Vom Weltreisenden zum Mutmacher: Matt – Baseline rockt für mentale Gesundheit

Matthew David Burke – Matt – Baseline – ROCK for Mental Health Foto: © Robin Stein

Ein kurzer Einblick in den Werdegang von Matt

Matthew David Burke, geboren 1972 in Sydney, Australien, ist Leadsänger, Songwriter und Gitarrist. Er studierte Informatik und Mathematik – doch mit einem Around-the-World-Ticket und seiner Gitarre im Gepäck zog es ihn hinaus in die Welt.

Seine Lebensreise ist geprägt von Höhen und Tiefen: Matt lebt mit der Diagnose Bipolare Störung. Seine Songs erzählen von dieser inneren Achterbahn, vom Reisen, Verlieren und Wiederfinden. Sie laden nicht nur zum Zuhören, sondern auch zum Nachdenken ein.

Seit zwei Jahrzehnten lebt er in Österreich. Aus seiner persönlichen Geschichte heraus setzt er sich mit Herzblut für die Enttabuisierung psychischer Erkrankungen ein. Er tut dies als Musiker. Er ist auch Mitbegründer des Salzburger „Peer Center“. Zudem möchte er anderen Mut machen, ihren eigenen Weg zu gehen.

Seine Musik kennt keine Grenzen – sie berührt Menschen in Salzburg ebenso wie in Sydney, wo der Umgang mit mentaler Gesundheit oft offener ist als in Europa.

Die Band – Matt Baseline – ROCK for Mental Health Foto: © Robin Stein

Interview mit Matt

Linossiartstory:

Matt, du lebst seit über 20 Jahren in Österreich und engagierst dich intensiv für psychische Gesundheit. Du selbst hast Erfahrungen mit einer bipolaren Störung gemacht – wie hat dich das persönlich und musikalisch geprägt?

Matt: Matt—Baseline— steht für Klang mit Haltung – für Mut, Heilung und Wahrhaftigkeit.

Linossiartstory:

Was hat dich dazu bewegt, eine Band zu gründen, die sich für psychische Gesundheit einsetzt? Gab es einen entscheidenden Schlüsselmoment?

Matt: Das war ein Prozess über viele Jahre. Ein Schlüsselmoment war, als mir Prof. Aichhorn, Primarius, die Möglichkeit gab, mit meiner Band dorthin zurückzukehren, wo ich selbst Heilung erfahren hatte – in die Christian-Doppler-Klinik Salzburg. Nicht als Patient, sondern als Musiker. Dieser Auftritt hat alles verändert: Aus Musik wurde Mission.

Dabei wurde ich auch von anderen Musikerinnen mit Fokus auf Mental Health inspiriert und unterstützt. Der Austausch mit Künstlerinnen, die ähnliche Wege gehen, hat mir gezeigt, wie wichtig es ist, gemeinsam Tabus zu brechen und Hoffnung zu schenken.

Linossiartstory:

Welcher persönliche Bezug zur seelischen Belastung hat dich dazu gebracht, für psychisch Erkrankte zu spielen – und dich über Musik für das Thema stark zu machen?

Matt: Ich habe in Kliniken auf beiden Seiten gestanden – als Patient und als Musiker. Und ich weiß, wie tief der Wunsch ist, gesehen zu werden – nicht als Diagnose, sondern als Mensch. Musik ist für mich eine Brücke. Wenn ich spiele, geht es nicht darum, zu heilen, sondern da zu sein. Echt. Und das hat Kraft.

Linossiartstory:

 2012 hast du begonnen, regelmäßig „unplugged“ Solo-Auftritte in der psychiatrischen Christian-Doppler-Klinik in Salzburg zu geben. Wie kam es dazu? Was hat dich damals motiviert?

Matt: Die Idee kam aus einem tiefen inneren Drang. Musik sollte nicht nur als Ausdruck dienen, sondern als echte Verbindung für Menschen mit ähnlichen inneren Kämpfen. Hoffnung schenken, einfach durch ehrliches, verletzliches Dasein mit Musik.

Damals tourte ich durch Österreich und Bayern, trat auch in einigen Kliniken in Australien auf. Rückblickend war meine Haltung noch nicht in Balance, ich war innerlich nicht wirklich bereit. Es war, als wäre das Projekt ein paar Schritte weiter als ich selbst war.

Ich trat in einem psychiatrischen Krankenhaus auf – und war am nächsten Tag selbst Patient dort. Das war ein klarer Bruch, ein Moment der Wahrheit. Ein langer Weg zurück in die Harmonie begann.

Der Neustart 2022 kam zur richtigen Zeit. Ich hatte mich selbst besser kennengelernt und mein Umfeld stabilisiert. Nun durfte ich gemeinsam mit wundervollen, liebevollen Musiker*innen auftreten. Dieses Miteinander ist ein Geschenk. Und gibt dem Projekt eine Kraft, die damals gefehlt hat.

Linossiartstory:

Was hat dich schließlich dazu bewegt, aus deinen Solo-Auftritten heraus eine Band zu formen? Was war dabei ausschlaggebend?

Matt: Es ging nicht mehr nur um mich – es ging darum, etwas Größeres gemeinsam entstehen zu lassen. Die Band bringt eine neue Energie, eine neue Art von Verbindung. Wir unterstützen uns gegenseitig – musikalisch, aber auch menschlich. Ich habe erlebt, wie wichtig ein tragfähiges Netzwerk ist. Gemeinsam auf der Bühne zu stehen, ist ein starkes Zeichen: Wir sind viele, und niemand muss seinen Weg allein gehen.

Linossiartstory:

Musik kann ein Ventil sein für Schmerz, Angst oder Einsamkeit. Hast du Beispiele aus deinen Liedern, die genau das aufgreifen?

Matt: Ja, viele meiner Songs sind genau daraus entstanden. „Surrender“ beschreibt den Moment, in dem man aufhört zu kämpfen – nicht aus Resignation, sondern um Frieden mit sich selbst zu schließen. Es geht darum, tief durchzuatmen und loszulassen, was man nicht kontrollieren kann. Oft zeigen sich gerade in dieser neuen Ruhe – getragen von Vertrauen ins Leben und ins Universum – ganz von selbst die nächsten Schritte. Lösungen, die man im inneren Sturm nie gesehen hätte, treten plötzlich klar hervor.

„Mud Swim“ beschreibt das Gefühl, wie durch zähen Schlamm zu schwimmen – jeder Zug mühsam, jeder Atemzug schwer. Doch im Kampf gegen das Feststecken liegt eine stille Kraft: der Wille, nicht aufzugeben. Es ist ein Schwimmen durch Widerstand, das langsam, aber sicher zurück ins Licht führt.

Linossiartstory:

Wie sorgt ihr als Band für euer eigenes mentales Wohlbefinden? Gibt es Rituale oder Pausen, die euch helfen, in Balance zu bleiben?

Matt: Wir nehmen uns bewusst Zeit zum Reden. Nicht nur über Musik, sondern über das Leben. Vor jedem Auftritt checken wir nicht nur den Sound – sondern auch, wie es jedem geht. Und: Niemand muss performen, wenn er oder sie gerade nicht kann. Das ist unsere Basis – Respekt und Selbstfürsorge.

