Otto-Breicha-Preis für Fotokunst im Museum der Moderne Salzburg

Künstlerin Marina Faust und Direktor Sadowsky MDM bei der Preisübergabe 2020 / Foto: Wildbild

verliehen wurde der Preis an:

Marina Faust (1950 Wien) Sie ist die 17. Preisträgerin des seit 1983 vergebenen Fotopreises am Museum der Moderne Salzburg.

Marian Faust @ Museum der Moderne 2020 / Foto: wildbild

Der Otto-Breicha-Preis für Fotokunst – Museum der Moderne Salzburg wird in Erinnerung an den wohl wichtigsten Förderer zeitgenössischer Fotografie in Österreich alle zwei Jahre von der Familie Breicha gestiftet.

Begründung der Jury zur Vergabe des Otto-Breicha-Preises 2019 an Maria Faust:

„Das Werk von Marina Faust ist facettenreich und erstreckt sich mittlerweile über mehr als vierzig Jahre. Sie hat viel in Paris gearbeitet, aber immer Kontakt zu österreichischem Künstler*innen gehalten und gemeinsam mit ihnen performative Projekte realisiert. Aus ihren angewandten Arbeiten hat sie immer wieder eigenständige fotografische Arbeiten entwickelt. Für die Jury war es überzeugend, wie Marina Faust in den letzten Jahren neue ästhetische und materielle Formen für Arbeiten aus ihrem persönlichen Archiv geschaffen hat.“

Mariana Faust Otto-Breicha-Preis, Ausstellungsansicht @ Museum der Moderne 2020 /
Foto: Rainer Iglar

Das Rupertinum zeigt eine umfangreiche Ausstellung der Künstlerin. Mich persönlich haben die Arbeiten Pigmentdruck auf Seidenpapier beeindruckt.

Ein kurzes Gespräch mit der Künstlerin, wie die Herangehensweise an diese Arbeiten war, ihr Schwerpunkt liegt vorwiegend auf Fotografie, erklärte mir die Künstlerin folgendes: „Eigentlich wäre ich Malerin, Malerei faszinierte mich immer schon, aber wie es im Leben so oft ist, es kommt anders als man will, und so landete ich bei der Fotografie.

Zu den aktuellen Arbeiten Pigmentdruck auf Seidenpapier kam ich auf eine einfache Art und Weise. Ich sah bei Kindern, die aus bunten Bastelbögen Figuren rissen und diese in einer Art und Weise zu verschiedenen Objekten wieder zusammenfügten, kam mir die Idee, dies wäre ein Versuch wert, etwas neues zu gestalten,  so begann ich ebenfalls aus diesen farbigen Bastelbögen verschiedene Formen zu reißen, die dann letztendlich doch ein „Face“ ergeben sollten. Diese neu entstandenen Formen fotografierte ich und druckte sie entweder in Pigment- oder Inkjetdruck auf Seidenpapier aus. Auf diese Arte und Weise entstanden diese interessanten und neuen Arbeiten“.

Marina Faust Possible Candidate, 2017 Inkjetdruck auf Seidenpapier @ Marina Faust

Mir persönlich gefallen die Arbeiten sehr gut, weil es eine neue Art und Herangehensweise an Kunst in Form von doch von ausdrucksstarken „Faces“ sind. Das Seidenpapier in den verschiedenen Farben ergeben wieder die Kraft des Objektes.(Fakt ist: auch von Kindern kann man viel lernen). So sind Kunst und Fotografie für die Künstlerin nicht statisch, sondern flexibel und wandelbar.

Marina Faust Most Moonlight, 2020 Pigmentdruck auf Seidenpapier @ Marina Faust

Weiteres befasst sich die Künstlerin mit Traveling Chairs. Sie werden jetzt fragen was ist das? Hier experimentierte die Künstlerin mit Sesseln, auf die hohe Industrierollen montiert sind, sodass die darauf sitzende Person jeweils nicht mehr mit den Füßen den Boden erreichen kann und sie zur Fortbewegung auf die Hilfe anderer Personen angewiesen ist. Rollstühle in Form von Kunst? So entsteht auch eine spezifische Form der Abhängigkeit der „reisenden“ Person von der „schiebenden“.

