„STEIERMARK SCHAU“ UNIVERSALMUSEUM JOANNEUM 2021

Am 11. Dezember 2020 wurde eine in einer Corona bedingten virtuellen Pressekonferenz das Programm für das Jahr 2021 präsentiert.

Präsentation des Jahresprogrammes 2021, v. l. n. r.: Alexia Getzinger (kaufm. Direktorin UMJ), Günter Riegler (Kulturstadtrat), Christopher Drexler (Kulturlandesrat) und Wolfgang Muchitsch (wiss. Direktor UMJ), Foto: Universalmuseum Joanneum/J.J. Kucek

STEIERMARK SCHAU nennt das Universalmuseum Joanneum 2021 die große neue Ausstellung des Landes, die mit April 2021 an Start geht. Die erste Ausgabe wird eine umfassende Selbstreflexion der Steiermark sein. Zu den drei Standorten gehört DAS MUSEUM FÜR GESCHICHTE, DAS VOLKSKUNDEMUSEUM und DAS KUNSTHAUS GRAZ. Des Weiteren wird es einen mobilen Ausstellungspavillon mit der beeindruckenden Fläche von 800 Quadratmetern, der in Wien und an vier Standorten in der „Grünen Mark“ sich ebenfalls mit „dem Steirischen“ auseinandersetzen und zu sehen sein wird. https://www.museum-joanneum.at/ihr-besuch/programmuebersicht/steiermark-schau

Unbekannter Fotograf, Graz, Glacisstraße, Eugen Hauber blickt aus einer Dachluke, September 1926, Multimediale Sammlungen/UMJ Foto: Universalmuseum Joanneum
 

Es wird auch weitere 19 Sonderausstellungen und ein breites Themenspektrum geben. Hier zählen zu den Highlights eine Einzelausstellung der dänischen Künstlergruppe SUPERFLEX im Kunsthaus Graz. Diese dänische Künstlergruppe Superflex setzte in Graz im Kunsthaus bereits in insgesamt fünf Jahren mehrere Projekte um. 2017 machte „C.R.E.A.M.“ den Auftakt, es war der Fetisch-Bankomat im Herzen des Kunsthaus-Foyers. 2018 realisierte die Gruppe in Graz „Free Shop“ und 2019 „Number of Visitors“ und 2020 wurde „Lost Money“ umgesetzt. Den Abschluss bildet eine Einzelausstellung mit Arbeiten der Künstlergruppe im Jahr 2021. Also diese Gruppe hat sich schon in Graz etabliert und es ist keine UNBEKANNTE. Superflex sind eine dänische Künstlergruppe, die 1993 von Rasmus Nielsen (geboren 1969), Jakob Fenger (geboren 1968) und Bjørnstjerne Christiansen (geboren 1969) in Kopenhagen gegründet wurde. https://superflex.net/ https://www.museum-joanneum.at/kunsthaus-graz

Die Neue Galerie Graz führt ihren Künstlerinnen-Schwerpunkt des Jahres 2020 (Ladies First! Künstlerinnen in und aus der Steiermark 1850–1950) fort und widmet sich den „Aspekten des Weiblichen in der zeitgenössischen Kunst“. In der Alten Galerie wird man sich mit Kriegsdarstellungen aus der Frühen Neuzeit auseinandersetzen und im Naturkundemuseum präsentiert man „steirische Goldfunde“ und als Schwerpunkt wird „Klimawandel“ als brisantes Thema präsentiert. https://www.museum-joanneum.at/neue-galerie-graz

Auch das Schloss Eggenberg wird im Jahr 2021 wieder einige interessante Ausstellungen präsentieren. Zum Beispiel die Ausstellung „Der große Tod“ von Stefano della Bellas Allegori oder Jacques Callots berühmte Serie „Die großen Schrecken des Krieges (1633) 

Worum geht es hier? Es sind Szenen des Krieges und des Friedens: Ausbildung, Kriegsgründe und Propaganda, Schlachten und Belagerungen sind ebenso dokumentiert wie das Leben im Lager, Kriegsverbrechen und deren Bestrafung, die Ausbeutung der Zivilbevölkerung, der alltägliche Terror sowie die Masse der Verwundeten, Vertriebenen und Armen. Gezeigt werden hauptsächlich Druckgraphiken, mitunter auch Gemälde, Kleinplastiken, aber auch historische Bücher.
Des Weiteren zeigt man noch „Das Gold der Erzbischöfe“, „Gold, Gold, nur du allein…“ und last not least im Rahmen der Vermittlungsprojekte widmet man sich dem Thema „Klimawandel“. https://www.museum-joanneum.at/schloss-eggenberg-prunkraeume-und-gaerten/ihr-besuch/standortuebersicht


Ich stellte hier nur einen winzig kleinen Ausschnitt aus den 19 Sonderausstellungen vor. Klicken Sie einfach https://www.museum-joanneum.at/ rein und Sie können für sich entscheiden, welche Ausstellung für Sie interessant sein könnte.


