Über Christa Linossi

Mein Blog informiert über zeitgenössische Kunst und andere Geschichten aus Kunst und Kultur. Ich selbst betrachte die Kunst als "Kulturelle Transformation". Als freischaffende Künstlerin beschäftige ich mich schon sehr lange mit den verschiedensten Kunstrichtungen. Das Potential der Kunst liegt für mich in der Chance des permanenten kritischen Weiterdenkens.

LICHT

Benefizkonzert für ukrainische Flüchtlingsfamilien in Salzburg

v.l.n.r. Benjamin Schmid Virtuose, Andreas Steiner künstlerischer Leiter „Salzburg Orchester Solisten e.V.“, Karin Sophie Pfliegler PP Performing and Cultural Tours, Foto:© Manfred Siebinger

Aus einer privaten Initiative ist das Konzert LICHT entstanden. Die Einnahmen des Konzertes werden dem Salzburger Roten Kreuz zur Unterstützung der in Salzburg untergebrachten ukrainischen Flüchtlingsfamilien übergeben.

Die kriegerischen Ereignisse in der Ukraine erschüttern die Grundfesten unseres Vertrauens in ein Europa des Friedens und Koexistenz vieler Nationen und Völker – die aggressive Invasion Russlands verurteilen wir uneingeschränkt.

Die Kunstuniversität sah sich aufgefordert, Position zu beziehen und ein Zeichen zu setzen. Die Universität Mozarteum, die Paris Lodron Universität Salzburg, das Österreichische Rote Kreuz, Salzburg Orchester Solisten und PP Performing Organisation haben sich zusammengetan, um ein Zeichen des Mitgefühls und der Unterstützung zu setzen: So fand am Karfreitag in der Großen Universitätsaula das Benefizkonzert „LICHT“ statt.

Salzburg Orchester Solisten e.V. Foto: © Christa Linossi

Es war ein großartiges Konzert. Stargast war Benjamin Schmid (Violine), Gesang: Studierende der Universität Mozarteum Salzburg, Salzburg Orchester Solisten, Dirigent war Jörn Andresen.

Auf dem Programm standen Wolfgang A. Mozart „Grabmusik KV 42“, Kantate für Sopran, Bass, gemischter Chor, Orchester und Orgel und Ludwig van Beethoven „Violinkonzert D-Dur op.61“ und hier kam Benjamin Schmid, einer der wichtigsten Geiger des 20. Jahrhunderts ins Spiel. Er konzentrierte auf der „ex Viotti/Rosé 1718“ – Stradivarius Violine, die ihm die Österreichische Nationalbank zur Verfügung stellte, sowie auf einer modernen Geige aus dem Jahre 2015 von Wiltrud Fauler.

Star Geiger Benjamin Schmid, Foto: © Manfred Siebinger

Das Konzert war ein beindruckendes Ineinandergreifen zwischen Orchester und Benjamin Schmid dem Geiger. Seine brillante Technik, die Klarheit und Leidenschaft des Ausdrucks, sein solistisches Charisma, machen ihn zu einem Geiger von einzigartigem Profil.

Star Geiger Benjamin Schmid, Foto: © Manfred Siebinger

Die Zuhörer waren von der Aufführung LICHT fasziniert und dankten dem Salzburg Orchester Solisten, dem Chor im speziellem dem Virtuosen Benjamin Schmid mit stehenden Ovationen oder starken Beifall.

Ein absolut gelungenes Konzert, welches kurzfristig für einen guten Zweck organisiert wurde.

Robert Rauschenberg – Japanese Clayworks

In der Galerie Ropac Salzburg Villa Kast

Salzburger Osterfestspiele und die Galerien präsentierten wieder ihre internationalen Kunstwerke.

Die Galerie Ropac in Salzburg präsentiert zwei großartige Künstler. Zum einen ist es Robert Rauschenberg, dem eine umfassende Ausstellung zu seinen Tonarbeiten seit den 1980er Jahren gewidmet ist und zum zweiten den Künstler Not Vital präsentiert.

Zu Robert Rauschenbergs Werke, hier handelt es sich um Schlüsselwerke aus den Serien der JAPANESE CLAYWORKS (1982/1985) und JAPANESE RECREATIONAL CLAYWORKS (1982-83/1985), die eine bedeutende Innovation in seiner künstlerischen Praxis ab 1982 darstellen. Die Japanese Clayworks weisen skulpturale Elemente auf, die an Rauschenbergs Combines (1954–64) und Spreads (1975–83) erinnern. Sie zeigen fotografische Motive aus dem alten und modernen Japan, die der Künstler mit malerischen Pinselstrichen ergänzte. Indem er Aspekte der Malerei und der Bildhauerei kombinierte, verwischte er dabei die Grenzen zwischen diesen künstlerischen Kategorien.

Ein Ausstellungsraum ist die Nachschöpfungen von Leonardo da Vincis Mona Lisa (1503–1519) gewidmet. Ein Bild, das bekanntlich auch von Rauschenbergs engem Freund und Inspirator Marcel Duchamp für dessen (1919 begonnene) L.H.O.O.Q.-Serie übernommen wurde.