Der Stuhl Traveling Chairs hier schiebt der Direktor Sadowsky eine Journalistin in der Ausstellung / Foto: Christa Linossi

Die Besucher*innen der Ausstellung sind somit eingeladen, mit den Traveling Chairs eine Reise durch die Stockwerke des Rupertinums zu unternehmen und so die Werke von Marina Faust aus einer ungewohnten Perspektive zu erkunden.

Eine Ausstellung, die auch andere Perspektiven zulässt.

https://www.museumdermoderne.at/de/ausstellungen-veranstaltungen/detail/marina-faust-otto-breicha-preis-fuer-fotokunst-museum-der-moderne-salzburg-2019/

Bühne frei für die 72. Frankfurter Buchmesse!

vom 14. – 18. OKTOBER 2020 in Frankfurt am Main

2020 das Jahr in dem nichts mehr so ist wie es war. Auch die Frankfurter Buchmesse steuert auf eine Neuorientierung zu. Wie keiner anderen Branchenveranstaltung gelingt es jedoch der Frankfurter Buchmesse globale Netzwerke zu knüpfen, Zukunftsmärkte zu erschließen und dabei sowohl fachliche als auch gesellschaftliche Thema auf die Agenda zu setzen.

Ein Börsenblatt-Interview mit Messedirektor Juergen Boos zum Stand der Frankfurter Buchmesse 2020.Live übertragen am 08.09.2020

Die Frankfurter Buchmesse wird in diesem Corona-Jahr mit mehr als 1000 Aussteller aus rund 85 Ländern – davon sind knapp 850 digital – die Buchmesse über die Bühne bringen, ein gewisser Prozentsatz vor Ort und den Rest über die digitale Welt. Die digitalen Aussteller sind Verlage, Buchhandlungen, Literaturagenten und Scouts, Selfpublisher und Dienstleister. Man sieht, die Verlagswelt ist auch in Krisenzeiten flexibel, erfinderisch und mutig.

Bei der digitalen Vorschau-Pressekonferenz der Frankfurter Buchmesse erwähnte Juergen Boos (Direktor der Frankfurter Buchmesse) : „Wir wollen den Erfahrungsaustausch fördern, Kontakte ermöglichen, Erfolgsmomente teilen und Trends identifizieren. Gemeinsam mit deutschen und internationalen Medienpartnern und Verlagen haben wir die Frankfurter Buchmesse um eine digitale Komponente erweitert, die von überall auf der Welt zugänglich ist. In einem Jahr der Unwägbarkeiten ist dies für mich ein „Leuchtfeuer der Hoffnung“, um mit Margaret Atwood zu sprechen. Der intensive Austausch mit unterschiedlichsten Branchenteilnehmern über viele Monate hinweg und unter schwierigen Bedingungen ist einmalig.“

Trotz aller Maßnahmen wird doch einiges geboten wie zum Beispiel das BOOKFEST 2020 – in der ganzen Stadt und jetzt auch weltweit > digital <, dass vom 17. Oktober 2020 von 10 – 22 Uhr auf zwei Kanälen in die ganze Welt gesendet wird. Für Literaturliebhaber*innen bringen die ARD-Buchmessen Bühne und das BOOKFEST City internationale Stars in die Stadt: Auf der großen Bühne in der Festhalle und an vielen Orten in Frankfurt können Leser*innen in der Buchmessewoche über 150 Autor*innen und deren neueste Bücher entdecken. www.buchmesse.de/bookfest,

Auch interessant: Die erste digitale Ausgabe des Weltempfangs, der gesellschaftspolitischen Bühne der Frankfurter Buchmesse, welches unter dem Motto „Europa – Kulturen verbinden“ steht, während das erste digitale Symposium von Litprom e.V., der Gesellschaft zur Förderung von Literatur aus Afrika, Asien und Lateinamerika, nach der Rezeption afrikanischer Literaturen in Deutschland fragt. Das Symposium wurde aufgezeichnet und wird am 12. Oktober von 14.00-17.30 Uhr auf den YouTube-Kanälen der Veranstalterinnen, Litprom und KfW Stiftung, sowie auf www.buchmesse.de  und dem YouTube-Kanal der Frankfurter Buchmesse zu sehen sein.