Statements zum Programm 2021

Wissenschaftlicher Direktor des Joanneums, Wolfgang Muchitsch „Trotz der aktuellen Beschränkungen der Pandemie werden wir auch im Jahr 2021 mit 23 Sonderausstellungen wieder einen faszinierenden Einblick in die Leistungen unseres Universalmuseums bieten. Highlight ist sicherlich die erste STEIERMARK SCHAU, die in drei unserer Grazer Museen und in einem spektakulären mobilen Pavillon, der durch die Regionen der Steiermark tourt, zur aktiven Auseinandersetzung mit dem, Steirischen‘ einlädt.“

LARS EIDINGER als JEDERMANN

Salzburger Festspiele : Foto- Lars Eidinger © Nils Mueller

Noch wütet die Pandemie, jedoch the Show must go on und die Salzburger Festspiele geben die neuen Darsteller für den JEDERMANN 2021 bekannt, die Feier zum 100-Jahr-Jubiläum der Salzburger Festspiele wird aufgrund der Corona-Pandemie bis 31. August 2021 verlängert.

Tobias Moretti hat den Jedermann abgegeben und so musste man sich einen neuen Jedermann suchen und man fand ihn. Mit LARS EIDINGER als JEDERMANN beginnt auch eine neue Zeitrechnung von Hugo von Hofmannsthals gleichnamigen Drama auf dem Salzburger Domplatz.

Lars Eidinger ist ein unglaublich vielschichtiger Künstler, der auf der Bühne als Hamlet, Richard III. und Peer Gynt – um nur wenige zu nennen – seit vielen Jahren Theaterereignisse schafft. Lars Eidinger wird der Rolle des Jedermann ein ganz neues Leben einhauchen – wie alle großartigen Kollegen vor ihm in den letzten 100 Jahren. Seine große Qualität liegt in der Erarbeitung von äußerst komplexen Figuren: Sie sind direkt, radikal, liebenswürdig, charmant, verführerisch gewinnend und bohren sich in unser Bewusstsein und ins Unbewusste, sodass sie uns dauerhaft begleiten.

Es gibt auch eine neue Buhlschaft, hier handelt es sich um die Schauspielerin Verena Altenberger, eine Salzburgerin die durch den Film „Die beste aller Welten“, bekannt wurde undfür die sie vielfach ausgezeichnet wurde. Mit Lars Eidinger spielte sie bereits in David Schalkos M – Eine Stadt sucht einen Mörder.

Salzburger Festspiele: Foto-Verena Altenberger © Teresa Marenzi
 

Es gibt auch einige Änderungen bei den weiteren Darstellern hier ein

AUSZUG AUS DEM PRESSETEXT zu den anderen Rollen im Jedermann-Spiel:

Die große Edith Clever prägte, ähnlich wie Lars Eidinger, die Berliner Schaubühne künstlerisch über viele Jahre, und zwar unter der Intendanz von Peter Stein, mit ihrer Darstellung zahlreicher Rollen wie der Lotte in Groß und Klein von Botho Strauß oder der Klytaimnestra in der Orestie. Innerhalb des Jedermann-Ensembles, in dem sie die letzten vier Jahre Jedermanns Mutter gespielt hat, wandert sie und übernimmt den Tod.

Angela Winkler hat Bühnen- und Filmgeschichte geschrieben. Mit Peter Zadek, Robert Wilson und Klaus Michael Grüber hat sie außergewöhnliche Inszenierungen für die Bühne erarbeitet, mit Margarethe von Trotta und Volker Schlöndorff bereits in den 1970er Jahren das deutsche Filmschaffen mit Die verlorene Ehre der Katharina Blum und Die Blechtrommel maßgeblich mitgestaltet. Angela Winkler spielt Jedermanns Mutter.

Mavie Hörbiger, die wir in den vergangenen vier Jahren als fulminante Werke erleben durften, übernimmt die Rolle des Teufels, der somit zum ersten Mal weiblich wird.

Das wunderbare Vetternpaar spielen auch im kommenden Festspielsommer Gustav Peter Wöhler und Tino Hillebrand.

Neu im Jedermann-Ensemble begrüßen wir den beeindruckenden jungen Schauspieler Anton Spieker, der in der Rolle von Jedermanns gutem Gesell seinen Einstand geben wird.