Robert Rauschenberg _Nachschöpfungen von Leonardo da Vincis Mona Lisa/ Foto: Galerie Ropac

Diese Arbeit faszinierte mich ebenfalls. Viermal Leonardo da Vincis Mona Lisa und jede Arbeit anders umgestaltet von Rauschenberg und auch mit chinesischen Schriftzeichen versehen. Im ersten Bild, das Gesicht einer jungen Frau aus unserer Zeit und der weiße Farbenstrich, gleicht wie einer Autobahn, wo wieder verschiedene Elemente eingebaut wurden. Das zweite Mona Lisa Bild, hier befindet sich über den Arm gelegt eine Art von Hacke. Was wollte der Künstler damit ausdrücken? Auch chinesische Schriftzeichen finden sich darunter. Über das Haupt der Mona Lisa nahm er einen breiten Pinselstrich in Weiß, als wolle er damit einen Schleier andeuten. Beim dritten Bild sind ebenfalls viele versteckte Details, die nahm aber nicht so genau erkennen kann. Es könnte auch ein Soldat hinter Mona Lise versteckt sein, oder etwas Unheimliches, nicht definierbares über ihre Arme. Last not least beim vierten Bild, wenn man es ganz genau betrachtet, erkennt man auf der rechten Seite eine Art Fahrrad oder ein Moped? Auch eine Micky Mouse ist auf dem Körper der Mona Lisa verkörpert. Was hat die Micky Mouse mit Mona Lisa zu tun? Liegt die Deutung auf Paris hin und Disneyland? Ich vermute aber auch ein Sitz zum Fahrrad tritt in den Vordergrund. Auf alle Fälle sind es interessante Aspekte die Rauschenberg in seine Arbeiten einbrachte.

Wenn man sich Zeit nimmt und die Arbeiten von Rauschenberg genau betrachtet, sieht man viele Details wie zum Beispiel in seinem monumentalen Mirthday Man (Ceramic) II (1998). Das Werk, das Rauschenberg nach seiner Retrospektive 1997 im Guggenheim Museum, New York, für die Nachbildung in Keramik auswählte, enthält neben eigenen Farbfotografien und einer Darstellung von Sandro Botticellis Geburt der Venus (um 1485) Röntgenaufnahmen des Körpers des Künstlers. Man kann die Bilder in diesem Werk, das anlässlich des 72. Geburtstags des Künstlers entstand und viele Leitmotive von persönlicher Bedeutung enthält, als ein Selbstporträt begreifen.

Dieses Werk ist faszinierend, wie viele versteckte interessante Details man darinnen erkennen kann.

Robert Rauschenberg _ Mirthday Man (Ceramic) Foto: Galerie Ropac

Der Künstler Not Vital

Als interessant empfand ich auch die Ausstellung von Not Vital „Paintings“ die ebenfalls in der Galerie Ropac gezeigt werden.

Die Bilder sind eine innere Vision von sich selbst und anderen Menschen. Es ist, wie eine Röntgenaufnahme zu machen, um zu sehen, was im Inneren ist. So Not Vital.

Thaddaeus Ropac Salzburg präsentiert Werke aus Not Vitals Portrait-Serie, einem Werkblock, den der Künstler vor über 13 Jahre initiierte. Die Werke zeigen Personen, die dem Künstler nahestehen, wichtige historische Persönlichkeiten wie Sänger, Dichter, Philosophen oder Künstler, anonyme Personen sowie ein Selbstporträt, in denen Vital oftmals fremde Gestalt annimmt. Die Figuren werden frontal als verschwommene, runde Objekte dargestellt, die vor einem leeren Hintergrund zu schweben scheinen. Vital erfasst und porträtiert die einzigartige Essenz oder Aura der Menschen, wobei er sich dabei auf deren individuellen Merkmale stützt. Indem er sich mit dem Ausdruck einer inneren Realität beschäftigt, werden die Portraitierten zu Meditationen über die menschliche Präsenz.

Courtesy Galerie Thaddaeus Ropac, London · Paris · Salzburg · Seoul© Not Vital 2022/ Photo: Eva Herzog

Bei der Vernissage kam ich mit Not Vital auch ins Gespräch, er erklärte mir ein Werk, wo chinesische Schriftzeichen vorkamen. Es war ein Schattenporträt von ihm selbst, wo er mir erklärte, an der Kopfzeile befindet sich das Schriftzeichen „毎日の楽園“ auf Deutsch „paradiesisch jeden Tag“. Als Unterschrift bei der Fußzeile sein Name auf Japanisch „重要ではない“. Seine Aussage: „Die Malerei ist für mich der beste Weg, das Licht zu sehen, zu fühlen und zu riechen“.

Not Vital gilt auch als Künstler-Nomade, der fortwährend neue Wohn- und Produktionsstätten in den verschiedensten Teilen der Erde mit einer Leidenschaft erschließt. Dieser obsessive Drang zur gleichsam globalen künstlerischen Verortung und die Faszination für andere Kulturen und Lebensformen lassen ihn seit rund fünfzig Jahren die ganze Welt erkunden.

Galerie Ropac_Not Vital Salzburg_Install_/ Foto: Ulrich Ghezzi.jpg

2020/2021 widmete das Museum der Moderne am Mönchsberg eine umfangreiche Ausstellung, in der 21 Skulpturen präsentiert wurden.

Die Galerie Ropac präsentiert Not Vital auch immer wieder. Ein faszinierender Künstler, mit dem man auch gerne über seine Kunst spricht.

Die Ausstellung Robert Rauschenberg kann bis zum 09. Juli 2022 und die Ausstellung Not Vital bis zum 28. Mai 2022 in der Galerie Ropac Villa Kast in Salzburg besucht werden.

PASSIONSKONZERT

Kreuzigung Christi Pfarrkirche St. Oswald in Anif/Salzburg/ Foto: © Christa Linossi

In der Pfarrkirche St. Oswald in Anif/Salzburg am Palmsonntag, 10.4.2022

Es müssen nicht immer die großen Passionskonzerte in den großen Konzertsälen oder wie heuer im Brucknerhaus Linz sein.

Nein, auch im kleinen Rahmen wird beste Qualität geliefert. So geschehen in der Pfarrkirche St. Oswald in Anif.

Innenansicht Pfarrkirche St. Oswald in Anif/Salzburg Foto: © Christa Linossi

In der Pfarrkirche wurde die Markus-Passion von Jenö Hajdu aufgeführt. Diese war ein Auftragswerk der Salzburger Dommusik und wurde 1999 von Jenö Hajdu komponiert; Teile des Werkes wurden im Markusjahr 2000 innerhalb der Karfreitagsliturgie des Salzburger Doms aufgeführt.

