Scheck Übergabe Paracelsus Schule St. Jakob am Thurn
Von Li nach Re: Hans Josef Knaust (Präs. Innovative Musikprojekte Salzburg) Stefan Ellmauthaler (Paracelsus Schule St. Jakob Obmann Stv.) Leonie Steuber (Der Kleine Prinz – Sopran) Dr. Michael Kopp (Präsident Lions Club Hohensalzburg, Sieglinde Wendt (Schulgründerin Paracelsus Salzburg)
Die Geschichte des „Kleinen Prinzen“ erzählt von den Eigenheiten der unterschiedlichsten Charaktere. Der große Bogen, der sie alle vereinen kann, ist die Liebe, die Toleranz und Akzeptanz des Einzelnen.
Jedoch, nicht jeder Einzelne hat einen guten Start ins Leben und ist auf die Hilfe und Unterstützung von der Gesellschaft angewiesen.
Um diese Unterstützung für Kinder und Jugendliche zu geben, wurde die Paracelsus Schule In St. Jakob am Thurn gegründet (Mitgründer: Daniell Porsches größtes Projekt war der Bau der neuen Paracelsus-Schule in St. Jakob. In den letzten Jahren zog sich Daniell Porsche aus einem Teil seiner von ihm unterstützten Projekte wieder zurück) und um dieses Projekt der Paracelsus Schule in St. Jakob am Thurn dauerhaft zu gewährleisten, ist die Paracelsus Schule auf private Sponsoren und Spender angewiesen. (https://www.paracelsusschule.at/)
So freut sich der Lions Club Hohensalzburg, Dr.Michael Kopp, der Paracelsus Schule St. Jakob einen Scheck über € 1.500,00 aus den Einnahmen und Spenden der Oper „Der Kleine Prinz“ überreichen zu dürfen. So konnte man wieder einen kleinen Beitrag für die Kinder und Jugendlichen leisten.
Mit großer Freude durfte der Obmann Stv. Stefan Ellmauthaler den Scheck über € 1.500,00 im Kulturhaus Anif Kultur am 27.1.2020 entgegennehmen. Eine besondere Freude schenkte den Anwesenden der Künstlerische Leiter der Oper, Hans Josef Knaust und „sein Kleiner Prinz“ Leonie Stoiber mit dem Rosenlied aus der bezaubernden Oper.
Einer der fünf schönsten Weihnachtsmärkte in Europa*,
nämlich der Salzburger Christkindlmarkt, öffnet am 21.11.2019 wieder seine Pforten.
Die britische Tageszeitung „The Times“ wählte den Salzburger Christkindlmarkt am Dom- und Residenzplatz zu einem der fünf schönsten Märkte in ganz Europa. Besonders hervorgehoben wurden das Brauchtum mit den vielen alten Traditionen.
Die Wurzeln des ehemaligen „Tandlmarktes“ reichen bis
in das Jahr 1491 zurück und seit 1974 gibt es den Salzburger Christkindlmarkt
in seiner heutigen Form.
Ein Weihnachtsmarkt ohne Kitsch, sondern authentisch und verbunden mit heimischem Brauchtum. Geboten wird den Salzburgerinnen und Salzburgern und den Gästen aus aller Welt eine einzigartige Stimmung, sowie kulinarische Schmankerl, handgefertigte Produkte und viele weihnachtliche Geschenkideen.
Viel regionales Handwerk wie Holzspielzeug und
Schnitzereien, nostalgische Schilder, Schlossereiprodukte, aufwendig verzierte
Glas- und Christbaumkugeln, Keramikgegenstände, Gewürzsträuße sowie duftende
Seifen.
Des Weiteren gibt es auch noch ein vielfältiges
kulturelles Programm rund um den Christkindlmarkt.
