Drei Körper. Drei Haltungen. Drei Versuche, Stärke zu zeigen. Doch unter jeder Linie liegt etwas anderes: Nicht Härte, sondern Suche. Nicht Dominanz, sondern Orientierung. Nicht Unverwundbarkeit, sondern ein leiser Riss.
Die Muster in den Körpern erzählen von inneren Räumen: Spiralen, die sich verlieren. Geometrien, die Ordnung versprechen. Kreise, die mehr verbergen als zeigen. Sie sind keine Ornamente, sondern Spuren eines Menschbildes, das viele Männer in sich tragen mussten.
Diese Arbeiten sprechen nicht über Männer, sondern über ein Bild, das viele von ihnen tragen mussten: Stärke zeigen, funktionieren, stillhalten. Ein altes Bild, das noch immer Schatten wirft.
Besuch beim Bühnenbildner Andreas Ivancsics in Gosau
Bei der letzten Pressekonferenz zum Salzburger Adventsingen wollte ich nicht wieder über Darsteller, Musik und Szene sprechen – all das wurde bereits auf der Loferer Alm ausführlich erzählt. Mich interessierte etwas anderes: Wie entsteht eigentlich die Bühne, auf der all das stattfindet? Wer gestaltet die Welt, in der sich das Spiel entfaltet?
Und so führte mich mein Weg nach Gosau, in die Tischlerei Laserer, zu Bühnenbildner Andreas Ivancsics – einem Künstler, der sonst eher digital arbeitet, diesmal aber mit Holz, Farbe und Styropor eine ganze Bergwelt erschafft. Ich wollte sehen, wie das Bühnenbild für das diesjährige Adventsingen entsteht – und vor allem: den Menschen sichtbar machen, der es erschafft.
Seit nunmehr 34 Jahren stellt die Tischlerei Laserer ihre Werkhalle dem Salzburger Heimatwerk zur Verfügung – ein Ort, an dem das Bühnenbild für das Adventsingen entsteht. Ursprünglich war es Tobi Reiser, der das Salzburger Adventsingen ins Leben rief und prägte. Nach seinem Tod übernahm Hans Köhler die Leitung und führte die Tradition mit großer Hingabe weiter. Die Werkhalle in Gosau wurde dabei zu einem stillen Mitspieler – ein Ort, an dem Visionen Form annahmen und die Bühne ihre Seele erhielt.
Eine riesige Halle steht dem Bühnenbildner und seinen Gehilfen hier zur Verfügung. Zurzeit werden die Hausteile für die Bühne angefertigt – vier Hauswände liegen nebeneinander am Boden, bereits grundiert und bemalt, mit Styroporsteinen beklebt, die später wie echtes Mauerwerk wirken. Wenn diese fertig sind, wird der Hintergrund der Bühne, die Bergwelt des Dachsteins, bearbeitet. Auch Teile von Bühnenbildern aus früheren Produktionen werden hier umgearbeitet und weiterverwendet – Nachhaltigkeit trifft auf Kreativität.
Es ist sehr viel Handarbeit: Es wird zugeschnitten, grundiert, bemalt. „Mir ist besonders wichtig – gerade bei so einer Produktion wie dem Salzburger Adventsingen, das sehr auf Tradition setzt – ebenfalls auf traditionelles und auch regionales Handwerk zu achten“, sagt Andreas Ivancsics.
Verwendet werden wasserlösliche Farben, wie man sie auch für Außenanstriche kennt – sie sind flexibler und halten den Belastungen auf der Bühne besser stand. Aus Styropor werden Steine geschnitzt, die in der jeweiligen Steinfarbe bemalt werden. Latschen werden hergerichtet, die Häuser so bearbeitet, dass sie alt und etwas zerfallen wirken. Selbst die Steinblöcke aus Styropor dienen später als Sitzflächen für die Schauspieler. Türen und Fenster werden geschnitten und bemalt – lauter Einzelteile, die später auf der Bühne zu einem stimmigen Ganzen zusammengesetzt werden.
In der zweiten oder dritten Novemberwoche 2025 beginnt die nächste Etappe: Der Transport der gefertigten Bühnenbildteile ins Salzburger Festspielhaus wird vorbereitet. Der Aufbau erfolgt in enger Zusammenarbeit zwischen der Tischlerei Laserer und Bühnenbildner Andreas Ivancsics – jedes Element findet seinen Platz, jede Wand ihre Position. Dann ist die Bühne bereit für den Probenbeginn des Salzburger Adventsingens.