Unser gemeinsamer Backstage-Gruppen-Hug ist jedes Mal ein Highlight. Er stärkt das Vertrauen in das, was wir hier tun, und fokussiert uns darauf, unseren gemeinsamen Zweck zu teilen – unsere physische und emotionale Verbindung zueinander und zur Musik.

Linossiartstory:

 Gab es Begegnungen mit Zuhörer*innen, die euch erzählt haben, wie sehr eure Musik ihnen geholfen hat?

Matt: Ja, viele. Manche schreiben, andere kommen nach dem Konzert. Besonders bewegt hat mich einmal eine einfache Beobachtung. Eine junge Frau war sichtbar schwer depressiv in der Christian-Doppler-Klinik. Sie lag zu Beginn unseres Sets zusammengerollt und schlief. Doch mit der Zeit wachte sie langsam auf – und beim letzten Song tippte sie mit dem Finger im Takt. Es war nur eine kleine Geste, aber sie hatte eine unglaubliche Kraft. Solche Momente sind größer als jede Bühne.

Linossiartstory:

Was wünschst du dir im gesellschaftlichen und musikalischen Umgang mit psychischer Gesundheit? Wo siehst du Veränderungspotenzial?

Matt: Mehr Mut zur Ehrlichkeit – auch bei Künstler*innen. Nicht jeder muss seine Seele auf der Bühne ausbreiten, aber weniger Versteckspiel würde helfen. Und: Mental Health darf nicht länger ein Nischenthema sein. In jeder Branche, in jedem Genre muss klar sein – das betrifft uns alle.

Linossiartstory:

Gibt es Tabus, die ihr mit eurer Musik bewusst brechen wollt?

Matt: Ja. Wir wollen zeigen: Auch wer stationär war, wer Diagnosepapiere trägt, kann kraftvoll leben, lieben, schaffen. Auch das Schweigen über Suizidalität brechen wir bewusst. Unsere Musik ist roh, ehrlich und manchmal unbequem – genau das braucht es.

Und wir feiern etwas, das lange als Schwäche galt: sich Hilfe zu holen. Hilfe zu suchen ist kein Scheitern – es ist ein mutiger, selbstbestimmter Schritt. Diese Haltung wollen wir mit jeder Note mittragen.

Linossiartstory:

Wenn eure Musik ein Licht wäre – wo sollte es deiner Meinung nach als Erstes hinscheinen?

Matt: In die Zimmer, wo Menschen gerade glauben, dass sie zu viel sind. Zu gebrochen. Zu laut. Zu traurig. Unser Licht ist für sie. Für alle, die kämpfen – oft leise.

Der größte Schmerz ist oft der Zweifel am eigenen Wert. Wenn unsere Musik da ein kleines Licht sein kann, dann schafft sie das vielleicht, indem sie spürbar macht, was schon immer in einem war. Auch wenn es gerade verschwommen erscheint. Manchmal braucht es nur einen Moment, einen Klang, der daran erinnert.

Linossiartstory:

Was bedeutet „Baseline“ für dich?

Matt: „Baseline“ ist für mich viel mehr als nur ein musikalischer Begriff. Es ist ein Prinzip, das mir hilft, mit Bipolarität zu leben. In den Höhen und Tiefen erinnere ich mich immer wieder daran, dass mein Ziel der Baseline-Zustand ist – ein inneres Gleichgewicht, wo ich klar denken, kreativ sein und authentisch handeln kann. Wenn ich zu hoch oder zu tief rutsche, mache ich einen konkreten Plan, um wieder zur Baseline zurückzukommen. Es ist wie mein innerer Kompass – und der Name erinnert mich daran, dass Musik und Stabilität Hand in Hand gehen können.

Linossiartstory:

Was ist ROCK for Mental Health?

Matt: ROCK for Mental Health ist eine neue Konzertreihe, bei der Musik und gelebte Erfahrung mit psychischen Herausforderungen zusammenkommen. Wir bringen echte Geschichten auf die Bühne – laut, ehrlich und mit bewegender Stimme. “Music that Inspires, Heals and Connects.”

Das Ziel ist, Hoffnung zu geben, das Schweigen zu brechen und eine Gemeinschaft zu schaffen – für alle, die selbst kämpfen oder jemanden kennen, der es tut. Mental Health steht im Mittelpunkt – offen, mutig und menschlich.

Linossiartstory:

Wann und wo werdet ihr auftreten?

Matt: Los geht’s am 24. Oktober 2025 mit dem Launch-Konzert im MARK Salzburg – gemeinsam mit moving voices und —Matt—Baseline—. Das ist der Auftakt zu einem jährlichen Konzert in Salzburg – einer wachsenden Bewegung, die zeigt, wie viel Kraft in Musik und Ehrlichkeit steckt.

👉https://mattbaseline.com/rfmh/

Linossiartstory:

Matt, ich danke dir von Herzen für dieses ehrliche und tiefgründige Gespräch. Ich wünsche dir weiterhin Mut und Leuchtkraft – und dass deine Musik viele Seelen berührt, Hoffnung schenkt und Menschen daran erinnert, dass sie nicht allein sind.

Musik & Medien – Matt Baseline

Was bedeutet „bipolare Störung“? Menschen mit bipolarer Störung erleben extreme Stimmungsschwankungen – von tiefer Depression bis zu übersteigerter Euphorie. Diese Phasen beeinflussen Denken, Fühlen und Verhalten und sind für Außenstehende oft schwer zu verstehen. Matt spricht offen darüber – und genau solche Einblicke helfen, mehr Verständnis zu schaffen.

👉 Mehr Infos findest du hier: https://www.gesundheit.gv.at/krankheiten/psyche/depression/bipolare-stoerung-symptome.html

„Zwischen Farbenrausch und Sprengkörpern – Zwei Ausstellungen, die unter die Haut gehen“

Ausstellung Esben Weile Kjaer „thousands of small explosions at the same time“ Salzburger Kunstverein Foto: © Christa Linossi 2025

Zwei Ausstellungen, zwei künstlerische Stimmen – und ein gemeinsamer Aufschrei gegen die Oberflächlichkeit unserer Zeit. Im Salzburger Kunstverein treffen digitale Ekstase und politischer Widerstand aufeinander. Esben Weile Kjær und Laila Shawa präsentieren Werke. Diese Werke wollen nicht nur gesehen werden, sondern auch gespürt werden. Ein Besuch, der nachhallt.

Farbenrausch und digitale Dekadenz – Esben Weile Kjær im Salzburger Kunstverein

Beim Betreten des Ausstellungsraumes trifft es einen mit voller Wucht. Ein Farbenrausch aus bunten Teppichfliesen lenkt den Blick auf den Boden. Sie ziehen nicht nur durch ihre Farbigkeit, sondern auch durch die darauf abgebildeten Motive an.

Ausstellung Esben Weile Kjaer „thousands of small explosions at the same time“ Salzburger Kunstverein Foto: © Christa Linossi 2025

Der Raum wirkt wie ein Befreiungsschlag – offen, grell, fast provokativ. Die spärlich platzierten Skulpturen sprechen eine eigene, eindringliche Sprache. Zwei übergroße, von der Decke pendelnde Skulpturen erinnern an Totenköpfe in Schwarz und Blau. Leben und Tod? Warnung oder Inszenierung?