Pressegespräch Salzburger Christkindlmarkt 2019 SKCM in Salzburg, Residenz Foto: Franz Neumayr 19.11.2019 Im Bild Vizebürgermeisterin Barbara Unterkofler und Obmann Wolfgang Haider
Vergessen sie für ein paar Stunden den Alltagsstress
und genießen sie nette Stunden mit Familie oder Freunden bei einem Rundgang auf
dem Christkindlmarkt und bei einem Glas Glühwein.
Einmal den Blick von den großen Kunstmessen,
Galerien, Museen in den Metropolen abwenden und einmal in kleine Dörfer
schauen. Sich auf Spurensuche von Künstlern, die nicht das GELD vor Augen
haben, sondern nur Kunst machen wollen, dafür bin ich immer gerne unterwegs, um
ein verstecktes Juwel ausfindig zu machen. Es gibt sie, diese Künstler, und sie
können durchaus mit den berühmtesten in der Welt konkurrieren.
Auf meiner Querfeldein-Reise durch das Innviertel in
Oberösterreich entdeckte ich eine Künstlerfamilie. Die Daringer, drei
Generationen von Malern und Bildhauern haben den Ort Aspach geprägt,
ein 2000-Seelen-Dorf und bildende Kunst ist untrennbar hier mit dem Namen DARINGER
verbunden. https://www.daringer.at/aspachbesuchen
So entdeckte ich das DARINGER Kunstmuseum in Aspach.
Ausgestellt sind Skulpturen, Zeichnungen des Bildhauer Manfred DARINGER.
Manfred Daringer, war ein waschechter Aspacher, der nur für seine Kunst lebte
(leider verstarb er 2009 an Lungenkrebs) Seine Leidenschaft zur Kunst
wiederspiegelt sich auch in seinen Arbeiten.
Manfred Daringer Der Bildhauer/ Foto: Kunstmuseum DARINGER
Foto: Kunstmuseum DARINGER
Manfred Daringer stammt eben auch aus der Künstlerfamilie
und hier ein kurzer Rückblick: Begonnen hat alles mit Prof. Engelbert Daringer
(1882-1966) einem akademischen Kunstmaler, der zu den Gründern der Innviertler
Künstlergilde zählte und sich vor allem als Kirchen- und Freskomaler einen
Namen machte. Das wichtigste Profanwerk Daringers ist der Hochzeitsfries am
ehemaligen Braugasthof Hofmann in Aspach aus dem Jahr 1926 – eine einzigartige malerische
Schöpfung.
Foto: Kunstmuseum DARINGER
Sein Neffe Franz Daringer (1908-1999) ging bei
Engelbert Daringer in die Lehre und wurde ebenfalls ein bekannter Kirchenmaler
und Restaurator. Er restaurierte mit seinen Mitarbeitern über 150 Kirchen und
Kapellen in Ober- und Niederösterreich sowie Salzburg.
Foto: Kunstmuseum DARINGER
Der dritte im Bunde war Franz Daringers jüngerer
Bruder Otto Daringer (1913 – 1998). Er übernahm seinerzeit die väterliche
Fassbinderei im alten Schloss von Wildenau, doch auch er war der Kunst
verfallen. Sein Schwerpunkt: er war Holzbildhauer aus Leidenschaft und schuf
zahlreiche Kruzifixe, u.a. das große Friedenskreuz an der Pfarrkirche Aspach,
Madonnen und Heiligenfiguren.
Foto: Kunstmuseum DARINGER
Der letzte im Bunde der DARINGER‘S war der Sohn von Otto Daringer, Mag. Manfred Daringer (*1942 und + 2009 ) . Dieser machte die Kunst zur Profession. Er besuchte er die Bundesfachschule Hallein, Abteilung Bildhauerei, anschließend die Kunstschule Linz (Bildhauerei) und danach studierte er an der Akademie der bildenden Künste in Wien bei Prof. Fritz Wotruba. 1975 erhielt er den Wotruba-Preis. https://www.daringer.at/wotruba-preis
Manfred Daringer war einer der außergewöhnlichsten
Bildhauer des Landes und arbeitete mit Holz und Stein in verschiedenen
Varianten. Die großen Themen für Manfred Daringer waren Liebe, Leid und Tod. Daringer
gelingt es in einer klaren Formensprache diese Themen in seinen Skulpturen
sichtbar zu machen. Er verstand es auch, aus einem Stück Mamor, einen geformten
Körper mit den sanft hügeligen Landschaften des Innviertels ineinander zu
verschmelzen.