Jörg Ratjen, der nach seinem Engagement im Ensemble des Burg- und Residenztheaters seit 2013 ein zentraler Spieler am Schauspiel Köln ist, wird in der Rolle des armen Nachbarn zum ersten Mal zu sehen sein.

Der ausgebildete Artist, Balletttänzer und Schauspieler Mirco Kreibich, der lange Jahre Ensemblemitglied im Hamburger Thalia Theater war, übernimmt eine Doppelrolle und gibt zuerst als Schuldknecht und später als Mammon dem Jedermann Kontra.

An seiner Seite ist Anna Rieser, die ebenfalls aus Salzburg stammt und 2019 mit dem Nestroy als beste Nachwuchsschauspielerin ausgezeichnet wurde, Des Schuldknechts Weib.

Die Werke werden vom gesamten Ensemble verkörpert und sind ein Synonym für die Spuren, die das eigene Tun in der Welt hinterlässt.

Kathleen Morgeneyer aus dem Ensemble des Deutschen Theater Berlin, die schon mehrfach in Salzburg gefeiert wurde, unter anderem als Nina in der legendären Inszenierung von Tschechows Die Möwe von Jürgen Gosch wie auch als Johanna in Schillers Jungfrau von Orléans, wird den Glauben spielen.

Aus dem Ensemble 013 wird das Ensemble 021, entsprechend der Jahreszahl dieser bevorstehenden Weiterentwicklung des Jedermann. Mit einer anderen musikalischen Besetzung interpretiert die Live-Band unter der Leitung von Robert Kainar die vielfach neuen Kompositionen von Wolfgang Mitterer.

Bettina Hering, Leitung Schauspiel

Die Spannung bleibt, vorerst wie hat sich die CORONA-Pandemie entwickelt, werden die Salzburger Festspiele wieder „normal“ stattfinden können und wie werden sich der neue Jedermann und die neue Buhlschaft inszenieren?

Antony Gormley – DER BLICK AUF EINEN BILDHAUER

2020 Stillstand für die Kunst, CORONA stoppte alles. Aber ich will Kunst auf meinem Blog vermitteln, so suchte ich in meinem Archiv nach interessanten Künstlern, deren Kunst es wert ist, sie wieder vor den Vorhang zu holen.

Heute geht es um den Künstler Antony Gormley

Antony Gormley, Horizon Field, August 2010 – April 2012; Eine Landschaftsinstallation im alpinen Hochgebirge Vorarlbergs, Österreich; Presented by Kunsthaus Bregenz; Standort: Lech, Kriegerhorn bei Hasensprung Nr. 17; Aufnahmedatum: 10.06.2010 – © Kunsthaus Bregenz, Antony Gormley; Foto: Antony Gormley

Graz wurde 2003 zur Kulturhauptstadt ernannt und hier entdeckte ich erstmals den Künstler Antony Gormley, der für die Kulturhauptstadt eine Installation mit Skulpturen aus lebensgroßen Abgüssen (massives Gusseisen) eines menschlichen Körpers inszenierte. Diese Körper hangen als menschliche Skulpturen kopfüber oder zusammengerollt am Boden liegend im hermetischen Hof des Kulturzentrum Minoriten in Graz. Das Thema „Himmelschwer“ – eine Transformation der Schwerkraft – wurde vom Künstler so konzipiert, dass es unvergesslich im Kopf des Betrachters hängen bleiben musste.

2012 stoß ich erneut wieder auf den Künstler Antony Gormley, der eine interessante LandArt Installation der anderen Art über ein Gebiet von 150 Quadratkilometer in den Bergen von Vorarlberg verteilt inszenierte. Ich berichtete über diese LandArt Installation damals bei dem Online-Magazin KULTURA-EXTRA https://www.kultura-extra.de/kunst/portrait/kurzportrait_antony_gormley.php

Antony Gormley I Horizon Field I Vorarlberg © Kunsthaus Bregenz
my Vorarlberg  Antony Gormley – Horizon Field

Seine Figuren, die aus Gusseisen sind, waren für mich immer wieder eine interessante Geschichte. So gesehen, machte das Kunsthaus Bregenz mit dem Künstler ein Projekt, das als einzigartiges Landschaftsprojekt in Erscheinung trat. 2010 wurde es realisiert, wobei die Vorbereitungszeit für das Projekt „Horizon Field“ bereits fünf Jahre in Anspruch nahm. „Horizon Field“ bestand aus einhundert lebensgroßen Skulpturen, welche über ein Gebiet von 150 Quadratkilometer in Vorarlberg in Bergen verteilt waren und eine horizontale Linie auf 2039 Metern über dem Meeresspiegel bildeten. Es erstreckte sich vom Bregenzerwald bis in das Arlberggebiet. Ein faszinierendes Schauspiel.