Es war meine Neugier, die mich in die Hallen der Entstehung und des Handwerks eines Bühnenbildes führte – dorthin, wo Visionen Form annehmen und Menschen sichtbar werden.Christa Linossi – unterwegs zwischen Bühne und Blick hinter die Kulissen.
Während in Gosau noch die letzten Pinselstriche gesetzt werden, bereitet sich Salzburg auf den großen Moment vor. Die Zeit läuft – denn am Freitag, dem 28. November 2025, um 19:30 Uhr hebt sich der Vorhang im Salzburger Festspielhaus. Dann wird das Bühnenbild, das in der Tischlerei Laserer geboren wurde, zum lebendigen Rahmen für Musik, Szene und Erzählung.
Salzburg swingt – nicht im Takt der Mozartkugeln, sondern im Puls von Saxophon, Stimme und Bass. Die Eröffnung von Jazz & The City 2025 war mehr als ein Konzert – sie war ein Versprechen: auf Begegnung, Klangräume und eine Stadt, die sich für ein paar Tage in improvisierte Bühnen verwandelt.
Ich war dabei, als sich der Saal in der Szene bis auf den letzten Platz füllte. Erwartung lag in der Luft, gespannte Stille vor dem ersten Ton – und dann: Musik, die nicht nur Ohren, sondern auch Zwischenräume füllte. Das Publikum? Begeistert, berührt, bewegt. Der erste Ton war wie ein Auftakt zur kollektiven Resonanz.
Das Markenzeichen des Trios ist und bleibt die Vielfalt der Instrumente. Der wilde Mix aus Helbocks herausragendem Klavierspiel, vertonten Gedichten von u.a. Emily Dickinson und Erich Fried, Alphorn, Tuba und jeder Menge anderer Klangkörper riss die Besucher:innen zu Standing Ovations hin. Ein vielumjubelter Auftakt, dem einer der wohl interessantesten Auftritte des Festivals folgen sollte.
Schon am ersten Abend zeigte sich, was dieses Festival ausmacht: die Nähe zwischen Künstler:innen und Publikum, die Offenheit für Klangexperimente, das Flanieren zwischen Konzerten und Cafés. Ich habe mir einige der Musiker:innen notiert – ihre Namen, ihre Klänge – und werde in den kommenden Tagen tiefer eintauchen. In ihre Geschichten, ihre Sounds, ihre Bühnen.
„Adam Ben Ezra & Michael Olivera – ein Groove-Duo zwischen Bass und Beat. Zwei Blickwinkel, ein Klangmoment.“
Besonders faszinierte mich der Auftritt von Adam Ben Ezra in der Szene. Er führt nicht nur ständig neue Elemente und Instrumente ein, sondern integriert auch immer mehr elektronische Komponenten in seine Show. Durch den Einsatz einer geschickten Kombination aus Effekten und Pedalen loopt Ben Ezra seine Noten regelmäßig, um eine authentische Klangwand zu erzeugen. In seinem aktuellen Projekt hat er sich mit dem kubanischen Schlagzeuger Michael Olivera zusammengetan. Es war ein perfekter Musikgenuss – die beiden entfachten ein wahres Groove-Feuerwerk und hoben ihre Drum&Bass-Beziehung auf ein völlig neues Level.
Ein weiterer Künstler, der mich faszinierte, war der Steirer Raphael Wressnig, der dem Publikum auf dem Residenzplatz einheizte. Wressnigs Hammond-Spiel lebt von einer fast unerschöpflichen Palette an Klangfarben – von vibrierenden Bässen bis zu leuchtendes, gospelgetränktes Höhen. Was so unheimlich groovig, funkig, soulig und bluesig klingt und das Bewusstsein im Nu auf „Good Times“ programmiert, braucht auch exzellente Musiker, die sämtliche Stile im kleinen Finger haben. Seit Jahren tourt Wressnig mit Gitarrist Enrico Crivellaro und Drummer Erich Cisbani.
Hiram Salsano hat sich als die junge „alte“ Stimme Kampaniens etabliert. Mit ihrer Musik pflegt sie die traditionelle Musik Süditaliens, insbesondere die ihrer Heimatregion in den Bergen des Cilento, südlich und östlich von Neapel. Mit Marcello De Carolis hat sie einen genialen Counterpart gefunden, der sie auf der Gitarra Battente, einer für die Region typischen Schlaggitarre, begleitet. Gemeinsam erforschen die beiden die ebenso beeindruckenden wie geheimnisvoll vibrierenden Klänge Süditaliens.