Gemäß den Vorgaben sollten Länge, Besetzung und Grundkonstruktion den Passionen Heinrich Schütz‘ entsprechen: Vierstimmiger gemischter Chor a-cappella mit Solisten (Evangelist, Jesus, Pilatus, Judas), in kurzen, ausdrucksstarken Turbachchören (Chorsätze) sind für das Werk charakteristisch. Der Text des Evangelisten ist als Rezitativgesang, in Neumennotation komponiert – ohne arienartige Teile oder Wiederholungen.

Dem großen Vorbild Heinrich Schütz als herausragenden Vertreter der „musikalischen Rhetorik“ folgend, hat Jenö Hajdu ein expressives Werk in klassisch-moderner Harmonik und Stimmführung vorgelegt.

Durch Anif.Kultur gelangte das Werk somit heuer in der Pfarrkirche Anif zur Uraufführung

Das Konzert war ein beindruckendes Ineinandergreifen von Chor und Sprechgesang.

von li nach re: Vsevolod Chernychev (Bass), Hans-Josef Knaust (Dirigent), Jenö Hajdu (Komponist) Mag. Johannes Dines (Caritasdirektor) Foto: © Teresa Kwasny

Einige Worte zu Heinrich Schütz (1585-1672), welcher durchaus bei dem Werk Pate gestanden hat; dieser gilt als der bedeutendste deutsche Komponist des Frühbarocks; zunächst zum Organisten ausgebildet komponierte er nach frühen Madrigalen (das Madrigal ist die affektgeladene Vertonung weltlicher Lyrik) in italienischer Sprache vor allem geistliche Vokalmusik, teils zu lateinischen, vor allem aber zu deutschen Texten. Seine meisterhafte „Übersetzung“ deutscher Texte in Musik hat seit jeher sein Publikum fasziniert.

Die Zuhörer in der Anif Pfarrkirche waren von der Aufführung der Markus-Passion von Jenö Hajdu fasziniert und dankten den Sängern und dem Komponisten mit stehenden Ovationen.

Chorleiter Hans-Josef Knaust, der ein umfassendes Repertoire und profunde Werkkenntnis der historischen Aufführungspraxis sowie der Musik der Moderne und Gegenwart hat, konnte mir von den intensiven Proben berichten, wobei das Hauptaugenmerk auf die Intonation der komplexen Akkordtrauben gelegt werden musste.

Der Chor „Salzburg Vokal“ bestehend aus professionellen Sängern sowie Studenten des Mozarteums meisterte die hohen Anforderungen bravourös und mit Hingabe, so dass weitere Projekte mit Chormusik des ausgehenden 20.Jahrhunderts auf der Agenda stehen werden.

Pfarrkirche St. Oswald in Anif/Salzburg Foto: © Christa Linossi

„RECHERCHIEREN“ von Patrik Baab

Foto: Christa Linossi

Worum geht es in diesem Buch?

Patrik Baab ist Politikwissenschaftler und Journalist und liefert in seinem Buch „Recherchieren“ einen Werkzeugkasten nicht nur für diejenigen, die selbst im Journalismus tätig werden möchten, sondern auch für die, die es schon sind.

Dieses Buch stellt einen Werkzeugkasten zur Verfügung, die Rechercheure für den Standpunkt der Aufklärung benötigen. Rechercheure stehen an der Seite der Benachteiligten und nicht an der Seite der Machteliten. In der Praxis jedoch wurde sie häufig teils bewusst, teils unbewusst, statt Macht- und Gewaltverhältnisse aufzuklären, vernebelt sie zuweilen die Interessen von Machteliten und wird so zum Helfer der Gegenaufklärung. Genau dem will Baab entgegenwirken. Für Baab bedeutet Recherchieren, etwas gegen Widerstände herauszufinden – gegen den Widerstand jener, die Aufklärung verhindern und eigene Interessen durchsetzen wollen. Die Werkzeugkästen sind gut gegliedert und für die jeweiligen Situationen wie ein Bauchladen aufgegliedert. Die berühmten W-Fragen, Themen finden, die Grundausstattung von Offline und Online, Nachrichten Faktoren, Themen prüfen, Quellen erschließen und Quellen prüfen und viele andere Werkzeuge findet man darin vor.

Dieses Buch ist es wert zu lesen?

Es ist auch für Journalisten*innen eine Auffrischung, sondern auch für diejenigen, die in den Journalismus vorhaben, einzusteigen. Der Werkzeugkästen, denn gutes Handwerk, braucht auch einen guten Werkzeugkasten.

DER AUTOR

Patrik Baab ist Politikwissenschaftler und Journalist und hat u.a. an den ARD-Filmen „Der Tod des Uwe Barschel – Skandal ohne Ende“ (2007), „Der Tod des Uwe Barschel – Die ganze Geschichte“ (2008) sowie „Uwe Barschel – Das Rätsel“ (2016) mitgewirkt. Er ist Lehrbeauftragter für praktischen Journalismus an der Christian-Albrechts-Universität Kiel und an der Hochschule für Medien, Kommunikation und Wirtschaft in Berlin.

Erschienen ist das Buch

im Westend Verlag GmbH, Frankfurt/Main 2022

ISBN: 978-3-86-489-324-7

Welcome to Planet B

Ein anderes Leben ist möglich! Aber wie?

Ars Electronica Festival PRK / Photo Ars Electronica – Robert Bauernhansl

Dieses Jahr ist das Ars Electronica Festival 2022 auf einer herausfordernden Suche nach Antworten auf die Widersprüchlichkeiten unserer Zeit im 21. Jahrhundert.

Weder der naive Eskapismus (Flucht vor der Wirklichkeit) in virtuelle Welten, noch die technologische Ultra-Utopie einer Weltraumbesiedelung werden uns davor bewahren, uns den großen unangenehmen Fragen zu stellen.