Ein weiteres Highlight ist ein weiblicher Torso – aufgeschnitten – aus Marmor, in dem sich das „werdendes Leben“ – gefasst in Blattgold – sichtbar wird. Diese Skulptur regt zum Nachdenken an. Wir sehen den weiblichen Körper immer nur als Kunstakt oder als Objekt der Begierde. Aber haben wir uns schon einmal Gedanken darüber gemacht, dass dieser Körper das Leben auf Erden hervorbrachte und es auch weiterhin tut? Dies ist, was mich an dem Künstler Daringer fasziniert, seine Skulpturen sind nicht nur Objekt, sondern sie sind tiefgründig und das macht für mich den eigentlichen Künstler aus.
Es gibt viele interessante Arbeiten im Kunstmuseum zu
sehen, aber alle aufzuzählen, wäre zu viel. Jedoch an diesem Objekt halte ich
noch fest, eine aus Terrakotta gefertigte Figur. Ein sitzender Mensch, der
gerade über sich und die Welt wahrscheinlich nachdenkt. (Auch der Titel ist getroffen
DENKER) Sitzen wir den nicht oft so, in Gedanken versunken, um den Sinn des
Lebens zu erfassen, oder einfach Nachdenken über vieles, Lösungen finden
wollen?
Manfred Daringer war ein wahrer Künstler, der nicht
für die Geldmaschinerie am Kunstmarkt tätig sein wollte, obwohl er sicher viele
Kunstsammler hatte, aber im war Aspach wichtig und am wichtigsten sein Atelier,
wo er seine Ideen und sein inneres Empfinden herausarbeiten konnte.
MENSCH IN LANDSCHAFT Marmor Manfred Daringer / Foto: Christa Linossi
In der heutigen Kunstszene geht es hauptsächlich
darum, wer die beste Marketingschiene hat, die beste Galerie, den besten
Förderer oder Lobbyist, spielt im 21. Jahrhundert in der Szene
mit, ob nun Kunst gleich Kunst ist, sollte außerdem einmal hinterfragt werden.
Manfred Daringer’s letztes Statement zu seiner Kunst: „Das Einzige, was ich zu hinterlassen habe, ist eine geistige Haltung, die weiterwirkt – erfahrbar durch das Gemachte“.
(Der Künstler verstarb 2009 leider an Lungenkrebs)
Werner Reiterer „Die Anfänge der Raumfahrt, 2004″/ Sammlung Denise & Günther Leising Graz, Österreich (c) Bildrecht, Wien 2019
Mit einer Großausstellung feiert das Museum der Moderne Salzburg das fünfzigste Jubiläum der ersten Mondlandung.
Mein erster Gedanke zu der Ausstellung „Fly Me to the Moon“ war, was soll und was wird die Ausstellung bieten? Kann sie überhaupt ein Interesse wecken?
Ja, diese Ausstellung erweckt Interesse! Als ich die
Ausstellung besuchte, waren sehr viele Besucher anwesend, so viele sah ich
schon lange nicht mehr im MdM.
Worum geht es hier in dieser Ausstellung? Eigentlich verrät
dies der Titel schon! Es geht um unseren Nachbarsplaneten Mond und die vor 50
Jahren stattgefundene Mondlandung. Am 21. Juli 1969 betrat der Astronaut Neil
Armstrong als erster Mensch den Mond und sein Satz „That’s one small step
for a man, one giant leap for mankind „(auf Deutsch „Das ist ein
kleiner Schritt für den Menschen…ein…riesiger Sprung für die Menschheit“) ging
rund um die Welt und in die Geschichte ein.