Es gab noch viele weitere großartige Konzerte – doch die hier beschriebenen haben mich am meisten beeindruckt. Jazz & The City 2025 hat gezeigt: Wenn Klangräume sich öffnen, wird die Stadt zur Bühne – und jede Begegnung zum Takt.
Erstmals zeichnete nicht nur ein Kurator, sondern ein Team für den Inhalt verantwortlich: Markus Deissenberger koordinierte die kuratorischen Inputs mehrerer Spezialist:innen, wodurch eine einzigartige Vielfalt entstanden ist.
Rund 60 Veranstaltungen an 20 Locations begeisterten vier Tage lang rund 25.000 Besucher:innen. Das vom Altstadtverband Salzburg alljährlich veranstaltete Festival für Jazz, Global Groove, Electronic Music und Improvisation schafft bei kostenfreiem Eintritt nicht nur Klangräume – sondern Begegnungen, die nachhallen.
Der steirische herbst ist wieder da – und ich mittendrin. Nicht laut, sondern tastend, suchend. Graz empfängt mich mit einem leisen Flirren – zwischen Fassaden, Konzepten und Fragen, die das Festival stellt, ohne sie zu beantworten.
Das Motto „Never Again Peace“ klingt provokant – und ist es auch. Inspiriert von Ernst Tollers Exiltext aus den 1930er Jahren zeigt das Festival, wie schnell friedliebende Gesellschaften in Krieg und Hass kippen können. Intendantin Ekaterina Degot verweist auf aktuelle Konflikte und die Pervertierung antifaschistischer Begriffe durch neue Diktaturen. 42 Auftragsarbeiten hinterfragen die Idee eines endlosen Krieges – düster, aber nie ohne Humor.
Mein Streifzug beginnt im BAU – einer ehemaligen Destillerie, die zum Labyrinth der Geschichte wird. Ein Schiff erinnert an Flucht und Rettung, ein ruinierter Banker liegt zwischen Spirituosen, während künstliche Intelligenz das System übernimmt. Und dann Gelitin: Ich steige allein in den düsteren Keller, werde von einer Lumpenfigur in ein Boot geladen und lande in einem Feuerkreis aus Lampen. Große Gipsköpfe starren sich gegenseitig an – und ich frage mich: War das einst ein Verlies?
Im Kunsthaus Graz zeigt „Unseen Futures to Come“ zwölf Positionen zur Unsicherheit unserer Zeit. Keine Antworten, aber Fragen, die bleiben. Im Forum Stadtpark geht es um „Besessene Berge“ – Besitz, Ausbeutung, juristische Magie. Wem gehört die Natur? Und was bedeutet Besitz in Zeiten des Extraktivismus?
Für mich bleibt die Frage: Warum immer wieder die Vergangenheit? Warum nicht endlich ein Festival, das sich dem FRIEDEN widmet? Künstler:innen könnten Konzepte entwerfen – für Gerechtigkeit, für Natur, für ein Leben in Zufriedenheit. Themen gäbe es genug.
Ich fühlte mich oft wie eine Suchende – zwischen Installationen, die mich zum Lachen brachten, und Räumen, die mich frösteln ließen. Der steirische herbst ist kein Spaziergang, sondern ein Gang durch die Gegenwart. Er bleibt für mich ein Ort der Reibung – zwischen Kunst und Welt, zwischen Konzept und Gefühl. Vielleicht braucht es gerade jetzt ein neues Flirren: nicht zwischen Krieg und Frieden, sondern zwischen Menschlichkeit und Mut.
Als Künstlerin bin ich oft auf der Suche nach Ausdrucksformen jenseits der Leinwand. Dieser Blick vom Balkon war einer davon – ein Bild, das keine Farbe braucht, um zu wirken. Manchmal reicht ein Blick vom Balkon, um sich daran zu erinnern, was im Leben wirklich zählt. Täglich beobachte ich das bunte Treiben eines Kindergartens – voller Lachen, Fantasie und kleinen Dramen. Zwischen Schaukel und Sandkasten entfaltet sich eine Welt, die uns Erwachsenen viel zu sagen hätte, wenn wir nur wieder zuhören würden. Dieser Text ist eine Einladung, das Kindsein neu zu entdecken – und vielleicht auch ein Stück davon zurückzuholen.
