„SCHNEE IN BETHLEHEM!“

Salzburger Adventsingen im Großen Festspielhaus zu Salzburg 2022

Salzburger Adventsingen 2022 „Schnee in Bethlehem!“ Foto: © Rudi Gigler 2022

Wie die Zeit vergeht, gerade noch war ein schöner Herbst und abrupt sind wir schon wieder in der Adventzeit. Nach zweijähriger Pandemie geht es heuer         – zwar geprägt durch eine Wirtschafts- und Energiekrise – wieder etwas lockerer zu. Die Christkindlmärkte haben ihre Pforten geöffnet und laden zum gemütlichen Beisammensein bei den diversen Glühwein Ständeln ein, um die Krisenzeiten etwas zu vergessen.

Salzburger Christkindlmarkt 2022 Foto: © Christa Linossi

In der von Kirche, Macht und Glaube geistig wie architektonischen Stadt Salzburg finden alljährlich zwei Mysterienspiele beachtliche Erfolge. Zum einen seit 100 Jahren der sommerliche Salzburger „Jedermann“ als Highlight der Salzburger Festspiele mit Mysterium des Todes und zum anderen seit nunmehr 75 Jahren sein winterliches Pendant, das „Salzburger Adventsingen“ im Großen Festspielhaus mit dem Mysterium vom Wunder der Geburt.

Heuer kann endlich wieder unter „Normalbedingungen“ (nach zwei Jahre Pandemie) das Traditionsbewusste und berühmte „Salzburger Adventsingen“ ohne Beschränkungen aufgeführt werden.

Ein kurzer Rückblick zur Entstehung des Salzburger Adventsingen. Es hat alles klein und bescheiden mit einer schlichten Gedenkfeier unter schwierigen Bedingungen begonnen. Nach dem Zweiten Weltkrieg 1945 – die Welt lag wieder einmal in Trümmern – und allerorts ertönte „Nie wieder Krieg“! In diesem unermesslich großen Wunsch nach Frieden, gründete Tobi Reiser 1946 das Salzburger Adventsingen. Die Botschaft vom „Frieden den Menschen auf Erden, die guten Willens sind“ (LK 2,14) was bis heute Gültigkeit besitzt.

Regisseurin Gerda Gratzer und Hans Köhl (Gesamtleitung) Foto: © Christa Linossi 2022

Gerda Gratzer, die neue Regisseurin übernahm die Schauspiel-Inszenierung und inszenierte ein wunderschönes Adventsingen, mit viel Musik und Gesang und so wurde es zu einem harmonischen Ganzen.                              

Salzburger Adventsingen 2022 im Großen Festspielhaus Salzburg Probenfoto Im Bild Julia Leckner als Erzählerin Foto: Franz Neumayr 18.11.2022

„Schnee in Bethlehem!“ entführt in eine märchenhafte Geschichte die nach dem musikalischen Prolog mit „Es war einmal…“ beginnt und es ist eine uralte, von Generation zu Generation mündlich überlieferte Adventsgeschichte, in die uns die Erzählerin in Erinnerung an ihre Oma mitnimmt. Unzählige Male hat sie diese Geschichte beim Schlafengehen gehört. Jedes Mal klang sie ein wenig anders und wurde aus Omas Gedankenwelt mit fantasievollen Details angereichert. So war es einmal, dass vor über 2000 Jahren in Bethlehem ausgerechnet in jener Nacht der Geburt Christi nach langer Zeit wieder einmal Schnee vom Himmel fiel. Alles erstarrte in frostiger Kälte. Nur eine strahlend weiße Schneerose, auch „Christrose“ genannt, verkündete fortan neue Hoffnung, neues Leben.

Salzburger Adventsingen 2022 „Schnee in Bethlehem!“ Foto: © Christa Linossi
Aufführung des Salzburger Adventsingens 2022, mit dem Thema „Schnee in Betlehem“, im Grossen Festspielhaus in Salzburg, am 23.11.22. Das Bild zeigt Edwin Hochmuth als Hirten Jaggerl mit Christrosen in den Händen Foto: © Rudi Gigler

Es ist eine großartige Inszenierung die Gerda Gratzer hier auf die Beine stellte. Mit großartigem Sänger*innen, Musikant*innen, Darstellern und Hirtenkinder, die ihr Bestes geben und das Publikum mit der Kraft der Stille und dem Mysterium der göttlichen Liebe im Innersten berühren werden.