Ausstellung Esben Weile Kjaer „thousands of small explosions at the same time“ Salzburger Kunstverein Foto: © Christa Linossi 2025

Weile Kjær schafft ein visuell überwältigendes Szenario, das sich mit Ästhetiken der Selbstoptimierung, Hyper-Sichtbarkeit und dem Spektakel des zeitgenössischen Lebens auseinandersetzt. Rokoko-Dekadenz kollidiert mit digitaler Reizüberflutung – eine unheimliche Landschaft entsteht, in der der Körper zur Ware und zum Avatar wird.

Der Künstler stellt sich der neoliberalen Gegenwart, in der das kommerzialisierte Selbst endlos optimiert, spektakulär inszeniert und konsumierbar gemacht wird.

Zur Person: Esben Weile Kjær (*1992, Kopenhagen) arbeitet mit Skulptur, Video und Performance. Seine Werke greifen die Geschichte der Popkultur und Popmusik auf, um Themen wie Nostalgie, Authentizität und generationenbedingte Ängste zu untersuchen. Er beleuchtet die heutige Ereignisökonomie mit einer aufmerksamen, unkonventionellen Bildsprache. Dabei verwendet er die Ästhetik der Unterhaltungsindustrie und ihre Marketingstrategien.

Kuratiert von Mirela Baciak

Islamo-Pop und Widerstand – Laila Shawa im Studio des Salzburger Kunstvereins

Laila Shawa / Schule des Sehens / Salzburger Kunstverein: Foto: © Christa Linossi 2025

Im kleineren Studio begegnet man den Arbeiten von Laila Shawa – vielschichtige Kapseln, geografisch weitreichend und stilistisch hybrid. Ihre unverwechselbare Bildsprache, oft als „Islamo-Pop“ bezeichnet, vereint islamische Ornamentik. Sie kombiniert byzantinische Kalligrafie und westliche Pop-Art. Dies führt zu einer kritischen Reflexion globaler Machtverhältnisse.

Ihr bevorzugtes Medium, die Druckgrafik, war für sie nicht nur ästhetisches Ausdrucksmittel. Es war auch eine Kommunikationsstrategie. Wiederholung, Reproduktion und öffentliche Sichtbarkeit wurden zu Werkzeugen des sozialen Engagements.

Laila Shawa / Schule des Sehens / Salzburger Kunstverein: Foto: © Christa Linossi 2025

In der Ausstellung sind Skulpturen weiblicher Körper zu sehen – mit Ledermieder und beidseitig befestigten Sprengkörpern. Das Mieder selbst erinnert ebenfalls an eine Bombe. Was will die Künstlerin damit sagen? Gewalt gegen Frauen? Oder müssen sich Frauen selbst „in die Luft sprengen“, um wahrgenommen zu werden?

Es ist ein Aufschrei – ein Aufruf gegen die Brutalität, mit der Frauen weltweit konfrontiert sind. Frauen, die Leben gebären. Frauen, die in vielen Gesellschaften noch immer in der letzten Reihe stehen.

Angesichts der eskalierenden Gewalt seit dem 7. Oktober 2023 erleben wir einen Zustand gesellschaftlicher und emotionaler Überforderung. Der öffentliche Diskurs ist polarisiert, schmerzhaft und von einem Mangel an Verständnis geprägt.

Die Ausstellung SCHOOL OF SEEING bietet eine retrospektive Auseinandersetzung mit dem Werk von Laila Shawa (1940–2022). Sie war eine Künstlerin, die aus palästinensischer Perspektive sprach. Jedoch ist sie vor der aktuellen Eskalation verstorben.

Zur Person: Laila Shawa (*1940, Gaza – †2022, London) erhielt ihre erste Ausbildung am Leonardo-da-Vinci-Kunstinstitut in Kairo (1957–1958), studierte bis 1964 an der Akademie der Bildenden Künste in Rom und verbrachte die Sommer an Oskar-Kokoschkas-SCHULE DES SEHENS in Salzburg. Nach ihrem Studium kehrte sie nach Gaza zurück, um für das UN-Hilfswerk Kunstunterricht in Flüchtlingslagern zu geben. Mit Ausbruch des libanesischen Bürgerkriegs siedelte sie nach London über, verbrachte jedoch weiterhin viel Zeit in Gaza. Bis zu ihrem Tod war sie in London künstlerisch aktiv.

Kuratiert von Jakub Gawkowski

Empfehlung

Ich empfehle Ihnen, diese Ausstellung zu besuchen. Sie regt zum Nachdenken an – über Kunst, Körper, Identität und die politische Gegenwart.

Laufzeit: bis 14. September 2025

Jazz trifft Gipfel – Klangreise zur Einsiedelei

„Jazz unter Heiligen – Laura Jurd & Jon Irabagon in der Einsiedelei“ Foto: © Christa Linossi 2025

Ein Ort der Stille, der Kraft und der Kontemplation: Die Einsiedelei am Palfen thront seit dem 17. Jahrhundert auf einem Felsen oberhalb des Schlosses Lichtenberg. Als eine der letzten bewohnten Eremitagen Europas gilt sie als Rastplatz der Seele – mit Blick über das Saalfeldner Becken und einer spürbaren Energie, die viele berührt.

„Einsiedelei Nr. 12 – Wo das Leiden seine Macht verliert“ Foto: © Christa Linossi 2025

Seit 2024 ist dieser spirituelle Ort Teil des Jazzfestival Saalfelden. Am 22. August 2025 wurde die Kanzel im Felsen erneut zur Bühne für ein außergewöhnliches Konzert: Die britische Trompeterin Laura Jurd und der amerikanische Saxofonist Jon Irabagon spielten ein improvisiertes Intermezzo, das sich nahtlos in die Atmosphäre der Einsiedelei einfügte.

„Da die Tür zur Eremitage offenstand, warf ich einen Blick in den Wohnbereich des Einsiedlers. Eine schlichte Behausung, in Felsen geschlagen, die Wände weiß getüncht. Gleich beim Eingang hängen die Porträts der Männer, die hier lebten – zwei von ihnen waren über 25 Jahre Einsiedler.“

„Ein Blick ins Innere – schlichtes Leben, große Hingabe“ Foto: © Christa Linossi 2025

Die Musiker:innen

  • Laura Jurd (*1990, UK) verbindet Jazz mit Folk und klassischer Musik. Bekannt durch ihr Quartett Dinosaur, wurde sie mehrfach ausgezeichnet und komponierte u.a. für das BBC Concert Orchestra.
  • Jon Irabagon (*1979, USA) ist ein genreübergreifender Saxofonist mit philippinischen Wurzeln. Gewinner des Thelonious Monk Wettbewerbs, bekannt für seine virtuose Improvisation und kreative Vielseitigkeit.

Klang zwischen Felsen und Figur

Die Musik hallte zwischen den Felswänden, getragen von der Kanzel tief im Berg. Oberhalb lauschten die steinernen Heiligen mit Christus dem Konzert – eine Szenerie, surreal und berührend. Wanderer und Jazzliebhaber hatten sich auf den Weg gemacht, um diesen besonderen Moment zu erleben. Die Stimmung war still, konzentriert, fast meditativ.