Die Frankfurter Buchmesse bietet auch viele Liveprogramme an. www.buchmesse.de/live

Auftakt ist bereits am 12. Oktober 2020 um 18:00, im Kaisersaal der Frankfurter Römer, wo die Verleihung des Deutschen Buchpreises 2020 (Sieger steht noch nicht fest) stattfindet. Auch diese Veranstaltung kann als Livestream mitverfolgt werden. auf www.deutscher-buchpreis.de

Am 13. Oktober 2020 um 19:30 Uhr erfolgt die Eröffnungsfeier der Frankfurter Buchmesse Special Edition 2020 in der Festhalle statt. Wird ebenfalls als Livestream zu sehen sein. www.buchmesse.de

Die Frankfurter Buchmesse wird heuer mit Sicherheit etwas besonderes sein und rund um den Globus können sich Interessierte Leser*innen in die vielen angebotenen Livestreams einklinken. Seien SIE einfach digital dabei!

https://www.buchmesse.de/digitale-buchmesse/live-programm

Ars Electronica 2020 inszenierte sich heuer weltweit!

Ein Corona sicheres Festival der etwas anderen ART

ARS ELECTRONICA: A journey in which it is not we who set out to travel, but our ideas and projects, which span a global network in which we gather to discuss what needs to be done. https://ars.electronica.art/keplersga… Music by Karl J. Schmidinger

Lange Vorbereitungen und ein kurzer Augenblick und schon ist das Festival der etwas anderen ART wieder Vergangenheit. Ars Electronica 2020, das erste hybride Ars Electronica in Zeiten von Corona.

Gerfried Stocker (Künstlerischer Leiter der Ars Electronica): „Es war keine leichte, aber es war die absolut richtige Entscheidung, das Festival stattfinden zu lassen. Vor Ort lief alles reibungslos – das Sicherheitskonzept funktionierte, die damit verbundenen Auflagen stießen auf Verständnis und Akzeptanz seitens des Publikums. „Kepler’s Garden“ auf dem Campus der Johannes-Kepler-Universität Linz war ausverkauft.

Es war eine großartige Geschichte, dass es auch in Zeiten einer Pandemie ganz offensichtlich viele Menschen gab, die sich über kulturelle Angebote freuten und diese auf verantwortungsvolle Weise in Anspruch nahmen. „Auch was den Online-Auftritt der ersten wirklich hybriden Ars Electronica betrifft, fällt die Zwischenbilanz ebenfalls sehr positiv aus. Wir haben die vergangenen fünf Tage auf vier YouTube-Channels durchgehend Programm gestreamt und das ohne nennenswerte technische Panne“, sagt Gerfried Stocker.

Ars Electronica Garden Vilnius / Eye Gymnastics (LT) / Fotocredit: vog.photo

Ars Electronica machte es möglich auch in einer Pandemie ein Festival zu organisieren, das weltweit eines der wichtigsten Festival ist, schaffte es Verbindungen zwischen Kunst, Technologie, Wissenschaft und Gesellschaft herzustellen, unter dem Motto „bleibe daheim und treffe dich weltweit online“. An 120 Orten oder „Gärten“ in der Welt – vom Nordpol bis zum Südpol konnte man mit einem Klick dabei sein. Wo KünstlerInnen und Forschungsinstitute ihre eigenen Projekte präsentierten. Dieses Festival hatte heuer mit Sicherheit eine internationale Signalwirkung, ein hybrides Programm derart umfassend und vielschichtig, hatte viele überrascht. Die gestreamten Videos, mit den Talks, Lectures und Konferenzen konnte von dem Besucher*innen auch dann konsumiert werden, wann immer sie Zeit hatten. Interessant ist auch, dass Ars Electronica eine Dokumentation präsentieren wird, die während des Festivals gedreht wurde und Künstler*innen während ihrer Vorbereitungen und Auftritten begleitete und was für sie die viel zitierte „neue Realität“ und ihre Arbeit bedeutet.