Ich wohne in einem ruhigen Wohngebiet. Tag für Tag sehe ich einen Kindergarten, der voller Fantasie und kindlicher Energie lebt.
Der große Garten, der den Kindern zur Verfügung steht, ist ein kleines Paradies. Hier wird gelacht, gestritten, getröstet und gemeinsam gespielt. Es gibt Dreiräder, auf denen sie herumtollen, ein hölzernes Pferd, das sie durch imaginäre Wiesenlandschaften trägt, und einen kleinen Hügel, umgeben von Bäumen, der zum Herumtollen einlädt. Mehrere Schaukeln, eine ausrangierte Gondel, Sandkästen und viele weitere Spielmöglichkeiten machen diesen Ort zu einem Abenteuerland.
Täglich dürfen die Kinder hinaus in diesen Garten. Sie leben ihre Fantasie aus, spielen, schreien, lachen – und manchmal auch weinen. Weil sie von der Schaukel gefallen sind, gestolpert sind oder ein anderes Kind sie aus Versehen gestoßen hat. All das gehört dazu. Hier dürfen Kinder noch Kinder sein.
Ich beobachte dieses bunte Treiben mit Freude. Es ist berührend zu sehen, wie sie miteinander umgehen, sich zu kleinen Gemeinschaften zusammenschließen, neugierig auf alles Neue sind und immer wieder auf Entdeckungsreise gehen – selbst wenn sie den Garten schon in- und auswendig kennen. Denn für Kinder gibt es immer etwas Neues zu entdecken.
Doch sobald sie in die Schule kommen, scheint diese Unbeschwertheit zu enden. Der „Ernst des Lebens“ beginnt. Wir Erwachsenen drillen sie auf Muster, auf Leistung, auf System. Warum eigentlich? Um ein System zu erhalten? Um erfolgreich zu sein? Um zu funktionieren wie kleine Roboter?
Warum haben wir unsere eigene Unbeschwertheit verloren? Warum können wir nicht auch mit mehr Leichtigkeit durch unseren Alltag gehen? Müssen wir immer nach Höherem streben – vielleicht, um in unserer materiellen Gesellschaft zu überleben?
Vielleicht sollten wir wieder von den Kindern lernen. Dass man mit wenig viel machen kann. Dass Lachen, Neugier und Fantasie keine Kindheitssymbole sind, sondern Lebenselixiere. Denn wer das Kindsein nicht vergisst, verliert nie ganz den Zugang zur eigenen Lebendigkeit.
Salzkammergut Festwochen Gmunden 2025. Zwischen Traunsee und Theaterbühne vermischen sich Stimme und Text zu einem Erleben der besonderen Art – Joachim Meyerhoff liest, lebt, berührt.
Ein Schauplatzwechsel von der Festspielstadt Salzburg nach Gmunden! Das Salzkammergut zählt mit seiner landschaftlichen Schönheit zu den berühmtesten Regionen Österreichs. In dieser eindrucksvollen Naturkulisse präsentieren die Salzkammergut Festwochen Gmunden ihr vielfältiges Kulturprogramm von Anfang Juni bis Anfang August.
Ich beobachte Gmunden und seine Festwochen seit Jahren und stelle fest: Gmunden wächst heran – fast zur kulturellen Konkurrenz Salzburgs
Heuer entschied ich mich, eine Veranstaltung der Salzkammergut Festwochen in Gmunden zu besuchen – eine Lesung im Stadttheater. Schon beim Betreten dieses Hauses hat man ein gutes Gefühl: klein, aber fein.
Meine Wahl fiel auf Joachim Meyerhoff und sein Buch „Man kann auch in die Höhe fallen“. Ich kannte ihn weder als Autor noch als Schauspieler und ließ mich auf dieses Abenteuer ein.
Wer ist Joachim Meyerhoff? Er ist deutscher Schauspieler, Regisseur und Schriftsteller. 2018 erlitt er einen Schlaganfall, den er literarisch in „Hamster im hinteren Stromgebiet“ verarbeitete.
Es war eine sehr gute Entscheidung, ihn live zu erleben. Da er auch Schauspieler ist, verstand er es meisterhaft, seinen Text zu präsentieren. Man lebte mit dem Text – im Kopf entstanden Bilder, etwa wenn er humorvoll Szenen mit seiner Mutter beschrieb. Das Publikum schmunzelte und lachte.