Die drei Nischen der Einsiedelei – mit Kreuz, Grabnische und Kapelle – erzählen von christlicher Ikonografie. Doch der Eremitengedanke reicht weit über religiöse Grenzen hinaus. Bereits 1560 wurde hier ein Bildnis des Heiligen Georg verehrt. Der Franziskaner Thomas Pichler erhielt 1664 die Erlaubnis, sich hier als Einsiedler niederzulassen und errichtete mit seinen Brüdern die Klause, die bis heute Besucher in ihren Bann zieht.

„Hinab nach Saalfelden – wo Jazz die Stille küsst“, Foto: © Christa Linossi 2025

Im Rückzug der Klause, wo Gedanken sich entkleiden, wächst Klang aus der Stille – wie Jazz, der nicht fragt, nur antwortet. Hier oben, wo der Wille Gottes leise spricht, verliert das Lautsein seine Dringlichkeit. Und doch: unten im Tal, ein Saxofon, das träumt – vom Alleinsein, das nicht einsam ist.

Der Palfen – mehr als ein Felsen

„Palfen“ bezeichnet ursprünglich einen überhängenden Felsen oder eine Höhle – ein Ort des Rückzugs und der Wandlung. Dass hier nun auch Jazz erklingt, ist eine poetische Erweiterung dieses Gedankens: Musik als spirituelle Erfahrung, als Brücke zwischen Welten.

Der Weg zur Einsiedelei beginnt nicht erst am Fuß des Berges – er beginnt im Inneren. Wir gingen falsch, standen vor Fels und Fall, mussten umkehren. Doch gerade das Umkehren war Teil der Befreiung. Denn wer den richtigen Pfad findet, findet nicht nur die Klause – sondern auch sich selbst in einer unscheinbaren Freiheit. Oben angekommen: kein Triumph, sondern Stille. Und in dieser Stille – ein Klang, der bleibt.

PHILIPP TIMISCHL – DUMMODO ME AMES

„KI in der Kirche? Waschbären singen Boygroup-Hymnen? Willkommen in der Andräkirche – wo Philipp Timischl den Altar neu denkt.“

KI-generiertes Video/Bild von Philipp Timischl: Waschbären mit Bierkrug? KI weiß, wie man in Salzburg ankommt.“ Foto: © Christa Linossi 2025

Die St. Andrä-Kirche am Mirabellplatz prägt mit ihren markanten Türmen das Stadtbild der rechten Altstadt Salzburgs. Schlichte, kräftige Formen des 20. Jahrhunderts kennzeichnen ihr Äußeres, während neugotische Grundstrukturen und Details aus der Erbauungszeit deutlich sichtbar bleiben.

„Der Hochaltar bleibt – doch die Predigt kommt jetzt in Pixeln.“ Foto: © Christa Linossi 2025

Den einzigen bildnerischen Schmuck der Westfassade schuf Max Rieder: kubisch-flächige Steinstatuen der Salzburger Patrone Rupert und Erentrudis flankieren ein schlankes Mittelfenster. Der Innenraum der Kirche ist zurückhaltend gestaltet – er spiegelt eine abgewandelte Frömmigkeit der Gegenwart wider und kommt mit wenigen Akzenten aus. Im Kontrast dazu dominieren der Hochaltar, das Kreuz mit Christus, das Marienfenster und die Heiligenfenster den Raum.

Und genau diese Kirche hat sich nun entschlossen, Kunst zu zeigen – vielleicht sogar als Gegenspielerin zur Kollegienkirche. Künstliche Intelligenz in der Andräkirche!

Beim Betreten der Kirche werden Besucher:innen von einer großen LED-Wand empfangen, die den zentralen Bogen ausfüllt. Eine Leere in Form eines Kreuzes durchbricht die Fläche – eine Öffnung für Glauben oder Skepsis.

KI-generiertes Video/Bild von Philipp Timischl „Kaum drin, schon mittendrin: Der Screen zwingt zum Hinschauen – und liefert den ersten Wow-Moment.“© Christa Linossi 2025

Auf dem Bildschirm wiederholen sich KI-generierte Visionen: Landschaften, die schmelzen und sich neu formen, Gesichter, die fast existieren. Das Digitale Erhabene tritt dort auf, wo einst das göttliche Drama inszeniert wurde. Doch dieses Spektakel ist nicht passiv – es scrollt, glitcht, verlangt danach, gleichzeitig gesehen und hinterfragt zu werden. Timischls Altar ist agnostisch, aber intim. Seine Botschaft: Etwas kann Bedeutung haben, auch wenn es von einer Maschine erschaffen wurde.

KI-generiertes Video/Bild von Philipp Timischl: „Mann? Frau? KI? Vor dem Christus-Kreuz verschwimmen die Grenzen.“ © Christa Linossi 2025

In den Seitengängen stehen freistehende LED-Skulpturen, kombiniert mit französischen Zierrahmen – ein deutlicher Verweis auf das private Wohnzimmer, platziert im öffentlichen, sakralen Raum. Auf den Bildschirmen laufen KI-generierte Sequenzen: fehlerhaft, unvollständig, manchmal schön, oft irritierend. Es ist keine göttliche Ordnung, sondern das Ergebnis algorithmischer Prozesse – maschinell erzeugt, aber nicht neutral.

Gezeigt werden auch Videos, in denen Tiere sich anders darstellen: ein Flusspferd mit Pfauenfedern auf dem Rücken, ein Dachs mit dem Körper einer Schildkröte, Fische mit Geweihen. Eine verrückte Welt, generiert durch KI – abhängig von den Vorgaben des Künstlers. Teils lustig, teils verstörend. Die Frage stellt sich: Wer ist der Schöpfer – der Künstler oder die KI? Klar ist: Der Künstler gibt der KI die Anweisungen.

In einer Seitenkapelle spielt sich stündlich eine Art Miniaturwunder ab: Auf den Screens erscheint eine Gruppe von Waschbären – ein Markenzeichen des Künstlers – umgeben von digitalen Kerzen. Sie singen Daphne Ahlers’ beruhigende Version von As Long As You Love Me. Danach verschwinden sie, und nur die flackernden Kerzen bleiben zurück. Es ist komisch. Es ist berührend. Es ist ein wenig albern. Und doch bleibt etwas hängen – eine Art Aufrichtigkeit, die sich nicht auflösen lässt.

KI-generiertes Video/Bild von Philipp Timischl:„LOVE in Fragmenten, KI in Bewegung – und echte Kerzen für echte Verluste.“ © Christa Linossi 2025

Die Ausstellung mag auf den ersten Blick eigenartig wirken – irritierend, verspielt, schwer greifbar. Doch gerade darin liegt ihre Kraft. KI hält Einzug in die Kunst, nicht als Ersatz, sondern als Spiegel, als Werkzeug, als Provokation. Was wir hier sehen, ist nicht das Ende, sondern der Anfang – die Spitze eines Eisbergs, unter dem sich neue Formen, neue Fragen und neue Möglichkeiten verbergen. Immer mehr Künstler:innen werden sich bewusst oder intuitiv mit künstlicher Intelligenz auseinandersetzen – und dabei Räume betreten, die bisher niemand kannte.