Michael Sailstorfer „Cast of the surface of the dark side of the moon, 2005“ Courtesy der Künstler und König Galerie, Berlin/London / Photo by Ulrich Jansen
Seit Jahrtausende übt der Mond eine Faszination auf die
Menschen aus. Das MdM hat sich mit dieser Ausstellung das Jubiläum der
Mondlandung zum Anlass genommen, um den Mond und die Reise dorthin als Thema
und Herausforderung für die Kunst näher zu betrachten.
Diese Ausstellung ist nicht nur eine Kunstausstellung, sondern
stellt auch gleichzeitig eine Art Dokumentation dar, wo der Besucher erfährt,
wie lange sich die Menschheit (Wissenschaft und Kunst) schon mit dem Thema MOND
auseinandersetzt.
Zum Beispiel Jules Verne der bereits in vielen Romanen
zahlreiche Einzelheiten vorausgesagte, tat dies auch in seinem Roman (1867) „Von
der Erde zum Mond“ ebenso. Er war ein Visionär, der vieles vorausgesehen hat.
Sylvie Fleury „First Spaceship on Venus, 1997″/ Sammlung Ringier, Switzerland
Wiederum die Künstler sahen den Mond, jeweils aus einem
anderen Blickwinkel und setzten dies entweder als Skulptur oder Malerei um. Zum
Beispiel ist von Andy Warhol das Poster „Moon Walk“ mit dem U.S. Astronaut und
der Flagge zu sehen. Sylvie Fleury (eine Schweizer Performance- und
Objektkünstlerin) installierte das „First Spaceship on Venus, 1997“ als
Gegensatz zum Mond „Erstes Raumschiff auf der Venus“, dass wird allerdings noch
ein Weilchen Zeit in Anspruch nehmen, bis wir dort landen können oder auch
nicht.
„Fly Me to the Moon, 50 Jahre Mondlandung“ (c) Museum der Moderne Salzburg, Foto: Rainer Iglar
Yinka Shonibare CBE ein britisch-nigerianischer Künstler ist
ebenfalls mit einer Skulptur vertreten „Space Walk, 2002 (Weltraumspaziergang)“
ein Robert Rauschenberg „Ape, 1969 Aus der Stoned Moon Series“ und viele andere
KünstlerInnen noch.
Es ist auf alle Fälle ein Streifzug durch die Geschichte der
künstlerischen Auseinandersetzung mit dem Mond. Im Mittelpunkt der als Parcours
konzipierten Ausstellung steht die titelgebende erste Mondlandung vor 50
Jahren. Diese gibt jedoch auch Einblicke in die Wissenschafts- und
Kunstgeschichte sowie von einer Betrachtung der Folgen und Auswirkungen dieses
weltbewegenden Ereignisses. Gezeigt werden rund 280 Exponate – von Kupferstichen
über Gemälde bis hin zu Fotografie, Videokunst und multimedialen Installationen.
Diese wiederum zeugen von den unterschiedlichen Bedeutungsebenen, die der Mond in
wissenschaftlicher, künstlerischer, philosophischer und utopischer Hinsicht
besitzt.
Statement von Thorsten Sadowsky (Direktor des MdM Salzburg): „Der
erstmalige Blick von außen auf den Erdball hat ein neues Bewusstsein für die
Fragilität unserer Existenz geweckt und der Blaue Planet selbst wurde zum
Sinnbild des Lebens und seiner Verletzlichkeit, was sich auch nachhaltig in
künstlerische Auseinandersetzung niederschlug“.