Er las aus seinem neuen Roman „Man kann auch in die Höhe fallen“. Worum geht es?
„Mit Mitte fünfzig zieht es Joachim Meyerhoff zu seiner Mutter aufs norddeutsche Land, um dort an einem Roman über das Theater mit dem Titel Scham und Bühne zu schreiben. Es werden unvergleichliche, ereignisreiche Wochen, in denen er durch die Hilfe seiner Mutter aus einer tiefen Lebenskrise findet.“
Während er las und erzählte – eben nicht nur als Autor, sondern als Schauspieler – hatte man das Gefühl, einem Menschen beim Leben zuzusehen.
Der Roman ist mit Sicherheit gelungen. Die deutsche Wochenzeitung DIE ZEIT lobte ihn in höchsten Tönen: Es sei das literarischste und anspruchsvollste Werk, das Meyerhoff bislang geschrieben hat.
Zum Abschluss präsentierte er noch eine Kurzgeschichte, die in Zusammenarbeit mit Claus Peymann entstand – der kürzlich verstarb. Diese Geschichte, ursprünglich am Berliner Theater aufgeführt, brachte viel Witz und Charme mit sich.
Ein Abend, der zeigte: Gute Literatur braucht keine großen Kulissen, sondern große Erzähler – wie das Salzkammergut selbst: charmant, vielschichtig.
Introduction & Personal Perspective Since Sunday, July 27, 2025, the Residenzplatz in Salzburg has been transformed by the artist Jaume Plensa into a silent garden of reflection, graced with his monumental, dreaming heads made of metal. “A mesmerizing sight: The monumental sculptures redefine the Residenzplatz and attract visitors like moths to a flame.”
Artistic Reflection and Dialogue with Mozart “This time I’m not encountering this artwork as an online journalist, but as an artist – with a keen eye for the invisible space between form and emotion.” The Residenzplatz breathes history – but today, a new language floats above its cobbled stones: the language of Jaume Plensa’s sculptures. Faces without words, bodies without movement – and yet a silence that speaks. In the background, unmoved but eternally present, Mozart – the genius of music – witnesses this dialogue of forms. What does he see? What does he hear? Perhaps the sound of thoughts that art awakens within us. How does he feel? Pushed into the background, yet present, his gaze meets these monumental sculptures. A quiet dialogue with the “five women of differing origins and nationalities who, with closed eyes, might be guarding their dreams and longings?” “Mozart, the eternal poet of sound, observes this new language of forms from afar. Does he listen to the inner dialogues of the sculptures? Or hear the thoughts they awaken in us?”
The installation around the Residenzbrunnen – a magnificent baroque fountain with its own story – was a brilliant idea. Crafted from Untersberg marble by Tommaso di Garona, though not without controversy, the fountain consists of three basins and four sculptural groups. Past and future converge in a dialogue between the five women’s heads and the fountain. A moment of reflection: what is history, what is the future?
Technical Details of the Sculptures Created in 2023 in the Plensa Studio Barcelona, the work consists of five oversized heads, each measuring 11 meters in height and weighing approximately 30 tons. The sculptures – named Minna, Rui Rui, Wilsis, Rose, and Soribel – are arranged in an open grid measuring 24 × 24 meters. Each figure is made up of 22 to 26 individual fragments connected by stainless steel bolts. Thanks to their modular structure, the sculptures can be assembled piece by piece.
Plensa’s Concept of the Secret Garden Jaume Plensa’s statement resonates: “Five women of different origins and nationalities who, with closed eyes, speak to us through inner paths, of all the beauty we hold within ourselves. An unknown and unique landscape that remains hidden deep within our being – the secret garden of our lives, the most valuable place, the center of our dreams and longings.”
Walk of Modern Art “Secret Garden” continues the acclaimed project Walk of Modern Art, established between 2002 and 2011 in Salzburg. It brings contemporary international art into the public space, creating a vibrant dialogue with the historic city center. Statement from Walter Smerling, Chairman of the Stiftung für Kunst und Kultur e.V. and curator: “With Secret Garden, the Walk of Modern Art continues impressively: art that belongs to everyone – in the midst of life, in the heart of Salzburg. Jaume Plensa creates space for humanity through silence and beauty.”