KUNST trifft KI – und nichts bleibt, wie es war.

Die Ausstellung läuft noch bis zum 31. August 2025.

„Wenn Köche feiern – Ein Blick auf den Laurentius Tag in Salzburg“

„Laurentius-Feier: Bayerische Kochkunst trifft Salzburger Gastlichkeit“ Foto: © Christa Linossi 2025

Laurentius, Löffel und Leidenschaft – Ein Fest für die Kochkunst

Die Köche aus Bayern, Salzburg und Tirol versammeln sich in ihren weißen Jacken. Sie werden von einer Trachtenkapelle begleitet. Der Duft von Tradition liegt in der Luft. Dann ist klar: Der Schutzpatron der Köche, der heilige Laurentius, wird gefeiert. Jedes Jahr um den 10. August verwandelt sich die Stadt in eine Bühne für ein Ritual, das mehr ist als nur ein Fest – es ist ein stiller Protest gegen das Vergessen eines Handwerks, das einst als Kunst galt.

„Musik mit Herz: Die Trachtenkapelle aus Salzburg als klangvoller Teil der Laurentius-Feier“ Foto: © Christa Linossi 2025
Verleihung der Auszeichnung Koch der Köche an Bernhard Zimmerl (3. von links) Alexander Forbes, Mike Pansi, Bernhard Zimmerl, Koch der Köche 2025, Restaurant Zimmerl, —waidhofen an der Thaya, Lukas Kaiblinger, Laurentiustag der Köche, Umzug und Fest, 2025, Salzburg, © Manfred Siebinger

Ich war dabei. Ich habe mit Köchen gesprochen, die seit Jahrzehnten Teil dieser Tradition sind. Einer erzählte mir, wie dieses Treffen der Köche vor 38 Jahren ins Leben gerufen wurde – aus Liebe zum Beruf und zur Gemeinschaft.

„Wenn Köche erzählen: Ein kleiner Plausch aus dem Nähkästchen – mit doppelter Expertise.“ © Christa Linossi 2025
Wenn Köche erzählen: Ein kleiner Plausch mit einem Koch / Onlinejournalistin Christa Linossi/ © Manfred Siebinger
„Rückansicht mit Charakter: Die Köche zeigen Flagge – und Mütze“ Foto: © Christa Linossi 2025

„Damals waren wir noch viele – heute sind wir nur noch ein kleiner Kreis“, sagte er mit einem Blick, der zugleich stolz und melancholisch war.

Ein anderer sprach mit leiser Sorge über die Zukunft:

„In unserer Küche wird noch alles frisch gemacht. Aber ich weiß, dass viele Kollegen inzwischen mit Fertigprodukten arbeiten. Das tut weh.“

Die Zeremonie zum Laurentius-Tag war feierlich, die Musik der Trachtenkapelle hallte durch die Gassen, und doch lag etwas Nachdenkliches in der Luft. Wie in der Malerei, wo die Acrylfarbe die Öltechnik verdrängt hat, scheint auch in der Küche die Schnelligkeit über die Sorgfalt zu siegen.

Was bedeutet es, wenn ein Handwerk wie das Kochen an Bedeutung verliert? Wenn junge Menschen lieber Convenience-Produkte servieren als mit Hingabe zu kochen? Es ist ein kultureller Wandel – und ein Verlust an Sinnlichkeit, an Kunst, an Identität.

Ich habe an diesem Tag nicht nur Köche gesehen, sondern Künstler. Menschen, die mit Hitze, Zeit und Hingabe etwas schaffen, das verbindet. Vielleicht sind es weniger geworden – aber ihr Feuer brennt. Und das sollte nicht nur gefeiert, sondern bewahrt werden.

Der Laurentius-Tag ist mehr als ein Fest. Er ist ein Denkmal für eine Kunst, die schmeckt. Und ich bin froh, dass ich dabei war.

„Leider musste ich mich vor dem kulinarischen Finale verabschieden. Die Hitze hat mich zurück zum Auto gelotst. Auch die Sorge um meine Parkuhr trieb mich dorthin. Wie sich herausstellte: völlig unbegründet. Aber so ist das eben, wenn man mit einem halben Kopf schon wieder woanders ist.

„Danke an alle Köche, die mir ihre Gedanken und Geschichten anvertraut haben“.

SALZBURG SEIN „JEDERMANN“ – EIN HYPE 2025

Philipp Hochmair der JEDERMANN / Foto: © Christa Linossi 2025

Kennen SIE ihn schon? Nein? Dann erzähle ich Ihnen eine Geschichte über einen besonderen Hype in Salzburg.

Worum geht es eigentlich, fragen Sie sich? Berechtigte Frage!

Jedermann war gestern. Heute ist Hochmair. Was passiert, wenn ein Rockstar das Heiligtum der Salzburger Festspiele übernimmt? Willkommen im Jahr 2025 – wo Hofmannsthal auf Hochmair trifft und der Domplatz bebt.

Philipp Hochmair in der Besetzung der Hauptrolle JEDERMANN / Foto: © Rudi Gigler 2025

Seit 2024 verkörpert Philipp Hochmair die Titelrolle des Jedermann bei den Salzburger Festspielen. In einem leidenschaftlichen Kraftakt schlüpft er in die klassische Rolle und verwandelt Hugo von Hofmannsthals Stück in das, was sich Regisseur Carsen erträumt hat.

Ich gebe es zu: Ich war skeptisch. Jedermann als Rockstar? Hochmair als apokalyptischer Performer? Doch dann stand ich auf dem Domplatz – und sah ihn in der klassischen Rolle. Kein Gitarrenlärm, keine Lichtshow – sondern Hochmair pur, in Hofmannsthals Text versunken.

Philipp Hochmair in der Besetzung der Hauptrolle JEDERMANN und die Buhlschaft Deleila Piasko / Foto: © Rudi Gigler 2025

Und morgen? Da spielt er „Jedermann Reloaded“ in Gmunden. Gestern war es Burg Clam, übermorgen vielleicht ein Festivalgelände. Zwei Bühnen, zwei Welten – und ein Schauspieler, der beide beherrscht.

Am Domplatz gibt er den traditionellen Jedermann – kraftvoll, konzentriert, ganz im Geist der Festspiele. Doch außerhalb Salzburgs verwandelt er das Mysterienspiel in ein apokalyptisches Sprech-Konzert. Getrieben von Gitarrenriffs und den experimentellen Sounds der Band Die Elektrohand Gottes spielt Hochmair alle Rollen selbst. Ein vielstimmiger Monolog, ein performativer Rausch – Jedermann auf Speed.

Philipp Hochmair & Die Elektrohand Gottes Jedermann Reloaded / Foto: © Rudi Gigler 2025

Philipp Hochmair ist einer der beliebtesten Schauspieler des Landes, gefeierter Jedermann bei den Salzburger Festspielen. 2025 ist der Hype um ihn endgültig ausgebrochen. Hochmair ist nicht nur Schauspieler, sondern ein performativer Wirbelwind-Rockstar, Provokateur, Jedermann und Jedermanns Gegenspieler zugleich.