Es war der Sprung in das schon so oft viel zitierte „digitale Zeitalter“. Ars Electronica spricht nicht nur darüber, sondern lässt Taten folgen.

ARS ELECTRONICA A journey in which it is not we who set out to travel, but our ideas and projects, which span a global network in which we gather to discuss what needs to be done. https://ars.electronica.art/keplersga… Music by Karl J. Schmidinger

AUFGEATMET:

„100 Jahre SALZBURGER FESTSPIELE“ im Kleinformat, ging ohne Corona Zwischenfälle über die Bühne!

Tobias Moretti mit der Festspielnadel geehrt © SF / Marco Borrelli Tobia Moretti, Jedermann

RÜCKBLICK vor Beginn der Festspiele:

Eine temporäre Mitarbeiterin wurde auf COVID 19 positiv getestet: „Eine temporäre Mitarbeiterin der Salzburger Festspiele, die am 18. Juni 2020 nach negativer Initialtestung den Dienst angetreten hat, wurde leider am (SF, 8. Juli 2020) positiv auf Corona getestet.

Einen Monat später:

Nun ist die Katze aus dem Sack. Die Präsidentin der Salzburger Festspiele Helga Rabl-Stadler und Landeshauptmann Dr. Haslauer atmen erleichtert auf und freuen sich, dass die Salzburger Festspiele doch noch stattfinden dürfen.

Aufatmen konnte man nun Ende August und „100 Jahre Salzburger Festspiele“ 2020 werden in die Geschichte eingehen!

Bartoli · Les Musiciens du Prince-Monaco · Capuano 2020: Cecilia Bartoli (Mezzosopran), Gianluca Capuano (Dirigent), Les Musiciens du Prince-Monaco
© SF / Marco Borrelli

Nun atmen alle erleichtert auf, diese besonderen Festspiele in einem besonderen Jahr 2020, dass mit einem sehr durchdachten, klugen und trotzdem niemand überfordernden Sicherheitskonzept die Musik, das Theater, die Konzerte und Oper über die Bühne gebracht haben. Max Reinhardt wäre vermutlich Stolz auf das Direktorium der Salzburger Festspiele gewesen.

v.l.n.r. Lukas Crepaz, Helga Rabl-Stadler und Markus Hinterhäuser © SF / Lydia Gorges

Festspielpräsidentin Helga Rabl-Stadler: „, Dass die Salzburger Festspiele 2020 überhaupt stattfinden konnten, empfanden wir als das größte Jubiläumsgeschenk. Wir durften ein Zeichen für die Kraft der Kunst in kraftlosen Zeiten setzen und konnten den Gründungsgedanken aufs Sinnvollste wiederbeleben. Die Salzburger Festspiele wurden 1920 in einer Zeit größter Not als mutiges Projekt gegen die Krise gegründet. Max Reinhardt war davon überzeugt, dass nur die Kunst die vom Krieg gegeneinander gehetzten Menschen, ja Völker, wieder versöhnen könnte. – Die Kunst nicht als Dekoration, sondern als Lebensmittel. Wir sind überglücklich, dass sich die Festspiele auch und gerade in der von Corona zutiefst verunsicherten Welt als Sinngeber und Arbeitgeber bewähren konnten“. sagt.

Markus Hinterhäuser:So wird das Signal, das von Salzburg ausgeht, das stärkste, vitalste und wesentlichste sein, dass man an die Welt senden kann“.

