…und 333 noch bessere Wortspiele Autoren: Georg Breinschmid / Gunkl
Cover: Bastian Welzer
Worum geht es in diesem Buch?
Das Lachen ist uns doch in diesen Krisenzeiten schon vergangen, oder? Unlängst ist mir ein Buch in die Hände gefallen, wo ich teilweise laut lachen und auch schmunzeln musste.
Ich habe ein paar Wortwitze für Sie herausgesucht: „Wie heißt der allererste Besucher eines Geschäftes? Urkunde“. „Und was trug Eva Braun? Heil Heels natürlich“. „Vergeltungsaktion der Herbstmafia: Laub rächen“. „Zu Nacktmodellen kuscheln: ad Akta legen“ „Altes kroatische philosophisches Problem: die Frage, ob zuerst die Henne oder das Ajvar“ und davon gibt es insgesamt 334 Wortwitze, die auch immer eine Zweideutigkeit hervorrufen, eben zum Schmunzeln.
Dieses Buch ist es wert zu lesen?
Sie sollten es lesen, wenn sie wieder einmal herzlich lachen wollen, es ist einfach eine leichte „Kost“ für schwere Zeiten, wie in diesen, wo alles den Bach hinunterfließt. Aus einer Schreckzone in die andere. Abgesehen davon, soll ja „Lachen“ die beste Medizin sein.
DIE AUTOREN:
Die beiden Autoren li Georg Breinschmid, re Günther „Gunkl“ Paal, Foto: Auszug aus dem Buch Verlag: edition a
Georg Breinschmid, geboren 1973, zählt zu den führenden österreichischen Musikern der internationalen Jazzszene. Er ist zweifacher Hans Koller-Preisträger, wurde viermal in folge für den Amadeus Music Award nominiert und betreibt als Bandleader zahlreiche Projekte im Grenzbereich zwischen Jazz, Klassik, Folk und Comedy. https://georgbreinschmid.com/
Günther „Gunkl“ Paal, geboren 1962, ist als der Philosoph unter den österreichischen Kabarettisten bekannt. Er trat bisher mit 13 Soloprogrammen auf, sowie unter anderen mit den Science Busters, dem Schauspieler und Kabarettisten Gerhard Walter oder E-Bassist mit Manuel Rubey. Er ist Gewinner des Deutschen Kleinkunstpreises und des Österreichischen Kabarettpreises. http://www.gunkl.at/
Eine interessante und schöne Ausstellung ist im Salzburg Museum in der neuen Residenz zu sehen.
„Mit Geschichte spielen“ so lautet der Thementitel. Beginnend mit der Spielwelt der 1950/60er Jahre, bis hinein ins digitale 21. Jahrhundert, greift diese Ausstellung verschiedene Erfahrungen unterschiedlicher Generationen eines Spielens mit Geschichte auf.
Es handelt sich bei dieser Ausstellung um eine doppelt ausgeführte Ausstellung. Die Sonderausstellung „Mit Geschichte spielen“ in der Neuen Residenz beleuchtet den Einfluss von Spielzeug auf die Vorstellung von Vergangenheit. Während im Spielzeug Museum die „Geschichte erleben – Zeitreise in fünf Stationen“ gezeigt wird, wo Kinder Schlösser und Burgen erkunden können, mit Wikingern in See stechen oder Steinzeitmenschen zu treffen und somit spielerisch in verschiedene Rollen schlüpfen können.
Mit den beiden Ausstellungen zum Thema Spielzeug will das Salzburg Museum die historischen Aspekte von Spielzeug zeigen und gleichzeitig dazu anregen, die gezeigten Objekte neu zu überdenken. Die Ausstellung ‚Mit Geschichte spielen‘ greift dabei auch Erfahrungen unterschiedlicher Generationen auf – von den Großeltern in den 1950er und 1960er Jahren über die Elterngeneration der 1970er und 1980er Jahre bis zu den Kindern des 21. Jahrhunderts.