„Wer Hochmair als Erlkönig erlebt hat, versteht, warum sein Jedermann bebt.“
Philipp Hochmair & DER ERLKÖNIG / Foto: © Rudi Gigler 2025

Hochmair polarisiert – und genau das macht ihn spannend. Er ist nicht nur Künstler, sondern ein Spiegel unserer Sehnsucht nach charismatischen Einzelgängern. Er inszeniert sich selbst, erschafft seine Marke – und bleibt dabei überraschend nahbar. „Hochmair spielt nicht nur Jedermann – er spielt mit dem Format selbst.“

Vielleicht ist das der wahre Hype: ein Jedermann, der keiner sein will – und gerade deshalb alle fasziniert.

Er mischt sich unter das Volk, lässt sich mit Jederfrau-Jedermann fotografieren, ist auch gegen einen Smalltalk nicht abgeneigt. Pünktlich zu den Festspielen erschien auch seine Biografie „Hochmair, wo bist du?„, verfasst von Katharina von der Leyen.

Für mich stellt sich die Frage: Wie schafft er es, die Festspiele zu dominieren, obwohl sie voller Stars sind? Gerade weil er polarisiert, bleibt er im Gespräch – und das macht ihn zur Figur unserer Zeit.

Hochmair ist nicht nur Jedermann – er ist ein Ereignis. Er spielt mit Erwartungen, mit Formaten, mit sich selbst. Und vielleicht ist das der wahre Hype: ein Künstler, der sich nicht festlegen lässt – und gerade deshalb alle in seinen Bann zieht.

Salzburger Festspiele (offizielle Website): www.salzburgerfestspiele.at

 → Infos zu Programm, Tickets, Hintergrund

Philipp Hochmair (offizielle Website): www.philipphochmair.com

→ Biografie, Projekte, Termine

„In die Höhe gefallen – Leselust mit Meyerhoff“ Wortkunst in Gmunden

Salzkammergut Festwochen Gmunden 2025. Zwischen Traunsee und Theaterbühne vermischen sich Stimme und Text zu einem Erleben der besonderen Art – Joachim Meyerhoff liest, lebt, berührt.

Lesung Stadttheater Gmunden – Joachim Meyerhoff liest aus „Man kann auch in die Höhe fallen“ Foto: © Rudi Gigler 2025

Ein Schauplatzwechsel von der Festspielstadt Salzburg nach Gmunden! Das Salzkammergut zählt mit seiner landschaftlichen Schönheit zu den berühmtesten Regionen Österreichs. In dieser eindrucksvollen Naturkulisse präsentieren die Salzkammergut Festwochen Gmunden ihr vielfältiges Kulturprogramm von Anfang Juni bis Anfang August.

Ich beobachte Gmunden und seine Festwochen seit Jahren und stelle fest: Gmunden wächst heran – fast zur kulturellen Konkurrenz Salzburgs

Das Stadttheater in Gmunden / Foto: © Rudi Gigler 2025

Heuer entschied ich mich, eine Veranstaltung der Salzkammergut Festwochen in Gmunden zu besuchen – eine Lesung im Stadttheater. Schon beim Betreten dieses Hauses hat man ein gutes Gefühl: klein, aber fein.

Das Stadttheater in Gmunden Innenansicht / Foto: © Rudi Gigler 2025

Meine Wahl fiel auf Joachim Meyerhoff und sein Buch „Man kann auch in die Höhe fallen“. Ich kannte ihn weder als Autor noch als Schauspieler und ließ mich auf dieses Abenteuer ein.

Literatur mit Tiefgang und Höhenflug: Wenn Schauspielkunst auf Wortmagie trifft und Gmunden zur Bühne großer Erzählkunst wird – Joachim Meyerhoff liest, lebt und bewegt. Ein Abend ohne Pomp, aber mit umso mehr Gefühl.
Lesung Stadttheater Gmunden – Joachim Meyerhoff liest aus „Man kann auch in die Höhe fallen“ Foto: © Rudi Gigler 2025

Wer ist Joachim Meyerhoff? Er ist deutscher Schauspieler, Regisseur und Schriftsteller. 2018 erlitt er einen Schlaganfall, den er literarisch in „Hamster im hinteren Stromgebiet“ verarbeitete.

Es war eine sehr gute Entscheidung, ihn live zu erleben. Da er auch Schauspieler ist, verstand er es meisterhaft, seinen Text zu präsentieren. Man lebte mit dem Text – im Kopf entstanden Bilder, etwa wenn er humorvoll Szenen mit seiner Mutter beschrieb. Das Publikum schmunzelte und lachte.

Er las aus seinem neuen Roman „Man kann auch in die Höhe fallen“. Worum geht es?

„Mit Mitte fünfzig zieht es Joachim Meyerhoff zu seiner Mutter aufs norddeutsche Land, um dort an einem Roman über das Theater mit dem Titel Scham und Bühne zu schreiben. Es werden unvergleichliche, ereignisreiche Wochen, in denen er durch die Hilfe seiner Mutter aus einer tiefen Lebenskrise findet.“

Während er las und erzählte – eben nicht nur als Autor, sondern als Schauspieler – hatte man das Gefühl, einem Menschen beim Leben zuzusehen.

Der Roman ist mit Sicherheit gelungen. Die deutsche Wochenzeitung DIE ZEIT lobte ihn in höchsten Tönen: Es sei das literarischste und anspruchsvollste Werk, das Meyerhoff bislang geschrieben hat.

Zum Abschluss präsentierte er noch eine Kurzgeschichte, die in Zusammenarbeit mit Claus Peymann entstand – der kürzlich verstarb. Diese Geschichte, ursprünglich am Berliner Theater aufgeführt, brachte viel Witz und Charme mit sich.

Ein Abend, der zeigte: Gute Literatur braucht keine großen Kulissen, sondern große Erzähler – wie das Salzkammergut selbst: charmant, vielschichtig.

„Secret Garden – Jaume Plensas träumende Skulpturen auf dem Residenzplatz“

„Inmitten von Wasser und Stein: Der Residenzbrunnen flankiert von fünf Skulpturen – Jaume Plensa in Salzburgs Herz.“ Foto: © Christa Linossi 2025

Einführung & persönliche Perspektive

Seit Sonntag, dem 27. Juli 2025 wurde der Residenzplatz in Salzburg von dem Künstler Jaume Plensa mit seinen überlebensgroßen, träumenden Metallköpfen in einen stillen Garten der Reflexion verwandelt.

Eröffnung von „Secret Garden“ Jaume Plensa, Residenzplatz Salzburg/ Von links nach rechts: Dr. Kristina Hammer (Präsidentin der Salzburger Festspiele), Jovanka Porsche (Unternehmerin und Mitbegründerin von Global Neighbours), Christian Kern (ehemaliger österreichischer Bundeskanzler), Jaume Plensa (Künstler), Daniel Richter (Künstler, mit seiner Frau Hanna Putz), Prof. Walter Smerling (Vorsitzender der Stiftung für Kunst und Kultur, Bonn), Thaddaeus Ropac (Galerist) und Philipp Hochmair (Schauspieler, derzeit in der Rolle des „Jedermann“).