Da das Ganze temporär und ein Teil des künstlerischen Konzeptes war, wurden die Skulpturen nach einem gewissen Zeitraum wieder abgebaut. Sie sind leider nicht mehr sichtbar.

Es war eines der gelungensten LandArt-Projekte der seinesgleichen sucht.

Antony Gormley, der mich immer wieder – mittlerweile habe ich einige Ausstellungen von ihm gesehen – fasziniert, zählt für mich zu den wichtigsten und bedeutendsten zeitgenössischen Bildhauer-Künstlern weltweit.

Es ist immer wieder die menschliche Figur, die im Mittelpunkt seines Schaffens steht und ausgehend von seinem eigenen Körper, präsentiert er stets neue skulpturale Konstellationen als Einzelfigur oder in größeren Gruppen angeordnet. Gormley ist ein Suchender, der immer wieder nach neuen Formen sucht und sie wieder als ein neues Kunstwerk entstehen lässt.

Seine Materialien für seine Skulpturen können nicht unterschiedlicher sein. Er stellt sie aus Gusseisen, aus Drahtgeflechten oder anderen Materialien her.

Kunsthaus Bregenz. Wir haben Antony Gormley in London zu Horizon Field interviewt. Das Kunsthaus Bregenz bedankt sich bei seinen Partnern und Sponsoren für die großzügige finanzielle Unterstützung und die tatkräftige Mitarbeit und Einbringung von Sachleistungen bei der sehr komplexen Umsetzung des Projektes. The Kunsthaus Bregenz would like to thank its partners and sponsors for their generous financial support, their active cooperation, and the materials they donated to ensure the success of this highly complex project. Hauptsponsor (Main Sponsor): Hugo Boss. Partner-Sponsoren (Partner Sponsors): Hypo Landesbank Vorarlberg, Montfort Werbung, Uniqa, Vorarlberger Kraftwerke AG, Vorarlberg Tourismus.

https://www.antonygormley.com/sculpture/chronology

https://www.antonygormley.com/

LIFE IS FULL OF CURVY…

Life is curvy / Current work of © Christa Linossi 2020

Meine Arbeit LIFE IS FULL OF CURVY… und wird zu einer Storytelling oder doch nicht?

Was will ich mit meiner Arbeit ausdrücken? Wir befinden uns zurzeit wie auf einer Formel I Strecke oder auf einer Bergrallye, die sehr kurvenreich sein kann. Manchmal werden wir abrupt abgebremst, dann geht die Show wieder weiter, auch Crashs sind programmiert dann müssen wir manchmal auf der Strecke bleiben. Aber das grüne Blatt gibt uns Hoffnung, dass es auch wieder eine bessere Zeit geben wird.   

DER SCHATTEN…..THE SHADOW…..

Der Schatten aus der Wurzel , aktuelle Arbeit von © Christa Linossi 2020
The shadow from the root

Wir Menschen haben alle Wurzeln in einer Familie, in seiner Herkunft. Doch immer noch werden Menschen entwurzelt, ob durch Krieg oder Vertreibung. Sie sind dann der Schatten, der aus dieser Entwurzelung heraussteigt.

We humans all have roots in a family, in its origins. But people are still being uprooted, whether through war or displacement. You are then the shadow that emerges from this uprooting.

Bitte warten …..Museen und Kulturbetriebe mussten schließen,

während dessen lockte ein XXXL Konzern seine Schnäppchen Jäger während der Lockdown light Phase am Wochenende zu sich! Hier hieß es dann allerdings, bitte warten…den es kamen zu Viele!

Zum Schnäppchen Shopen kamen 8.000 Besucher

Abgesehen von den tollen Angeboten die der Konzern bewirbt, muss man sich die Frage stellen, wie dämlich muss man sein, diesem Lockruf in einer Zeit wo bereits ein Lockdown light stattfindet, zu folgen. Vielleicht sollte man Patienten, die an COVIT-19 erkrankten, einmal zu Wort kommen lassen.

MUSEEN IN ÖSTERREICH AB 3. November 2020 wieder im LOCKDOWN

FIONA TAN „Mit der anderen Hand/ With the other hand“

Fiona Tan im Museum der Moderne Salzburg / Foto:  © Manfred Siebinger

Ausstellung im Museum der Moderne Salzburg bis 21. Februar 2021

Sonntag, Allerheiligen, ein Tag zum Nachdenken. Ich begab mich – weil ich auf die vorhergehende Pressekonferenz (Ende Oktober 2020) keine Lust hatte – heute ins Museum der Moderne am Mönchsberg (Salzburg) um mir noch die Ausstellung von Fiona Tan anzusehen, da ab Dienstag 3.11.2020 wieder alle Museen aufgrund von CORONA (COVID-19) schließen müssen.