Jaume Plensa became internationally known through works like the “Crown Fountain” in Chicago and the “Behind the Walls” installation at Rockefeller Center in New York. He also designed acclaimed stage sets, for example at the Liceu Barcelona. In Salzburg, he’s already part of the Walk of Modern Art with his work “Awilda” in the arcaded courtyard of the university (2010).
During the Salzburg Festival, Plensa’s sculptures transform the Residenzplatz into a site of silent poetry. Visitors approach them with awe – sitting down, lingering, capturing the moment. And in the heart of Salzburg, the secret garden unfolds – open, universal, deep within us.
🗓 The sculptures are freely accessible during the Salzburg Festival, from July 27 to August 29 – located in the historic old town – turning Residenzplatz into a place of silent poetry and universal encounter.
Was 1955 im Fridericianum begann, damals noch an der Seite der Bundesgartenschau, ist heute weltweit eine der bedeutendsten Ausstellungsreihen für zeitgenössische Kunst. Am 15. Juli 1955 wurde die von Arnold Bode gegründete documentazum ersten Mal in Kassel eröffnet. Insgesamt 15 Ausgaben der documenta haben seitdem stattgefunden.
Die documentahat in den vergangenen 70 Jahren auf vielfältigste Art und Weise ihre Spuren im Kasseler Stadtraum hinterlassen und es ist Wunsch jedes Künstlers, einmal auf der documenta vertreten zu sein.
„Die Anfänge der documenta“
Der Kasseler Maler Arnold Bode (* 23.12.1900 in Kassel und + 3. Oktober 1977) realisierte 1955 die erstedocumenta, die als Überblickschau zur Kunst des 20. Jahrhunderts mit raumgreifenden, neuen Inszenierungsformen ein bahnbrechender Erfolg wurde. Sie war eine Retrospektive mit Arbeiten (Fauvismus, Expressionismus, Kubismus, Blauer Reiter, Futurismus) aller bedeutenden Gruppierungen. Geniale Einzelgänger wie Pablo Picasso, Max Ernst, Hans Arp, Henri Matisse und Wassily Kandinsky wurden präsentiert. Ein Durchgang durch die Kunstgeschichte der ersten 50 Jahre des Jahrhunderts, wo neben den Klassikern der Moderne auch die deutschen Begründer der modernen Kunst wie Klee, Schlemmer oder Beckmann vorgestellt wurden.
Aufgrund des unerwarteten Erfolges wagte Bode für 1959 eine zweite Ausstellung und installierte damit den Ausstellungszyklus der Kasseler documenta, die seit 1959 alle 5 Jahre stattfindet (ursprünglich alle vier Jahre) und durch eine GmbH mit den Gesellschaftern Stadt Kassel und Land Hessen organisiert wird.
Wer es als Künstler in die documenta schafft oder geschafft hatte, hat schon sehr viel am Kunstmarkt erreicht und verschwindet nicht mehr von der Bildfläche.
„Das Jubiläumsjahr 2025“
Anlässlich des 70-jährigen Jubiläums der documenta laden das gesamte Jahr 2025 über Ausstellungen, Talk- und Vortragsreihen ein. Darüber hinaus sind Konzerte und Performances sowie Buchpräsentationen und Social Media Kampagnen geplant. Diese Veranstaltungen laden dazu ein, sich mit der wechselvollen Geschichte und der Zukunft der international einzigartigen Ausstellungsreihe auseinanderzusetzen.
Mit einem Festakt am 7. Juni 2025 wird an die Gründung der documenta erinnert und zugleich eine stadtweite Intervention der documenta-12-Künstlerin Cosima von Bonin eröffnet.
Sven Schoeller, Vorsitzender des documenta-Aufsichtsrats und Oberbürgermeister der Stadt Kassel, betont die internationale Ausstrahlung der documenta. Ihre positive Energie wirkt in die Stadtgesellschaft hinein. “Die documenta ist nicht nur eine der weltweit bedeutendsten Ausstellungen für zeitgenössische Kunst. Sie spielt auch eine zentrale Rolle für den Zusammenhalt und das Selbstbewusstsein der Kasseler Stadtbevölkerung. Als wiederkehrendes kulturelles Großereignis zieht sie internationale Aufmerksamkeit auf sich und verwandelt Kassel in ein Zentrum des künstlerischen Austauschs. Die Vorfreude auf die kommende documenta 16im Jahr 2027 ist besonders groß. Die künstlerische Leitung wird von Naomi Beckwith übernommen. Sie ist kuratorisch vielversprechend und international sehr vernetzt.”