Aus heutiger Sicht, mit den Verwerfungen der Corona Pandemie und den Monstrositäten des Krieges gegen die Ukraine vor Augen, ein völlig hoffnungsloses Unterfangen, das wir nur schaffen können, wenn wir uns als Individuen, als Gesellschaft, als Menschheit ändern, wenn wir uns auf eine andere Art auf diesem Planeten zu leben vereinbaren. Wie muss oder soll unser Leben auf diesem Planeten aussehen, damit wir den ökologischen Supergau verhindern können? Eine Frage die noch immer schwer zu beantworten ist!

Wie kann so eine grundlegende und weitreichende Wende überhaupt funktionieren? Wieviel Überzeugungskraft, wieviel Anstrengung, wieviel Druck, wieviel Zwang wird notwendig sein, und welche „Kollateralschäden“ werden damit verbunden sein? Wenn wir die Wende nicht schaffen, dann haben wir mit den Folgen zu kämpfen wie zum Beispiel: Überflutung New Yorks durch den steigenden Meeresspiegel und Mitteleuropa wird die neue Sahara sein.

Eine weitere Frage stellt sich, welche Technologien werden wir für eine Wende noch entwickeln müssen und welche ökonomischen, sozialen und demokratiepolitischen Veränderungen werden damit einhergehen?

Der Planet B wird also nicht die zweite Chance auf einen anderen Ort, an dem wir so weitermachen können wie bisher, nein, er ist der Code für das unabdingbar notwendige, neue und in vielen Formen ganz andere Leben und Handeln auf diesem einzigen Planeten, Planet Erde ist somit unser einziger Lebensraum, den wir haben.

Fakt ist: wir können nicht nur die Welt, in der wir leben ändern, sondern wir müssen uns auch ändern!

Und so kommt das Ars Electronica Festival ins Spiel;

„Nach zwei Jahren hemmungslosen Experimentierens mit hybriden und virtuellen Formaten, wird sich die Ars Electronica 2022 wieder als ein großer physischer Event in Linz präsentieren“, kündigt Gerfried Stocker an. „Angesichts des eben publizierten Befunds des Weltklimarats, der pandemiebedingten Risse quer durch unsere Gesellschaften, des erschütternden Krieges in der Ukraine und der dadurch entstandenen weltpolitischen Verwerfungen erachten wir es als Gebot der Stunde, Menschen aus aller Welt nach Linz einzuladen, um über unsere Zukunft zu reden. Mehr denn je versteht sich Europas größtes Festival für Kunst, Technologie und Gesellschaft zuallererst als Plattform für einen Grenzen überwindenden Austausch auf Augenhöhe. „Seit 1979 bauen wir Brücken zwischen Disziplinen, Branchen und Kulturen und bringen Menschen miteinander ins Gespräch – und das war noch nie so wichtig wie heute“, sagt Gerfried Stocker.

Mit Kunst und Wissenschaft in einer Kombination, könnten hier wieder neue Projekte für die Zukunft, inclusive mit neuen Technologien entstehen lassen und mit diesen neuen Projekten könnte wieder eine positivere Zukunftsstimmung erzeugt werden, die wir gerade in dieser herausfordernden Zeit dringend benötigen würden.

Zehn Festivallocations sind für heuer in Linz geplant. Bespielt werden 2022 insgesamt zehn Locations im Linzer Stadtgebiet. Ein Hotspot ist wieder „Kepler’s Garden“ auf dem weitläufigen Campus der Johannes-Kepler-Universität Linz, einen zweiten großen Festival-Hub bilden LENTOS Kunstmuseum, Kunstuniversität, Atelierhaus Salzamt, Stadtwerkstatt und Ars Electronica Center im Zentrum der Stadt. Dazu kommen noch Tabakfabrik, Francisco Carolinum und OK Linz sowie die Anton Bruckner Privatuniversität auf dem Pöstlingberg.

Alle diese Locations werden zu Schauplätzen, die vom Leben auf einem „Planeten B“ erzählen.

Ein zentrales Thema der 5-tägigen Inszenierung des „Planeten B“ wird auch die Technologie darstellen, hier werden Künstler*innen und Wissenschaftler*innen einmal mehr zeigen, wie wir die Entwicklung und den Einsatz von Technologie so gestalten können, damit nicht nur einige wenige, sondern wir als Gesellschaft insgesamt davon profitieren. In neun Projekten des Linz Institute of Technology (LIT) verbinden Künstler*innen und

JKU Wissenschaftler*innen technologische Forschung mit moderner Medienkunst und thematisieren so auf eindrucksvolle Weise die Chancen und Herausforderungen unserer Zeit.

Das Ars Electronica Festival wird uns die Zukunft zeigen, mit neuen Ideen, Technologien und viel spannenden Entwicklungen. Bleiben wir neugierig und freuen uns auf dieses Festival. 7. bis 11. September 2022: Kommen Sie nach Linz!

https://ars.electronica.art/planetb/de/

14. LITERATURFEST SALZBURG im Mai 2022

Das Kuratoren-Team Teresa Präauer und Josef Kirchner präsentierten im Rahmen einer Pressekonferenz im Marionetten-Theater Salzburg das diesjährige Programm zum 14. Literaturfest Salzburg, welches vom 18. Mai bis 22. Mai 2022 in Salzburg stattfinden wird.

LiteraturfestSalzburg_Teresa Praeauer_Josef Kirchner_Foto c_Erika Mayer

Teresa Präauer der Shootingstar der österreichischen Literaturszene, zeichnet sich heuer für das Programm des 14. Literaturfest Salzburg mitverantwortlich. Sie ist bekannt für ihren unkonventionellen Blick auf die Welt, ihren gesellschaftskritischen Humor und literarischen Stil.

Mitte Mai dreht sich in Salzburg wieder alles um Literatur. Es wird ein großes Fest für Literatur an verschiedenen Veranstaltungsorten. NEU IST der „Literaturwürfel“ als neu geschaffene Bühne im „Festzentrum im Kurgarten“ für Literatur, Musik und Kulinarik.