Betritt man die Ausstellung im dritten Obergeschoß, wird man von einer Zweikanal-High-definition Videoinstallation, die auf einer Bildleinwand 1,8 x 3,2 m präsentiert wird, aufgefordert Platz zu nehmen, um sich das Video anzusehen. Nehmen sie Platz, sie bereuen es nicht.  

Fiona Tan Disorient, 2019 Zweikanal-High-definition-Videoinstallation
High-definition-Video (Farbe, 5:1 Surroundsound) Filmstill  In Auftrag gegeben von Mondriaan Fund für den Niederländischen Pavillon, 53. Biennale von Venedig, IT  Mit Unterstützung von Mondriaan Fund, NL, Frith Street Gallery, London, GB, Peter Freeman, Inc., New York, NY, US © Courtesy die Künstlerin, Frith Street Gallery, London, Peter Freeman Inc., New York, Wako Works of Art, Tokyo
© Ausstellungsansicht Museum der Moderne Salzburg / Foto: Rainer Iglar

Der Ausgangspunkt der Videoinstallation DISORIENT, 2009“, ist die Beziehung zwischen Orient und Abendland, welches dieses thematisiert. Diese Videoinstallation wurde erstmalig im niederländischen Pavillon auf der Biennale in Venedig 2009 gezeigt. Es handelt sich um Reiseerzählungen des Venezianers Marco Polo (1254-1324). Es ist ein Erinnern an Marco Polos Reisen und mit dokumentarisches Filmmaterial aus der Gegenwart hinterlegt. Durch den Kontrast von Text und Bild dekonstruiert Tan die gängigen Vorstellungen von „Orient“ und stellt die Modernisierung und Globalisierung dieser Auswirkungen gegenüber.

Tan stellt die Wechselwirkungen zwischen fotografischen und filmischen Bildern in Form von Dokumentation und Fiktion dar. Es geht ihr um Alterität (partielle interkulturelle Andersartigkeit, Verschiedenheit) und Identität, Erinnerung und Vergessen, die Ästhetik des Reisens und das Verhältnis von Mensch und Natur.

Die weitere Videoinstallation im Raum 2 ebenfalls mit einer großen Bildleinwand mit dem Thema „ASCENT, 2016“ widmet sich dem Fuji, dem höchsten Berg Japans, und der wichtigen Rolle, die der Vulkan im kollektiven Bewusstsein spielt. Es ist eine filmische Erzählung über den japanischen Berg Fuji, der hier als fotografisches Bild und als spirituelles Fanal (Ereignis, Tat, Handlung als weithin erkennbares Zeichen, das eine Veränderung, den Aufbruch zu etwas Neuem ankündigt) thematisiert. Fuji Berg und Vulkan zugleich, wird als stummer Zeitzeuge und als nationaler Mythos thematisiert. Diese Videoinstallation sich anzusehen, lohnt sich auf alle Fälle.

Fiono Tan Ascent, 2016 Installation, 2-teilig Raum 1: 16:10 Projektion (Farbe, 7:1 Surroundsound)
Raum 2: 150 Farbfotografien, montiert, Wandregal Filmstill
© Courtesy die Künstlerin, Frith Street Gallery, London, Peter Freeman Inc., New York, Wako Works of Art, Tokyo
Fiono Tan Ascent, 2016 Installation, 2-teilig Raum 1: 16:10 Projektion (Farbe, 7:1 Surroundsound)
Raum 2: 150 Farbfotografien, montiert, Wandregal Filmstill
© Courtesy die Künstlerin, Frith Street Gallery, London, Peter Freeman Inc., New York, Wako Works of Art, Tokyo
Fiona Tan “ Mit der anderen Hand/With the other hand“
© Ausstellungsansicht Museum der Moderne Salzburg / Foto: Rainer Iglar

Zur Info: Der Vulkan Fuji san (in der westlichen Welt wird er fälschlicher Weise als Fuji-yama bezeichnet) ist wohl der bekannteste Vulkan in Japan. Mit seinen 3776 m Höhe ist er der höchste Berg des Landes. Sein symmetrischer Kegel und die Nähe zur Metropole Tokyo machten ihn weltberühmt. Die letzte Eruption (Ausbruch vulkanischer Ausbruch von Lava, Asche, Gas, Dampf) fand am 16.12.1707 statt. Es handelt sich auf alle Fälle um einen aktiven Vulkan, der bloß seit 300 Jahren schläft und jederzeit wieder ausbrechen könnte. Dies hätte heute jedoch dramatische Folgen, da die Gegend sehr dicht besiedelt ist und je nach Windrichtung wäre auch die Hauptstadt Tokyo direkt betroffen.