Christoph Kühberger, Ausstellungskurator und Professor an der Universität Salzburg zum Thema: „Spielzeug gehört zu unserer Geschichtskultur, also jenen Vorstellungen von Vergangenheit, die in der jeweiligen Gegenwart vorherrschen. Es beeinflusst damit geschichtliche Vorstellung, die wir übernehmen, weiterdenken oder kritisieren können.“
Die Fantasien dazu versprachen Abenteuer, Natur und Fremdheitserfahrung. Jedoch das Spielen mit Geschichte treibt auch manchmal seltsame Blüten. Fachliche Fehler wie ein Hinkelstein aus der Steinzeit als Teil der keltischen Kultur, sind da eine Kleinigkeit. Immer öfter erregt Spielzeug mit Vergangenheitsbezügen Aufsehen, weil es unseren heutigen Wertvorstellungen entgegensteht.
„Mit Geschichte spielen“ Spielzeug Museum Foto: Salzburg Museum_Christa Gaigg
Die Ausstellung in der Neuen Residenz ist sehr gut gegliedert und beginnt mit dem Thema „Indianer Spielen“ also „ERSTE AMERIKANER*INNEN“, geht dann über ins Rittertum, wo mit Rittern und Burgen schon sehr lange gespielt wurde und so zum Thema „RITTER“. Von den Rittern schreiten wir weiter zu den „PIRATEN“. Auch die gängigen Vorstellungen von Piraten basieren zumeist auf Vorbildern aus dem 17. Jahrhundert. Die Grenzen zwischen Krieg, Piraterie und Handel schwimmen stark. Das Bild der Piraten wurde stark durch Bücher, Filme und auch Spielzeug-Piraten geprägt. Von den „Piraten“ wandeln wir zu den „PRINZESSINNEN“, die heute noch stark bewundert werden und in schön anmutenden Inszenierungen in Filmen, Kostümen, Puppen und anderen Spielsachen geprägt wurden und noch immer sind. Von der Vergangenheit stürzen wir uns ins 20./21. Jahrhundert dort wo die digitalisieren ihren Fortschritt hat. Digitale Spiele haben die Spielwelt sehr stark verändert. Digitale Formate dominieren immer stärker das Spielverhalten von Kindern und Jugendlichen. Durch die digitalen Spiele können Spieler*innen auch in geschichtlichen Räumen agieren und haben oft das Gefühl, unmittelbar in der Vergangenheit zu sein oder sich im Spiel zu verlieren.
„Mit Geschichte spielen“ Spielzeug Museum Foto: Salzburg Museum_Christa Gaigg
Die Ausstellung ist in beiden Häusern sehenswert, in der Neuen Residenz können Erwachsene einen Rückblick in ihre Kindheit unternehmen und im Spielzeugmuseum sind Kinder angehalten, in die Vergangenheit der Geschichte einzutauchen.
Die ARGEkultur führt als größtes unabhängiges Kulturzentrum Salzburgs zeitgenössische Kunst und Kultur in einzigartiger Weise zusammen. Sie tritt als Veranstalterin und Produzentin für zeitgenössische, innovative und gesellschaftskritische Kultur auf.
Auch mit dem Festival „Open Mind digital body 2022“ geht die ARGEkultur wieder neue Wege. Es geht um Hybride Reiche / In Zwischenräumen und über reale Dystopien (Eine Dystopie ist das Gegenteil der Utopie, die auf eine gute, schöne und friedfertige Zukunft verweist.) und hybride Wirklichkeiten. Um die Jahrhundertwende hatte sich das Internet bereits als entscheidendes Kommunikationsmedium etabliert, jedoch galten digitale Räume noch weiterhin als künstliche und daher als unechte Gegenpole zur echten und also analogen Wirklichkeit. In den Pandemie-Jahren wurde es augenscheinlich, wie sehr die Digitalisierung und mit ihr die Räume, die sie hervorbringt, Teil unseres Alltags geworden sind. Krisenmanagement und globale Politik, aber auch private Beziehungen wären ohne digitale Medien wie Social Media, Video-Konferenzen oder Live-Streams nicht aufrecht zu halten gewesen. Wir leben in einer hybriden Welt!