EVERYWOMAN von Milo Rau / Ursina Lardi Uraufführung Mi 19. August 2020, Salzburg Regie Milo Rau Besetzung Ursina Lardi Helga Bedau (Video) Recherche und Dramaturgie Carmen Hornbostel Bühne und Kostüme Anton Lukas Video Moritz von Dungern Sound Jens Baudisch Licht Erich Schneider Dramaturgie Christian Tschirner / Everywoman 2020: Ursina Lardi
© SF / Armin Smailovic

So groß die Anspannung vor dem 1. August 2020 auch war, so erleichtert sind sie jetzt, alles gut über die Bühne gebracht zu haben. Aber eines darf man auch nicht vergessen auch das Verhalten des Publikums, das sehr diszipliniert und sehr bewusst die Sicherheitsmaßnahmen im Verlauf der Festspiele immer selbstverständlicher verinnerlicht hat, hat wesentlich dazu beigetragen, dass es zu keinem Corona-Fall kam.

2021: Fortsetzung folgt!

ARS Electronica und das Inside Festival:

Cape Horn Island, Santiago, Valparaíso, Austral: A Journey from the Garden of Mutations to Terra Australis


ARS ELECTRONICA
ARS ELECTRONICA HOME DELIVERY©ARS Electronica

https://www.youtube.com/arselectronica/live

Sie wollen heute live dabei sein?

ARS Electronica macht es möglich!

Das Festival für Wissenschaft und Kunst

Das Festival für Musik und Künstliche Intelligenz

Klicken Sie einfach den nachstehenden Link an und sie sind dabei!

ars.electronica.art/homedelivery

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Das Festival für Wissenschaft und Kunst
MI 19.8.2020 / 13:00

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WER SUCHET, der findet!

„Der Traum von einem Feentempel“

Zahlreiche in den vergangenen 130 Jahren angedachte Festspielhausprojekte wurden nicht realisiert. Anlässlich des 100-Jahr-Jubiläums der Salzburger Festspiele hatten vier KünstlerInnen (aufgrund eines Wettbewerbes > Konzeption Norbert Mayr im Auftrag der Salzburger Festspiele) dieser nicht gebauten Architekturprojekte durch künstlerische Interventionen im öffentlichen Raum sichtbar und erlebbar gemacht: am Mönchsberg, im Schlosspark Hellbrunn, am Kapuzinerberg und im Mirabellgarten.

Esther Stockers Projekt hat mir am besten gefallen (ein Siegerprojekt)

Zu ihrem Projekt: Zerknüllt und weggeworfen. So liegen zurzeit am Mönchsberg zerknüllte Entwürfe eines Festspielhausentwurfes auf einer Wiese, unmittelbar des Schloss Mönchstein. Es ist eine Intervention der Künstlerin Esther Stocker, die das Mozart-Festspielhausprojekt am Mönchsberg 1890 (der Architekten Ferdinand Fellner (1847-1916) und Hermann Helmer (1849-1919) ins Visier genommen hat und somit eine dreiteilige Knitterskulptur für den Mönchsberg im öffentlichen Raum inszenierte. Sie machte die Entwürfe mit Texten aus dem Jahr 1890 sichtbar. Mit diesen Blättern, welche originale Auszüge aus der Schrift „Das Mozart-Festspielhaus in Salzburg“ darstellen, zitiert sie, um eine Verschiebung der Wahrnehmung herbeizuführen. Diese ersten Entwürfe des frühen Festspielhausprojektes – waren zum Scheitern verurteilt – bildete für die Künstlerin den Ausgangspunkt einer Intervention.

Mönchsberg Kunstprojekt von Esther Stocker „zerknüllte Entwürfe eines Festspielhausentwurfes“ Foto: © Christa Linossi

Dies veranlasste mich, diese künstlerische Arbeit unter die Lupe zu nehmen. Die Skulpturen wurden am Mönchsberg auf einer „Wiese“ aufgestellt, eben dort, wo seinerzeit dieses Festspielhaus gebaut hätte werden sollen. Nur, das Problem begann schon bei der Suche der Skulpturen, es gibt viele grüne Wiesen am Mönchsberg, Frage ist, welche soll es sein?