Die Ausstellung ist sehenswert, Generationenübergreifend und zu sehen noch bis zum 03. November 2019
Grammy-Preisträger wird Inhaber der ersten Stiftungsprofessur an der Universität Mozarteum Salzburg
Abseits der Salzburger Festspiele gibt es auch
noch interessantes zu erfahren. Wie zB die erste Stiftungsprofessur an der
Universität Mozarteum Salzburg für Violine.
Der Leitung (Prof. Elisabeth Gutjahr Rektorin)
der Universität Mozarteum Salzburg ist es gelungen, erstmals eine
Stiftungsprofessur zu bekommen. Was ist eigentlich eine Stiftungsprofessur? Es
handelt sich um eine Professur, die ganz oder zumindest teilweise von einem
Drittmittelgeber finanziert wird. Die meisten Stiftungsprofessuren haben eine
Laufzeit von fünf Jahren.
Bei der Stiftungsprofessur Mozarteum handelt es
sich um eine zur Gänze extern finanzierten Universitätsprofessur für Violine,
die an eine international herausragende künstlerische Persönlichkeit für den
Bereich EEK (Erschließung und Entwicklung der Künste) vergeben wird. In diesem
Fall geht die Professur an Maxim Vengerov, einer der weltweit am meisten
gefeierten Geiger um ab Beginn des Wintersemesters 2019/20 für drei Jahre an
der Universität Mozarteum in Salzburg zu wirken.
Wer ist Maxim Vengerov? (geb.1974 in Nowosibirsk) Vengerov
ist einer der besten Geiger und angesehensten klassischen Künstler unserer Zeit
und genießt auch als Dirigent internationale Anerkennung.
Seine Ausbildung begann er bereits im Alter von
fünf Jahren. Als Schüler von Galina Turchaninova und Zakhar Bron gewann er mit
zehn Jahren die renommierte Henryk Wieniawski Competition und fünf Jahre später
den internationalen Carl-Flesch-Violinwettbewerb. In den vergangenen Jahren
trat Maxim Vengerov sowohl als Solist als auch als Dirigent mit vielen großen
Orchestern auf, darunter das New York Philharmonic Orchestra, die Berliner
Philharmoniker, das London Symphony Orchestra, das BBC Symphony Orchestra, das
Mariinsky Theatre Orchestra und das Chicago, Montreal und Toronto Symphony
Orchestra.
Höhepunkte der Saison 2018/19 waren die Saisoneröffnung des Orchesters
Filarmonica della Scala mit Riccardo Chailly sowie zahlreiche Rezitals in den
USA, China und Europa.
Mit großer Leidenschaft widmet sich Maxim
Vengerov auch der Ausbildung und Förderung junger Talente. Seine verschiedensten
Unterrichtspositionen hat er weltweit inne und ist derzeit auch Botschafter und
Gastprofessor an der International Menuhin Music Academy in der Schweiz.
Ende Juli 2019 präsentierten auch die Salzburger
Festspiele Maxim Vengerov gemeinsam mit der Pianistin Polina Osetinskaya in
einem Solistenkonzert. Also Maxim Vengerov wird in Zukunft des Öfteren in
Salzburg anzutreffen sein, wenn er die Studenten des Mozarteums auf die Meisterklasse
vorbereiten wird.
Die Öffentlichkeit hat die Möglichkeit am 14. Oktober 2019 im Solitär der Universität Mozarteum bzw. am 09. Dezember 2019 im Großen Saal der Stiftung Mozarteum die Musik seiner Meisterklasse mitzuerleben.
Universität Mozarteum Salzburg – Mozart ist unsere Inspiration, Musik unsere Tradition, die Kunst unsere Passion. Im Herzen Salzburgs reifen außergewöhnliche Talente zu künstlerischen Persönlichkeiten – am Puls der Zeit, für die Bühnen der Welt.
Eigentlich interessiere ich mich eher für
zeitgenössische Kunst, aber diesmal tauchte ich in die Kunst des 17.