Interessant ist auch, dass in diese Zeit gerade die Ankündigung aus dem Silicon Valley, mit dem Meteverse unseren Begriff von Wirklichkeit von Grund auf zu verändern, fällt. Ist eine Welt nicht genug? Nein, Tech-Konzerne wollen mit „Metaverse“ unsere reale Welt von Grund auf verändern. Ist es eine Utopie, vor der man sich fürchten muss? Vielleicht? Vielleicht auch nicht. Denn die Entwicklung ist nicht aufzuhalten, es ist bereits ein jahrzehntelanger andauernder und auch vom Konsumverhalten von Milliarden Menschen angetriebener Prozess.
Die ARGEkultur sieht darin einen Handlungsspielraum und mit entstehen der neuen digitalen Spielstätte, dem Digitalen Foyer, starten sie den Versuch, einen Begegnungsort und Erfahrungsraum virtueller Gegenöffentlichkeit innerhalb einer demokratisch legitimierten Struktur, einer Kulturinstitution, zu erschaffen und zugänglich zu machen.
Crash landings are used to collect yourself and continue to pursue the goal with full force. Working on yourself and staying authentic are the prerequisites for a career.
Bruchlandungen dienen dazu, sich zu sammeln und mit voller Kraft das Ziel weiterverfolgen. An sich zu arbeiten und authentisch zu bleiben sind die Voraussetzungen für eine Karriere.
ist der legendäre Song von Arik Brauer, der heute genauso gültig ist wie in den 70iger Jahren, wo er den Song ins Leben rief.
Skulptur „Köpferl im Sand“ Arbeit von Christine A Eichinger / Foto: (c) Christine Eichinger
Dieser Song wurde – von der Berufsvereinigung der Bildenden Künstler – für eine Hommage an ihr verstorbenes Ehrenmitglied Arik Brauer gewählt und so entstand diese Ausstellung.
Die Sängerin (Tochter von Arik Brauer) Timna Brauer eröffnete gemeinsam mit Mag. Gottfried Riegler-Cech (Otto-Mauer-Zentrum Wien) die Ausstellung.
Arik (Bild) und Timna Brauer Foto: (c) Maria Santner
Kurze Information, bevor ich auf die Künstler: innen der Ausstellung eingehe, zum Song von Arik Brauer.
Der Song „Sein Köpferl im Sand“https://youtu.be/hDeFYKmgePQ war der Hit in den 70iger Jahren und war aber auch gleichzeitig ein beinhartes Protestlied, welches sich nicht gegen eine bestimmte Gruppe richtete, sondern gegen Jedermann der sich betroffen fühlte. Arik Brauer war ein großer Humanist und als Frauenaktivist bekannt und widmete sich in seinen Werken sowohl historischen als auch aktuellen Themen. Ein Zitat von Brauer: „In der Malerei ist der Mensch, wie ja auch bei der Handschrift, nicht im Stande, den Leuten etwas vorzumachen. […] Deshalb ist Malerei die Stunde der Wahrheit“.
Somit widmeten die Mitglieder der Berufsvereinigung (BV) der bildenden Künstler Österreichs eine Hommage an Arik Brauer dem Universalkünstler, der im Vorjahr verstorben ist. Man würdigte ihn auch als erzählenden Maler der Schule des Wiener Phantastischen Realismus. Auch er war seit den 50er Jahren Mitglied der Berufsvereinigung (BV) der bildenden Künstler Österreichs. Arik Brauer gestaltete neben Bildern auch Bühnenbilder, Hausfassaden, Mosaike, Plastiken, war aber auch Autor, Komponist, Musiker, Tänzer.