„Ein faszinierender Anblick: Die monumentalen Skulpturen verwandeln den Residenzplatz und ziehen Besucher:innen magisch an – wie Motten das Licht.“

Künstlerische Reflexion und Dialog mit Mozart

„Diesmal begegne ich diesem Kunstwerk nicht als Online-Journalistin, sondern als Künstlerin – mit einem Blick für das Unsichtbare zwischen Form und Gefühl.“

Der Residenzplatz atmet Geschichte – heute jedoch schwebt über den steinernen Boden eine neue Sprache: die Sprache der Skulpturen von Jaume Plensa. Gesichter ohne Worte, Körper ohne Bewegung – und doch eine Stille, die spricht.

Im Hintergrund, unbewegt und doch ewig präsent, blickt Mozart – das Genie der Musik – auf diesen Dialog der Formen. Was sieht er? Was hört er? Vielleicht den Klang der Gedanken, die Kunst in uns auslöst.

Wie fühlt er sich? So in den Hintergrund gedrängt und doch auch präsent und mit einem Blick Richtung dieser monumentalen Skulpturen. Ein Dialog aus dem Hintergrund mit den „fünf Frauen, die unterschiedlicher Herkunft und Nationalität sind und mit geschlossenen Augen, vielleicht Träume und Sehnsüchte für sich behalten wollen?“

„Mozart, der ewige Klangpoet, blickt aus dem Hintergrund auf diese neue Sprache der Formen. Lauscht er dem inneren Dialog der Skulpturen? Oder hört er die Gedanken, die sie in uns auslösen?“

Die Installation dieser Skulpturen rund um den Residenzbrunnen – ebenfalls ein monumentaler barocker Brunnen – zu installieren, war eine großartige Idee – denn auch der Brunnen erzählt Geschichte. Er besteht aus drei Brunnenbecken und vier Figurengruppen, alle aus Untersberger Marmor. Tommaso di Garona war der Meister des Residenzbrunnen, jedoch aber nicht unumstritten?

Hier trifft sich Vergangenheit und Zukunft zugleich. Der Dialog zwischen den fünf Frauenköpfen und dem Brunnen, bringen einen auch zum Nachdenken. Was war Geschichte, was ist Zukunft?

Technische Details der Skulpturen

Entstanden im Jahr 2023 im Plensa Studio Barcelona, das Werk besteht aus fünf überlebensgroßen Köpfen, die mit jeweils 11 Metern Höhe aus Gusseisen gefertigt wurden und pro Skulptur ca. 30 Tonnen wiegen.

Die Skulpturen mit den Namen Minna, Rui Rui, Wilsis, Rose und Soribel sind in einem offenen Raster von 24 × 24 Metern angeordnet.

Jede Figur setzt sich aus 22 bis 26 einzelnen Fragmenten zusammen, die mit Edelstahlbolzen verbunden sind. Durch die modulare Konstruktion kann jede Skulptur segmentweise montiert werden.

Der geheime Garten – Plensas Idee

„Der Künstler und seine Vision: Jaume Plensa steht neben einem der monumentalen Köpfe aus dem ‘Secret Garden’.“ Foto: © Christa Linossi 2025

Das Statement von Jaume Plensa läßt aufhorchen: „Fünf Frauen unterschiedlicher Herkunft und Nationalität, die mit geschlossenen Augen zu uns über den inneren Weg sprechen, über all die Schönheit, die wir in uns verborgen halten. Eine unbekannte und einzigartige Landschaft, die tief in unserem Wesen verborgen bleibt – der geheime Garten unseres Lebens, der wertvollste Ort, das Zentrum unserer Träume und Sehnsüchte.“ 

Walk of Modern Art

„Secret Garden“ ist gewissermaßen eine Fortsetzung des vielbeachteten Projekts Walk of Modern Art, das zwischen 2002 und 2011 in Salzburg entstanden ist und die internationale Gegenwartskunst dauerhaft und frei zugänglich in den öffentlichen Raum bringt. Es setzt die Kunstwerke in einen lebendigen Dialog mit der historischen Altstadt Salzburgs. 

Statement: Walter Smerling, Vorsitzender der Stiftung für Kunst und Kultur e.V. und Kurator

„Mit Secret Garden wird der Walk of Modern Art eindrucksvoll weitergeschrieben: Kunst, die allen gehört – mitten im Leben, mitten in Salzburg. Jaume Plensa gelingt es, mit Stille und Schönheit einen Raum für Menschlichkeit zu schaffen.“

Jaume Plensa erlangte internationale Bekanntheit durch Werke wie der „Crown Fountain“ in Chicago oder die Installation „Behind the Walls“ im Rockefeller Center in New York, darüber hinaus entwickelte er auch gefeierte Bühnenbilder u. a. am Liceu Barcelona. In Salzburg ist er bereits mit dem Werk „Awilda“ im Arkadenhof der Universität (2010) Teil des renommierten Walk of Modern Art der Salzburg Foundation.

Während der Salzburger Festspiele verwandeln Plensas Skulpturen den Residenzplatz in einen Ort stiller Poesie. Besucher:innen begegnen ihnen mit Staunen – setzen sich, verweilen, halten den Moment fest. Und mitten in Salzburg entfaltet sich der geheime Garten – offen, universell, tief in uns.

Die Skulpturen sind während der Salzburger Festspiele, vom 27. Juli bis 29. August, für alle frei zugänglich – mitten in der Altstadt – und verwandeln den Residenzplatz in einen Ort stiller Poesie und universeller Begegnung. 

Secret Garden – Jaume Plensa’s Dreaming Sculptures on Salzburg’s Residenzplatz

View of Residenzplatz, encircled by sculptures Jaume Plensa that whisper history. Photo: © Christa Linossi 2025

Introduction & Personal Perspective Since Sunday, July 27, 2025, the Residenzplatz in Salzburg has been transformed by the artist Jaume Plensa into a silent garden of reflection, graced with his monumental, dreaming heads made of metal. “A mesmerizing sight: The monumental sculptures redefine the Residenzplatz and attract visitors like moths to a flame.”

Left to right: Dr. Kristina Hammer (President of the Salzburg Festival), Jovanka Porsche (entrepreneur and co-founder of Global Neighbours), Christian Kern (former Austrian Chancellor), Jaume Plensa (artist), Daniel Richter (artist, with his wife Hanna Putz), Prof. Walter Smerling (Chairman of the Foundation for Art and Culture, Bonn), Thaddaeus Ropac (gallerist), and Philipp Hochmair (actor, currently starring as “Jedermann”). Photo: © Christa Linossi 2025

Artistic Reflection and Dialogue with Mozart “This time I’m not encountering this artwork as an online journalist, but as an artist – with a keen eye for the invisible space between form and emotion.” The Residenzplatz breathes history – but today, a new language floats above its cobbled stones: the language of Jaume Plensa’s sculptures. Faces without words, bodies without movement – and yet a silence that speaks. In the background, unmoved but eternally present, Mozart – the genius of music – witnesses this dialogue of forms. What does he see? What does he hear? Perhaps the sound of thoughts that art awakens within us. How does he feel? Pushed into the background, yet present, his gaze meets these monumental sculptures. A quiet dialogue with the “five women of differing origins and nationalities who, with closed eyes, might be guarding their dreams and longings?” “Mozart, the eternal poet of sound, observes this new language of forms from afar. Does he listen to the inner dialogues of the sculptures? Or hear the thoughts they awaken in us?”