Mönchsberg Kunstprojekt von Esther Stocker „zerknüllte Entwürfe eines Festspielhausentwurfes“ Foto: © Christa Linossi

Nach Anruf im Pressebüro, wurde mir erklärt, Folder ist im Internet herunterzuladen und dort findet man die Koordinaten wie man zu den Objekten hinkommt. Nur was tun, wenn bei manchen Handybesitzern das App nicht vorhanden ist oder ein Kunstinteressierter lieber einen Folder in der Hand hat?

Der Folder allein bringt es jedoch auch nicht, da hier nur die Koordinaten angegeben sind und wer den Mönchsberg (Mönchsberg zieht sich auf einer Länge von etwa 1700 m vom Festungsberg in Richtung Nordwesten am linken Salzachufer bis Mülln) nicht kennt, sucht vielleicht lange.

Einfach weitersuchen? Na gut, mein Handy hat Gott sei Dank diese App, ist ja ein Apple iPhone. Aber es dauerte auch eine gewisse Zeit, bis ich am Ziel war. Für meine Leser: die Skulpturen liegen schräg gegenüber dem Schloss Mönchstein auf einer kleinen Hanglage. Vom Fahrweg, der hier vorbeiführt, sieht man zwar, dass dort am Hang etwas liegt, aber ob es Kunst oder sonstiges ist, ist im ersten Moment nicht erkennbar.

Mönchsberg Kunstprojekt von Esther Stocker „zerknüllte Entwürfe eines Festspielhausentwurfes“ Foto: © Christa Linossi

Eine Hinweistafel befindet sich am Wiesenrand und informiert über die Skulpturen. Die Arbeit ist wirklich gut und interessant, wie ein zerknülltes großes Papier (allerdings aus Aluminium) liegt es am Hang Rand, als nicht verwertbare Idee, etwas dahinter, liegt die zweite Skulptur, ebenfalls zerknittert und lieblos hingeworfen, wie ein Dichter, der seine Idee als unbrauchbar sah, das Papier zerknüllte und auf den Boden warf.  Aber wo ist die dritte Skulptur? Auf dieser Skulptur befindet sich ein Plan, diese Skulptur hatte ich noch nicht gefunden, obwohl ich die Umgebung fotografierte.

Mönchsberg Kunstprojekt von Esther Stocker „zerknüllte Entwürfe eines Festspielhausentwurfes“ Foto: © Christa Linossi

Hier muss ich noch nachhacken. Beim zweiten Anlauf fand ich auch die dritte Skulptur, allerdings versteckt hinter einem Hügel und auch nur, weil ich einen anderen Weg gegangen bin. Dieser Weg wird eventuell vereinzelt von Besucher*innen in Anspruch genommen. An dieser Skulptur kam dann zufällig ein Pärchen vorbei, die ich geradewegs darauf ansprach, ob sie wissen, vor was sie stehen. Nein, war die klare Aussage, sie dachten es sei eine Plane, die irgendwie hier herumlag und sich im Wind bewege. Ich sagte Fehlanzeige, es handelt sich um ein Kunstwerk und ich klärte auf. Das Pärchen waren ebenfalls Künstler (Berliner), jedoch machten sie einen Kurzurlaub in Salzburg um Handkes Stück „Zdeněk Adamec“ zu sehen.