Ausgestellt wurden Arbeiten von 18 Mitgliedern, die sich mit sehr unterschiedlichen Darstellungsmitteln und- techniken zu den aktuellen Themen Stellung bezogen, vor denen viele ihren Kopf auch in den Sand steckten: Klimakrise, Verlust an Artenvielfalt, Vogelstraußpolitik, Tussi-Urlaub, Steinköpfe, Pandemie, Krieg und Elend.
Ausstellende Künstler: innen:
Irene Bergner-Oberndorfer, Gabriele Bina, Annemarie Bock, Christian Eichinger, Christine A Eichinger, Parizad Farzaneh, Vihar Georgiew, Marianne Hirschbichler, Walter Kanov, Gerhard Knolmayer, Beatrix Kutschera, Yoly Maurer, Christiane Molan, Panto Trivkovic, Petra Traxler-Pilgram, Natascha Walker, Leszek Wisniewski, Berthild Zierl.
Es waren interessante Ansätze und Aspekte zum Thema „Köpferl im Sand“ wo ich mir ein paar Arbeiten herauspikte:
Die Arbeit von Christine A Eichinger zum Beispiel, ist eine gelungene Skulptur, die sich kopfüber in den Sand stürzt, um von den ganzen Problemen, die zurzeit im 21. Jahrhundert herrschen, nichts mitzubekommen. Es ist mehr oder minder eine Flucht in den Sand, um auch keinen Beitrag leisten zu müssen. Wenn ich nichts höre, nichts sehe, dann bin ich aus dem Spiel heraus.
Skulptur „Köpferl im Sand“ Arbeit von Christine A Eichinger / Foto: (c) Christine Eichinger
Christian Eichingers Porträt des Künstler Arik Brauer, treffend realistisch gemalt. Er stellt Arik Brauer, eben den Universalkünstler, der nicht nur seine Bilder zum Ausdruck bringen konnte, sondern auch seine Songs eine Herausforderung sind oder waren, so dar, wie er war.
Portrait ArikBrauer_ von Christian Eichinger Foto: (c) Christian Eichinger
Eine weitere Arbeit die mir auch gut gefiel, ist die Arbeit von Petra Traxler-Pilgram. Mit wenigen Strichen drückt sie das Thema „Köpferl im Sand“ perfekt aus. Die Figuren wie ein Hampelmann zusammengesetzt. Hampelmann deshalb, weil es immer wieder einen anderen Blickwinkel ergeben kann.
Traxler-Pilgram Petra Vogelstrausspolitik Collage und Tinte auf Papier 50x50cm 2020 (003) Foto: (c) Petra Traxler-Pilgram
Interessant ist auch die Arbeit von Gerhard Knolmayer. Seine Arbeit mit dem Titel „Blue Pacific – Rising High!“ ist die Thematisierung des Anstieges der Meere und die damit verbundene Überflutungsgefahr von niedrig gelegenen Landmassen, die sich in den Fluten verlierenden Sands verwischen.
Gerhard Knolmayer „Blue Pacific – High Rising“ Foto: Gerhard Knolmayer
Die Ausstellung läuft noch bis zum 2. Februar 2023 im Otto-Mauer-Zentrum. Aus organisatorischen Gründen bittet das Otto-Mauer-Zentrum um telefonische Vereinbarung eines Besuchstermins unter der Telefonnummer: 0043 664 8859 3864
In der SZENE Salzburg findet erst- und einmalig das Feminist Futures Festival statt. Konzipiert ist das Festival, das zuerst in Berlin, anschließend in Warschau und Ende November in Salzburg veranstaltet wird, ist eine Reise durch verschiedene Teile Europas. Einige der eingeladenen Künstler*innen werden in alle drei Städte präsent sein, dort jeweils ihre Stücke zeigen und auch an dem partizipativ-diskursiven Format Feminist School teilnehmen, wodurch ein feiner roter Faden zwischen den drei teilnehmenden Kulturinstitutionen und ihren jeweiligen Ausgaben des Feminist Futures Festival gespannt wird.