„Gray Glass, 2020“ ist ein Werkauftrag des Museums der Moderne Salzburg an Fiona Tan. Fiona Tan drehte ein neues filmisches Werk in den Salzburger Alpen – auf den Gletschern des Hohen Sonnblicks und in der Eisriesenwelt in Werfen. Der Titel benannt nach dem englischen Dichter Thomas Gray (1716-1771) in dieser Zeit verwendeten Künstler_innen häufig ein „Grauglas“, einen schwarzen Spiegel im Taschenformat, dieser reduzierte die dunkle Oberfläche der Farbpalette, was die Widergabe der Landschaft als Bild erleichterte.

Fiona Tan Gray Glass, 2020 Dreikanal-Ultra-high-definition-Videoinstallation
Video (schwarz-weiß, Stereoton)Filmstill In Auftrag gegeben vom Museum der Moderne Salzburg
Mit Unterstützung von Mondriaan Fund, NL, Museum der Moderne Salzburg
© Courtesy die Künstlerin, Frith Street Gallery, London, Peter Freeman Inc., New York, Wako Works of Art, Tokyo

Die Künstlerin Fiona Tan (1966 Pekan Baru, Indonesien) lebt in Amsterdam. Sie nimmt seit den 1990er- Jahren eine zentrale Position (Video- und Filmkunst) innerhalb der zeitgenössischen Kunst ein. Ihre Arbeiten, sind auf zahlreichen Biennalen und in vielfältigen anderen internationalen Ausstellungskontexten gezeigt worden. In Fiona Tans künstlerischem Werk sind Erinnerung, Zeit und Geschichte wesentliche Faktoren, die sie mit den Medien Fotografie, Film und Video umsetzt. Sie gilt als führende Protagonistin einer auf Recherche, Dokumentation und Archivarbeit basierende Kunst.

Das Museum der Moderne Salzburg und die Kunsthalle Krems präsentieren mit zwei nahezu zeitgleich stattfindenden Ausstellungen Fiona Tans erste mid-career retrospektive, die ihr künstlerisches Werk der letzten zwanzig Jahre umspannt.

Hugo Portisch „Russland und wir“

Eine Beziehung mit Geschichte und Zukunft

Worum geht es in diesem Buch?

Hugo Portisch der Russland-Kenner stellt die bewegte Geschichte mit reichem Wissen und aus eigenem Erleben dar. Dadurch bekommt man als Leser*in einen anderen Blickwinkel auf Russland deren historischen Figuren, mutigen Generäle und einen schillernden Staatenlenker. Europa wird sich mit Russland in Zukunft auseinandersetzen müssen. Es geht um die Zukunft Europas und dies schildert Hugo Portisch in seinem neuen Buch sehr prägnant.

Foto: Christa Linossi

Ein Beispiel, Portisch reist bewusst nach Sibirien, um sich ein eigenes Bild über dieses Land zu machen und so wurde ihm von einem Professor an der Akademie der Wissenschaften aus Moskau, die Stadt Akademgorodok empfohlen. Was er dort vorfand, mit dem hatte Portisch nicht gerechnet. Eine moderne Stadt in der tiefsten Taiga, mit modernen Hochhäusern bis zu 12 Stock hoch, Glaspaläste, moderne Fußgängerbezirke, breite Boulevards. Es ist eine Stadt der Wissenschaften, die in die Zukunft blickt und dies mitten in der Taiga. Man sollte Russland nicht unterschätzen. Des Weiteren spricht er viele Themen an und je mehr man in dieses Buch eintaucht um so klarer wird einem, warum Russland mit uns Europäer mehr verbindet, als uns trennt.  Es ist eine bewegte Geschichte Russlands: von den Kosaken bis zu Vladimir Putin. Portisch schreibt über „Alte Grenzen, neue Grenzen“, „Straßen des Handels, Straßen der Macht“, „Moskaus Rohstoff-Reserven“, „Die russische Seele“, „Gott, Geheimdienst, Gerüchte“, „Die Rolle der Oligarchen“ um nur ein paar Kapiteln anzuführen. Es ist auch nicht mehr die alte Sowjetmacht, es ist ein Russland, das mit machtpolitischen Mitteln seinen Platz in der Weltpolitik beansprucht und konsequent auch einzunehmen versucht, mit einem Präsidenten, der auf Lebenszeit Präsident sein will. Seit 1. Juni 2020 hat die Volksabstimmung der Verfassungsänderung stattgefunden, die Putin für weitere acht Jahre, bis 2036 sicherstellt, dass er Weiterregieren darf.