Jahrhunderts ein. Neugierig und aufmerksam wurde ich aufgrund eines Plakates
des Dom Quartier. Dieses Plakat zeigt eine aufgeschnittene Zitrone als
wäre es eine Fotografie, jedoch stammt sie von dem Künstler Cornelis de Heem,
einer der bedeutendsten niederländischen Stillleben Maler des 17. Jahrhunderts.
Die Ausstellung „Goldene Zeiten“ Holländische
Malerei des 17. Jahrhunderts ist ein Gedenken des Werks Rembrandt van Rijn,
dessen Todestag sich zum 350. Mal jährt und dessen Epoche das 17. Jahrhundert
ist und die auf dieses bedeutende kulturelle Jubiläum Bezug nimmt.
Was ist so interessant an dieser Kunst und was versteht man unter „Goldene Zeiten“ so dass es auch mich faszinierte?
Holland bzw. die Niederlande betrieben im 17.
Jahrhundert schon Welthandel, aufgrund der guten geografischen Lage und der
Schifffahrt. In dieser Zeit, die gemeinhin als Krisenzeit galt, investierten
die Holländer in die Modernisierung der Landwirtschaft, in Fischfang, Schiffbau
und Schifffahrt, Handel, koloniale Stützpunkte in Übersee und in den Aufbau
eines Bank- und Kreditwesens. Das erfolgreiche Ineinandergreifen von Handel,
Schifffahrt und Finanz katapultierte das Land an die Spitze des Welthandels.
Interessanter Weise war der Kunstbesitz in
holländischen Haushalten auffallend groß und die meist in Gilden organisierten
Maler spezialisierten sich auf einzelne Themen, um in der großen Konkurrenz zu
bestehen.
Es war Kunst für alle, selten war eine Epoche
und Region so reich an Talenten und namhaften Künstlern. Künstler waren auf das
Interesse der Bürger angewiesen, da der heimische Adel kaum eine Rolle spielte
und als Auftraggeber sowie auch die reformierte Kirche ausfiel. Religiöse
Darstellungen waren nicht erwünscht. Die Säkularisierung führte zu einer
Verselbstständigung nichtreligiöser Themen wie Stillleben, Landschaften,
Genrebilder und Marinedarstellungen.
Die Kunstwerke, sind ausdrucksstark, wo Freude,
Schmerz oder Geselligkeit dem Betrachter – als wäre es fotografisch festgehalten
– ins Auge springt und einen in den Bann zieht.
Einer der bekanntesten Künstler war Rembrandt
Harmensz van Rijn, der mit seinem Werk „Betende alte Frau“ Weltruhm erlangte.
Die Darstellung eine Tronie (für ‚Kopf‘, ‚Gesicht‘ oder ‚Gesichtsausdruck` ist
ein Bildausdruck der gegenständlichen Malerei) Rembrandt wählte für diese
Tronie seltenerweise eine Kupfertafel als Bildträger von besonders kleinem
Format. Die technischen Besonderheiten besteht darin, dass er diese mit einer
Schicht Blattgold präparierte und mit Krapplack ausgeführten Kopftuch
durchscheint und das Rot des Lacks besonders zum Leuchten bringt.
Der Maler Gerard van Honthorst der wie viele
seiner Kollegen zunächst bei Abraham Bloemaert (war ein niederländischer Maler) gelernt
hatte, ging nach Rom und hielt sich bis Ende 1620 in Rom auf. 1620 kehrte er
nach Holland zurück und genoss als einer der wenigen holländischen Künstler
internationalen Ruf und war bekannt für seine erotisch aufgeladene
Genremalerei. (Genremalerei: veraltet: Sittenbild, ist die gemalte Abbildung
einer Alltagsszene).