Das Programm für SZENE Salzburg wurde gemeinsam mit den apap-Partner Institutionen InSzPer Warschau und der Tanzfabrik Berlin erarbeitet. Die inhaltliche Ausrichtung des Programms zielt dabei nicht auf eine einzelne feministische Fragestellung, sondern wurde nach feministischen Prinzipien erstellt. Dahinter steht der Wunsch, kulturelle Institutionen und deren Arbeitsweisen in Hinblick auf Entscheidungsprozesse, gängige Hierarchien, Diversität, Inklusion und Machtkonstellationen kritisch zu hinterfragen.
Aus dieser mehrmonatigen, bereichernden Zusammenarbeit ist ein Festival in drei Ausgaben entstanden. In Salzburg gibt es an acht Tagen künstlerische Beiträge von Ana Dubljević, Jule Flierl, Milla Koistinen, Anne Lise Le Gac, Sergiu Matis, Harun Morrison und Muna Mussie zu sehen.
Parallel zum Performanceprogramm hostet die SZENE Salzburg die Feminist School, die von 23. bis 26. November in und rund um die Stadtgalerie Lehen stattfindet. Die Feminist School versteht sich als Ort gemeinsamen Lernens und der Begegnung zwischen unterschiedlichen Vorstellungen und gelebten Erfahrungen von Feminismus; als ein Ort, an dem eine Vielzahl von Ausdrucksformen, wie diese Prinzipien verkörpert, geteilt und praktiziert werden können, in einen Dialog treten und sich gegenseitig informieren und befruchten.
Diese Aufführung, die ich hier herausgefiltert habe, könnte sehenswert sein!
Milla KoistinenMagenta HazeFr 25. & Sa 26.11. 19:30
In Milla Koistinens jüngster Arbeit ist das Publikum eingeladen, den Raum zu betreten und die intrinsische Choreografie zu betrachten, die aus dem Spiel der Performer*innen mit großen bunten Objekten entsteht. Die von der bildenden Künstlerin Sandra E. Blatterer geschaffenen, mit Luft befüllten Objekte nehmen unterschiedliche Formen und Bedeutungen an und lösen vielfältige Assoziationen aus, während die Performer*innen ihre materiellen, taktilen und akustischen Qualitäten erkunden.
Die Generali Foundation präsentiert in Kooperation mit dem Museum der Moderne Salzburg eine große Retrospektive des aus Kamerun stammenden und in Bangui, Zentralafrika und in Paris lebenden Fotokünstlers Samuel Fosso. Sein Werk wird erstmals umfassend in Österreich gezeigt und ist eine seiner ersten Personalen im deutschsprachigen Raum.
In Kamerun geboren, verbrachte Samuel Fosso seine Kindheit zunächst in Nigeria. Nach dem Biafra-Krieg zog er nach Bangui, der Hauptstadt der Zentralafrikanischen Republik.
Im Alter von 13 Jahren begann er mit einer kurzen Lehre in der Fotografie und gründete 1975 sein eigenes Studio für Porträtfotografie. Der Erfolg seines Studios beruhte auf seinem Gespür für Mode und Ästhetik und seinem Talent, seine Kunden_innen zu ermutigen, ihren persönlichen Stil zu zeigen. Dieses Studio führte er bis 2014.
Mitte der 1970er- Jahre gab er der afrikanischen Studiofotografie jedoch eine neue Wendung. Er spielte mit Identitäten und sein zentrales Kennzeichen, sind seine selbst inszenierten Selbstporträts, die er explizit in eine eigenständige Form, als theatralisches Selbstportrait entwickelte und sukzessive verfeinerte.
Er stellte sich selbst vor die Kamera und inszenierte sich, inspiriert von westafrikanischer und afroamerikanischer Musik, Jugendkultur und politischer Rebellion, in engen Hemden, extravaganten Schlaghosen und Plateauschuhen sowie mit ausgefallenen Requisiten in freien, ungezwungenen Posen.
