraktion, den Wiener Aktionismus, die kinetische und konkrete Kunst sowie die österreichische Spielvariante der Popart bis zu dem für Wien so kennzeichnenden gesellschaftskritischen Realismus.

Günter Brus Selbstbemalung II, 1965 S/W-Fotografien von Ludwig Hoffenreich aus einer 20-teiligen Serie ALBERTINA, Wien – The ESSL Collection © Günter Brus

Inv. Nr. 1548; Essl Museum; Künstler: Friedensreich Hundertwasser, Titel: Sonne für die, die auf dem Lande weinen / Du soleil pour ceux qui pleurent en campagne (313); Eitempera, Wasserfarbe, Öl und Sand in Öl auf Japanese preparation (Papierstücke zusammengeklebt); befestigt auf Holzrahmen), 1957/1959, HoR 119 cm, BoR 92 cm, Repro: Mischa Nawrata

Es wird spannend, aber leider müssen wir uns noch etwas gedulden, noch hat das Coronavirus die Überhand über unsere Gesellschaft.

https://www.albertina.at/ausstellungen/albertina-modern-the-beginning-kunst-in-oesterreich-1945-bis-1980/

Ein Virus verändert die Welt!

Ein Virus schafft es, die Welt zu verändern. Weltweite Corona-Angst! Österreich setzte drastische Maßnahmen und fuhr die Wirtschaft bis auf ein Minimum herab.

Stille kam übers Land / Foto: © Christa Linossi

Europa und der Rest der Welt im Ausnahmezustand und im Stillstand! Ich würde es als Entschleunigung bezeichnen. In Vergangenheit wurde sehr viel über Entschleunigung gesprochen, jetzt findet Entschleunigung statt. COVID-19 machte es möglich. (Coronavirus-Virionen sind kugelförmig mit Durchmessern von ungefähr 125 nm)

Auch Europas Kunst wurde stillgelegt. In den letzten Tagen erhielt ich laufend Infos von Museen, Galerien und Kulturveranstaltungen (In- und Ausland) wegen Coronavirus geschlossen.

Auch die Kulturhauptstädte Galway und Rijeka (https://rijeka2020.eu/en/) haben alle Veranstaltungen geschlossen, aber man hat die Möglichkeit wie zum Beispiel in Galway Galway 2020 Kulturhauptstadt Europas präsentiert  https://galway2020.ie/en/projects/savage-beauty/  jetzt als Online – Kunsterlebnis von finnischen Lichtkünstler Kari Kola erstellt. Das Kunstwerk verwandelt Irlands Connemara-Berge mit Farbe und Licht in das größte ortsspezifische Lichtkunstwerk, das jemals geschaffen wurde.

Auch die Osterfestspiele in Salzburg mussten abgesagt werden und noch viele andere Kulturelle Veranstaltungen in Stadt und Land Salzburg und auch im übrigen Österreich.

Während dessen dachte ich, dass das Jahr 2020 (die Zahl klingt so positiv) ein sehr positives und erfolgreiches Jahr wird. Leider begann es schon mit Negativschlagzeilen mit dem Coronavirus in China und im asiatischen Raum wo X-Tausende betroffen waren und sind, dann vor Europas Toren wieder eine Flüchtlingswelle, Klimaschutz usw. und dann schwappte auch der Coronavirus nach Europa. COVID-19 hat alles in den Schatten gestellt, es geht jetzt weltweit um die Gesundheit der Menschheit.

Vielleicht hat dieser Virus auch etwas Positives und die Menschheit besinnt sich wieder verstärkt auf innere Werte.

„Positiv in die Zukunft schauen“ Foto: gestaltet von © Christa Linossi

Kunst war immer schon der FINGERZEIG in unserer Gesellschaft.

Denken Sie Positiv und bleiben Sie Gesund.

KUNST kann trotz COVID 19 im Netz präsent sein

Es handelt sich hier um Arbeiten, die 2017 entstanden sind und die Arbeiten zu unserem IST Zustand nach wie vor als aktuell eingereiht werden können.

QUARANTÄNE eine Arbeit aus dem Jahr 2017 © Christa Linossi
VERÄNDERUNGEN/ TRANSFORMATION eine Arbeit aus dem Jahr 2017 © Christa Linossi
BLICK IN DIE ZUKUNFT? / VIEW IN THE FUTURE ? eine Arbeit aus dem Jahr 2017 © Christa Linossi

Corona der Virus, der weltweit für Probleme sorgt!