Interessant ist auch der Haarlemer Maler Gerrit
Adriaensz Berckheyde und bekannt vor allem für seine Ansichten niederländischer
Städte. Er gehört zu jenen Künstlern, die die holländische Vedutenmalerei zu
großer Blüte brachten. Das expandierende Amsterdam diente als unerschöpfliche
Inspirationsquelle. Er war spezialisiert auf kleine Gemälde, welche Straßen,
Kanäle, Plätze, öffentliche und private Gebäude zeigen. Er war Schüler von
Frans Hals und ging bei seinem Bruder Job Adriaensz in die Lehre.
„Goldene Zeiten“ präsentiert 73 Meisterwerke
aus der Gemäldegalerie der Akademie der bildenden Künste Wien und der
Residenzgalerie Salzburg. Aufgeteilte ist die Ausstellung in 9 Themenbereiche:
(Überschriften zum Teil in holländischer Sprache)
Historie
Portret
Geselschapjes
der
wissenschaftliche Blick
Landschapjes
Sehnsucht
nach dem Süden
Zeegezicht
Stilleven
– Ein Fest für die Augen
Nachtstukken
Architectur
Die Ausstellung ist sehenswert und wer sich
besonders für die holländische Malerei des 17. Jhd. Interessiert, ist hier
richtig.
Das
interdisziplinäre Festival für zeitgenössische Kunst, das 1968 in einem herausfordernden
politischen und geografischen Kontext gegründet wurde; in einem Land, das viele
historische Leichen im Keller hatte, und in einer Stadt, die in einer
Grenzregion des Kalten Krieges lag, steht wieder in den Startlöchern und eröffnet
in Graz am 19. September 2019 seinen 52. steirischen herbst
Anna Clementi und Angela Wingerath bei Proben zu Zorka Wollnys Performance fürsteirischer herbst ’19, Berlin, 2019, Foto: Zorka Wollny
Nedko Solakov, “a lost cold war spy”, Skizze, 2019, courtesy the artist
Ekaterina Degot (1958, Moskau) ist Kunsthistorikerin, Forscherin und Kuratorin und wurde 2018 für fünf Jahre zur Intendantin und Chefkuratorin des steirischen herbst bestellt. Der Schwerpunkt ihrer Arbeit liegt auf ästhetischen und gesellschaftspolitischen Fragen in Russland und Osteuropa vom 19. Jahrhundert bis zur postsowjetischen Ära.
2018 startete
Ekaterina Degot mit ihrem kuratorischen Team das Projekt VOLKSFRONTEN mit
den vielfältigen und ambivalenten Bedeutungen dieses Begriffs. Thematisiert
wurden die Geschichte und das aktuelle politische Klima in Österreich und
Europa. Somit schließt das Festival 2019 unmittelbar daran an und geht den
zerstörerischen Widersprüchen und dem unheimlichen Charme des Habsburgischen
Europa sowie seiner Bedeutung für den Rest der Welt tiefer auf den Grund. Das
Kernprogramm des steirischen herbst’19 trägt den Titel „Grand Hotel Abyss –
Grand Hotel Abgrund“.
Eine schlagende Metapher „Grand Hotel Abgrund“, so nannte der ungarische Philosoph Marxist Georg Lukács, nicht zuletzt wegen ihres teilweise großbürgerlichen Hintergrunds, die Intellektuellen und Kulturschaffenden des „Instituts für Sozialforschung“, jener berühmten „Frankfurter Schule“, welcher die gesellschaftskritische Sozialwissenschaft entscheidende Impulse verdankt.