Fossos Selbstporträts basieren auf einer selbstbewussten Haltung; sie sind Ausdruck einer Suche nach neuen Identitätskonzepten nach der frühen Zeit des postkolonialen Umbruchs in den 1960er-Jahren und zugleich eine Geste der Befreiung von dem Leid, dass er als Flüchtling in Nigeria und unter dem repressiven Bokassa-Regime in der Zentralafrikanischen Republik erfahren hat.
Fosso scheut auch nicht in die Rolle von Politikern zu schlüpfen. So stellte er Nelson Mandela dar. Oder er schlüpfte in die historische Figur Mao Tse-tung und widmete sich somit den komplexen Beziehungen zwischen China und Afrika in der Gegenwart.
Mao war bekannt dafür, Bilder zu Propaganda Zwecken zu manipulieren und hatte damit großen Einfluss auf die visuelle Geschichte des 20. Jahrhunderts.
Serien die Sie in der Ausstellung sehen können: Black Pope aus dem 2017, Emperor of Africa 2013, African Spirits 2008, 70’s Lifestyle 1974-1978, Le reve de mon grand-père 2003, Mémoire d’un ami 2000, Tati 1997.
Bekannt wurde der Künstler mit den ausdrucksstarken Schwarz-Weiß Selbstporträts unter dem Titel: 70’s Lifestyle (1975-1978) 1994 die auf Initiative des französischen Fotografen Bernard Descamps zum ersten Mal auf der Eröffnungsausgabe der Bamako Encounters – African Biennal of Photography ausgestellt wurden.
2001 wurde das Winterfest von Georg Daxner gegründet. Er wollte den Salzburger Volksgarten mit Kunst und Vergnügen beleben. So ist das Winterfest eine wirkliche Vision geworden, geschaffen eines außergewöhnlichen Mannes, der das Träumen nie aufgab.
Seine erste Begegnung war mit Cirque Nouveau in Krems, wo er so ergriffen war, dass er den zeitgenössischen Circus einfach nach Salzburg mitnahm und auf eigenes finanzielles Risiko, mit allen verbundenen Konsequenzen und es durchzog, diesen Zirkus immer im Dezember zu installieren.
Am 11. Oktober 2014 verunglückte er bei einer Bergtour am Salzburger Untersberg. Jedoch dieses Festival wurde weitergeführt und war und ist nach wie vor ein fester Bestandteil der Salzburger Kunstszene.
Ein Grundsatz von Georg Daxner war: „Kunst ist nur dann legitim, wenn sie langfristig berührt, wenn sie beglückt, traurig macht oder bestürzt. Denn Kunst ist, was bleibt.“
Wir haben nun das Jahr 2022 und das Winterfest vom 01.12.2022 – 08.01.2023 startet mit einem neuen Geschäftsführer wieder voll durch.
Salzburg hat Robert Seguin (ein Franzose) als neuen Geschäftsführer, einen Mann an Land gezogen, der von zeitgenössischer Circus Kunst viel versteht, wo doch Frankreich Vorreiter des zeitgenössischen Circus Kunst ist. Diese Kunstform – aufgrund der frankokanadischen Entstehungsgeschichte auch bekannt als „Cirque Nouveau“ arbeitet mit Tanz, Akrobatik, Jonglage, Schauspiel, Musik und viel Poesie.
Des Weiteren gibt es 2 Aufführungen im TOIHAUS aus der österreichischen Circus Szene mit Kaleidoskop „Circus trifft Tanz und Performance“
Der Salzburger Circusverein MOTA „Vanitas“ finden ebenfalls mit 2 Aufführungen in der SZENE Salzburg statt.
Auch dieses Jahr wird das Winterfest wieder international-renommierte Circuscompagnien und ihre neuesten Produktionen nach Salzburg bringen. Somit kann auch heuer das Publikum wieder in eine bunte Welt eintauchen, die manchmal leise oder auch laut sein kann.