Nun wieder zur Künstlerin Esther Stocker. Sie hat sich hier Gedanken gemacht. Auf der Skulptur sind Texte der Auszüge aus der Schrift Das Mozart-Festspielhaus aufgedruckt. Die Platzierung dieser Wiese bzw. dieses Hanges musste bewusst gewählt werden, da hier tatsächlich das Mozart-Festspielhaus hätte entstehen sollen. Wer die Objekte „Feentempel“ bewusst sucht, wird sie finden, jedoch wenn die Künstler*innen darauf hoffen, dass es viele Besucher*innen sehen sollen, dann bezweifle ich es. Den wie bereits erwähnt, von der Straße aus, achten die Besucher überhaupt nicht darauf, was da oben auf dem Hang liegt, nicht einmal, wenn sie die Hinweistafel – jedoch ohne einen konkreten Hinweispfeil – lesen. (Ich beobachtete dies eine Zeitlang, lieber fotografierte man das Schloss Mönchsstein) Ich sprach auch Passanten an, viele kommen ja hier nicht unbedingt vorbei, ob ihnen hier was auffällt, nein meinten sie, die Tafel mit dem Vermerk „Feentempel“ okay und das war es schon. Als ich sie darauf ansprach, dass da oben ein Kunstwerk zu dieser Thematik steht, kam das große „Aha-Erlebnis“. Oder: Eine Münchnerin, die alle Jahre die Salzburger Festspiele besucht und sich auch sehr für die Zeitgenössische Kunst, während dieser Festspiele interessiert, teilte mir mit, dass sie sehr lange – trotz des Plan – suchen musste, bis sie all die Kunstwerke fand, im speziellen dies am Mönchsberg. Das war es dann auch schon wieder. Eigentlich schade, denn die Künstler*innen bemühten sich, etwas zu kreieren und dann dieser bittere Beigeschmack, Kunst nicht wirklich wahrnehmbar. Salzburg ist wie immer: ANDERS.

Mirabellgarten Kunstprojekt von Isa Rosenberger Portalrahmen am Rosenhügel Foto: © Christa Linossi
Mirabellgarten Kunstprojekt von Isa Rosenberger Portalrahmen am Rosenhügel Foto: © Christa Linossi

Auch das Objekt von Isa Rosenberger Portalrahmen am Rosenhügel – es sieht imposant aus und ist es auch – wenn man sich vorstellt, wie dort das Festspielhaus seinerzeit hätte sein sollen. Aber auch hier, sehen die Besucher*innen kein Kunstwerk darin, sondern einfach einen Rahmen, der vermutlich hierhergehört.

Hellbrunn Kunstprojekt von dem Team Maria Flöckner & Hermann Schnöll, / Foto: © Christa Linossi

Hellbrunn, hier vermuteten manche vorbeigehende Besucher*innen es wird etwas Neues gebaut. Auch interessant? Aber wenn nur Latten aufgestellt sind und die Hinweistafel nicht wirklich ansprechend platziert, dann kann sowas schon vorkommen. Auch ein Mitarbeiter einer Baufirma, der die Verschallungsbretter für dieses Kunstwerk installierte, wurde des Öfteren angesprochen, was wird hier gebaut? Wird die letzte große Wiese in Hellbrunn nun auch in Baugrund umgewidmet?

Hellbrunn Kunstprojekt von dem Team Maria Flöckner & Hermann Schnöll, / Foto: © Christa Linossi

Den Kapuzinerberg habe ich noch gar nicht in Angriff genommen, weil man auch hier das Objekt erstmal finden muss.

Dies sind die nicht gebauten Festspielhäuser:

Poelzig Hans (1869-1936), Festspielhaus Salzburg: 3. Projekt, perspektivische Ansicht. Druck auf Karton, 80,5 x 177,9 cm (inkl. Scanränder). TU Berlin Architekturmuseum Inv. Nr. 2778.
Nach der Intervention von Adolf Hitler richtete Architekt Otto Reitter die Achse des rund 110 Meter langen, monumentalen Festspielhauses auf die Festung Hohensalzburg aus, es wurde der solitäre Abschluss der mit Otto Strohmayr entworfenen Gauanlage mit Gauhalle, Gauhaus und Stadion, in Varianten mit Adolf-Hitler-Schule. Diese sollte gemeinsam mit der Mönchsberg-Verbauung für die Wehrmacht – in dieser strategisch-physischen Omnipräsenz einzigartig im „Dritten Reich“ – das Stadtzentrum Salzburgs unentrinnbar besetzen. © Salzburg Museum

Wie sagte Karl Farkas seinerzeit immer: „Schau’n Sie sich das an“

ARS ELECTRONICA ERFINDET SICH 2020 NEU!