Im Jubiläumsjahr 2025 bietet sich die Gelegenheit, aus allen Perspektiven über die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der documenta zu diskutieren.
Das Besondere an der documenta ist, dass sie in einem kritischen Diskurs mit ihrer eigenen Geschichte und den künstlerischen Referenzen fortgeschrieben wird, während parallel dazu eine die gesamte Kunst- und Kulturszene beeinflussende Rezeptionsgeschichte entstanden ist, die eine permanente Neubefragung vornimmt.
„Ausblick auf die documenta 16“
Die Vorfreude auf die kommende documenta 16 im Jahr 2027 ist besonders groß, da mit Naomi Beckwith eine kuratorisch vielversprechende und international sehr vernetzte Persönlichkeit die künstlerische Leitung übernehmen wird.
„Mein Interesse für diedocumenta“
„Mein Interesse für die documenta geht über die bloße Bewunderung hinaus. Sie ist nicht nur die Top-Adresse für Künstlerinnen und Künstler, die sich international positionieren möchten, sondern auch ein einzigartiger Spiegel unserer Zeit. Jede Ausgabe bietet faszinierende Momentaufnahmen und zeigt, wie Künstler*innen die Welt in ihren Werken wahrnehmen und interpretieren. Seit der 12. Ausgabe im Jahr 2007 hat mich dieses Zusammenspiel aus Kunst und Zeitgeschehen immer wieder aufs Neue begeistert.
Als jemand, der selbst künstlerisch tätig ist, hat die documenta eine besondere Bedeutung. Jahrzehntelang widmete ich mich der Aktzeichnung, bevor ich zur experimentellen Fotografie wechselte. Hier nutze ich meine Leidenschaft für grafisches Arbeiten. Ich erschaffe Kunstwerke, indem ich fotografische Elemente wie Steine, Berge oder Landschaften aufgreife. Dann verändere ich sie gezielt. Ich integriere Details wie Kabel oder meinen eigenen Schatten. So schaffe ich Verbindungen zwischen grafischen Kompositionen und der Natur. Photoshop verwende ich als mein Werkzeug. Diese Herangehensweise hat meine Perspektive auf die Kunst enorm erweitert. Sie inspiriert mich, die Vielfalt der zeitgenössischen Kunst immer wieder neu zu entdecken.“
Die documenta ist nicht nur ein Fenster in die Welt der Kunst, sondern auch ein Ort, an dem Kunstgeschichte geschrieben wird – immer wieder aufs Neue
HOPE – who will turn the tide ist das Motto von Ars Electronica 2024, einem weiteren Schritt in Richtung Zukunft 2040.
Hoffnung und Optimismus sind nicht der Glaube, dass alles schon irgendwie gut wird, sondern das Vertrauen in unsere Fähigkeit, Einfluss zu nehmen und Verbesserungen herbeizuführen.
Homodyne / Erick Aguirre (MX), Kevin Blackistone (US), Jiaji Cheng (CN), Danica Golić (RS), Kathrine Hardman (US), Eunji Ji (KR), Polina Kliuchnikova (RU), Kateryna Pomeichuk (UA) Photo: Markus Schneeberger
Wir dürfen Hoffnung nicht als passive Haltung verstehen, sondern als aktive Kraft. Sie motiviert uns, trotz aller Widrigkeiten weiterzumachen.
Eine Auseinandersetzung mit den psychologischen oder gar evolutionären Grundlagen des Prinzips Hoffnung ist nicht das Anliegen des Festivals Ars Electronica. Es wird auch keine Reflexion über unser ständiges Schwanken zwischen Hoffnung und Pessimismus geben.
Im Rahmen der Pressekonferenz und Präsentation des Ars Electronica Festival 2024 wurden von Gerfried Stocker folgende Statements abgegeben.
„HOPE“ als Festivalthema ist keine resignative Aussage, dass uns nichts anderes übrigbleibt, als zu hoffen, dass irgendjemand oder irgendetwas unsere Probleme lösen wird. Es ist vielmehr ein Zeichen dafür, dass es tatsächlich viele Gründe zur Hoffnung gibt. Im Untertitel „who will turn the tide“ geht es nicht darum, wie die Wende erreicht werden kann, sondern wer die treibenden Kräfte dafür sind.