KULTUR ANIF widmete ihm eine Ausstellung seiner Werke.
Es sind Arbeiten, die einen tiefen Einblick in das Innere zeigen, aber auch den „Blick nach Außen“ freigeben. Die Fotos sind zum Großteil schwarzweiß Arbeiten. Schwarz dominiert auf alle Fälle, aber die hellen Formen und Flächen geben der Fotografie wiederum die Aussagekraft jeden Bildes.
Da ist zum einen eine Arbeit, ich tippte auf ein Kellerfenster, ist es aber nicht, es handelt sich um ein Hotel in Wien. Hier arbeitete der Künstler eine Frequenz heraus, die einen kleinen Ausschnitt aus einer Glaswand darstellt und so einen interessanten Blick nach Außen freigab aber doch wieder ins Innere reflektierte.
In einem Gespräch teilte mir der Künstler mit, er fotografiere Digital und mit RAW-Format, er sucht sich von den Objekten jeweils einen Ausschnitt heraus und bearbeitet die Fotografie, wie es seinerzeit analog im Labor passierte, passiert es jetzt am Computer. So gesehen, entstehen auch hier des Öfteren die sogenannten Wow Effekte. Bei der Fotografie kommt es auch sehr viel auf die Lichtverhältnisse an. Des Weiteren welche Formen, welchen Ausschnitt, kann man, soll man in den Fokus stellen.
Eine Arbeit „Fähre“, die mir persönlich sehr gut gefällt, ist eine Arbeit, die auf den ersten Blick, eine Landschaft wie Wüste aussehen lässt. Spuren winden sich durch die Fläche, man ist geflasht und verliert sich in den Spuren. Diese Fotografie ist allerdings ein See, ein sehr bekannter See, nämlich der Bodensee. Er präsentiert sich wie eine Goldfarbene Landschaft. Wieder werden Fragen aufgeworfen. Es sind die Oberflächen, die nicht exakt identifiziert werden können. Eine Fotografie, die wahrscheinlich vom Berg aus zustande kam, wurde hier der See durch die abendliche Sonne im Sommer unter besonderen Umständen von der Oberfläche des Bodensees sehr breit und gleichmäßig reflektiert. Die Oberfläche verwandelte sich in eine weiß glänzende Oberfläche, so die Aussage des Künstlers. Eine kleine Blende dämpfte ihre Intensität. Zur großen Überraschung kam eine Goldfarbe – die sonst dem menschlichen Auge verborgen bleibt – zum Vorschein.
Die Arbeit „Fragile Schicht“ deutet auf viel geheimnisvolles hin. Handelt es sich um eine Flüssigkeit die verschüttet wurde oder ist es ein See der ins NICHTS verschwindet? Wasser, Flüssigkeit, was immer es ist, am Rande drängt sich immer wieder dieses tiefe Schwarz auf, dass ebenfalls Fragen aufwerfen kann! Sollte es ein See sein, was verbirgt sich im Schwarzen? Eine Landschaft? Eine Großstadt oder doch NICHTS? Egal wie immer der Betrachter dieses Rätsel lösen will, es hat eine Tiefenwirkung. Die glitzernde Oberfläche – Flüssigkeit oder See – entstanden durch die letzten Strahlen der Sonne, das Schwarz an den Randflächen, gibt dem Bild das Geheimnisvolle an den Betrachter weiter.
Hermann Präg Fotoarbeiten sind Wahrnehmungen, die man überschreiten muss. Er zwingt den Betrachter, sich mit den Werken auseinanderzusetzen, man soll sich auch bewusst die Zeit nehmen und sich mit den Fotografien einlassen, so versteht man auch das eine oder andere Werk.