The installation around the Residenzbrunnen – a magnificent baroque fountain with its own story – was a brilliant idea. Crafted from Untersberg marble by Tommaso di Garona, though not without controversy, the fountain consists of three basins and four sculptural groups. Past and future converge in a dialogue between the five women’s heads and the fountain. A moment of reflection: what is history, what is the future?

Technical Details of the Sculptures Created in 2023 in the Plensa Studio Barcelona, the work consists of five oversized heads, each measuring 11 meters in height and weighing approximately 30 tons. The sculptures – named Minna, Rui Rui, Wilsis, Rose, and Soribel – are arranged in an open grid measuring 24 × 24 meters. Each figure is made up of 22 to 26 individual fragments connected by stainless steel bolts. Thanks to their modular structure, the sculptures can be assembled piece by piece.

Artistic Reflection and Dialogue with Mozart “This time I’m not encountering this artwork as an online journalist, but as an artist – with a keen eye for the invisible space between form and emotion.” The Residenzplatz breathes history – but today, a new language floats above its cobbled stones: the language of Jaume Plensa’s sculptures.
Jaume Plensa beside one of his dreaming sculptures – a quiet encounter between creator and creation. Photo: © Christa Linossi 2025

Plensa’s Concept of the Secret Garden Jaume Plensa’s statement resonates: “Five women of different origins and nationalities who, with closed eyes, speak to us through inner paths, of all the beauty we hold within ourselves. An unknown and unique landscape that remains hidden deep within our being – the secret garden of our lives, the most valuable place, the center of our dreams and longings.”

Walk of Modern Art “Secret Garden” continues the acclaimed project Walk of Modern Art, established between 2002 and 2011 in Salzburg. It brings contemporary international art into the public space, creating a vibrant dialogue with the historic city center. Statement from Walter Smerling, Chairman of the Stiftung für Kunst und Kultur e.V. and curator: “With Secret Garden, the Walk of Modern Art continues impressively: art that belongs to everyone – in the midst of life, in the heart of Salzburg. Jaume Plensa creates space for humanity through silence and beauty.”

Jaume Plensa became internationally known through works like the “Crown Fountain” in Chicago and the “Behind the Walls” installation at Rockefeller Center in New York. He also designed acclaimed stage sets, for example at the Liceu Barcelona. In Salzburg, he’s already part of the Walk of Modern Art with his work “Awilda” in the arcaded courtyard of the university (2010).

During the Salzburg Festival, Plensa’s sculptures transform the Residenzplatz into a site of silent poetry. Visitors approach them with awe – sitting down, lingering, capturing the moment. And in the heart of Salzburg, the secret garden unfolds – open, universal, deep within us.

🗓 The sculptures are freely accessible during the Salzburg Festival, from July 27 to August 29 – located in the historic old town – turning Residenzplatz into a place of silent poetry and universal encounter.

„Mahler, Schönberg, Webern – Peter Sellars’ Triptychon bei den Festspielen“

TT „One Morning Turns into an Eternity” 2025: Ausrine Stundyte (Eine Frau), Peter Sellars (Regie), Wiebke Lehmkuhl (Alt)
© SF/Jan Friese

Kunst zwischen Abschied und Erwartung – Eindrücke zur Pressekonferenz One Morning Turns Into an Eternity

Ein Morgen, der zur Ewigkeit wird – Regisseur Peter Sellars hat mit seiner neuen Inszenierung ein musikalisches Triptychon geschaffen, das zwischen westchinesischer Dichtung, buddhistischer Lehre und expressionistischer Seelenschau oszilliert. Ausgehend von Gustav Mahlers Der Abschied und Arnold Schönbergs Erwartung entfaltet sich ein Raum, in dem Schmerz, Sehnsucht und das menschliche Überleben ihre Stimmen finden. Ergänzt wird dieses Spannungsfeld durch Anton Weberns Fünf Orchesterstücke op. 10, die als verbindendes Element zwischen Mahler und Schönberg fungieren. Gemeinsam bilden diese drei Werke die Grundlage der szenischen Neuproduktion One Morning Turns Into An Eternity, deren Premiere am 27. Juli bevorsteht.

Sellars sprach bei der Pressekonferenz über den Einfluss alter chinesischer Texte – etwa ein Gedicht von Wang Wei – und darüber, wie Krisenjahre von Mahler und Schönberg sich in diesen musikalischen Werken widerspiegeln. 1909, ein Jahr voller Brüche und Einsamkeit: Mahler verliert sich im Schmerz über Almas Affäre, Schönberg kämpft mit inneren Dämonen. Beide Komponisten begegnen sich nicht nur musikalisch, sondern auch emotional. Der Titel der Produktion leitet sich aus der Textzeile „Ein Morgen wandelt sich in Ewigkeit“ ab – aus einem Gedicht von Wang Wei, dessen Verse in der deutschen Nachdichtung von Hans Bethge Mahlers Vertonung zugrunde liegen.

Die Musik wird nicht nur als Ausdruck, sondern als Organismus begriffen – nicht glatt, nicht schön, sondern fragmentiert und herausfordernd. Sellars zeigt eindrücklich, dass wahre Kunst nicht darin besteht, Schmerz zu überdecken, sondern ihn sichtbar zu machen. Sein Dialog mit dem Dirigenten offenbart eine gemeinsame Vision: Musik soll ein 3D-Raum werden, spürbar, lebendig und manchmal auch beängstigend. Unterstützt wird das Projekt von zwei großartigen Sängerinnen – Ausrine Stundyte und Wiebke Lehmkuhl – deren Interpretationen den Werken eine neue Tiefe verleihen. In ihrer Unterschiedlichkeit entsteht ein gemeinsamer emotionaler Kosmos.

Diese Inszenierung ist keine nette Rose auf samtigem Tuch – sie ist ein seelisches Erdbeben, das sich nicht erklären lässt, sondern erlebt werden muss.

Die Welt der hohen Kunst fasziniert mich seit jeher – und doch ertappe ich mich manchmal dabei, wie ich vor ihren tiefen Türen stehe: neugierig, bewegt, aber noch auf der Suche nach dem passenden Schlüssel. Diese Inszenierung hat mir einen Spalt geöffnet, durch den Licht fällt. Mit offenem Herzen für große Kunst – und mit digitaler Unterstützung, um meine Eindrücke in Worte zu fassen.

Peter Sellars – ein Porträt
© Christa Linossi 2025
Ein persönliches Dankeschön Als ich mich mit Peter Sellars’ Arbeit für diese Inszenierung beschäftigte, wurde mir bewusst, wie tief seine künstlerische Vision wirkt. Diese Vision beeinflusst nicht nur die Bühne, sondern auch mich. Das Porträt, das ich von ihm gemalt habe, ist mein Versuch, diese Wertschätzung sichtbar zu machen. Es ist kein offizielles Bild – sondern ein persönlicher Ausdruck von Respekt und Dankbarkeit gegenüber einem Künstler, der Räume öffnet: für Musik, für Menschlichkeit, für Licht.

Premiere ist: am Sonntag, 27. Juli 2025 um 19:00 Uhr in der Felsenreitschule Salzburger Festspiele