Aktuellste Arbeit von © Christa Linossi 2020
zum Thema „Coronavirus“

PETER CORNELIUS „REIF FÜR DIE INSEL“

Ich denke zurzeit wären wir alle wahrscheinlich „Reif für die Insel“ aufgrund des Coronavirus der die ganze Welt in Aufruhr bringt und durcheinanderwirbelt. Es stellt sich jedoch die Frage:  wo befindet sich diese „Insel“? Im Universum?

Nun zum Buch von Peter Cornelius, dieses Buch lag schon längere Zeit bei mir am Schreibtisch und ich hatte einfach keine Zeit und auch keinen Nerv das Buch zu lesen. Aber irgendwann ist die Zeit reif und man nimmt es in Angriff. Folgendes stellte ich danach fest:  dieses Buch ist interessant geschrieben und man kann es nur schwer zur Seite legen – schließlich hat man ja auch noch was anderes zu tun – aber man will einfach darin weiterlesen. Es gibt einen tiefen Einblick in das Schaffen und das Leben von Peter Cornelius.

Es ist ein Porträt des Singer/Songwriters. „Der Kaffee ist fertig“, dass doch jeder irgendwann mal schon gehört hat und sich den Song zu Eigen machte. Oder „Du entschuldige, i kenn die“, „Reif für die Insel“, „Süchtig“, „Ganz Wien hat den Blues“ und noch viele andere Titel. Diese Songs sind schon längst Allgemeingut. Dieses Buch erzählt von einer Karriere in der Musikbranche und Glitzerwelt, hinter deren Kulissen es oft ganz schön rau zugeht. Es ist ein sehr persönlicher Zugang zu Cornelius als Mensch und Künstler und gibt auch Einblicke in seine Kindheit, sein Leben, seine Kunst und natürlich seine Musik. Andy Zahradnik, der das offene, ehrliche und streitbare Porträt mit Cornelius verfasste. Peter Cornelius erzählt aus seinem Leben, von Höhen und Tiefen und vor allem davon, was es heißt, stets seinen eigenen Weg zu gehen.

Dieses Buch ist es wert zu lesen?

Andy Zahradnik ist Redakteur des deutschen Branchenmagazins und kennt die Musikwirtschaft bestens. Er porträtiert Cornelius so, als hätte man beim Lesen das Gefühl, man ist am Gespräch mit Cornelius dabei. Was mich an dem Buch faszinierte, man lernte den Mensch Cornelius anders kennen und kommt darauf, dass man eigentlich nicht viel von ihm wusste. Da er in den Charts nie so hervorgehoben wurde wie z.B. Austria Drei, Rainhard Fendrich, Georg Danzer oder Wolfgang Ambros. Man kannte zwar seine Lieder, in Österreich wurde er nicht – wie bei vielen anderen – rauf und runter gespielt. In Deutschland jedoch war er der erfolgreichste österreichische Sing/Songwriter. Dies allein ist schon ein Grund dieses Buch zu lesen. Cornelius ging es nicht um die Schickeria, es ging ihm persönlich nur um seine Musik und seine Kunst, Texte zu schreiben. Er blieb seinem Stil immer treu und dies kann auch zum Erfolg führen.

Autoren

Peter Cornelius Singer/Songwriter, Komponist, Autor, Gitarrist, Multiinstrumentalist. Der in Deutschland erfolgreichste österreichische Singer/Songwriter aller Zeiten.

Andy Zahradnik geboren in Wien, seit 1973 im österreichischen und deutschen Musikgeschäft tätig. Er ist Buchautor, Drehbuchautor, Ghostwriter und inszenierte diverse TV- und Bühnenprojekte.

Erschienen ist das Buch bereits 2018 im Verlag Kremayr-Scheriau, ISBN 978-3-218-01130-3 https://www.kremayr-scheriau.at/bucher-e-books/titel/peter-cornelius-reif-fuer-die-insel/

Michael Horowitz in der ALBERTINA bis 13. APRIL 2020

In der ALBERTINA wird in einer monografischen Ausstellung erstmals Arbeiten von Michael Horowitz gezeigt. Es ist eine Auswahl aus seiner Schaffensphase.