Hermann Präg der 1984 das Diplom an er Hochschule Mozarteum Malereiklasse bei Prof. Peter Prandstetter abgeschlossen hatte, ist ein vielseitiger Künstler. Von der Malerei wechselte er zur Lichtkunst, welches für ihn ein spannendes Projekt war und auch noch immer ist. Dann kam die Fotografie und diese Arbeiten sind genauso spannend wie seine Lichtobjekte.
Ein Künstler den man sich merken sollte. Spannend, interessant und eine Menge Herausforderung zu Fragen, die seine Bilder aufwerfen.
Die Großglockner-Hochalpenstrasse, an sich schon ein eigenes Kunstwerk verbindet sich mit zeitgenössischer Kunst. SERPENTINE – A TOUCH OF HEAVEN AND HELL, so der Titel dieses Kunstprojektes welches 2020 bereits gestartet wurde und bis Wintereinbruch 2022 weitergeführt wurde.
Im Oktober 2022 wurde vom Land Salzburg Fonds zur Förderung von Kunst am Bau und Kunst im öffentlichen Raum noch einmal eine inszenierte Busfahrt zur hochalpinen Natur- und Fahrerlebnis durch „zeitgenössische Kunstwerke“ inszeniert.
2021 war ich ebenfalls unterwegs zu der auf der Großglockner Hochalpenstrasse entlang ausgestellten Kunstwerken, mit dem Titel SERPENTINE – A TOUCH OF HEAVEN AND HELL. 2021 im Juli gab es leider nur „Sauwetter“ also man musste durch Regen, Nebelwände (zwischendurch blinzelte die Sonne mal kurz hervor) und somit konnten sich die Kunstwerke nicht im strahlenden Sonnenlicht präsentieren. Ein Grund mehr für mich, diese interessante Ausstellung heuer im Oktober noch einmal zu besichtigen.
Es war kein Fehler, diese Fahrt noch einmal zu machen. Die Kunstwerke präsentierten sich diesmal bei strahlendem Sonnenschein, wobei man schon erkannte, dass einige Objekte aufgrund der verschiedenen Witterungen in Mitleidenschaft gezogen wurden. Aber in Höhen ab 2100 m normal. Ich würde es so interpretieren, alles hat ein Ende, die Ausstellung, die Kunstwerke, die in Mitleidenschaft gezogen wurden und nun für immer abgebaut werden.
Michael Zinganel, der Kurator dieser Ausstellung – er wuchs in dieser Gegend auf.– konnte vieles über die Großglockner Hochalpenstrasse berichten, erklärte warum diese Ausstellung hier stattgefunden hatte und vieles mehr.
Die Busexkursion führte zu den 12 Gemälden und 4 Skulpturen, die im Rahmen des Projektes Serpentine noch bis zum Wintereinbruch entlang der denkmalgeschützten Großglockner Hochalpenstraße zwischen Kasereck, Kaiser-Franz-Josefs-Höhe, Fuscher Törl und Haus Alpine zu sehen waren.
Die Kunstprojekte bezogen sich auf die mäandernde Fahrt über die vielen Kehren der Großglockner-Hochalpenstrasse und zeigten gleichzeitig die problematischen Beziehungen von Kunst Avantgarde und Massen-Tourismus. Den Massen-Tourismus findet auch auf der Großglockner Hochalpenstrasse statt.
Kritische Kunst beansprucht heute für sich, den Konsum und die Zirkulation der Bilder, wie sie von der Tourismuswirtschaft in Umlauf gebracht werden, mit ihren Interventionen „kritisch“ zu unterlaufen.
Bei diesem Link https://tracingspaces.net/heavenandhell/ haben Sie die Möglichkeit, alles nachzulesen und können auch sehen, welche Objekte entlang der Großglockner Hochalpenstrasse präsent waren.
Abschließend es war eine hochinteressante zeitgenössische Kunstausstellung, wo sich Künstler: innen Gedanken über Vergangenheit und Zukunft machten und dementsprechend ihre Kunstwerke zu diesem Thema präsentierten.
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