Ziel des Festivals ist es, möglichst viele Menschen ins Rampenlicht zu rücken, die sich bereits auf den Weg gemacht haben und mit ihren Aktivitäten – so groß oder klein sie auch sein mögen – einen ganz konkreten Anlass zur HOFFNUNG geben.
1979, also vor genau 45 Jahren, wurde die Ars Electronica in Linz/Österreich von den Gründungsvätern Hannes Leopoldseder, Hubert Bognermayr, Herbert W. Franke und Ulrich Rützel ins Leben gerufen. Es war die Geburtsstunde jenes erfolgreichen Denkmodells, das die Ars Electronica immer wieder in den Blickpunkt der Öffentlichkeit rückt.
Es ist gerade das Festival der Kunst in Verbindung mit Technologie und Gesellschaft, der Alternativen und neuen Perspektiven, die sich daraus ergeben, wenn auch mit den Mitteln der Kunst und dem Blick der Künstler*innen auf die gesellschaftlichen und kulturellen Aspekte und auf die technologischen Fragestellungen und Entwicklungen.
Technologie ist nicht die Lösung unserer Probleme, aber wir werden viel Technologie brauchen, um unsere Probleme zu lösen. Dies erfordert jedoch ein anderes Verständnis von Technologie und unserer Verantwortung im Umgang mit Technologie.
Darüber hinaus wird sich das Festival HOPE einer weiteren wichtigen Frage und Aufgabe eines Festivals in herausfordernden Zeiten stellen: als klare Ansage gegen die dummen, kurzsichtigen Pseudokonzepte und Scheinargumente populistischer Politik, gegen das sinnlose Geschrei aus den massenmedialen Sümpfen (analog wie digital) ebenso wie gegen sinnstiftendes Schönreden und Ignorieren.
Die POSTCITY ist auch heuer wieder das Festivalgelände. Die Linzer Innenstadt wird wieder zur Festivalmeile. Ein Programm der Superlative wie zum Beispiel Events & Konzerte – vom Pre-Opening-Walk bis zum Abschlusskonzert wird die Besucher: innen ebenfalls wieder erwarten.
Wir dürfen gespannt sein, wie hier wieder ein zukunftsweisender Meilenstein gesetzt wird. Erst staunt man, was weltweit schon alles passiert, dann keimt die HOFFNUNG,die das Blatt wenden wird – HOP -who will turn the tide.
Am Samstag, 20. Jänner 2024 wird die erste Kulturhauptstadt Europas im ländlichen Alpenraum eröffnet: Bad Ischl Salzkammergut 2024!
Zum ersten Mal in der Geschichte findet die Kulturhauptstadt 2024 in einer inneralpinen, ländlich geprägten Region statt. Die Bannerstadt Bad Ischl und 22 weitere Gemeinden in Oberösterreich und der Steiermark entwickeln eine Kulturregion, die sich neu erfindet: Kunst, Kultur, Wirtschaft und Tourismus werden zusammengeführt.
Die ganze Stadt – und die ganze Region – wird zur Bühne!
Am Samstag, 20. Jänner 2024 ab 11 Uhr wird in der Fahnenstadt Bad Ischl und der ganzen Region mit Hubert von Goisern und dem Chor der 1000, Tom Neuwirth aka Conchita Wurst, Doris Uhlich und dem Gastspiel der Komischen Oper Berlin mit der Operette „Eine Frau, die weiß, was sie will“ von Oscar Straus (Regie: Barrie Kosky) gefeiert und getanzt. Zahlreiche Kunstperformances und Installationen u.a. von Katharina Cibulka, Ruth Schnell | Martin Kusch, Camo & Krooked, die erste Club Night des New Salt Festivals, ein Konzert hosted by Anton Bruckner 2024 und viele weitere Veranstaltungen sind bei freiem Eintritt zu erleben.
Die zentrale Ausstellung „sudhaus – kunst mit salz & wasser“, kuratiert von Gottfried Hattinger, wird bereits am Nachmittag eröffnet.
Die Eröffnungsfeierlichkeiten enden am Sonntag, den 21. Januar 2024 mit einem Katerfrühstück, dem ersten Weltsalon „Europa im Umbruch“ mit Aleida Assmann, Nava Ebrahimi und Fiston Mwanza Mujila mit Herfried Münkler und dem „Großen Welt-Raum-Weg“.