Michael Horowitz: Mick Jagger, 1967
Hahnemühle Fine Art Baryta Print (Besitz des Künstlers © Michael Horowitz)

Wer ist Michael Horowitz? Seine Vorfahren stammten aus Galizien, sie flüchteten nicht in Richtung Westen, sondern nach Osten und überlebten in Shanghai den Zweiten Weltkrieg. Der Vater von Michael Horowitz, Oscar, wurde nach seiner Rückkehr aus der Emigration und seinem Einsatz in der französischen Fremdenlegion ein bekannter österreichischer Theaterfotograf und legte somit den Grundstein für die Begeisterung seines Sohnes zu dieser Kunstform.  Oscar Horowitz schätzte man sehr in Wien für seine Fotos aus den Wiener Theatern.

So ist es naheliegend, dass sein Sohn auch Fotograf wurde. Wie heißt es so schön: „Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm“.

Michael Horowitz ist ein Wiener Journalist, Fotograf, Verleger und Autor (geb. 1950). Bereits ab 1966 während seiner Schulzeit ist er als Fotograf tätig. Horowitz schrieb mehr als 20 Bücher, darunter Biografien über H.C. Artmann, Otto Schenk und Helmut Qualtinger, um einige zu nennen.

Michael Horowitz: Fatty George, Al Fats Edwards, Helmut Qualtinger, 1977
Hahnemühle Fine Art Baryta Print (Besitz des Künstlers © Michael Horowitz)

Mit Franz Prassl – ebenfalls Journalist – war er in Folge als Pressefotograf rund um die Welt tätig. 2014 erhielt er die „Ehrenmedaille der Bundeshauptstadt Wien in Gold“. Bekannt wurde er im speziellen durch die Gründung des Kurier Magazin „Freizeit“, dessen Chefredakteur er von 1989 bis 1994 war. Des Weiteren gründete er den Gourmet-Guide „Tafelspitz“.

Nun zu seinen Arbeiten in der ALBERTINA, es handelt sich hier um eine monografische Ausstellung. Schwerpunkt dieser Ausstellung sind Fotografien aus dem Wiener Kulturleben, zu dessen Protagonisten Horowitz in enger Beziehung stand. Er fertigte auch bis Ende der 1980er Jahre zahlreiche Reportagen und Porträts bekannter Persönlichkeiten aus dem öffentlichen Leben an.

Michael Horowitz: Friederike Mayröcker, 2019
Hahnemühle Fine Art Baryta Print (Besitz des Künstlers © Michael Horowitz)

Wie seine einzigartigen Aufnahmen der Wiener Kunstszene eindrucksvoll belegen, hat Michael Horowitz ein besonderes Talent, Vertrauen aufzubauen und so entstanden umfangreiche Serien in Zusammenarbeit mit Helmut Qualtinger,(https://www.geschichtewiki.wien.gv.at/Helmut_Qualtinger) mit dem er gemeinsam im Wiener Gemeindebau, aufgewachsen ist. 1969 dokumentiert er bereits als 18-jähriger in New York das Leben und Werk der österreichischen Pop-Art-Ikone Kiki Kogelnik (https://www.galerie-albertina.at/kuenstler/13641/kiki-kogelnik/) .

Michael Horowitz: Kiki Kogelnik, 1969
Hahnemühle Fine Art Baryta Print (Besitz des Künstlers © Michael Horowitz)

Die Aufnahmen zeichnen sich durch Horowitz Einfühlungsvermögen, seine Sichtweise und seine klare Bildsprache und den Blick für ausdrucksstarke Momente aus. Seine Fotos von Künstlern wie Thomas Bernhard, Oskar Werner, Sir Petr Ustinov oder Andy Warhol werden europaweit in Büchern und Magazinen veröffentlicht. 

Einen zweiten Schwerpunkt bilden die Fotografien, die Michael Horowitz auf den Straßen Wiens oder im Auftrag von Magazinen anfertigt. Sie zeigen die Bestrebungen unterschiedlichster Akteure, die Enge der Nachkriegsgesellschaft aufzusprengen und hinter sich zu lassen. Die Aufnahmen bieten einen Eindruck der Aufbruchsstimmung, die zu dieser Zeit in Wien herrscht und einen Wandel hin zu einer weltoffeneren Stadt mit sich bringt. 