Auf dem Programm stehen Konzerte, Lesungen und künstlerische Interventionen. So präsentieren Katharina J. Ferner ihren neuen Lyrikband krötentage, Ivna Zic ihrem mehrfach ausgezeichneten Debütroman Die Nachkommende, Norbert Trawöger wird sein programmatische Essay Spiel präsentieren. Diese und weitere Lesungen werden musikalisch begleitet vom virtuosen Allround Künstler Chili Tomasson, dem modernen Folk von Dos and Dust, dem Soul-Duo Kardamom.T und vielem mehr.  

Weitere Schwerpunkte dieses Literaturfestes sind STEFAN ZWEIG, der von 1919 bis 1933 in Salzburg lebte. Anlässlich seines 80.Todestages erinnert sich das Literaturfest Salzburg an ihn und sein Werk: mit den Schaufensterzitaten, auf die Sie wieder überall in der Stadt stoßen werden. Es gibt auch ein umfangreiches Filmprogramm im DAS KINO, mit Lesungen und Gesprächen. Seine gesellschaftspolitischen Analysen lesen sich dabei heute wieder zeitgenössisch.

Plakat Literaturfest Salzburg Norbert Trawöger-Spiel

Der zweite Schwerpunkt fällt auf FRIEDRIKE MAYRÖCKER „Um Gottes Willen nur keine Story, sondern einfach schauen. Die Dinge anschauen, die Welt anschauen, das Leben anschauen“. > So beschrieb eine der beeindruckendsten und eigenwilligsten österreichischen Autor*innen einmal ihren Zugang zum Schreiben. Unter http://www.ejournal.at (Gründer dieses e. journal war Franz Krahberger, der 2016 verstorben ist). Dort finden sie unter Literatur. Primär von Friedrike Mayröcker aus ihrem Hauptwerk „mein Herz mein Zimmer mein Name“ einen kurzen Auszug.

Das Literaturfest Salzburg schafft es auch diesmal wieder, Musiker*innen, Dichter*innen und Schauspieler*innen an einem Abend zusammen zu bringen.

Schluss Zitat von Literaturfest-Salzburg: „Die Welt von morgen ist eine, in der wir Bücher lesen, Autor*innen und Künstler*innen begegnen, miteinander ins Gespräch kommen und uns am Erlebnis gemeinsam freuen“.

www.literaturfest-salzburg.at

51. Rauriser Literaturtage, sind schon wieder Geschichte.

sie fanden vom 30. März 2022 bis 03. April 2022 statt

2020 fielen die Rauriser Literaturtage aufgrund der Pandemie ins „Wasser“ und 2021 fanden sie zwar statt, jedoch ohne Publikum und im Livestream und Online mit Autoren*innen, die nicht anreisen konnten.

2022 war es endlich so weit, die Rauriser Literaturtage konnten mit Publikum im Mesnerhaus eröffnet werden.

Die Rauriser Literaturpreise wurden heuer an Frauen vergeben. So wurde der Rauriser Literaturpreis 2022 (vergeben vom Land Salzburg, dotiert mit EUR 10.000, -) an Anna Albinus für ihr Romandebüt „Revolver Christi“ (edition. fotoTAPETA 2021) überreicht.

Den Rauriser Literaturpreis 2022 Anna Albinus Foto: © Ruth Broz╠îek

Alexandra Koch erhielt den Rauriser Förderungspreis 2022 (vergeben von Land Salzburg und Marktgemeinde Rauris, dotiert mit EUR 5.000, -) zum Thema „Alles auf Anfang“ erhält Alexandra Koch für ihren Text vattern muttern künd.

Rauriser Förderungspreis 2022 Alexandra Koch © Foto privat

Was war das Thema heuer in Rauris? Es war ein brisantes Thema, es ging von Tieren und Menschen, die nicht nur in den Märchen vorkommen, sondern Tiere spielen auch in der Literatur eine bedeutende Rolle; es gibt eine Vielzahl an literarischen Beispielen, die sich mit ihnen beschäftigen.  Dabei geht die Funktion von Tieren weit über die Vermittlung zoologischer Erkenntnisse hinaus: Sie werden als eigene literarische Figuren dargestellt, in Beziehung zu Menschen, oft als deren Partner, als Ergänzung menschlicher Existenzformen, aber auch als Träger unserer Sehnsüchte und Projektionen.  Oftmals dienen Tiere als Vehikel für die Untersuchung menschlicher Verhaltensweisen und damit unserer Selbsterforschung. Man könnte auch sagen, Tiere werden in Texten dargestellt, damit wir etwas über uns Menschen lernen.

Die Frage, wie wir Menschen auf die Natur einwirken, wie wir mit unseren Lebensgrundlagen umgehen und sie gefährden, ist aktueller denn je. Wenn es in der Literatur um unser Verhältnis zur Natur geht, so ist das ohne gesellschaftlich-politische Themen, die sich darin spiegeln, nicht denkbar.

Es gab interessante Gespräche und Diskussionen wie zum Beispiel, die Diskussion zwischen Barbara Frischmuth (sie befasst sich in ihren Texten nicht nur mit unserem natürlichen Lebens-Umfeld, sondern auch speziell mit Tieren.) und Ludwig Huber (ist Leiter des Messerli Forschungsinstituts für Mensch-Tier-Beziehungen an der Veterinärmedizinischen Universität Wien; soeben ist seine umfangreiche Studie „Das rationale Tier“ erschienen.) Hier diskutierten zwei hochkarätige Gesprächspartner über das Leitthema „Von Tieren und Menschen“ der Rauriser Literaturtage.