Mit diesem neuen Russland haben sich die Welt, insbesondere die Europäer, abzufinden. Europa muss sich zusätzlich aber auch mit Russland auseinander- und zusammensetzen, den die Zukunft Europas wird auch vom Verhältnis zu Russland abhängen.

Dieses Buch ist es wert zu lesen?

Wer sich für die Weltmacht, die zurzeit immer wieder ausgebremst wird, interessiert, sollte dieses Buch lesen. Es ist spannend geschrieben und wie bereits erwähnt, man bekommt einen anderen Blickwinkel auf Russland.

DER AUTOR

Hugo Portisch gehört zu den bedeutendsten Journalisten Österreichs. Mit seinen Fernsehproduktionen „Österreich I“ und „Österreich II“ hat er das Geschichtsbewusstsein einer ganzen Nation geprägt. Er war jahrelang Chefredakteur des Kuriers, später Chefkommentator des ORF und weltpolitischer Kommentator beim Bayrischen Rundfunk.

Mit seinen 93 Jahren ist er noch immer ein unermüdlicher, der nach wie vor noch interessante Bücher schreibt.

Erschienen ist das Buch

ECOWIN Verlag, IBSN 978-3-7110-0274-7

https://www.ecowin.at/

Frankfurt Conference bildet den Auftakt der Frankfurter Buchmesse

Die Frankfurter Buchmesse findet in diesem Jahr als Special Edition statt und ist eine besondere Buchmesse in einer bahnbrechenden Zeit!

Online-Konferenzreihe startete heute mit Hochkarätigen Sprecher*innen: Bernardine Evaristo, James Daunt, Jonas Tellander, Sophie de Closets u.v.m.

Frankfurt, den 12. Oktober 2020 – Unter dem Motto „Signals of Hope: New Perspectives for a Stronger Future“ startete heute um 15 Uhr die neue digitale Konferenzreihe der Frankfurter Buchmesse – Frankfurt Conference – und bildet damit den Auftakt der Special Edition 2020.

Das Programm der Frankfurt Conference wird u.a. die Herausforderungen für die Buchbranche im COVID-19-Jahr sowie die Entwicklungen auf dem internationalen Audiomarkt, im internationalen Rechtehandel und im akademischen und wissenschaftlichen Verlagswesen beleuchten. 

Heuer ist alles ANDERS und desto Trotz gibt es die Frankfurter Buchmesse und das Veranstaltungsprogramm auf der ARD-Buchmessenbühne wird heuer ohne Publikum auskommen müssen.

Auszug aus dem Pressetext der Frankfurter Buchmesse:

„Angesichts steigender Infektionszahlen in Frankfurt am Main und bundesweit haben die Frankfurter Buchmesse GmbH und der Hessische Rundfunk als Veranstalter beschlossen, das Programm vor Ort nur mit dem beteiligten Moderator*innen und Autor*innen durchzuführen.

Die Entscheidung betrifft auch die Eröffnungsfeier der Frankfurter Buchmesse, zu der sich 250 geladene Gäste angemeldet haben. Die Eröffnungsfeier (13. Oktober 2020, 18.00 Uhr) werden morgen auf Buchmesse.de/Opening gestreamt.“

Aber man kann alle Veranstaltungen auf der ARD-Buchmessen Bühne live unter www.buchmesse.ard.de und www.buchmesse.de/live verfolgen. Die digitale Welt macht es möglich, dass auch SIE trotz CORONA live dabei sein können.

Paranoia TV

Das neue Format des steirischen herbst 2020

vom 24.9.-18.10.20

Paranoia TV Sujet: Grupa Ee

am 24. September 2020 wurde das 53. Festival steirischer herbst in Graz, pardon, ich korrigiere, PARANOIA TV, eröffnet. Der ehemals steirischer herbst, hat sich 2020 nicht nur NEU erfunden, sondern in diesem speziellem Jahr – überschattet von der CORONA Pandemie – auch ein komplett neues Konzept und Format kreiert:  PARANOIA TV, ist online, im Radio und zusätzlich bringt der Sender die Kunst auch auf verschiedenste Weise zu den Menschen, die sich für dieses Festival interessieren.