Michael Horowitz beobachtet die Dargestellten genau und hält sie mit großer Empathie und einem Gespür für ausdrucksstarke Momente in einer klaren Bildsprache fest. Die so entstandenen Fotografien zweier Dekaden liefern ein Bild berühmter Menschen, die auch heute noch mit Österreich in Verbindung gebracht werden.

Horowitz hat den Blick, das Objekt im richtigen Augenblick einzufangen und auf den Auslöser zu drücken. Viele Personen, die vor seiner Linse gelandet sind, leben nicht mehr.

Michael Horowitz: Thomas Bernhard, 1972
Hahnemühle Fine Art Baryta Print (Besitz des Künstlers © Michael Horowitz)

Für Michael Horowitz ist es eine große Ehre schon in der ALBERTINA ausgestellt zu werden. Ein Freund von ihm meinte: „Es kann doch nicht sein, dass du in der ALBERTINA schon ausgestellt wirst?“ Bemerkung: normal werden hier zum Großteil nur mehr Gemälde von bereits verstorbenen großen Künstlern gezeigt.

Gezeigt werden zu folgenden Saaltexten die dazugehörigen Fotos bzw. Arbeiten von Michael Horowitz:

Proteste nach dem Kirchweger-Attentat

Kiki Kogelnik in New York

Die Muehl-Kommune

Die Gugginger Künstler

Andy Warhol in Wien

Eine Ausstellung, die es sich lohnt sich anzusehen.

https://www.albertina.at/ausstellungen/michael-horowitz/

Kunst-Gschichtln…im Schnee

Kunst-Gschichtln… neue Fotoarbeit 2020 © Christa Linossi

„Die frühe Radierung von Dürer bis Bruegel“

bis 10. Mai 2020 in der Albertina in Wien

In der Albertina in Wien läuft die Ausstellung „Die frühe Radierung von Dürer bis Bruegel“.

Gezeigt werden 100 Exponaten in der Ausstellung die einen Einblick in die Frühzeit dieser faszinierenden Technik geben. Es werden nicht nur berühmte Werke gezeigt, sondern der Besucher bekommt auch einen Einblick auf die ganze Bandbreite der Radierung und die Experimentierfreudigkeit seiner Meister. Geätzte Rüstungsobjekte, Zeichnungen und Druckplatten machen die Raffinesse dieses Druckverfahrens anschaulich. Ein Einblick in die Frühzeit dieses Mediums, das die gesamte Kunstwelt revolutionierte.

Daniel Hopfer „Tod und Teufel überraschen zwei Frauen“, ca. 1510–1515
Radierung © The-Metropolitan-Museum of Art, New York

Hopfers Werk „Tod und Teufel überraschen zwei Frauen“, hat den Touch eines Tatortes. Was hat der Tod und der Teufel vor? Eine Dame hochschwanger und die linke Dame hält ein Gefäß in der Hand. Etwas verbotenes? Eine makabrere Szene, aber in der Zeit des 16.Jhd. vielleicht nichts Ungewöhnliches, da die Sterberaten hoch waren. Hopfers Druckgrafiken waren sehr beliebt.

Daniel Hopfer war Mitglied der Schmiedezunft und eröffnete eine Werkstatt für Waffenätzungen. Angeblich gibt es jedoch nur zwei Ätzarbeiten, die nachweislich von Daniel Hopfer stammen und signiert wurden. Es handelt sich um ein Schwert, das sich im Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg befindet. Ein Turnierschild in der Armeria Real in Madrid.

Hopfer setzte diese Grundlagen der Technik, die sich in den Werkstätten von Waffenätzern entwickelte, nicht nur für Waffen- und Rüstungszier ein, sondern er begann damit auch das Anfertigen von Druckgrafikvorlagen. Diese eisernen Druckplatten waren länger verwendbar als die kupfernen. Hopfer war der Erfinder der Ätzradierung.

Unter den Pionieren des neuen Mediums sind einige der größten Künstler der Renaissance wie Albrecht Dürer, Parmigianino und Pieter Bruegel der Ältere.