Interessant war auch das Gespräch zwischen dem Autor Michael Köhlmeier und Tomas Friedmann (Literaturhaus Salzburg) Hier ging es um den Roman „Matou“ von Michael Köhlmeier, der zu den bedeutendsten Autoren der österreichischen Gegenwartsliteratur gehört. In seinem neuen Roman „Matou“ geht es um die fantastische Geschichte eines gewitzten Katers: der sieben Leben hat und diese von der Französischen Revolution bis in Hier und Jetzt schaffte.

Als interessant fand ich auch die Lesung von Teresa Präauer, sie ist Schriftstellerin und auch bildende Künstlerin. Sie schreibt Romane, Kolumnen und Erzählungen. Seit Beginn ihres Schreibens erforscht sie immer wieder das Animalische im Menschen und das Menschliche im Tier, so wie in ihrem Roman „Oh Schimmi“ der 2016 erschienen ist. Ihr zuletzt publizierter Geschichtenband „Das Glück ist eine Bohne“ (erschienen 2021)

Zum Abschluss traten samstags Abend im Mesnerhaus wieder die bekannte Wiener Akus-tik-Duo DIE STROTTERN & PETER AHORNER auf. Die Strottern vereinen ihre Kompositionen mit Wiener Tradition mit Jazz, Pop und Weltmusik, während Peter Ahorner ein virtuoser Sprachkünstler ist, der seine Texte nicht nur spricht, sondern auch singt.

Mit Spannung können wir auf 2023 blicken, wenn die Rauriser Literaturtage vom 29. März 2023 – 02. April 2023 wieder zum Stell Dich Ein bitten.

LICHTGESTALTEN

So nennt das Salzburger Landestheater die Spielzeit 2022/2023

Lichtgestalten Spielzeit 2022/2023 Sbg. Landestheater / Foto: © Christian Baumann-Canaval

Das Jahr 2022 hält für das Salzburger Landestheater spannende Herausforderungen bereit. Die ersten drei Monate der Spielzeit 2022/2023 werden sie im Festspielbezirk und in anderen Spielstätten zu Gast sein.

FAUST – Spielzeit 2022/2023 Sbg. Landestheater / Foto: © Christian Baumann-Canaval

Warum? Das Salzburger Landestheater ist zurzeit eine Baustelle. Die in die Jahre gekommenen Sessel haben längst das Haus verlassen. Der alte knarzende Podest Aufbau auf dem Balkon wird gemäß dem Zeitplan abgerissen und durch einen neuen, bestens gegen Störgeräusche gedämpften, ersetzt werden. Die historisch anmutenden Seilzüge im Bühnenhaus werden Geschichte sein. Mit all dem wird das Landestheater einen weiteren der unzähligen Schritte gehen, von denen die Kunstform „Theater“ seit ihrer Entstehung vor mehr als zweitausend Jahren geprägt und verändert wurde.

Salzburger Landestheater Bühne / Foto: © Bernhard Hartmann

So wird ab Herbst die Besucher*innen mit neuen ästhetischen, funktionalen und technischen Veränderungen im Landestheater erleben können.  Des Weiteren werden die ursprüngliche Farbgebung der Stuckaturen freigelegt und der Zuschauerraum – auch mit Unterstützung neuester Beleuchtungstechnologie – im goldenen Glanz erstrahlen.

Dies kurz zum Umbau und nun ein kurzes Intermezzo zum Spielplan des Landestheater:

Lichtgestalten heißt heuer das Motto zum Spielplan und was meint man damit? Menschliches Dasein, wie wir es kennen, ist ohne das Element des Lichts nicht denkbar. Im Sinne der Aufklärung auf Englisch „Enlightenment“, macht es uns als Menschen aus, dass wir uns die Vernunft erleuchten lassen. Das Licht der menschlichen Vernunft erhellt uns den Horizont, das Leben sinnvoll zu gestalten.

Worum geht es hier nun wirklich? Es geht um Licht und Wasser, den diese sind auch eng miteinander verbunden. So wurde die Architektur des benachbarten Paracelsus Bades (Landestheater), in dem Licht und Wasser ineinanderfließen, angeregt, das Spielzeitthema „Lichtgestalten“ für das Spielplanheft, an diesem Ort fotografisch einzufangen.

Zu Gast im Festspielbezirk, hier werden drei Neuinszenierungen in der Felsenreitschule die Spielzeit eröffnen. Auf dem Programm steht die Oper „Der Rosenkavalier“ von Richard Strauss. Das Musical „Hair“ das als Meilenstein der Popkultur in den späten 1960er Jahren in New York die Uraufführung erlebte, wird nun als Neuinszenierung ebenfalls in der Felsenreitschule präsentiert. Es passt in unsere bewegte Zeit, in der junge Menschen für den Frieden auf die Straßen gehen, um die Welt zu verändern. Oper, Ballett und Schauspiel verschmelzen in der Produktion „Die Entstehung des Lichts“, hier geht es um die Fragen: Wo hat alles begonnen? Im Paradies oder in der Ursuppe? Hat die Evolution den Menschen durch stetige Anpassung gebildet oder sind wir aufgrund eines göttlichen Masterplans entstanden?

HAIR – Spielzeit 2022/2023 Sbg. Landestheater / Foto: © Christian Baumann-Canaval
BUDDENBROOKS – Spielzeit 2022/2023 Sbg. Landestheater / Foto: © Christian Baumann-Canaval

Im runderneuerten Stammhaus können Besucher*innen dann das Schauspiel „Buddenbrooks“ und die Oper „La finta giardiniera“ als Auftakt im frisch renovierten Landestheater erleben. Weitere Entdeckungen verspricht auch die Tanzcompagnie mit Haydns „Schöpfung“, dem Doppelprojekt mit Tschaikowskys Oper „Jolanthe“ und „Der Nussknacker“ sowie „Vom Lichten und Dunklen“ mit hochinteressanten und neuen Kreationen. Die Sparte „Junges Land“ bildet mit ihren Produktionen das Leben als bunt und divers ab und lädt mit Protagonisten wie dem „Pumuckl“ oder „Lorax“ als Figurenspielinszenierung zu Entdeckungen ein.