2020 Sujet Kepler’s Gardens © Ars Electronica

Zum ersten Mal seit 1979 versucht ARS Electronica anstatt einer Linzer Festivalmeile – bisher fand das Ars Electronica Festival in Linz statt – ein Festival zu kreieren, das an 120 Orten weltweit stattfinden wird. Zwischen Tokio und Los Angeles werden Universitäten, Museen, Galerien, Vereine, Kommunen und Unternehmen hunderte Ausstellungen, Konferenzen, Performances, Konzerte und Workshops veranstalten, die sich an das Publikum vor Ort richten.

Ars Electronica formt daraus ein Festival im Netz, das all diese lokalen Aktivitäten und Perspektiven für eine internationale Community zugänglich machen wird. Es wird ein einzigartiges „Festival der 120“.

Auch in Linz wird Neuland beschritten, den die diesjährige Ars Electronica befindet sich nicht nur im Netz, sondern das Festival wird sich auch in Linz, in der neuen Location und des neuen Partners „Johannes-Kepler-Universität“ präsentieren.

Kepler Hall / © Ars Electronica Robert Bauernhansl

In „Kepler’s Garden“ wird Kunst und Wissenschaft in den weitläufigen Parkanlagen und den markanten, neuen Gebäude des Uni-Campus zur Bühne, zum Forum und zum Labor.

„Kepler’s Garden“ hier werden nicht nur die besten Einreichungen zum diesjährigen STARTS Prize präsentiert, sondern auch viele andere Siegerprojekte. Außerdem wird „Kepler’s Garden“ zur Spielwiese für „create your world“, dem Zukunftsfestival für die nächste Generation.

Teichwerk Photo showing a photo of the Teichwerk at the JKU / © Ars Electronica Robert Bauernhansl (JKU= Johannes Kepler Universität)

 Worum geht es heuer? Wenn die Besucher*innen nicht ins Museum der Zukunft kommen können, kommt das Museum der Zukunft eben zu dem Besucher*innen nach Hause. Ars Electronica Home Delivery macht es möglich. Ars Electronica bietet den Besucher*innen ein wöchentliches Programm mit Guided Tours durch die Ausstellungen, Ausflüge in die Labs, Konzerte mit Echtzeitvisualisierungen, Deep Space LIVE-Sessions, Workshops mit Engineers und Talks mit Artists und Scientists aus aller Welt.

„Warum will Ars Electronica in einer so schwierigen, instabilen Situation unbedingt ein Festival veranstalten?“ Gerfried Stocker, Künstlerischer Leiter der Ars Electronica greift die ebenso berechtigte wie wichtige Frage auf: Wir machen das, weil sich gerade jetzt – nicht trotz, sondern wegen Corona – unglaublich viele Menschen in aller Welt fragen, wie es mit uns weitergehen wird? Und weil ebenso viele Menschen zurzeit – nicht trotz, sondern wegen Corona – die Hoffnung haben, dass wir diesmal echte Veränderungen zu Stande bringen. Für all diese Menschen, für ihre Wünsche und Ideen zur Zukunft, will Ars Electronica seit über 40 Jahren Bühne, Forum, Labor und nicht zuletzt Unterstützerin und Mitstreiterin sein. Das ist unser Selbstverständnis und der einzige Grund, warum Ars Electronica wichtig ist – auch und gerade in einem so speziellen Jahr wie diesem. Nicht trotz, sondern eben wegen Corona.“

Ars Electronica 2020 ist eine Reise zur Vermessung der „neuen“ Welt und eine Reise durch „Kepler’s Gardens“ die nicht trotz, sondern wegen Corona stattfindet.

Der Festival-Termin:  09. bis 13. September 2020

Ars Electronica Center in Linz / © Ars Electronica

https://ars.electronica.art

DIE MACHT DER ENERGIE

Wasserfall in der Plötz / © Foto Christa Linossi