Was bedeutet Radierung und was ist Radierung? Radierung (von lateinisch radere „kratzen, wegnehmen, entfernen“) bezeichnet ein grafisches Tiefdruckverfahren der künstlerischen Druckgrafik. Die Radierung ist eine Form des Tiefdrucks, die prinzipiell in zwei verschiedenen Techniken zur Anwendung kommt. Die Techniken der Kaltnadel- und Strichradierung umfassen noch viele Varianten, die insbesondere bei der Ausführung flächiger Farbaufträge zur Anwendung kommen.

Albrecht Altdorfer, Die kleine Fichte, ca. 1520–1522 Radierung, ALBERTINA, Wien © ALBERTINA

Albrecht Altdorfer, um 1480 geboren vermutlich in Regensburg (genaue Aufzeichnungen sind nicht bekannt). Er war der Hauptmeister der „Donauschule“ (https://de.wikipedia.org/wiki/Donauschule) an der Schwelle von der Gotik zur Renaissance. Er war ein Deutscher Maler, Kupferstecher, Holzschneider und Baumeister.

Als Albrecht Dürer um ca. 1520 die Technik der Radierung bereits wieder aufgegeben hatte, begann mit Albrecht Altdorfer (um 1485-1538) eine neue Generation von Künstlern in der Radierung zu arbeiten. In den Niederlanden hat man zu diesem Zeitpunkt bereits zu Kupferplatten gegriffen, die deutschen Radierer hielten jedoch an der Verwendung von Eisenplatten fest.

Es gelang ihnen jedoch, die Möglichkeiten der Radierung motivisch, stilistisch und technisch noch intensiver auszuschöpfen. So führte Altdorfer etwa mit der Landschaftsdarstellung ein neues Thema in die Druckgrafik ein – eine Gattung, die in ganz Europa eine enorme Nachfolge fand.

Altdorfers Radierung „Die kleine Fichte“ ein Meisterwerk der Radierung? Betrachtet man die Fichte etwas näher, sieht man eine alte verwitterte, aber keinesfalls kleine Fichte. Auf der rechten Seite, hängt auf einem Ast, ein kleines Bild. Handelt es sich hier um ein Heiligenbild? Altdorfer war bekannt für Heiligenbilder, aber in diesem Werk ging es ihm nicht um das Sichtbare, sondern einfach das Einfangen einer Stimmung.

Juste de Juste Menschenpyramide, ca. 1545 Radierung,   ALBERTINA, Wien © ALBERTINA, Wien

Juste de Juste (*1505) war ein französisch-italienischer Bildhauer, Grafiker in Radierung. Er war ein Mitglied der Betti-Bildhauerfamilie aus der Nähe von Florenz, die in Frankreich als Juste-Familie (wanderten nach Frankreich aus) bekannt wurden.

Justes größere Serien von Radierungen sind die „Menschenpyramide“, insgesamt sind es siebzehn Radierungen nackter oder écorché (enthäuteter) männlicher Figuren. Siehe o.a. Bild: alle Figuren sind in einer Kletterposition, sind muskulös und ihre Gesichtsausdrücke zeigen verängstigte Grimassen. Die Körper und deren Muskulatur ist so exponiert, dass es den Anschein hat, als seien sie enthäutet.

Lucas van Leyden Maximilian I., 1520 Radierung und Kupferstich , ALBERTINA, Wien © ALBERTINA, Wien

Lucas von Leyden (* Ende Mai/Anfang Juni 1494 in Leiden) war ein niederländischer Maler und Kupferstecher der Renaissance. Die Beschäftigung mit der Radierung war nur ein kurzes Intermezzo.

In den Niederlanden wurde erstmals Kupfer als Material für Radierplatten verwendet. Kupfer ist für Rost und Korrosion weniger anfällig als Eisen. Der erste Künstler überhaupt, der in Kupfer radierte, war Lucas van Leyden.

Die Darstellung des Heiligen Römischen Kaisers Maximilian I., entstanden zum Gedenken an seinen Tod im Jahr 1519, gilt als technisch innovativstes Werk von Lucas van Leyden. Es zeigt, wie zum ersten Mal in Europa ein Künstler die Techniken des Ätzens und Gravierens kombinierte. Der Künstler gravierte Maximilians Gesicht mit sehr feinen, scharfen Linien, aber die weniger starren und etwas lebhafteren Striche im Rest der Komposition wurden geätzt.