Meister Eder und sein Pumuckl – Spielzeit 2022/2023 Sbg. Landestheater / Foto: © Anna-Maria Löffelberger

Bleiben SIE weiterhin neugierig!

Ich stellte Ihnen nur ein paar Highlights vor, die das Salzburger Landestheater in der Spielzeit 2022/2023 anbietet, aber es gibt noch viel mehr, werfen Sie einfach einen Blick ins Internet: https://www.salzburger-landestheater.at/de/premieren/2022-2023.html

DEEP SPACE EVOLUTION

ARS ELECTRONICA im Aufbruch zu neuen UFERN im 21. Jahrhundert!

Photo showing Uniview 3.0.
Photo: vog.photo

Diesmal heißt das Motto: „Zurück in die Zukunft oder alles beginnt mit dem CAVE…“ jedoch wurde für 2022 ein neues Kapitel aufgeschlagen und wir beginnen mit einem weiteren Zukunftsabschnitt, und zwar mit DEEP SPACE EVOLUTION

DEEP SPACE EVOLUTION Ars Electronica – Video Ars Electronica

Mit DEEP SPACE EVOLUTION schlägt das Team von Ars Electronica das nächste Kapitel in Sachen immersive Bildwelten auf. Es entstehen somit neue Veranstaltungsformate mit DEEP SPACE EVOLUTION und so startet das Ars Electronica Center auch neue Programmformate. Zusätzlich zu den halbstündlichen Präsentationen während des regulären Museumsbetriebs gibt es ab sofort die drei neuen Veranstaltungsformate „Deep Space Concert”, „Deep Space Experience” und „Deep Space Lecture”. Künstler*innen, Forscher*innen und Aktivist*innen laden dabei zu außergewöhnlichen Erlebnissen.

Photo showing a Uniview 3.0.  
Photo: vog.photo

mit CAVE begann 1996 und wurde zur Weltpremiere, hier handelte es sich noch um einen kleinen Raum mit 3x3x3 Meter. Dieser Innenraum diente als Projektionsfläche am Boden, Decke und Wände. Es war ein Netzwerk aus vier Rechnern und einem Trackingsystem, das ständig die Position der 3D-Brillen ausgestatteten Besucher*innen ermittelt, ermöglicht ein noch nie dagewesenes Eintauchen in virtuelle Welten. Dieser Raum wurde bald die Spielwiese für Wissenschaftler*innen, Künstler*innen und Entwickler*innen aus aller Welt, die hier ihre Ideen als Experimente weiterführten.

Entwicklung von Cave 1996 bis deep space EVOLUTION 2022 Ars Electronica Foto: Christa Linossi

…dies führte dann über den Deep Space…

Als Linz 2009 zur „Kulturhauptstadt Europas“ wurde, wurde das „Deep Space“ auf 6.500m² erweitert und avancierte zum Publikumsmagneten. Wand- und Bodenprojektionen hatten hier beachtliche 16 mal 9 Meter Maße und dank der Entwicklung zu Lasertracking, konnte hier auch interaktive Bildwelten inszeniert werden. Dieser Deep Space sorgte für international große Aufmerksamkeit.

…die Entwicklung ging weiter…und führte zum Deep Space 8K…

Das Ars Electronica Future lab nimmt 2015 den nächsten Meilenstein in Angriff. Aus dem Deep Space wird der Deep Space 8K. 8K verweist auf die Auflösung der projizierten Bilder, die jetzt für jeden der acht Projektoren 4096 mal 2160 Bildpunkte umfassten. Der Deep Space 8K garantierte visuelle Erlebnis, die wahrlich den Atem raubten.

Jetzt wurde wieder ein neues Kapitel aufgeschlagen und

führt…zu Deep Space EVOLUTION

2020 Cubo Negro und 2021 JKU medSPACE ein neu implementiertes Content-Managementsystem eröffnet zahlreiche Zusatzfunktionen, den Präsentator*innen stand zudem ein neues Steuerungsinterface am Smartphone zur Verfügung. Zur 3D-Contententwicklung wurde nun die in den weltweit führenden Computerspielproduktionen verwendete Unreal Engine eingesetzt. Ein neues Lizenzmanagement für Content-Pakete garantiert darüber hinaus, dass Inhalte aus dem Deep Space 8K ganz einfach Partner*innen weitgegeben werden können. Zum Einsatz kommt dieses System bereits im JKU medSPACE am JKU MED Campus Linz genau wie im Cubo Negro im Centre de Ciencias in Culiacan, Sinaloa Mexiko.

Deep Space EVOLUTIONneue Programm-Highlights in 3D

Unser Sonnensystem erkunden und dabei erfahren, warum sich Leben auf der Erde überhaupt entfalten kann. Den komplexen anatomischen Aufbau von Homo Sapiens sehen und die Funktionsweise des menschlichen Organismus verstehen lernen. Ein faszinierendes Zusammenspiel von Kunst und Technologie mitverfolgen, das den Weg in die Zukunft von Menschen und Maschinen weist.

Deep Space EVOLUTiON steht auch für eine inhaltliche Weiterentwicklung, die dem Publikum spannende Stories, vielfältige Möglichkeiten der Interaktion und ein noch intensiveres immersives Erlebnis eröffnet.

DEEP SPACE EVOLUTION Ars Electronica – Video Ars Electronica

Spannende Stories wie:

Uniview 3.0 Warum besitzt die Erde ein Magnetfeld und wovor schützt es uns? Weshalb ist die Atmosphäre für uns lebensnotwendig? Wie ist der Mond entstanden und warum ist er für die irdische Evolution unverzichtbar? Und was ist die „habitable Zone“? „Die Erde – ein besonderer Planet“ entführt Besucher*innen auf eine spektakuläre virtuelle Reise, bei der sich alles darum dreht, warum wir und mehr als acht Millionen weitere Arten auf diesem Planeten überhaupt leben können. Wie wir Menschen uns auf immer längere Weltraummissionen vorbereiten und Exoplaneten in fremden Sternsystemen genauer unter die Lupe nehmen, wird mithilfe eines brandneuen 3D-Modells der ISS und des James Webb Space Telescope erzählt.