Ian Hamilton Finlay, Neoclassicism Needs You, Postkarte, Ort und Jahr unbekannt, courtesy of the Estate of Ian Hamilton Finlay
Auszug aus
dem Pressetext „steirischer herbst‘19“
„Der
tägliche Anblick des Abgrunds, zwischen behaglich genossenen Mahlzeiten oder
Kunstproduktionen, kann die Freude an diesem raffinierten Komfort nur erhöhen.“
Lukács´ Bild entspricht der Selbstdarstellung von Graz und dem umliegenden
österreichischen Bundesland Steiermark als Genussregion, als kulinarische und
ästhetische Wohlfühlzone. Graz und die Steiermark gehören zu den zahlreichen
Blasen aus gehobener Gastronomie, Wellness und Bio-Komfort, die in Zeiten
zunehmender Ungleichheit entstehen – Orte, die maßgeschneidert sind für
Geschäftsreisende und Kulturtourist*innen, wo das Lob traditioneller Erzeugnisse
beängstigende, Krypto nationalistische Untertöne hat und der Abgrund der
radikalen gesellschaftlichen Exklusion, der Wirtschaftskrise und des
entfesselten militärischen Konflikts lauert und in Zeitlupengeschwindigkeit
näherkommt. Grand Hotel Abyss nimmt diese Situation als Ausgangspunkt für eine
umfassendere Betrachtung des Hedonismus in Zeiten der nahenden Apokalypse. Das
Festival blickt zurück auf seine Vorgeschichte in den turbulenten Tagen des
beginnenden Kalten Krieges, als britische Offiziere, darunter auch der junge
John le Carré, das Hotel Wiesler – das damals einzige wirkliche Grand Hotel der
Stadt – übernahmen und ihr Hauptquartier im Palais Attems aufschlugen, in dem
sich heute das Büro des steirischen herbst befindet. Das diesjährige Programm
erzählt Geschichten über die Wohlfühlpolitik des Nationalsozialismus, über
sexuelle Praktiken der Zukunft, über die unmögliche Entscheidung zwischen
Faschismus und Nationalsozialismus, die Tirol in den 1930er-Jahren aufgezwungen
wurde, und über Handelssanktionen für landwirtschaftliche Produkte im heutigen
Russland – und es spult vor in eine dystopische Zukunft, in der die bestehenden
Kulturinstitutionen der Stadt in Cafés umgewandelt werden.“
Jakob Lena Knebl, Richard (2019), Foto: Christian Benesch
„Grand
Hotel Abyss“ eine
Fiktion? Der steirische herbst’19 wird zur Eröffnung am 19. September
2019 bei einer Abendveranstaltung überraschende Ereignisse liefern und sich
anschließend in der gesamten Stadt zu einem vierwöchigen, dicht gewobenen
kuratorischen Narrativ aus Performances, Bühnenproduktionen, Installationen und
Filmen von KünstlerInnen aus aller Welt weiterentwickeln.
Diesmal gibt es auch eine Kooperation mit dem Literaturhaus Graz und der steirische herbst’19 nutzt das Literaturhaus erstmals als Ausstellungsort. Konzipiert wird eine Installation von Ekaterina Degot und David Riff mit dem Titel „The Life and Adventures of GL“ welches einen künstlerisch-kuratorischen Blick auf die Fiktionen und Mythen um Georg Lukács und seine titelgebende Metapher des Hotels am Abgrund wirft. Des weiteres kooperieren beide Institutionen für ein dreitägiges Festival mit dem Titel „Weltmaschine Österreich“. Die „Weltmaschine Österreich“ ist die Erfindung des oststeirischen Bauern Franz Gsellmann. https://www.steiermark.com/microsites/gsellmann-weltmaschine
Eines ist
sicher, es wird wieder ein spannender „steirischer herbst‘19“ vom 19. September
bis 13. Oktober 2019 mit seinem „Grand Hotel Abyss“ in Graz und der Steiermark,
mit Parcours, Kunstwerken, Installationsprojekten und Filmproduktionen.
Vor 51 Jahren
gegründet, bietet das Festival immer wieder neuen Produktionen eine Plattform,
die öffentliche Debatten auf unterschiedliche Art und quer durch alle Disziplinen
und Medien zu provozieren und konturieren. Der steirische herbst der
sich immer wieder neu erfindet und die begrifflichen Grundlagen, was Kultur für
das Zeitgenössische bedeuten könnten, neu definiert. Graz die Kulturstadt der Avantgarde.
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