Die Ausstellung in der ALBERTINA widmet sich der Radierung von ihren Anfängen in der Dürerzeit bis in die Epoche Bruegels, als in Deutschland, den Niederlanden, Italien und Frankreich mit dieser Technik experimentiert wurde. Geätzte Rüstungsobjekte, Zeichnungen und Druckplatten machen die Raffinesse dieses Druckverfahrens anschaulich.

Die Ausstellung entstand in Kooperation mit dem Metropolitan Museum in New York

Wer sich mit Grafik und deren Techniken gerne befasst, ist die Ausstellung fast ein MUSS.

https://www.albertina.at/ausstellungen/die-fruehe-radierung-von-duerer-bis-bruegel/

MANIFESTA EINE DER WICHTIGSTEN BIENNALEN FÜR ZEITGENÖSSISCHE KUNST

Manifesta 13 in Marseille: für ein stärkeres Zusammenkommen vom 07.06 — 01.11.2020

High angle view of cityscape by sea. Notre Dame de la Garde in Marseille against clear sky. Buildings by seascape on sunny day. Foto: 1.Espace Manifesta 13

Manifesta ist eine der wichtigsten Biennalen für zeitgenössische Kunst in Europa. Sie hat sich zu einer Plattform für den Dialog zwischen Kunst und Gesellschaft entwickelt und überdenkt die Beziehungen zwischen Kultur und Gesellschaft, die den positiven Wandel in Europa durch die zeitgenössische Kultur untersuchen und beeinflussen. Neben der „Biennale in Venedig“ und der „documenta“ in Kassel gehört sie inzwischen zu den bedeutendsten Kunst-Veranstaltungen in der Welt. Gegründet wurde sie 1996 von der niederländischen Kunsthistorikerin Hedwig Fijen. Der Sitz der International Foundation Manifesta (IFM) ist in Amsterdam. Die Biennale der Manifesta ist eine Europäische Wanderbiennale, die alle zwei Jahre an einem anderen Ort stattfindet.

Bisher fand die Manifesta in folgenden Städten statt: Rotterdam (1996), Luxemburg (1998), Ljubljana (2000), Frankfurt (2002), San Sebastian (2004), Nikosia (2006 – annulliert), Trentino-Südtirol (2008), Murcia im Dialog mit Nordafrika (2010), Limburg (2012), St. Petersburg (2014), Zürich (2016) und Palermo (2018). 

Foto: 1.Espace Manifesta 13

Die 13. Manifesta 2020 findet diesmal in Marseille/Frankreich statt. Warum in Marseille? Es gibt keine bessere Stadt als Marseille, um die Forschung und Diskussion von Manifesta über die Herausforderungen, vor denen Europa heute steht, weiter auszubauen. Manifest 13 Marseille schlägt vor, mit bestehenden Kulturinstitutionen und -vereinigungen sowohl symbolisch als auch praktisch zusammenzuarbeiten. Sie ist die emblematischste Stadt in Bezug auf ihre historische Position im Mittelmeerraum und im übrigen Europa. Sie zieht Bezug auf ihr kulturelles Netzwerk (2013 Kulturhauptstadt) und ist derzeit eine der wichtigstes Austragungsstädte, um den Erfolg von Palermo im Jahr 2018 fortzusetzen.

Marseille ist eine Stadt, die gemeinsam mit ihren Bürgern über globale soziale, wirtschaftliche und politische Entwicklungen nachdenken wird. Es gibt eine Vielzahl kultureller Hintergründe in Marseille .


Hauptquartier Manifesta 13 in Marseille / Foto © Ange-Lorente_Service Presse Ville de Marseille Foto ALOE

Das Hauptquartier der Manifesta 13 befindet sich in einem der bekanntesten historischen und zentralen Gebäude in Marseille, dem ehemaligen Espace Culture in 42 la Canebière. Der Raum wird ein Ort der Begegnung und des Austausches werden. Die Nachbarschaft und ihre Bewohner sind herzlich willkommen.

4.L’Étude Urbaine Le Grand Puzzle réalisée par MVRDV, The Why Factory et des étudiants d’architecture de Marseille, ©MVRDV

Vor sieben Jahre Kulturhauptstadt Europas, ist Marseille nun auserwählt, die 13. Manifesta 2020 in dieser kulturellen Stadt abzuhalten. Es fällt wieder Licht auf Marseille, die Stadt vibriert für zeitgenössische Kunst.

https://manifesta.org/