Alfred Haberpointner Werke 2000 – 2021 im Salzburg Museum

Das Salzburg Museum widmet dem Künstler Alfred Haberpointner eine Ausstellung in der Kunsthalle der Neuen Residenz. Es handelt sich dabei um die erste museale Einzelpräsentation in seiner Heimat Salzburg.

Alfred Haberpointner mit Kurator Peter Husty und Direktor Martin Hochleitner © Foto: Manfred Siebinger

Wer ist der Künstler Alfred Haberpointner? Alfred Haberpointner wurde 1966 in Ebenau/Salzburg geboren. Besuchte die Fachschule für Bildhauerei in Hallein und studierte danach an der Hochschule für künstlerische und industrielle Gestaltung in Linz bei Erwin Reiter. Haberpointner lebt und arbeitet abwechselnd in Linz und Ebenau. Von Ebenau bzw. Hallein aus entwickelte er seine plastischen Ideen, die heute die so spezifischen Ausprägungen gefunden haben.

Alfred Haberpointner Köpfe © Foto: Manfred Siebinger

Haberpointner hat eine unverkennbare Formensprache, die permanente Neuinterpretation von klassischen Materialien – wie Holz – und die konsequente Reflexion von Skulptur und Objekt mit höchster künstlerischer Qualität beeindrucken. Für diese Ausstellung wurden Arbeiten aus den letzten 21 Jahren ausgewählt. Es werden mehrere Kopfserien, großformatige Wandarbeiten in Holz und Papier sowie eine Gruppe, die mit Holzstämmen so installiert wurde, dass er auch noch das Werkzeug in die Installation einfügte. Das Werkzeug eine Holzhacke oder auch Axt genannt, die interpretierte er in XXX verschiedenen Formen zu den Holzstämmen. Ein interessanter Anblick, der viele Fragen aufwirft. „Joy Division“ (2019-2021) heißt die Rauminstallation.

Haberpointner_Joy Division_Gaigg Alfred Haberpointner (*1966), Joy Division, 2019–2021, Eschenholz, Eisen © Alfred Haberpointner Bildrecht, Wien 2021 Foto: Christa Gaigg/authentic.co.at
 

Interessant sind auch seine Köpfe, hergestellt aus Espenholz mit verschieden Einschnitten. Ein Kopf davon wurde in BLAU getaucht bzw. betrachtet man die Skulptur genau, hat man das Gefühl dem Kopf wurde ein gefaltetes Tuch darüber gespannt (von einem gewissen Abstand). Jedoch bei genauer Betrachtung sieht man, hier wurden Schnittflächen getätigt und dann mit blauer Farbe versehen. Aber der Betrachtet kann sich in seine Fantasie hineinleben, was immer er sehen will. Der Künstler setzte sich mit dem Thema „Kopf“ schon als Kind auseinander und dies begleitete ihn bis heute. Der Kopf stellt seiner Ansicht nach das wesentliche des Menschen dar, die ihm als wichtigstes Element erscheint.

Haberpointner_Sujet Alfred Haberpointner (*1966), Kopf, 2017, Espenholz, Pigment © Alfred Haberpointner Bildrecht, Wien 2021

Eine weitere interessante Installation, ist die Installation „Relatives, 2004–2006“. Hier kann der Betrachter auch wieder seiner Fantasie freien Lauf lassen, ich für mich sah die Skulpturen wie einen Hakenverschluss mit aufgepressten oder eingemeißelten winzigen kleinen Hakenverschlüssen. „Gewichtung“ nennt sich diese Installation und umfasst Begriffe wie Masse, Volumen, Proportion, aber auch das Ausbalancieren von Gewicht.

Alfred Haberpointner (*1966), Relatives, 2004–2006, Fichtenholz, Stahl, verzinkt, © Alfred Haberpointner Bildrecht, Wien 2021, Foto: Christa Gaigg/authentic.co.at

Statement von Direktor Martin Hochleitner zu den Arbeiten des Künstlers: „In Summe vermittelt die Ausstellung in präziser Weise Haberpointners Material-, Form- und Medienverständnis, sie verdeutlicht seinen Arbeitsprozess und bringt gleichzeitig sein hohes Sensorium für das Thema Raum zum Ausdruck“.

Die Ausstellungsdauer: bis 27. Februar 2022