Photo showing a Uniview 3.0.  
Photo: vog.photo

Sounding Letters Welch Potential dem Zusammenspiel von Menschen und Maschine innewohnt, zeigt das 3D-Video „Sounding Letters“. Es basiert auf einem KI-System von Ali Nikrang (Künstler und Forscher am Ars Electronica Futurelab), dass die Anfangsbuchstaben von Ars Electronica Futurelab und Ars Electronica Center als Noten interpretiert hat. Mensch und Maschine komponierten dann ein Stück, das Ali Nikrang schließlich im Duett mit einem selbstspielenden Piano zur Aufführung brachte.

Sounding Letters Ars Electronica Foto: Robert Bauernhansl

Des Weiteren gibt es dann noch Virtual Anatomy zurück am Planeten Erde und den sich hier tummelnden Arten. Eine davon rückt „Virtual Anatomy“ ins Zentrum und macht dabei auf spektakuläre Weise sichtbar, welch komplexe Organismen die Evolution hervorbringt.

Photo showing „Virtual Anatomy“. 
Photo: vog.photo

Last not least Welcome to Planet B Auf ganz andere Weise thematisiert eine weitere, ebenfalls vom Ars Electronica Futurelab entwickelte Applikation die künftige Rolle von Menschen und Maschinen. „Welcome to Planet B“ ist ein interaktives Spiel, das danach fragt, was wir unternehmen wollen, um den Klimawandel und seine Auswirkungen zu begrenzen.

Photo showing the interactive game „Welcome to Planet B“.  
Photo: vog.photo

Alle Infos zu Deep Space EVOLUTION finden Sie auf: https://ars.electronica.art/center/de/exhibitions/deepspace/

Knalleffekt? Museum der Moderne Salzburg sucht einen neuen Direktor  

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Sie kommen und gehen! Diesmal verabschiedet sich Dr. Thorsten Sadowsky vom Museum der Moderne. 2018 übernahm er als Direktor das international anerkannte Museum der Moderne in Salzburg. Zuvor führte er fünf Jahre lang in gleicher Position das Kirchner Museum in Davos und jetzt erfolgt die Rückkehr nach Norddeutschland.

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Der gebürtige Westfale wird ab 1. Oktober 2022 neuer Wissenschaftlicher Vorstand der Stiftung Schleswig-Holsteinische Landesmuseen auf Schloss Gottorf und folgt Prof. Dr.Dr. h.c. Claus von Carnap-Bornheim – der sich mit 30.September 2022 in den Ruhestand verabschieden wird – nach. https://landesmuseen.sh/de/stiftung

Thorsten Sadowsky trug auch wesentlich zur internationalen Profilierung des Museums der Moderne Salzburg bei. Er versuchte ein dynamisches kulturelles Forum in der Mitte Europas, das aktuelle und gesellschaftlich relevante Themen diskutiert, im zeitgenössischen Kunstgeschehen als Akteur sichtbar zu machen. Teilweise gelang es ihm, teilweise war es aber auch schwierig, hier wirklich gute zeitgenössische Kunst zu präsentieren. Viele Ausstellung wurden aus dem Museumsbestand oder aus der Generali Foundation gestaltet. Überschattet war das Ganze auch durch die zweijährig dauernde Pandemie. Budget für Anschaffungen oder Ausstellungen, fehlten schlichtweg.

Mit der Ausstellung JASMINA CIBIC.MOST FAVOURED NATION, welche zurzeit im Museum der Moderne Salzburg bis Juni läuft, schaffte es Thorsten Sadowsky immerhin, dass die THE NEW YORK TIMES, über die Ausstellung in Europa MdM Salzburg berichtete.

Nun stellt sich wieder einmal die Frage, wer wird Dr. Thorsten Sadowsky Nachfolger*in? Ein kurzer Rückblick wer für das Museum der Moderne seinerzeit die Fäden zur zeitgenössischen Kunst zog!

1983-1998 Otto Breicha Gründer des Moderne Galerie und Graphische Sammlung – Rupertinum

1998-2001 Peter Weiermair, der das Rupertinum stärker international ausgerichtete.

2000-2005 Dr. Agnes Husslein, die 2004 das Museum der Moderne eröffnete und an die zeitgenössische Kunst heranführte.

2005-2013 Dir. Toni Stoss, der auch viele internationale Künstler präsentierte und 8 Jahre als Direktor verweilte.

2013-2018 Dr. Sabine Breitwieser, die die Generali Foundation (sie ist Gründerin dieser Foundation) nach Salzburg und in das MdM integrierte.

2018-2022 Dr. Thorsten Sadowsky

2022???

Landeshauptmann Dr. Wilfried Haslauer dankt Herrn Direktor Dr. Thorsten Sadowsky für seine erfolgreiche Tätigkeit und wünscht ihm für seine neue berufliche Herausforderung weiterhin viel Erfolg. Ebenso dankte auch die Aufsichtsratsvorsitzende Dr. Brigitta Pallauf und betont die gelungene Neuausrichtung des Museums der Moderne Salzburg: „Sowohl inhaltlich als auch organisatorisch wurden neue Wege eingeschlagen, die auch weiterhin fortgesetzt werden sollen. Im Namen des gesamten Aufsichtsrates danken wir für die profunde Arbeit und gute Zusammenarbeit mit dem Team und vielen Institutionen und Kooperationspartnern.

Nun heißt es wieder „Auf zu neuen Ufern“, zuversichtlich in die Zukunft schauen und hoffen, dass das Museum der Moderne auch in Zukunft in eine gute Richtung gelenkt wird.