Salzburger Adventsingen 2022 im Großen Festspielhaus Salzburg Probenfoto Im Bild die Hirtenkinder Foto: Franz Neumayr 18.11.2022
Salzburger Adventsingen 2022 im Großen Festspielhaus Salzburg Probenfoto Foto: Franz Neumayr 18.11.2022

Das Salzburger Adventsingen 2022 startet mit der Premiere am 25. November 2022 und läuft bis 11. Dezember 2022 im Großen Festspiel zu Salzburg.

Prädikat: Sehenswert

www.salzburgeradventsingen.at

DER ALPENWALD

Eine Natur- und Kultur- Beschreibung aus 20 Perspektiven

Foto: Christa Linossi

Ein Band der zur rechten Zeit – oder doch schon zu spät? – es auf den Buchmarkt geschafft hat.

Worum geht es in diesem Buch?

Es geht um den Wald der Alpen, der unzählige Facetten hat: Lebensraum, Ressource, Schutz, Erholungsraum und Fluchtpunkt. Dieses Buch berichtet über folgende Themen: Viel Raum für Wald, Holz für Lebensraum, Baum- und Artenreich, Was der Wald kann, Lebenssaft der Bäume, Heimisch in den Wäldern und vieles noch mehr…

Ein Buch, dass sich dem Alpenwald widmet und man muss genauer hinsehen, wenn man die Begriffe Alpen und Wald genau definieren will. Ich filtere ein paar interessante Passagen heraus: Zum Beispiel umfassen die Alpen eine Fläche von 190 700 Quadratkilometern, was deutlich mehr als der doppelten Gesamtfläche Österreichs entspricht und sind somit auch einer der größten Naturräume Europas. Die Alpen sind auch ein hervorragender Lebensraum für Bäume. Denn Bäume benötigen Wasser und Wärme, und beides bietet der Alpenraum.

Vorgestellt wird in dem Band auch der Artenreichtum von Bäumen und die prägenden Baumarten des Alpenwaldes. Es wird auch auf das Thema wie wichtig die Wälder für Mensch und Tier sind. Zum Beispiel Kohlendioxid, für den Menschen (Atem) ein Abfallprodukt und für die Blätter und Nadeln eine wertvolle Nahrung. Die Objektschutzwälder die die Infrastruktur vor Schäden durch Lawinen, Steinschlag und Muren schützen, werden in unserer Zeit für die Wetterextreme immer wichtiger.

Des Weiteren bringen die Autorinnen und Autoren uns den ungeheuren Schatz des Alpenraums aus vielen Perspektiven näher und machen deutlich, warum dessen Erhaltung für uns alle so wichtig ist. Michael Köhlmeier schließt den opulenten Band mit einer persönlichen Erzählung über seine Großmutter und eine ganz besondere Tanne.

Dieses Buch ist es wert zu lesen?

Vielfalt von Flora und Fauna sind auch die Protagonisten, die mit dem heimischen Holz arbeiten: zum Beispiel der Köhler, der die Energie des Waldes seit Jahrhunderten nutzbar machte, der Architekt, der mit den Hölzern dieses Waldes exzellenten modernen Wohnraum schafft oder Instrumentenbauer, der im Alpenwald klangvolle Hölzer findet und daraus Instrumente kreiert. Ein Buch das Alt und Jung genauso faszinieren kann und einen tiefen Einblick in unseren Alpenraum und Wald gibt.

Autorenportrait

Eduard Hochbichler, geboren 1958 in Gmunden, studierte Forstwissenschaften an der Universität für Bodenkultur in Wien. Nach seiner Tätigkeit bei den österreichischen Bundesforsten kehrt er dorthin zurück und arbeitet und lehrt am Institut für Waldbau. Schwerpunkte seiner Arbeit liegen in der Entwicklung und Umsetzung innovativer Waldbautechniken und multifunktionaler Waldbewirtschaftungskonzepte. Er ist auch Berater zahlreicher nationaler und internationaler Institutionen im Bereich nachhaltiger Waldwirtschaft. Er lebt mit seiner Familie in Mödling bei Wien und im Salzkammergut.

Eduard Hochbichler ist gemeinsam mit Werner Meisinger der Herausgeber dieses Bandes.