Dieses Jahr ist der „steirische herbst“ überall, und manchmal nicht dort, wo man in erwartet hätte. Den analogen Wegweiser, der durch den heurigen „steirischen herbst“ leitet, liegt in der Paranoia TV Zentrale auf oder kann online www.paranoia-tv.com abgerufen werden.  Dieser Wegweiser gibt über die größtenteils kostenfreien Veranstaltungen und die vielen facettenreichen Formate einen guten Überblick.

Igor Samolet, Cuddle Porn (2020), Installation, Paranoia TV Zentrale, Graz, Foto: Mathias Völzke

Die Zentrale beheimatet außerdem das Büro der Offenen Fragen, das Bildungs- und Kunstvermittlungsteam des steirischen herbst. Alle, die sich über Fragen und Diskussionen mit Paranoia TV auseinandersetzen wollen, sind eingeladen, an den Veranstaltungen online und vor Ort teilzunehmen.

Eröffnungsrede von Chefintendantin Ekaterina Degot, auf Bildschirmen in der Innenstadt übertragen, Graz, Foto: Johanna Lamprecht

So wurde die traditionelle Eröffnungsrede von Ekaterina Degot dieses Jahr auf 99 Bildschirmen in der Innenstadt von Graz und natürlich, was den ansonsten, auf Paranoia TV übertragen.

Kurzer Auszug aus der Rede von Ekaterina Degot: „Willkommen bei Paranoia TV, ehemals bekannt als steirischer herbst. Wie manche von ihnen, die uns über die Jahre gefolgt sind, wissen, begannen wir das Festival üblicherweise an einem spezifischen Ort in Graz. Von dem sich dann das Narrativ des Festivals entwickelte, ausgehend vom Geist des Ortes, politisch, ästhetisch, historisch. Aber was wäre ein solcher Ort im Jahr 2020? Was wäre sein genius loci? Sie wissen ja gar nicht wo ich bin, und ich bin mir nicht sicher ob dieser Ort einen genius loci hat. Ich weiß auch nicht, wo sie sind, sie stehen womöglich vor einem der 99 Bildschirme, die in Graz verteilt sind, die diese Rede zum Beginn des Festivals übertragen. Oder sie sind zu Hause vor ihrem Computer oder am Mobiltelefon, irgendwo, und nirgendwo, weil unsere Telefone Örtlichkeiten in derselben Art auslöschen, wie unsere Zeit und das mit großem Erfolg. Also weiß ich nicht, wo sie sind und wann sie sind. Genauso wenig wissen Sie, wo ich bin. Ich erzähle Ihnen ein Geheimnis: genau in dem Moment da wir gerade sprechen, besser gesagt, da ich spreche, halte ich eine Rede in Graz. Wir haben zwar gesagt, dass meine Rede Real live übertragen wird, aber das stimmt gar nicht. Gerade jetzt, halte ich eine andere Rede und sage dem Publikum, dass die richtige Rede online passiert, jene die sie gerade schauen. Ich hoffe, sie sind jetzt ganz schön verwirrt. Über was ich heute sprechen möchte, sind meine kleinen Verwirrungen, die Probleme, die ich mit der gegenwärtigen Situation habe, die sehr wahrscheinlich nicht nur meine eigenen kleinen Ängste sind, sondern große geologische Verschiebungen unserer Zeit bedeuten, mit denen wir von nun an zu leben haben, da sie das neue „Normal“ definieren.“

Die Eröffnungsrede und das gesamte Programm können sie auf www.paranoia-tv.com  nachlesen. PARANOIA TV bietet auch eine App an, die sie über Apple Store kostenlos herunterladen können.

Judy Radul, Der Grazer Spiegel (2020), Installation, Paranoia TV Zentrale, Graz, Foto: Mathias Völzke
Vadim Fishkin, Dictionary of Imaginary Places (2020), Installation, Burgring, Graz, Foto: Mathias Völzke  (Laterne)

Machen sie sich selbst ein Bild über Paranoia TV, es ist wie immer zeitkritisch und politisch. Dieser „Herbst“ ist absolut anders und nicht vergleichbar mit den vorangegangenen Festivals.  Es ist eben ein PARANOIA TV-Sujet.

Igor Samolet, Cuddle Porn (2020), Installation, Paranoia TV Zentrale, Graz, Foto: Mathias Völzke

Zum Schluss noch, was bedeutet eigentlich PARANOIA? Paranoia kommt aus dem griechischen und übersetzt würde es heißen „wider den Verstand“ (verrückt, wahnsinnig) Es ist kurz erwähnt: eine Persönlichkeitsstörung. Neutrale Handlungen und Kritik anderer werden als feindlich, herabsetzend oder verächtlich machend empfunden.

https://www.paranoia-tv.com/de/program/schedule